Frances Ha

Frances Ha (2012), US Laufzeit 86 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie, Kinostart 01.08.2013


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7.6
Kritiker
40 Bewertungen
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7.3
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1079 Bewertungen
72 Kommentare
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von Noah Baumbach, mit Greta Gerwig und Mickey Sumner

Greta Gerwig spielt in Noah Baumbachs Großstadtmärchen Frances Ha eine aufstrebende Tänzerin, die lernen muss, erwachsen zu werden.

Die 27-jährige Frances Halladay (Greta Gerwig) und ihre beste Freundin Sophie (Mickey Sumner) leben gemeinsam in einer Wohnung in New York City. Frances hat ihr Studium bereits vor einer Weile beendet, sucht nun jedoch nach einem Karrieresprungbrett, um sich als Tänzerin selbst verwirklichen zu können. So schlägt sie sich unter anderem als Tanzlehrerin durch. Mit ihrem Privatleben ist die lebenslustige Frances eigentlich ziemlich zufrieden, doch dann zieht ihre beste Freundin Sophie aus und gründet eine neue Wohngemeinschaft mit einer anderen Freundin in Tribeca. Frances bleibt allein zurück, zieht tänzelnd durch die Großstadt auf der Suche nach einer neuen Wohnung und nach einem neuen Platz in der großen weiten Welt. Wohin will sie und wie kann sie ihre ambitionierten Ziele erreichen?

Hintergrund & Infos zu Frances Ha
Noah Baumbach (Greenberg) führte bei der Indie-Komödie Frances Ha Regie und beteiligte sich ebenfalls als Produzent. Gemeinsam mit der Hauptdarstellerin Greta Gerwig (To Rome with Love) entwickelte er das Skript zu dem Großstadtmärchen in Schwarz-Weiß. Während ihrer Arbeit an Frances Ha verliebten sich Noah Baumbauch und Greta Gerwig schließlich ineinander. Der 1969 in Brooklyn, New York City, geborene Noah Baumbach arbeitete zuvor bei einigen Filmprojekten eng mit seinem Kollegen Wes Anderson zusammen. Die beiden Filmemacher schrieben die Drehbücher zu Die Tiefseetaucher und Der fantastische Mr. Fox zusammen.

Frances Ha feierte am 01. September 2012 Weltpremiere auf dem Telluride Film Festival. Im Februar 2013 wurde die Tragikomödie in der Kategorie Panorama Spezial auch auf den 63. Internationalen Filmfestspielen in Berlin gezeigt.

Die Filmeltern von Frances Ha, die die Protagonistin in Sacramento besucht, sind auch im wahren Leben die Eltern der 1983 in Sacramento geborenen Hauptdarstellerin Greta Gerwig: Christine und Gordon Gerwig. (AP)

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Kommentare (70) — Film: Frances Ha


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Kurono

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

„Frances Ha“ kann man seinen Stil vorwerfen. Schwarz/Weiß-Bilder, Künstlerszene, Zigaretten und Paris. Das Laptops und Smartphones dadurch fast schon wie vorgegriffene Anachronismen wirken, ist dabei noch ein relativ lustiger Effekt, vor allem wirkt der Film aber dadurch (ich muss das Wort leider benutzen, da mir kein besseres einfällt) pseudointellektuell.
Das ist insofern schade, da es der Film nämlich eigentlich gar nicht nötig hat, sich so artsy zu geben. „Frances Ha“ hat alleine damit Daseinsberechtigung, da er eine Lebenssituation sehr gut darstellt.
Frances ist ausgebildete Tänzerin und auch wenn sie damit genug verdient für ihren bescheidenen Lebensunterhalt, muss sie doch feststellen, dass ihr Traumberuf schwere als gedacht ist. Als ihre Tänzerkarriere dann noch ins stocken gerät, droht ihr ganzer Lebenstraum zu zerplatzen. Während alle anderen voranzuschreiten scheinen und erwachsen werden, scheint sie still zu stehen und nur zusehen zu können, wie die anderen ihr Leben leben. Sie bleibt zurück.
Plötzlich festzustellen, dass man keine 18 mehr ist, und nicht im Leben da ist, wo man sein wollte, ist eine bestenfalls ernüchternde, oft aber auch eine sehr schmerzhafte Erkenntnis. Genau dieses Gefühl fängt „Frances Ha“ sehr gut ein. Zudem spielt Greta Gerwig so gut, dass man sich nur in Frances verlieben kann.
Ein bittersüßer Film, der die trüben Seiten des Lebens zeigt, ohne dabei aber zu selbstbemitleidend und depressiv zu sein.

