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Die Kirche im Film - Ein Blick auf die Genres

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In dem chilenischen Drama El Club gerät eine Gruppe von Priestern in eine Missbrauchs-Ermittlung, die bis in die obersten Ränge der katholischen Kirche vordringt. Auch im kommenden Film Spotlight wird das heikle Thema des Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche dargestellt. Ob im Drama, Dokumentarfilm oder Thriller: Die Kirche wird oftmals zum handlungsstiftenden Element von Filmen. Zum Start von El Club haben wir uns die verschiedenen Darstellungen der christlichen Kirche in den unterschiedlichen Genres angesehen.

Historienfilm

Die Kirchengeschichte ist reich an spannenden, inspirierenden, aber auch erschreckenden Geschichten. Historische Persönlichkeiten geben der Kirche ein Gesicht und bieten uns Einblicke, die uns sonst verwehrt bleiben.

So erzählt der Historienfilm Luther die Geschichte von Martin Luther, gespielt von Joseph Fiennes, der mit seiner Kritik Gesellschaft und Kirche immens beeinflusste. Orientiert am historischen Luther erzählt der Film von den Auseinandersetzungen zwischen Luther und den Kircheninstitutionen. Anders in Die Päpstin: Statt historischer Figuren folgen wir hier der Legende der Päpstin Johanna, die Ende des 11. Jahrhunderts als Mann getarnt das Amt des Papstes inne gehabt haben soll. Auch eine Mischung aus Fakt und Fiktion kann uns die Geschichte der kirchlichen Institutionen näherbringen.

Drama

Filme, die die negativen Einflüsse der katholischen Kirche auf das Leben der Menschen darstellen, bedienen sich oft des Drama-Genres. Doch nicht nur Außenstehende, sondern auch die Angehörigen der Kirche selbst können unter strengen Strukturen und veralteten Ansichten leiden.

In dem deutschen Drama Requiem mit Sandra Hüller wird die Geschichte von Annelise Michel verarbeitet, die in den 1970er Jahren während eines Exorzismus starb. Basierend auf einem wahren Fall werden dem Zuschauer die veralteten Praktiken der Kirche sowie der Konflikt der Geistlichen mit der modernen Medizin in drastischen Bildern nähergebracht. Das polnische Drama Im Namen des... erzählt die Geschichte eines homosexuellen Priesters, der sich in das Zölibat des Priesteramtes flüchtet, weil er aufgrund seiner Sexualität Verfolgung befürchten muss. Wie die Kirche mit dem Thema der Homosexualität umgeht, wird hier samt Auswirkungen auf ganz persönlicher Ebene gezeigt. In Glaubensfrage gerät der charismatische Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman), der an einer katholischen Schule arbeitet, in Verdacht, einen Schüler missbraucht zu haben. Schwester Beauvier (Meryl Streep) steigert sich immer mehr in den mutmaßlichen Missbrauchsskandal und verliert angesichts des Entsetzens das rechte Maß für Wissen und Glauben; ein religiöser Konflikt, der so alt ist wie die Kirche selbst. In Sleepers finden vier junge Verurteilte (unter anderem Brad Pitt) während und nach ihrer Haft Trost und Unterstützung bei Pater Bobby (Robert De Niro).

Thriller

Geheimorganisationen, Verschwörungen, religiöse Konflikte: Vieles, was sich kirchenintern abspielt, bleibt für Außenstehende undurchsichtig, weckt die Neugier und regt die Fantasie an. Was geschieht wirklich hinter Kirchenmauern und im heiligen Zentrum, dem Vatikan? An welchen Strippen ziehen die Ordensträger?

