Es ist nicht vorbei
Es ist nicht vorbei (2011), Laufzeit 89 Minuten, FSK 0, Drama
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Keine
von Franziska Meletzky, mit Anja Kling und Tobias Oertel
Carola Weber erschrickt bis ins Mark, als ihr Mann Jochen seinen neuen Kollegen aus dem Krankenhaus vorstellt: Diese Stimme kennt sie. Sie zu hören, katapultiert Carola in die schlimmste Zeit ihres Lebens, in die Haft im DDR-Frauengefängnis Hoheneck. Sie ist überzeugt, dass Prof. Wolfgang Limberg jener Arzt war, der sie dort mit Psychopharmaka behandelte, um eine Aussage zu erzwingen, und damit verschuldete, dass sie bei der Arbeit am Band zwei Finger verlor. Carolas Karriere als Pianistin war damit für immer vorbei.
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Cast & Crew
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Franziska Meletzky
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Anja Kling
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Carola Weber
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Tobias Oertel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jochen Weber
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Ulrich Noethen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prof. Dr. Wolfgang Limberg
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Melika Foroutan
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Monika Limberg
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Kirsten Block
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Helga Gramski
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Catherine Bode
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Anne Weber
Regie
Schauspieler
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Marie Gruber
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Peter Fieseler
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Rosa Enskat
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frau Rohde
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Sinha Gierke
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Tim Kauermann
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mann am Unfallort
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Ernst-Georg Schwill
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Clemens Murath
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Kristin Derfler
- Genre
- Politdrama, Drama
- Zeit
- 1990er Jahre, Gegenwart
- Ort
- Deutsche Demokratische Republik, Gefängnis, Ostdeutschland
- Handlung
- Abgetrennte Finger, Arzt, Arzt-Patient-Beziehung, Finger, Folter, Frauengefängnis, Freiheitsentzug, Gefangener, Gefangenschaft, Gefängnis, Haftstrafe, Kollege, Pianist, Professor, Psychopharmaka, Psychose, Stimme, Verdrängte Vergangenheit, Vergangenheitsbewältigung, Verrücktheit, Zuchthaus, psychischer Missbrauch
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Spannend, Traurig, Verstörend
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Kommentare (2) — Film: Es ist nicht vorbei
Kommentar schreibenDJ Peer Siehl 2011/11/20 20:26:20
Kommentar löschenFand den Film super spannend. Man muss sich natürlich auch ein wenig für das Thema interssieren. Ich hab richtig mitgelitten. Zum Glück musste die hübsche Anja Kling diesen Horror in der Realität nicht erleben. Wieder einmal eine tolle schauspielerische Leistung der sympathischen Potsdamerin. Aber auch Ulrich Noethen war in seiner Rolle klasse.
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fabel 2011/11/10 21:26:56
Kommentar löschenIn einigen Jahren werden mich meine Enkel fragen, was denn zu meiner Kindheit für Filme im deutschen Fernsehen liefen. Die Antwort wird mir rasch über die Lippen kommen: „Nazi- oder Stasifilme.“
Viel mehr hat die einheimische Filmindustrie leider nicht zu bieten, mit Ausnahme von manch einem gekenterten Schiff und diversen Verbrechensaufklärern. Bei unserer Vergangenheit keineswegs erstaunlich. Nichtsdestotrotz stellt sich inzwischen die Frage, wie frustriert wir eigentlich sein müssen, denn die Vergangenheitsbewältigung nimmt einfach kein Ende. Jedes Jahr werden wir mit gefühlten 23 Millionen Filmen über das Dritte Reich und die DDR zugemüllt – und die Zielgerade ist nicht in Sicht. Standesgemäß werden diese dann an einem für die Geschichte wichtigen Datum ausgestrahlt. Neulich, genauer gesagt gestern war wieder so ein ganz spezieller Tag. Die Reichspogromnacht jährte sich zum 73. Mal, und die Mauer fiel 22 Jahre zuvor. Anlass genug, um Geschehnisse von damals oder welche, die im direkten oder indirekten Zusammenhang damit stehen, als Aufhänger für einen 90-Minüter zu gebrauchen. Darum drückte ich mit großem Argwohn und leichter Besorgnis angesichts drohenden Ungemachs (Anja Kling …) und wiederholter Verarbeitung historischer Begebenheiten die Eins meiner Fernbedienung.
Umso erfreulicher, dass sich „Es ist nicht vorbei“ nicht als eine abermals langweilende Geschichtsstunde, sondern als ansprechende Abendunterhaltung entpuppt.
