Giulias Verschwinden

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2009

Giulias Verschwinden - Poster
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Kritiker: 5.7 Community: 5.9 35 Bewertungen

Kinostart: 04.02.2010, Laufzeit 88 Minuten.

Der tolle 50ste Geburtstag. Die Feier im Restaurant ist geplant. Die engsten Freunde machen sich hübsch, streiten über Bauch und Falten, bekommen Wadenkrämpfe beim Sex – da verschwindet das Geburtstagskind. Es ist die schöne, aber nun mit 50 unsichtbare Giulia, sie streift ziellos durch die Läden, durch die Stadt und trifft einen gut aussehenden Mann, mit dem sie kurzerhand zum Tête-à-tête in eine Ba… Mehr

Cast
Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Stefan Kurt, André Jung, Sunnyi Melles, Daniel Rohr Mehr
Regisseur
Christoph Schaub
Autor
Martin Suter
Genre
Komödie

Kritiker — Film: Giulias Verschwinden

José Garcia: Textezumfilm

5.5Geht so

„Giulias Verschwinden“, der beim Filmfestival in Locarno 2009 den Publikumspreis gewann, verknüpft mit sicherer Hand diese drei Handlungsstränge miteinander. Ein Film wie Christoph Schaubs Komödie, in dem sehr viel geredet wird, ja in dem die Dialoge im Mittelpunkt von sehr langen Szenen stehen, birgt allerdings die Gefahr der Ermüdung in sich. So etwa wenn sich im Laufe eines Abends unter angeblich guten Freunden kein weiterer Diskussionsstoff als das Altern und die unterschiedlichen Strategien, dem entgegenzutreten, findet. Einige Inszenierungseinfälle wie das erwähnte Verschwinden des Spiegelbildes Giulias im Bus oder auch das Aufsetzen der Lesebrille wie auf Kommando, wenn es um das Bestellen im Restaurant geht, können zwar noch als witzig bezeichnet werden. Die Choreografie etwa in der Position von Alessia (Sunnyi Melles) direkt im Zentrum unter Botticellis „Geburt der Venus“, die penetranten Witze über die Vergesslichkeit von Giulias Freunden, die entweder das Portemonnaie oder das Geburtstagsgeschenk nicht finden können, wirken indes genauso arg konstruiert wie das Zugeständnis an den Zeitgeist, dass unter den Geburtstagsgästen unbedingt ein Schwulen-Pärchen sein muss.
Geht dadurch viel komödiantisches Potential verloren, so überzeugen vor allem die schauspielerischen Leistungen der zwei großartigen Darsteller Corinna Harfouch und Bruno Ganz, bei denen die vielzitierte „Chemie“ vom ersten Augenblick an stimmt. Die geschliffenen, von einer leisen Melancholie, aber auch von Lebensfreude und einer wunderbaren Selbstironie durchdrungenen Dialoge strafen den Jugendwahn in unserer Gesellschaft Lügen. Sprechen alle anderen dauernd vom Alter, so scheint John über das Alter erhaben, einfach alterslos zu sein.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

4.5Uninteressant

Giulias Verschwinden [...] reitet er genau auf dieser »wie lustig ist das Alter«-Welle. Sprüche wie »50 ist das neue 40« sind leider ernst gemeint.
Schuld an der Misere hat Martin Suter, der Vorlage und Drehbuch zu Schaubs Film beisteuerte. Einst hatte die Schweiz Literatur von Weltrang wie Frisch oder Dürrenmatt, inzwischen hat man Martin Suter. Der ist ein Großschriftsteller jener Art, über die vor 90 Jahren schon Robert Musil spottete, ein Spekulant in der Börse des Geistigen, der mit gutem Riecher auf »die richtigen Themen« setzt. [...]
Jenseits solcher Momente hat Giulias Verschwinden ein paar gute Ideen und ist – zum Beispiel mit Sunnyi Melles – auch in kleineren Rollen hervorragend besetzt. Doch schnell gleitet der Film immer wieder in die Gefilde durchschnittlicher TV-Ware ab. Auch darin geht es vorzugsweise um Frauen jenseits der 40, die durch allerhand Probleme lernen, dass es ihnen besser geht, als sie dachten.

