Schande
Disgrace (2008), ZA/AU Laufzeit 118 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 17.09.2009
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157 Bewertungen
14 Kommentare
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von Anna Maria Monticelli und Steve Jacobs, mit John Malkovich und Jessica Haines
David Lurie, 52 Jahre alt und zweifach geschieden, unterrichtet romantische Literatur an der Universität in Kapstadt. Der jung gebliebene Don Juan verführt eine seiner Studentinnen. Doch schon bald nimmt die Affäre eine unheilvolle Wendung und Lurie wird entlassen. Er sucht Zuflucht bei seiner alleinstehenden Tochter Lucy, die eine abgeschiedene Farm auf dem Land bewirtschaftet. Doch die Zeiten haben sich geändert: Der tiefe gesellschaftliche Graben ist bis ins Herz Südafrikas vorgedrungen. Die brutalen Konsequenzen machen auch vor ländlichen Gegenden nicht halt. Und die scheinbare Idylle verwandelt sich in einen Albtraum.
Cast & Crew
-
Anna Maria Monticelli
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Steve Jacobs
-
John Malkovich
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) David Lurie
-
Jessica Haines
-
Eriq Ebouaney
-
Fiona Press
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Bev Shaw
-
Antoinette Engel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Melanie Isaacs
-
Paula Arundell
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Rasool
Regie
Schauspieler
-
Scott Cooper
-
Monroe Reimers
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Aufsichtsratsmitglied
-
Charles Tertiens
- Genre
- Gerechtigkeitsdrama, Drama
- Ort
- Kapstadt, Südafrika
- Handlung
- Affäre, Apartheid, Berufsverbot, Bestseller, Buch, Entlassung aus dem Gefängnis, Farm, Farmarbeiter, Gefeuert, Gesellschaft, Gesellschaftliche Stellung, Liebhaber, Literatur, Literaturprofessor, Macht, Machtdemonstration, Machtergreifung, Machtkampf, Machtmissbrauch, Moral, Oberschicht, Professor, Ranch, Rassenpolitik, Rassentrennung, Rassismus, Spaltung der Gesellschaft, Tochter, Universität, Unterricht, Unterschicht, Vater-Tochter-Beziehung
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Geistreich
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Filmdetails Schande
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Kritiken (2) — Film: Schande
Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse
Kommentar löschenMalkovichs eigenwillige Manierismen sind ideal für die schwierige Hauptfigur: Mit charakteristischer Virtuosität porträtiert er David Lurie erst als aufdringlich selbstgefälligen Intellektuellen, dann lässt er subtil einen Wandel ahnen.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschen„Schande“ wirft einen genauen Blick auf die neuen Verhältnisse in Südafrika, auf sehr schwierige Situationen zwischen Männern und Frauen, schwarz und weiß, Opfern und Tätern. Es muss ein komplexes Bild werden, auch wenn dieser Film nur ein Ausschnitt des Buches, das Buch nur ein Teil des Lebens sein kann. So gehört zu den vielen Themen Luries Umgang mit seiner eigenen verachteten Lust. Oder die Empathie für Menschen, die er im Umgang mit Hunden erlernt. So beginnt er in sehr bewegenden Szenen, Demut vor anderen Wesen zu haben. Andererseits findet er sich nur mühsam und schmerzlich mit den erschreckenden Verhältnissen ab, die seine Tochter mitmacht, nur um ihr Land nicht aufzugeben. Ein bewegender Einblick ohne Antworten aber auch ohne Festlegungen.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (12) — Film: Schande
Kommentar schreibenmichebavaria1986 2011/12/22 11:06:54
Kommentar löschenEine tolle Rolle für John Malkovich. Der hochintelligente und arrogante Professor scheint ihm auf dem Leibe geschrieben zu sein. Die Leistung von Malkovich ist demzufolge auch hervorragend. Ein paar schauspielerisch sehr große Momente sind deshalb im Film durchaus zu finden.
Ansonsten hat mich der Film allerdings kaum begeistert.
Die Handlung ist sicherlich interessant und der Film auch gut inszeniert. So gibt es z. B. sehr schöne Landschaftsaufnahmen von Afrika zu sehen.