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CatafalqueForFallenFlies

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Bewertung9.0Herausragend

Wenn ein Film zu einem Spiegel wird, kann er doch eigentlich nur in seinen Bann ziehen und begeistern, egal, ob man das Bild mag, oder nicht. Eben das hat Fances Ha bei mir geschafft und um ehrlich zu sein mag ich das Bild nur bedingt, aber irgendwie auch sehr, wenn man das überhaupt so sagen kann. Niemand will so sein und so viele sind es doch, irgendwie, und das will sich einfach nicht schlecht anfühlen. So konfrontiert einen Frances Ha stets mit dem Boden der Realität und versüßt gleichzeitig das Schweben darüber. Da möchte man sich in einem Moment ärgern und der Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil jedes Verständnis für diese verquere Persönlichkeit abzugehen scheint und merkt im nächsten Moment, dass man selbst gar nicht so weit davon entfernt ist, ja, im Spiegel ein recht ähnliches Bild von sich wiederentdecken wird. Mal zu viel, mal zu wenig, Hauptsache an allem, bevorzugt an sich selbst, vorbei und dann wieder zurück. Gebrochen und großartig.
Fragt sich nur, wie sich diese verfilmte „Quarterlife-Crisis“ (was für ein Wort…) irgendwann mal anfühlen wird, wenn die Bahnen das Leben dann doch irgendwie dominieren und Weichen nur noch sporadisch, unelegant, oder gar nicht mehr gestellt werden. Ein Film, der von einer aktuellen Zustandsbeschreibung irgendwann zum nostalgischen Rückspiegel werden dürfte.
Ich bin jedenfalls auf meine zukünftigen Augen gespannt und solange wird auf der Schwelle zwischen Jugend und Alter getanzt, ganz egal, wie abgegriffen das auch anmuten mag. Wenn es so geschieht wie bei Frances, kann ich mich damit schon irgendwie arrangieren, auch wenn die Realität immer zwischen den aufgestellten Nackenhaaren lauert… ^^

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marcus-wagenknecht

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Dank deines Kommentars habe ich mich doch für ein Ranking von 8 entschieden.
Die Stärke des Films liegt tatsächlich in der Unmöglichkeit, Frances zur Sympathieträgerin werden zu lassen.


PaJeRo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Perfekt für Mittzwanziger in der Existenzkrise. Greta Gerwig ist eine coole Sau.

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Canis Majoris

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Bewertung5.0Geht so

Man kann natürlich sehr viel herum schwurbeln und "philosophieren", die Assoziation zu einigen Woody-Allen-Streifen liegt auf der Hand, auch wenn der Film keine Kopie dieser ist.

Am Ende ist der Film leider nur ein endlos langer und langweiliger Monolog einer mehr oder minder nichtssagenden Hauptfigur in einer anonymen Umgebung mit ebenso öden Nebendarstellern.

Als humoristischen Effekt hätte ich noch 'Patrick Bateman' im Streifen irgendwo unauffällig (ist das möglich?) auftreten lassen... ;)

Irgendwie passt dieser Film aber zu/in unsere(r) gelebte(n) Kultur von hier und heute.

Darum auch keine vernichtende Bewertung, sondern die Mitte.

