Die Verachtung

Le Mépris (1963), IT/FR
Laufzeit 103 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 29.08.2002

7.8 Kritiker
23 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6 Community
496 Bewertungen
19 Kommentare
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von Jean-Luc Godard, mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli

Paul Javal wird engagiert, um das Drehbuch eines ins Stocken geratenen Filmprojekts zu überarbeiten. Nach einem Treffen lädt der Produzent den Autor und seine attraktive Ehefrau Camille in seine Villa ein. Weil Javal nichts gegen die Annährungsversuche des Produzenten unternimmt, glaubt Camille, Javal würde für seine Karriere sogar seine Ehefrau “verkaufen”.

Le Mépris thematisiert die Schwierigkeit sich über Sprache und Bilder auszudrücken. Was ist Lüge? Was ist Wahrheit? Was ist Fiktion? Was ist Wirklichkeit? Durch den Einsatz der vielschichtigen Musik, die visuelle Heteroginität, die ironisch-tragische Erzählweise, die Mehrsprachigkeit und den Verlauf der Handlung wird die kommunikative Unfähigkeit der Figuren verdeutlicht.

Erstmals steht Jean-Luc Godard ein Millionen-Budget zur Verfügung. Das Ergebnis ist eine opulente Askeze. Godards Meisterwerk ist nicht nur ein Film über das Filmen, sondern auch eine Literaturverfilmung über die Verfilmung von Literatur. Als literarische Vorlage zu Le Mépris diente Alberto Moravias italienischer Roman Il disprezzo.

Godard inszeniert den Film wie eine klassische Tragödie in drei Akten.

Handlung

Der Vorspann

In dem außergewöhnlichen Vorspann sieht man den tatsächlichen Kameramann Raoul Coutard als einen Kameramann im Bild. Er filmt gerade die im späteren Verlauf des Filmes als Übersetzerin auftrende Giorgia Moll bei ihrem Gang über das römische Studiogelände Cinecittà. Geschoben von zwei Assistenten fährt Coutards Kamerawagen auf uns Zuschauer zu, bis sein Kameraobjektiv in Großaufnahme zu sehen ist. Zu der Musik von Georges Delerue spricht eine männliche Off-Stimme die Credits ein.

Die Ausgangslage

Der amerikanische Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) finanziert einen Film über Homers Odyssee unter der Leitung des deutschen Regisseur Fritz Lang (Fritz Lang). Da Prokosch mit der Inszenierung der Odyssee als Kunstfilm nicht zufrieden…

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Kritiken (1) — Film: Die Verachtung

Flibbo: wieistderfilm.de

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6.0Ganz gut

[...] Die verschiedenen Komponenten finden zusammen in einem ereignisarmen aber bedeutungsschwangeren Film, dominiert von einer ausgeklügelten Kameraarbeit und einem kurzen, immer wiederkehrenden musikalischen Thema, das die Melancholie im Repeat-Modus bedient. Auf der einen Seite ist „Die Verachtung“ ein wirklich geschickter Experimentalfilm, auf der anderen Seite ein selbstverliebtes Stück intellektueller Kunst von einem Künstler für Künstler, und solche, die es gerne wären.
Dass die Bardot nur deshalb so oft nackt zu sehen ist, weil Godard die nervigen Bitten der vor Misserfolg an den Kinokassen geängstigten Produzenten ironisch überspitzt erfüllte, ist eine Info, die einem zugespielt werden muss. Mit diesem Zusatzwissen kann der Film noch einen Extrapunkt gewinnen, bleibt aber dennoch eine harte Nuss. Intelligent und hübsch anzusehen, aber, je nach Blickwinkel, genauso faszinierend wie einschläfernd.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

alanger

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godard: "genauso faszinierend wie einschläfernd".



Kommentare (18) — Film: Die Verachtung

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a_krueger

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Bewertung5.0Geht so

Ich bin recht Filmerfahren, habe eine humanistische Bildung genossen und bin auch sonst nicht so ganz blöd. Und es gibt einige FIlme von Godard, die ich sehr gerne mag. Aber das hier habe ich komplett NICHT verstanden.

