Zwei glorreiche Halunken

Il Buono, il brutto, il cattivo (1966), ES/IT Laufzeit 161 Minuten, FSK 16, Western, Kinostart 15.12.1967


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8.5
Kritiker
50 Bewertungen
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7.8
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211 Kommentare
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von Sergio Leone, mit Clint Eastwood und Eli Wallach

Zwei Halunken begeisterte Mitte der 1960er Jahren das Kinopublikum und zeigt den Dreck der Wüste, Habgier und Egoismus.

Ein mysteriöser Fremder (‘Blondie’ Clint Eastwood – der Gute), der skrupellose Setenza (Lee Van Cleef- der Böse) und der mexikanische Revolverschütze Tuco (Eli Wallach – der Hässliche) sind auf der Jagd nach einer Geldkassette. Inhalt: 200.000 Dollar. Die drei Desperados haben untereinander nichts gemeinsam – werden aber zu Komplizen, wenn es die Situation erfordert. Doch jeder verfolgt nur ein Ziel: Die Geldkassette. Und keiner von ihnen ist bereit zu teilen.

Hintergrund & Infos zu Zwei glorreiche Halunken
Der Film beginnt mit einer ausführlichen Vorstellung der Hauptcharaktere, nach deren Eigenschaften der englische Titel The Good, the bad and the ugly (Deutsch: Der Gute, der Böse und der Hässliche) gewählt wurde.

Zwei glorreiche Halunken ist der dritte und letzte Teil der Dollar-Trilogie von Sergio Leone.

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Kommentare (199) — Film: Zwei glorreiche Halunken


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MrDepad

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Bewertung10.0Herausragend

Jetzt ist sie also erreicht, meine mittlerweile 1000. Filmbewertung. Auch wenn es die letzte Zeit schon ein paar Klassiker für mich gab, hab ich mir für Nr. 1000 trotzdem noch einen gefeierten Klassiker aufgespart: "Il buono, il brutto, il cattivo" aka "The Good, the Bad and the Ugly" von Sergio Leone.
Mit seinem Italo-Western schuf Leone ein unglaubliches Meisterwerk, das Maßstäbe setzte und aus dem oft kopiert oder zitiert wurde.
Zunächst nimmt er sich eine gute halbe Stunde Zeit, um die drei titelgebenden Hauptfiguren einzuführen. Clint Eastwood ist Blondie, der Gute, der mit zusammengekniffenen Augen, Zigarillo zwischen den Lippen und kühler Präzision den Prototyp des lässigen Antihelden verkörpert. Angel Eyes, der Böse, wird von Lee Van Cleef gespielt und ist mit seiner brutalen Art und den stechenden, markanten Augen ein brillanter Bösewicht, der seiner Charakterisierung alle Ehre macht. Zu guter Letzt gibt es noch den Hässlichen, Tuco, gespielt von Eli Wallach, der wohl so ziemlich die interessanteste Figur aus dem Trio ist, da er wirklich vielschichtige Charakterzüge erhält und man oft nicht weiß, ob man ihn aufgrund seiner dreckigen, boshaften Art hassen oder aufgrund seines grimmigen Humors und so mancher kantiger, zynischer Aktion lieben soll. Fest steht jedenfalls, dass sich Leone allgemein wenig um glatte, liebenswerte Revolverhelden schert, sondern für sein Werk lieber zynische, dreckige Anti-Helden versammelt.
Wer den Stil von Leone kennt und schätzt, wird sich hier ab der ersten Minute wohl fühlen. Die Geschichte rund um drei Outlaws, die auf der Jagd nach einer Geldkasse im Wert von 200.000 Dollar sind und sich so immer wieder in die Quere kommen, ist zwar nicht von einzigartiger Originalität gesegnet, doch es geht nicht darum, was, sondern wie Leone erzählt. Zudem ist der Streifen alles andere als unspannend und zieht seinen Reiz vor allem daraus, die Figurenkonstellation immer wieder durchzumischen und damit zu spielen, wann und wie das Trio auf- oder gegeneinander trifft.
Sein Gespür für breite, lange Einstellungen in Kombination mit der flirrenden Wüstenhitze, zahlreichen, intensiven Nahaufnahmen von Gesichtern und einem makellosen Schnittrhythmus sorgt für eine einmalige Atmosphäre, durch die Leone immer wieder für großartig inszenierte Höhepunkte sorgt. Mit das Glanzstück des Streifens ist außerdem der einmalige, gänsehauterzeugende Score von Ennio Morricone, der sich sicherlich zu den besten aller Zeiten zählen darf.
Tatsächlich könnte man dem Film im letzten Drittel hier und da sogar kleine Längen ankreiden, doch zum Ende hin bietet Leone schließlich einen unvergesslichen, alles überragenden Showdown auf einem Friedhof, der einen vor Spannung und Intensität fast erzittern lässt.
"Il buono, il brutto, il cattivo" ist ein Meilenstein des Western-Genres und allgemein als Film ein fantastisches Meisterwerk. Leone vereint einen perfekten Cast, seine einzigartige Inszenierung, den legendären Score von Ennio Morricone und eine tolle Geschichte gespickt mit intensiver Spannung, zynischem Humor und imposanten Höhepunkten zu einem Klassiker, den jeder gesehen haben sollte.
"You see, in this world there's two kinds of people, my friend: Those with loaded guns and those who dig. You dig."

