Nosferatu - Phantom der Nacht

Nosferatu - Phantom der Nacht (1979), DE/FR Laufzeit 107 Minuten, FSK 16, Horrorfilm, Kinostart 12.04.1979

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7.5
Kritiker
26 Bewertungen
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7.1
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1371 Bewertungen
42 Kommentare
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von Werner Herzog und Uwe Schrader, mit Klaus Kinski und Isabelle Adjani

Jonathan Harker ist alles andere als begeistert, als er den Auftraag erhält, von Wismar ins ferne Transsylvanien zu reisen. Dort interessiert sich ein gewisser Graf Dracula für den Kauf eines Hauses in der Hansestadt. Schweren Herzens verabschiedet er sich von seiner geliebten Frau und reitet los. Er ahnt nicht, welches Grauen ihn erwartet.

(Quelle: OMDB)


Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Nosferatu - Phantom der Nacht

Oceanic6: CinemaForever

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3.0Schwach

Nie war Herzog schlechter, nie Kinski amateurhafter in Szene gesetzt, und der hat ja bekanntlich in ebenso vielen Meisterwerken wie Gurken mitgespielt. Mit einem unverschämt unspirierten Sakralscore unterlegt, wie man ihn in jedem zweiten Gottesdienst zu hören bekommt, platter Symbolik, unnatürlichen Dialogen, bedeutungslosen Endlosaufnahmen und -szenen, "Nosferatu - Phantom der Nacht" ist eine Katastrophe sondergleichen, wie man sie von der Hassfreundschaft Kinski/Herzog wohl am allerwenigsten erwartet hätte.

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

TheDrPepperPower

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Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Der Film sieht vielleicht etwas "billig" aus im Vergleich zu "Fitzcarraldo", aber vom Score und Kinskis Präsenz gehört er zu meinen Favoriten. Nur "Aguirre" finde ich esser von Herzogs Filmen.


SoulReaver: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Natürlich muss ich jetzt auch wieder einmal ein ganz großes Lob an Herzog und Schmidt-Reitwein aussprechen, wie sie es wieder verstehen Kinski in Szene zu setzen. Allein die erste Einstellung, in der sich das Schlosstor knatschend öffnet und Kinski langsam aus dem dunkeln Vortritt und man ihn in seiner erschreckend-genialen Maske sieht und es mit der Angst zu tun bekommt. Eigentlich kann ich an dieser Stelle jede Kinski-Szene erwähnen, würde aber natürlich den eh schon gesprengten Rahmen total explodieren lassen. Dazu auch das depressive und hoffnungslose Ende, endlich konsequent durchgezogen. Was mir natürlich außerordentlich gut gefallen hat. Gebündelt mit der letzten perfekten Filmszene, die ich hier ausnahmsweise nicht erwähnen möchte. Doch wer sie kennt, wird mir in jedem Fall zustimmen. Ein perfekter Abschluss für den perfekten Vampir-Film. Das macht 'Nosferatu - Phantom der Nacht' zu einem ganz besonderen, weil ganz anderen, Vampir-Film. Natürlich nicht Ansatzweise für einen unterhaltsamen Abend geeignet, aber für jeden Fan von großer Filmkunst eine uneingeschränkte Empfehlung. Auch hier wieder extrem Empfehlenswert: der Audiokommentar von Werner Herzog und Laurens Straub. Ganz große Klasse. [...]

Kritik im Original 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

TheDrPepperPower

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Noch ein klasse Review von dir, SoulReaver. Ich fand Aguirre zwar eine Spur besser als Nosferatu, kann dir aber trotzdem in allen Punkten nur zustimmen.


SoulReaver

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Ich will mich da nicht festlegen, welcher besser oder schlechter ist :) Und danke! :)


Flibbo: Wie ist der Film?

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8.0Ausgezeichnet

Höchst lakonisch, mit wenigen Schnitten und Handkameras inszeniert Werner Herzog seine eigene, tragischere Version der weltberühmten Horrorgeschichte um Graf Dracula von Bram Stoker, stark orientiert an deren ersten bekannten Verfilmung von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahre 1922. Von der Handlung wird nur so viel wie nötig gezeigt, und doch geht alles langsam, womit Herzog eine intensive Bildsprache generiert. Er holt die über 55 Jahre früher verfilmte Geschichte in die damalige Gegenwart, zeigt dazwischen aber immer wieder befremdliche Sequenzen wie aus der expressionistischen Stummfilm-Ära, die in ihrer Abwegigkeit zusätzliche beklemmende Stimmung erzeugen. Das alles ergibt einen schleichenden Grusel, der mit den heutigen Produktionsstandards kaum bis gar nicht wiederholbar ist. Somit ist „Nosferatu – Phantom der Nacht“ viel wert. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

filmschauer

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Was du vielleicht vergessen hast zu erwähnen: die tolle Musik von Popol Vuh, die die unheimliche Stimmung noch mehr unterstützt. Und auch Ganz und Adjani machen (neben Kinski natürlich) einen guten Job. Diesen Film mit Murnaus Werk direkt zu vergleichen, finde ich irgendwie schwierig durch die komplett unterschiedlichen technischen Voraussetzungen. Hommage trifft es wohl am besten, wie Herzog selbst sagte. Beide Filme haben ihren eigenen Reiz und Atmosphäre.


