Tagebuch eines Landpfarrers

Journal d'un curé de campagne (1951), Laufzeit 110 Minuten, Drama, Thriller

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Kritiker
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7.7
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2 Kommentare
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von Robert Bresson, mit Claude Laydu und Jean Riveyre

Die unauffällige, von seelischem Kampf und Krebskrankheit gezeichnete Existenz eines jungen Pfarrers in der kleinen flandrischen Landgemeinde Ambricourt. Eine von großer optischer Klarheit und Einfachheit bestimmte, bekenntnishaft-monologische Romanverfilmung.


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Kommentare (2) — Film: Tagebuch eines Landpfarrers


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Bewertung5.0Geht so

TAGEBUCH EINES LANDPFARRERS bildete den Auftakt der Reise von SKURRIL und mir durch Robert Bressons Filmographie und ich muss sagen, ich bin jetzt nach den ganzen Lobeshymnen auf diesen Regisseur erstmal enttäuscht.

Dabei fand ich den Inszenierungsstil durch aus sehr interessant. Ich mochte es, wie Bresson seine Bilder nur auf das allernötigste reduzierte, fast alle Einstellungen zeigten lediglich die Gesichter der Schauspieler in Großaufnahme oder maximal in der Halbtotalen, die Umgebung in der sich die Schauspieler befanden zeigte er kaum, auf Landschaftsaufnahmen oder gar Effekte verzichtete er ganz. Er konzentrierte sich voll und ganz auf die Charaktere und zeigt dem Zuschauer dadurch -durch Weglassen eben dieser- wie wichtig ihm schöne, gewaltige Naturaufnahmen bzw. Effekte sind und wie sehr sie manchmal im Vergleich zu dem, worauf es eigentlich ankommt, nämlich der Handlung und den Charakteren, im Auge des Zuschauers in den Vordergrund treten. Außerdem glaube ich, dass sich dieser Stil theoretisch perfekt dazu eignen könnte eine enorme Intensität aufzubauen.

Eine Grundsypmathie für seinen Inszenierungsstil war bei mir also auf jeden Fall vorhanden, aber woran lag es dann, dass mir TAGEBUCH EINES LANDPFARRERS nicht wirklich zusagte ? Hauptsächlich daran, dass mich der Film kein bisschen emotional und auch nicht wirklich intellektuell ansprach. Ja, ich muss zugeben, es gab einige tiefgründige und interessante Dialoge über das Verhältnis zwischen Mensch und Gott, sowie anderen existenziellen Fragen, aber meiner Meinung nach macht das allein einen Film nicht gut. Ein Film ist keine philosophische Schrift, er muss auch meine Emotionen berühren und eine emotionale Verbindung zwischen mir als Zuschauer und den Protagonisten herstellen. Ein Film sollte meiner Meinung nach auf keinen Fall nur auf intellektueller Ebene, sondern unbedingt auch auf emotionaler Ebene wirken und das tut TAGEBUCH EINES LANDPFARRERS leider garnicht. Mir war die Hauptperson mehr oder weniger egal, sein Leidensweg und seine Probleme gingen mir kein bisschen Nahe, sie erweckten nichtmals wirklich mein Interesse, so dass der Film die meiste Zeit nur so vor sich hinplätscherte. Schade eigentlich, denn das Thema interessiert mich eigentlich sehr, mal sehen, wie Ingmar Bergman in LICHT IM WINTER damit umgegangen ist.
Ich will ja garnicht ausschließen, dass es hauptsächlich, oder nur an mir lag, dass mir der Film nicht so sehr gefiel, wobei "nicht gefallen" auch relativ ist, immerhin gebe ich ihm 5 Punkte, das heißt schlecht fand ich ihn nicht und interessante Ansätze waren, ja wie oben schon gesagt, vorhanden. Möglicherweise lag es einfach daran, dass ich für einen Bresson doch noch zu sehr an konventionelle Sehgewohnheiten gebunden bin.

Trotz dieses nicht wirklich gelungenen Einstiegs werde ich Bresson natürlich nicht aufgeben, als nächstes kommt DER TEUFEL MÖGLICHERWEISE, vielleicht gefällt mir der deutlich besser.

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Werde ich auch auf keinen Fall. Wie gesagt, schon bald kommt DER TEUFEL MÖGLICHERWEISE dran.


SKURRIL

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Ohje.. :D Schaue ihn mir jetzt auch an! Mal sehen!


Tyler__Durden

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Bewertung5.5Geht so

Fans so wie Kritiker meinen die später stark ausgearbeitete Fähigkeit Bressons hier schon erkannt zu haben, durch allein des Films zur Verfügung gestellten Technik eine Geschichte zu erzählen. Leider ist dieses Frühwerk des Franzosen, so wichtiges es für ihn selbst und sein Schaffen damals gewesen sei, weder Filmisch Interessant noch ist die durchaus immer faszinierende Geschichte eines Glaubenskonflikt hier auf kaum einer Ebene, sei es nun Emotional oder Intellektuell, herausfordernd und/oder erkenntlich sowie einnehmend. Das hat Bergman mit "Winters Light" durchaus besser und vor allem kürzer geschafft als der langweilige Dorf Pfarrer. Das mag jetzt zwar scheiß trival klingen, kann ich aber nicht ändern denn genau so empfand ich den Film.

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Filmsuechtiger

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Ich muss dir widersprechen: Filmisch markiert Tagebuch eines Landpfarrers eine enorm wichtige Position in Bressons Schaffen: zum ersten Mal trennt er konsequent Bild und Ton, was danach DAS typische Merkmal wurde für seine Filme.


Tyler__Durden

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Ein wichtiger Film, aber dies speziell nur für Bresson selber. Und selbst wenn für seine Verhältnisse damals Konsequent: Interessant oder Ansprechend wie in seinen späteren Filmen war es selten bis gar nicht, für mich persönlich jedenfalls. Sehe aber deinen Standpunkt.