Don Jon

Don Jon / AT: Don Jon's Addiction (2013), US Laufzeit 94 Minuten, FSK 16, Komödie, Drama, Kinostart 14.11.2013


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von Joseph Gordon-Levitt, mit Joseph Gordon-Levitt und Scarlett Johansson

In Joseph Gordon-Levitts Spielfilm-Regiedebüt Don Jon spielt er selbst einen modernen Don Juan, dessen Leben sich nach der Begegnung mit zwei Frauen verändert.

Handlung von Don Jon
Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) macht seinem Spitznamen ‘Don Juan’ alle Ehre. Er ist ein typischer Playboy, der mit allen Mitteln der Verführung versucht, so viele Frauen wie möglich ins Bett zu kriegen und gleichzeitig seine Sucht nach Internet-Pornos zu stillen. Seine Glückssträhne bei Frauen endet allerdings, als er die hübsche Barbra (Scarlett Johansson) kennenlernt. Bei ihr stößt er das erste Mal auf Widerstand. Barbra sucht nämlich keineswegs nur einen One-Night-Stand, sondern die große Liebe. Trotzdem gibt Jon nicht auf und verdrängt die offensichtlichen Unterschiede zwischen ihm und Barbra. Jons Leben nimmt eine weitere Wendung, als er Esther (Julianne Moore) begegnet. Denn Esther versteht ihn und sein Verhalten und blickt hinter die Fassade.

Hintergrund & Infos zu Don Jon
Seine ersten Gehversuche als Regisseur sammelte Joseph Gordon-Levitt (Inception, The Dark Knight Rises) mit seinem 24-minütigen Film ‘Sparks’, einer Adaption der Kurzgeschichte von Elmore Leonard. Für den Film konnte er die Schauspieler Eric Stoltz und Carla Gugino begeistern. Mit der Komödie Don Jon (AT: Don Jon’s Addiction) gab Levitt sein lang erwartetes Spielfilm-Regiedebüt und eröffnet damit die Panorama-Reihe der 63. Berlinale im Jahr 2013. Neben Levitt selbst, Julianne Moore und Scarlett Johansson sind in Nebenrollen auch Brie Larson, Tony Danza und Rob Brown zu sehen.

Produziert wurde Don Jon von Ram Bergman und Nicolas Chartier. Letzterer hat bereits den oscarprämierten Film Tödliches Kommando – The Hurt Locker von Kathryn Bigelow produziert. Allerdings durfte er an der Veranstaltung selbst nicht teilnehmen, da er vorher eine Massen-E-Mail an die Mitglieder der Academy geschickt und diese aufgefordert hatte, für The Hurt Locker anstatt für Avatar – Aufbruch nach Pandora in der Kategorie ‘Bester Film’ zu stimmen. (LM)

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Kommentare (147) — Film: Don Jon


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Dr.Hasenbein

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Bewertung5.5Geht so

Jungstar Joseph Gordon Levitt macht es einem mit seinem Regiedebüt "Don Jon" nicht gerade leicht.
Denn genauso unnahbar wie sich Jon im Film den Frauen gegenüber verhält wirkt er mit seiner unsympathischen und proletenhaften Art auch auf den Zuschauer.
Das Thema ist natürlich sehr aktuell und wird hier einigermaßen realistisch behandelt.
Denn jeder der sagt er guckt sich keine Pornos an der lügt.
Es ist in der heutigen Zeit wo es quasi alles im Internet per Klick gibt was einen anturnt fast schon zu einfach sich am Computer Ersatzbefriedigung zu suchen und man muß um das was man braucht zu bekommen garnicht mehr großartig auf andere Menschen zugehen.
Schließlich kann man es auch einfacher haben.
Deshalb ist es sehr mutig das Thema Masturbationsgesellschaft
(die wir mitlerweile ohne Zweifel sind) als Thema seines Regiedebüts zu wählen und es auch noch so ehrlich zu behandeln.
Trotzdem hat mich die sehr unterkühlte Art komplett auf Distanz gehalten und erst mit auftauchen von Juliane Moore wurde dies "etwas" besser.
Insgesamt erzählt mir der Film einfach zu wenig, die Handlung ist zu dünn und auch die ständigen Wiederholungen im Leben von Jon waren mir irgendwann zu viel des guten und haben eher etwas gelangweilt.
Zwar machen die Darsteller ihre Sache alles andere als schlecht, aber richtig vom Hocker gehauen haben sie mich hier auch nicht.
Dann muß ich noch anmerken dass die eigendlich hübsche Scarlett Johansson nie schrecklicher und unsexyer aussah wie hier.
Ich hoffe das war so beabsichtigt um ihren (Film) Charakter zu unterstreichen.
Don Jon ist ein mal etwas anderer Beziehungsfilm der ein wichtiges Thema behandelt,
mich aber einfach nicht überzeugen und packen konnte!

