The Boss of It All
Direktøren for det hele, DK 2006
- Genre
- Schwarze Komödie, Komödie
- Zielgruppen
- Über 18 (Anzügliche Sprache)
- Inhalt
Der Besitzer eines IT-Unternehmens will sein Geschäft verkaufen. Das Problem dabei ist, daß er damals, als er angefangen hat, einen Chef erfunden hat, hinter dem er sich bei seinen unpopulären Entscheidungen verstecken konnte. Nun aber wollen potentielle Käufer mit diesem Chef verhandeln, daher muß der Besitzer einen gescheiterten Schauspieler anstellen.
- Cast
- Jens Albinus, Peter Gantzler, Iben Hjejle, Louise Mieritz, Jean-Marc Barr, Casper Christensen, Benedikt Erlingsson — Mehr
- Regisseure
- Lars von Trier
- Autor
- Lars von Trier
- Laufzeit
- 98 Minuten
- Handlung
- Büro, Generaldirektor, IT-Experte
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.5
Der Film The Boss of It All wurde von 7 Kritikern bewertet.
Wer nun allerdings glaubt, der Däne führe eine große moralische Botschaft oder gar eine breit gefächerte Kapitalismuskritik im Schilde, der sich vor allem mit all seinen eigenen Erwartungen und Haltungen konfrontiert und vorgeführt. Denn im Verlauf des Films erweisen sich alle Figuren als derart überzeichnet und zugespitzt, dass sie zur Reflektion nicht im Geringsten taugen. Was wir zu sehen bekommen, ist ein Schauspiel. Doch vor allem sind wir es selbst, die wir sehen, unsere verzweifelte Suche nach Sinn und Botschaft, nach einer Autorität, die uns die Welt erklärt.
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
[Es ist] beglückend zu sehen, wie hässlich "The Boss of it all" ist, wie unansehnlich, wie krumm und schief und verwaschen und wirklich gar nicht schön anzusehen! Und wie großartig, wie schlau, wie lustig, wie durchgedreht! Hässlich ist der Film, weil die Wirklichkeit des Wirtschaftsalltags, die er schildert, selbst hässlich ist. Aber wie weit das in der Ausführung von allen Realismuskonzepten entfernt bleibt, wie viele Volten es schlägt, wie wenig es vor der Gemeinheit zurückschreckt und auch vorm Sadismus!
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Kommentare — Ganz gut 6.5
Der Film The Boss of It All wurde von 75 Mitgliedern bewertet.
MrUgly 2009/11/18 22:45:14
sensationell absurd. der humor ist zum schreien. der schonrnsteinfegermonolog reißt alles am ende raus.
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Kubrick_obscura 2009/06/22 11:56:40
Natürlich ist Lars von Trier ein Genie und vorallem auch ein hervorragender Regisseur, der Schauspieler an ihre Grenzen bringen kann. Das die Schauspieler in dieser Office-Comedy auf hohem Niveau agieren steht also außer Frage.
Auch die Handlung ist gut und wirklich clever, ganz besonders als sich alles zum Ende noch zum "guten" wendet, musste ich lachen, wie absurd das ist. Größenteils ist dieser Film auch absurd. Es ist absurd die Kamera von einem Zufallscomputer steuern zu lassen. Es ist absurd dabei dann einen neuen dänischen Rekord im Verbrauch von 35mm-Filmmaterial aufzustellen. Aber wie schon bei Dogville und seiner Dogma-Phase zeigt uns von Trier wieder wie unnötig eine perfekte Kadrage ist. Die Geschichte fließt, zwar schleppend, mit einer übermäßig depressiven Bildsprache (Thats a comedy man!!), aber sie wird durch die UNperfekte Form nicht korrumpiert.
It`s all about the Story. Das hat uns der Regisseur schon in seinen vorherigen Werken gezeigt, nur da war die Handlung dem ausgestellten Amateur-Technik-Niveau überlegen. So eine Symbol-schwere Tragödie wie die in "Dogville" brauchte auch einen enormen Verfremdungseffekt (Kreidestriche) um nicht unglaubwürdig zu werden. So verrückt wie das jetzt klingt.
Hier verhebt sich Trier aber. Die geniale Erfindung der Automavision-Technik triumphiert über die Handlung. Sie behindert sie zwar nicht, aber sie wirkt wie der einzige Grund sich diesen Film anzugucken.
Auf irgend eine Art und Weise ist von Trier also wieder zum Formalismus übergegangen, ohne das wir es gemerkt hätten.
Er steht somit jetzt seiner E-Trilogie näher, als z.B. "Breaking the Waves". Demnächst kommt mit "Anti-Christ" ein neues Von-Trier-Werk in die Kinos, dass sich endgültig dem Formalismus verschrieben zu sein scheint. Der große auteur ist wieder bei seinen Anfängen, hoffentlich tischt er uns nicht wieder die selben Geschichten auf und dreht sich weiter um sich selbst.
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mister mo 2009/06/11 13:31:04
Ein guter Film, wenn man die Alternativen bedenkt, die sonst noch im Kino laufen. Ein schlechter Film, wenn man weiß was Herr von Trier eigentlich leisten könnte!
Mit doppelt so vielen Schnitten wie jeder Blockbuster wird es mit der Zeit etwas mühsam, diese leichte aber sehr treffende Parodie (die gar keine sein soll, wie uns der Regisseur zu Beginn versichert) zu verfolgen, erst recht, wenn das Schul-Dänisch nicht mehr das allerbeste ist und man deshalb gezwungen ist hin und wieder einen Blick auf die Untertitel zu werfen (was natürlich noch 10mal besser ist als eine mögliche Synchronisation). Auch eine gewisse Selbstverliebtheit vom alten Lars scheint sich zu zeigen, seit er Kreidestriche auf den Boden malt und nun noch ein letztes Mal an die gute alte Dogma95 Zeit erinnert. Ich sage es nicht gerne, aber ich befürchte, dass Lars von Trier so langsam wohl der untergehende Stern am Filmhimmel ist - und umso mehr hoffe ich, dass ich daneben liege!
Unterm Strich: wenn auf "The Boss of it all" nicht 'von Trier' draufstehen würde, wäre meine Bewertung um einiges schlechter ausgefallen. Aber am Ende retten zwei tolle Hauptdarsteller (Albinus und Gantzler, die beide schon mit Dogma-Produktionen vertraut sind und dort auch eine gute Figur machten, Albinus als Wirbelwind in "Idioten" und Gantzler als heimlich-stille Hauptfigur in "Italenisch für Anfänger") und das isländische Urgestein Fridriksson den schönen Filmabend.
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Photos: The Boss of It All
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Zur Verabschiedung entschuldigt sich von Trier bei allen, die mehr, und bei allen, die weniger erwartet haben. Wer mit dem Gezeigten zufrieden sei, habe es auch verdient. So bleibt sich von Trier auch in «The Boss of It All» treu und führt wieder einmal sein meisterhaftes, avantgardistisches Spiel auf allen Ebenen vor.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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