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Zwiebel88

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Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa


MrDepad

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Danke, dann mal flott auf bis zur 2000. ;)


InVicTuZ

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Epos !! Sehr episches Finale.

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Moviegod

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der legendäre Abschluss von Sergio Leones "Dollar-Trilogie". Oft zitiert und auch kopiert, aber nie erreicht. Was Leone in den beiden Vorgängern begonnen und etabliert hat, führt er hier mit Perfektion zusammen und bringt es zu einem grandiosen Ende. Dabei bietet der Film ebenso klassische Leone-Momente (z.B. Close-Ups und lange dialoglose Szenen) wie völlig neue Einfälle (z.B. die Pop-Up-Schriftzüge bei der Einführung der drei Hauptfiguren). Der Soundtrack und die Kameraarbeit sind wie bei einem Leone-Film nicht anders zu erwarten über jeden Zweifel erhaben. Die Geschichte ist spannend und Leone nimmt sich wie immer genau die Zeit, die er braucht um diese nach seinen Vorstellungen zu erzählen. Dabei wirkt die Laufzeit von 3 Stunden sicherlich episch, aber zu keinem Moment langweilig. Ohne Frage ein Stück Filmgeschichte, das seine ganze Genialität erst nach wiederholten Genuss entfaltet.

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Berlin42

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Zwei glorreiche Halunken" ist wohl der kompletteste und mitreißendste Italowestern überhaupt. Sergio Leone hat sich sein eigenes Genre geschaffen und lässt den Großteil der amerikanischen Western blass aussehen. Wie in den beiden Vorgängern "Für eine Handvoll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr" wird die Hauptrolle durch Clint Eastwood besetzt, ein Erfolgrezept, das sich bewährt hat. Doch diesmal bekommt er mit Lee van Cleef und Eli Wallach zwei ebenbürtige Darsteller an die Seite gestellt, der Film gewinnt durch das Zusammenspiel der drei Hauptakteure an Tiefe und beweist wieder einmal das Genie des Regisseurs. Die Story ist diesmal noch komplexer, die Musik von Ennio Morricone ein Traum (unbeschreiblich: "Extasy of Gold"), die Schießereien suchen ihresgleichen. Der Film ist für mich der perfekte Western.

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Waran

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Bewertung9.5Herausragend

DER Western schlechthin. Episch lang aber fesselnd. Die Musik grandios. Die Endsequenz klasse. Nur weil etwas zu lang geraten keine 10 Punkte.

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John3101

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Super Western vom Vater der Italo Western: Sergio Leone

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moep0r

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Bewertung10.0Herausragend

Auch beim x-ten mal schauen bekomme ich noch Gaensehaut wenn Tuco zum Ende hin auf dem Friedhof herumlaeuft, das Grab laeuft und im Hintergrund Morricones Ecstasy of Gold laeuft (Hier ab 0:46: http://youtu.be/ubVc2MQwMkg). Fuer mich definitiv der beste Western und auch einer Lieblingsfilme. Ich wuenschte nur er waere etwas kuerzer, dann koennte ich ihn noch oefter gucken.

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sachsenkrieger

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Bewertung9.5Herausragend

Da kann Hollywood diese Filme noch so oft als "Spaghetti-Western" bezeichnen, gute Verlierer waren sie noch nie. Ich möchte mir heute diese teils unseligen Western der 40er und 50er Jahre, die während meiner Kindheit das Fernsehen überfluteten, nicht mehr ansehen. Echte Helden, mit blütenreiner Weste und blütenreinem Gewissen, grinsen ständig verwegen in die Kamera. Na gut, einige Ausnahmen gab es schon.

Aber der Italo-Western setzte neue Maßstäbe am anderen Ende des Extrems. Er zeigte zwar genauso verwegen grinsende Männer, die aber beileibe keine Helden waren und die nichts blütenreines an sich hatten. Sie hatten gewaltigen Dreck am Stecken, schmutzige Finger, blutige Hände, befleckte Seelen, belastete Gewissen und das Wichtigste, es war ihnen vollkommen scheißegal. Sie lebten ihr Leben am Rande einer Gesellschaft, die nicht viel besser war, sondern nur unehrlicher.

Das sind die beiden Extreme, zwischen denen der Western sich immer bewegte. Heutzutage gibt es auch wieder einige gute Vertreter des Genres, die sich dadurch auszeichnen, das sie eher auf Realismus setzen. Als Paradebeispiel sehe ich den von mir anfangs auch unterschätzten "Die Ermordung des Jesse James...". Aber der Italo-Western der 60er/70er Jahre, der das totgeglaubte Genre belebte und erneuerte, feierte wenig später auch schon seinen Niedergang. Mit "Zwei glorreiche Halunken" allerdings feierte er erst einmal seinen Höhepunkt.