Aber irgendwie hat das Ganze mich nicht richtig berührt. Das mag auch daran liegen, dass ich so einige Entscheidungen der Figuren nicht nachvollziehen konnte.
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StefanSangrero 2011/05/21 21:57:31
Kommentar löschenGroßartige Verfilmung, die gekonnt die Transformation von einem ins andere Medium vollführt und die grundlegenen Themenbereiche (Menschlichkeit und Empathie via Tiere, Männer und Frauen, Täter und Opfer, Schande, (Post?)apartheid) in erstaunlich intensiver und im Gegensatz zum Roman nicht besonders viel an Komplexität einbüßender beibehält. Aus technischer Sicht gebührt besonders den Schauspielern und der Kamera besonderes Lob.
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8martin 2011/02/27 19:30:01
Kommentar löschenWenn man den Film unter konventionellen Wertvorstellungen betrachtet, findet man den Titel immer wieder bestätigt und kann jedem weiteren schändlichen Ereignis nur zustimmen. Und davon gibt es genug. Zum Beispiel sieht Lucy, eine vergewaltigte Lesbe davon ab, den Übertäter strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen und auch das Kind, das so entstanden ist, will sie nicht abtreiben. Sie macht sogar einen schier unglaublichen Deal mit seiner Familie. Wir sehen die Handlung meistens mit den Augen ihres Vaters (toll John Malkovich!), eines Literaturprofessors, der seinen sexuellen Kohldampf stillt wo er kann. Aber im Outback von Südafrika gelten andere Regeln. Dabei werden fast alle unsere moralischen Einstellungen auf den Kopf gestellt, werden relativiert und damit fragwürdig. Das ist das sonderbare Geheimnis der Spannung dieses Films. Unser Unverständnis wird brüchig, unser Sinn für Gerechtigkeit erschüttert. Genau wie die Romanvorlage von J.M. Coetzee, die hier eins zu eins umgesetzt wurde, verbreitet der Film ein beunruhigendes Unwohlsein, bisweilen sogar Ablehnung. Trotzdem nicht uninteressant und die deutsche Übersetzung ist grandios, oftmals besser als die spröde Sprache des Autors.
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Filmkenner77 2011/02/22 15:45:23
Kommentar löschen"Schande" ist ein großes, starkes Wort und in diesem Film sind es mehrere Personen, bei denen es zur Geltung kommt. John Malkovich brilliert in der Rolle des distinguierten, triebgesteuerten Literaturprofessors einmal mehr. So nutzt er schamlos seine Position aus, um eine Studentin zu verführen. Als Folge wird er der Universität verwiesen. Die Familie des Mädchens leidet ebenso unter der "Schande". Jessica Haines in der Rolle der Filmtochter, die in der Einöde Südafrikas ein Einsiedlerdasein fristet, steht dem starken Spiel von Malkovich in nichts nach. Nach einem Überfall in ihrem Haus lebt sie mit der "Schande" der Vergewaltigung und erwartet ein Kind. Der Film bleibt auf seine Art seltsam kühl und die Handlungen der Protagonisten geben zumindest manchmal Rätsel auf. Ein sehenswertes Drama ist es allemal.
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Herzeleid 2011/02/22 11:09:52
Kommentar löschenIch hab mich mit Mühe wachgehalten, um den Film vor zwei Tagen im TV zu sehen. Und wie schon Richardlöwenherz erwähnt hat, ist es nicht zu fassen, dass solch anspruchsvolle Filme erst um Mitternacht ausgestrahlt werden.
Ein bewegender, traurig stimmernder, ruhiger, intensiver Film. John Malkovich zeigt auf fantastische Art seinen immensen Spielraum schauspielerischen Könnens. Ihn beispielsweise als verzweifelten Mann weinen zu sehen sind wahrhaft unter die Haut gehende Momente.