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Mesokosmos

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Bewertung6.0Ganz gut

Dieser Film kann negative Kritiken verursachen ... das liegt unter anderem daran, dass "Frances Ha" eine gewisse Erwartungshaltung generiert. So habe ich mich darauf gefreut einer 'cool-entspannten' und 'flippig-lebendigen' Mittezwanzigerin bei ihrem Alltag über die Schulter schauen zu können... es hat dann allerdings bei mir gedauert, bis die in die Rolle der "Frances Ha" eingewebte Kritik zu mir durchschien. Unter diesem Aspekt betrachtet, gefällt mir der Film dann doch ganz gut - denn wer denkt, Frances wird von ihrer Umgebung mit Kusshand aufgenommen und alle Gespräche im Film werden harmonisch ablaufen, der wird höchstwahrscheinlich enttäuscht werden. Ich hätte mir vllt noch gewünscht, dass die Entwicklung die Frances durchmacht, stärker herausgearbeitet wird.

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ColinTheRobot

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Bewertung4.0Uninteressant

Frances will Tänzerin werden, dümpelt aber nur so vor sich hin. Mit den Männern läuft es nicht, denn die haben zu große Erwartungen (zusammenziehen!) oder sind im Bett nicht gut genug. Die große Liebe ist ihre Freundin Sophie, die aber noch mehr Pläne für ihr Leben hat, als immer nur mit Frances rumzuhängen ...
Egal ob "Girls", "Sex and the City" oder eben "Frances Ha" – ich kann mit diesen hippen New Yorkern und ihrem Sex-Gerede (obwohl es sich hier zum Glück in Grenzen hält) einfach nichts anfangen. Grundsätzlich habe ich auch kein Problem mit Filmen, in denen nichts passiert, aber Frances beim Rumhängen zu beobachten war einfach nur schrecklich langweilig. Da hilft auch die eigentlich nette, aber dann doch zu gewollte Schwarz-Weiß-Ästhetik nicht ...

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Zensemann

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Bewertung2.0Ärgerlich

Liebe Filmstudenten... sowas passiert wenn man als Kind zu viele Woody Allen Filme anschaut...

Ein guter Film... als abschreckendes Beispiel, wie man es nicht machen sollte...

Hier fehlt wesentlich mehr als nur die Farbe.

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dannydiaz

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zu viele Woody Allen.....``===??? geht das denn überhaupt`??
ich sags dir, dieser streifen hat für mich die welt des mumblecore aufgemacht.


Panta.Rhei

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Bewertung9.0Herausragend

ich hoffe insgeheim das Frauen nicht so ticken, dennoch wirkte der film wie ein spiegel für teile meiner Generation.

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PommesPapst

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Bewertung6.0Ganz gut

Eine riesige Aneinanderreihung von Fails. Wäre ziemlich langweilig, wenn die Hauptdarstellerin ihre Rolle nicht so gut spielen würde.

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Der_Phil

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Film, der mich in seiner Ambivalenz an eine langjährige Freundschaft erinnert. Keine Ehe...
Man fühlt sich wohl miteinander, teilt überwiegend schöne Momente, manchmal hat man aber auch genug voneinander und geht sich tierisch auf die Nerven. Im Grunde genommen jedoch alles auf einer herzlichen Ebene, in allem steckt irgendwo etwas Liebe.
Greta Gerwig, die mir vorher noch kein Begriff war, hat mich vollends überzeugt, ebenso der Soundtrack.

...schon der 800. Film...wie doch die Zeit vergeht.

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mikkean

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine zeitlang mache ich mir echt Sorgen um Frances Ha(lladay). Der College-Abschluss liegt schon ein paar Jahre zurück. In ihrer Company wird sie wohl kaum zur professionellen Tänzerin aufsteigen. Geld ist knapp, und als ihre beste Freundin Sophie aus der gemeinsamen WG zieht, muss sich Frances sehr schnell eine andere Unterkunft suchen. Klingt vermutlich so belanglos wie schon hundertmal gesehen. Stimmt natürlich, aber gerade weil wir alle die Probleme mit dem Stehen auf eigenen Füssen, dem Reifungsprozess im Leben selbst kennen, ist "Frances Ha" ein schönes, unverfälschtes Juwel des Indie-Kinos.

