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Scott, Spielberg & Co. - Altmeister auf Abwegen

guggenheim (Nils Pape), Veröffentlicht am 26.09.2012, 08:50

Die Arbeiten von Filmschaffenden verändern sich mit den Jahren. Was ist davon jedoch zu halten? User _Garfield hat sich mit ein paar Regiegrößen und deren Karrierewegen auseinandergesetzt.

Ridley Scott am Set von Robin Hood Ridley Scott am Set von Robin Hood © Universal Studios

Ist es womöglich nur die verklärte Erinnerung? Oder vielleicht der Umstand im Laufe der Jahre kritischer geworden zu sein? Oder befinden sich die Altmeister der Regie tatsächlich auf cineastischen Abwegen? Um eines gleich voranzustellen: Eindeutige Antworten werde auch ich nicht liefern können. Ich hatte einfach das Bedürfnis dieses Thema mal anzusprechen.

Als ich vor einiger Zeit Prometheus – Dunkle Zeichen im Kino sah (Ridley Scotts Vorgeschichte zu seinem Erfolg Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt aus dem Jahr 1979) überkam mich ein Gedanke, der mich bis zum Verfassen dieses Textes nicht mehr loslassen sollte. Ist die Zeit meiner Kindheits-Helden, der ganz Großen des alten und neuen Blockbuster-Kinos vielleicht längst vorüber? Haben Ridley Scott, Steven Spielberg und Co. ihren Zenit und das Renteneintrittsalter womöglich längst überschritten? Sollten sie besser Platz machen für neue, kreative und frische Regie-Neulinge? So viele Fragen und keine Antworten. Eine erste Parallele zu Prometheus – Dunkle Zeichen.

Kurz nach unserem Kinobesuch zu Scotts „Alien“- Prequel, schrieb mir mein Bruder eine SMS mit dem Inhalt „Prometheus eine Trilogie? Altersvorsorge?!“. Und tatsächlich liegt die Vermutung nahe. Was soll das? Was soll dieses leere Bombast-Kino von einem Mann, der uns vor gar nicht mal allzu langer Zeit Meilensteine des Genres wie Blade Runner oder eben Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt selbst bescherte? Obwohl das Phänomen nachlassender Qualität bei Ridley Scott ein gar nicht allzu neues ist…

Seit Jahren schon scheint der einstiege Regie-Virtuose neben sich zu stehen. Überstand er die Jahrtausendwende mit dem zwar etwas überbewerteten, aber nicht weniger grandios gespielten Gladiator noch ohne merkliche Anzeichen verlorener Klasse, folgte nur ein Jahr später der hoffnungslos pathetische Black Hawk Down, der Sozialkritik ohnehin zu einem Nebenschauplatz degradierte. Ausfälle dieser Ausmaße blieben anschließend zwar aus, dennoch wusste weder das lieblose Ausstattungs-Geplänkel Königreich der Himmel – Kingdom of Heaven zu überzeugen, noch der Agenten-Thriller Der Mann, der niemals lebte einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Mit Steven Spielberg verhält es sich ganz ähnlich. Den Peitsche schwingenden Harrison Ford mit Schlapphut und Lederjacke, machte er gemeinsam mit George Lucas unsterblich. Das „Indiana Jones“-Franchise wurde zu einem festen und unwiderruflichen Bestandteil unserer Popkultur, ebenso wie seine Science Fiction-Beiträge E.T. – Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der dritten Art. Technik-Meilenstein Jurassic Park, Holocaust-Drama Schindlers Liste, sowie eines der wegbereitenden Werke des Creature-Horror (Der Weiße Hai) folgten. Spielberg erwies sich als unfassbar vielseitiger Filmemacher, der – obwohl er stets dem Blockbuster-Kino treu blieb – sich immer wieder an gänzlich anderen Projekten versuchte. Mit dem Ende der 90er ging aber auch bei seinen Filmen ein steter Qualitätsverlust einher. Während die obligatorische Fortführung des Dino-Franchise noch absolut verkraftbar war, lieferte Spielberg mit dem generischen und schmerzhaft pathetischen Einheitsmüll Der Soldat James Ryan einen Offenbarungseid.