Immerhin ist BB fast den kompletten Film über nackt. Dafür gibt es schon mal 5 Punkte.

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dae-su

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Godards Spiel mit dem Medium Film. Mit der Person Brigitte Bardot. Mit dem Namen Fritz Lang. Und mit dem Verhältnis Mann-Frau.

Wie ein logischer Rahmen scheint der Bruch mit dem Dispositiv den Film beginnen und enden zu lassen. Ebenso logisch scheint es, die Geschichte des Films im Film, die Odyssee, als die Irrfahrt von Michel Piccoli (als Odysseus?) durch die Handlung des Films zu lesen. Aber macht man es sich damit nicht zu leicht? Godard bleibt einem eine Antwort schuldig und variiert munter weiter Sätze, Themen, Bilder: Lässt sie sich doppeln, spiegeln, auf- und wieder abtauchen. Wie man "Le mépris" nun sehen möchte, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Die große Kunst Godards ist es, sich zurückzunehmen (sieht man mal von seinem Lang-Huldigigungs-Cameo als Regieassistent ab) und stattdessen anzubieten. Andeutungen und Nicht-Auserzähltes bietet er an, um doch eine im Grunde so einfache Geschichte zu erzählen, von dem Mann und der Frau, die sich irgendwo auf dem Weg verlieren. Grundlos? Auch das bleibt offen. Obwohl die Geschichte geradlinig und mit nur wenigen (dafür großen) Zeitsprüngen fast in Echtzeit erzählt wird, wird dem Zuschauer keine Lösung angeboten für die Wendungen und Entscheidungen, die die Figuren treffen. Da wird es mitunter auch mal anstrengend, dem streitenden, sich im Kreise drehenden Paar bei seinen Anschuldigungen, Vermutungen und Vorwürfen zuzusehen. Aber so ist es schließlich auch im "echten" Leben, außerhalb des Kinos, in Echtzeit eben. Womit wir wieder beim Bruch mit dem Dispositiv wären. Was willkürlich wirkt, in Montage, Handlungsverlauf und Inszenierung, ist ein durchdachtes, stark strukturiertes und stellenweise geniales Machwerk eines Großmeisters des Kinos zu seiner Hochzeit.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schönheit. Blendende Schönheit. Die Gottheit der Kunst, personifiziert durch Bardot, durch ihren Körper, ihre Alabasterhaut, voller Glanz so pur und ungezähmt nur verbunden mit ihm, der einen Liebe, des Künstlers. Er aber, zwar nicht mit böser Absicht aber eben unbedacht der Reinheit dieser Bindung und ohne Kontrolle, sie zur Hurerei gezwungen, zum Gut gemacht, aus ihrer Sicht immerhin. Verkauft. Verkauft an den Kapitalist. Eine Tat, blind sie doch war, nicht wieder gut zu machen. Die Bindung sie bricht, sie bricht, er versteht nicht, sie bricht weiter. Eine Liebe gestoppt von den eigenen Emotionen welche tief unter der Oberfläche nicht wissen wie es sich zu verhalten gilt wenn alles was gesagt und gefühlt wird an einander vorbei geht. Hass? Der Hass auf die Unachtsamkeit. Angst? Die Angst vor der Verlassenheit. Eine Tragik, so griechisch wie das blau im Meer, endet eben nicht mit Verachtung sondern in Stille. Silencio...

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Benni-THE-KING

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mischung aus L'Avventura und Achteinhalb. Noch dazu in Italien. Und halt einfach mal deutlich unterhaltsamer.
Und ja die Szene mit der "nackten" Bardot am Anfang und die kompletten 30 Minuten in der Wohnung sind grandios.
Überhaupt ist alles irgendwie schön. so rein ästhetisch

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lynch86

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein film mit krasser Realität !
Ein absoluter Jean Luc Godard und das mit den 2 besten in der Hauptrolle ( Brigitte Bardot und Michele picoli ) einfach ein spitzen Film !!!! Sehr zu empfehlen !!!