Kopfgeldjäger: Hey, du. Weißt du, das du jemand verdammt ähnlich siehst, auf dessen Kopf 2.000 Dollar Belohnung ausgesetzt sind?
Joe: Ja? Aber du siehst nicht aus, wie jemand, der 2.000 Dollar kassiert.

Hier sind Töne, Musik, Bilder und die wenigen Mono- und Dialoge zu einem einheitlichen Ganzen verschmolzen, eine unglaubliche Harmonie, die vielleicht kein anderer Western davor und danach erreichte. Hier darf eine Szene noch ganz eine Szene sein. Minutenlang wird die Szenerie eingefangen, allein die Mimik der Darsteller deutet an, das gleich wieder etwas geschieht. So etwas hinzubekommen, ohne das der Zuschauer einschläft, das ist eine Meisterleistung.

Lee van Cleef und Eli Wallach machen einen tollen Job, man nimmt ihnen ihre Rollen ohne Zweifel ab. Clint Eastwood meißelte damals dagegen schon an seinem Denkmal. Er hat sein Leben lang fast ohne Ausnahme diese Rolle gespielt, aber das macht nichts, denn dafür ist er geschaffen wie kein Zweiter. Ein Zucken seiner Mundwinkel, ein Stich aus seinen Augen, ein Schuß ... das war´s ... für irgend jemanden!

Tuco: Wiiir seehen unnns wieder, Idi...!
Joe: Idiot! Das ist an dich gerichtet.

Die Story ist eigentlich recht dünn für einen nahezu dreistündigen Film, aber sie wird auf den Rahmen des amerikanischen Bürgerkriegs gespannt, der immer wieder die Pläne der drei Kontrahenten befördert oder behindert. Sergio Leone, Ennio Morricone und Clint Eastwood, das sind drei glorreiche..............!

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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sachsenkrieger

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Danke Fonda, ich finde ihn ein wenig langweilig ..... also den Text, nicht den Film. Aber "Scheiße, ist der geil" fand ich dann doch etwas unangebracht :D
Als nächstes kommt aber wieder einer von den neueren dran, vielleicht "Open Range", den du gerade so schön kommentiert hast oder "Appaloosa" mit Ed und Viggo.


sachsenkrieger

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Friede deiner Seele, Eli Wallach. Auch wenn es keine Zufälle im Leben gibt, eine Absicht lag auch nicht dahinter.


Bubo

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Bewertung10.0Herausragend

Für LilQ, wie versprochen;) Danke für die Inspiration und…Feuer frei!

Hey DU, ja Du. Hab gehört, was Du dem Jungchen für ne Geschichte erzählt hast. Schön erzählt, hast Du sie, wirklich, eine verdammt gute Geschichte, war das. Hat gar nicht gemerkt, dass Du ihn dabei komplett ausgenommen hast. Sieh ihn Dir an, jetzt liegt er im staubigen Dreck, blank und zugesoffen. Ich setz mich mal eben zu Dir und erzähl Dir auch ein paar Takte, ja? Hey, nicht einschlafen! So ein räudiger alter Hurensohn wie Du kann doch noch viel mehr Alkohol vertragen? Ich spendier Dir auch noch ein paar Runden – mit Whiskey pur und nicht dieses läppische Gemisch mit Bier dazu, das Du dem Jungchen vorhin abgeluchst hast. Dieses Konföderiertengold, da war ich nämlich auch dabei, als Soldat, anno ’62, aber ich hab die Geschichte ganz anders in Erinnerung. Das, was Du erzählt hast, ist doch nur heldenverehrender Scheissdreck über die goldenen Tage von Sentenza, Tuco und dem Blonden in Windy City. Sperr also Deine schmutzigen Lauscher auf: ICH erzähl Dir die wahre Geschichte vom Bösen, vom Hässlichen und vom Guten in Santa Fé.

Also dann: Zwei doppelte Whiskey für uns. Ist immer noch die beste Waffe. Hebt die Kampfmoral und den Mut. Besoffene Soldaten zur Schlachtbank schicken. Ich hab’s doch selbst erlebt, war dabei, im Krieg. Da waren wir und die da auf der anderen Seite drüben. Hatten nur eins gemeinsam: Wir alle stanken nach Alkohol. Prost, du alter Mistkerl, mir verdammt nochmal egal, ob Dich das interessiert oder nicht. Ja, recht hast: der Sand in der Wüste ist verdammt übel. Gepaart mit diesem Wind. Musst immer aufpassen, dass Dich nicht ne Erkältung erwischt. Oder ne Kugel. Aber das schlimmste in der Wüste ist diese gottverdammte Hitze. Ein einziger Backofen. Sogar der Krieg fürchtet sich davor. die Nordstaatler auf der einen Seite, die Südstaatler auf der anderen. Dahin wagt sich keiner, nur vielleicht zwei räudige alte Hunde wie wir.