Im Vordergrund des von Franziska Meletzky inszenierten Streifens steht das Schicksal einer Musikerin (überraschend glaubwürdig: Anja Kling), die mit dem Personalchef eines Krankenhauses (wie immer solide: Tobias Oertel) liiert ist. Als der von ihrem Mann eingestellte neue Chefarzt der Neurologie (beängstigend: Ulrich Noethen) zum Kennenlern-Essen einlädt und sie dessen Stimme hört, reißen alte Wunden auf - und sie hegt einen ungeheuren Verdacht:
Bei dem Doktor handele es sich um den Peiniger von Hoheneck, ein Frauengefängnis der DDR, dem sie den Verlust zweier Finger “verdankt“. Ihre Erinnerungen an die schlimme Zeit kommen wieder hoch, der Arzt versucht seine Karriere zu retten, und zwischen allen Fronten irrt ihr Mann ahnungslos umher – bis zum dramatischen Ende, bei dem es um Leben und Tod geht ...
Dieses Ende ist vielleicht auch mit das größte Manko des ganzen Werkes, welches man getrost als packendes, schauspielerisch glanzvolles Psychoduell bezeichnen kann. Etwas zu überspitzt geht’s zur Sache, wer da zum Schluss wem die Spritze an den Hals hält, sei mal nicht verraten, nur so viel: es ist übertrieben. Leicht zu dramatisch, aber auch andere Dinge im Drehbuch stören. Wieso muss Kling ausgerechnet die Musiklehrerin von Noethens Tochter sein? Ein wenig unglücklich sind auch noch andere Zusammenhänge. Weswegen stellt gerade Oertel den ehemaligen Gefängnis-Tyrannen ein? Zufall oder Schicksal wahrscheinlich – oder beides.
Erkennt man Menschen tatsächlich alleine nach Stimmen wieder – und das nach zwanzig Jahren? Hätte es sein müssen, dass das Personaler/Musikerin-Paar unbedingt ein Kind adoptieren will und es schließlich nicht machen darf? Na ja, dass damit angesprochen wird, dass die Folgen der Gefängnisaufenthalte bis hin zur Unfruchtbarkeit reichen, mag gut gemeint sein, ist jedoch nicht ganz so nötig. Hätte anders gelöst werden können. Die Schwester des Personalers ist selbstverständlich komplett anders gestrickt und fast schon so eine Art Hippie-Schwester.
Doch das ist wirklich nur Makulatur, da sich alles dem wahnsinnig Nerven zerfetzenden Duell zwischen Noethen und Kling unterordnen muss. Teilweise läuft es einem kalt dem Rücken runter – bloß aufgrund eines Blickes in deren Augen. Grandios!
Auch wenn der obligatorische Albtraum und ein paar mühsam eingefügte verschwommene Rückblenden die kaputte Psyche von Kling darstellen sollen – was völlig nervt und außerdem total einfallslos ist -, die direkten Aufeinandertreffen der beiden Hauptprotagonisten machen ihre Lage deutlicher klar. Noch mehr zeichnet sich allerdings Noethen, der mal behauptete, er würde nur in hochwertigen Produktionen mitspielen, was er hiermit eindrucksvoll unter Beweis stellt, aus. Durch ihn bekommt der Streifen erst das große Fragezeichen. Aus seiner Figur wird man nicht schlau: War er nun der Bösewicht, für den er gehalten wird, oder war er es nicht? Nicht zuletzt seiner Leistung ist es zu verdanken, dass der Zuschauer frühestens in der letzten halben Stunde auf des Rätsels Lösung kommt. Ein munteres Mitraten und somit große Spannung ist garantiert.
Wenigstens hiervon kann ich meinen Enkeln vorschwärmen.
bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Schlegel 2011/11/11 03:41:17
Antwort löschenIch glaube ja nicht, dass es bei Nazi- & Stasifilmen noch um Vergangenheitsbewältigung geht. Es geht um starke Konflikte = gute Geschichten.
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Doomsday 2011/11/11 09:16:12
Antwort löschenNein, es geht um eine der wenigen Möglichkeiten als deutscher Filmemacher überhaupt wahrgenommen zu werden, wie es oben schon angeklungen ist.
fabel 2011/11/11 12:30:36
Antwort löschen@schlegel:
Du hast Recht, es geht um starke Konflikte - wie bei "Es ist nicht vorbei" zum Beispiel -, aber leider kommt viel öfter das Gefühl auf, es ginge halt um etwas ganz anderes.;-)
Ich finde das Thema zwar als solches ausgelutscht, was aber nicht heißen soll, dass, sofern gute Plots wie am vergangenen Mittwoch vorliegen, daraus keine guten Filme bzw. gute Geschichten entstehen können.;-)
Es geht - nur leider geht's viel zu oft halt schief.