Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
The Loneliness of the Long Distance Runner (1962), Laufzeit 99 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 24.06.1966
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4 Kommentare
Keine
von Tony Richardson, mit Tom Courtenay und Michael Redgrave
Colin muss nach einem Einbruch eine Haftstrafe in dem Jugend-Erziehungsgefängnis Rugstone Tower verbüßen. Der rebellische Junge ist ein außergewöhnlich guter Läufer. Bei einer internen Sportstunde ist er schneller als der beste Mann der Anstalt. Das beeindruckt den Direktor, der Colin trotz seiner Widerspenstigkeit für einen Wettkampf gegen eine anderes Gefängnis einplant. Während des Trainings beginnt in Colin ein Reifungsprozess: Er baut Selbstvertrauen auf, doch sein Widerstand ist nicht gebrochen.
Cast & Crew
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Tony Richardson
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Tom Courtenay
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Colin Smith
-
Michael Redgrave
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Ruxton Towers Reformatory governor
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Avis Bunnage
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mrs. Smith
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James Bolam
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Joe Robinson
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Julia Foster
Regie
Schauspieler
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Dervis Ward
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Detective
-
Topsy Jane
-
Alan Sillitoe
- Genre
- Drama
- Zeit
- 1960er Jahre
- Ort
- England
- Handlung
- Adoleszenz, Arbeiter, Arbeiterviertel, Emanzipation, Erwachsenwerden, Feindschaft, Freiheitsdrang, Freiheitsentzug, Haftstrafe, Joggen, Jugendkriminalität, Jugendstrafanstalt, Junge Leute, Kampf, Klassenkampf, Klassenunterschiede, Klassiker, Körperliche Arbeit, Langstreckenlauf, Marathon, Prekariat, Protest, Rebell, Rebellion, Rehabilitation, Selbstbewusstsein, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Selbstzerstörung, Selbstzweifel, Sträfling, Wettbewerb, Widerstand
- Stimmung
- Berührend, Ernst
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Trailer zum Film Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
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Kritiken (1) — Film: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
LuGr: MovieMaze / NEGATIV u.a.
Kommentar löschenDIE EINSAMKEIT DES LANGSTRECKENLÄUFERS ist großes Kino mit reformistischer Botschaft, ist bedrückende Milieustudie, ist ein präzises Spiegelbild der britischen Klassengesellschaft, ist ungeschönter Realismus, in der jede Perfektion eines Studiofilms vom meisterhaften, rauen Ganzen ablenken würde.
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Kommentare (3) — Film: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Kommentar schreibenKreaexo 2011/12/28 11:36:26
Kommentar löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=2oNYQQ-_ohc
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hoffman587 2011/12/28 13:54:07
Antwort löschenNur deswegen?;-)
vannorden 2011/12/28 02:30:11
Kommentar löschen"Till we have build Jerusalem/In England's green and pleasant land." Wie zum Hohn liegt die Hymne "Jerusalem" von William Blake/Hubert Perry über fast dem ganzen Geschehen und hält der Borniertheit Englands einen Spiegel vor. Die Geschichte von Colin Smith, der in der Miefigkeit seiner Umgebung keinen Platz findet, nur um sich in einer Erziehungsanstalt wiederzufinden, wo er wiederum nur Freude findet, wenn er zum Training alleine durch den Wald rennt, könnte auch so vom frühen Truffaut, vom sehr frühen Godard oder von May Spils erzählt worden sein. Verspielt und Universell. Auch wenn hinter dieser Verspieltheit, die leichtverständliche Aufarbeitung einer schwerwiegenden Problematik befindet. Denn Tony Richardson erzählt auch nichts anderes wie z. B. Paul Willis in seinem Klassiker der Cultural Studies "Learning to Labour" (dt. etwas entstellt "Spaß am Widerstand"), nämlich das Ungehorsam gegenüber gesellschaftlichen Autoritäten und Werten einer verbluffend einfachen Logik folgt, nämlich: "Machst du was der Lehrer, Wärter, Polizist, Arzt, Beamte usf. von dir will, dann bist du einfach gesagt "uncool", ein Streber, ein Verräter an deinen Leidensgenossen." ... Aber ich schweife ab, denn Tony Richardson analysiert nicht, sondern zeigt ... toller Film (:
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stalker 2012/04/02 01:34:28
Antwort löschenAutsch die Logik des Willis und nehmen wir mal den hl Gral des deutschen Widerstandes, Stauffenberg, der trug die Bombe nur, um cooler zu wirken?
Also ich weiß nicht. Ich gehe bei rot über die Straße, nicht weil es cooler aussieht, sondern weil ich dadurch Zeit spare.
Autoritäten, es erscheint mir nicht logisch, mich denen allzeit zu fügen.
