Giulias Verschwinden

Giulias Verschwinden (2009), CH
Laufzeit 88 Minuten, FSK 6, Komödie, Kinostart 04.02.2010

5.7 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.7 Community
61 Bewertungen
10 Kommentare
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von Christoph Schaub, mit Corinna Harfouch und Bruno Ganz

Der tolle 50ste Geburtstag. Die Feier im Restaurant ist geplant. Die engsten Freunde machen sich hübsch, streiten über Bauch und Falten, bekommen Wadenkrämpfe beim Sex – da verschwindet das Geburtstagskind. Es ist die schöne, aber nun mit 50 unsichtbare Giulia, sie streift ziellos durch die Läden, durch die Stadt und trifft einen gut aussehenden Mann, mit dem sie kurzerhand zum Tête-à-tête in eine Bar aufbricht. Leidenschaftlich verliert sie sich im Gespräch mit ihm und merkt, dass es für eine Liebe nie zu spät ist. Unterdessen warten ihre Gäste und steigern sich mit zunehmendem Alkoholgenuss in eine philosophische Debatte über den Sinn des Lebens. Und dann kommt Giulia…

Handlung

Fünfzig zu werden – für Giulia (Corinna Harfouch) kommt dies dem Biss in den sauren Apfel gleich. Und gerade an ihrem Geburtstag scheinen sie alle wie Luft zu behandeln. Sie beschließt, dagegen eine Shopping-Therapie zu absolvieren. In ihren Streifzügen durch die Läden lernt sie John (Bruno Ganz) kennen, einen gesitteten Finanzberater, der zu wissen scheint, wie man mit dem Alter umgeht.

Giulia geht mit John in eine Hotelbar – unterdessen warten ihre Freunde, festlich angezogen und bereit, in einem Restaurant auf sie. Während des wartens ergibt sich ein Gespräch über Altersbeschwerden, die gemeinsame Vergangenheit und die Vergänglichkeit im Allgemeinen. Der Alkohol hilft, die Zungen lockerer zu machen und die Dialoge frecher. Nur Giulia bleibt verschwunden. Auch Jessica (Elisa Schlott) und Fatima (Hannah Dietrich) denken ans Alter – ihr Schwarm wird demnächst 18 Jahre alt. Das Geburtstagsgeschenk sollen goldfarbene Turnschuhe sein.

Leider werden die beiden beim Klauern derselben erwischt. Nun muss sich Jessica vor ihren geschiedenen Eltern rechtfertigen, die zwar um die Vierzig sind, sich aber immer noch wie Kinder zanken. In der Zwischnzeit bereitet sich Leonie (Christine Schorn) auf ihren 80. Geburtstag vor. Sie ist verbittert über den Verlust ihrer Jugend und rebelliert gegen ihre Tochter, ihr Leben im Altersheim und gegen die Konventionen, die sie binden. Mit großer Lust sabotiert sie daher die Feier zu ihren Ehren.

Weiterführende InformationenGiulias Verschwinden Trailer auf film-zeit.de

Giulias Verschwinden Pressespiegel auf film-zeit.de

Giulias Verschwinden auf www.moviepilot.de

Trailer zu Giulias Verschwinden auf www.moviepilot.de

Offizielle Website

  • DVD
Erscheinungstag: 17.09.10
  • Giulias Verschwinden - Bild 2542040
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Kritiken (5) — Film: Giulias Verschwinden

José Garcia: Textezumfilm

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5.5Geht so

„Giulias Verschwinden“, der beim Filmfestival in Locarno 2009 den Publikumspreis gewann, verknüpft mit sicherer Hand diese drei Handlungsstränge miteinander. Ein Film wie Christoph Schaubs Komödie, in dem sehr viel geredet wird, ja in dem die Dialoge im Mittelpunkt von sehr langen Szenen stehen, birgt allerdings die Gefahr der Ermüdung in sich. So etwa wenn sich im Laufe eines Abends unter angeblich guten Freunden kein weiterer Diskussionsstoff als das Altern und die unterschiedlichen Strategien, dem entgegenzutreten, findet. Einige Inszenierungseinfälle wie das erwähnte Verschwinden des Spiegelbildes Giulias im Bus oder auch das Aufsetzen der Lesebrille wie auf Kommando, wenn es um das Bestellen im Restaurant geht, können zwar noch als witzig bezeichnet werden. Die Choreografie etwa in der Position von Alessia (Sunnyi Melles) direkt im Zentrum unter Botticellis „Geburt der Venus“, die penetranten Witze über die Vergesslichkeit von Giulias Freunden, die entweder das Portemonnaie oder das Geburtstagsgeschenk nicht finden können, wirken indes genauso arg konstruiert wie das Zugeständnis an den Zeitgeist, dass unter den Geburtstagsgästen unbedingt ein Schwulen-Pärchen sein muss.
Geht dadurch viel komödiantisches Potential verloren, so überzeugen vor allem die schauspielerischen Leistungen der zwei großartigen Darsteller Corinna Harfouch und Bruno Ganz, bei denen die vielzitierte „Chemie“ vom ersten Augenblick an stimmt. Die geschliffenen, von einer leisen Melancholie, aber auch von Lebensfreude und einer wunderbaren Selbstironie durchdrungenen Dialoge strafen den Jugendwahn in unserer Gesellschaft Lügen. Sprechen alle anderen dauernd vom Alter, so scheint John über das Alter erhaben, einfach alterslos zu sein.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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4.5Uninteressant

