Short Cuts

Short Cuts (1993), US Laufzeit 187 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Kinostart 06.01.1994

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8.0
Kritiker
20 Bewertungen
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7.7
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1084 Bewertungen
13 Kommentare
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von Robert Altman, mit Robert Downey Jr. und Andie MacDowell

Für Momente kreuzen sich Lebenswege in Los Angeles: Der Pilot Stormy Weathers sprüht zur Bekämpfung der Fruchtfliegenplage Pestizide über die Stadt. Seine Frau Betty hat eine Affäre mit dem rüden Polizisten Gene Shepard und verlässt ihren Mann. Stormy sorgt daraufhin mit einer Kettensäge für die akkurate Gütertrennung in ihrer Wohnung. Sherri, die Frau des Polizisten, lebt ihre unausgefüllten Sehnsüchte im heftigen Klatsch mit ihrer besten Freundin Marian Wyman aus. Marians Mann, der gestresste Chirurg Dr. Wyman, hat gerade einen Patienten verloren: Casey Finnegan. Der Junge lief kurz vor seinem siebten Geburtstag vor das Auto der Kellnerin Doreen Piggott. Doreen versöhnt sich an diesem Abend mit ihrem Mann Earl und hofft auf eine bessere Zukunft, obwohl er seinen Alkoholismus noch nicht ganz überwunden hat. Im Krankenhaus trifft der Nachrichtenmoderator Howard Finnegan, Caseys Vater, erstmals nach Jahren wieder seinen eigenen Vater Paul. Die hübsche, aber hausbackene Lois Kaiser wechselt gleichmütig die Windeln ihres Babys, während sie ihrem Telefonsex-Job nachgeht. Ihr Mann Jerry ist durch Lois’ Desinteresse sexuell so frustriert, dass er auf einem Ausflug ein junges Mädchen brutal angreift. Da erschüttert plötzlich ein Erdbeben die Stadt. – Doch das Leben geht weiter.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (1) — Film: Short Cuts

Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

„Short Cuts“ ist quasi eine leicht verdauliche Version des sechs Jahre später erschienenen „Magnolia“. Verantwortlich zeichnet allerdings nicht „Magnolia“-Regisseur Paul Thomas Anderson, sondern Robert Altman („M*A*S*H*“, „Gosford Park“). „Short Cuts“ besteht aus vielen lose aber geschickt miteinander verknüpften, gänzlich unkommentierten Episoden. Der eigentliche Inhalt ordnet sich der überaus gelungenen Form unter: Guter Schnitt, gute Dialoge, gute Dramaturgie – um diese Fingerübungen geht es hauptsächlich, und wer dafür kein Gespür hat, wird mit „Short Cuts“ wahrscheinlich nicht viel anfangen können. [...]

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Kommentare (12) — Film: Short Cuts


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wernik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Noch ein überlanges, melancholisch-erdrückend prätentiöses, sich in philosophisch-religiösen Wirrungen verlierendes und in Kalifornien spielendes Machwerk von Episodenfilm? Nein, ein zweites „Magnolia“ gibt es hier beileibe nicht.
Wenngleich Altmans multi-character-Film auch nicht gerade „short“ geraten ist und dem Zuschauer aufgrund der Fülle an Darstellern insbesondere zu Beginn einiges an Aufmerksamkeit abverlangt, kommt „Short Cuts“ geradezu erfrischend daher. Hat man die mehr als 20 „Hauptpersonen“, Menschen wie du und ich mit ihren mehr oder weniger alltäglichen Problemen, einigermaßen korrekt eingeordnet, kann man sich dem Sog der verschiedenen Handlungsstränge, welche behutsam und raffiniert zu einem komplexen Ganzen geflochten werden, kaum entziehen.
Eingerahmt von einer grandiosen Eröffnungssequenz und einem im Vergleich zu Magnolia wohltuend unspektakulären wenngleich vermeintlich apokalyptischen Ende, verpackt in tollen Bildern und nostalgischem Score, darf dieses Meisterwerk getrost empfohlen werden.

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GamarnaNebel

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Bewertung10.0Herausragend

„Life's god
It's bad
It's somewhere in between

But it's the unexpected
And the uncertainty
That keeps us going
You know what I mean“