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Cinepheel

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Bewertung2.0Ärgerlich

Klischeeüberfrachtetes, hektisch-frech daherkommendes profeministisches Propagandafilmchen. Typischer Fall von Filmkunst im Jahre 2013: Alles dient der möglichst offensichtlichen Verbreitung einer "sozialen Message". Diese Priorität nimmt hier ein solch groteskes Ausmaß an, dass nahezu alle Elemente der Inszenierung, Set, Licht, Schauspieler, das gesamte Staging, wie eine dröge, sinnlose Kraftanstrengung, ein feindselig-störendes Theater wirken, das die Macher nur deshalb hinter sich brachten, weil die in ihren Augen rückständige Erzählform "Spielfilm", für ständige poetische KONTAMINATIONEN bekannt, einfach zu viele unverbesserliche Anhänger hat, um deren nichterfolgte ERZIEHUNG es ja sonst SCHADE gewesen wäre.

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d-g0

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Bewertung6.0Ganz gut

Titten,Ärsche,Sex. Überall und andauernd sind diese Sachen in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Jon sieht sich mit diesen Dingen zugeworfen und kann keine andere Lösung finden, als sich vor seinem Laptop zu setzen und sich durch Pornos Abhilfe zu schaffen. Doch als er Esther kennen lernt, bekommt er andere Möglichkeiten aufgezeigt und beginnt zu verstehen, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen der geschauspielerten Lust in einem Pornofilm und zwischen Sex in der Realität geht. Mehr noch wird er ebenso den Unterschied zwischen bedeutungslosen Sex und "Liebe machen" durch Esther erfahren.
Trotz anfänglicher Befürchtung, dass der Film in die Schmalzromantik abdriftet, schafft es der Film an den richtigen Stellen zu überzeugen und der heutigen Gesellschaft einen Spiegel vorzuzeigen. Besonders gelungen sind die stereotypischen Charaktere Barbara und Jon, wobei mir hier die Ironie, dass der einstige Prolet Jon viel näher zur Liebe gefunden hat, als Barbara, die sich ja eigentlich nichts sehnlicher wünscht, als den einen Mann zu finden. Letztendlich scheitert diese aber an ihren kompromisslosen Vorstellungen und wird wahrscheinlich in etwa so enden, wie Jons Familie, die mehr einen zwanghaften (und dadurch komischen) Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Jons Schwester hat nur einen Satz im Film, scheint aber begriffen zu haben, worauf es wirklich ankommt.

Gutes Regiedebüt Herr Gordon-Levitt .

