Die Verachtung
Le Mépris (1963), IT/FR Laufzeit 103 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 29.08.2002
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von Jean-Luc Godard, mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli
Paul Javal wird engagiert, um das Drehbuch eines ins Stocken geratenen Filmprojekts zu überarbeiten. Nach einem Treffen lädt der Produzent den Autor und seine attraktive Ehefrau Camille in seine Villa ein. Weil Javal nichts gegen die Annährungsversuche des Produzenten unternimmt, glaubt Camille, Javal würde für seine Karriere sogar seine Ehefrau “verkaufen”.
Le Mépris thematisiert die Schwierigkeit sich über Sprache und Bilder auszudrücken. Was ist Lüge? Was ist Wahrheit? Was ist Fiktion? Was ist Wirklichkeit? Durch den Einsatz der vielschichtigen Musik, die visuelle Heteroginität, die ironisch-tragische Erzählweise, die Mehrsprachigkeit und den Verlauf der Handlung wird die kommunikative Unfähigkeit der Figuren verdeutlicht.
Erstmals steht Jean-Luc Godard ein Millionen-Budget zur Verfügung. Das Ergebnis ist eine opulente Askeze. Godards Meisterwerk ist nicht nur ein Film über das Filmen, sondern auch eine Literaturverfilmung über die Verfilmung von Literatur. Als literarische Vorlage zu Le Mépris diente Alberto Moravias italienischer Roman Il disprezzo.
Godard inszeniert den Film wie eine klassische Tragödie in drei Akten.
Handlung
Der Vorspann
In dem außergewöhnlichen Vorspann sieht man den tatsächlichen Kameramann Raoul Coutard als einen Kameramann im Bild. Er filmt gerade die im späteren Verlauf des Filmes als Übersetzerin auftrende Giorgia Moll bei ihrem Gang über das römische Studiogelände Cinecittà. Geschoben von zwei Assistenten fährt Coutards Kamerawagen auf uns Zuschauer zu, bis sein Kameraobjektiv in Großaufnahme zu sehen ist. Zu der Musik von Georges Delerue spricht eine männliche Off-Stimme die Credits ein.
Die Ausgangslage
Der amerikanische Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) finanziert einen Film über Homers Odyssee unter der Leitung des deutschen Regisseur Fritz Lang (Fritz Lang). Da Prokosch mit der Inszenierung der Odyssee als Kunstfilm nicht zufrieden…
Paul Javal wird engagiert, um das Drehbuch eines ins Stocken geratenen Filmprojekts zu überarbeiten. Nach einem Treffen lädt der Produzent den Autor und seine attraktive Ehefrau Camille in seine Villa ein. Weil Javal nichts gegen die Annährungsversuche des Produzenten unternimmt, glaubt Camille, Javal würde für seine Karriere sogar seine Ehefrau “verkaufen”.
Le Mépris thematisiert die Schwierigkeit sich über Sprache und Bilder auszudrücken. Was ist Lüge? Was ist Wahrheit? Was ist Fiktion? Was ist Wirklichkeit? Durch den Einsatz der vielschichtigen Musik, die visuelle Heteroginität, die ironisch-tragische Erzählweise, die Mehrsprachigkeit und den Verlauf der Handlung wird die kommunikative Unfähigkeit der Figuren verdeutlicht.
Erstmals steht Jean-Luc Godard ein Millionen-Budget zur Verfügung. Das Ergebnis ist eine opulente Askeze. Godards Meisterwerk ist nicht nur ein Film über das Filmen, sondern auch eine Literaturverfilmung über die Verfilmung von Literatur. Als literarische Vorlage zu Le Mépris diente Alberto Moravias italienischer Roman Il disprezzo.
Godard inszeniert den Film wie eine klassische Tragödie in drei Akten.
Handlung
Der Vorspann
In dem außergewöhnlichen Vorspann sieht man den tatsächlichen Kameramann Raoul Coutard als einen Kameramann im Bild. Er filmt gerade die im späteren Verlauf des Filmes als Übersetzerin auftrende Giorgia Moll bei ihrem Gang über das römische Studiogelände Cinecittà. Geschoben von zwei Assistenten fährt Coutards Kamerawagen auf uns Zuschauer zu, bis sein Kameraobjektiv in Großaufnahme zu sehen ist. Zu der Musik von Georges Delerue spricht eine männliche Off-Stimme die Credits ein.
Die Ausgangslage
Der amerikanische Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) finanziert einen Film über Homers Odyssee unter der Leitung des deutschen Regisseur Fritz Lang (Fritz Lang). Da Prokosch mit der Inszenierung der Odyssee als Kunstfilm nicht zufrieden ist, engariert er den Autor Paul Javal (Michel Piccoli), um das Drehbuch zu überarbeiten. Doch der selbstgefällige Prokosch ist nicht nur an dem kommerziellen Erfolg seiner Filmproduktion interessiert, sondern offensichtlich auch an Pauls schöner Frau Camille (Brigitte Bardot).