Diese Worte, über den Abspann gesungen von Annie Ross, die in Robert Altmans Ensemblefilm die Jazzsängerin Tess Trainer spielt, spiegeln den Kern des Werkes gut wieder.
Erzählt werden Episoden aus dem Leben verschiedener Personen, die ihr Leben in der Stadt L. A. fristen, deren Schicksale z. T. miteinander verflochten sind, die sich begegnen, manchmal nur flüchtig, gelegentlich bewusst miteinander in Kontakt treten, sich aber, auf die eine oder andere Weise, gegenseitig beeinflussen.
Simple Gut/Böse-Schemata existieren nicht, alle Menschen sind komplexe Charaktere, deren Gedanken und Motivationen dem Zuschauer nicht plakativ dargeboten werden. Das verleiht dem Film eine ehrliche, authentische Stimmung und lässt Raum für Interpretationen.
Die Schauspielerriege ist durchweg großartig, es gelingt niemandem, aus der Ansammlung hervorragender Mimen (u. a. Tim Robbins, Madeline Stowe, Bruce Davison, Julianne Moore und Jack Lemmon) herauszustechen, weil alle ihre Rolle nahezu perfekt spielen.
Eine zu starke Fokussierung auf eine Person oder eine kleine Gruppe von Personen hätte die wunderbare Balance der Geschichten zerstören können, aber Altman, der zusammen mit Frank Barhydt das Drehbuch schrieb (welches wiederum auf Kurzgeschichten von Raymond Carver basiert), jongliert gekonnt mit den einzelnen Erzählsträngen, wechselt locker zwischen ihnen und schafft es, (auch dank seines Kameramannes Walt Loyd und der stimmigen Musik Mark Ishams) ein hochinteressantes Abbild unserer Welt zu erschaffen:
Eine Welt voller Freude, Schmerz, Frustration, Leidenschaft, Lust, Aggression, Trauer, Angst...
Kurzum, eine Mischung der Empfindungen, die das Leben zu bieten hat. Dabei versinkt das Ganze nie in Trivialitäten oder Melodramatik.

„When you're a prisoner
And I'm a prisoner
I'm a prisoner of life“

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cpt. chaos

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Bewertung3.0Schwach

Ich liebe Episodenfilme; es ist schlichtweg genial, wenn sich diverse Handlungsstränge kreuzen oder gar ineinander verschmelzen.
Als ich schließlich nach längeren Bemühungen "Short Cuts" in meinen gierigen Händen hielt, wähnte ich mich als stolzer Besitzer einer weiteren Rarität. Ich musste also nur noch einen geeigneten Zeitpunkt abpassen, um das laufzeitmäßige Mammutwerk zu bewältigen (sind schließlich immerhin 180 Minuten).

Nun gut, der Seltenheitswert mag weiterhin gegeben sein, aber leider definitiv kein Film, der zukünftig Bestandteil meiner Filmsammlung sein wird, und das trotz zahlreicher Leinwandstars: Tim Robbins, Andie MacDowell, Jack Lemmon, Frances McDormand, Robert Downey Jr., Julianne Moore, Matthew Modine, Chris Penn – um nur mal die bekanntesten zu nennen. Das lässt den geneigten Cineasten geradezu mit der Zunge schnalzen, dennoch hat mich Robert Altmans Episodenstreifen nicht gerade vom Hocker gerissen. Nein, ganz im Gegenteil: Eigentlich fühlte ich mich geradezu dürftig unterhalten, da ich die Vorstellungen der einzelnen Protagonisten nicht sonderlich ansprechend fand und mich auch die einzelnen Geschichten, bis auf wenige Szenen, überhaupt nicht packen oder berühren konnten.

Da ich bewertungsmäßig stark gegen die Strömung schwimme, sollte sich aber bitte niemand durch meine kritischen Worte abschrecken lassen! Mein Ding war es halt nicht!

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pischti

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Mir fallen an guten Episodenfilmen noch "21 Gramm" und "11:14" ein, beide gefielen mir damals als ich sie sah sehr gut :)


cpt. chaos

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@pitschi: Ja, kenne ich bereits, sind auch beides klasse Filme!


sebastianxxx

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Bewertung10.0Herausragend

Mastermind ... ich verehre Altman - er ist m. M. nach einer der Besten ... und mit Blick auf meine Vorredner: ich finde der Film ist keine Sekunde zu lang ... im Gegenteil ...

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eisbaerdios

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Bewertung6.0Ganz gut

Eindeutig zu lang. Man hätte viel verdichten können und es kam ein dauerndes Gefühl der Wiederholung auf. Gerade die Episode von Casey oder der Jazz Sängerin bestand aus den ständig gleichen Bildern.
Sowieso die eher schlechten Episoden, gerade die Episode um Casey ist zum erbrechen. Der Mutter hätte ich so gerne den Hals umgedreht.
Fand die Frauen Figuren allgemein etwas problematisch, eben besonders Caseys Mutter und die Cellistin.

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Niotq

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich vermisse Robert Altman, einen Mann, dem man einige Monate vor seinem Tod noch den verdienten Ehrenoscar in die Hand gedrückt hatte. Einen Regisseur mit einem hochinteressanten Backkatalog im Übrigen, denn unter den Filmen, die ich bisher gesehen habe, findet sich neben im positivsten Sinne behäbigen und überaus amerikanischen Filmen wie "Cookie's Fortune", "Thieves Like Us", "McCabe & Mrs. Miller" oder aber "A Prairie Home Companion" auch "Gosford Park", eine Sozialstudie, die britischer nicht sein könnte. Sein berühmtester Film, das Dreistundenopus "Short Cuts", ist nun in erstere Kategorie einzuordnen.