Dennoch: Allzu kritisch kann und sollte man seine Karriere nicht betrachten. Mit dem Stückwerk A.I. – Künstliche Intelligenz hatte er eine schwierige Aufgabe, Catch Me If You Can steht einmal mehr in der Tradition etwas zähen, aber nicht minder virtuos inszenierten Erzählkinos im „Wahre Geschichte“- Anstrich und der Zukunftstrip mit Tom Cruise geht ebenfalls in Ordnung. Steven Spielberg liefert weiterhin gutes Kino und mit einigen Ausnahmen, sowie wenigen cineastischen Frechheiten (die grandios verblödete Fortsetzung des Archäologen-Franchises) blitzt auch immer wieder dessen Genie auf. Dennoch ist sein Karriereverlauf aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Er steht mehr denn je auf dem Prüfstand. Oder sollte vielleicht in Rente gehen.

Kompagnon George Lucas dagegen machte es cleverer. Nach der Erschaffung der legendären alten „Star Wars“-Trilogie (die er immer wieder mittels Nachbearbeitungen misshandelte), blieb er einfach bei seinem Universum, knallte in den Jahren ’99 bis ’05 eine dreiteilige Vorgeschichte auf die Leinwand und verdiente sich blöd. Die Spin-off-Serie Star Wars: The Clone Wars folgte und die Altersvorsorge war gesichert. Lucas ist endgültig zum Geschäftsmann mutiert, lediglich noch damit beschäftigt die Cash-Cows „Indiana Jones“ und „Star Wars“ zu melken, bis die Euter ganz wund sind. Seine Ambitionen scheinen in erster Linie finanzieller Natur zu sein. Vielleicht ist er aber auch einfach nur Altersweise geworden, schlürft nur noch teure Drinks an weißen Stränden und hat sich einen von diesen Strandbuggys gekauft.

Was ist also los mit unseren Altmeistern? Sind sie wirklich so einfallslos, so faul und geldgierig geworden? Eindeutige Antworten auf solch allgemeingültige Fragen habe ich nicht. Ich sehe Leute wie Scott und Lucas aber ein Stück weit auch als Opfer in einem sich verändernden System. Studios geben immer mehr Geld für die Produktion von Filmen aus, das Marketing ist ein zentraler Schritt zu immer höheren Umsätzen und beschränkt sich nicht mehr nur auf Plakate an Litfaßsäulen. „Virales Marketing“ ist das Wort der Stunde. Filme werden Jahre vor ihrem Release mit einem gigantischen Aufwand promotet, wöchentlich neue Poster, Videoschnipsel oder Interviews veröffentlicht. Allein James Cameron s Avatar – Aufbruch nach Pandora gab vor seinem Kinostart über Einhundert Millionen Dollar allein für das Marketing aus. Innerhalb dieser Ökonomie hat überbordende Kreativität vielleicht nicht mehr den selben Platz, wie vor zehn oder zwanzig Jahren noch.

Das ist also die Erklärung? Die Altmeister als Opfer raffgieriger Studiobosse?

Womöglich spielt uns unsere verzerrte Wahrnehmung für Vergangenes einfach nur einen Streich. „Früher war alles besser.“ – Kein Wunder, als leicht zu beeindruckende Knirpse ohne jede cineastische Vorbildung. Ansprüche und Sehgewohnheiten waren andere, Erfahrungen waren rar und wenn dann ein gigantomanischer Dino durch die Gegend stampfte oder obskure Alien-Wesen Freundschaften mit Nachbarjungen schlossen, war das womöglich beeindruckender, als es heute der Fall wäre. Ist das vielleicht der Grund?

Am Ende liegt die Wahrheit wohl bekanntermaßen irgendwo dazwischen. Dennoch ist es beunruhigend zu sehen, wenn ein Regisseur eine Trilogie plant und schon im ersten Teil nichts zu erzählen hat. Andererseits ist man doch irgendwie froh, dass sie noch da sind. Auch wenn man ihre Filme inzwischen kritischer betrachtet, sich nicht mehr so schnell beeindrucken lässt und die ein oder andere Enttäuschung einstecken musste. Und wenn wir sehen, dass die Konkurrenten unserer Regie-Altmeister heutzutage Battleship und Kampf der Titanen heißen, sollten wir vielleicht doch ganz froh sein, dass es sie gibt. Die Helden unserer Kindheit.