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alanger

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Bewertung6.5Ganz gut

arte-themenabend: avantgarde-architektur der 30er jahre. nett.
die nackte BB, mehr als nett.
hübsche anspielungen plus fritz lang plus jack palance plus alfa romeo, alles nett.

die geschichte: dumm.
was solls, für einen godard fast ein fritz lang. fast.

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alanger

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frauenfeindlich könnte man aus heutiger sicht schon sagen. sagt man beim altmeister aber natürlich nicht ;)


BigDi

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Bewertung4.5Uninteressant

Die Cinemascopebilder sind von einer seltenen Eleganz und Schönheit, doch sie machen die Langeweile von "Le Mépris" nur gering erträglicher. Die Ambition von Jean-Luc Godard, die gezeigte Beziehungskrise mit der Geschichte von Odysseus zu verknüpfen, ist beachtenswert, doch während die Dialoge zwischen dem Drehbuchautor, dem amerikanischen Produzenten und Fritz Lang durchaus interessant sind, gestalten sich die elend langen Beziehungsdiskussionen äußerst nervtötend: Auf jedes "I love gods. I know exactly how they feel." kommen Unmengen von "Du liebst mich nicht mehr - Doch, ich liebe dich - Ich glaube dir nicht - Stimmt, ich liebe dich nicht - Aber wieso nicht? - Ach, natürlich liebe ich dich noch"-Dialogen in Dauerschleife, jedes erinnerungswürdige Zitat geht unter in sich-im-Kreis-drehendem Problemgeschwätz. Godard will die Dekadenz Hollywoods kritisieren, doch dies tut er mit derart elitären und selbstverliebten Mitteln, dass diese Kritik an jeglicher Sympathie einbüßt. Die aufgeblähte Form ist ein optischer Genuss und die Filmmusik ist selbst bei der hundertsten Wiederholung keineswegs nervig, doch der Kern der Geschichte, mag er noch so essentiell für den Kontext des Mediums sein, wird bis ins Unerträgliche ausgedehnt und zwar mit Intellektualismus, aber ohne Kraft präsentiert. Sicher, "Le Mépris" ist ein filmtechnisch beeindruckender und inhaltlich bedeutsamer Film, aber auch ein ausgesprochen langweiliger und manchmal unangenehm arroganter.

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dAJaro

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Anfangs hieß es doch, dass das Interesse fehle, die Dialoge nervig sei usw. Vllt ist es gewollt? Schließlich ist der Filmtitel Mepris (Verachtung).


BigDi

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@Kubrick_obscura: Das kann sehr gut sein, gerade bei solchen Themen ist persönlicher Zugang immes wichtig, wenn man diesen nicht hat, wieso auch immer, dann kann man mit dem ganzen Film nicht wirklich viel anfangen. Vielleicht schaue ich mir ihn in zehn Jahren noch einmal an und schaue dann, ob er mir mehr zusagt. ;)
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@dAJaro: Diese Überlegung hatte ich übrigens auch und hatte zwischendurch selbst ein Problem damit, mir zu erklären, wieso ich "Die Verachtung" deswegen nicht leiden kann, während mir Filme wie "Twentynine Palms" oder "Enter The Void", welche ebenso einen negativen Effekt auf den Zuschauer miteinberechnen, perfekt zusagen.
Doch im Endeffekt muss ich sagen, dass mich der Konflikt in "Le Mépris" einfach kein bisschen interessiert hat. Zum einen, weil er mMn nicht intensiv genug präsentiert wurde und zum anderen, weil ich eben keinen persönlichen Bezug dazu fand. Zudem habe ich zwar an sich nicht immer etwas gegen Style-Over-Content, aber wenn es in einem Film auftritt, der sich u.a. zur Aufgabe macht, die amerikanische Filmindustrie als primitiv und anspruchslos erscheinen zu lassen, dann hat es für mich einen Hauch von elitärer Arroganz, die ich nicht gutheißen kann.


servo80

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Bewertung5.5Geht so

Was soll man davon halten? Ein unterbelichteter Schriftsteller streitet sich einen ganzen Film lang mit seiner Superzicke von Ehefrau. Dazwischen noch ein amerikanischer Filmproduzenten-Kotzbrocken und Regielegende Fritz Lang. Irgendwas interessantes hat der Film, was ich aber nicht genau definieren kann. Mir war es trotz allem einfach zu langweilig, Godard hin oder her.

