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Frances Ha

Frances Ha (2012), US Laufzeit 86 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie, Kinostart 01.08.2013


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7.6
Kritiker
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7.4
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92 Kommentare
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von Noah Baumbach, mit Greta Gerwig und Mickey Sumner

Greta Gerwig spielt in Noah Baumbachs Großstadtmärchen Frances Ha eine aufstrebende Tänzerin, die lernen muss, erwachsen zu werden.

Die 27-jährige Frances Halladay (Greta Gerwig) und ihre beste Freundin Sophie (Mickey Sumner) leben gemeinsam in einer Wohnung in New York City. Frances hat ihr Studium bereits vor einer Weile beendet, sucht nun jedoch nach einem Karrieresprungbrett, um sich als Tänzerin selbst verwirklichen zu können. So schlägt sie sich unter anderem als Tanzlehrerin durch. Mit ihrem Privatleben ist die lebenslustige Frances eigentlich ziemlich zufrieden, doch dann zieht ihre beste Freundin Sophie aus und gründet eine neue Wohngemeinschaft mit einer anderen Freundin in Tribeca. Frances bleibt allein zurück, zieht tänzelnd durch die Großstadt auf der Suche nach einer neuen Wohnung und nach einem neuen Platz in der großen weiten Welt. Wohin will sie und wie kann sie ihre ambitionierten Ziele erreichen?

Hintergrund & Infos zu Frances Ha
Noah Baumbach (Greenberg) führte bei der Indie-Komödie Frances Ha Regie und beteiligte sich ebenfalls als Produzent. Gemeinsam mit der Hauptdarstellerin Greta Gerwig (To Rome with Love) entwickelte er das Skript zu dem Großstadtmärchen in Schwarz-Weiß. Während ihrer Arbeit an Frances Ha verliebten sich Noah Baumbauch und Greta Gerwig schließlich ineinander. Der 1969 in Brooklyn, New York City, geborene Noah Baumbach arbeitete zuvor bei einigen Filmprojekten eng mit seinem Kollegen Wes Anderson zusammen. Die beiden Filmemacher schrieben die Drehbücher zu Die Tiefseetaucher und Der fantastische Mr. Fox zusammen.

Frances Ha feierte am 01. September 2012 Weltpremiere auf dem Telluride Film Festival. Im Februar 2013 wurde die Tragikomödie in der Kategorie Panorama Spezial auch auf den 63. Internationalen Filmfestspielen in Berlin gezeigt.

Die Filmeltern von Frances Ha, die die Protagonistin in Sacramento besucht, sind auch im wahren Leben die Eltern der 1983 in Sacramento geborenen Hauptdarstellerin Greta Gerwig: Christine und Gordon Gerwig. (AP)

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Cast & Crew


Kritiken (29) — Film: Frances Ha

Kotelette: Die Nacht der lebenden Texte

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7.5Sehenswert

Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit gehen im Film eine zarte Symbiose ein. Für einen Paris-Trip hat sich Frances in Schulden gestürzt, nur um ihn wegen Jetlags fast völlig zu verschlafen. Wenn Frances dann nach einem eher traurigen Telefonat mit Sophie einsam durch die Pariser Straßen zieht und dazu in feiner Ironie „Everyone’s a Winner“ von Hot Chocolate ertönt, kann sich jeder in die Titelfigur hineinversetzen.

Realitätsnähe und Wahrhaftigkeit des Films sind bedingt durch glaubwürdiges Schauspiel. Als Erste unter Gleichen brilliert dabei Greta Gerwig. Ihre Frances laviert auf eine Weise durch die Rückschläge ihres Lebens, die man ihr jederzeit abnimmt. Geht es dann doch mal voran, ist das für Frances noch lange kein Grund zur Euphorie. Einmal tanzt sie immerhin dann doch mal auf der Straße – zu Klängen von David Bowies „Modern Love“. Diese Frances ist eine lebensnahe Figur, als Zuschauer ist man dicht dran an ihr – gut so.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.0Ausgezeichnet

[…] und wenn sie durch die Straßen New Yorks rennt, nein, tänzelt und dabei kichert und strahlt, dann ist dieses Glück nicht bloß visuell, sondern auch spürbar. Wie könnte man sich nicht in Frances verlieben?

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

stuforcedyou

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Keine Panik. Ich find den Film grottenschlecht. Wollte nur mal auch Sympathiepunkte bei dir sammeln. :)


VisitorQ

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da bin ich aber beruhigt, puh!


Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] Ein superflotter Schnitt, der fröhliche Soundtrack und spritzige Dialoge machen die vordergründig trivialen Bilder unterhaltsam. Gerade die Freundschaft von Frances und Sophie ist so natürlich und glaubhaft, dass man sich darauf einlässt, ohne dass es einen klassischen Spannungsbogen oder ein klares Ziel gibt. Hier und da mögen die Figuren etwas überzeichnet sein, um für den nötigen Humor zu sorgen, aber dennoch entsteht ein gut nachvollziehbares, sehr wahrhaftiges Gefühl einer bestimmte Lebensphase: die, in der man eigentlich schon erwachsen ist, aber noch voller jugendlicher Energie steckt und seinen Platz im Leben sucht. [...]

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Der Witte: CEREALITY, Die Drei Muschel...