vannorden 2012/04/02 11:33:17
Antwort löschenVielleicht ist es nicht gut rüber gekommen, in dieser arg verkürzten Form. Aber es gibt einen Grund warum uncool in Anführungszeichen steht. Und was Stauffenberg gemacht hat, war kein ziviler Ungehorsam, vor allem war er kein Junge in einer Erziehungsanstalt, sondern ein General. Wie der Titel von Willis' Buch andeutet und ich vergass zu erwähnen, ist der Umstand, dass es um Arbeiter und sozial niedere bzw. ausgegrenzte Schichten wie Langzeitarbeitslose geht. Menschen, die in einer Gesellschaft aufwachsen und leben, in der auf sie herab geschaut wird. Die nicht etwa Bildung ablehnen, weil sie dumm sind, sondern weil sie Bildung nur durch Autoritäten wie Lehrer erfahren und damit als Erniedrigung. Wer also in der Schule macht, was der Lehrer sagt und will, der ist insofern "uncool" als das er als Streber wahrgenommen wird, als jemand der sich an einen Unterdrücker anbiedert. Und wie Bourdieu in den kleinen Unterschieden anmerkt, müssten sie tendenziell um Bildung (in einem staatlichen Bildungssystem) als positiv zu erfahren, einen gewissen Selbsthass auf ihre Identität, ihr Umfeld usf entwickeln. Deshalb nehmen sie einen Arbeiterethos an, der ihnen ihre Welt als die Überlegenere erklärt. Wo die bürgerliche Gesellschaft als verkrampft und spiessig entwertet wird. Wo harte Arbeit oder es nicht so genau nehmen mit dem Gesetz der King ist. Was daraus jedenfalls folgt ist tiefgreifender als mal bei rot über die Ampel gehen. Sondern dass die Gesellschaft durch einen Bildungssystem nicht den Aufstieg und das Weiterkommen der "Schlauen" generiert, sondern das der Angepassten. ... Aber hier ist vll etwas wenig Platz um ein ganzes Buch zu erklären. :)
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stalker 2012/04/02 17:41:17
Antwort löschenNun, ich habe natürlich Bordieu gelesen und schaue natürlich auch die Welt seinen Blicken...Deine Bemerkung erschien mir nur zu pauschal, verallgemeinernd, weil irgendwo, irgendwann ist immer ein Punkt, wo Auflehnung, Rebellion, Widerstand legitim erscheint und ich vermag mir nicht anzumessen, diesen Punkt zu verallgemeinern, zu sagen, bis hierhin ist es eine Frage des Image und ab da ist das Verhalten legitim.
Und das Arbeitsethos...das mieft genauso wie das Bürgerethos, die Arbeiter, wenn die erst mal losgelassen...und die Kapitalisten, wenn die erst mal richtig dürften...oh Welt und ich glaube, ich muss heute noch ein paar rote Ampeln überqueren, einfach nur um mich zu vergewissern, nicht so angepasst wie alle anderen zu sein (-:
vannorden 2012/04/02 18:23:45
Antwort löschenJa, dass war alles sehr kurz gefasst oben, da ich nicht zu ausführlich werden wollte. Ich wollte einfach nur sagen, der Film zeigt schön wie alle (selbst seine peer-group) von obenherab auf ihn zu gehen und Erwartungen stellen und er einfach nicht sagt: "ja, mache ich, sofort" , (weil er ja auch keine Stellung zu verlieren hat), sondern sagt: "Fickt euch, ich mache was ich will und nicht das machen, was ihr von mir wollt" und er macht es sehr schön nachvollziehbar, dass man eben nicht sagt: "Was ein dummer Trottel." oder "Was ein ungehobeltes bis psychopatisches Rowdiearsch.", was ich einfach sehr erfrischend fand. Mir ging es auch gar nicht um Legitimität, ich fand nur spannend, dass die Gründe warum er "assozial" handelt, nicht in seinem "Wesen" gesucht werden. Dass es eben nicht um DIE Arbeiter und DIE Kapitalisten geht und genau darum geht es bei Willis nicht, da geht es um Tendenzen, Möglichkeiten, Logiken und Verständnis für Gefühlswelten ... und so Kram
Dir aber viel Spaß mit deinen Ampeln und den bösen Müttern (:
Wumz 2011/11/08 22:55:14
Kommentar löschen"Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" ist eine Drama, basierend auf einem Roman von Allen Stillitoe.
Man begleitet den jungen Colin Smith mit in die Besserungsanstalt, in die er kommt weil er eine Bäckerei ausgeraubt hat. In dieser Besserungsanstalt wird bald sein Talent für den Langstreckenlauf entdeckt. Da die Besserungsanstalt einen sportlichen Wettkampf gegen eine Eliteschule plant, erfährt Smith bald eine Sonderbehandlung durch den Direktor, der alles auf ihn setzt um den prestigeträchtigen Pokal zu gewinnen. Smith wird in Aussicht gestellt bei erfolgreichem abschneiden eine Karriere als Sportler zu beginnen fern ab der Besserungsanstalt.
Das Leben in der Besserungsanstalt wird immer wieder durch gekonnt eingesetzte Rückblenden unterbrochen, in denen Smiths Weg in die Besserungsanstalt beschrieben wird. Man lernt im verlaufe des Films Smith immer besser kennen und auch die britische Gesellschaft und vor allem das Milieu in dem Smith lebt. Hierbei wird die Kritik an der britischen Klassengesellschaft deutlich in der soziale Missstände scheinbar allgegenwärtig sind, zumindest wenn man wie Smith aus der Arbeiterklasse kommt.
Smith versucht aus diesem Teufelskreis auszubrechen, doch nicht so wie es der Direktor gerne hätte.
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Wumz 2011/11/08 23:24:39
Antwort löschenNee, hab da voll Bock drauf =)
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Filmsuechtiger 2011/11/09 06:06:28
Antwort löschenWas du jetzt aber nicht beschrieben hast: Wie sieht der Teufelskreis aus? Denn gerade das Finale zeigt doch, dass Smith sich zu einem selbstbewussten, mündigen Bürger entwickelt hat und durch seinen neu gewonnenen Charakter auf eine ordentliche Zukunft hoffen kann.
Wumz 2011/11/09 11:42:16
Antwort löschenDamit gemeint ist die Unterwerfung gegenüber der Autorität um persönliche Ziele zu erreichen. Das Smith aus diesem System ausbricht und scheinbar gegen jede Logik handelt um mit sich selbst im Reinen zu sein, macht ihn und letztendlich den Film zu etwas besonderen.