Sentenza? Ja, ist mir ein Begriff. Ich kenne ihn unter dem Namen „the Bad“. Ha! Scheiss-Witz, ist das, der Name. Der war gar nicht schlecht, ist nur seinen Prinzipien gefolgt, darauf konntest Du Dich verlassen, aber so richtig. Hab mal einen mit ihm gehoben. Ja, ein Gentleman war er sicher nicht. Frauen verprügeln. Aber ich sag Dir eins: In diesen Zeiten war jede alleinstehende Frau nun mal eine Dreckshure. Ich kannte da eine, die hiess Mary, glaub ich. Ist nicht als Hure geboren worden. Keine Zähne mehr hatte die, und verdammt alt ausgesehen hat sie. Und gesoffen hat sie auch. Hat mir aber paar schöne Stunden geschenkt, ordentlich das Getriebe geölt! Die hatte auch mal einen Mann und zwei Söhne, und wollte gar keine Hure sein, hat sie mir total blau erzählt….dieser verfluchte Krieg hat uns doch alle an den Rand der Verzweiflung gebracht. War ein braves Ding, die Mary, verstand ihr Handwerk, ha! In dieser gottverlassenen Wüste muss eben jeder selbst sehen, wo er bleibt. Wo war ich….ach ja, Sentenza. Der so bad gar nicht war. Auftrag ist eben Auftrag, der ausgeführt werden muss, einer muss ja Ordnung schaffen. Ich seh Dein Problem damit nicht, ja? Ach, ist mir ja eigentlich egal. Verdammtes Chaos zwischen Angst vor Kanonen und Bomben und den grauen Uniformen. Hier, noch zwei doppelte für uns.

Tuco kannte ich auch. Heilige Scheisse, hatte der ein loses Mundwerk. Ein beschissenes Arschloch war das, stank wie ein Affe im Urwald. Für den mussten sogar extra neue Verbrechen erfunden werden. Mit dem hab ich auch mal einen gehoben, mit „The Ugly“. Ha, Scheiss-Witz ist das, der Name. So hässlich war der gar nicht. Gar kein schlechter Schütze, übrigens. Die Holzindianer-Zielscheiben hinter dem Waffenladen hat er alle getroffen, egal, wie voll er war. Richtig, er war nicht der Hellste, dafür hat er alles und jeden in zwei Kategorien eingeteilt. „Entweder Priester oder Bandit“, meinte Tuco. Gibt halt mal keine andere Möglichkeit, dem Scheisskrieg sonst zu entkommen, ja? Gott war ganz sicher nicht mit ihm, denn der hasst Idioten. Bandit stand ihm also verdammt gut zu der gar nicht so hässlichen Drecks-Visage. Hat aber Rotz und Wasser geheult, dieses blöde, skrupellose Arschloch, als ich ihn auf seine räudige tote Mutter angesprochen habe. Ich sage bloss: Es gibt zwei Arten von Soldaten: graues oder blaues Kanonenfutter. Aber egal, Hauptsache, die Verdauung ist ok. Hier, Zigarre. Nimm ein paar kräftige Züge, dann kannst Du gut kacken. Lass uns noch zwei Doppelte kippen.

Der Blonde. Ja, das war ne Type für sich. Der beste Schütze, den ich je gesehen habe. Wortkarger, gerissener Mistkerl! „The Good“, wurde er genannt. Ha, Scheiss-Witz ist das, der Name. An dem war überhaupt nichts gut, und ich muss es wissen, hab mal einen mit ihm gehoben. Der hätte mich ohne mit der Wimper zu zucken in der Wüste verrecken lassen, wenn es ihm zum Vorteil gereicht hätte. Ja, in Ordnung, ich hab gesehen, wie er einem sterbenden Soldaten ne Zigarre gegeben und ihm Alkohol eingeflösst hat. Verdammte Schande war das, der Junge hatte ja noch nicht mal Haare auf der Brust, als er elendiglich im Sand verreckt ist. Vielleicht hatte der Blonde also doch so etwas wie ein Gewissen? Mir egal. Ich will mich ja auch nicht mit Dir streiten, Du alter, behaarter Schweinehund. In dieser Wüste bin ich ja genauso dreckig, wie Du. Wir haben doch sowieso beide dasselbe Ziel: Geschichten erzählen. Da können wir genausogut zusammen reiten, oder willst Du etwa alleine draufgehen? Klar, wir sind Freunde. Komm, trinken wir auf unsere Freundschaft!

Wie? Wo die 200‘000 Münzen des Konföderiertengolds geblieben sind? Das interessiert mich einen Scheissdreck. Eins hat mich der beschissene Krieg gelehrt: Ob für die Grauen, die Blauen, Gier oder Prinzipien, aus Verzweiflung oder wegen einer Truhe voller Gold…krepieren sowieso alle. Soll doch der Blitz die Menschheit beim Scheissen treffen.

Lass uns also weitersaufen, ja?