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Das ist Arthouse at its best. Es geht um das Ende einer Ehe: der intellektuelle Schreiberling Paul (Michel Piccoli) und seine Frau Camille (Brigitte Bardot), eine Stenotypistin. Anfangs versichern sie sich noch ihre Liebe. Am Ende empfindet sie nur noch die titelgebende ’Verachtung’ für ihn. Das wird nicht näher erläutert, eher nur durch Gefühlsausbrüche angedeutet. Die Dialoge bleiben oftmals vage und enthalten überraschende Wendungen, die im Gegensatz zu den sich wiederholenden Bildern stehen. Wie der Abzählvers mit den Blättern der Margarite sagt die Bardot mal sie liebt ihn, dann wieder nicht. Die Beziehung hängt in der Schwebe. Aber auch die Filmindustrie spielt hier eine Rolle und wird ironisch beleuchtet. Ein Odysseus-Film soll verdeutlichen, dass er seine Penelope gar nicht geliebt hat. Sonst wäre er früher zu ihr zurückgekehrt. Auch ein Anti-Liebesfilm! Verbunden mit einer Kritik des Kapitalismus, in dem alles käuflich ist, will Paul das Drehbuch nicht schreiben. Seine Frau folgt jedoch dem Lockruf des Geldes. Und dann der Knaller am Schluss. Wir sehen in großen Buchstaben Camilles Abschiedsbrief, hören was geschieht und sind beeindruckt.

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makatu

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Bewertung9.0Herausragend

Auch Godard hat es sich nicht nehmen lassen, seinen persönlichen filmischen Kommentar zu den Verhältnissen in seiner Branche abzugeben. Und wie nicht anders zu erwarten, kommt auch hier der - natürlich amerikanische - Produzent am schlechtesten weg. Nicht nur das: Jack Palance als Jeremy Prokosch wird als Karikatur eines Produzenten gezeichnet: Chlolerisch, ungebildet (Zitate liest er aus einem stets griffbereiten Büchlein ab) und ohne jeglichen Respekt vor der Regielegende Fritz Lang (der sich selbst spielt), der einen Film drehen soll - aber natürlich nur zu exakt seinen Vorstellungen und Bedingungen. Dazu soll der Drehbuchautor Paul Javal (Michel Piccoli) ein paar Szenen zur (ausgerechnet!) Odysee-Verfilmung hinzuschreiben - "nicht nur Sex", immerhin. Dass die Figur nicht vollends zur Witzfigur verkommt, ist der brutalen Ausstrahlung Palance' zu verdanken, die er bis dahin in vielen Rollen als "villain" (etwa in "Shane") perfektionieren konnte. Und natürlich der schlichten Tatsache, dass er das Geld hat (sowie ein schickes Haus auf Capri), von dem das Projekt und vor allem Javal abhängig ist. Dafür nimmt Javal sogar in Kauf, dass der Produzent ganz schamlos mit seiner Frau (Brigitte Bardot) anbandeln will, was diese natürlich tief verletzt...

Genauso spektakulär wie die Besetzung an sich ist hier auch der Auftritt von Fritz Lang als Altmeister (und als eines der Vorbilder der nouvelle vague-Gilde), dem Godard zusätzlich zum Zuschnitt der Rolle auch dadurch Respekt zollt, dass er im Film seinen Regieassistenten spielt. Der ganze Auftritt ist voller Anspielungen auf Langs echte Karriere, etwa wenn er Brecht zitiert, mit dem er versucht hat, in Hollywood zusammen zu arbeiten (was sich bei Brecht natürlich noch deutlich schwieriger gestaltete als schon bei Lang), oder wenn er von Camille auf den (Hollywood Western) "Rancho Notorious" angesprochen wird und erwidert, er möge selbst "M" (den er unter großen Freiheiten drehen konnte, das Ergebnis ist bekannt) wesentlich lieber. Und das vor Filmplakaten der damals aktuellen "Hatari!" und "Psycho" seiner Pantheon-Kollegen Howard Hawks und Alfred Hitchcock (die ebenso von den nouvelle vague-Regisseuren vergöttert wurden).