Giulias Verschwinden [...] reitet er genau auf dieser »wie lustig ist das Alter«-Welle. Sprüche wie »50 ist das neue 40« sind leider ernst gemeint.
Schuld an der Misere hat Martin Suter, der Vorlage und Drehbuch zu Schaubs Film beisteuerte. Einst hatte die Schweiz Literatur von Weltrang wie Frisch oder Dürrenmatt, inzwischen hat man Martin Suter. Der ist ein Großschriftsteller jener Art, über die vor 90 Jahren schon Robert Musil spottete, ein Spekulant in der Börse des Geistigen, der mit gutem Riecher auf »die richtigen Themen« setzt. [...]
Jenseits solcher Momente hat Giulias Verschwinden ein paar gute Ideen und ist – zum Beispiel mit Sunnyi Melles – auch in kleineren Rollen hervorragend besetzt. Doch schnell gleitet der Film immer wieder in die Gefilde durchschnittlicher TV-Ware ab. Auch darin geht es vorzugsweise um Frauen jenseits der 40, die durch allerhand Probleme lernen, dass es ihnen besser geht, als sie dachten.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Nina Zimnik: http://film-dienst.kim-info...

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5.5Geht so

Unvermittelt fällt der erste Kuss, was ein bisschen so wirkt, als hätten die Schauspieler in der körperlichen Geste Zuflucht vor den schwachen Dialogen gesucht, ist der Film nicht nur an dieser Stelle alles andere als glaubwürdig...bereitet er in „Giulias Verschwinden“ jetzt sexistische und altersdiskriminierende Realitäten als harmloses Märchen für „Silver Agers“ auf.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Giulias Verschwinden" spielt an einem einzigen Abend und an wenigen Schauplätzen. Heiterkeit und Melancholie halten sich ideal die Waage in dieser lustvollen Komödie, in der wenig geschieht, es aber dafür umso mehr Raum gibt für Reflektionen und Gedanken.
Der bekannte Schweizer Romanautor und Kolumnist Martin Suter schrieb die lebensklugen, manchmal frechen, brillanten Dialoge. Eigentlich hatte er das Drehbuch seinem Freund und Stammregisseur Daniel Schmid ("La Paloma“, "Beresina") zugedacht. Doch der starb, bevor er es filmisch umsetzen konnte, und es sollte eine Weile dauern, bis es auf dem Tisch von Christoph Schaub landete. Seine Inszenierung kommt leichtfüßig, munter und poetisch daher und zeugt von großer Liebe zu den kleinen Dingen und den Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit. Der Spiegel als Gradmesser des Alters ist dabei stets latent präsent.
Zum Leben gebracht wird das heiter-melancholische Ensemblestück dank der vortrefflichen…

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Nino Klingler: critic.de

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Das Schauspielerensemble hat sichtlich Freude daran, Suters pointenreiche Unterhaltungen mit einem gehörigen Maß an Selbstironie aufzuladen, die Gebrechen ihrer Figuren und das eigene Alter gleichermaßen auf die Schippe zu nehmen. Das Ergebnis sind wunderbar dynamische Dialogszenen, mit Verve gespielt als Pingpong-Matches voller Anzüglichkeiten und verdeckter Melancholie. Christoph Schaub inszeniert diese nicht als platte Schuss-Gegenschuss-Reihen, sondern ermöglicht Cutterin Marina Wernli dank der Verwendung zweier Kameras die Konstruktion äußerst komplexer filmischer Räume.

