Kafka

Kafka (1991), US/FR
Laufzeit 98 Minuten, FSK 16, Thriller, Science Fiction-Film, Drama, Kinostart 01.10.1992

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7.0 Kritiker
7 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.9 Community
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von Steven Soderbergh, mit Joel Grey und Alec Guinness

Die Lebensgeschichte des Franz Kafka verfilmt von Steven Soderbergh.

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Kritiken (1) — Film: Kafka

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7.5Sehenswert

Mit seiner geschickten Verknüpfung und Interpretation von Biografie und Werk Franz Kafkas gelingt Soderbergh die perfekte Übertragung des Begriffes "kafkaesk" auf die Kinoleinwand.

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Kommentare (7) — Film: Kafka

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horro

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Bewertung5.5Geht so

Kafkaesk ... was für ein dummer Ausdruck - der Film ist gut gemacht, reisst mich aber nicht mit und hat mich irgendwie auch nicht berührt.

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BigDi

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Bewertung4.0Uninteressant

Wie man das Leben eines Autors mit seinem Werk verknüpfen kann, hat David Cronenberg mit "Naked Lunch" vorgeführt. Steven Soderbergh zeigt hier, wie man es besser nicht machen sollte. Denn eines sollte ein Film, welcher "Kafka" heißt, schon sein und das wäre "kafkaesk". Doch hier werden die einzelnen Elemente, die diesem Aspekt dienen sollten, entweder verfälscht oder zu seicht eingesetzt. Zwar kann ein Mitarbeiter Kafkas zu Beginn die Illusion erwecken, man würde sich tatsächlich in einer angemessenen Würdigung des Werkes des Autors befinden, doch dieser Eindruck kann sich leider nicht halten. Wild gewordene und seltsam lachende Killer sind nämlich nicht kafkaesk - der Begriff bedeutet einen subtilen und nachhaltigen Grauen. Und helfende Personen sind es auch weniger - im Kafka-Universum gibt es so etwas nur sehr, sehr selten. Verfolgungsjagden sind fehl am Platz, vor allem wenn die Beteiligten dabei komischerweise langsamer laufen als ich zur Schule, wenn ich mal zu spät bin. Es ist weniger bedrohlich, sondern eher verwirrend, wenn man plötzlich von "denen" spricht, die "hinter allem stecken", falls man noch nie die Bedrohung gespürt hat, die der Angst zugrunde liegt. Es gibt bei Kafka keine Erklärung der Ereignisse, weil man die Personen, die diese erklären könnten, nie zu Gesicht bekommt. Es gibt auch keine bis nur sehr wenige Leichen und schon gar keine Explosionen. Es gibt eine Atmosphäre des tiefsten gesellschaftlichen Zerfalls, es gibt die Hoffnungslosigkeit, es gibt die gefühlslose, automatische Bürokratie - doch davon ist im Film nur sehr wenig zu spüren. Und, vor allem: Man kann nicht in das Schloss hinein. Niemals, unter keinen Umständen, niemals, niemals, niemals. Darum geht es, nicht um irgendwelche aufgesetzten Verschwörungsgeschichten, nicht um wildes Herumgerenne und seltsame Experimente. Das Leid ist selten ein physisches, es ist die Demontage der psychischen Ebene, es ist die Sinnlosigkeit, die allem zugrunde liegt. Es ist die Tragödie eines kleinen Menschen in der Maschinerie der Bürokratie, aber auf einer Ebene, die - außer in "Die Strafkolonie" - wenig mit einer echten Maschienerie zu tun hat. Der Film bietet kaum Bezug zum echten Leben Kafkas und verrät bis auf wenige Ausnahmen die Atmosphäre und die Motive seiner Werke, als Hommage funktioniert er somit kaum, als Thriller leidet er an der verwirrten und prätentiösen Story und seiner zuweilen etwas langweiligen Art. Lediglich die Musik sowie Jeremy Irons, der abgesehen von dem Ende Kafkas introventiertes Wesen recht gut darzustellen vermag, können überzeugen - der Rest ist zutiefst enttäuschend. Wirklich Kafkaeskes lässt sich in "Brazil" finden, nicht hier.