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Bubo

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@Corinna: Danke;) aber nur im Zweierpack mit LilQs Kommentar kann er überhaupt eine Wirkung erzielen;) Unbedingt nachlesen!
Wie stehst Du eigentlich zum Italo-Western? Ist das was für Dich?


corinna.freiburg

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Die drei mit Clint hab ich natürlich gesehen (ehemaliges Eastwood-Babe, da ist das ein Muss)...
den ersten Django mit Franco Nero hab ich irgendwann mal gesehen, dann die Spaß-Italos mit Hill und/ oder Spencer und natürlich Spiel mir das Lied vom Tod (bislang meine einzige Italobewertung hier bei MP).
Zu Tennie-Zeiten hab ich auch mal ein paar gesehen, aber an die kann ich mich kaum noch erinnern, da sie keinen bleibenden Eindruck hinterlassen haben... bin wohl doch mehr so der Ford/Hathaway und Wayne-Western-Schauer :)


LilQ

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für Bubo, wie versprochen :)

Hey DU, ja DU, komm doch mal näher, näher, was zierst du dich denn so, ich beiß´dich schon nicht.
Willst du eine Geschichte hören, Jungchen? Eine verdammt gute, nein, nicht meine Geschichte, ha, meine Geschichte, die interessiert doch keinen! Nicht mal ich will meine scheiß Geschichte hören. Nein, die, die vom „Konfoederiertengold“, mit dem wir locker den Krieg hätten gewinnen können, so viel war das. Was, du kennst se schon? Pah, nichts kennste! Ich war dabei, oh ja, ich war dabei Anno ’62, ich weiß, was passiert ist. Das, was du glaubst, zu wissen, das sind nur Gerüchte, nur Klatsch und Tratsch alter Weiber, nur Märchen von selbsternannten Schriftstellern, nee, aber ich, ich weiß es besser, denn ich war da. Hust.
Ja, ja, setzt dich ruhig hin, ich wusste, dass du dir so was nicht entgehen lassen würdest. Du bist so einer, wie ich es mal war, ein Abenteurer. Auf der Suche nach gefährlichen Orten und guten Geschichten, wie dieser hier, eine Geschichte über die goldenen Tage, als die sogenannte „Zivilisation“ noch nicht jeden freien Mann in Ketten gelegt hatte. Als noch, getauft durch fremdes Blut, echte Legenden geboren wurden und in ihrem eigenen dann jung gestorben sind. Aber zuerst, sei so gut und bestell uns doch ein Bier, ein kühles Helles, ja? Meine Kehle ist so trocken, wie die sandigen Straßen von Windy City und es erzählt sich so schlecht mit solch einer trockenen Kehle, wie der meinen.
Ah, es gibt doch nicht besseres als gutes Bier, wie das hier, das hier ist wahrhaft gutes Bier. Weißt du, Jungchen, im Wilden Westen kannst du dir dreierlei Dinge sicher sein: Sand, Wind und Tod, aber nie gutes Bier. Der Sand ist das schlimmste. Er kriecht in jede scheiß Körperritze und wenn du noch Pech hast und dir Sackflöhe anlachst, bei einer der reizenden, sauberen Damen aus dem Saloon, dann wirst du deines Lebens nicht mehr froh. Sand und Sackflöhe, dann hoffst du, der sichere Tod würde sich nicht so viel Zeit lassen.
Was, das interessiert dich nicht? Pass auf, was du sagst und sperr die Lauscher auf, anstatt ständig dazwischen zu quatschen, bei mir lernste was für’s Leben. Wo war ich, ach ja, beim Sand. Ja, Sand und Wind. Nie war es still, immer pfiff und klagte er, wie ein altes, missgünstiges, mageres Weib. An manchen Tagen war er so laut um einen herum, da konntest du nicht einmal dein eigenes Wort verstehen, so scheiß laut war der Wind. Ja, ja, schon gut, ich komm ja schon zur Sache.
Ich glaube, der Name Sentenza ist dir ein Begriff, ja, das dachte ich mir schon. Ein scheiß Hurensohn, sag ich dir, aber einer mit Prinzipien. Versteh mich nicht falsch, kein Gentleman, nein wahrhaftig nicht, er schlug Frauen, Kinder und Hunde, aber er schlug sie alle. Er war wie der liebe Gott: Hat beim Töten keine Ausnahmen gemacht.
Und Tuco, den Hässlichen, denn kennste auch, war ja klar. Es gab kein Verbrechen, das dieser Halunke nicht begangen hätte. Hust. Es wird erzählt, dass zu seinem Lebzeiten zehn neue Paragraphen eingeführt werden mussten, um ihn verurteilen zu können. Zehn, stell dir das mal vor, zehn Stück. Extra neue Gesetzesbücher wurden für diesen alten Sauhund gedruckt.
Was gibt’s da zu Grinsen, glaubst du etwa, mit dem war zu spaßen? Ne, beim weiten nicht. Der räudigste und tollwütigste Köter weit und breit. Nicht der Hellste, aber dafür um so skrupelloser.
Aber der Blonde, ja, der war anders als die anderen beiden, aus anderem Holz geschlitzt, oder wie das heißt. Sagt man doch so, oder nicht?
Na egal, wie wär’s mit noch zwei Hellen für uns, Jungchen, ein Helles für die Kehle und ein Whiskey für die Seele, pflegte meine alte, versoffene Mutter immer zu sagen, Gott sei ihrem verdorbenen Geist gnädig.
Ah, ein Mann kann so viel trinken, wie er will, den Staub jener Tage wird er nicht runter spülen können. Auf dich, Jungchen, auf dich und deine spendable Seele.
Wo war ich? Der Blonde. Ja, der redete nicht viel, war einer dieser tiefen Pfützen. Aber schießen konnte er, du meine Güte, was hatte der für ein Talent. Traf das linke Auge einer Fliege auf hundert Meter Entfernung, ungelogen. Und klug, ja klug war der Bursche auch. So skrupellos wie die anderen beiden zusammen waren, war der gerissen. Ha, was für ein Prachtkerl, dieser Blonde.