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Kommentare (5) — Film: Giulias Verschwinden

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der cineast

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Bewertung1.0Ärgerlich

Grober philosophischer Etikettenschwindel, welcher vorgibt es handle sich hier um einen Harfouch-Ganz-Film. Diese beiden Künstler jedoch haben zwei kleine Szenen. Ein Film der so versucht hat sich zu vermarkten und bekannt zu werden. Das alles würde man vergessen, wenn nicht der komplette Film eine lähmende Ansammlung alter Binsenweisheiten wäre. Eine vollkommen witzlose, altkluge Beobachtung. Grausam.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Mr Vincent Vega

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Ja, klingt ganz gut.


der cineast

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Wenn das wirklich passiert wäre, hätte ich gelächelt.


Chris1981

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Bewertung3.5Schwach

Mal wieder ein Fall, in welchem der Film nicht in der Lage war, die Versprechen des Trailers zu halten. Dachte ich nach dem Trailer noch Corinna Harfouch und Bruno Ganz würden in diesem Film die Hauptrollen spielen, musste ich leider erkennen, dass der Handlungsstrang um diese beiden Charaktere eigentlich den kleinsten Part im Film einnimmt. Wenn man nun noch bedenkt, dass die beiden anderen Geschichten, die erzählt werden, zwischen Langeweile und Unsinn pendeln und daher absolut nicht zu überzeugen vermögen, ist dies umso bedauerlicher.
Alles in allem kann der Film zur Not als Zeitvertreib herhalten, man kann diese Zeit aber sicher auch sinnvoller investieren ohne etwas verpasst zu haben.

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alter.native

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Bewertung5.0Geht so

Gähn, gepflegte Langeweile! Daran können auch die guten Schauspieler (wobei ich bei Bruno Ganz' Genuschel immer das Gefühl hatte, im fallen gleich die dritten Zähne raus) nichts ändern. Es ist einfach stink langweilig, die Gespräche, die man von jeder zweiten Party oder anderen Anlässen kennt von den Protagonisten des Filmes 1 zu 1 wiedergekäut zu bekommen. Es gibt keinen Kunstgriff, keine Überhöhung, nix, smalltalk auf niedrigem Niveau. Und dabei gehöre ich mit ziemlicher Sicherheit zu der von den Filmemachern angepeilten Zielgruppe der Zuschauer (welcher junge Mensch würde sich freiwillig so ein Gequatsche anhören?). Dementsprechend leer war es dann auch im Kino!

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lucie

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Bewertung6.5Ganz gut

Dieser Film hat mich nicht aus dem Kinosessel gehoben, doch ich fühlte mich mit den drei Erzählsträngen, die sich später zusammenfinden gut unterhalten. Es wurde dem Zuschauer ein Spiegel vorgehalten, mit welchen platten Aussagen ein jeder von uns aufwartet und bittet uns um etwas mehr Um- und Nachsicht mit uns und unseren Mitmenschen. Kein Mensch ist auf Anhieb bereit eigene Unzulänglichkeiten hinzunehmen und dazu zu stehen. Mich haben diese Denkanstöße angenehm berührt weil nie ein erhobener Zeigefinger zu erahnen war, sonder vorher ein Schmunzeln aufblitzte.

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GoldenGirl62

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Bewertung10.0Herausragend

Seit ich den Trailer zum Film gesehen habe, freue ich mich schon richtig auf den Kinostart von Giulias Verschwinden. Eine tolle Schauspielerbesetzung, die sehr viel verspricht. Nicht zueletzt, da Corinna Harfouch ( in "This is love" absolut brillierend)die Hauptrolle spielt.

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GoldenGirl62

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Klar - Corinna Harfouch ist ne Spitzen Schauspielerin und auch als Mensch wohl voll in Ordnung, wie ich in 2 kurzen Gesprächen mit ihr feststellen konnte. Ohne Allüren - richtig nett!


bootsmann13

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Ich glaube, das Bittere an dem ganzen Film ist nicht, dass er witzig sein will, sondern, dass er genau die Realität abbildet. Geht doch mal in ein Restaurant und hört, was an den Nebentischen so abgeht. Genau das. Und hört auf die Teenies! Versteht die noch irgendjemand der Menschen, die älter als 28 sind?
Freilich geht es bei den Wartenden beim Italiener und der Leuten im Altersheim schwer ans Fremdschämen, aber: die Harfouch und der Ganz reißen es raus. Das fand ich einfach nur warmherzig und ehrlich schön.
Und Zürich sah so ganz anders aus. Was sagst Du, Patch?


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