Vorschau: Er schneidet Grimassen und albert herum, aber er kann auch anders. Mehr zu diesem Schauspieler gibt es kommenden Mittwoch.


Dieser Text stammt von unserem User _Garfield. Wenn ihr die Moviepilot Speakers’ Corner auch nutzen möchtet, dann werft zuerst einen kurzen Blick auf die Regeln und schickt anschließend euren Text an ines[@]moviepilot.de


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FumerTue

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Steven Spielberg war sogar Produzent bei Transformers 2 & 3! o.O

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FumerTue

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Stimmt :D Wobei der erste verglichen mit 2 (und vermutlich 3) noch eine Perle der Filmkunst war ;)


cArLos4evEr

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Stimmt, mich haben die Zwillinge im Zweiten genau so genervt wie Jar Jar Binks in Episode 1!^^


jacker

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Schön geschrieben, auch wenn ich die Ansicht nicht zu 100% teile!
Wer völlig unbefangen, frei von Nostalgie und Kindheits- bzw. Jugenderinnerungen die Filmographien der genannten durchsieht (im Optimalfall die Filme noch mal alle schaut), wird sehen, dass damals auch schon die ein oder andere Gurke dabei war (z.B. Scott's Legende).
Die von dir genannten Klassiker sind Klassiker, doch ich denke inhaltlich hat sich Blockbusterkino damals nicht wirklich vom heutigen unterschieden, es gab nur einfach ganz vieles was noch niemand vorher gemacht hatte!
Es fehlt heute einfach oft der Faktor 'Einzigartigkeit'.
Ist bei Musik genau so , eigentlich war alles schon mal da, es gibt einen haufen Leute die schon sehr lange solides Handwerk bringen, aber das Ultimative (was einen mal wieder richtig vom Hocker haut), bringen meistens neue, frische Gesichter.
'Und wenn wir sehen, dass die Konkurrenten unserer Regie-Altmeister heutzutage Battleship und Kampf der Titanen heißen, sollten wir vielleicht doch ganz froh sein, dass es sie gibt.'
Und die Verantwortlichen dieser (von mir bewusst mißachteten) Schundwerke sind es nicht!

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Obolos

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Bestimmt gehts nächste Woche um Jim Carrey! :P

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HulktopF

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wunderbarer und treffender beitrag.
früher war ich immer aufgeregt, wenn spielberg, cameron oder scott einen neuen fim drehten. neuerdings ist es eher so dass mir das irgendwie am arsch vorbeigeht und mir den film nurnoch bei gelegenheit warnehme wo ich sonst immer nachgeschaut hab wie es läuft.

hoffen wir mal, dass george lucas nie wieder sci fi filme dreht.
denn man sollte sich eins in erinnerung rufen: die episoden 4, 5, 6 hat nicht er gedreht, sondern andere regisseure.

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Lost77

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Nr. 4 hat er gedreht.


HulktopF

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aber mit einschränkungen desr produktionsleitung:
keine star trek "the tech" sprache und ähnliches.


dAShEIKO

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Da zitier ich mal Cat Stevens (der in mehrerlei Hinsicht ebenfalls verändert wirkt):
"For you will still be here tomorrow, but your dreams may not."

Das Leben an sich verändert dich und alles um dich herum. Ein bestimmter Geruch ist heute vieleicht nur noch eine wage umschreibung dessen, was dir mit 7 Jahren dieses Gefühl gegeben hat. Eine Melodie, die einzigartige Bilder in dir hervorrief, wirkt heute unter Umständen wie hundert andere Songs auch. Für einen Film, der dich in deiner Kindheit mehr als 10 Mal vor den Fernseher geklebt hat, mußt Du dich beinahe schon fremdschämen, wenn Du ihn mit deinem Sohn ansiehst.
So ist das nun mal. Die Filmemacher gehen heutzutage vieleicht anderst an die Sache ran und zusätzlich verändert sich nach 20-30 Jahren unsere Wahrnehmung auch noch. Ein Gefühl, das einem ein Film, eine Musik oder ein Geruch gibt, kann man nunmal nicht festhalten.
Ich mag auch nicht, dass George Lugas ein alter grimmiger Furz geworden ist. Aber statt mich ständig darüber zu ärgern, schau ich mir sein "altes Zeug" an und freu mich, was andere, junge Regisseure von sich geben.