Beschwingt tänzelt der Film vor dem Nullpunkt, auf den ich seine Hautfigur zusteuern sehe. Nie verklärt er die Ernsthaftigkeit von dem, was hier geschildert. Wie jemand lange braucht, um für sich auszuloten, wie es weitergeht und was einem Erfüllung bringen könnte. Was für meine Beängstigung sorgt, ist hier eher Frances Art, derart ernste Fragen zur Seite zu schieben. Mit einem Lächeln und wirklich ansteckendem Charisma anderen vorzumachen, dass es ihr nicht so schlecht geht. Mal erscheint sie himmelhoch jauchzend, dann sehen wir sie allein im Bett oder einfach nur still ins Leere starrend. Natürlich wird die Sache nicht so fies, als dass wir am Ende den Hammer auf unsere Protagonistin runtersausen sehen. Wäre auch zu einfach. "Frances Ha" bleibt lieber eine Komödie, auch wenn diese Bezeichnung fast zu banal und engstirnig erscheint. Es gibt hier ja keine Witze über Blondinen, schlechten Sex, blödsinnige Persiflagen auf Minderheiten oder Berühmtheiten. Ah, ich schweife ab.

Wichtig ist, dass "Frances Ha" einen herrlich ehrlichen Einblick in den vielleicht wichtigsten Lebensabschnitt gibt und eine Biografie abliefert, die auch unsere sein könnte. Selbst dann, wenn wir nicht Tänzer, Autoren oder Künstler sein wollen. "Frances Ha" ist ein hipper Film, ohne ein Hipster-Film zu sein. Und selbst wenn jemand eine Salve abfeuern sollte und das "gekünstelt" schimpft, einfach selbst ansehen. Wichtig ist nicht unbedingt, welche Profession die Figur hier ausübt oder in welchem Milieu sie sich bewegt. Dies ist einfach nur eine Geschichte, wie wir sie alle irgendwie durchleben und durchlebt haben. Kann einem ja keiner abnehmen. Aber einen guten Film daraus machen, das geht.

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AmeliaPond

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Der hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert.Hatte die ganze Zeit über das Gefühl,die Regie hetzt regelrecht durch die Story,versucht unendlich viele Szenen zu schaffen,die spontan und echt wirken sollten,bei mir aber als sehr flach ankamen.
...und dabei hatte ich mich auf den Film gefreut,"Greenberg" mochte ich sehr.


mikkean

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Das Argument kann ich nachvollziehen. Ich meine, der Film ist schon irgendwie "Hipster"-like, aber nicht allzu störend für mich. Die sehr schnell eilende Erzählweise gefiel mir, weil es eher auf den Punkt kommt. Und ein bisschen an die "spontaneren" Schätze des Indie-Kinos von Jarmusch und Co. erinnert. Der Film hätte auch ewig langgezogen und verkopft ausarten können. Aber klar, wer ist nicht an diesen glanzvollen Momenten interessiert, welche die Erinnerung an einen Film wachhalten.

Bei "Greenberg" muss ich immer noch passen. Der hat es einfach noch nicht in meinen Player geschafft. Wird wohl höchste Zeit.


Gabster

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Bewertung7.0Sehenswert

"Frances Ha" hat mich auf jeden Fall nachklingend beschäftigt und wird es wahrscheinlich auch noch weiterhin. Es ist nicht die nette Indie-Komödie, die ich erwartet hatte, vielmehr hat mich schon länger kein Film mehr so niedergeschlagen in seiner Auswegslosigkeit. Vielleicht ist Frances wie auch schon Oh Boy (und ich hatte mir eigentlich selbst versprochen hier nicht diesen dauernd bemühten Vergleich zu ziehen) zu nah an meiner eigenen Lebensrealität dran als dass ich ihn in aller Ruhe hätte konsumieren können. Er hat mich ziemlich verstört, aber das spricht ja eigentlich für den Film. Auch, wie authentisch er die gezeigte Subkultur einfängt in all ihrer Ziellosigkeit, Langeweile und ihrem fast schon spießigen Snobismus ("Frances, geht gar nicht"). Das kommt einem doch schon ziemlich bekant vor, auch wenn man keine 27-jährige New Yorker Tänzerin ist. Dass Gerwig ihre Rolle mit einer beeindruckenden Verletzlichkeit und Vielseitigkeit spielt, ist, denke ich, unnötig zu erwähnen.
Ich muss diesen Film dringend noch mal sehen, jetzt gibts auf jeden Fall erstmal 7 Punkte für den nachhaltigen Eindruck, ich hab aber das Gefühl, dass das bei einer zweiten Sichtung sich ziemlich stark nach oben oder unten ändern kann.