Flibbo

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Ich fand da keine passende Formulierung, aber Ganz und Adjani und die Musik verdienen natürlich auch besondere Erwähnnung. Die Musik hat mich übrigens öfter an die aus Night of the Living Dead erinnert!
Edit: Habe jetzt noch einen Satz zugefügt.


Kubrick_obscura: CinemaForever

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7.5Sehenswert

Konsequente Neuinterpreation des Stoffes als bloßes Remake. Kinski gibt den Dracula mehr Empfindsamkeit als der starre und nach Blut geifernde Schreck. Auch ist der Bezug zur Natur stärker als im Original, wodurch im Einklang mit der Musik eine poetische Schönheit erreicht wird, die unerreichbar ist.

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Kommentare (38) — Film: Nosferatu - Phantom der Nacht


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damian.thorne.3

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Bewertung5.0Geht so

Der Vorspann in den Katakomben mit den Mumifizierten Leichen und die Musik sind gut.Sowie die Besetzung mit Kinski,adjani und Ganz. Ansonsten eher etwas was ins Theater aber nicht auf die Leinwand gehört.Langeweile Pur.

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Atinuviel

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Bewertung1.0Ärgerlich

Herzogs 'Nosferatu', mehr Nachstellung von Murnaus Klassiker als eigene Interpretation des Stoffes, über weite Strecken geradezu dilletantisch inszeniert, fängt schon in den ersten Minuten an gehörig die Nerven zu strapazieren, denn Sätze werden hier grundsätzlich nicht gesprochen, sondern stets theatralisch ins Mikro gehaucht, um den Anschein von Poesie zu vermitteln. Dabei geht dem Film jedes Gespür für Poesie oder stimmige Horrorbilder völlig ab. Kinski gelingt es dabei wie so oft nicht, gänzlich hinter der Rolle zu verschwinden, der nervige Choleriker schimmert zu jeder Zeit durch, seine Dialogzeilen sind größtenteils zum Schreien komisch und Bedrohung versprüht seine Interpretation des Grafen leider auch nie. Der Rest des Ensembles glänzt entweder durch überzogenes Gezappel oder aber seltsam gestelzten Schlaftablettenmodus.

Nicht zu unterschätzen allerdings die enorm einschläfernde Wirkung des Films. Wer sich nach der Hälfte nicht schon ins Reich der Träume verabschiedet hat, der bekommt dann natürlich noch die wie immer unvermeidliche Packung von Herzogs trashigem Esokitsch aufgedrückt. Ein in nahezu jeder Hinsicht unerträglicher Film.

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TheBruceWayne

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nein.


natedb

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Doch. Danke "Atinuviel"! Danke für diesen Kommentar! Es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist :)


Ohne Wiederkehr

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es ist endlich an der Zeit, diesem Meisterwerk einen würdigen Kommentar zu schenken und das ist gewiss keine leichte Aufgabe.

"Nosferatu-Phantom der Nacht" trifft meinen Geschmack perfekt, es kommt mir so vor, als sei er genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Wäre ich vor 1979 geboren worden, ich wäre mir sicher, dass ihn Werner Herzog nur für mich allein gedreht hat. Es gibt viele wundervolle Filme, die mich in ihren Bann gezogen haben und mir so fest umkrallt haben, dass ich immernoch nicht von ihnen losgekommen bin (nicht das ich das vorhätte), aber bei all den Meisterwerken von Stanley Kubrick, Persona, Spiel mir das Lied vom Tod, Das Ding aus einer anderen Welt und vielen mehr, ist es doch der neben Filmen, wie "Aguirre" oder "Fitzcarraldo" stehts vergessene "Nosferatu", der mich am meisten begleitet, der FIlm, zu dem ich die stärkste Bindung habe und ohne den ich mir irgendwie unkomplett vorkommen würde, der mir ein heimatliches Gefühl gibt.
Dabei war er ursprünglich keiner dieser Flme, die mich schon nach dem ersten sehen so überwältigt haben, dass keine andere Bewertung, als "10 Punkte mit Herzchen" möglich ist, bis auf einige Szenen, die sich seitdem ganz tief eingebrannt haben, hat er mir sogar überhaupt nicht gefallen. Doch mit jeder weiteren Sichtung konnte ich mich mehr auf den Film einlassen und es entwickelte sich eine innige Liebesbeziehung zwischen mir und "Nosferatu-Phantom der Nacht", ein Band, das niemals reißen wird, da bin ich sicher.

Er berührt michauf so vielen Ebenen, wie es bisher noch kein Film, den ich gesehen habe getan hat. Jörg Schmidt-Reitweins grandiose Kamera lässt die einzelnen Einstellungen wie wunderschöne Gemälde wirken, der Soundtrack schmeichelt meinen Gehörgängen wie kaum ein anderer und dann wäre da noch der große Klaus Kinski, der nicht nur die Rolle seines Lebens spielt, sondern (meiner Meinung nach) die beste darstellerische Leistung abliefert, die ich jemals gesehen habe. Vorher und nachher war der Vampir eine würdevolle und grausame Figur mit erhabener Aura, den scheinbar nichtss zu Fall bringen kann, doch Kinski verleiht der Vampirgestalt, ein ganz neues, tragisches und eerbarmungswürdiges Gesicht, dass jegliche Form von Würde und Erhabenheit vermissen lässt und Mitleid, aber auch Ekel auslöst. Allein diese Neugestaltung der Vampirrolle ist ein Geniestreich von Werner Herzog, aber Kinski lässt ich durch seine intensive Mimik, die all den Schmerz und die Verzweiflung der Figur beispiellos zum Ausdruck bringt, zu einem Prachtstück werden. Daran sieht man auch, dass Herzog jemand ist, der seine eigenen Vorstellungen verarbeitetund sich nicht für Konventionen und historische oder literarische Vorlagen interessiert und das ist gut so.