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7.0Sehenswert

Sauniedliche und knuffig-gewitzte 'Womanchild'-Charakterstudie in rasantem Schwarz-Weiß. Ein geborener Indie-Darling: harmlos, ungezwungen-konstruiert und komplett entrückt von unserer Welt mit überclever-coolen Dialogen eines frenetisch-perspektivenlosen Manic-Pixie-Dream-Girls sympathischster Natur - welches immer mehr vom ernüchternden Erwachsenensein enttäuscht wird, trotzdem nervös vorgibt, zufrieden zu sein und sich dringlichst nach Freundschaft sehnt. Drolliges und idealistisches Feel-Good-Filmchen - echt nett und leichtfüßig, ein kompletter naiver Wunschtraum.

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Der Witte

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Ich schätze darum hab ich sie in meinem Text auch als 'frenetisch-perspektivenlosen Manic-Pixie-Dream-Girl sympathischster Natur' beschrieben. Damit drücke ich schon aus, dass sie mehr als die übliche Dimension repräsentiert, aber meiner Meinung nach nun mal an solche Charakteristika erinnert. Den Male Lead, den das MPDG aus dem Loch helfen soll, hat man sich natürlich auch weggedacht, schließlich wurden jene Charakteristika schon in Frances' Charakterentwicklung verwendet :P


dannydiaz

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habs erst jetzt gelesen. ähm ja selten hat mich jemand so schlüssig argumentiert überzeugt wie du ;)


Chuchaqui: Critic.de

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9.0Herausragend

Frances Ha wirkt in seiner Körperbetontheit manchmal fast wie ein Stummfilm, die vielen bekannten Stücke von Georges Delerue deuten dagegen eher auf eine andere Quelle der Inspiration hin. Doch trotz der überdeutlichen Verneigung vor der Nouvelle Vague ist Gerwig nicht bloß eine schöne Frau, die Baumbach in selbstverliebter Auteur-Attitüde schöne Dinge tun lässt. Die Schauspielerin hat das Drehbuch selbst mitverfasst, und die von ihr mitgeschaffene Figur ist zu jeder Zeit Antrieb des Films, steht nach jedem Schlag wieder auf und muss sich dabei nicht mal verlieben. Manchmal wirkt sie fast zu souverän, ist doch auch der neueste Film Baumbachs eher eine Ode an eine post-hippe Unsouveränität, mit der wir unser soziales Leben meistern müssen.

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Beeblebrox: dasfilmfeuilleton.de

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9.0Herausragend

Auf die Paul McCartneys poetische Worte folgt David Bowies Modern Love und natürlich darf neben diversen Werken von George Delerue eine ordentliche Portion Rolling Stones nicht fehlen. Gerade in diesem Augenblick, wenn die verschiedenen Stimmungen der Songs genannter Interpreten mit Noah Baumbachs New York-Odyssee im wunderschönen Schwarz-weiß der Inszenierung verschmelzen, vermischt Frances Ha den Geist der Nouvelle Vague mit Woody Allens früherem Œuvre. Herauskommt eine federleichte und dennoch tieftraurige, ergreifende und unerträglich ehrliche Geschichte des Erwachsenwerdens. [...]

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Sven von Reden: taz, Berliner Zeitung Sven von Reden: taz, Berliner Zeitung

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7.5Sehenswert

Genauso überzeugend wie in den Dialogen ist Greta Gerwig in Szenen, in denen es um physische Komik geht: Auch wenn Frances Ha ein wortreicher Film ist, sie bekommt genug Gelegenheit, mit dem ganzen Körper zu spielen: zu tanzen, zu kämpfen, zu laufen – und zu fallen.

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TobiasKniebe: Süddeutsche Zeitung TobiasKniebe: Süddeutsche Zeitung

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8.0Ausgezeichnet

Als Zuschauer ist man stolz, nach anderthalb gänzlich unanstrengenden Stunden, diese Frances eine Freundin nennen zu dürfen. Weil man viele unvergessliche Kleinigkeiten mir ihr erlebt hat. Und weil man meint, sie schon ewig zu kennen - mit all ihren Besonderheiten.

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Soraly: CEREALITY – Magazin für Fil...

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8.0Ausgezeichnet

[...] Schließlich trägt die große Greta Gerwig ein seltenes Juwel unter der abgestandenen Fassade des Mumblecore hervor, in dieser sprühenden Parabel einer unsicheren und doch spielerischen Generation, die ihre Zuflucht im Träumen findet. Tatsächlich hypnotisiert „Frances Ha“ durch seinen Charme und eine Protagonistin, die so einzigartig, so wunderbar schillernd mit Fehlern behaftet ist, so bestimmt nach einer Limonade in einem Garten voller Zitronen sucht, dass wir eine kurze Überdosis dieses Lebens teilen möchten. [...]

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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9.5Herausragend

Gerwigs Frances wirkt völlig liebenswert verloren in der Welt der Erwachsenen, aber [...] auch melancholisch versunken im eigenen Leben ohne wirkliche Freunde.

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Patrick Seyboth: epd-film Patrick Seyboth: epd-film

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8.5Ausgezeichnet

Greta Gerwigs kontrastreiche Darstellung in Frances Ha ist eines der vielen Highlights des Films, der die Vergleiche zu Allens Stadtneurotiker nicht scheuen muss.