Direkt nach dem ersten Treffen lädt der dekadente Produzent das Paar auf einen Drink in sein Landhaus ein. Da sein Sportwagen nicht genügend Platz bietet, um beide mitzunehmen, steigt nur die hübsche Camille ein und Paul fährt freiwillig mit dem Taxi. Dieser schicksalhafte Moment der Trennung des Paares wird inszenatorisch unterstrichen. Camille ruft im Wegfahren: “Paul!” Woraufhin Paul mit ähnlich schmerzhaften Ausdruck “Camille” ruft.
Der Streit
Das Paar weiß, dass etwas zerbrochen ist. Camille denkt, Paul habe sie als Lockmittel für seine Geschäfte benutzt. Und Paul plagt der Gedanke, dass Camille sie verlassen könnte. Er sagt, er habe das hohe Gehalt von 10.000 US$ nur angenommen, um Camille ein besseres Leben zu bieten. Nun ist er sich aber nicht sicher, ob Camille ihm nicht den reichen Prokosch vorzieht. Das Paar führt in ihrem neuen, modernen Apartment eine halbstündige Auseinandersetzung über den Stand ihrer Beziehung.
Das Ende auf Capri
Zu den Dreharbeiten des Filmes fahren alle nach Capri und verweilen dort in einer modernen, einsam gelegenen Villa über den Klippen des Meeres. Während Fritz Lang und Paul über die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten der Odyssee diskutieren, nähern sich Camille und der protzende Prokosch unaufhaltsam einander an. Camille scheint zu erwarten, dass ihr Mann sie aus den Händen des Rivalen befreit. Doch dieser ist unfähig die zahlreichen Signale richtig zu deuten. Beide verletzten einander und eine Versöhnung rückt in weite Ferne. Sie verlässt ihn.
Bei der Heimfahrt nach Rom verunglücken Camille und der amerikanische Produzent bei einem Autounfall. Die Unglücksnachricht scheint die auf der Insel Verbliebenen nicht aus der Bahn zu werfen. Fritz Lang dreht weiter an der Szene, als Odysseus nach jahrelanger Irrfahrt sein Heimatland erspäht. Die Kamera schwenkt auf das weite Meer hinaus, wo es am Horizont mit dem blauen Himmel verschmilzt.
Weiterführende Informationen
Godards Besetzung und Arbeit mit den Schauspielern
Ein Film über das Filmemachen – Kunst oder Kommerz
Eine Frage der Interpretation
Informationen über die filmische Bewegung der Nouvelle Vague
Le Mépris auf en.wikipedia.org
Filmanalyse auf criterionco.com
Interessantes
Im dem Vorführraum auf dem Studiogeländes des Cinecittà steht unter der Leinwand auf italienisch: “Das Kino ist eine Kunstform ohne Zukunft”
Brigitte Bardots Darstellung der Camille gilt als ihre beste schauspielerische Leistung.
Fritz Lang ging es während der Dreharbeiten nicht gut, so dass seine Drehzeit verkürzt werden musste.
Die Dreharbeiten fanden in Italien statt. Besonders ausdrucks- bzw. stimmungsvoll sind das römische Studiogelände Cinecittà, sowie die zauberhafte Casa Malaparte über den Klippen von Capri. Das Casa Malaparte wurde kürzlich von der New York Times zum schönsten Haus der Welt gekürt.(Fotos der Casa Malaparte auf 3sat.de/kulturzeit; Bildband von Karl Lagerfeld: Casa Malaparte, München, Steidl, 1998)
Quellen
Kaja Silvermann; Harun Farocki: Von Godard sprechen, 2.Auflage, Berlin: Verlag Vorwerk 1998.
Filmkritik zu the Contempt auf criterionco.com
Cast & Crew
-
Jean-Luc Godard
-
Brigitte Bardot
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Camille Javal
-
Michel Piccoli
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Paul Javal
-
Jack Palance
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jeremy Prokosch
-
Giorgia Moll
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Francesca Vanini
-
Fritz Lang
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Fritz Lang
-
Raoul Coutard
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Cameraman
Regie
Schauspieler
-
Jean-Luc Godard
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Langs Assistent
-
Linda Veras
-
Jean-Luc Godard
- Genre
- Romanze, Melodram, Ehedrama
- Zeit
- 1960er Jahre
- Ort
- Capri, Italien
- Handlung
- Affäre, Art House-Film, Autounfall, Cinecittà, Dreharbeiten, Drehbuch, Drehbuchautor, Dreiecksbeziehung, Ehekrise, Eifersucht, Filmemachen, Filmindustrie, Filmkulisse, Filmproduzent, Filmteam, Filmteam, Geld, Gewissenskonflikt, Kamera, Kameramann, Kino, Klassiker, Klippe, Landhaus, Meer, Misstrauen, Moral, Odysseus, Ohrfeige, Regisseur, Reichtum, Scheidung, Schönheit, Sportwagen, Strandhaus, Streit, Verachtung, Villa
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Die Verachtung
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Trailer zum Film Die Verachtung
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- Die Verachtung: cineclic.de













Kritiken (1) — Film: Die Verachtung
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Die verschiedenen Komponenten finden zusammen in einem ereignisarmen aber bedeutungsschwangeren Film, dominiert von einer ausgeklügelten Kameraarbeit und einem kurzen, immer wiederkehrenden musikalischen Thema, das die Melancholie im Repeat-Modus bedient. Auf der einen Seite ist „Die Verachtung“ ein wirklich geschickter Experimentalfilm, auf der anderen Seite ein selbstverliebtes Stück intellektueller Kunst von einem Künstler für Künstler, und solche, die es gerne wären.
