Innenleben

Interiors (1978), US Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 21.12.1978

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7.2
Kritiker
7 Bewertungen
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6.8
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92 Bewertungen
9 Kommentare
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von Woody Allen, mit Kristin Griffith und Mary Beth Hurt

Der 63-jährige renommierte Rechtsanwalt Arthur eröffnet seiner Frau Eve und den drei erwachsenen Töchtern, dass er eine Zeit lang von ihnen getrennt leben will. Dieser Versuch, sich aus erstarrten Verhältnissen zu befreien, stürzt seine Frau in eine tiefe Krise, auch die Töchter haben ihre Probleme damit. Als ihr Vater sich schließlich sogar scheiden lässt und eine andere Frau heiratet, kommt es am Hochzeitstag zur Katastrophe.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Innenleben

Kubrick_obscura: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"Interiors" gilt als Woody Allens erster ernsthafter Film, wobei diese Deklarierung überaus kurzsichtig ist, denn aus welchem Grund auch immer waren "Annie Hall" oder "Love and Death" nicht ernst gemeint? Gut, es waren Komödien, ernste Komödien. "Interiors" geht aber sichtbar andere Wege. Er markiert den Beginn einer Reihe von Filmen, wie "Another Woman", "September", "Match Point" und "Cassandras Dream", also Filmen, die sich der Komödie komplett entsagen und in denen Allen selbst auch nicht mehr mitspielt, die darüberhinaus stark geprägt sind vom Kino Bergmans und im Falle von "Interiors" diesen Ton auch so perfekt treffen, dass man schon von einer Mimikry sprechen kann. Allerdings, ähnlich wie bei den Geimeinsamkeiten zwischen Hitchcock und "Manhattan Murder Mystery" fällt auf, dass es Allen gelingt seine Vorbilder nicht bloß zu imitieren, sondern für sich umzumünzen. "Interiors" erinnert in seinen Figurenkonstellationen, der Kameraarbeit und dem Erzählton heftigst an Bergman, aber inhaltlich bewegt sich Allen auf seinem Terrain. Hier werden die Neurosen und Kunstgespräche, der Nihilismus und die Angst vor dem Tod, nicht wie gewohnt für zahlreiche humorvoll pointierte Dialoge genutzt, sondern sie werden schmerzlich vorgeführt. Da fällt auf: Das ist ja alles garnicht mehr so witzig und nach einer Weile wird man darüber nachdenken müssen inwieweit einen das auch selbst betrifft. Wie sieht es bei mir dort drinnen aus?

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Schlegel

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Den mag ich sehr!


Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

Innenleben ist eine starke und unerbittliche Porträtierung seelischen Zerfalls, ernüchternd, deprimierend, kompromisslos in kräftigen Bildern mit großartigen darstellerischen Leistungen. Ein Film, der einen, hat man sich darauf eingelassen, gefangen nehmen wird.

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Kommentare (7) — Film: Innenleben


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longus69

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Bewertung7.0Sehenswert

Eine Bande auf höchstem Niveau jammernder Darsteller allenthalben... Woody Allens Hommage an Bergman und sein einzigster vollkommen humorloser Ausflug in die Dramenwelt ist schauspielerisch auf hohem Niveau... Aber statt Anteilnahme kann ich allen Charakteren fast nur Antipathie entgegenbringen...

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entfremdete

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Bewertung9.5Herausragend

Die Familie: ein brüchiges Kartenhaus, das von jedem Windstoß davongetragen würde.

Die Mutter: ein drückender Stein, der davongerollt, alles zu verändern vermag: ,,Du betest Talent an. Aber was ist mit denen von uns, die nicht schöpferisch sind? Was sollen wir tun? Was soll ich tun, wenn ich von meinen Gefühlen einfach überwältigt werde. Wie soll ich sie ausdrücken?"

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Murray

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Woody Allen's erster Ausflug ins Drama-Genre macht vor allem eins richtig: Es setzt seinen Fokus, seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Charaktere und deren Emotionen. Keine opulenten Kulissen oder Kostüme, kaum musikalische Untermalung dafür aber eine ruhige, spannende Geschichte mit einem grandiosem Cast und vor allem gegen Ende einigen wunderbaren Einstellungen.

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jacker

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Bewertung4.0Uninteressant

Das ist sie also, "innenleben" Allen's Hommage an den viel und hoch gelobten Ingmar Bergman.