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Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag Andreas Busche: taz,fluter, Der Freitag

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9.0Herausragend

Frances ist in gewisser Weise [unanfällig] für die Unwägbarkeiten des Lebens. Und Greta Gerwig ist der hinreißendste Trampel der jüngeren Kinogeschichte

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Hannelore Heider: Deutschland Radio Hannelore Heider: Deutschland Radio

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9.5Herausragend

Greta Gerwig und Noah Baumbach erschaffen eine Figur zum Verlieben und sprechen mit Frances Ha einer ganzen Generation mit ihren Sorgen und Sehnsüchten aus der Seele.

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Oliver Kaever: Programmkino Oliver Kaever: Programmkino

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8.5Ausgezeichnet

Baumbach schafft einen magischen Realismus, der schon in seiner Bildsprache über den Horizont seiner Figuren hinausweist und diese auch ein wenig verklärt [...].

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Roderich Fabian : BR Roderich Fabian : BR

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9.0Herausragend

Ausgesprochen sympathische Figuren geplagt von Selbstzweifel, aber ausgestattet mit der nötigen Portion Selbstironie, lassen Frances Ha an die frühen Werke Woody Allens erinnern.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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7.5Sehenswert

In Frances Ha geht es weniger um Zeitdiagnose oder ein Generationenporträt, als darum, einer Figur und Darstellerin eine Bühne zu errichten. Greta Gerwig verzaubert erneut durch ihre seltsam verrutschte, breitschultrige Weiblichkeit.

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Tamara Danicic: Bayern 3 Tamara Danicic: Bayern 3

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9.5Herausragend

Eine hinreißend gespielte Geschichte mitten aus dem pulsenden, wahrhaftigen Leben! Als Zuschauer möchte man ewig weiter zusehen und sich an der Hand der liebenswerten Hauptfigur treiben lassen.

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David Kleingers: Spiegel Online David Kleingers: Spiegel Online

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8.5Ausgezeichnet

In Frances Ha geschieht alles mit einer kunstvoll inszenierten Beiläufigkeit, die nur auf den ersten Blick ziellos wirkt. Beim zweiten offenbart sich einer der schönsten Filme dieses Jahres.

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Gabriele Summen: Radio Köln Gabriele Summen: Radio Köln

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9.0Herausragend

Sollte man in diesem Sommer nur Gelegenheit haben, einen einzigen Film anzuschauen, so wäre Frances Ha von Noah Baumbach eine sehr gute Wahl. Selten verlässt man das Kino derart beschwingt, inspiriert und mit einem Bauch voll wundervoller Schwarz-Weiß Bilder.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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8.5Ausgezeichnet

Da steckt kein leicht zu verschlagwortendes, einprägsames Konzept dahinter, keine Ideen-Schreibe mit memorablen Gags und einprägsamen Einzeilern, sondern vor allem genaues Beobachten und Wiedergeben. Und eine fast schon un-poetische, präzise und ungeschönte Wiedergabe auch der alltäglichen Peinlichkeiten des Lebens.

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Alle Kritiken (29)


Kommentare (63) — Film: Frances Ha


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PommesPapst

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Bewertung6.0Ganz gut

Eine riesige Aneinanderreihung von Fails. Wäre ziemlich langweilig, wenn die Hauptdarstellerin ihre Rolle nicht so gut spielen würde.

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Der_Phil

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Film, der mich in seiner Ambivalenz an eine langjährige Freundschaft erinnert. Keine Ehe...
Man fühlt sich wohl miteinander, teilt überwiegend schöne Momente, manchmal hat man aber auch genug voneinander und geht sich tierisch auf die Nerven. Im Grunde genommen jedoch alles auf einer herzlichen Ebene, in allem steckt irgendwo etwas Liebe.
Greta Gerwig, die mir vorher noch kein Begriff war, hat mich vollends überzeugt, ebenso der Soundtrack.

...schon der 800. Film...wie doch die Zeit vergeht.

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Donny Brandt

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Bewertung7.0Sehenswert

Frances Ha
ich versteh wirklich, nicht wieso B-Filme immer auch wie B-Filme aussehen müssen. Nur weil man wenig Geld für einen Film hat, muss man doch nicht auch eine Kameraführung haben, die so aussieht. Und leider ist es bei Frances Ha genau so, aber dafür gibt es ja eine Super ausrede das ist nämlich cool und voll Hipster also nimm dir eine Club Mate und setze dich auf die Couch. Davor müssen die Airmax aber ausgezogen werden und der Dutt weg. Und dann kann es losgehen mit Frances Ha(lladay). Einem wunderschönen Films über eine 27 Jährige erfolglose Tänzerin. Die nicht wirklich weiß, was sie eigentlich macht. Und so dumm ist, dass sie von einem zum nächsten Fettnäpfchen stolpert. Und das könnte einen als Zuschauer wirklich zum Ausrasten bringen wäre, da nicht Greta Gerwig die ihre Rolle so toll spielt, dass man Frances nur lieben kann. Das heißt, Greta rettet den Film vor einer kompletten Bruchlandung. Denn Frances Ha hat ein riesiges Problem namens Oh Boy. Oh Boy ist, meiner Meinung nach, in wirklich allen Bereichen besser als Frances Ha. Wahrscheinlich meine ich das aber auch weil Frances Ha ganz klar ein Mädchenfilm ist, während Oh Boy mehr in die Jungs Richtung geht. Und deswegen bekommt Frances nur die 7, ohne Oh Boy wäre da bestimmt auch ne 8 oder 9 drin.