Dass die Bardot nur deshalb so oft nackt zu sehen ist, weil Godard die nervigen Bitten der vor Misserfolg an den Kinokassen geängstigten Produzenten ironisch überspitzt erfüllte, ist eine Info, die einem zugespielt werden muss. Mit diesem Zusatzwissen kann der Film noch einen Extrapunkt gewinnen, bleibt aber dennoch eine harte Nuss. Intelligent und hübsch anzusehen, aber, je nach Blickwinkel, genauso faszinierend wie einschläfernd.
Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
alanger 2010/03/30 00:53:21
Antwort löschengodard: "genauso faszinierend wie einschläfernd".
Kommentare (18) — Film: Die Verachtung
Kommentar schreibena_krueger 2011/10/03 16:36:11
Kommentar löschenIch bin recht Filmerfahren, habe eine humanistische Bildung genossen und bin auch sonst nicht so ganz blöd. Und es gibt einige FIlme von Godard, die ich sehr gerne mag. Aber das hier habe ich komplett NICHT verstanden.
Immerhin ist BB fast den kompletten Film über nackt. Dafür gibt es schon mal 5 Punkte.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
dae-su 2011/10/03 01:33:43
Kommentar löschenGodards Spiel mit dem Medium Film. Mit der Person Brigitte Bardot. Mit dem Namen Fritz Lang. Und mit dem Verhältnis Mann-Frau.
Wie ein logischer Rahmen scheint der Bruch mit dem Dispositiv den Film beginnen und enden zu lassen. Ebenso logisch scheint es, die Geschichte des Films im Film, die Odyssee, als die Irrfahrt von Michel Piccoli (als Odysseus?) durch die Handlung des Films zu lesen. Aber macht man es sich damit nicht zu leicht? Godard bleibt einem eine Antwort schuldig und variiert munter weiter Sätze, Themen, Bilder: Lässt sie sich doppeln, spiegeln, auf- und wieder abtauchen. Wie man "Le mépris" nun sehen möchte, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Die große Kunst Godards ist es, sich zurückzunehmen (sieht man mal von seinem Lang-Huldigigungs-Cameo als Regieassistent ab) und stattdessen anzubieten. Andeutungen und Nicht-Auserzähltes bietet er an, um doch eine im Grunde so einfache Geschichte zu erzählen, von dem Mann und der Frau, die sich irgendwo auf dem Weg verlieren. Grundlos? Auch das bleibt offen. Obwohl die Geschichte geradlinig und mit nur wenigen (dafür großen) Zeitsprüngen fast in Echtzeit erzählt wird, wird dem Zuschauer keine Lösung angeboten für die Wendungen und Entscheidungen, die die Figuren treffen. Da wird es mitunter auch mal anstrengend, dem streitenden, sich im Kreise drehenden Paar bei seinen Anschuldigungen, Vermutungen und Vorwürfen zuzusehen. Aber so ist es schließlich auch im "echten" Leben, außerhalb des Kinos, in Echtzeit eben. Womit wir wieder beim Bruch mit dem Dispositiv wären. Was willkürlich wirkt, in Montage, Handlungsverlauf und Inszenierung, ist ein durchdachtes, stark strukturiertes und stellenweise geniales Machwerk eines Großmeisters des Kinos zu seiner Hochzeit.
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Tyler__Durden 2011/09/28 19:10:52
Kommentar löschenSchönheit. Blendende Schönheit. Die Gottheit der Kunst, personifiziert durch Bardot, durch ihren Körper, ihre Alabasterhaut, voller Glanz so pur und ungezähmt nur verbunden mit ihm, der einen Liebe, des Künstlers. Er aber, zwar nicht mit böser Absicht aber eben unbedacht der Reinheit dieser Bindung und ohne Kontrolle, sie zur Hurerei gezwungen, zum Gut gemacht, aus ihrer Sicht immerhin. Verkauft. Verkauft an den Kapitalist. Eine Tat, blind sie doch war, nicht wieder gut zu machen. Die Bindung sie bricht, sie bricht, er versteht nicht, sie bricht weiter. Eine Liebe gestoppt von den eigenen Emotionen welche tief unter der Oberfläche nicht wissen wie es sich zu verhalten gilt wenn alles was gesagt und gefühlt wird an einander vorbei geht. Hass? Der Hass auf die Unachtsamkeit. Angst? Die Angst vor der Verlassenheit. Eine Tragik, so griechisch wie das blau im Meer, endet eben nicht mit Verachtung sondern in Stille. Silencio...