Was? Nein, ich bin nicht eingeschlafen, ich war nur in Gedanken vertieft. Sei so gut, Jungchen, mein Bier ist bald wieder leer, hol’ doch noch eins, ich bleib hier und leg meinen Kopf ab, er ist gerade so schwer geworden, wenn du wieder da bist, dann erzähl ich dir auch was von dem Gold.
Ja, das Gold, da werden sie alle hellhörig, was? Aber erst das Bier, ja?

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Alex.de.Large

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Yep, so isses :)


LilQ

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Ich fürchte, der Bursche ist auf dem Tisch eingeschlafen, Deathpool, aber vielleicht kann die Bubo erzählen, was aus den "200.000" Dollar gewroden ist.


DonChris

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach "Für eine Hand voll Dollar" und "Für ein paar Dollar mehr", musste ich selbstverständlich die Trilogie Komplett machen und mir ebenso "Zwei glorreiche Halunken" ansehen.

Wenn ich mich in meiner Freundesliste so umsehe und auch hier im Kommentarbereich, dann vermute ich, dass der dritte Teil der beliebteste der Reihe ist. Wobei die Reihe im Allgemeinen sehr gut und sehr hoch bewertet wird. Ich selbst tanze da mit meinen Bewertungen um die 7 schon ein wenig aus der Reihe. Was nicht daran liegt, dass ich dem Film seine Qualität absprechen will, auch verstehe ich den Reiz den der auf die meisten ausübt, dennoch kann ich nicht in jeder Hinsicht zustimmen.

Nun ja, ich schiebe das mal auf den Umstand, dass ich nicht der Größte Fan des Genres bin - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber dieser Film/diese Reihe zählen eben nicht zu den Ausnahmen. Steinigt mich, aber ich fand zum Beispiel die Musik sehr nervig, wenn auch innovativ. Was mir eher gefallen hat war der Umgang mit Soundeffekten, ohne Musik, denn diese haben aus meiner Sicht die kahle Stimmung der Einöde um einiges besser transportiert ... Ich höre Euch förmlich schon VETO schreien ;)

Und was mich in vielen Filmen überhaupt nicht stört, stößt mir hier eigenartiger Weise dann doch auf - lange, ruhige Passagen in denen nichts/nicht viel passiert. Ist mir schon klar, dass das ein Stilmittel ist. In Sachen Charakterzeichnung hätte ich mir gewünscht, dass man die lange Laufzeit auch nutzt um sie erstens besser einzuführen, aus meiner Sicht sind sämtliche Charaktere einfach irgendwie da, ohne dass man näher auf deren Vorgeschichte eingeht, und ich hätte mir mehr Wandelbarkeit gewünscht. Am Ende sind die Charaktere sehr eindimensional und leider vorhersehbar.

Aber bevor jetzt Steine fliegen, muss man natürlich zugeben, dass die Machart sehr innovativ ist - das hatte ich ja in den Kommentaren zu den anderen Teilen bereits zur Genüge gelobt - und in jedem Fall sind das Große Filme, die ihren Status zu Recht erreichten. Es ist auch recht selten, dass ich so viel zu bemängeln habe und ein Film am Ende dann doch noch solch eine hohe Bewertung gebe, weil er dennoch eine sehr hohe Qualität besitzt. Es bleibt ganz simpel nicht mein Genre.

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jacker

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Handwerklich vielleicht schon, aber ich hatte da verstärkt dein Problem der Vorgänger: Story?!
Vielleicht war ich da an dem tag auch in der völlig falschen Stimmung, aber der Film hat sich gezogen, wie ein Kaugummi, der schon seit den 70ern in der Wüste vertrocknet ist!


DonChris

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Das Problem der Story setzt sich in dem Teil absolut fort. ich hätte mir auf Grund des Status der Reihe schon um einiges mehr von Story versprochen. Mehr Tiefe eben. Angefangen wie gesagt bei der Charakter-Entwicklung, bis hin eben zum Grundstory.


McAlloon

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Über den Film wurde schon soviel geschrieben, daher nur der Hinweis, dass die neu erschienene Blu-Ray nicht nur über ein sauber remastertes Bild verfügt, sondern auch die Original-Synchronisation wiederhergestellt wurde. Das heisst all die Sprüche, die ich schon auswendig mitbeten kann, sind wieder intakt und die Sprecher lahmen nicht daher wie bei der Erstveröffentlichung.