Aber das ergreifendste ist selbstverständlich die Atmosphäre. Sicher, Bruno Ganz, Isabelle Adjani und Walter Ladengast spielen allesamt etwas hölzern und theatralisch, was den Film jedoch nicht verschlechtert, sondern sogar besser macht, dadurch eine kalte und "unwirtliche" Atmosphäre erzeugt wird. Werner Herzogs Film nicht diese Leichtigkeit und Unbeschwertheit, wie einige südeuropäischen Filme, er ist düster und melancholisch und ich muss gestehen, dass mir das bei Filmen deutlich besser gefällt.
Hervorragend fand ich außerdem auch die nnebeligen und verregneten Landschaften (mir kam teilweise der verdacht auf, dass nur dann gedreht wurde, wenn es kurz zuvor aufgehört hatte zu regnen), das verleiht dem Film eine sehr herbstliche Atmosphäre, wodurch auch eine gewisse Melancholie erzeugt wurde, außerdem ist der Herbst meine absolue Lieblingsjahreszeit (da wären wir wieder beiden Thema: enge Verbindung zwischen mir und dem Film). Für mich ist der Film sowas, wie der filmgewordene Herbst (oder Winter), selbst wenn ich ihn im Hochsommer sah, fror ich innerlich.

Mir ist es ganz egal, ob irgendjemand diesen Kommentar lesen oder mögen wird. das musste einfach mal raus.

Abschließend möchte icch noch sagen, dass man sich den Film auf keinen Fall ansehen sollte, wenn man mit Werner Herzog und Klaus Kinski nicht besonders viel anfangen kann und selbst, wenn man sie nur mag würde ich davon abraten. Man sollte sie verehren und selbst dann ist es nicht ssicher, dass einem dieser Film gefällt.

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hoffman587

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Bewertung7.0Sehenswert

Nosferatu, Phantom der Nacht

»Blut ist Leben.« / »Zeit ist ein Abgrund - tausend Nächte tief.« - Ich verstehe, was Werner Herzog dazu bewogen haben muss diesen Film zu drehen. Wahrscheinlich kann man dies als eine Art Wunsch von Herzog betrachten oder gar weckte Friedrich Wilhelm Murnaus Film auch sein Interesse, um ihn neuaufzulegen oder viel mehr hiermit sich vor ihm zu Verbeugen. Denn so ist Herzogs »Nosferatu« aus dem Jahre 1978 wohl weit mehr Hommage, durch die eigene Interpretationen des Stoffes als denn Remake. Als Beispiel wäre hierbei die Bram Stokers getreue Charakterbezeichnung, die Murnau damals noch wegem rechtlicher Gründe abwandelte. Auch wenn selbst Herzog da seinem eigenen Geist folgt, wenn es um die Schilderung der Figuren geht. Was Herzog so an dem für ihn doch eigentlich so ungewöhnlichen Stoff reizte? Verständlich: Die Natur. Herzogs Speziellgebiet. Nebenher: Ist jemanden schon mal aufgefallen, dass ich immer wenn ich über Herzog rede seine geliebte Natur in den Vordergrund rücke und meist thematisch als ersten Punkt seiner Filme beleuchte? Wenn nicht. Gut so. Ich mache es trotzdem. Vielleicht auch nur unterbewusst. Folgen wir weiter dem vertrauten Zyklus einer geistigen Sperrlichkeit meinerseits.

Zunächst aber nochmal symbolisch mit Schreien und Flüstern - im Tode geeint im Angesicht der mumienhafter Figuren. Dann die scheinheilige Welt mit ihrem erleuchtend-tristen Farben, wie in der stilistischen Romantik begibt sich Herzog nahezu auf poetische Pfade - die Farben kühl, die Inszenierung legt Eleganz an den Tag, wirkt wie maßgeschneidert und wirkt in seiner Form dem Gedicht verbunden. Auch dramaturgisch malt Herzog dichterische Bilder und verwendet bekannte Motive: Die Liebenden (Jonathan & Lucy) und der fromme Ritter (Jonathan Harker), der auf Reisen gehen muss, des Auftrags Willen. Auftragsort: Transsylvanien, das Symbol des Unheils (Wölfe, Banditen, Geister) für eine glückselige Welt. Wer jetzt noch nicht vermutet, dem sei gesagt: Ja Herzog betreibt hier Legendenbildung von Spuk und Geisterschlössen. Furchtsame Dorfbewohner pflastern den Weg und warnen und warnen erneut, doch der Naivling Harker will nicht hören. Der Unschuldige Jonathan Harker (schnittig-empfindsam: Bruno Ganz) wird zum Suchenden (wie im Grunde alle Protagonisten Herzogs hierbei), durch und in die Natur. Hin zur Selbstreferenz.