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Benni-THE-KING 2011/06/18 00:21:40
Kommentar löschenMischung aus L'Avventura und Achteinhalb. Noch dazu in Italien. Und halt einfach mal deutlich unterhaltsamer.
Und ja die Szene mit der "nackten" Bardot am Anfang und die kompletten 30 Minuten in der Wohnung sind grandios.
Überhaupt ist alles irgendwie schön. so rein ästhetisch
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lynch86 2011/02/23 21:10:04
Kommentar löschenEin film mit krasser Realität !
Ein absoluter Jean Luc Godard und das mit den 2 besten in der Hauptrolle ( Brigitte Bardot und Michele picoli ) einfach ein spitzen Film !!!! Sehr zu empfehlen !!!
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alanger 2011/01/06 21:16:15
Kommentar löschenarte-themenabend: avantgarde-architektur der 30er jahre. nett.
die nackte BB, mehr als nett.
hübsche anspielungen plus fritz lang plus jack palance plus alfa romeo, alles nett.
die geschichte: dumm.
was solls, für einen godard fast ein fritz lang. fast.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
alanger 2011/01/07 17:42:10
Antwort löschenfrauenfeindlich könnte man aus heutiger sicht schon sagen. sagt man beim altmeister aber natürlich nicht ;)
BigDi 2011/01/06 18:48:41
Kommentar löschenDie Cinemascopebilder sind von einer seltenen Eleganz und Schönheit, doch sie machen die Langeweile von "Le Mépris" nur gering erträglicher. Die Ambition von Jean-Luc Godard, die gezeigte Beziehungskrise mit der Geschichte von Odysseus zu verknüpfen, ist beachtenswert, doch während die Dialoge zwischen dem Drehbuchautor, dem amerikanischen Produzenten und Fritz Lang durchaus interessant sind, gestalten sich die elend langen Beziehungsdiskussionen äußerst nervtötend: Auf jedes "I love gods. I know exactly how they feel." kommen Unmengen von "Du liebst mich nicht mehr - Doch, ich liebe dich - Ich glaube dir nicht - Stimmt, ich liebe dich nicht - Aber wieso nicht? - Ach, natürlich liebe ich dich noch"-Dialogen in Dauerschleife, jedes erinnerungswürdige Zitat geht unter in sich-im-Kreis-drehendem Problemgeschwätz. Godard will die Dekadenz Hollywoods kritisieren, doch dies tut er mit derart elitären und selbstverliebten Mitteln, dass diese Kritik an jeglicher Sympathie einbüßt. Die aufgeblähte Form ist ein optischer Genuss und die Filmmusik ist selbst bei der hundertsten Wiederholung keineswegs nervig, doch der Kern der Geschichte, mag er noch so essentiell für den Kontext des Mediums sein, wird bis ins Unerträgliche ausgedehnt und zwar mit Intellektualismus, aber ohne Kraft präsentiert. Sicher, "Le Mépris" ist ein filmtechnisch beeindruckender und inhaltlich bedeutsamer Film, aber auch ein ausgesprochen langweiliger und manchmal unangenehm arroganter.
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 28 Antworten
eXonic 2011/01/06 18:55:21
Antwort löschenStimme 100%ig zu!
BigDi 2011/01/06 18:59:49
Antwort löschenNa Gott sei dank, ich dachte, ich wäre der einzige, der diesem Film so wenig abgewinnen kann...^^
eXonic 2011/01/06 19:07:14
Antwort löschenHast du schon andere Filme von Godard gesehen? Außer der Verachtung kenne ich noch Alphaville. Den fand ich auch nur sehr durchschnittlich und ähnlich langweilig wie diesen hier.
Ich muss dazu sagen, dass ich bei den beiden Sichtungen jedoch nicht unbedingt in richtiger Stimmung dazu war. Die Verachtung hab ich zudem noch kurz nach dem Aufstehen angeschaut und Alphaville mehr oder weniger während der Arbeit. Darum gebe ich Godard vielleicht nochmal ne Chance.
der cineast 2011/01/06 19:10:28
Antwort löschenJa bitte!
BigDi 2011/01/06 19:15:07
Antwort löschen@eXonic: Ich habe "Die Verachtung" abends geschaut und musste irgendwann mit dem Schlaf kämpfen, aber ich bin überzeugt, dass das am Film lang und nicht an Müdigkeit. ^^
Habe noch "Außer Atem" als TV-Aufnahme, mal sehen, ob ich mir den irgendwann anschaue, viel Lust habe ich nicht unbedingt dazu. Aber eine Chance muss ich dem Mann noch geben, ich kann ja nicht anhand eines Werks über ihn urteilen...
Filmsuechtiger 2011/01/06 19:21:12
Antwort löschenDie von dir von kritisierten Dialogpassagen sind deshalb so nervig, weil sie es in der Realität auch sind. Denn es gibt sie. Mit den kleinen Längen hast du dagegen nicht Unrecht.
der cineast 2011/01/06 19:26:01
Antwort löschen@Filmsuechtiger: echt? nein oder?