#sindwirnichtalleeinbisschenHipstar?

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mikkean

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine zeitlang mache ich mir echt Sorgen um Frances Ha(lladay). Der College-Abschluss liegt schon ein paar Jahre zurück. In ihrer Company wird sie wohl kaum zur professionellen Tänzerin aufsteigen. Geld ist knapp, und als ihre beste Freundin Sophie aus der gemeinsamen WG zieht, muss sich Frances sehr schnell eine andere Unterkunft suchen. Klingt vermutlich so belanglos wie schon hundertmal gesehen. Stimmt natürlich, aber gerade weil wir alle die Probleme mit dem Stehen auf eigenen Füssen, dem Reifungsprozess im Leben selbst kennen, ist "Frances Ha" ein schönes, unverfälschtes Juwel des Indie-Kinos.

Beschwingt tänzelt der Film vor dem Nullpunkt, auf den ich seine Hautfigur zusteuern sehe. Nie verklärt er die Ernsthaftigkeit von dem, was hier geschildert. Wie jemand lange braucht, um für sich auszuloten, wie es weitergeht und was einem Erfüllung bringen könnte. Was für meine Beängstigung sorgt, ist hier eher Frances Art, derart ernste Fragen zur Seite zu schieben. Mit einem Lächeln und wirklich ansteckendem Charisma anderen vorzumachen, dass es ihr nicht so schlecht geht. Mal erscheint sie himmelhoch jauchzend, dann sehen wir sie allein im Bett oder einfach nur still ins Leere starrend. Natürlich wird die Sache nicht so fies, als dass wir am Ende den Hammer auf unsere Protagonistin runtersausen sehen. Wäre auch zu einfach. "Frances Ha" bleibt lieber eine Komödie, auch wenn diese Bezeichnung fast zu banal und engstirnig erscheint. Es gibt hier ja keine Witze über Blondinen, schlechten Sex, blödsinnige Persiflagen auf Minderheiten oder Berühmtheiten. Ah, ich schweife ab.

Wichtig ist, dass "Frances Ha" einen herrlich ehrlichen Einblick in den vielleicht wichtigsten Lebensabschnitt gibt und eine Biografie abliefert, die auch unsere sein könnte. Selbst dann, wenn wir nicht Tänzer, Autoren oder Künstler sein wollen. "Frances Ha" ist ein hipper Film, ohne ein Hipster-Film zu sein. Und selbst wenn jemand eine Salve abfeuern sollte und das "gekünstelt" schimpft, einfach selbst ansehen. Wichtig ist nicht unbedingt, welche Profession die Figur hier ausübt oder in welchem Milieu sie sich bewegt. Dies ist einfach nur eine Geschichte, wie wir sie alle irgendwie durchleben und durchlebt haben. Kann einem ja keiner abnehmen. Aber einen guten Film daraus machen, das geht.

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AmeliaPond

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Der hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert.Hatte die ganze Zeit über das Gefühl,die Regie hetzt regelrecht durch die Story,versucht unendlich viele Szenen zu schaffen,die spontan und echt wirken sollten,bei mir aber als sehr flach ankamen.
...und dabei hatte ich mich auf den Film gefreut,"Greenberg" mochte ich sehr.


mikkean

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Das Argument kann ich nachvollziehen. Ich meine, der Film ist schon irgendwie "Hipster"-like, aber nicht allzu störend für mich. Die sehr schnell eilende Erzählweise gefiel mir, weil es eher auf den Punkt kommt. Und ein bisschen an die "spontaneren" Schätze des Indie-Kinos von Jarmusch und Co. erinnert. Der Film hätte auch ewig langgezogen und verkopft ausarten können. Aber klar, wer ist nicht an diesen glanzvollen Momenten interessiert, welche die Erinnerung an einen Film wachhalten.

Bei "Greenberg" muss ich immer noch passen. Der hat es einfach noch nicht in meinen Player geschafft. Wird wohl höchste Zeit.


Gabster

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Bewertung7.0Sehenswert

"Frances Ha" hat mich auf jeden Fall nachklingend beschäftigt und wird es wahrscheinlich auch noch weiterhin. Es ist nicht die nette Indie-Komödie, die ich erwartet hatte, vielmehr hat mich schon länger kein Film mehr so niedergeschlagen in seiner Auswegslosigkeit. Vielleicht ist Frances wie auch schon Oh Boy (und ich hatte mir eigentlich selbst versprochen hier nicht diesen dauernd bemühten Vergleich zu ziehen) zu nah an meiner eigenen Lebensrealität dran als dass ich ihn in aller Ruhe hätte konsumieren können. Er hat mich ziemlich verstört, aber das spricht ja eigentlich für den Film. Auch, wie authentisch er die gezeigte Subkultur einfängt in all ihrer Ziellosigkeit, Langeweile und ihrem fast schon spießigen Snobismus ("Frances, geht gar nicht"). Das kommt einem doch schon ziemlich bekant vor, auch wenn man keine 27-jährige New Yorker Tänzerin ist. Dass Gerwig ihre Rolle mit einer beeindruckenden Verletzlichkeit und Vielseitigkeit spielt, ist, denke ich, unnötig zu erwähnen.
Ich muss diesen Film dringend noch mal sehen, jetzt gibts auf jeden Fall erstmal 7 Punkte für den nachhaltigen Eindruck, ich hab aber das Gefühl, dass das bei einer zweiten Sichtung sich ziemlich stark nach oben oder unten ändern kann.