Wenn ich so durchzähle in wievielen Versionen ich den Film schon gekauft habe: gebrauchte VHS aus der Videothek, Widescreen-VHS, VHS mit Originalton, erste DVD, MGM-Gold-Edition, erste Blu-Ray und nun die Remastered-Edition - man sollte für Filme ein System einführen wie bei Software, dass beim Kauf zukünftige Updates mit einschliesst. *g*

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MaceWindu1998

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Och Manno! Was hab ich mich auf Teil 3 der Dollar-Trilogie gefreut!
Trotz der tollen Schauspieler, der geilen Sprüche ("Der Blitz soll dich beim Scheißen treffen!") und des makaberen Humors (Stichwort: Eisenbahn-durchtrennt-Ketten) kommt "Zwei Gloreiche Halunken" nicht an die ersten beiden Filme ran.
Doch was mir vorallem an dem Film missfällt, das ist der Krieg. Wenn ich mir einen Western anschaue, erwarte ich nur Revolverduelle und keinen Krieg der Völker!
Zur Musik braucht man nichts sagen, die ist Legendär!
Doch trotz allem ein guter Western. Ich weiß, das viele nicht meiner Meinung sein werden, aber jedem seine eigene Meinung.

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Samweis_Gamdschie

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Bei mir hat er ne glatte 10 :)


MaceWindu1998

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Ja ich weiß :/
Wünschte, ich könnte das selbe bei mir behaupten ...
Vielleicht beim 2. Mal ;)


Shatterhand

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der beste Film der Dollar Triologie. Die Kriegsschauplätze wie z.B. der Kampf um die Brücke oder das Kriegsgefangenenlager der Nordstaaten sind wunderbar gemacht. Vor allem die Szene als die gefangenen Südstaatler musizieren müssen, damit man nicht hört wie Tuco verprügelt wird ist einfach wunderbar gestaltet. Jener Tuco gibt dem Film etwas ganz besonderes, nämlich eine dritte Kraft. Sonst gab oder gibt es nur Gut gegen Böse. Hier aber gibt es Gut gegen Böse gegen Hässlich. Clint Eastwood ist natürlich mein Favourit, aber auch Lee van Cleef ist einfach wie geboren für die Rolle. Zu Ennio Morricones Musik muss ich nicht mehr viel sagen. Als Tuco verzweifelt nach dem richtigen Grab sucht hört man hier "the ecstasy of gold", einfach wunderbar. Und im finalen Duel kommt für mich der Musikalische Höhepunkt "il triello" was dem ganzen noch mehr Spannung aufdrückt.

Meiner Meinung nach ist "The Good, The Bad and The Ugly" noch ein Stück besser als Spiel mir das Lied vom Tod

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Lariari

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die finale Szene ist Kult, sie ist episch und hat sogar meine dämlichen Immer-In-Filmen-Redenden Kumpels kurz ruhig gestellt als sie den Film gesehen haben. Weil es dieser Film geschafft hat, gibt es 10 Punkte.
Spaß beiseite, der Film ist für damalige Verhältnisse ein Kracher und die Finale Szene reißt nochmal einiges. Der Film ist für mich Kult!

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fennek

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Bewertung7.5Sehenswert

Scheiße alt,scheiße lang - aber dafür ziemlich gut.

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Val Vega

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Bewertung10.0Herausragend

3 Regisseure & 10 Western bis zur 100. Bewertung: #99

Das ist es also. Das ist das, was sich Sergio Leone unter der Idee vorstellte, Western zu produzieren. Ein Meisterwerk, ein monumentales dreistündiges Epos. Ein Werk, das das Genre des Italowesterns nicht dominiert sondern auch definiert. Alles was einen solchen Western ausmacht, ist in diesem Film vorhanden.
Gier, Rache, Demütigung, Entrechtung, Hass.

Doch Sergio Leone belässt es nicht dabei. Er geht einen Schritt weiter und führt neben dem Guten und dem Bösen noch einen weiteren Charakter ein. Bisher gab es entweder die beiden Guten die gegen eine Bande voller Böser kämpften, oder den einen guten der das Dorf von den Tyrannen befreit. Hier jedoch liegt alles sehr nah aneinander. Eli Wallach in der Rolle des Tuco ist der wohl interessanteste Charakter der dreien. Ein klein wenig verrückt, ist er die perfekte Gradwanderung zwischen Gut und Böse. Er ist der, der sich nicht kategorisieren lässt. Und doch suggerieren die von Ennio Morricone geschriebenen Musikthemen eines: Alle drei haben mehr gemeinsam, als man denken mag! Doch das ist nur eines der auffallendsten Dinge die von Sergio Leone angesprochen werden, er schildert auch kapitalistische Werdegänge und nimmt auch den Bürgerkrieg durch die Mangel.