Filmsuechtiger 2011/01/06 19:40:13
Antwort löschenWirklich? Ja nicht?
der cineast 2011/01/06 19:41:58
Antwort löschenStimmt!
Tyler__Durden 2011/01/06 19:42:15
Antwort löschen@BigDi: Erwarte aber nicht zu viel von "Außer Atem". Der ist im großen und ganzen ein fehlgeschlagenes Experiment das genau unter den selben Problemen leidet die du mit "Die Verachtung" hattest. "Die Außenseiterbande" wurde dir da vielleicht eher zusagen. Fand ich bis jetzt von Godard auch am besten weil nicht so stur und offensichtlich elitär.
Filmsuechtiger 2011/01/06 19:46:25
Antwort löschenJapp, die Außenseiterbande wäre der geeignetste Gradmesser. Wenn der dir auch nicht gefällt kannst du Godard abhaken.
dAJaro 2011/01/06 19:51:16
Antwort löschenMepris hab ich zwar noch nicht gesehen, aber ich denke, dass ich euch auch danach nicht verstehen werden:
Mir hat bisher alle gesehenen Godard-Filme gut bis sehr gut gefallen.
Seine "Experimente" sind mir da in ihrer Unberechbarkeit lieber als die "perfekte" Kinematographie und gute Geschichte vieler Hollywoodfilme aus dem goldenen Zeitalter.
BigDi 2011/01/06 19:51:50
Antwort löschen@Filmsuechtiger: Das bestreite ich nicht, aber man kann auch das besser rüberbringen in einem Film. So verliert man einfach zu schnell das Interesse daran, war bei mir zumindestens der Fall.
BigDi 2011/01/06 19:54:37
Antwort löschen@Tyler & Filmsuechtiger: Stimmt, den will ich mir noch auf jeden Fall ansehen.
Kubrick_obscura 2011/01/06 20:03:59
Antwort löschenSchon wieder so eine doofe Kritik von dir. ;) Wenn ich mal ganz ehrlich sein darf, dann würde ich einfach sagen, dass dir der Zugang zu diesem Film fehlt. Das meine nicht herbalassend, sondern ich sage einfach nur, dass dir der persönliche Zugang fehlte. Gibt ja noch genug Filme, wo wir uns einig sein können. :)
alanger 2011/01/06 20:17:10
Antwort löschengodard hab ich inzwischen für mich gestrichen, war sicher mal wichtig, sagt mir heute sogarnix mehr und ich bin im zweifel ob der mir jemals wirklich was gesagt hat. obwohl ich mich tapfer durch sein schaffen gequält habe. warum eigentlich, war das meiste doch reine zeitverschwendung?
dAJaro 2011/01/06 20:25:34
Antwort löschenGodard hat eben Form und Symbolik weit über die bloße Unterhaltung gestellt und dabei gerne das hollywoodsche Crime Genre als Basis genommen.
Klar, dass diejenigen, die keinen Zugang finden, an einem abgeschwächten Gangsterfilm in Frankreich wenig(er) Spass haben.
dAJaro 2011/01/06 20:26:30
Antwort löschenBTW: La Dolce Vita gesehen?
Filmsuechtiger 2011/01/06 20:29:30
Antwort löschenMein Problem mit Godard ist, dass er die Form nicht über Unterhaltung, sondern über jegliche Inhalte gestellt hat.
dAJaro 2011/01/06 20:34:22
Antwort löschenDa könnte ich nicht mitgehen. Das Thema Beziehungen zwischen Mann und Frau ist in vielen seiner Filme (die ich gesehen habe) ein zentrales Thema.
Kubrick_obscura 2011/01/06 20:40:41
Antwort löschen@Filmsüchtiger
Da hast du recht. Ist aber meiner Meinung nach auch gleichzeitig Godards größte Stärke.
Filmsuechtiger 2011/01/06 20:41:53
Antwort löschen... wird aber nie wirklich tiefgehend oder gar emotional behandelt (Die Verachtung mal außen vor). Und es gibt auch viele leere Godards. Das hat natürlich, wie Kubrick_obscura schon bemerkte, viel mit dem persönlichen Zugang zu tun.
alanger 2011/01/06 20:43:30
Antwort löschendAJaro: wen meinste denn? ich hab den gesehen und fand, oder besser find ihn im gegensatz zum grummligen schweizer und seinen filmen, gut und lebensprall.
dAJaro 2011/01/06 20:51:22
Antwort löschenDas hat natürlich, wie Kubrick_obscura schon bemerkte, viel mit dem persönlichen Zugang zu tun.
<- Aber lässt sich das wirklich 100%ig einem Film ankreiden? Es ist schließlich durch Literatur, Rezensionen und Erfahrung korrigierbar.
Ich schau doch auch keinen Film auf japanisch und gebe danach eine schlechte Wertung, nur weil ich nichts bis auf die Bilder verstanden habe, da mir der Zugang gefehlt hat!? (Tolles Beispiel, ich weiss.)