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cronic

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Essensszenen haben sie gut getroffen, erinnert mich an meine Familientreffen in Italien. Tony Danza noch gut erhalten. Der New Jersey Mob Akzent in Verbindung mit Ferguson's Kaugummi Ausmaßen killt sogar Scarlett's Erotik. Die Cameo Auftritte sind Top. Solides Debüt von ihm 

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ColinTheRobot

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich war ja sehr skeptisch, was "Don Jon" betrifft. Grundsätzlich hat mich das Thema interessiert. Der Trailer hat mir allerdings nicht besonders gefallen. Allerdings mag ich Joseph Gordon-Levitt sehr gerne und er hat einige großartige Filme gemacht. Andererseits hat er in letzter Zeit auch einige Filme gemacht, die mir nicht besonders gefallen haben. Nun kann ich sagen: Gordon-Levitts Regie-Debüt ist durchaus gelungen. Zwar klingt die Story erstmal ziemlich abgedroschen – Aufreißer findet Frau seiner Träume – aber Gordon-Levitt hat es gut geschafft, eine neue Seite zu zeigen.
Einen dicken Pluspunkt gibt es, weil ausnahmsweise beide Geschlechter in überspitzten Klischees dargestellt werden: Kein toller Held mit dumpfer Barbie. Aber auch keine wunderschöne Powerfrau mit Machoidiot. Hier kriegen beide ihr Fett weg (und Scarlett Johansson darf außerdem noch ihr "Image" durch den Kakao ziehen – wunderbar!).

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Dr.Bobo

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Bewertung6.5Ganz gut

An sich muss man dem guten Joseph ja mal sagen : Klasse gemacht mein Lieber !
Ein echt erfrischender Film. Aber was für ein Film eigentlich ? Ist es mehr eine Schwarze Komödie ? Ehr ein Drama? Ich weiß es nicht. Der Film hatte wirklich tolle Ideen und die Darsteller waren allesamt solide, aber was will Don Jon eigentlich sein ? Für eine Schwarze Komödie war der Humor zu seicht, nicht schlagfertig genug und in manchen Abschnitten nicht zu erkennen, obwohl er sich bemühte Humor zu übertragen. War es also mehr ein Drama ? Jein ! Klar hatte der Film klare Drama Ansätze aber wo war der Punkt der einen berührt oder schockiert. Diese ganze Pornosucht wird nur wie ein kleines Laster abgestempelt, was unseren Hauptcharakter kaum im Leben beeinflusst. Er masturbiert viel und gern...JA UND ? Mir fiel die ganze Zeit das Meisterwerk Shame ein. Ein Film der Sexsucht so wahnsinnig hart ( Hihi ) darstellt das es echt wehtut und dann kommt Don Jon um die Ecke und geht (ungefähr) das gleiche Thema an und schafft es nicht diese Sucht auch als Sucht darzustellen, sondern ehr als eine unangenehme Angewohnheit. Als pures Drama sowie als Schwarze Komödie ist Don John nicht geeignet. Wieso denn aber 6,5 Punkte ? Weil Don John was neues war, die Figuren spritzig und das Thema ansich sehr interessant und neu. Ich habe mich streckenweise sehr unterhalten gefühlt.
Also Joseph das nächste mal trau ich dir ein bisschen mehr zu. Du packst das schon

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Robbejr

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tolles Regiedebüt, das die Geschlechterrollen des 21. Jahrhunderts und die Genre typischen Klischees gekonnt aufs Korn nimmt und zeigt wie sehr Idealbilder und zu große Erwartungen Beziehungen zerstören können. Von der anfänglichen scheinenden Oberflächlichkeit einer Mainstream-Komödie schafft es Levitt im Laufe des Films einen Selbstfindungsprozess des Protagonisten zu kreieren, der am Ende in einen tiefgründigen Indiefilm mündet. Dabei schafft es Levitt, gleich seiner Figur, die gängigen Konventionen zu durchbrechen und kritisiert dabei die von den Medien verursachte Perfektionssucht unserer Zeit.

Joseph Gordon Levitt überzeugt, gleich auf mit Scarlett Johansson, die beide ihren Figuren ein glaubhaftes und tragikomisches Leben einhauchen.
Nach anfänglicher Skepsis muss ich sagen: Don Jon ist super.