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Xebeche

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@ BigDi
Hmmm, ich lese Kafka sehr gerne und wollte den Film schon immer mal sehen. Du hast sehr überzeugend und argumentativ davor "gewarnt". Ich werde mir trotzdem ein eigenes Bild machen, aber jetzt gegen eine (wohl wahrscheinliche) Enttäuschung gewappnet sein.


BigDi

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Mach das, ich stehe ehrlich gesagt mit meiner Meinung recht alleine, aber meiner persönlichen Vorstellung des Kafka-Universums entspricht der Film eben nicht.


*frenzy_punk<3

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Bewertung5.0Geht so

steven soderbergh bedient sich an kafkas stil und schuf eine völlig neue geschichte, die einem krimi gleicht. einiges empfand ich wie aus dem film "der prozess", verworren auf kafkaeske weise. kein schlechter film an sich, dennoch hatte ich etwas anderes erwartet.

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ghostofthemovie

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Das tolle an dem Film ist, dass es sich streng genommen nicht um eine Romanverfilmung handelt. Vielmehr bedient sich der Regisseur frei an der absurden Motivik des Schriftstellers, die doch eigentlich so ganz unserer Welt entlehnt ist, und legt kurzerhand wesentliche Teile der Handlungen von Kafkas Das Schloß und Der Prozeß zusammen; ergänzt durch freie Interpretation im Geiste des Film Noir. Den philosophisch-existentialistischen Fokus abzuschwächen, ohne die Absurdität des Zufalls zu verabschieden und eine gleichsam spannende wie unterhaltende Geschichte zu erzählen, das ist die große (Eigen-)Leistung des Films und seines Machers. Dem Kritiker mag hier zu wenig Eigeninitiative am Werke sein. Doch gerade die Verweigerung einer allzu artifiziellen Interpretation auf der einen Seite und wortgetreuer Romanverfilmung auf der anderen, dafür aber ein vornehmlich visuelles System der Referentialität und Rekombination sowie die Betonung des kafkaesken Humors sind mir eine willkommene Abwechslung in der sonst so tristen und ernsthaften Rezeption des Schriftstellers, der die Postmoderne (oder Moderne, wie es beliebt) erfunden hat. Persönlich lese ich in Kafkas Werken nicht nur Schwermut, sondern auch einen überragend feinen Sinn für Humor, durchwirkt von Liebe, Verständnis und Verzeihen. Oder wie Albert Camus schrieb: „Sein [Kafkas] unglaublicher Urteilsspruch spricht diese hässliche und erschütternde Welt schließlich frei, in der selbst die Maulwürfe noch zu hoffen wagen.“

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dbeutner

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Kafkaesk, mit deutlichen Anleihen an Brazil; Jeremy Irons at his best! Ein Highlight der frühen 90er, leider zu Unrecht etwas untergegangen. Muss ihn mal wieder sehen, könnten auch 9 Punkte werden.

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dAShEIKO

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film ist gut gemacht (kafkaesk).
Jeremy Irons ist brilliant!
Aber der Stoff ist trocken.

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deruhl

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Inhaltsangabe ist quatsch. Mit der Lebensgeschichte von Kafka hat der Film überhaupt nichts zu tun. Wenn man will kann man wohl Parallelen zu verschiedenen seiner Geschichten ziehen.
Es geht um einen fiktiven Kafka, der im Laufe des Films merkt, dass sich hinter dem was er als Realität akzeptiert noch eine andere, dunkle Wahrheit verbirgt. Gegen Ende gibts eine großartige Szene die Kafkas Erkenntnisgewinn bildlich darstellen will.

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