Die rote Wüste

Il Deserto rosso (1964), FR/IT Laufzeit 113 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 04.12.1964

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7.5
Kritiker
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7.3
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163 Bewertungen
6 Kommentare
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von Michelangelo Antonioni, mit Monica Vitti und Richard Harris

Nach einem Autounfall leidet die italienische Ingenieursfrau Guiliana an extremen neurotischen Ängsten: Ihre Familie wird ihr fremd, sie fühlt sich von der industriellen Umwelt in ihrer Heimatstadt Ravenna bedroht und hat sogar apokalyptische Visionen. Nach einer kurzen Liason mit Zeller, einem Kollegen ihres Mannes, kehrt sie ins alltägliche Leben zurück, dessen Haltlosigkeit sie zu akzeptieren gelernt hat.

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Kritiken (1) — Film: Die rote Wüste

Chuchaqui: Critic.de

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8.0Ausgezeichnet

Kein endgültiger Klassiker Antonionis wie L'avventura oder Blow-Up, aber ein faszinierender und wunderbarer Film, vor allem durch die Rolle der Giuliana und ihrer Darstellung von Monica Vitti. Erst langsam glauben wir zu verstehen, was in ihr vorgeht. Ihr tut das Leben weh. Dieses Gefühl drückt Antonioni auf erstaunliche Weise mit diesem Film aus.

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Kommentare (5) — Film: Die rote Wüste


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Kalkwerker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film den ich interessanter fand, als die Kritiken vermuten ließen. Kein Farbfilm im eigentlichen Sinne, da in vielen Szenen ein S/W Film mit ausgewählten, eingefügten Farbkontrasten zu sein scheint. Die Farbe Rot als Zeichen für die Sinnlichkeit/Emotion scheint als Gegenstück zur Trostlosigkeit der Industriewüsten angelegt zu sein, in deren verschmutzten, öligen Abwässern und Brachen nur Reste von Grün zu sehen sind. Auch der Ehemann als technikaffiner, rationaler Typ hat keinen emotionalen Zugang, anders als sein ungebundener Freund.
Antonioni zeigt die Loslösung des Menschen von der Natur und ihre Zerstörung und auch die Unfähigkeit diese rationale Sachlichkeit zu ertragen, was dann zu "Unfällen" führen kann.
Ein starkes Plädoyer gegen die Reduzierung zum rein funktionalen, Sinn und Sinnlichkeit vermissenden Existieren. Back to the roots :)

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VisitorQ

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Bewertung6.5Ganz gut

Obwohl mich der Film nicht vollends überzeugt hat, denke ich doch sehr oft an ihn. Viele Szenen stecken voller Potential und bauen für einen kurzen Moment unglaubliche Spannung auf. Darauf macht er dann aber letztendlich nicht viel oder ich habe es einfach nicht verstanden was der Film will und was er nicht möchte. Faszinierend habe ich ihn aber immer gefunden... Mit seinem il grido geht es mir übrigens ähnlich.

Und Monica Vitti war schon eine tolle Frau, muss ich zugeben.

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dae-su

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Bewertung7.5Sehenswert

Anstrengend und lang, bedrückend und verwirrend, intensiv und verworren, schwierig und stellenweise genial. So hab ich den empfunden. Die das westeuropäische Autorenkino auszeichnende "Dramaturgie der Langeweile" wurde mir hier filmisch vermittelt, obwohl ich das gar nicht negativ verstanden wissen will. Definitiv eine spannende Seherfahrung, die ich aber trotzdem als anstrengend bezeichnen muss. Klingt zwigespalten? Bin ich auch. Ich muss da nochmal wacher dran.

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Le Samourai

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Solltest du definitiv. Meisterwerk!


Sepf

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Bei ner Zweitsichtung brauch ich vorher wohl auch noch den ein oder andren Espresso.. :/


Stefan Ishii

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Bewertung9.0Herausragend

"Die rote Wüste" war der erste Farbfilm von Michelangelo Antonioni und Farbe spielt in diesem Werk eine ganz besondere Rolle. Die Bilder sind teilweise extrem stark farbgesättigt; insbesondere was das Rot anbelangt. Außerdem instrumentalisierte der Regisseur die Farbgebung auch inhaltlich, um gewisse Gefühlszustände metaphorisch oder kommentierend zu unterstreichen. Mir persönlich gefällt das wirklich sehr. Dass es Antonionis erster Farbfilm war ist umso erstaunlicher angesichts der innovativen und genialen Anwendung. Aber auch die starke neuartige Nutzung von Zoomobjektiven ist für den Film charakteristisch.

In "Die rote Wüste" finden sich viele typische Merkmale für Antonionis Filme dieser Zeit. So spielen zum Beispiel viele Szenen auf kargen Fabrikgeländen in nebeligen Landschaften. Da im Film keine tatsächliche Wüste zu sehen ist, ist der Titel wohl ebenfalls eine Metapher für die Kargheit und Trostlosigkeit der menschlichen Gefühlswelten. Und das Rot findet sich in vielen Szenen, die mit Erotik oder der Sehnsucht danach verbunden sind. Da wäre zum Beispiel das Innere eines Schuppens, in dem sich eine der unvergesslichen Sequenzen des Filmes abspielt, oder die Farbe eines Bettes.

In dem Film gibt es viele denkwürdige Szenen, die sich mir ins Gedächtnis geprägt haben. Dies ist wohl auch auf die starke Farbgestalltung in Verknüpfung mit dem Inhalt zurückzuführen. Ein Exempel dafür wäre zum Beispiel die Abschlusssequenz, in der der Sohn die Hauptfigur fragt, warum der aufsteigende Rauch gelb ist, und die Mutter antwortet, er sei giftig, doch die Vögel haben gelernt, ihm auszuweichen.

Monica Vitti überzeugt absolut in der Darstellung einer seelisch belasteten Frau. Ihre starke Präsenz ist für den Film ebenfalls ungemein wichtig.

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xtheunknown

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Bewertung7.5Sehenswert

die bilder von industrieanlagen, alten häusern und leeren wohnungen drücken das lebensgefühl von guiliana aus. monica vitti ist phantastisch, aber es ist definitiv kein film den man sich nach feierabend mal eben anschauen kann. das könnten 2 sehr anstrengende stunden werden. trotzdem ein schöner film.

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xtheunknown

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das war mein erster kontakt mit ihr, aber bestimmt nicht der letzte. wollte den film doch nur wegen der atmosphäre sehen und dann bekomme ich so eine frau präsentiert.


patcharisma

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Hatte tatsächlich mal eine Schallplatte auf dem hellgrünen RCA-Label: "Score-Themes of Movies starring Monica Vitti". Sachen gabs!



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