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Ozuma

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eine durchgehende Erektion die den ganzen Film begleitet mit so viel Freude die durch den Film entstehen. Ich habe mich selten in einem Film so gefreut wie hier. Es ist nicht die Art von Lustig oder Freude das man laut Lacht, sondern einfach nur ein freudiges grinse ( und damit keine Pedo grinsen) wen man sich freut und die Situation die durchlebt wird verstehen kann. Auf jeden Fall Empfehlung weil es seit bestimmt 500 Film mein Lieblingsfilm ist. Der Schauspieler und seine Lebens weise sind geil genau wie seine Blonde Freundin die er hat. Doch er zeigt auch die wahren Seiten des Lebens. Mega geil geiler Abend und für mich perfektes Jubiläum für 1100 Filme =).

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deevaudee

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Bewertung7.0Sehenswert

Und nun mal die Hände vom Sack, und ganz ehrlich!! Wie oft spielst du Mütze/Glatze/Mütze/Glatze und guckst dabei kurzgebundende Korpulierfilmchen??
Die sich schlicht weg Pornos schimpfen??!! Geht dir auch einer dabei ab, wenn du dein Pc anschaltest und der Start Jingle ertönt??
Nun ja, JG-Levitt dachte sich, warum nicht dieses jenes welches Thematisieren ohne es zu Extraordinär werden zu lassen oder zu sehr in fäkalisierende Engpässe zu gelangen.
Er karikatierte sich in eine Rolle, die ohne Pelle schubbern am Tag nicht auskommt.
Und Papiertaschentücher sind das einzigste was in seinen Papierkorb landen, zusammengeknüllt und gefüllt natürlich. Doch auch körperliche Disziplin, Räumliche Sauberkeit, sein Auto, den sein Fahrstil die behindernde STVO anpisst, seine irgendwie geheuchelten Bußen vorm Pfarrer, seine primitiv wirkenden Kumpels, und seine Schnittchen, die gehören zu Jons leben. Und weil er sich selbst als Weiberheld sieht, gibts den leckeren Beinamen Don. Also Don Jon. Der Film wird gern als Komödie angepriesen, aber mit Durchschnitthumor hat das ganze hier eher weniger zu tun. Eher eine Karikatur eines gewissen Menschenschlags. Den Neandertalern, auf der suche nach den perfekten fick. Und so gibts Notensysteme für die Ladys. Bis denn die jutste Johanson auf den Plan tritt, auf die Don Jon extrem abfährt. Sie wird tatsächlich nicht nur ein one-night-stand, sondern auch seine Filmfreundin. Allerdings kommt auch sie nicht ohne Stereotypes verhalten aus. Drama Queen, Kontrollfreak und Stabsfeldwebel in einer Person. Eben die bevormundende Freundin, die vielleicht optisch ein Volltreffer, aber Charakterlich, eher second hand ist!

Und es wird auch nicht der A-typische Kampf der Geschlechter, sondern einfach nur ein Spiegelbild, auf die Prolligen Normalos, die wenn sie sonst nichts können im Leben, denken auf 1,40 x 2,10 Schaumstoffmatratze sie die Helden der Welt sind.
Don Jon ist wahrlich satirisch zu betrachten, macht in Sachen Darsteller und Handlung nicht viel falsch, und lässt sich auch gut hintereinander weg sehen. JGL spielt durchaus gut, auch Johanson macht eine sexy und Klischee beladene gute Figur. Auch Tony Danza als Jons Vater Jon, Muskelbepackt im Unterhemd, spielt den Möchtegernmacho auf die alten Tage recht passend. Lediglich Brie Larsons Charakter wird so dümmlich langweilig dargestellt, die ungelogen bis auf einen fast intelligenten Satz eher als verschenkter Charakter angesehen werden muss. Für puren Sex reicht die 16er Freigabe auch nicht, so dass die angesprochenen Pornos die recht regelmäßig konsumiert werden, eher im dezent harmlosen Gewand daher kommen. Auch der spätere Umschwung, das in Form von Julianne Moore auch der Leitspruch, auf älteren Pferden lernt man das reiten, ein Charakter mit bei ist, der das ganze Sexoverkill Zeugs nicht drosselt, aber dem ganzen einfach mehr Sinnlichkeit gibt. Das was so Möchtegernhechte wie Jon, den nötigen Feinschliff geben. Durchaus ein Film den man mal gesehen haben sollte, der auch als minimale Charakterstudie dient. Er hat so seine Momente, und die machen den Film auch so sympathisch. Also, Hände vom Sack, und zur Abwechslung keinen Porno gucken, sondern Don Jon.

