Der Abbé und die Liebe

Prêtres interdits (1973), FR
Laufzeit 82 Minuten, Drama, Historienfilm

- Kritiker
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von Denys de La Patellière, mit Robert Hossein und Claude Jade

Die Handlung dreht sich um einen Priester, der sich kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in eine junge Frau verliebt und zusammen mit ihr ein Kind zeugt. Er verliert daraufhin seinen Job und, nachdem die Mutter des Kindes bei einem Fliegerangriff ums Leben gekommen ist, auch sein Kind. Er tritt daraufhin dem französischen Widerstand gegen Hitler bei und stirbt. Viele Jahre später, im Jahr 1970, steht ein junger Priester vor einem Fall, der dem von 1936 sehr stark ähnelt. Wie wird er sich entscheiden?

Handlung1936 verbringt die junge Pariserin Françoise (Claude Jade) die Sommerferien bei Verwandten auf dem Lande. Bei einem Ausflug mit ihrer Cousine (Michèle Watrin) stürzt sie mit dem Rad. Der zu Hilfe gerufene Priester Jean Rastaud (Robert Hossein) verarztet Françoise, die sich in ihn verliebt. Rastaud, der in der Soutane sein Motorrad repariert und sich nicht um die Ölflecken schert (“schwarz auf schwarz”), sympathisiert mehr mit den Kommunisten als mit der Kirche und jubelt im Radio Maurice Thorez zu. Françoise offenbart ihm im Beichtstuhl ihre Gefühle. Jean wiegelt vorerst ab, doch das Mädchen bleibt hartnäckig. Jeans Amtskollege Grégoire Ancely (Claude Piéplu) weist Françoise “einer Caprice wegen” in die Schranken, doch aus dem Priester und dem Mädchen wird ein Paar. Als Françoise schwanger wird, holen die Eltern sie nach Paris. Vom Bischof (Louis Seigner) suspendiert, besucht Jean sie weiterhin. Als die Kirche die Gräueltaten der Faschisten duldend hinnimmt, verlässt auch Ancely die Institution und folgt Jean in die Résistance. Jahre vergehen. Jean hilft inzwischen mit dem kommunistischen Bürgermeister Lacoussade (Pierre Mondy) und Ancely Verfolgten bei der Flucht über die Grenze. Françoise hat sich von der Familie losgesagt und zieht ihren kleinen Sohn François allein auf. Als sie sich mit Jean bei Freunden treffen will, wird sie bei einem Fliegerangriff getötet. Jean, bei einer Fluchthilfeaktion gefasst, wird standrechtlich erschossen. Auf der Tafel des Exekutionsplans steht “Jean Rastaud, Kommunist”.

Weiterführende Informationen
Ein anderer Film, in dem sich eine Bürgerliche in einen Priester verliebt ist der mexikanische Film Die Versuchung des Padre Amaro (2002).

Weitere Informationen im InternetQuellen

  • Der Abbé und die Liebe - Bild 1864200
  • Der Abbé und die Liebe - Bild 1864213
  • Der Abbé und die Liebe - Bild 6449283
  • Der Abbé und die Liebe - Bild 6449297

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Vivaldis Jahreszeiten begleiten den katholischen Priester Jean und das bürgerliche Mädchen Françoise, die aufbegehren gegen eine Welt von Heuchlern.

"Die Kirche geht mir - um es mal ausgesprochen bildhaft zu sagen - am Arsch vorbei", darf sich seine Exzellenz, der Bischof, anhören, wenn ein Priester der Résistance beitritt und die ölverschmierte schwarze Kutte an den Nagel hängt.

Robert Hossein als Jean und Claude Jade als Françoise sind ein tapferes Liebespaar in den Wirren des II. Weltkriegs; verwirrend sind aber auch die vielen abschweifenden und sich verzettelnden philosophischen Diskurse um den Standpunkt der Kirche.

Die Stärke des im Stil konventionellen Films liegt in der Brechung der Geschlechterrollen: Robert Hossein, der sonstige Verbrecher und Frauenschwarm hält sich zurück; Claude Jade, die "ewige kleine Verlobte des französischen Kinos" begehrt auf, denn sie provoziert den Priester "nicht einer Caprice wegen" und bringt den Abbé, der insgeheim für Maurice Thorez schwärmt, auf den richtigen Weg des Widerstandes. Der Hauptkonflikt bleibt, dass eine Mignonne am Vorabend der Machtergreifung Hitlers mit dem Fahrrad stürzt und ein Priester daraufhin ihr Knie verarztet. Und dass am Ende auf der Exekutionstafel unter dem Namen Jean Rastaud statt "Priester" die Bezeichnung "Kommunist" steht, ist nur die konsequente Weiterführung der Geschichte von "Françoises Knie".

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