Es wird wenig gesprochen, die Bilder sprechen für sich. Und das ist für den Zuschauer manches Mal noch unerträglicher als würden die - im Wortsinn - verletzten Personen ihren Schmerz rauschreien oder in Zerstörungswut entladen. Dann könnte man mitfühlen und sich sagen, so würde man selbst agieren. Es bleibt ein gewisses Maß an Verzweiflung, aber auch Verständnis für die Tatsache, dass es manchmal besser ist, Dinge, die nicht (mehr) zu ändern sind, einfach hinzunehmen, weil es die Umstände nun mal so erfordern.
Unbedingt sehenswert!
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elogroove 2012/01/11 19:56:30
Antwort löschenStimme Herzeleid grundsätztlich zu. Aber was meint der Ansatz "dann könnte man mitfühlen" und , wenn Herzeleid "nicht mitfühlen konnte", warum dann die für mich nachvollziehbare Begeisterung für den Film.
Mich kicken Filme besonders dann, wenn es Figuren gibt, deren Haltung mich provoziert, gar wütend macht. Nach meinem abendländischen Vorverständis ist hier (mit Ausnahme der nicht näher beleuchteten Vergewaltiger) nur der einheimische Häuslebauer in seinem Verhalten abscheulich und schändlich - eine stolze Heuschrecke.
pellekraut007 2011/02/21 10:40:57
Kommentar löschenEs ist eine Schande! Wer wird hier gering geschätzt, wen wird man hier mit Verachtung strafen. Wen unterwirft man hier seinen eigenen Vorurteilen, vom eigenen unveränderlichen Standpunkt? Wem schenkt man hier seine Zuneigung? Den todgeweihten Hunden? Der ersehnten Liebe? Dem Kyniker, der sich zum Stoiker wandelt? Dem, der um Vergebung bittet? Dem, der sich nicht erklären will oder der nichts erklären kann? Dem, der sich arrangiert um nicht weichen zu müssen? Ein Geist treibt sein Unwesen und wird Opfer seiner eigenen Begierden. Er erhält eine drastische Lektion und findet... keine Vergebung! Die Reaktionen entziehen sich allesamt dem "warum" und doch beobachte ich mich, wie schließlich ich Erklärungen finde, um mir die Genugtuung zu verschaffen, weshalb so etwas von so etwas kommt. Und ich muß manch fairem Kommentator hier widerspr...schreiben: Das Meiste bleibt stest völlig unerklärlich! Wie auch hier. Denn nur in ganz seltenen Fällen dürfen wir uns über eine wirklich verständliche Erklärung freuen! Für mich ein herausragender Film, der durch seine Eindringlichkeit über jeden Vorwurf erhaben ist. Grunz!
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duffy 2011/02/17 20:34:06
Kommentar löschenSehr schön. MP empfiehlt mir unter vorgemerkte Filme:
Schande
Gerechtigkeit mit John Malkovich, Jessica Haines
Mo, 21.02. 00:00 auf Das Erste
Gerechtigkeit mit John Malkovich, kann nur gut sein. :)
12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
fabel 2011/02/18 18:51:48
Antwort löschenEine wahre Schande ist diese Programmplanung. Wieso kann so etwas nicht mal in der Primetime kommen oder etwas früher?
Aber so ist es ja kaum zu schauen für normalsterbliche, bemitleidenswerte Schüler.:(
Shame on them!
Alle 3 Antworten zeigen
duffy 2011/02/18 18:52:59
Antwort löschenAufnehmen.
Richardlöwenherz 2011/02/21 12:12:33
Antwort löschenDas ist doch typisch für den deutschen Durchschnittsgeschmack ,denn danach richten sich ja die Sendezeiten. Filme mit Anspruch findet man vergebens um 20.15 uhr .wie gut das ich ein Nachtmensch bin :)
Dr.Hasenbein 2011/02/04 03:20:30
Kommentar löschenHm, ich muß zugeben das es mir schwer fällt eine Kritik über diesen Film zu schreiben.
Warum?
Tja, der Film war gut.Nicht gerade ein Meisterwerk, aber eben gut.
Jetzt laden uns die Hauptprotagonisten nicht gerade ein sie Lieb zu gewinnen oder gar sie in ihrem Handeln zu verstehen.
Und das macht das ganze nicht gerade leichter.
Im Grunde zeigt der Film die Probleme zwischen Reich und Arm, Frau und Mann in Afrika.