Man bahnt sich Weg durch Fluss und Land, durch Tiefen und Täler - eine imposante Natürlichkeit der Bilder bleibt bestehen. In diesem Momenten erreicht Herzogs Film auch seine szenischen Höhepunkte und funktioniert im Grundriss zumindest völlig unabhängig von Murnaus Original. Der Werner weiß wie man schöne Bilder zeigt, das fördert Ruhe wie Melancholie des Werkes. Wenn zugleich dazu ganz zwischen Gounod und Wagner. Popol Vuhs Klänge ertönen, so erhebt sich Herzogs Werk fast schon zur Sinfonie. Nicht zu vergessen: Harmonie und Disharmonie, der Einklang zwischen Natur und Mensch, die Sonne und die Finsternis, während man Spiele treibt mit Licht und Schatten. Es ist also wenig überraschend, dass Herzog somit diesen einen Fokus auf die unberühte Landschaft, samt ihren sanften Facetten und ihrer existenziellen Schönheit, legt.

Andererseits die Requisite auch minimalisiert und im engen Raum auch sowohl Kamera als auch Regie zurückhaltend agieren. Worauf das hinaus läuft? Auf herzogisches Theather! Ich mag Theather. Und ich mag Werner Herzog. So weiß, so grau, so karge. Das Schloss Nosferatus als Gegenpols zur befreiten Natur. Vom Prinzip her mag das, im besonderen für Herzog selbst, ungewöhnlich sein. Aber vielleicht auch in Anbetracht zu den weiteren deutschen Regisseuren des Autorenkinos, wahrscheinlich waren sich in dieser Hinsicht Herzog und Fassbinder inszenatorisch nie näher - als Ausnahme höchstens noch eines von Herzogs Vorwerken: Stroszek, wobei in dieser Hinsicht Herzogs »Nosferatu« als Fortführung dessenkarger Tristesse betrachtet werden darf, vermischt mit der ländlichen Nähe eines »Aguirre«.

In seiner Ungewohntheit aber auch gewohnt, schließlich liebte Herzog bei seinen Werk stets Gegensätze und Symbiosen seiner Stilmittel und tatsächlich ergibt dadurch doch ein faszinierendes Gesamtbild. Dennoch verschätzt hat er sich trotzdem, der Herzog in seiner Ambition. Das fängt schon bei recht fragwürdigen Katzenbabys (soll das etwa exzentrische Symbolik sein?) im gereimten Anfangsbild an. Die Dialoge theatralisch und hölzern und dabei für mich passend verwendet, denn im Grunde tut doch Herzog so nichts anderes als deutlich klassische Theatherkonventionen heraufzubeschwören und sie dramaturgisch-traditionell einzubetten. Reibungsflächen verschafft dies Herzogs Film dafür zweifelsfrei, lässt ihn aber auch des öftern (bei aller Bedächtigkeit von Herzogs Inszenierung) ungelenk wirken. Aber Theather darf das - als Experiment. Währenddessen darf Klaus Kinski sorgsam die Sehnsüchte, Trauer, Melancholie und Einsamkeit (beziehungsweise: hingegen auch die daraus profitierende Nähe zum Naturellen) des Nosferatu reflektieren, obgleich Kinski aber auch dabei irgendwie (im besonderem im Dialog) unpassend oder gar fehl am Platze wirkt - vielleicht gerade weil es Theather ist und sich Herzog gerade nach jenen Regeln richtet. Wobei die Maske Kinskis beachtlich ist. Herzog entmystifiziert seinen Nosferatu, sieht ihn weniger als Vampir denn als Menschen, Herzogs Interpretation dieses Charakters wäre gleichzusetzten, mit der einen Verzweifelten oder Suchenden. Obwohl auch das konträr zur Legendenbildung seitens Herzog ist. Persönlich meine ich, Murnau gelingt die Ambivalenz seines Charakters ausgewogener. Herzog verzichtet schließlich. Wenngleich ein Vergleich in Frage zu stellen wäre.

Die Handlung bleibt ansonsten nahezu simulant zum Werke von Murnau und an sich schon verweist Herzog (andeutungsvoll) auf sein großes Ideal zu seiner Hommage, wenn auch vielleicht schon wieder viel zu oft und festgesessen am Original, Szenen werden exakt imitiert, gar kopiert und Metaphern, wie die Ratten als Symbol des Unglücks beziehungsweise der Pest zwar radikalisiert, sind aber zugleich gar nicht mehr so hintersinnig wie einst bei Murnau, aber doch präsentiert in unwirklicher und mystischer Atmosphäre. Immerhin widmet Herzog sich ja auch dem Mythos des Vampires, hinterfragt ihn, verfällt ihm und missachtet ihn - letztlich ein dualistisches, pessimistisches Unterfangen, das widersprechen mag - faszinierend. Aber plump in seiner poetischen Ader. So schenkt der Glaube die Sicherheit - indes Herzog auch diesen letztlich anzweifelt - doch es bleibt der Glaube, der stärkt, infolgedessen abgelöst von drastischer Spiritualität im Soge seiner dichterischen Bilder und im Antlitz der Pest, hier nimmt Herzogs Werk einzig wirklich düstere, fast schon apokalyptische Züge an, dazu ein zu deutendes, schattiges Feldermausmotiv. Das was ich an Herzogs Werk wohl noch irgendwie am meisten schätzte, neben der Tatsache, dass es sich hierbei um verfilmtes Vampir-Theater von Werner Herzog handelt, mit naturellen wie dichterischen Verweisen.

