Das Vaterspiel
Das Vaterspiel (2009), AT/DE Laufzeit 117 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 26.11.2009
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7 Kommentare
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von Michael Glawogger, mit Jeremy Strong und Ulrich Tukur
Rupert Kramer ist der Sohn eines österreichischen Ministers, der vom linken Rebellen zum korrupten Nutznießer des Systems geworden ist. Mit seinen 35 Jahren hat es “Ratz”, wie ihn seine Freunde nennen, zu nicht mehr als dem Entwurf eines Computerspiels gebracht. In diesem Computerpiel lässt sich der Spieler Level für Level auf einen bösen Kampf mit dem eigenen Vater ein. Ein Anruf seiner Jugendliebe Mimi führt Ratz in die USA und diese Tage an der Ostküste verändern sein Leben dramatisch. In New York verknüpfen sich nämlich die drei Handlungsstränge: Die Geschichte einer jüdischen Familie, die bei den Massakern der Nazi-Zeit vernichtet wurde, die Geschichte der Familie eines Täters, die im amerikanischen Exil das Geheimnis seiner Identität wahrte, und die Geschichte der österreichischen Familie Kramer, die sich politisch und psychisch auflöst.
HandlungRupert ‚Ratz’ Kramer, Sohn eines sozialdemokratischen österreichischen Ministers, ist 35 Jahre alt und das, was man gemeinhin einen Versager nennt. Er ist voller Mitgefühl für seine einsame,
alkoholsüchtige Mutter und erfüllt von einem archaischen Hass auf seinen übermächtigen Vater, der die Familie wegen einer jüngeren Frau verlassen hat. Statt sein Leben in die Hand zu nehmen, tüftelt er nächtelang an einem Computerspiel, mit dem sich eine ganze Generation von Söhnen zumindest virtuell ihrer übermächtigen Väter entledigen kann. Da reißt ihn ein Anruf seiner attraktiven ehemaligen Studienkollegin Mimi aus der grüblerischen Lethargie. Sie überredet ihn nach New York zu kommen – ohne den wahren Grund zu nennen. Weil Ratz schon immer bereit war, sehr viel für Mimi zu tun, fliegt er am nächsten Tag nach New York, ohne genau zu wissen, was ihn dort erwartet, im Gepäck sein Computerspiel und den Vorsatz, es an die Amerikaner zu verkaufen und reich zu werden.
In New York eröffnet Mimi ihr Anliegen: Er soll das Versteck ihres Großvaters, eines litauischen…
/p>Rupert Kramer ist der Sohn eines österreichischen Ministers, der vom linken Rebellen zum korrupten Nutznießer des Systems geworden ist. Mit seinen 35 Jahren hat es “Ratz”, wie ihn seine Freunde nennen, zu nicht mehr als dem Entwurf eines Computerspiels gebracht. In diesem Computerpiel lässt sich der Spieler Level für Level auf einen bösen Kampf mit dem eigenen Vater ein. Ein Anruf seiner Jugendliebe Mimi führt Ratz in die USA und diese Tage an der Ostküste verändern sein Leben dramatisch. In New York verknüpfen sich nämlich die drei Handlungsstränge: Die Geschichte einer jüdischen Familie, die bei den Massakern der Nazi-Zeit vernichtet wurde, die Geschichte der Familie eines Täters, die im amerikanischen Exil das Geheimnis seiner Identität wahrte, und die Geschichte der österreichischen Familie Kramer, die sich politisch und psychisch auflöst.
HandlungRupert ‚Ratz’ Kramer, Sohn eines sozialdemokratischen österreichischen Ministers, ist 35 Jahre alt und das, was man gemeinhin einen Versager nennt. Er ist voller Mitgefühl für seine einsame,
alkoholsüchtige Mutter und erfüllt von einem archaischen Hass auf seinen übermächtigen Vater, der die Familie wegen einer jüngeren Frau verlassen hat. Statt sein Leben in die Hand zu nehmen, tüftelt er nächtelang an einem Computerspiel, mit dem sich eine ganze Generation von Söhnen zumindest virtuell ihrer übermächtigen Väter entledigen kann. Da reißt ihn ein Anruf seiner attraktiven ehemaligen Studienkollegin Mimi aus der grüblerischen Lethargie. Sie überredet ihn nach New York zu kommen – ohne den wahren Grund zu nennen. Weil Ratz schon immer bereit war, sehr viel für Mimi zu tun, fliegt er am nächsten Tag nach New York, ohne genau zu wissen, was ihn dort erwartet, im Gepäck sein Computerspiel und den Vorsatz, es an die Amerikaner zu verkaufen und reich zu werden.