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deevaudee

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Wenn der Tschad irgendwann mal Weltmeister wird. Dann vielliecht. ;)


BenAffenleck

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Oh!!!


PommesPapst

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Bewertung7.5Sehenswert

Zu Teilen erinnert es schnitttechnisch an Requiem for a Dream, jedoch ohne qualitativ daran heranzureichen. Alles wirkt ein wenig platt, allerdings nicht so platt, dass es negativ auffällt, denn unterhalten fühlte ich mich über die gesamte Spieldauer, was nicht zuletzt daran lag, dass die Thematik und der Aufbau des Films unkonventionell sind und ebenso die Darsteller zu gefallen wissen. Ein solides Erstlingswerk.

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spanky

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Bewertung6.0Ganz gut

Der vermeintlich autobiografische Aspekt dieses Films jagt mir Angst ein. Ich will nicht, dass Gordon-Levitt das Arschloch ist, das er hier portraitiert. Trotzdem erzeugt das Spiel mit der bloßen Möglichkeit einen gewissen angenehmen Schauder. Für ein Debüt ist das auch nicht ganz ohne Mut, denn mit so etwas kann man sich auch um Kopf und Kragen spielen. Letzlich macht Gordon-Levitt aber keinen Fehler und umgibt sich nur mit der Creme seiner Kollegen. Vor allem die Gastspiele von Danza und Moore alleine sind schon durchweg sehenswert.

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brainchild

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Bewertung7.5Sehenswert

James Franco mag noch so viele Elite-Unis besuchen, der smarteste 30-Something in Hollywood ist Joseph Gordon-Levitt. In 'Don Jon' kulminiert diese Smartness in gewisser Weise. Nicht nur durch seine Doppelrolle als erstmaliger Auteur und Hauptdarsteller, sondern vielmehr durch die Art, wie er seine über Jahre gereifte Idee auf formaler Ebene widerspiegelt und dabei Geschlechter-Archetypen gleichermaßen reflektiert wie das hollywoodsche Mainstreamkino. Thematisch könnte 'Don Jon' nicht unkonventioneller sein (stereotyper Jersey-Guy leidet an Pornosucht). Umgesetzt ist das wiederum in den ganz klassischen drei Akten, in denen der Protagonist eine Läuterung zum besseren hin durchmacht. Diese Trennung ist teils ganz subtil, teils bewusst platt und in ihrer Konsequenz durchweg genial.

1. Akt: Postmoderne Exzess-Komödie: Jon wird als gestählter Ladykiller eingeführt, der sich die Nächte in den Clubs um die Ohren schlägt und tagsüber seiner Porno-Leidenschaft frönt. Begleitet wird das von schnellen Schnitten (erinnert an 'Requiem for a Dream'), EDM-Soundtrack und coolem Voice-Over. Blau dominiert.

2. Akt: Klassische Hollywood-Schnulze: Jon trifft seine Traumfrau Barbara. Die beiden sehen sich typische Romanzen an, Barbara will mit dem ersten Mal warten, damit es es etwas besonderes wird und schließlich stellt er sie seinen Eltern vor. Happy End? Nein. Barbara ist herrisch, will einen "echten Mann". Jon wichst derweil weiter. Die Beziehung zerbricht. Unterlegt ist das mit opulenter Musik, wie man sie seit den 50ern in Filmen kaum noch hört; die Kamera fängt derweil wunderschöne Bilder ein. Rosa dominiert.