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Infuso Verde

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film hat definitiv seinen Charme, ist aber wohl am ehesten was für Leute, die ähnlich wie Frances verplant und wirr durchs Leben stolpern. Sie sehen sich als ein Teil einer Bewegung/Gesellschafft, die sich zu sehr in eine Welt flüchtet, in der sie nach Intellekt, Kunst und dem Leben als Freigeist suchen, als dass sie es wirklich leben. Identifikation sollte von einem selbst kommen und ist kein Stempel, den man sich irgendwo abholen muss.
Dennoch ist der Film nicht schlecht. Mir hat er eine ganze Weile gefallen. Irgendwann kam aber der Punkt, wo ich dachte "So, Mäuschen, ist ja alles schön und gut/traurig und schlecht, aber nun krieg dein Leben mal in den Griff! Das ist ja nicht zum aushalten mit dir."
Ich muss nur vor die Tür gehen und mit ein paar Bekannten reden, dann habe ich Frances Ha interaktiv.
Wenn Filme an einem zerren und nicht gerade leicht zu rezipieren sind, schreckt mich das in den seltensten Fällen ab, aber hier wurde es irgendwann langweilig.
Dennoch ist der Charakter Frances sehr gut gezeichnet, denn dieser ist dafür verantwortlich, dass man ihr am liebsten links und rechts eine geben würde, damit sie endlich aufwacht. Greta Gerwig hat sie dabei sehr gut gespielt.
Dennoch. Zu viel "Wir sind so individuell und doch alle gleich." in einem "Wir sind Künstler"-Gewand.

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Medardus

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Fuck yeah, hab mich auch so hart aufgeregt über die, zugestanden gut gezeichnete Charaktere (siehe auch meine Meinung dazu)

Unterschreibe ich also.

*High Five*


Medardus

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Bewertung4.0Uninteressant

Puh ey...

Das war er nun also, der große Indiefilm der letzten Jahre oder wenigstens einer derer, die so rumfleuchen. Es werden große Vergleiche gezogen zur Nouvelle Vague und zu einem der großen, Woody Allen.

Man erlebt einen Charakter in einem Teil seines Alltags, der anscheinend ganz besonders toll ausschauen soll (tut er auch, teilweise...aber s/w ist wirklich nicht Alles) und zudem noch, bei all dem Gelabere noch besonders tiefsinnig daherkommen mag.

All das ist aber ein frommer Wunsch und gerade inhaltlich ist mir das einfach zu viel "pseudointellente" Gelabere, was nach 20 minuten nur noch nervt. Es mag an der sehr dubiosen deutschen Synchro liegen, aber ne ey....sich in einer Großstadt treiben zu lassen, nicht zu wissen was man will, was man ist oder was weiß denn ich noch alles unsicher ist, hat ja was ( Müßiggang, Freihheit und auch Herantasten an die eigene Vorstellung der Liebe) nur eben nicht nur. Verstrahlt sein, als was wohl Frances hier gelten soll ist einfach nach einer gewissen Zeit anstrengend, nervend und einfach nicht mehr hübsch anzuschauen.
Ähnlich ging es mir mit dem Film an sich, den ich gerne toll gefunden hätte aber mich einfach mit seiner eigenen Nichtigkeit und großen optischen Referenz etc ertränkt. Dieser Snapshot aus dem Leben einer Lebensstreunerin" ist hier da und sehr charmant, aber nur im Ansatz und gerade eben kein Tiefgang wie bei Allen mit seinen Meisterwerken wie Manhattan und klar, Annie Hall. Die sind toll, genieartig und einfach gute Handarbeit.

Weiter soll FRANCES HA als Abbild einer Generation ( der man als Anfang dreissig jähriger wohl "leider" mitangehört...) gelten. Das ist zum Einen identitäres Gewäsch und zum Anderen einfach ein weitere Film für die egomane "Generation" "Ich ziehe nach Berlin - weil berlin so toll ist" . Die Charaktere hier nerven mich genauso wie es diese Art Menschen in der Realität schon ab und an tun, sorry.