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doctorgonzo

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Also eine gewisse Abnutzung ist auch in diesem Geschäft wohl nur natürlich. Zwar sind Regisseure kaum gleichzusetzen mit gestressten Managern, die dank Burnout ein Meeting hin und wieder mit den Füßen voran verlassen, aber auch Künstlerseelen sind dem Verschleiß unterworfen und der Entwicklung des Zeitgeistes. Ein Blockbuster wie "Jaws" wäre in der heutigen Kinolandschaft, zumindest kommerziell, wohl einer von vielen, ungeachtet der künstlerischen Kniffe des Senor Spielbergo. Möglicherweise hat Kino tatsächlich eine zweifelhafte "Reife" bekommen, die auch die sogenannten Großen nicht verschont.
Gerade Regisseure unterliegen oft dem Spagat zwischen Kunst und (finanzieller) Wirklichkeit und Spielberg oder Lucas haben ihre Geldberge sicher nicht dadurch angehäuft, dass sie sagten "mir egal, ob sich die Geschichte verkaufen läßt".
Kostenexplosionen sind im Bereich der Massenunterhaltung nun wahrlich nichts Neues, ob Kino oder Profisport, es werden enorme Gelder bewegt und bei der enormen sozialen Vernetzung ist nichts so alt wie der Erfolg von gestern. Da bleibt beinahe automatisch die Kreativität auf der Strecke.
Das soll zweifelsfrei keine pauschale Verteidigung der etablierten Größen sein, denn mitunter fühlte ich mich durch einige der jüngeren Taten ihrerseits fast persönlich angegriffen (derjenige, der Hayden Christensen ein Laserschwert gab und ein Kanadier mit großer 80´s Vergangenheit wissen, was ich meinen könnte).

Und selbst, wenn sie bei aller Produktivität und ihrem früheren Glanz ihr eigentliches Können immer seltener aufblitzen lassen, so muss man als geneigter Zuschauer doch zugeben, wenn auch manchmal mit saurem Aufstoßen, dass sie ihre Sache meistens doch noch besser machen als die Konkurrenz und sei es nur durch einzelne Faktoren wie Darstellerwahl, Bildersprache, Drehbuch oder Dialoge. Gerade erstgenannter Punkt rettet Spielberg beispielsweise oft vor dem Totalausfall (Ausnahme bildet u.a. "Krieg der Welten").

Und ich halte Scotts "Gladiator" für über- und "Black Hawk Down" für unterbewertet.

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doctorgonzo

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"Rocketeer" ist klasse.


Bob Loblaw

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Auf jeden Fall... Ich hab gerade nachgeschaut... er hat bei mir sogar 9.5... also sogar Rocketeer>Krieg der Welten und Transformers.
(ist glaub ich auch in deinem Sinne)


Ichundso

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Lucas kann man nicht wirklich mit Scott und Spielberg vergleichen, finde ich. Auch wenn die beiden ihren einstigen Formen hinterherhinken, sind ihre Filme immer noch weit über dem Blockbusterdurchschnitt. Das Problem mit Prometheus ist jedenfalls nicht die Regie, die ist sehr solide und von jemandem, der die Sorte Film versteht, die er macht. George Lucas ist ein anderer Fall. Der ist einfach ein schlechter Regisseur und war es schon immer. Der beste Star Wars-Film ist nicht vom ihm und Krieg der Sterne ist nur ok, weil Lucas den Film anfangs selbst nicht nicht ernstnahm und das Design und die Schauspieler recht gut sind. Die Prequels waren entsprechend grauenhaft in allen Belangen, mit denen Lucas etwas zu tun hatte.
Aber ein toller Artikel.

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Ichundso

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Episode 4 ist ein Kinderfilm und 70% an dem, was die Leute toll daran finden, ist die Begeisterung, die man als Kind hatte.
Das letzte Mal, das ich jemanden habe sagen hören "Mann, das Beste an Raiders war doch eigentlich das Drehbuch" ist schon eine ziemliche Weile her und American Graffiti hatte keinen guten Regisseur, sondern ist sehr gut geschnitten und hat einen klasse Soundtrack.
P.S. http://www.youtube.com/watch?v=7SqTR0DorSw


