Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

The Loneliness of the Long Distance Runner (1962),
Laufzeit 99 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 24.06.1966

admin edit edit group memberships sweep cache
7.0 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
24 Bewertungen
4 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Tony Richardson, mit Tom Courtenay und Michael Redgrave

Colin muss nach einem Einbruch eine Haftstrafe in dem Jugend-Erziehungsgefängnis Rugstone Tower verbüßen. Der rebellische Junge ist ein außergewöhnlich guter Läufer. Bei einer internen Sportstunde ist er schneller als der beste Mann der Anstalt. Das beeindruckt den Direktor, der Colin trotz seiner Widerspenstigkeit für einen Wettkampf gegen eine anderes Gefängnis einplant. Während des Trainings beginnt in Colin ein Reifungsprozess: Er baut Selbstvertrauen auf, doch sein Widerstand ist nicht gebrochen.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

LuGr: MovieMaze / NEGATIV u.a.

Kommentar löschen
9.0Herausragend

DIE EINSAMKEIT DES LANGSTRECKENLÄUFERS ist großes Kino mit reformistischer Botschaft, ist bedrückende Milieustudie, ist ein präzises Spiegelbild der britischen Klassengesellschaft, ist ungeschönter Realismus, in der jede Perfektion eines Studiofilms vom meisterhaften, rauen Ganzen ablenken würde.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (3) — Film: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Kommentar schreiben
Sortierung

Kreaexo

Kommentar löschen
vorgemerkt

http://www.youtube.com/watch?v=2oNYQQ-_ohc

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

hoffman587

Antwort löschen

Nur deswegen?;-)


vannorden

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Till we have build Jerusalem/In England's green and pleasant land." Wie zum Hohn liegt die Hymne "Jerusalem" von William Blake/Hubert Perry über fast dem ganzen Geschehen und hält der Borniertheit Englands einen Spiegel vor. Die Geschichte von Colin Smith, der in der Miefigkeit seiner Umgebung keinen Platz findet, nur um sich in einer Erziehungsanstalt wiederzufinden, wo er wiederum nur Freude findet, wenn er zum Training alleine durch den Wald rennt, könnte auch so vom frühen Truffaut, vom sehr frühen Godard oder von May Spils erzählt worden sein. Verspielt und Universell. Auch wenn hinter dieser Verspieltheit, die leichtverständliche Aufarbeitung einer schwerwiegenden Problematik befindet. Denn Tony Richardson erzählt auch nichts anderes wie z. B. Paul Willis in seinem Klassiker der Cultural Studies "Learning to Labour" (dt. etwas entstellt "Spaß am Widerstand"), nämlich das Ungehorsam gegenüber gesellschaftlichen Autoritäten und Werten einer verbluffend einfachen Logik folgt, nämlich: "Machst du was der Lehrer, Wärter, Polizist, Arzt, Beamte usf. von dir will, dann bist du einfach gesagt "uncool", ein Streber, ein Verräter an deinen Leidensgenossen." ... Aber ich schweife ab, denn Tony Richardson analysiert nicht, sondern zeigt ... toller Film (:

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

stalker

Antwort löschen

Nun, ich habe natürlich Bordieu gelesen und schaue natürlich auch die Welt seinen Blicken...Deine Bemerkung erschien mir nur zu pauschal, verallgemeinernd, weil irgendwo, irgendwann ist immer ein Punkt, wo Auflehnung, Rebellion, Widerstand legitim erscheint und ich vermag mir nicht anzumessen, diesen Punkt zu verallgemeinern, zu sagen, bis hierhin ist es eine Frage des Image und ab da ist das Verhalten legitim.
Und das Arbeitsethos...das mieft genauso wie das Bürgerethos, die Arbeiter, wenn die erst mal losgelassen...und die Kapitalisten, wenn die erst mal richtig dürften...oh Welt und ich glaube, ich muss heute noch ein paar rote Ampeln überqueren, einfach nur um mich zu vergewissern, nicht so angepasst wie alle anderen zu sein (-:


vannorden

Antwort löschen

Ja, dass war alles sehr kurz gefasst oben, da ich nicht zu ausführlich werden wollte. Ich wollte einfach nur sagen, der Film zeigt schön wie alle (selbst seine peer-group) von obenherab auf ihn zu gehen und Erwartungen stellen und er einfach nicht sagt: "ja, mache ich, sofort" , (weil er ja auch keine Stellung zu verlieren hat), sondern sagt: "Fickt euch, ich mache was ich will und nicht das machen, was ihr von mir wollt" und er macht es sehr schön nachvollziehbar, dass man eben nicht sagt: "Was ein dummer Trottel." oder "Was ein ungehobeltes bis psychopatisches Rowdiearsch.", was ich einfach sehr erfrischend fand. Mir ging es auch gar nicht um Legitimität, ich fand nur spannend, dass die Gründe warum er "assozial" handelt, nicht in seinem "Wesen" gesucht werden. Dass es eben nicht um DIE Arbeiter und DIE Kapitalisten geht und genau darum geht es bei Willis nicht, da geht es um Tendenzen, Möglichkeiten, Logiken und Verständnis für Gefühlswelten ... und so Kram
Dir aber viel Spaß mit deinen Ampeln und den bösen Müttern (:


Wumz

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" ist eine Drama, basierend auf einem Roman von Allen Stillitoe.
Man begleitet den jungen Colin Smith mit in die Besserungsanstalt, in die er kommt weil er eine Bäckerei ausgeraubt hat. In dieser Besserungsanstalt wird bald sein Talent für den Langstreckenlauf entdeckt. Da die Besserungsanstalt einen sportlichen Wettkampf gegen eine Eliteschule plant, erfährt Smith bald eine Sonderbehandlung durch den Direktor, der alles auf ihn setzt um den prestigeträchtigen Pokal zu gewinnen. Smith wird in Aussicht gestellt bei erfolgreichem abschneiden eine Karriere als Sportler zu beginnen fern ab der Besserungsanstalt.
Das Leben in der Besserungsanstalt wird immer wieder durch gekonnt eingesetzte Rückblenden unterbrochen, in denen Smiths Weg in die Besserungsanstalt beschrieben wird. Man lernt im verlaufe des Films Smith immer besser kennen und auch die britische Gesellschaft und vor allem das Milieu in dem Smith lebt. Hierbei wird die Kritik an der britischen Klassengesellschaft deutlich in der soziale Missstände scheinbar allgegenwärtig sind, zumindest wenn man wie Smith aus der Arbeiterklasse kommt.
Smith versucht aus diesem Teufelskreis auszubrechen, doch nicht so wie es der Direktor gerne hätte.

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Filmsuechtiger

Antwort löschen

Was du jetzt aber nicht beschrieben hast: Wie sieht der Teufelskreis aus? Denn gerade das Finale zeigt doch, dass Smith sich zu einem selbstbewussten, mündigen Bürger entwickelt hat und durch seinen neu gewonnenen Charakter auf eine ordentliche Zukunft hoffen kann.


Wumz

Antwort löschen

Damit gemeint ist die Unterwerfung gegenüber der Autorität um persönliche Ziele zu erreichen. Das Smith aus diesem System ausbricht und scheinbar gegen jede Logik handelt um mit sich selbst im Reinen zu sein, macht ihn und letztendlich den Film zu etwas besonderen.


Kommentar schreiben