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Wumz

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Ich lese ihn morgen früh. ;)


hoffman587

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In der Frühe? Da will wohl jemand gleich wortreich in den Tag starten. ;-)


Brentano

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Bewertung7.5Sehenswert

Ja Kinski strengt sich an, wütet, geifert, blickt irre, stiert, sabbert, schleift, schlurft , jault krächzt, stöhnt, schreit die Ratten wiederholt an, sie seien doch nur nichtswürdige, "erbärmliche, dreckige Ratten", sabbert wieder, grabbert, tappert, schielt-glotzt auf die Spinnen in ihre Weben und schreit diese auch erbärmlich nieder, er drückt die Zigaretten auf Kakerlaken aus und frisst sie dann, ...
aber an das "Original", da kommt er nicht im Grauen heran, aber netter Versuch, .. irgendwie passte ihm diese Un-Person, wie angeko-ähm-gegossen... ungeschminkt wirkte er oft ähnlich, .... nett

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Brentano

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mit dem Kopf?


Geralt von Riva

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Nun, nicht mit dem ganzen Kopf, das ginge ja nicht.


woerdey

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Bewertung5.5Geht so

Ein Film mit Licht und Schatten. Nach der tollen Eröffnungssequenz wird es lange sehr quälend. Die Geschichte wird einerseits zu langatmig erzählt, andererseits verschenkt Herzog auch Szenen, in welchen Stimmung aufkommen könnte. Beispielsweise fehlt die Kutschfahrt zu Draculas Schloss (bei welcher in der Vorlage der Graf selbst der Kutscher ist) praktisch komplett. Auch die erste Begegnung zwischen Harker und Dracula ist völlig verschenkt im Vergleich zu Murnaus Original. Dazu wirkt die Musik meist unpassend. Bruno Ganz macht über weite Strecken einen lustlosen Eindruck, die Darsteller van Helsings und Renfields sind jenseits von Gut und Böse. Dazu kommen Kleinigkeiten, wie z. B. dass Herzog die Handlung zwar wie Murnau in Wismar spielen lässt, aber dennoch die englischen Namen aus Stokers Roman verwendet. Zudem wird Lucy hier zu Harkers Frau, nicht Mina. Das ist an sich nicht sonderlich schlimm, für mich persönlich hat es aber zu zusätzlicher Irritation geführt.

Andererseits sind schon in dieser Phase immer mal starke Momente dabei, vor allem die Landschaftsaufnahmen Transylvanniens. Auch die Leistung der wunderschönen Isabelle Adjani finde ich insgesamt sehr gelungen. Kinskis Darbietung hat dann wieder Höhen und Tiefen. Wenn er spricht ist das oft unfreiwillig komisch ("Verzeihen Sie dass ich mich nicht angemeldet habe. Ich bin Graf Dracula."). Das wirkt dann natürlich alles andere als bedrohlich. Seine Gestik, die offensichtlich stark an Max Schreck angelehnt ist, kann dagegen überzeugen.

Die Schlussphase des Films fand ich dann wirklich klasse. Hier kommt Atmosphäre auf, viele gelungene Einstellunen folgen aufeinander. Auch das im Vergleich zum Original etwas veränderte Ende ist gelungen. Das alles hat wirklich Eindruck auf mich gemacht. Wenn ich nur diese letzte Phase des Films bewerten müsste, würde ich deutlich mehr Punkte geben und ich musste mich wieder daran erinnern, dass mich der ganze Film zuvor oft gequält hat.

Phasenweise kopiert der Film Murnaus Original sehr offensichtlich. Das sind oft starke Momente des Films. Dennoch reicht er bei weitem nicht an diesen Klassiker heran, auch wenn es Herzog immer mal wieder gelingt durch eindrucksvolle Bilder reizvolle, neue Akzente zu setzen.

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Haendler

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Kann ich so unterstreichen.
War leider etwas enttäuscht.
Mich konnte im Gegensatz zu Dir aber auch das Ende nicht wirklich überzeugen.
Schade eigentlich, hatte mich auf den Film gefreut.