Eine Art Treppenwitz stellten die Umstände des Drehs dar. Godard, der trotz seiner abfälligen Meinung über US-Produzenten (er war der Meinung, dass sie - wie Prokosch - in der Regel keine Ahnung hätten und deshalb etwa die Karrieren von Erich von Stroheim oder Orson Welles ruinierten) befürchtete, er würde in der Darstellung von Prokosch übertreiben, wurde von der Realität eingeholt. Sein Produzent Carlo Ponti verkaufte den Film - ohne Godard zu informieren - aus Geldnot weiter in die USA. Dort kaufte man den Film "blind" und beschwerte sich dann (im Stile Prokoschs nach Sichtung der Szenen Fritz Langs) später nachdrücklich, der Film sei nicht "kommerziell" genug, weshalb Nacktszenen mit der Bardot verlangt wurden. Nur deshalb wurden die (schön anzusehenden, aber an sich sinnlosen) Sequenzen mit Bardot hineingeschnitten - oder auch "hineingerotzt". Wenn man das im Hinterkopf hat, ist das Sehen dieses Film ein noch größeres Vergnügen.

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Xpander

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

ich möchte hier hier jetzt mal den Aspekt Kunstfilm ausser Acht lassen. Obwohl ich auch diesen völlig gelungen empfinde. Zudem Godart hier als Assistent Langs in einer Nebenrolle auftritt.....
Hinüberleiten möchte ich mit der Frage was ist Eigentum, Definition und wem gehört was....

Aber die Interaktion zweier Menschen, Gefühle zugeben, Gefühle leben, der Egoismus den Menschen in Lieben kaputt macht, - dies hier vor Augen geführt bekommen, das macht diesen Film zu einem Meisterwerk!

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spanky

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In seiner Bildsprache und Ästhetik ein einziger Traum. Man möchte ein Bohemien der 60er sein und durch ein Lang'sches Monokel die Welt um einen herum von oben herab beäugen. Natürlich ist dieser Film ebenso formal ein Meisterwerk, wenn auch das ewige Hin- und Her der beiden Streithähne Piccoli und Bardot arg strapaziös sein kann.

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arienette89

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Bewertung9.0Herausragend

Wie immer ein vielschichtiges Meisterwerk Godards. Dem Zuseher wird gezeigt wie Filme gemacht werden (zu Beginn sehen wir sogar wie der Film den wir sehen gedreht wird)- es existiert ein Film im Film genannt "The Odyssee".
Gleichzeitig entwickelt "Le mépris" auch eine Eigendynamik und eine eigene Geschichte, die des Drehbuchautors Paul und seiner Frau Camille. Paul wird von Prokosch, dem Produzenten des Films "The Odyssee" engagiert um das Drehbuch umzuschreiben. Der Regisseur mit dem Prokosch, wenig an Kunst interessiert unzufrieden ist, ist kein geringer als Fritz Lang persönlich.
Lang, einer der großen Vorbilder der Nouvelle Vague, ein Begründer des Autorenkinos- es wird auch mehrfach im Film erwähnt (Lang sagt einmal er brauche keinen Produzenten und dass er sich damals von Göbbels auch nichts sagen ließ) gerät in die Fänge Hollywoods. Prokosch und Paul wollen die Odyssee in die Moderne übersetzen, während Lang auf dem Mythos beharrt und behauptet, Odysseus wäre ein normaler, bodenständiger Typ gewesen, während Paul die Geschichte Odysseus mit seinem eigenen Schicksal zu interpretieren versucht (Odysseus als neurotischer Typ, der in den Krieg zieht weil er seine Frau nicht aushält).
Es entspinnt sich- meiner Meinung nach ist dies in jedem Film Godards so- eine Beziehungsgeschichte. Eine perfektes Liebesdilemma, ohne großes Leiden, voller Verwirrung, voller unbeantworteter Fragen, voller "Ich-liebe-dichs" und auch voller "Ich liebe dich nicht". Godard schafft es jedes mal, die Beziehung zwischen Mann und Frau auf erstaunlichste Weise zu zeigen.
Und, wie nebensächlich, wird das Kino zitiert- Filme werden erwähnt, Paul verkleidet sich als Dean Martin.
Am Ende darf Fritz Lang dann doch "seinen" Film drehen.