Ohne etwas von Bergman zu kennen gibt es für mich nun folgende Möglichkeiten:
Entweder, Woody Allen lag völlig daneben und hätte nach "Annie Hall" lieber erst einmal ein Jahr Pause machen sollen um den Kreativ-Akku wieder zu betanken, denn er hat nicht wirklich zeigen können worauf es ihm ankam.
Oder, die Hommage ist gelungen, adaptiert den Stil des Vorbilds originalgetreu und zeichnet die Charakteristik gekonnt nach.

Ist zweiteres der Fall werde ich wohl Ingmar Bergmans Filmographie in meiner 'Will-Ich-Sehen'-Liste einfach streichen, oder zumindest ganz weit nach hinten schieben, denn "Innenleben" ist durch seine bewusst triste Inszenierung einfach öde.
Die Geschichte ist tragisch, das ist mir klar, aber kann ich sagen dass diese Tragik mich auch erreicht hat? Nein, bewegt hat mich gar nichts, ausser einer leichten bis mittleren Antipathie gegen den Haufen ziellos durch ihr Leben dödelnder Mädels, die Allen uns hier auftischt.

Natürlich ist der Ansatz Drama weit abseits von jeglichem Pathos anzusiedeln lobenswert, aber die Dialogtiefe und Intensität der es bedarf um in solchen Szenarien trotzdem den bitteren Kloß im Hals zu erzeugen habe ich hier kläglich vermisst. 3 Frauen rennen irgendwo zwischen depressiv und ziellos durch ihr Leben (woraus wenige ganz gute Monnologe entstehen), zanken sich ständig mit ihren nichtsnutzigen Männern und ansonsten passiert nichts bis auf, trotz weniger als 1 1/2h Laufzeit, nahezu endloses Gerede über ihre Arme Mutter und ihr schweres Leben.

Ich will schreiben, nein jetzt will ich schauspielen, deine Kurzgeschichten sind toll, das Buch wird nix, jetzt bin ich in der Werbeagentur, Mutter geht es schlecht, bla, bla, bla...

Verdrehtes Gerede von verdrehten Hühnern. Das diese Verdrehtheit aufgrund ihrer familiären Situation besteht, wird zwar zwischen den Zeilen angedeutet, ist mir aber als Fundament zu halbgar. Ereignisse die wie hier eine Person bis zum äußersten treiben (was man irgendwie schon weiß sobald der Vater mit der neuen Frau zu Besuch kommt) sollten auch in nachvollziehbarem Maß als schlimm zu empfinden sein.

Zwischen gewünschter und erzielter Wirkung liegt hier zu viel dazwischen. Reflektion vom Zuschauer zu fordern ist lobenswert, wenn diese Forderung soweit geht sich jede Emotion bewusst selbst denken zu müssen geht mir das zu weit!
Aber vielleicht habe ich den Film auch 'einfach nicht verstanden'. Das mag sein, aber ich denke ich versuche es kein zweites Mal!

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fleeting

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Bewertung9.0Herausragend

Großartiges Beziehungsdrama, das ganz ohne Filmmusik auskommt und stattdessen durch natürliche Geräusche, beeindruckendes Schauspiel, sorgfältige Charakterzeichnung und brilliante Dialoge überzeugt. Ein Film, der seinem großen Vorbild (Ingmar Bergman) mehr als nur gerecht wird.

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adamma

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Bewertung9.0Herausragend

ein erschreckender blick auf eine tragödie. ein abgrund. top film

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maxgoesche

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Bewertung9.5Herausragend

Ein Psychogramm Bergmanschen Ausmaßes. Rechtsanwalt Arthur hat genug von seiner festgefahrenen Ehe, seine Töchter sind erwachsen, er entschließt sich zur Trennung. Seine Frau stürzt dadurch in ein seelisches Chaos, das sie durch ein pedantisches Ordnungsprinzip und unrealistische Erwartungen auszugleichen versucht. Die drei Töchter bemühen sich verzweifelt ihre familiären Bindungen zu Mutter und Vater sowie untereinander neu auszuloten. Alte Wunden brechen auf, emotionale Vernachlässigung und Selbszweifel. Die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Schwestern sind dabei immer auch Spiegel der Kindheit. Als Arthur wieder heiraten will, nimmt die Tragödie ihren Lauf.

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