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Infuso Verde

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film hat definitiv seinen Charme, ist aber wohl am ehesten was für Leute, die ähnlich wie Frances verplant und wirr durchs Leben stolpern. Sie sehen sich als ein Teil einer Bewegung/Gesellschafft, die sich zu sehr in eine Welt flüchtet, in der sie nach Intellekt, Kunst und dem Leben als Freigeist suchen, als dass sie es wirklich leben. Identifikation sollte von einem selbst kommen und ist kein Stempel, den man sich irgendwo abholen muss.
Dennoch ist der Film nicht schlecht. Mir hat er eine ganze Weile gefallen. Irgendwann kam aber der Punkt, wo ich dachte "So, Mäuschen, ist ja alles schön und gut/traurig und schlecht, aber nun krieg dein Leben mal in den Griff! Das ist ja nicht zum aushalten mit dir."
Ich muss nur vor die Tür gehen und mit ein paar Bekannten reden, dann habe ich Frances Ha interaktiv.
Wenn Filme an einem zerren und nicht gerade leicht zu rezipieren sind, schreckt mich das in den seltensten Fällen ab, aber hier wurde es irgendwann langweilig.
Dennoch ist der Charakter Frances sehr gut gezeichnet, denn dieser ist dafür verantwortlich, dass man ihr am liebsten links und rechts eine geben würde, damit sie endlich aufwacht. Greta Gerwig hat sie dabei sehr gut gespielt.
Dennoch. Zu viel "Wir sind so individuell und doch alle gleich." in einem "Wir sind Künstler"-Gewand.

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Medardus

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Fuck yeah, hab mich auch so hart aufgeregt über die, zugestanden gut gezeichnete Charaktere (siehe auch meine Meinung dazu)

Unterschreibe ich also.

*High Five*


Medardus

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Bewertung4.0Uninteressant

Puh ey...

Das war er nun also, der große Indiefilm der letzten Jahre oder wenigstens einer derer, die so rumfleuchen. Es werden große Vergleiche gezogen zur Nouvelle Vague und zu einem der großen, Woody Allen.

Man erlebt einen Charakter in einem Teil seines Alltags, der anscheinend ganz besonders toll ausschauen soll (tut er auch, teilweise...aber s/w ist wirklich nicht Alles) und zudem noch, bei all dem Gelabere noch besonders tiefsinnig daherkommen mag.

All das ist aber ein frommer Wunsch und gerade inhaltlich ist mir das einfach zu viel "pseudointellente" Gelabere, was nach 20 minuten nur noch nervt. Es mag an der sehr dubiosen deutschen Synchro liegen, aber ne ey....sich in einer Großstadt treiben zu lassen, nicht zu wissen was man will, was man ist oder was weiß denn ich noch alles unsicher ist, hat ja was ( Müßiggang, Freihheit und auch Herantasten an die eigene Vorstellung der Liebe) nur eben nicht nur. Verstrahlt sein, als was wohl Frances hier gelten soll ist einfach nach einer gewissen Zeit anstrengend, nervend und einfach nicht mehr hübsch anzuschauen.
Ähnlich ging es mir mit dem Film an sich, den ich gerne toll gefunden hätte aber mich einfach mit seiner eigenen Nichtigkeit und großen optischen Referenz etc ertränkt. Dieser Snapshot aus dem Leben einer Lebensstreunerin" ist hier da und sehr charmant, aber nur im Ansatz und gerade eben kein Tiefgang wie bei Allen mit seinen Meisterwerken wie Manhattan und klar, Annie Hall. Die sind toll, genieartig und einfach gute Handarbeit.

Weiter soll FRANCES HA als Abbild einer Generation ( der man als Anfang dreissig jähriger wohl "leider" mitangehört...) gelten. Das ist zum Einen identitäres Gewäsch und zum Anderen einfach ein weitere Film für die egomane "Generation" "Ich ziehe nach Berlin - weil berlin so toll ist" . Die Charaktere hier nerven mich genauso wie es diese Art Menschen in der Realität schon ab und an tun, sorry.

Faszination und Träumerei der Jugend oder ein spätes Erwachsenwerden in Ehren, der Film hier leider zeigt für mich die Schattenseiten dessen, nämlich derart das man ununterbrochen der Frances ein GET YOUR SHIT TOGETHER an den Kopf hauen mag.

Ganz viel heiße Luft um fast gar nichts. Schade.

PS: Die Musik ist nett, optisch ein paar nette Einstellungen und die Greta spielt ja auch drollig, nur kann ich dann unter der Prämisse "Abbild einer Generation" / Anlehnung an Woody Allen etc mit der Serie GIRLS viel mehr anfangen, als mir dieser Luftnummer. Weiterer Pluspunkt für Adam Driver, der hier ohne Bart wenigstens überzeugen kann.