Filmkenner77

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Bewertung5.0Geht so

Während das schwache 1:1-Remake von "Psycho" zu Recht von allen Seiten zerrissen und ob der mangelnden eigenen Ideen als überflüssig bezeichnet wird, verhält sich dies bei Herzogs Remake von Murnaus Gruselklassiker aus dem Jahre 1922 anders. Auch Herzog hält sich beinahe sklavisch an das Original und weicht nur in Nuancen von diesem ab.
Während dem Original ähnlich wie dem Hitchcock-Klassiker aber zweifellos filmhistorische Bedeutung zugemessen werden muss, verhält es sich bei diesem Remake anders. Sicherlich, Klaus Kinski verleiht dem "Nosferatu" eine Aura, wie sie nur von wenigen Schauspielern auf der Welt in gleichem Maße erzeugt werden kann. An ihm liegt es noch am wenigsten, dass "Nosferatu" ein Schlag ins Wasser ist. Was immer auch Werner Herzog mit diesem Film aussagen wollte, das Wesen des Horrorfilms hat er nicht in seiner Gänze verstanden. Sicherlich, atmosphärisch kann der Film ähnlich wie "Aguirre" überzeugen. Die tragische Figur des Vampirs wird auf tiefgründige Art und Weise beleuchtet. Aber spannungstechnisch macht Herzog so ziemlich alles falsch, was man bei der Aufbereitung dieses Stoffes falsch machen kann. Selten habe ich eine spannungslosere Adaption (vielleicht noch Jess Francos "Nachts, wenn Dracula erwacht") des Brief-Romans von Bram Stoker gesehen. Herzog lässt auch hier wieder seinem Faible für extrem lange Einstellungen freien Lauf und dies führt zu einer Langsamkeit und Langatmigkeit, die der eigentlich packenden Story nicht gut zu Gesicht steht. Wieder einmal "gelingt" es Herzog, einen durch und durch künstlichen Film zu erschaffen. Teilweise gestelzt, in wohlfeilen Worten dargeboten und ganz und gar theatralisch. Diese Herangehensweise muss man mögen. Ich mag sie weniger. Letztlich ist "Nosferatu-Phantom der Nacht" zwar nicht überflüssig, aber man hat auch außer dem Ausnahmekönner Kinski nicht viel verpasst, wenn das Werk an einem vorbeigegangen ist. Von einem Meisterwerk ist der Film indes weit entfernt. Ein Meisterwerk muss erschöpfend sein, dieser Film ist eher ermüdend.

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ihre-herrlichkeit

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Bei so einem Film kann ich absolut verstehen, dass die Meinungen auseinander gehen. Ich kann auch deine Kritik nachvollziehen. Wäre ich in einer etwas abeklärteren, weniger nachdenklichen Mitternachts-nostalgie-Stimmung gewesen, hätte ich ihn wahrscheinlich auch aufgrund der Langatmigkeit anders bewertet. Aber bestimmte Filme sind eben für bestimmte Stimmungen gemacht.


ihre-herrlichkeit

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* abgeklärteren


Super8951

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Bewertung9.0Herausragend

"Ich bin Graf Dracula."
Der Film spielt im Wismar des 19. Jahrhunderts und handelt von Jonathan Harker (überzeugend gespielt von einem jungen Bruno Ganz), welcher beauftragt wird, nach Transsylvanien zu reisen, da sich dort ein gewisser Graf Dracula (Klaus Kinski) für den Kauf eines Hauses in Wismar interessiert. Er reitet los, nicht ahnend, welches Grauen ihn und seine Frau (Isabelle Adjani) noch erwarten wird...
Sobald Klaus Kinski die Szene betritt, gefriert dem Zuschauer das Blut in den Adern und mann kann nicht anders, als in den Bann gezogen werden von seinem einzigartigen, unnachahmlichen Spiel.
Klaus Kinski selbst sagte einmal, "Ich spiele nicht, ich BIN das", und auch hier trifft es wieder zu. Klaus Kinski IST Graf Dracula. Auch Regisseur Werner Herzog muss man hier ein Kompliment machen, der Kinski meisterhaft in Szene setzt.
Auch die geheimnisvolle, perfekt eingesetzte Musik, die wunderbaren Landschaftsaufnahmen, die spannende Inszenierung, machen diesen Film zu einem Meisterwerk.
Klaus Kinski könnte man vermutlich auch eine Mülltonne zur Seite stellen und er würde die Szenerie trotzdem spannend gestalten. Kinski ist für mich DER perfekte Schauspieler. Klaus, du warst, bist und wirst immer der grossartigste Schauspieler bleiben.

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Shurtugal

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Bewertung7.0Sehenswert

Ohne Zweifel gehört dieser Film zu den Großen des Genres „Vampir-Film“ und ist eine interessante aber eigenwillige Interpretation des Originals (Buchvorlage) von Bram Stoker!

Dracula mit Klaus Kinski zu besetzen, einfach genial. Vor Kinski fürchtete man sich auch schon, ohne das er einen Vampir verkörperte :D

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Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herzog macht sich die künstlerischen Aspekte des Expressionismus zunutze, übernimmt Ausstattung, Einstellungen und Stilmittel von Murnau, zitiert und respektiert das Original. Seine Nosferatu-Variante kann die "Symphonie des Grauens" dabei natürlich keineswegs überbieten, funktioniert als aktualisierte, modernere Version (wichtigster Unterschied: diesmal eben als Tonfilm) aber doch ziemlich gut. Bruno Ganz sehr sehenswert als Jonathan Harker und Klaus Kinski wirkt als einsamer Graf tatsächlich ähnlich gespenstisch wie damals Max Schreck. Neben den Schauspielern überzeugt "Nosferatu - Phantom der Nacht" vor allem durch die schaurig schöne, furchterregende, schauderhafte Atmosphäre. Purer Horror! Wunderschönes Grauen in eindrucksvollen Bildern.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung9.0Herausragend

Was für eine beklemmende, beängstigende Atmosphäre. Herzog schafft es, dass man die Zeit vergisst, in der dieser Film gedreht wurde. Der Zuschauer wird sofort eingesogen und ins 19. Jh hineinversetzt. Ja, man darf Angst haben, wenn es dunkel wird. Nein, es gibt kein elektrisches Licht. Ja, du bist isoliert in der Fremde.
Es bedarf keiner übermäßigen Zurschaustellung von Blut, Gedärmen oder Sex. Der Film wird allein durch seine alptraumhafte Aura getragen, zu deren Entstehung die großartigen Protagonisten einiges beigetragen haben. Überwältigend.