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Nina Zimnik: http://film-dienst.kim-info...

5.5Geht so

Unvermittelt fällt der erste Kuss, was ein bisschen so wirkt, als hätten die Schauspieler in der körperlichen Geste Zuflucht vor den schwachen Dialogen gesucht, ist der Film nicht nur an dieser Stelle alles andere als glaubwürdig...bereitet er in „Giulias Verschwinden“ jetzt sexistische und altersdiskriminierende Realitäten als harmloses Märchen für „Silver Agers“ auf.

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Alle Kritiken (5)


Kommentare — Geht so 5.9

alter.native

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Bewertung5.0Geht so

Gähn, gepflegte Langeweile! Daran können auch die guten Schauspieler (wobei ich bei Bruno Ganz' Genuschel immer das Gefühl hatte, im fallen gleich die dritten Zähne raus) nichts ändern. Es ist einfach stink langweilig, die Gespräche, die man von jeder zweiten Party oder anderen Anlässen kennt von den Protagonisten des Filmes 1 zu 1 wiedergekäut zu bekommen. Es gibt keinen Kunstgriff, keine Überhöhung, nix, smalltalk auf niedrigem Niveau. Und dabei gehöre ich mit ziemlicher Sicherheit zu der von den Filmemachern angepeilten Zielgruppe der Zuschauer (welcher junge Mensch würde sich freiwillig so ein Gequatsche anhören?). Dementsprechend leer war es dann auch im Kino!

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lucie

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Bewertung6.5Ganz gut

Dieser Film hat mich nicht aus dem Kinosessel gehoben, doch ich fühlte mich mit den drei Erzählsträngen, die sich später zusammenfinden gut unterhalten. Es wurde dem Zuschauer ein Spiegel vorgehalten, mit welchen platten Aussagen ein jeder von uns aufwartet und bittet uns um etwas mehr Um- und Nachsicht mit uns und unseren Mitmenschen. Kein Mensch ist auf Anhieb bereit eigene Unzulänglichkeiten hinzunehmen und dazu zu stehen. Mich haben diese Denkanstöße angenehm berührt weil nie ein erhobener Zeigefinger zu erahnen war, sonder vorher ein Schmunzeln aufblitzte.

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GoldenGirl62

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Bewertung10.0Herausragend

Seit ich den Trailer zum Film gesehen habe, freue ich mich schon richtig auf den Kinostart von Giulias Verschwinden. Eine tolle Schauspielerbesetzung, die sehr viel verspricht. Nicht zueletzt, da Corinna Harfouch ( in "This is love" absolut brillierend)die Hauptrolle spielt.

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GoldenGirl62

Klar - Corinna Harfouch ist ne Spitzen Schauspielerin und auch als Mensch wohl voll in Ordnung, wie ich in 2 kurzen Gesprächen mit ihr feststellen konnte. Ohne Allüren - richtig nett!


bootsmann13

Ich glaube, das Bittere an dem ganzen Film ist nicht, dass er witzig sein will, sondern, dass er genau die Realität abbildet. Geht doch mal in ein Restaurant und hört, was an den Nebentischen so abgeht. Genau das. Und hört auf die Teenies! Versteht die noch irgendjemand der Menschen, die älter als 28 sind?
Freilich geht es bei den Wartenden beim Italiener und der Leuten im Altersheim schwer ans Fremdschämen, aber: die Harfouch und der Ganz reißen es raus. Das fand ich einfach nur warmherzig und ehrlich schön.
Und Zürich sah so ganz anders aus. Was sagst Du, Patch?


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