Wir gleiten auch gerade wunderbar vom Thema Godard ab...
dAJaro 2011/01/06 20:55:53
Antwort löschenLa Dolce Vita ist ein gutes Beispiel für gewollte Langeweile bzw. Ablehnung der Charaktere durch den Zuschauer in einem Film.
Vllt soll Mepris auch in die Richtung gehen?!
alanger 2011/01/06 20:57:39
Antwort löschenok, versteh ich jetzt nicht.
Alle 28 Antworten zeigen
dAJaro 2011/01/06 20:59:42
Antwort löschenAnfangs hieß es doch, dass das Interesse fehle, die Dialoge nervig sei usw. Vllt ist es gewollt? Schließlich ist der Filmtitel Mepris (Verachtung).
BigDi 2011/01/07 15:02:55
Antwort löschen@Kubrick_obscura: Das kann sehr gut sein, gerade bei solchen Themen ist persönlicher Zugang immes wichtig, wenn man diesen nicht hat, wieso auch immer, dann kann man mit dem ganzen Film nicht wirklich viel anfangen. Vielleicht schaue ich mir ihn in zehn Jahren noch einmal an und schaue dann, ob er mir mehr zusagt. ;)
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@dAJaro: Diese Überlegung hatte ich übrigens auch und hatte zwischendurch selbst ein Problem damit, mir zu erklären, wieso ich "Die Verachtung" deswegen nicht leiden kann, während mir Filme wie "Twentynine Palms" oder "Enter The Void", welche ebenso einen negativen Effekt auf den Zuschauer miteinberechnen, perfekt zusagen.
Doch im Endeffekt muss ich sagen, dass mich der Konflikt in "Le Mépris" einfach kein bisschen interessiert hat. Zum einen, weil er mMn nicht intensiv genug präsentiert wurde und zum anderen, weil ich eben keinen persönlichen Bezug dazu fand. Zudem habe ich zwar an sich nicht immer etwas gegen Style-Over-Content, aber wenn es in einem Film auftritt, der sich u.a. zur Aufgabe macht, die amerikanische Filmindustrie als primitiv und anspruchslos erscheinen zu lassen, dann hat es für mich einen Hauch von elitärer Arroganz, die ich nicht gutheißen kann.
servo80 2010/12/14 23:34:21
Kommentar löschenWas soll man davon halten? Ein unterbelichteter Schriftsteller streitet sich einen ganzen Film lang mit seiner Superzicke von Ehefrau. Dazwischen noch ein amerikanischer Filmproduzenten-Kotzbrocken und Regielegende Fritz Lang. Irgendwas interessantes hat der Film, was ich aber nicht genau definieren kann. Mir war es trotz allem einfach zu langweilig, Godard hin oder her.
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8martin 2010/12/02 14:25:45
Kommentar löschenDas ist Arthouse at its best. Es geht um das Ende einer Ehe: der intellektuelle Schreiberling Paul (Michel Piccoli) und seine Frau Camille (Brigitte Bardot), eine Stenotypistin. Anfangs versichern sie sich noch ihre Liebe. Am Ende empfindet sie nur noch die titelgebende ’Verachtung’ für ihn. Das wird nicht näher erläutert, eher nur durch Gefühlsausbrüche angedeutet. Die Dialoge bleiben oftmals vage und enthalten überraschende Wendungen, die im Gegensatz zu den sich wiederholenden Bildern stehen. Wie der Abzählvers mit den Blättern der Margarite sagt die Bardot mal sie liebt ihn, dann wieder nicht. Die Beziehung hängt in der Schwebe. Aber auch die Filmindustrie spielt hier eine Rolle und wird ironisch beleuchtet. Ein Odysseus-Film soll verdeutlichen, dass er seine Penelope gar nicht geliebt hat. Sonst wäre er früher zu ihr zurückgekehrt. Auch ein Anti-Liebesfilm! Verbunden mit einer Kritik des Kapitalismus, in dem alles käuflich ist, will Paul das Drehbuch nicht schreiben. Seine Frau folgt jedoch dem Lockruf des Geldes. Und dann der Knaller am Schluss. Wir sehen in großen Buchstaben Camilles Abschiedsbrief, hören was geschieht und sind beeindruckt.
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makatu 2010/08/08 23:47:25
Kommentar löschenAuch Godard hat es sich nicht nehmen lassen, seinen persönlichen filmischen Kommentar zu den Verhältnissen in seiner Branche abzugeben. Und wie nicht anders zu erwarten, kommt auch hier der - natürlich amerikanische - Produzent am schlechtesten weg. Nicht nur das: Jack Palance als Jeremy Prokosch wird als Karikatur eines Produzenten gezeichnet: Chlolerisch, ungebildet (Zitate liest er aus einem stets griffbereiten Büchlein ab) und ohne jeglichen Respekt vor der Regielegende Fritz Lang (der sich selbst spielt), der einen Film drehen soll - aber natürlich nur zu exakt seinen Vorstellungen und Bedingungen. Dazu soll der Drehbuchautor Paul Javal (Michel Piccoli) ein paar Szenen zur (ausgerechnet!) Odysee-Verfilmung hinzuschreiben - "nicht nur Sex", immerhin. Dass die Figur nicht vollends zur Witzfigur verkommt, ist der brutalen Ausstrahlung Palance' zu verdanken, die er bis dahin in vielen Rollen als "villain" (etwa in "Shane") perfektionieren konnte. Und natürlich der schlichten Tatsache, dass er das Geld hat (sowie ein schickes Haus auf Capri), von dem das Projekt und vor allem Javal abhängig ist. Dafür nimmt Javal sogar in Kauf, dass der Produzent ganz schamlos mit seiner Frau (Brigitte Bardot) anbandeln will, was diese natürlich tief verletzt...