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Kubrick_obscura

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Bewertung10.0Herausragend

Allein schon das wunderschöne Camille-Thema was immer und immer wieder angespielt wird, macht diesen Film zu einem ganz großen Werk.
Godard ist hier sogar ungewohnt zugänglich und entfaltet ein klar gezeichnetes und spannendes Bezienungsdrama in dem sich die Bardot und Piccoli zu Grunde richten dürfen.
Das ist aber nur der rote Faden, denn Godard vergrößert die Geschichte, bläht sie förmlich auf epische Maße aus. Das fast gänzliche Erzählen in Totalen, die breiten Scope-Bilder im beeindruckenden Ambiente des Mittelmeeres.
Godard weitet seine Bezeihungsgeschichte auf die Kultur-Wirtschaft der Filmindustrie aus und lässt den alten Fritz Lang als allwissenden Kommentator auftreten. Durch die analoge Gegenüberstellung mit Homers Odysseus, gelingt Godard dann ein Glücksgriff par excellence. Er schafft es die Beziehung von Camille und ihrem Mann zum Menscheitsmythos zu erheben.

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Godard zum reinknien!

Mein erster Kontakt zu Jean-Luc Godard und Brigitte Bardot. Ich fand es mal ganz anderes Kino.

Die Filmmusik und die Kamara sind einfach exzellent melancholisch und liebevoll.

Mich haben eigentlich nur die Übersetzungsepisoden gestört, wo nurnoch französisch und englisch gesprochen wurde.

Aber was ich äußerst sexy fand, war natürlich die grandios schöne Brigitte Bardot und ihr Hintern. "Hatte der eigentlich ne extra Hauptrolle?" fragte ich mich an der ein oder anderen Stelle. Ich hab noch nie so oft einen Hintern in der Kamara gesehen, außer in den entsprechenden Genrefilmen.
Grade für diese prüde Zeit, als Woodstock und die weibliche Emanzipation noch etwas entfernt waren, ist das erstaunlich revolutionär.

Die Story ist intensiv gespielt und wirklich nachvollziehbar.

Danke an Brigitte Bardot und ihren Po!

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TobiasSD

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Bewertung7.5Sehenswert

Filmisch sehr gut inszeniertes Werk von Godard. Die Umsetzung des Themas "Film im Film" ist dem französichen Star-Regisseur ebenso geglückt wie seine Hommage an Fritz Lang, der sich im Film selbst spielt. Der ständige Wechsel zwischen französischer, englischer und deutscher Konversation hat seinen ganz speziellen Reiz, die Bildsprache ist wie auch die Musik beeindruckend und der jungen Brigitte Bardot schaut man ohnehin gern zu. Auch die Parallelen in der "Neuinterpretation" von Homers' Odyssee und der Wandlung von Liebe zur Verachtung in der Beziehung zwischen Camille (Bardot) und Paul (Piccoli) überzeugen. Godards' Meisterwerk ist der Film in meinen Augen aber dennoch nicht.

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filmbaum

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Bewertung10.0Herausragend

"When I hear the word CULTURE, I bring out my checkbook" (Produzent) - "Some horrible years ago, les Hitleriens disait REVOLVER au lieu du carnet de cheque" (Lang).

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

LE MEPRIS ist mir ebenso schwer zugänglich, obwohl mir klar ist, dass dieser Film einschneidende Wirkung für die Filmästhetik hatte. Allein die Szene, wo Bardot und Piccoli am Tisch sitzen und miteinander streiten, die Kamera immer zwischen beiden hin- und herschwenkt, ganz langsam - und man nicht ihre Gesichter sieht, nur die Stimmen. Man sollte ihn schon einmal gesehen haben als Filmfan - denn auf ihn wird in Hunderten anderer Filme verwiesen.

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