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bexxx

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich gebs zu: Ich vergleiche gern.
Oft wird "Woody Allen" oder "Oh Boy" angesprochen, obwohl da höchstens ein Teil der Machart ähnlich ist. Macht man bei "Frances Ha" die Augen zu könnte man denken es liefe grad eine Folge von "Girls" von und mit Lena Dunham. Das hier ist einfach nur "Girls" auf Spielfilmlänge zusammengepresst. Etwas weniger visuell dargestellter Sex, aus unerfindlich künstlerischen Grund in Schwarzweiß-Optik gehalten aber ansonsten nix neues, obwohl man streiten könnte was von beiden eher da war. Der Ausstrahlungstermin sagt "Girls"
Am Ende gewinnt Lena Dunham doch um Längen gegen Greta Gerwig, da Frances Ha trotz Dialogbombardements einfach zu wenig zu erzählen hat. Schade. Mag so simple Charakterstudien.
Aus unerfindlichen Gründen wurde ein FSK6 Logo abgesegnet. Aber in der Begründung (auf 6jährige) sagt dieses schon vieles über den Film aus--- Zitat: "Es gibt keine Identifikationspunkte und die Konflikte bleiben [für diese Altersstufe] abstrakt, sodass auch hier eine nachhaltig irritierende oder verstörende Wirkung ausgeschlossen werden kann." --- mir fehlte auch der gewisse Knall...auch nen kleiner subtiler hätte gereicht.
Und was bleibt unterm Strich?...ne kleine, aber wirklich nur eine kleine Enttäuschung!

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Hate

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Der Film hat mMn sehr viel zu sagen, aber anscheinend nur für Menschen aus Frances Generation / mit ähnlichem Leben... ich konnte mich hier viel eher wiederfinden, als in GIRLS (was auch toll ist, aber schon ziemlich anders). Die Begründung zur FSK-Freigabe finde ich sehr gut, eben weil Kinder den Film überhaupt nicht verstehen. Meine Eltern übrigens auch nicht..


brainchild

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film funktioniert nur, weil er schwarz-weiß ist und nicht mal eineinhalb Stunden dauert. Aber verdammt, er funktioniert!

(Obwohl ich solche Frauen nicht ab kann.)

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boxcarsboxcars

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Bewertung7.0Sehenswert

'Frances Ha' enttäuscht niemanden. Weder die, die 'An Education' und das Flechten von Kränzen aus Butterblumen mögen, noch die, die sich fest vorgenommen haben alles, was nur von irgendwem das Hipster-Siegel verpasst bekommen könnte, zu hassen. Letzteres springt einem natürlich sofort ins Auge. Die Frankophile fängt bereits im Titel an, die Wahl des schwarz-weiß wird wohl kaum für widerspenstig, mehr für anbiedernd gehalten werden - über die Funktion von Farbe im Film macht sich allerdings seit Frieda Grafe auch keiner mehr Gedanken, wieso also nichtmal andersrum?

Und natürlich haben alle Recht, die 'Frances Ha' vorwerfen die Koketterie mit der Nouvelle Vage sei spröde und die politische Tragweite nur vorgespielt, nicht durchexerziert. Das stimmt auch. Ich bin normalerweise einer derjenigen, die am lautesten schreien, wenn es um vorgetäuschten Ästhetizismus und Schöngeistigkeit geht. Aber hier werden immer wieder ganz entscheidende Situationen messerscharf vorgeführt. (jaja, Spoiler)

Frances Fassungslosigkeit, als sie erfährt, dass ihre Freundin andere ihr vorzieht. Ihr zorniges Gesicht beim Abhören der Nachricht von Abby. Das Unwohlsein beim Klären des Mietpreises. Das verzweifelte Lügen, wenn sie schon wieder gefragt wird, 'wie es denn so läuft'. Die großen Erwartungen, die an ein Gespräch mit der Obrigkeit, die natürlich erneut nichts als Enttäuschung im Gepäck hat, geknüpft werden. Der Hass gegen neue Partner der besten Freunde. All das ist dann doch so wahr und so gut beobachtet, dass es schwer fällt den Film zu hassen, obwohl die Angriffsfläche fußballfeldgroß ist. Mich hatte Frances bereits nach den ersten Handlungsabläufen: Sie lehnt es ab mit ihrem Freund zusammenzuziehen, weil sie ihre Freundin nicht in der gemeinsamen WG sitzen lassen möchte. Es passiert, was zu passieren nicht verwundert und gerade deswegen frustriert, und jene Mitbewohnerin berichtet Frances von einer neuen Wohnung im gewünschten Stadtteil, in die sie mit einer entfernten Bekannten ziehen möchte.

'Dinge vor Menschen' macht immer Angst und enttäuscht.

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boxcarsboxcars

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Das stimmt eigentlich. Vor allem im Moment könnte ich die füllen. (Wobei gut, einfach eine Liste mit Cassavetes und Sirk Filmen machen ist auch nicht gerade konzeptuell anspruchsvoll, hilft aber trotzdem!)


jp@movies

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:D
PS: Gute Besserung!


Tobias

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wunderbar treffend zusammengefasst von Le Samourai: "Nouvelle Vauge trifft Woody Allen, trifft Oh Boy". Toller Film, tolle Grete, tolle Atmosphäre, tolle Beschreibung des Erwachsenwerdens - irgendwo zwischen leichtfüßig und schwermütig.