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morlock

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Etwas gekünstelt und übertrieben gespielt wirken natürlich auch die meisten Stummfilme.
Aber Murnaus Nosferatu hat sowas unwirkliches, surreales und alptraumhaftes, was mich besonders anspricht.
Herzogs Filme wirken immer so kammerspielartig.
Trotz oft großer (Natur-)Kulisse.


ihre-herrlichkeit

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Die anderen Herzog-Filme sind auch nichts für mich.


BattlemasterIZ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herzog´s Nosferatu ist eine Symphonie des Grauens, die Sagengestalt der Literatur wird atmosphärisch gut eingefangen. Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Musik und die Empfindsame Kameraführung, mit viel Schattenspielen. Auch die Darsteller erscheinen positiv, Kinski als Graf Dracula, Isabelle Adjani, Bruno Ganz als Pärchen Harker & naja dann gibt es noch den Walter Ladengast der Dr. Van Helsing spielt. Da war ich überrascht - weil ich mir den Van Hellsing natürlich anders vorgestellt hatte z.B. Wie einen wahrenhaften Vampirjäger ;) - Wer sich auf den "Kunst-Grusel"- Mythos Nosferatu - Transsylvanien/Graf Dracula und "Pest" einlässt und keinen heftigen Horror erwartet wird nicht enttäuscht sein.

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MrDepad

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mit "Nosferatu - Phantom der Nacht" hat Werner Herzog eine Hommage an "Nosferatu" aus dem Jahr 1922 geschaffen.
Der Film fängt bereits grandios an, indem Herzog echte Mumien in einer Art Gruft abfilmt, was durch den zusätzlichen sakralen Chor eine schön düstere Atmosphäre erzeugt.
Hauptfigur Jonathan Harker wird nach Transsilvanien geschickt wird, wo ein gewisser Graf Dracula die Unterlagen für einen Hauskauf in Wismar unterzeichnen möchte, wodurch sich direkt ein Unbehagen beim Zuschauer breit macht, was ihn da wohl erwartet. Nach einer gewissen Zeit bekommt man dann auch Graf Dracula zum ersten Mal zu sehen und es wird klar, nach welchen Motiven Herzog diese Figur inszeniert. Im Gegensatz zu heutigen Filmen, wo Vampire meistens als coole Figuren gezeigt werden, ist Dracula in diesem Film eine zerbrechliche, ängstliche, getriebene Gestalt, die beängstigend gut von Klaus Kinski gespielt wird. Zwar beträgt seine Screentime insgesamt nur ca. 20 Minuten, doch Kinski dominiert jede Szene und reißt sie völlig an sich.
Die Geschichte nimmt immer düstere Verläufe an, bis Herzog ein sehr gelungenes, böses Ende präsentiert, welches die vorher erzeugte Stimmung zu einem traurigen, düsteren Höhepunkt bringt.
"Nosferatu - Phantom der Nacht" ist ein toller altmodischer Gruselfilm, der sich aber mehr als Tragödie entpuppt und das Symbol des Vampirs in traurigen, zerbrechlichen Motiven zelebriert.

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Cpt.Balu

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ewiger Lieblingsfilm. Ich beschreibe ihn immer mit einem Wort: MEISTERWERK!

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natedb

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Bewertung2.5Ärgerlich

Werner Herzog, einer der wohl am meisten überschätzten Regisseure unserer Zeit...
Ja, Klaus Kinski versprüht hier durchaus "Charme" als Vampir, aber abgesehen von der Musik und seiner leicht überzogenen Darstellung (wie eh und je) stimmt hier vorne und hinten nichts.
Die "Poesie" der Bilder ist an mir vorübergezogen. Stattdessen fiel mein Augenmerk auf die Kulissen, die Maske und den Rest der stilistischen Inszenierung.
Gewisse Filmszenen sehen beinahe so furchtbar aus, dass sie getrost bei mir im Hintergarten hätten gefilmt werden können.
Atmosphäre der Einsamkeit, ja, ja, das Budget war wohl etwas zu knapp würde ich sagen...
Spätestens als Klaus Kinskis halbes Vampirohr absteht und sein echtes Ohr zum Vorschein kommt hat es mir gereicht.
Ein Film der vor unfreiwilliger (?) Komik platzt und den man heutzutage nicht mehr ernst nehmen kann... Klaus Kinski hin oder her.
Zu seiner Entstehungszeit war der Film Kult (Und wie ich an den positiven Rezensionen festelle anscheinend immer noch). Aber die 70er, 80er waren ja ohnehin eine oftmals etwas schräge Zeit was die Filmkultur betrifft.
Heutzutage leider nur noch lächerlich und nicht besonders unterhaltsam.
Schon mal Entschuldigung im Voraus an alle die diesen Film zu mögen scheinen, denn die Anzahl derer scheint mir doch recht groß zu sein.
Nachvollziehen kann ich das leider nicht.

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TheBruceWayne

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seh grad das ich das mit dem intro wo ander her habe ..


natedb

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Wenn du nach der Hälfte schon schlappgemacht hast ist das aber kein gutes Zeichen. Da sind 6.5 Punkte ja mehr als großzügig.