Genauso spektakulär wie die Besetzung an sich ist hier auch der Auftritt von Fritz Lang als Altmeister (und als eines der Vorbilder der nouvelle vague-Gilde), dem Godard zusätzlich zum Zuschnitt der Rolle auch dadurch Respekt zollt, dass er im Film seinen Regieassistenten spielt. Der ganze Auftritt ist voller Anspielungen auf Langs echte Karriere, etwa wenn er Brecht zitiert, mit dem er versucht hat, in Hollywood zusammen zu arbeiten (was sich bei Brecht natürlich noch deutlich schwieriger gestaltete als schon bei Lang), oder wenn er von Camille auf den (Hollywood Western) "Rancho Notorious" angesprochen wird und erwidert, er möge selbst "M" (den er unter großen Freiheiten drehen konnte, das Ergebnis ist bekannt) wesentlich lieber. Und das vor Filmplakaten der damals aktuellen "Hatari!" und "Psycho" seiner Pantheon-Kollegen Howard Hawks und Alfred Hitchcock (die ebenso von den nouvelle vague-Regisseuren vergöttert wurden).
Eine Art Treppenwitz stellten die Umstände des Drehs dar. Godard, der trotz seiner abfälligen Meinung über US-Produzenten (er war der Meinung, dass sie - wie Prokosch - in der Regel keine Ahnung hätten und deshalb etwa die Karrieren von Erich von Stroheim oder Orson Welles ruinierten) befürchtete, er würde in der Darstellung von Prokosch übertreiben, wurde von der Realität eingeholt. Sein Produzent Carlo Ponti verkaufte den Film - ohne Godard zu informieren - aus Geldnot weiter in die USA. Dort kaufte man den Film "blind" und beschwerte sich dann (im Stile Prokoschs nach Sichtung der Szenen Fritz Langs) später nachdrücklich, der Film sei nicht "kommerziell" genug, weshalb Nacktszenen mit der Bardot verlangt wurden. Nur deshalb wurden die (schön anzusehenden, aber an sich sinnlosen) Sequenzen mit Bardot hineingeschnitten - oder auch "hineingerotzt". Wenn man das im Hinterkopf hat, ist das Sehen dieses Film ein noch größeres Vergnügen.
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Xpander 2010/06/30 02:05:56
Kommentar löschenich möchte hier hier jetzt mal den Aspekt Kunstfilm ausser Acht lassen. Obwohl ich auch diesen völlig gelungen empfinde. Zudem Godart hier als Assistent Langs in einer Nebenrolle auftritt.....
Hinüberleiten möchte ich mit der Frage was ist Eigentum, Definition und wem gehört was....
Aber die Interaktion zweier Menschen, Gefühle zugeben, Gefühle leben, der Egoismus den Menschen in Lieben kaputt macht, - dies hier vor Augen geführt bekommen, das macht diesen Film zu einem Meisterwerk!
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spanky 2009/11/10 09:53:39
Kommentar löschenIn seiner Bildsprache und Ästhetik ein einziger Traum. Man möchte ein Bohemien der 60er sein und durch ein Lang'sches Monokel die Welt um einen herum von oben herab beäugen. Natürlich ist dieser Film ebenso formal ein Meisterwerk, wenn auch das ewige Hin- und Her der beiden Streithähne Piccoli und Bardot arg strapaziös sein kann.
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arienette89 2009/09/08 17:50:03
Kommentar löschenWie immer ein vielschichtiges Meisterwerk Godards. Dem Zuseher wird gezeigt wie Filme gemacht werden (zu Beginn sehen wir sogar wie der Film den wir sehen gedreht wird)- es existiert ein Film im Film genannt "The Odyssee".
Gleichzeitig entwickelt "Le mépris" auch eine Eigendynamik und eine eigene Geschichte, die des Drehbuchautors Paul und seiner Frau Camille. Paul wird von Prokosch, dem Produzenten des Films "The Odyssee" engagiert um das Drehbuch umzuschreiben. Der Regisseur mit dem Prokosch, wenig an Kunst interessiert unzufrieden ist, ist kein geringer als Fritz Lang persönlich.