morlock

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Der erste SW-Kinofilm hat damals einen Oscar für den besten Schnitt bekommen.
Den Schnitt hat Lucas nicht selbst vorgenommen, aber er hat immerhin das Ganze in Szene gesetzt.
Der beste Filmschnitt kann aus schlecht inszenierten Szenen keinen guten Film machen.
SW Episode IV hat alle Zutaten eines Meisterwerks.
Der Score ist einer der besten der je komponiert wurde.
Die Effekte waren bahnbrechend und sehr einfallsreich.
Die Kostüme, Kulissen und das gesamte Design sind überragend und suchen bis heute ihresgleichen.
Die Schauspieler waren ausnahmslos großartig, das Drehbuch sehr einfallsreich und spannend.
Auf dich wirkt er vielleicht wie ein Kinderfilm, weil die Story sehr märchenhaft und fantastisch ist.
Mit anspruchsvoller und geistreicher SciFi hat das selbstverständlich nix zu tun, aber der Film versucht das auch zu keiner Zeit zu sein.
Alien war ursprünglich auch nur als SciFi-Monsterfilm konzipiert.
Daraus wurde ein künstlerisch sehr ansprechendes A-Movie mit B-Movie-Story.
Wie Ridley Scott hat auch Lucas einen ganzen Stab fähiger Leute um sich gehabt, die die Filme erst zu dem gemacht haben, was sie sind.
Aber Scott und Lucas als Nichtskönner hinzustellen ist schon ziemlich ignorant.
Die hatten die Fäden in der Hand und ohne deren geniale Regie hätten die Filme sicher nicht die enorme Wirkung, die sie bis heute haben.
Innerhalb des Genres SciFi/Fantasy ist SW sicherlich mit das Beste was es je gab und konnte schon immer auch Erwachsene begeistern, weil alleine durch die kongeniale Machart die Grenzen eines naiven Kinderfilmes gesprengt werden, sollte SW je als einer angelegt gewesen sein.
P.S.: Das Drehbuch zu Raiders IST ziemlich genial.;)
Mit dem Drehbuch steht und fällt im Endeffekt so ziemlich jeder Film.


Muad'dib

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Die kindliche Verklärung ist ein Punkt den viele, vor allem "filmisch gebildete", Leute viel zu sehr unterschätzen. Ich hab in letzter Zeit viele alte Filme mit jüngeren Geschwistern gesehen und die Reaktion auf diese Meilensteine waren, nun ja... mittelmäßig. Indiana Jones, fanden sie nicht besonders lustig, E.T. ist ein hässliches Vieh und die Story ist kitschig, die Goonies sind total dumm, dass sie sich überhaupt auf diesen Quatsch einlassen und Star Wars ist eh viel besser als bunte Animationsserie! Wir müssen aufwachen! Jede Generation hat ihre Medialen Inhalte und in 20 Jahren schauen die Jugendlichen von heute zurück und verklären Twilight als nie wieder erreichten Meilenstein, einfach weil sie so beeindruckt davon waren.

Ich hab vor ein paar Wochen Bladerunner nochmal geguckt, Erweckungserlebnis meiner Filmleidenschaft... War ganz schön langweilig. Im Ernst, ich bin zwischen durch eingedöst.

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_Garfield

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Zunächst muss ich mich kurz selber korrigieren: Ich spreche nur für eine bestimmte Gruppe meiner Generation (eigentlich alle, die so denken wie ich ^^), deshalb will ich mir nicht anmaßen für eine Allgemeinheit zu sprechen. Für mich war Spielberg ein Held meiner Kindheit, ansonsten hätte ich es ja nicht geschrieben. Ich muss dazu sagen, mit vielen "älteren" Filmen aufgewachsen zu sein (u.a. die alte "Star Wars"-Trilogie, sowie Indy, den ich nie als altmodisch empfand).


Muad'dib

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@ Bob Loblaw: Ich muss da jetzt mal gestehen, dass ich mir als Kind (ca. zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr) einfach keine Gedanken über das Alter eines films gemacht habe. Zu jener Zeit, in meinem Fall also etwa zwischen 1995 und 2001 liefen unheimlich viele Spielberg/Lucas-Filme im TV. Ich hab in der Zeit mehrmals die Star Wars, Indy und Jurassic Park-Filme gesehen, außerdem E.T. und viele andere Klassiker und ich hatte zu dem Zeitpunkt keine wirkliche Ahnung von wann die waren, noch hat es mich interessiert. Das waren auch die Helden meiner Kindheit/Jugend, obwohl ich eigentlich viel zu jung bin^^ Als dann z.B. Anfang der 2000er die neuen Star Wars Filme kamen, war ich denke ich kaum weniger enttäuscht als die Leute, die die Originalfilme noch im Kino gesehen hatten.