Acry

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Bewertung7.0Sehenswert

Tolle Schauspieler in einem etwas zähen, aber dennoch gekonnt umgesetzen Werk.
Im Vergleich zu "Possession" wirkte Isabelle Adjani hier jedoch fast unterfordert.
Klaus Kinski als zerbrechlicher, gequälter Vampir macht den Film definitiv sehenswert.

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Markbln

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Bewertung10.0Herausragend

Klaus Kinski IST Nosferatu. Unfassbar seine Energie hier.
Atmosphärisch unglaublich dicht, Adjani lasziv wie immer und sogar Bruno Ganz spielt vernünftig.
Ein Meisterwek.

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cinram

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Bewertung4.0Uninteressant

Soweit ich weiß, soll "Nosferatu" von 1979 eine Hommage Herzogs an Murnaus Klassiker von 1922 sein!
Erst einmal zu Klaus Kinskis Performance des blutsaugenden Grafen!
Also ich wüßte niemanden (zumindest nicht im deutschen Sprachraum), der den Vampir, in diesem Fall bemitleidenswert und unter seinem Fluch leidend, besser hätte spielen können als dieser Ausnahmedarsteller!
Um es aber geradeheraus zu sagen, der Film ist arschlangweilig in Szene gesetzt
worden! Er verfügt einfach über Null Tempo und besitzt überhaupt kein Schmackes!
Ich weiß, Werner Herzogs Filme haben das nie und wollen es auch gar nicht! Das ist
nunmal der Stil des Regisseurs!

Ich war damals nicht im Kino, aber ich kann mir vorstellen, daß so mancher Besucher mit der Müdigkeit ringen mußte, weil er vielleicht wenigstens ansatzweise so etwas wie Spannung erwartet hat, vom fehlenden Gruselfaktor ganz zu schweigen!

Um etwas positives zu sagen: Die ersten Minuten im Schloss und den Dialog zwischen
Kinski und Ganz, dazu das Geräusch, des heulenden Windes um das alte Gemäuer herum, gefallen mir!
Es gelingt Herzog wirklich, eine gewisse Atmosphäre der Einsamkeit zu erzeugen und im fast ganzen Film beizubehalten, nebenher jedoch schwankt die Stimmung des Streifens (nicht zuletzt aufgrund der furchtbaren Musik) ins Depressive ab und da hört es dann einfach bei mir auf, Anspruch hin oder her!

Leider wurde hier vorhandenes Potenzial nicht genutzt! Ich bin kein großer Freund von Remakes, aber hier wäre einiges mehr drin gewesen, schon allein wegen Kinski!
Obwohl ich Vampirfilme gerne sehe, wird daher die "Nosferatu"- DVD nie bei mir Einzug finden, schade drum!

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Wu-Tang-Sven

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Ich brauche dur diesen Kommentar keinen eigenen mehr verfassen ;)


Filmkenner77

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Arschlangweilig triffs genau. Spannungsloser kann man die Geschichte in der Tat nicht verfilmen.


Discostu

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Bewertung5.5Geht so

Auch in den 70ern gab es offensichtlich schon unnötige Remakes. Zugegeben, die eine oder andere Szene von Herzogs Neufassung ist gelungen und Kinskis Interpretation des Grafen als einsam und gebrechlich hat auch irgendwie was, aber es überwiegen die negativen Seiten.
Ich habe beim Gucken des Originals eigentlich nicht gedacht, "mh, das könnte man aber auch langatmiger machen!", doch Herzog musste unbedingt sinnfreie Szenen von geigenspielenden Zigeunerjungen und mampfenden Pestkranken einfügen; vermutlich sollte Kunst dabei herauskommen. Die Musik glänzt die meiste Zeit durch Unangemessenheit oder Abwesenheit, die Dialoge sind so gestelzt, dass man sich Texttafeln zurückwünscht und einige Nebendarsteller sind völlig daneben, besonders der senile Van Helsing und ein Renfield, bei dem das Wort Overacting schon fast zu kurz greift. Gruselig wird es dabei freilich nie, sondern der Zuschauer wandelt meistens auf der Schwelle zwischen Langeweile und Amüsiertheit über dieses Werk.
Das einzige, was der Film dem Original positives hinzuzufügen hat, ist der Verzicht auf ein Happy End, aber ansonsten ist "Nosferatu - Phantom der Nacht" ein Film, der mir, ebenso wie schon Fitzcarraldo, irgendwie das Gefühl gibt, das Werner Herzog überschätzt wird. Oder, diplomatischer ausgedrückt, ich einfach keinen Zugang zu seinem Stil finde.

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Rainhard

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Oder Du vielleicht zu wenige Filme von ihm gesehen hast- diese beiden reichen nicht aus um seine gesamte Arbeit beurteilen zu können;-) Grüße, Reini


Discostu

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Das kann natürlich sein und ich werde wohl nicht drum herum kommen, ihm immer mal wieder eine Chance zu geben. :-)


Teezy123

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Bewertung5.5Geht so

Kinskis Darstellung ist wirklich grandios... aber der ganze Film an sich ist doch sehr fad ausgefallen.
Es ist anstregendend, ihn wirklich voller Aufmerksamkeit bis zum Schluss zu folgen.
De viel zu schleppende Filmablauf und auch der teilweise sehr nervige Soundtrack töten letztendlich sehr viel von der Atmosphäre.
Sorry, aber mit dem Original kann diese Version nicht mal ansatzweise mithalten.
5,5 Punkte für den guten Klaus.

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