3. Akt: Indiefilm: Jon freundet sich an der Abendschule mit Esther an, einer Frau in den Vierzigern, die mit einem Verlust umzugehen hat und ihm zugleich über die Trennung hinweg hilft. Jon lernt die Gegenseitigkeit, die Akzeptanz und Unterstützung in einer Beziehung kennen. Die Beiden geben sich halt und verlieren sich ineinander. Gefilmt wird mit Handkamera, geschnitten wird wenig. Die Musik ist spärlich und gitarrenlastig. Naturfarben dominieren.

Wiederholung der immer gleichen alltäglichen Rituale bestimmt dabei circa die ersten zwei Drittel des Films, bevor sie gegen Ende dann doch noch aufgebrochen wird. Letztlich schafft Gordon-Levitt es sogar, aus dem Porno-Thema die Universalität von Geschlechterrolen, unerfüllbaren Erwartungen an sich selbst und das Gegenüber sowie die Gefahr der Materialisierung des ganzen Lebens herauszuarbeiten. Aufhänger dafür sind Pornos und Filmschnulzen. Wenn das nicht smart ist...

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LilQ

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Smartness zieht smartness an!


Frankie Dunn

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Mir war der Film nicht unterhaltsam/packend genug. Schön jedoch, dass dein Kommentar einen weiteren Blickwinkel zur Story eröffnet, den ich so in dieser konkreten Form während des Films nicht hatte.


patcharisma

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Bewertung7.5Sehenswert

Joseph Gordon-Levitt ist bestimmt die coolste Sau Hollywoods: Obwohl man in ihm dank seines schnittigen Aussehens nur einen Dumpfbacken erwarten würde, suchte er seine Drehbücher immer nach grosser Substanz aus. Weder Arthouse noch Action hat er jemals gescheut. Mit seinem IQ in der Birne überrascht es auch nicht weiter, dass er fähig ist, selbst Drehbücher zu schreiben und Regie zu führen. "Don Jon" hat bestimmt autobiographische Züge und vieles gibt der Mann von sich preis und er braucht sich nicht vor etwelcher Häme zu schämen. Dies ist dazu umso grossartiger, dass er seine eigene Porno-"Beichte" ohne jegliche Moral oder einem überflüssigen Zeigefinger auskommt. "Porn ain't Heroin, so why should I be addicted to it?" - mit solchen herrlichen Logik-Rückschlüssen bringt er uns in seine Unterschichts-Welt - von den Nachtclubs, zu seiner U.S.-Italo-Immigrantenfamilie, bishin zur wöchentlichen katholischen Beichte durch einzeln kleine, oft selbstsprechende Szenen stückchenweise immer näher. Diese Repetiv-Geschichten machen insofern Spass, wie sie dramaturgisch immer rasanter geschnitten und schneller gesprochen und im soziologischen Kontext äusserst erleuchtend sind. Der ausgetragene Konflikt mit seiner blonden Babe Scarlett Johannson ist zum Schiessen komisch! Doch dann kommt die desillusionierte Generation-X-Hippie-Frau Julianne Moore in sein Leben und dieser sich mit ihr manifestierendem Erkenntnis-Reichtum und das ganze Pendent als Figur sind deshalb so gewieft szenisch gesetzt, da Gordon-Lewitt auf Kitsch und Rührseligkeit (fast) verzichtet. Schlussendlich haben beide einfach Freude am Vögeln - warum denn auch mehr Überflüssiges in alles hinein interpretieren?