Lang, einer der großen Vorbilder der Nouvelle Vague, ein Begründer des Autorenkinos- es wird auch mehrfach im Film erwähnt (Lang sagt einmal er brauche keinen Produzenten und dass er sich damals von Göbbels auch nichts sagen ließ) gerät in die Fänge Hollywoods. Prokosch und Paul wollen die Odyssee in die Moderne übersetzen, während Lang auf dem Mythos beharrt und behauptet, Odysseus wäre ein normaler, bodenständiger Typ gewesen, während Paul die Geschichte Odysseus mit seinem eigenen Schicksal zu interpretieren versucht (Odysseus als neurotischer Typ, der in den Krieg zieht weil er seine Frau nicht aushält).
Es entspinnt sich- meiner Meinung nach ist dies in jedem Film Godards so- eine Beziehungsgeschichte. Eine perfektes Liebesdilemma, ohne großes Leiden, voller Verwirrung, voller unbeantworteter Fragen, voller "Ich-liebe-dichs" und auch voller "Ich liebe dich nicht". Godard schafft es jedes mal, die Beziehung zwischen Mann und Frau auf erstaunlichste Weise zu zeigen.
Und, wie nebensächlich, wird das Kino zitiert- Filme werden erwähnt, Paul verkleidet sich als Dean Martin.
Am Ende darf Fritz Lang dann doch "seinen" Film drehen.
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Kubrick_obscura 2009/07/03 23:27:07
Kommentar löschenAllein schon das wunderschöne Camille-Thema was immer und immer wieder angespielt wird, macht diesen Film zu einem ganz großen Werk.
Godard ist hier sogar ungewohnt zugänglich und entfaltet ein klar gezeichnetes und spannendes Bezienungsdrama in dem sich die Bardot und Piccoli zu Grunde richten dürfen.
Das ist aber nur der rote Faden, denn Godard vergrößert die Geschichte, bläht sie förmlich auf epische Maße aus. Das fast gänzliche Erzählen in Totalen, die breiten Scope-Bilder im beeindruckenden Ambiente des Mittelmeeres.
Godard weitet seine Bezeihungsgeschichte auf die Kultur-Wirtschaft der Filmindustrie aus und lässt den alten Fritz Lang als allwissenden Kommentator auftreten. Durch die analoge Gegenüberstellung mit Homers Odysseus, gelingt Godard dann ein Glücksgriff par excellence. Er schafft es die Beziehung von Camille und ihrem Mann zum Menscheitsmythos zu erheben.
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JimiHendrix 2009/03/11 00:10:49
Kommentar löschenGodard zum reinknien!
Mein erster Kontakt zu Jean-Luc Godard und Brigitte Bardot. Ich fand es mal ganz anderes Kino.
Die Filmmusik und die Kamara sind einfach exzellent melancholisch und liebevoll.
Mich haben eigentlich nur die Übersetzungsepisoden gestört, wo nurnoch französisch und englisch gesprochen wurde.
Aber was ich äußerst sexy fand, war natürlich die grandios schöne Brigitte Bardot und ihr Hintern. "Hatte der eigentlich ne extra Hauptrolle?" fragte ich mich an der ein oder anderen Stelle. Ich hab noch nie so oft einen Hintern in der Kamara gesehen, außer in den entsprechenden Genrefilmen.
Grade für diese prüde Zeit, als Woodstock und die weibliche Emanzipation noch etwas entfernt waren, ist das erstaunlich revolutionär.
Die Story ist intensiv gespielt und wirklich nachvollziehbar.
Danke an Brigitte Bardot und ihren Po!
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TobiasSD 2008/10/31 16:17:03
Kommentar löschenFilmisch sehr gut inszeniertes Werk von Godard. Die Umsetzung des Themas "Film im Film" ist dem französichen Star-Regisseur ebenso geglückt wie seine Hommage an Fritz Lang, der sich im Film selbst spielt. Der ständige Wechsel zwischen französischer, englischer und deutscher Konversation hat seinen ganz speziellen Reiz, die Bildsprache ist wie auch die Musik beeindruckend und der jungen Brigitte Bardot schaut man ohnehin gern zu. Auch die Parallelen in der "Neuinterpretation" von Homers' Odyssee und der Wandlung von Liebe zur Verachtung in der Beziehung zwischen Camille (Bardot) und Paul (Piccoli) überzeugen. Godards' Meisterwerk ist der Film in meinen Augen aber dennoch nicht.
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filmbaum 2008/07/15 16:57:51
Kommentar löschen"When I hear the word CULTURE, I bring out my checkbook" (Produzent) - "Some horrible years ago, les Hitleriens disait REVOLVER au lieu du carnet de cheque" (Lang).
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annaberlin 2008/05/14 11:55:46
Kommentar löschenLE MEPRIS ist mir ebenso schwer zugänglich, obwohl mir klar ist, dass dieser Film einschneidende Wirkung für die Filmästhetik hatte. Allein die Szene, wo Bardot und Piccoli am Tisch sitzen und miteinander streiten, die Kamera immer zwischen beiden hin- und herschwenkt, ganz langsam - und man nicht ihre Gesichter sieht, nur die Stimmen. Man sollte ihn schon einmal gesehen haben als Filmfan - denn auf ihn wird in Hunderten anderer Filme verwiesen.
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