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fujay

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Bewertung3.0Schwach

Einer der schlechtesten "Indie"-Filme, die ich je gesehen habe. Langweilig, nicht belehrend, sondern plump. Das ist ausnahmsweise mal ein Film, bei dem ich keinen Zugang zur Protagonistin gefunden habe und keine Sympathie zu dem Charakter aufbauen konnte. Da ich an den anderen Kommentaren erkennen konnte, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht, ist dieser Film also tatsächlich nicht wirklich empfehlenswert.

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Hate

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nja, die Mehrheit der Leute findet ihn nach wie vor ziemlich gut.. demnach kannst du das sicher nicht so kategorisch behaupten.


fujay

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Stimmt, korrigieren wir das mal: dieser Film ist nicht uneingeschränkt empfehlenswert, da es Minderheiten wie mich gibt, die dem Film nichts abgewinnen können. Besser?


natedb

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In den ersten Minuten befürchtete ich fast, dass die liebe Frances eine zweite Poppy und der Film ein zweiter "Happy Go Lucky" sei, doch sehr schnell entwickelte ich Sympathie für dieses lebensnahe, kurzweilige Filmchen und genoss die Höhen und Tiefen der liebenswürdigen Protagonistin, welche so verträumt und unbeholfen durch ihr chaotisches Leben tänzelt. Wer eine richtige Handlung sucht könnte womöglich enttäuscht sein, denn "Frances Ha" drückt vielmehr ein Lebensgefühl aus und tut dies auf äußerst unkomplizierte, simple Art und Weise. Es ist eine unbeschwerte Selbstfindung, doch am Ende ist klar, dass es die Suche selbst ist, auf die es ankommt. Greta Gerwig ist ganz wunderbar in der Hauptrolle, man möchte sie am liebsten knuddeln. Ein schöner Film. Oder um es mit Frances´ Worten auszudrücken: Zauberhaft!

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jp@movies

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Bewertung4.0Uninteressant

Die 80 Minuten vergingen wie in Zeitlupe. Ich habe den Verdacht, dass der Film damit steht oder fällt, ob man einen Draht zu der Hauptfigur Frances findet, oder nicht. Wenn man dann nur ein unbeholfenes, sich selbst belügendes Mädchen im Körper einer Endzwanzigerin sieht, wie sie einem selbst desöfteren an der Uni begegnet sind, dann hat man keinen Bock mehr auf so was. Ein kurzer Lichtblick ist Adam Driver, der aber nur in GIRLS zu sehenswerter Hochform auflaufen darf, und hätte ich nicht eine (sehr gute) Folge davon direkt im Anschluss als Gegengift gesehen, wäre ich jetzt so mieß drauf, dass ich den Film genauso verrissen hätte wie OH BOY. Abgesehen vom s/w und der Ziellosigkeit gibt es leider noch eine Gemeinsamkeit zwischen den beiden Filmen - den Tanz. Nur dass man sich hier nicht darüber lustig macht, und man sich traut die Hauptfigur richtig unsympathisch zu machen. Leider darf sie es nicht bleiben, und so kommt es wie es kommen muss, es gibt einen versöhnlich-erwachsenen Schluss, der - ha, ha - nicht ganz ausbuchstabiert wird. Bis zu diesem zugegeben gelungenen Gag muss man so ziemlich jedes Indie-Film-Klischee ertragen, vor allem den "beiläufig" komischen Schnitt aus Alltagsmomenten, wenn Zeit gerafft wird. Unerträglich. Erst im letzten Drittel? Viertel? Sorry, mein Zeitgefühl guckte mit angezogener Handbremse - nahm der Film etwas an Fahrt auf, und dann war er schon bieder langweilig zu Ende. Selbst Marnie in GIRLS, eine sehr ähnlich gestrickte Figur macht mehr Spaß, denn die Bücher sind um Längen ärmer, um Fallhöhe reicher, mit Abwechslung gesegnet, und damit die mit Abstand gelungenere Unterhaltung, wenn man überhaupt etwas mit diesem Genre anfangen kann.

Was bin ich froh, dass ich aus diesem Alter raus bin.

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jp@movies

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Dieses Interview bestätigt alle Sympathien und Vorurteile gleichzeitig:
http://www.zeit.de/2014/07/berlinale-jury-greta-gerwig


david.kind.161

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ich kenne das interview. aber ich finde die dame eigentlich recht sympathisch. sie schaut ein bisschen aus, als würde sie den ganzen tag "belle and sebastian" hören.


BenShelby

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Bewertung6.0Ganz gut

Undateable, der Film. Aber vielleicht bin ich einfach nur drei bis sechs Jahre zu weit, um mich nachhaltig von einer Geschichte berühren zu lassen, die zwar nie alt wird, aber nichts Neues mehr zu erzählen hat.