"Short Cuts" ist weder der spannendste noch der spektakulärste Film der Neunziger, wird aber garantiert nicht zu Unrecht als einer der wichtigsten und einflussreichsten gehandelt. Besierend auf einigen Kurzgeschichten des Autors Raymond Carver zeigt uns "Short Cuts" allerlei Personenkonstellationen, die jeweils ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben, und dann doch wieder irgendwie zusammengehören. Und so wird dieses Mammutwerk, dieses zutiefst menschliche Konglomerat von allerlei problembehafteten Existenzen, auch als Mutter des Episodenfilmes bezeichnet, von der sich Paul Thomas Anderson für "Magnolia", gegen das Altmans Film auch in meinen Augen klar gewinnt (oder zumindest gegen die vagen Erinnerungen, die ich noch von "Magnolia" habe, obwohl ich ihn vor nicht so wahnsinnig langer Zeit in völlig nüchternem Zustand gesehen habe, was wohl eher kein gutes Zeichen ist), einiges abgeschaut haben dürfte.

Altman ist es im Laufe seiner Karriere auch immer wieder gelungen, grandiose Schauspielerensembles zusammenzutrommeln - hier geben sich neben allgemeingültigen Helden wie Julianne Moore, Robert Downey Jr., Frances McDormand, Tim Robbins oder Jack Lemmon auch weniger Verdächtige wie die windschiefe Liedermacherikone Tom Waits oder Julia Roberts' Exmann Lyle Lovett die Klinke in die Hand.

Ich würde lügen, wenn ich behauptete, "Short Cuts" wäre kurzweiliges Wohlfühlkino - lässt man sich allerdings auf die Schicksale ein, die der Film vor dem Publikum ausbreitet, erhält man ein hochvirtuos erzähltes, meisterhaft gewobenes Episodendrama - und man erlaube mir noch, einen abenteuerlichen gedanklichen Bogen zu spannen: Wenn Adalbert Stifter gewusst hätte, was die Regisseure unserer Zeit mit apokalyptischem Bombenhagel, vom Himmel regnenden Fröschen oder - wie in diesem Falle - Erdbeben zuwege bringen, er hätte sein legendäres "sanftes Gesetz", das sich lieber mit Käfern, Bäumen und überkochenden Milchtöpfchen befasst, sicherlich noch einmal gehörig überdacht. Denn am Schluss werden all das Beziehungsgeplänkel und die Marotten, all das Kleine und halbwegs Vertraute, auf das wir unser Augenmerk so lange gerichtet haben, so winzig klein, wenn die unermesslichen Naturgewalten zuschlagen und der Geschichte noch einmal eine ganz neue Dimension verleihen. Mission accomplished, kann ich da nur sagen.

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Markbln

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Bewertung9.0Herausragend

Einer der dem Episodenfilm eine neue Bedeutung gab. Die spektakuläre Besetzung mit vielen meiner Lieblingsschauspieler sucht ihresgleichen: Tim Robbins, Lily Tomlin, Juliane Moore, Chris Penn (gone to soon), Frances McDormand, Jennifer Jason Leigh, Matthew Modine und Jack Lemmon. Sie und noch viele mehr sorgen für eine der besten Ensembleleistungen der jüngsten Zeit. Wenn hier schon mehrmals das aufdringliche "Magnolia" als Vergleich gezogen wird, dann aus meiner Sicht, weil es tierisch runterkracht gegen Altmanns Regiemeisterstück.

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Tyler__Durden

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Bewertung7.0Sehenswert

Entthront weder "Magnolia" als mein Lieblings Episodendrama noch "Gosford Park" als meinen Lieblings Altman. Trotzdem ganz nett wenn teils auch etwas zu kalkuliert, aber immer noch nett mit ein paar wirklich guten Momenten und starken Schauspielern.

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notsch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wuchtiger authentischer Bilderrausch, der einen vollständig in seinen Bann zieht. Wohl der Prototyp des Episodenfilms.

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kordar

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Tolle Sache. Die einzelne, banalen, zuffälige Geschichten am Anfang wirken zuerst chaotisch aber die Zusammenhänge werden im Laufe des Filmes immer überraschend und steigen unglaublich die Spannung und Neugier. Genial!

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Matty

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Bewertung9.0Herausragend

Liebhaber von Episodenfilme werden hier bestens unterhalten.

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Tobias

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sicherlich einer der ganz großen Filme der 90er. Treffend, witzig, verstörend und tragisch. Der Film wirkt bei mir schon sehr lange nach.

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