Das alles wird sehr ruhig, fast schon behäbig in Szene gesetzt.
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dbeutner 2010/10/30 13:55:35
Kommentar löschenMalkovich war mein Grund für den Film, und vor allem diesem bzw. seinem Schauspiel sind die Punkte gewidmet - wobei das Werk ganz sicher nicht zu seinen Spitzenleistungen gehört. Sein Können ist immer wieder spürbar, meist mehr mittelbar als unmittelbar, denn an vielen Stellen neigt er hier zum aufdringlichen Underacting, wobei ich mir rel. sicher bin, dass dies zum nicht geringen Teil auf die Regie zurückzufallen hat. (Seine lethargische Sprechweise etwa gerät in Teilen in die Nähe betrunkener Sprechweise, weil die Deutlichkeit zu sehr leidet.)
Punkte also fürs Schauspiel (alle sind gut, Malkovich halt noch besser), für die Kamera, ja, und auch für den Ton.
Drehbuch und Regie gehören meiner bescheidenen Meinung nach allerdings auf den Marktplatz gestellt und mit Tomaten beworfen. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber der Klappentext suggeriert, dass auch die Romanvorlage tatsächlich zumindest keine andere Aussage treffen wollte als der Film. Das Handeln der Personen, allen voran der Tochter, ist im Wesentlichen rational völlig unerklärbar und geht bis ins psychisch dringend Behandlungsbedürftige; der Film versucht aber auch nicht im Geringsten, Handlungsmotivationen - ob nun rational oder nicht - zu erklären.
"Schande" schließt auch mit einer Aussage, die schlau sein will (Stichwort: "Lebensrealität"), und in meinen Augen dagegen an Dummheit und Ignoranz kaum zu überbieten ist. Es ist der geistige Gegenentwurf zu "Dogville" ((c) für diesen Vergleich liegt bei meiner Frau, Ehre wem Ehre gebührt); nun liebe ich Dogville für ganz viele Sachen, vor allem aber auch für seinen Schluss und seine Moral. Und gerade auch deswegen finde ich "Schande" in seiner Aussage fast unerträglich.
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stalker 2010/06/27 04:07:41
Kommentar löschenIch war skeptisch, weil Coetzee im Regal, warum also gucken, wenns gelesen wurde und Kopfbilder sind ohnehin die besseren Bilder, aber im Kopf eben kein John Malchovich, und der spielt sich voll den Charakter aus dem Leib, ganz großes Kino, was der da abliefert, womit der Rest des Films manchmal nicht ganz mithalten kann, da gibt es doch Längen, da schaute ich schon mal auf die Uhr und irgendwie flowt 'Schande', wenn auch nur um Haaresbreite, an einem vorbei, berührt nicht ganz, obgleich er doch berührt, allerdings aufgrund der drei grundverschiedenen Perspektiven kaum Möglichkeit zur Identifikation bietet, dafür umso mehr an Denkstrukturen rüttelt.
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spanky 2010/05/17 16:49:43
Kommentar löschenSo gut der Auftakt mit dem fiesen Soziopathen Malkovich anfangs ist, so ist der Ausklang mit dem liebevoll umsorgenden Vater Malkovich um so dämlicher. Und Afrika mit seinen eigenen Sitten will man danach auch nicht mehr wirklich verstehen.
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lucie 2009/09/20 12:28:56
Kommentar löschenDurch die Kritik im Radio, war ich verunsichert, ob es überhaupt ein Film für mich ist. Habe mir dann ein Herz gefasst und den Film angesehen um mir meine eigene Meinung zu bilden.Zunächst wirkte der Streifen auf mich atmosphärisch und dann kippte die Angelegenheit. Ich meinte die uralte Problematik von Südafrika wieder zu erkennen, nur mit verdrehten Vorzeichen. Der Film ist in der Lage der Zuschauer weder für die eine, noch für die andere Seite Partei zu ergreifen. Er zeigt nur recht deutlich, wie verlogen und voll von Doppelmoral der Mensch an sich ist. Es ist kein Film für unbeschwerte Unterhaltung, sondern zeigt deutlich, was in jedem von uns steckt.
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