Also kurz: Nein, altmodisch waren die Filme für mich nie, weil man selbst in den 90ern noch damit sozialisiert werden konnte!


ezemeze

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Vielleicht liegt das Dilemma darin begründet, dass die Filme ein zu großes Budget haben und das dann meist indirekt proportional zur Story steht. Einfach mal weniger finanziell, dafür aber mehr storymäßig wagen, das wäre schonmal ein Ansatz.
Ich habe das Gefühl, das man als Zuschauer nicht mehr all zu Ernst genommen wird, man wird zum größten Teil unterschätzt. Dementsprechend ist die Qualität der Filme was zerebrale Stimmulation angeht, auch so dermaßen mau. Es wirkt so, als ob man nur noch mit Bildern aber nicht mehr mit Bildern mit Inhalt konfrontiert wird.
Gleichzeitig hat die alte Garde natürlich auch diesen konstanten Druck, immer wieder neu zu begeistern zu müssen und dies hat natürlich dann auch zum Ergebnis, dass auf "Sicherheit" mit pompösen Bildern gespielt wird. Oder stellt euch mal vor ihr seid Cameron und ihr haut jetzt nach Avatar, einen richtigen Flop rein....nicht vorzustellen.
Trotzdem sind wir froh, dass wir diese Visionäre haben, auch wenn vielleicht ihre Visionen im Alter uns nicht mehr so beflügeln sind sie ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Filmischen Erbes und Lehrmeister für die jüngere Generation von Filmemachern.

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A.V.

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"Ich habe das Gefühl, das man als Zuschauer nicht mehr all zu Ernst genommen wird, man wird zum größten Teil unterschätzt."

Das Dilemma ist, dass unsere Ansprüche als Filmfans zu hoch sind.
Man kann davon ausgehen, dass jeder der sich in einem Filmforum anmeldet ein wesentlich höheres Interesse am Film hat, als die Masse für die die Filme gemacht werden :P


ezemeze

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ach, ich glaub gar nicht, dass die Ansprüche zu hoch wären. Keiner geht gerne aus dem Kinosaal nach nem Film, den er schwach fand und gleich wieder vergisst. Ich glaub, dass einfach weniger Risikobereitschaft da ist, ein Skript umzusetzen, das nicht einem gewissen Wiedererkennungswert mit anderen Filmen aufweist, man will ja den "Kunden" nicht verunruhigen/verbrähmen....Mir geht's bei Sci-Fi so: " Gibt's denn nicht auch irgendwie ne andere Story, irgendwie sind sich Filme viel zu ähnlich.." Ich denke nicht, dass schon alles erzählt worden ist. Zum Beispiel auch ein Seagalfilmfreund ist über eine andere Art und Weise/Choreographie ein Handgelenk brechen zu sehen dankbar. :)


Dridge

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Lucas ist endgültig zum Geschäftsmann mutiert, lediglich noch damit beschäftigt die Cash-Cows „Indiana Jones“ und „Star Wars“ zu melken, bis die Euter ganz wund sind. - An dieser Stelle habe ich sehr gelacht :D

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Brennegan

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Weinen! Star Wars hat mir damals nach der Wende eine wunderebare Traumwelt eröffnet und micht für etliche Jahre tief in seinen Bann gezogen ... Lucas hat das alles kaputt gemacht!


morn

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Word! Das hat er ...!


george.taylor

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Ein sehr subjektiver Text, ausgehend davon ob man die Filme nun mag oder nicht.

A.I., Minority Report und Catch Me If You Can sind für mich 3 Meisterwerke, die Spielberg in Folge abgeliefert hat. Seine Werkschau der letzten 10 Jahre ist darüber hinaus in meinen Augen wesentlich vielseitiger als die eines C. Nolan oder D. Fincher (die ich beide sehr mag).