"Don Jon" ist für jedes (Porno-Konsum-)Klisché zu clever, der Film scheint direkt aus einem Leben mit eigenem Logik-Universum gegriffen zu sein, er ist extrem kurzweilig, menschlich wertvoll, teilweise herrlich (selbst-)entlarvend und in seiner kurzen Spieldauer ist mehr drin, als in so manchem Epos - ja, das Leben ist eben oft weder Rühr- noch Moralstück, sein Fluss wird halt meistens viel unspektakulärer definiert - Chapeau!

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pischti

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Schöner Kommi Pat, den will ich auch noch sehen.


patcharisma

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Go for it - dear Pitschi - der Film hat eine völlig eigene Magie... Aber bitte nur im O-Ton anschauen... die Sprache ist hübsch...


uncut123

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Bewertung7.0Sehenswert

einige sachen entsprechen ja so der wirklichkeit...Regiedebüt gelungen

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midesp

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Bewertung0.5Schmerzhaft

Vergib mir, Vater denn ich habe kostbare Lebenszeit verschwendet. So oder so ähnlich würde wohl meine Beichte nach dem Film ausfallen...
Oberflächliches Gelaber bis zum geht nicht mehr und die kaugummikauende Visage von Scarlett Johansson kann einen ja nur in den Wahnsinn treiben (und das meine ich unter keinen Umständen positiv).

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fujay

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Bewertung7.5Sehenswert

Wirklich sehenswerter kleiner Film. Viel Wahrheit gepaart mit gutem und derben Humor. So mag ich's.

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Troublemaker69

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Bewertung7.5Sehenswert

Sehr gut gemachter Film, der mal mit einer andersartigen und sehr interessanten Storyline daherkommt.
Der Film hat genau die richtige Lauflänge und ist daher keine Sekunde langweilig. Außerdem passen vor allen Johansson und Moore perfekt in ihre Rollen.
Der Film ist ziemlich vorhersehbar, was etwas schade ist, aber ansonsten ist der Film eine saubere Sache, die sich jeder mal ansehen sollte.

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goddessofdeath

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Bewertung6.0Ganz gut

Leichte Spoiler.
Ach Joe... sehe ich sein Gesicht, würd ich immer gerne seine Backen nehmen und feste hineinkneifen. Genau so in "Don Jon". Meiner Meinung nach kann Levitt nie soviel Muskeln haben, dass der Bubi in ihm nicht mehr rauskommt. Aber macht ja nix, auch nicht in "Don Jon". Don Jon ist eine sehr seichte Komödie, die einem nicht viel abverlangt, versucht, etwas gesellschaftskritisch zu sein (was aber oft nicht ersichtlich und erst am Ende noch mit dem Holzhammer hineingepresst wird) und das Thema Porno und Pornosucht mit großer, aber auch augenzwinkernder Offenheit angeht. Die Beziehung mit der älteren Frau wirkt dann leicht erzwungen und führt zu einem ebenso erzwungen offenem Ende, aber kann ich sagen, dass ich es bereut hab, diesen Film zu schauen? Nein. Ich glaube, viele Frauen werden mir zustimmen, dass alleine Levitts Gesicht so einiges wieder gutmacht, was die Story nicht hergibt.
Plus: Ich wusste gar nicht, dass Scarlett so eine arschige Rolle so grandios spielen kann. Irgendwann geht sie einem so derart auf den Senkel, dass man ihr ihre Ikea- Reale um die Ohren hauen will.

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Realizator

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ja stimmts. Der Film langweilt keine Sekunde. Der Sinn der echten Liebe mal anders. Witzig und hervorragende Arbeit von Joseph Gordon-Levitt. Es hat nir gefallen

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RicoRoyal

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Na das ist doch endlich mal wieder ein US-Film, der mich in keiner Sekunde langweilt. Und nicht nur das, der Streifen ist rotzfrech, temporeich und originell und hat tatsächlich keinen einzigen Hänger. Selbst wenn einem die handelnden Figuren nicht unbedingt sympathisch sind, möchte man zu jedem Zeitpunkt wissen, wie's weiter geht und wer am Ende wen kriegt. So muss das!

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