Doch der Film ist nicht nur auf dieser Formalen Ebene ein Meisterwerk., er ist auch ein Meisterwerk des ästhetischen. Gerade hier bemerken wir – in den beiden anderen Dollar-Filmen zwar auch schon, doch hier erst recht – die rasanten und krassen Schnitte, die Supertotalen und extremen Close-ups – die Italian Shots. Hier geschieht etwas ganz subtiles bei Sergio Leone, den auf diese Weise demonstriert er den Zuschauern wie Filme eigentlich gemacht werden; subtil lenkt er ihre Aufmerksamkeit auch auf die Schnitte und Kameraeinstellungen und ehrt die unbekannten Helden hinter der Kulisse. Untermalt mit einem der größten Soundtracks aller Zeiten aus der Feder von Ennio fuckin‘ Morricone wird jede Szene zu etwas ganz besonderem, etwas einzigartigem.

Meine Lieblingsszene(n) im Film ist die letzte, oder die letzten beiden, ab dem Moment, indem Clint zu dem jungen Soldaten geht und den Poncho entdeckt. Dann als Tuco über den Friedhof rennt und „L’estasi dell‘oro“ erklingt, von da an, erlebe ich Gänsehautfeeling pur. Diese Szene kombiniert mit dem finalen Duell in diesem kreisförmigen Arena-Gelände zählt für mich einfach zu den besten der Filmgeschichte. Hier zaubert Leone ganz großes Kino. Hierfür wurde Kino gemacht, das ist pure Kinomagie. Film in reinster perfektion.

Ganz klar einer der besten Filme aller Zeiten, glänzt „Il buono, il brutto, il cattivo“ sowohl mit einem grandiosen Hauptdarsteller-Trio, als auch mit der phänomenalen Filmmusik von Ennio Morricone. Leone ist ein Meister der formalen und der ästhetisch-inhaltlichen Ebene. Mit seinem 1966er Italowestern-Epos schrieb er Filmgeschichte, doch der nächste Streich erfolgt sogleich…

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: „Es gibt zwei Arten von Filmen in der Welt, solche die Meisterwerke sind, und solche die keine sind. Der Film ist eines.“

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

EvertonHirsch

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Toller Kommentar. Die Friedhofszene stellt für mich gar die beste Szene aller Zeiten dar. Perfektes Zusammenspiel von Bild und Ton.


Val Vega

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Kann ich absolut unterstreichen.


lexgorecor

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

bin eastwood und italo western fan <3 klasse film ! dollar 3. und sogar noch mit lee van cleef !!! einfach der oberhammer

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DoctorWho

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Bewertung10.0Herausragend

Der beste Western aller Zeiten. Nichts ist bei diesem Film zu viel oder zu wenig.
Selten einen so perfekten Film gesehen.

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung9.5Herausragend

Fondas Eastwood-Western Woche: Tag 6
"Il buono, il brutto, il cattivo"

Das war er also, DER Italowester, Leones vorläufiger Höhepunkt in der der Filmbranche und vorletzter Teil meiner Eastwoodwoche.
Ein Werk über den Krieg, über Vertrauen und Verrat, Vergeltung, schlicht über die ganz ganz großen Themen!
Westernessenz, ein episches Meisterwerk für jeden der weiß, was es heißt, Filme zu lieben!

"Für ein paar Dollar mehr" war eigentlich schon ein perfekter Western aber Sergio Leone setzt hier noch einen drauf und übertrumpft sich selbst erneut!
Das hohe Budget des Regisseurs macht sich bemerkbar und er nutzt es aus, um eine große, epische, überlange Story zu erzählen, eine Geschichte im perfekten Ausgleich von überlebensgroßen Themen, Coolness und auch viel Ironie, untermalt von einem Ennio Morricone Soundtrack: Der Film MUSSTE meine Erwartungen ja erfüllen!

Starke Schießereien, Geisterstädte, Wüsten, belebte Westernstädte, staubtrockene und coole Dialoge,
Clint Eastwood als Blonder, Lee Van Cleef als Sentenza, Eli Wallach als Tuco:
"The Good, The Bad and The Ugly"

Drei Kultfiguren schlagen sich durch den wilden Westen und erleben all das, was dieses Genre ausmacht.
Denn hier steckt ALLES drin:
Gier und Verrat ziehen sich durch dieses Werk, die drei Antihelden auf der Suche nach dem ganz großen Geld, wo natürlich niemand mit dem Partner teilen will. Dabei noch zwischen den Fronten in dem Krieg der die USA geprägt hat wie kein anderer.
Norden gegen Süden, der verlustreichste Krieg der Geschichte der Staaten untermalt dieses Werk noch und so bekommt man neben der großartigen Story, der genialen Inszenierung und der einzigartigen Musik auch noch Leones einfach und prägnante Reflexion zum Krieg:

"So ein Blödsinn. Krepieren alle. Und für was?"

Ein vielschichtiger Streifen, Krieg, Rache, Gier nach Gold, Entladung im essentiellen Schlussduell und dem Kampf um die Brücke.
SO GROß ist das alles und nach "Spiel mir das Lied vom Tod" Leones Meisterwerk für mich!

bedenklich? 37 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 13 Antworten

kay.khalifa.5

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gerade auch gesehen. ich bin platt, was für ein meisterwerk.


The Freewheelin Fonda

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Eines der ganz, ganz großen unter 9 geht für diesen Streifen eigentlich nicht ;)



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