Faszination und Träumerei der Jugend oder ein spätes Erwachsenwerden in Ehren, der Film hier leider zeigt für mich die Schattenseiten dessen, nämlich derart das man ununterbrochen der Frances ein GET YOUR SHIT TOGETHER an den Kopf hauen mag.

Ganz viel heiße Luft um fast gar nichts. Schade.

PS: Die Musik ist nett, optisch ein paar nette Einstellungen und die Greta spielt ja auch drollig, nur kann ich dann unter der Prämisse "Abbild einer Generation" / Anlehnung an Woody Allen etc mit der Serie GIRLS viel mehr anfangen, als mir dieser Luftnummer. Weiterer Pluspunkt für Adam Driver, der hier ohne Bart wenigstens überzeugen kann.

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bexxx

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich gebs zu: Ich vergleiche gern.
Oft wird "Woody Allen" oder "Oh Boy" angesprochen, obwohl da höchstens ein Teil der Machart ähnlich ist. Macht man bei "Frances Ha" die Augen zu könnte man denken es liefe grad eine Folge von "Girls" von und mit Lena Dunham. Das hier ist einfach nur "Girls" auf Spielfilmlänge zusammengepresst. Etwas weniger visuell dargestellter Sex, aus unerfindlich künstlerischen Grund in Schwarzweiß-Optik gehalten aber ansonsten nix neues, obwohl man streiten könnte was von beiden eher da war. Der Ausstrahlungstermin sagt "Girls"
Am Ende gewinnt Lena Dunham doch um Längen gegen Greta Gerwig, da Frances Ha trotz Dialogbombardements einfach zu wenig zu erzählen hat. Schade. Mag so simple Charakterstudien.
Aus unerfindlichen Gründen wurde ein FSK6 Logo abgesegnet. Aber in der Begründung (auf 6jährige) sagt dieses schon vieles über den Film aus--- Zitat: "Es gibt keine Identifikationspunkte und die Konflikte bleiben [für diese Altersstufe] abstrakt, sodass auch hier eine nachhaltig irritierende oder verstörende Wirkung ausgeschlossen werden kann." --- mir fehlte auch der gewisse Knall...auch nen kleiner subtiler hätte gereicht.
Und was bleibt unterm Strich?...ne kleine, aber wirklich nur eine kleine Enttäuschung!

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Hate

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Der Film hat mMn sehr viel zu sagen, aber anscheinend nur für Menschen aus Frances Generation / mit ähnlichem Leben... ich konnte mich hier viel eher wiederfinden, als in GIRLS (was auch toll ist, aber schon ziemlich anders). Die Begründung zur FSK-Freigabe finde ich sehr gut, eben weil Kinder den Film überhaupt nicht verstehen. Meine Eltern übrigens auch nicht..


brainchild

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film funktioniert nur, weil er schwarz-weiß ist und nicht mal eineinhalb Stunden dauert. Aber verdammt, er funktioniert!

(Obwohl ich solche Frauen nicht ab kann.)

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boxcarsboxcars

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Bewertung7.0Sehenswert

'Frances Ha' enttäuscht niemanden. Weder die, die 'An Education' und das Flechten von Kränzen aus Butterblumen mögen, noch die, die sich fest vorgenommen haben alles, was nur von irgendwem das Hipster-Siegel verpasst bekommen könnte, zu hassen. Letzteres springt einem natürlich sofort ins Auge. Die Frankophile fängt bereits im Titel an, die Wahl des schwarz-weiß wird wohl kaum für widerspenstig, mehr für anbiedernd gehalten werden - über die Funktion von Farbe im Film macht sich allerdings seit Frieda Grafe auch keiner mehr Gedanken, wieso also nichtmal andersrum?