Was G.Lucas angeht: keine Regisseur/Produzent hat es geschafft (aus Mangel an Phantasie oder Konsequenz) ein so detailliertes und langlebiges fiktives Universum zu kreieren. P. Jackson kommt da schon ran (HdR+Hobbit) auch wenn die Orginalgeschichte nicht von ihm kommt.

R. Scott hingegen mochte ich eigentlich nur, wenn er fantastisches filmte (Alien, Blade Runner, Legende). Seine Filme in den Nullerjahren (Tricks, Königreich, Gladiator) machen für mich viel mehr her, als die 90er, in denen ich eher wenig mit ihm anfangen konnte (Akte Jane, White Squall).

Zenit überschritten? Vielleicht. Abgestempelt? Eher nicht.

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Bob Loblaw

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Was für eine seltsame Kolumne.

Zur nachlassenden Qualität von Ridley Scott gab es ja nach der Enttäuschung von Prometheus schon genug Artikel. Ich denke ja, dass er schon seit fast 30 Jahren (also nach Blade Runner) sein Mojo verloren hat.

Dann hab ich mal bei Forbes Georg Lucas und Spielberg nachgeschaut. Das sind tartsächlich die reichsten Regisseure der Welt: Lucas hat 3.3 Mrd. und Spielberg hat 3.2 Mrd.. Da zu sagen, dass Lucas der ach so cleverere Geschäftsmann ist, ist ein bisschen Übertrieben und vermutlich nicht gut recherchiert.

Dann noch zu Spielberg: Der Mann macht seit 40 Jahren Filme und hat sich seitdem kontinuierlich in der oberen Liga gehalten. Nennt mir mal einen anderen Regisseur, der das geschafft hat. Er hat die erfolgreichsten Blockbuster gemacht ("Hai", "E.T", "Jurassic Park") aber auch "erwachsene" Filme wie "Schindlers Liste" und "James Ryan", die Anerkennung bei den Kritikern bekommen haben.
Auch wenn er in den letzten Jahen nicht mehr die Nummer 1 ist, kann sich seine Filmauswahl sehen lassen. Vor allem muss man hier anerkennen (auch wenn man Spielberg nicht mag), wie unterschiedlich (Genre, Zielgruppe, Stil, etc.) seine letzten Filme geworden sind. Terminal, Krieg der Welten, München, Tim und Struppi, Gefährten.... Spielberg probiert immer wieder neue Sachen aus und hat seinen Spass. Und das, obwohl er das ja gar nicht nötig hat, da er eigentlich schon alles erreicht hat. Daher mag ich ihn auch viel lieber als Lucas.

Dei Qualität seiner Filme kann ja jeder sehen wie er will. :)
Für mich gehören James Ryan, A.I. und vor allem Krieg der Welten zu den absoluten Highlights der letzten 20 Jahren.
Tim und Struppi mochte ich aber nicht so gerne. Dafür fand ich ...ööhm... "Gefährten" super (Mir ist aber klar, dass der Film nicht so viele Fans hat... es war schon ganz schön schwierig, überhaupt Leute mit ins Kino zu schleppen)
;)

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Bob Loblaw

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@Garfield
Musst Du auch nicht... ich tue das ja für mich persönlich auch nicht.

Aber wenn Du in deinem Artikel schreibst, die Regisseure lassen nach und willst einigermassen objektiv begründen, dass das überhaupt der Fall ist, sind der kommerzielle Erfolg und der Erfolg bei den Kritikern zwei gute (und sich oft widersprechende) Indikatoren.

Wenn Du schreibst, ""James Ryan" ist schmerzhaft pathetischer Einheitsmüll" ist das ja deine eigene Meinung und sehr subjektiv. Das kannst Du natürlich auch machen. Damit wird aber die ganze Aussage, ob Spielbergs Qualität überhaupt nachlässt, zu einer sehr subjektiven Geschichte.
Ich sehe das mit Spielberg ja z.B. anders.


_Garfield

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Es ist eine höchst subjektive Geschichte.


Joeyjoejoe17

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Auch wenn ich den neueren Werken von Scott (v.a. Gladiator und Body of Lies) und Spielberg (v.a. Minority Report, Catch me if you can und Tim und Struppi)) mehr abgewinnen kann als der Autor, kann man das selbe auch auf John Carpenter ummünzen, ebenfalls ein ehemals ganz großer, der nur noch im Schatten seiner selbst steht.

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