In New York eröffnet Mimi ihr Anliegen: Er soll das Versteck ihres Großvaters, eines litauischen Nazis, renovieren. Seit 32 Jahren verbirgt sich der alte Mann im Keller eines unauffälligen Hauses auf Long Island vor seinen Verfolgern. Während Ratz um den schweigenden alten Mann herum den kargen Kellerraum zu einer gemütlichen Wohnung ausbaut, sieht er sich unvermittelt mit der Vergangenheit konfrontiert, und mit den komplexen, moralischen Fragen, mit der sich die Generationen seines Vaters und seines Großvaters auseinander setzen mussten.
In der Zwischenzeit gibt ein gewisser Jonas Shtrom in einem nüchternen Büroraum in Ludwigsburg die Geschichte seines in Litauen ermordeten jüdischen Vaters zu Protokoll. Aus Kindheitserinnerungen, Fotos und Berichten setzt er die Fakten eines nationalsozialistischen Verbrechens zusammen, in dem er sich nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter fühlt: Hätte er damals nicht versuchen müssen, seinen Vater vor den Nazischergen zu befreien, statt seine eigene Haut zu retten, auch wenn das seinen sicheren Tod bedeutet hätte? Langsam verdichtet sich die Ahnung zur Gewissheit, dass der Mann im Keller in New York, jener Mann ist, den Jonas Shtrom auch deshalb so unerbittlich verfolgt, weil er damit seine eigenen Gewissensfragen zu klären hofft.
Das Treffen mit einem Spielehersteller endet enttäuschend für Ratz, denn in der Welt der
hemmungslosen Ego-Shooter gilt es als moralisch verwerflich, den eigenen Vater zur Zielscheibe zu
machen. Als das Vaterspiel jedoch in die Hände eines Online-Spielevertreibers gerät, wird es im Netz schnell zu einem Hit. Mit dem enormen Erfolg und der zunehmenden Verbreitung des Spiels, rühren sich in Ratz die moralischen Bedenken. Als zuhause sein politisch unter Druck geratener Vater tot aufgefunden wird, muss er sich fragen wie viel Schuld er selbst an diesem Selbstmord trägt. Angeregt durch seine New Yorker Erlebnisse, spricht er bei der Beerdigung des Vaters zum ersten Mal mit seinem Großvater über dessen Internierung im KZ Dachau: Wie hat sich das angefühlt, als Du befreit wurdest, fragt er. Der Großvater erzählt, er habe sich auf eine Bank gesetzt und nicht aufgehört zu lachen. Weil man manchmal lachen muss, wenn man sich fürchtet.
Quellen
Das Vaterspiel – Filmkritik auf KultHit.de
Das Vaterspiel auf moviepilot.de
DAS VATERSPIEL – Pressespiegel auf film-zeit.de
Trailer zu Das Vaterspiel auf moviepilot.de
Cast & Crew
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Michael Glawogger
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Jeremy Strong
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Ulrich Tukur
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Christian Tramitz
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Franziska Weisz
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Sabine Timoteo
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Marisa Growaldt
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schnepfe
Regie
Schauspieler
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Michou Friesz
-
Antonia Jung
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schülerin
-
Simon Jung
-
Helmut Köpping
-
Samuel Finzi
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Michael Glawogger
- Genre
- Politdrama
- Ort
- New York City, Wien
- Handlung
- Alkoholiker, Alkoholismus, Autounfall, Bruder-Schwester Beziehung, Computerspiel, Großvater, Großvater-Enkeltochter-Beziehung, Jugendliebe, Nationalsozialismus, Nazi, Nazi-Vergangenheit, Perücke, Schnee, Vater-Sohn-Beziehung, Verlieben, Versteck
- Stimmung
- Aufregend, Eigenwillig
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Das Vaterspiel
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- Das Vaterspiel: critic.de














Kritiken (5) — Film: Das Vaterspiel
Ciprian David: NEGATIV
Kommentar löschennhaltlich lässt sich der Film auf einen Vergleich von Generationen ein. Die Schilderung der engen familiären Gebundenheit in der Generation des Suchenden setzt sich der in ihrer Allgemeinheit tabubrechenden und auseinanderlaufenden Familie von Ratz entgegen. Zwischen den zwei Generationen steht Ratz Vater, der scheinbare Self Made Man, keinen Bezug zur Vergangenheit oder Zukunft findend, der Hauptcharakter des Computerspiels und welcher schließlich auch aus dem Film eliminiert wird. Andererseits wird der klassische, an eine Idee glaubende Naziverbrecher dem neuen Verbrechertypus entgegengesetzt, nämlich Ratz, der mit keiner Idee lange fraternisieren möchte und sich einer neuen Welt bedient um seine Morde zu begehen....