Und natürlich haben alle Recht, die 'Frances Ha' vorwerfen die Koketterie mit der Nouvelle Vage sei spröde und die politische Tragweite nur vorgespielt, nicht durchexerziert. Das stimmt auch. Ich bin normalerweise einer derjenigen, die am lautesten schreien, wenn es um vorgetäuschten Ästhetizismus und Schöngeistigkeit geht. Aber hier werden immer wieder ganz entscheidende Situationen messerscharf vorgeführt. (jaja, Spoiler)

Frances Fassungslosigkeit, als sie erfährt, dass ihre Freundin andere ihr vorzieht. Ihr zorniges Gesicht beim Abhören der Nachricht von Abby. Das Unwohlsein beim Klären des Mietpreises. Das verzweifelte Lügen, wenn sie schon wieder gefragt wird, 'wie es denn so läuft'. Die großen Erwartungen, die an ein Gespräch mit der Obrigkeit, die natürlich erneut nichts als Enttäuschung im Gepäck hat, geknüpft werden. Der Hass gegen neue Partner der besten Freunde. All das ist dann doch so wahr und so gut beobachtet, dass es schwer fällt den Film zu hassen, obwohl die Angriffsfläche fußballfeldgroß ist. Mich hatte Frances bereits nach den ersten Handlungsabläufen: Sie lehnt es ab mit ihrem Freund zusammenzuziehen, weil sie ihre Freundin nicht in der gemeinsamen WG sitzen lassen möchte. Es passiert, was zu passieren nicht verwundert und gerade deswegen frustriert, und jene Mitbewohnerin berichtet Frances von einer neuen Wohnung im gewünschten Stadtteil, in die sie mit einer entfernten Bekannten ziehen möchte.

'Dinge vor Menschen' macht immer Angst und enttäuscht.

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boxcarsboxcars

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Das stimmt eigentlich. Vor allem im Moment könnte ich die füllen. (Wobei gut, einfach eine Liste mit Cassavetes und Sirk Filmen machen ist auch nicht gerade konzeptuell anspruchsvoll, hilft aber trotzdem!)


jp@movies

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:D
PS: Gute Besserung!


Tobias

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wunderbar treffend zusammengefasst von Le Samourai: "Nouvelle Vauge trifft Woody Allen, trifft Oh Boy". Toller Film, tolle Grete, tolle Atmosphäre, tolle Beschreibung des Erwachsenwerdens - irgendwo zwischen leichtfüßig und schwermütig.

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fujay

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Bewertung3.0Schwach

Einer der schlechtesten "Indie"-Filme, die ich je gesehen habe. Langweilig, nicht belehrend, sondern plump. Das ist ausnahmsweise mal ein Film, bei dem ich keinen Zugang zur Protagonistin gefunden habe und keine Sympathie zu dem Charakter aufbauen konnte. Da ich an den anderen Kommentaren erkennen konnte, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht, ist dieser Film also tatsächlich nicht wirklich empfehlenswert.

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Hate

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nja, die Mehrheit der Leute findet ihn nach wie vor ziemlich gut.. demnach kannst du das sicher nicht so kategorisch behaupten.


fujay

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Stimmt, korrigieren wir das mal: dieser Film ist nicht uneingeschränkt empfehlenswert, da es Minderheiten wie mich gibt, die dem Film nichts abgewinnen können. Besser?


natedb

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In den ersten Minuten befürchtete ich fast, dass die liebe Frances eine zweite Poppy und der Film ein zweiter "Happy Go Lucky" sei, doch sehr schnell entwickelte ich Sympathie für dieses lebensnahe, kurzweilige Filmchen und genoss die Höhen und Tiefen der liebenswürdigen Protagonistin, welche so verträumt und unbeholfen durch ihr chaotisches Leben tänzelt. Wer eine richtige Handlung sucht könnte womöglich enttäuscht sein, denn "Frances Ha" drückt vielmehr ein Lebensgefühl aus und tut dies auf äußerst unkomplizierte, simple Art und Weise. Es ist eine unbeschwerte Selbstfindung, doch am Ende ist klar, dass es die Suche selbst ist, auf die es ankommt. Greta Gerwig ist ganz wunderbar in der Hauptrolle, man möchte sie am liebsten knuddeln. Ein schöner Film. Oder um es mit Frances´ Worten auszudrücken: Zauberhaft!

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