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MrDepad

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Bewertung4.5Uninteressant

Aufgrund der durchwegs positiven Bewertungen hier und der Vergleiche mit "Oh Boy" wollte ich mir von "Frances Ha" auch mal ein Bild machen.
Stilistisch und inhaltlich ähnelt der Film "Oh Boy" auch durchaus. In schicken Schwarz-Weiß Bildern folgt der Zuschauer der 27-jährigen Frances, die relativ planlos und ohne viel Geld durch ihr Leben wandelt. Dabei gibt es keine wirkliche Rahmenhandlung, es werden eher verschiedene Situationen und Verabredungen abgehandelt.
Leider gibt es an dem Film einen entscheidenden Punkt, durch den er trotz des bis dahin noch vorhandenen Potentials einfach scheitert. Sämtliche Figuren, eigentlich auch Hauptfigur Frances selbst, sind dermaßen unsympathisch, uninteressant oder sogar nervig. Durch das bemühte Schauspiel von Greta Gerwig ist die von ihr gespielte Frances noch einigermaßen in Ordnung, doch beispielsweise ihre Freundin Sophie ist eine der unerträglichsten Figuren, die ich in den letzten Jahren in einem Film ertragen musste. Leider hat mich der Streifen deshalb durchgehend kalt gelassen und eher gelangweilt, so dass ich trotz optisch schicker Inszenierung und teils stimmiger Musik froh war, als der Film vorbei war.
"Frances Ha" steht und fällt mit der Sympathie zu den Figuren. Mag man sie, wird man den Film auch mögen. Ich mochte eigentlich niemanden, deswegen ist der Film für mich einfach durchgefallen.

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MrDepad

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Ich hab den Film im O-Ton geschaut, was ich im Normalfall immer mach, wenn ich die Wahl habe :)
Ich weiß nicht, ich hab zu den Figuren einfach null Zugang gefunden, kann aber verstehen, wenn man den Film mag.


FranklinFlyer

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@dannydiaz
Genau da ist der Film eben nicht angesiedelt.
Es geht um selbstreferenzielle Egomanen, die ihren Weg nie überwinden.
Bei Anderson und Swanberg geht es genau ums Gegenteil. Um das Erkennen der Selbstreferenz und die teils absurde bis magisch-realistische Auflösung dessen.
Bei Baumbachs und Gerwigs Frances Ha, ist plötzlich am Ende alles nochmal gut gegangen ohne das die Figur etwas dafür tun musste.
Der Film beschreibt einen Teil einer Generation sehr treffend und wird sicherlich legendär für diese werden.
Aber die Egomanie feiern und nicht in Frage stellen ist totlangweilig und hat deswegen den künstlerischen Wert einer iPhone App.


Marzellus

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Bewertung9.0Herausragend

Melancholisch-schöne Mumblecore-Dramödie um die Problematik des (späten) Erwachsenwerdens, die von der großartigen Greta Gerwig getragen wird.

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lieber_tee

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Bewertung7.0Sehenswert

"Wenn jemand ein Werk als "ehrlich" bezeichnet, dann heißt das in Wahrheit allenfalls das es keinerlei ästhetischen oder intellektuellen Wert hat."
Frances weiß (noch) nicht was sie will.
Wir folgen chic fotografierten Momentaufnahmen ihres Lebens ohne Ziel. Alles ist in der Schwebe, oberflächlich wie nerviges Partygeplärre. In dieser Leichtigkeit steckt Traurigkeit. Ihre sprunghaften Lebenslügen, ihr höhepunktloses Treiben ist voller Bitterkeit. In ihrer verträumten Ehrlichkeit verletzt sie sich und andere. Nur die Freundschaft zur besten Freundin Sophie ist eine stabile Komponente. Sie bekommt Brüche bleibt aber der einzig wahre Kern.
Kurzweiliges, gefälliges, ironisches Portrait einer End-20-Jährigen im hippen US-Großstadt-Flair. Schwarz-Weiß funkeln die Gesichter im Schein der Smart-Phones. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Beziehungsloses und bindungsloses Jagen durch urbane Einsamkeit.
Das ist nicht tiefsinnig aber ungemein flott und charmant.
Und erinnert mich daran, das ich noch schnell einer hoffnungsvoll verpeilten, zu tiefst lebensfrohen Freundin von mir per Facebook in der S-Bahn ein "Like" schicken muss...

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VisitorQ

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oh neeeeeeeeeeein! Murray, wie konntest Du nur?


Murray

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Ich hoffe du nimmst meine Entschuldigung an:
https://www.youtube.com/watch?v=TaFvitDHMag


spanky

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Bewertung6.5Ganz gut

Baumbach treibt mit seinem recht eigenwilligen Portait leider zu sehr an der Oberfläche des Konzepts "beste Freundinnen" umher, obwohl er spürbar über formales Schwarz-Weiß versucht, dem Film eine zusätzliche Tiefe zu geben, wo vielleicht gar keine ist. Das ist durchaus unterhaltsam, aber berühren kann man damit nicht. Nebenbei: die deutsche Synchronisation ist unerträglich!

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Le Samourai

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nouvelle Vague trifft Woody Allen trifft Oh Boy. Irgendwie so. Wunderbar leichtfüßige Leinwandpoesie. Stilistisch nostalgisch, inhaltlich up to date. I like!

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Le Samourai

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Nein, nicht mal ansatzweise.


Tobias

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Wunderbar treffend zusammengefasst, Le Samourai, und der Grund für mich gestern, diesen Film zu sehen. Toller Film, tolle Grete, tolle Atmosphäre, tolle Beschreibung des Erwachsenwerdens - igendwo zwischen leichtfüßig und schwermütig.



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