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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenRegisseur Michael Glawogger verzichtet zudem auf jede unnötige Dramatisierung der Ereignisse. [...] Ein genuin österreichischer Humor, zu dem es gehört, selbst in eigentlich schrecklichen Augenblicken eine gewisse ironische Distanz zu bewahren, übernimmt die Funktion des notwendigen Druckventils. Vor allem hütet sich Glawogger davor, schwierige Fragen nach Schuld, Sühne und persönlicher Verantwortung, einfache Antworten gegenüber stellen zu wollen. Umso mehr erstaunt es, mit welch leichter Hand das alles am Ende doch inszeniert ist. Irritierende Klangwelten treffen hier auf Bilder grobpixeliger Computerspielmassaker. Die multiplen (Groß-)Vater-Sohn/Tochter-Konstellationen goss Glawogger in eine außergewöhnliche Form, die ihn nach „Slumming“ und der Drogen-Groteske „Contact High“ einmal mehr als kreativen Querdenker outet.
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenÜberhaupt ist es gerade dieser Eindruck des zeitweiligen Kontrollverlusts, der den versammelten Trivialitäten das Haarsträubende nimmt. Beziehungsweise wird das Haarsträubende als genuin interessantes Verstörungsmoment so erst produktiv. Zuerst und zuletzt macht den Film aber eins zu einer wirklich aufregenden Sache: die Musik der Komponistin Olga Neuwirth und die Art, wie Glawogger sie offensiv einsetzt. [...] Sie ist nicht der einzige, aber doch der wichtigste Grund dafür, dass dieser Film, der fast ausschließlich aus Klischees zusammengebaut scheint, unberechenbar bleibt.
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Sascha Keilholz: critic.de
Kommentar löschenMichael Glawogger, mit dem eindringlichen Dokumentarfilm Workingman’s Death (2004) nachhaltig in Erscheinung getreten, entspinnt eine mehrdimensionale genreübergreifende Geschichte, die niemals an ihrer enormen Komplexität scheitert. [...] Glawogger weiß dem Ideenreichtum der Vorlage Josef Haslingers mit einer korrespondierenden inszenatorischen Vielfalt zu begegnen. Sein eleganter visueller Stil offenbart sich beispielsweise in der intensivsten Autofahrt seit Helden der Nacht (We own the Night, 2007).
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Björn Lahrmann: Das Manifest
Kommentar löschenMichael Glawoggers unfokussierte, verwucherte, unbedingt sehenswerte Verfilmung des Romans von Josef Haslinger skizziert zwei grundverschiedene Umgangsformen mit etwas, das man "Generationenballast" nennen könnte.
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Kommentare (2) — Film: Das Vaterspiel
Kommentar schreibennurleben 2009/11/18 16:19:30
Kommentar löschenDer Plot klingt schrecklich österreichisch-deutsch.
Udn der Trailer schafft es, noch nerviger zu sein.
Bäh!
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annaberlin 2009/10/10 18:16:39
Kommentar löschenOhne zu wissen, dass es sich um eine Romanverfilmung handelt, sah ich Das Vaterspiel und war anfangs ziemlich desinteressiert, verstand auch nicht den Zusammenhang der Handlungsstraenge. Der Film fesselte mich erst nach 90 min, allerdings lief er dann zu Hochformen auf. Das Gestaendnis des Nazis ist der beste Monolog, der jemals in Bezug auf die NS_Vergangenheit gesprochen wurde: Die Nazis wollten Moerder sein, sie toeteten aus Menschenverachtung und kamen fast alle ungeschoren davon.
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