In der Romanverfilmung The Da Vinci Code - Sakrileg geht der Symbologe Robert Langdon (Tom Hanks) zusammen mit Sophie Neveu (Audrey Tautou) einer kirchlichen Verschwörung nach. Dabei ist ihm die christliche Organisation Opus Dei auf den Fersen, die nicht vor illegalen Handlungen zurückschreckt. In der Verfilmung Der Name der Rose von Roberto Ecos gleichnamigem Roman stellt der Franziskanermönch William von Baskerville (Sean Connery) Nachforschungen zu einer Mordserie in einem Kloster an. Neben Themen wie der Tabuisierung und Diffamierung von Homosexualität durch die Kirche und den Praktiken der Hexenverfolgung wirft die Geschichte auch einen kritischen Blick auf den dogmatischen Glauben innerhalb der Kirche sowie den Umgang mit neuen Vorstellungen und Ideen. Außerdem startet der Thriller Spotlight bald in den Kinos, der von sexuellem Missbrauch durch die Kirche und dessen Aufklärung durch ein Team von Reportern handelt.

Komödie

Nicht nur in Dramen und Thrillern setzen sich Filmemacher mit der Kirche auseinander - das geht auch auf humorvolle Art und Weise. Dabei offenbart sich jedoch eine weite Spanne zwischen Komödien, die vor allem den Unterhaltungsfaktor verfolgen und anderen, die die Kirche mit den Mitteln der Satire oder des schwarzen Humors kritisch betrachten.

Die US-amerikanische Liebeskomödie Glauben ist Alles! von und mit Edward Norton zeigt die schönen Seiten des Priestertums wie die Nähe zu den Menschen, denen man eine Stütze ist, aber auch die Kehrseite des Zölibats, das die persönliche Erfüllung in einer Liebesbeziehung ausschließt. Das Opfer, das ein Mensch auf diese Weise bringt, und sein Umgang damit wird in dieser Komödie dargestellt. In Sister Act - Eine himmlische Karriere bekommt die Nachtclubsängerin Deloris (Whoopi Goldberg) Schutz bei Nonnen in einem Kloster. Obwohl Deloris zunächst mit der Lebensweise der Nonnen, die so fernab der Gesellschaft leben, nicht viel anfangen kann, erfährt sie das Leben im Kloster letztlich auch als erfüllend und vergnüglich - doch auch der Einfluss der modernen Gesellschaft in Form von Deloris tut wiederum den Nonnen gut. Die Dramödie Habemus Papam - Ein Papst büxt aus von Nanni Moretti wirft einen Blick auf das Oberhaupt der katholischen Kirche, den Papst, sowie die Mechanismen und Strukturen im Vatikan. Auf feinhumorige Weise wird das Leben der Kardinäle in ganz normalen Alltagssituationen gezeigt sowie ein menschliches Bild von Gottes Vertreter auf Erden entworfen. Eine kritische Auseinandersetzung sucht man hier allerdings vergebens. Anders in einer schwarzen Komödie aus Dänemark: In Adams Äpfel fühlt sich der Pfarrer Adam in Hiob-Manier von Gott getestet. Hier wird ein tragikomisches Bild von Glauben und Zweifel entworfen. Der stark metaphorische Film vom guten Christenmenschen bringt das Ideal in die manchmal kalte und schmerzhafte Realität.

Horrorfilm

Wir können über Kirchengeschichten schmunzeln, wir können uns jedoch auch vor ihnen fürchten: Viele Horrorfilme bedienen sich kirchlicher und religiöser Elemente. Manche Horrorgeschichten entspringen der reellen Geschichte, andere wiederum bauen auf unserem Unwissen und unseren Ängsten auf. Vor allem die dunklen Kapitel der Kirche, wie die Angst vor Besessenheit und der daran anknüpfende Ritus des Exorzismus, bieten jede Menge Horrorfilm-Stoff.

Während der Exorzismus in Requiem als veraltete und gefährliche Praxis dargestellt wird, ist er in dem Horrorklassiker Der Exorzist die einzige Rettung für die besessene Reagan (Linda Blair). Auch in Erlöse uns von dem Bösen und The Vatican Tapes ist ein Exorzismus die einzige Möglichkeit, um teuflische Dämonen zu vertreiben und Menschenleben zu retten. Die Angst vor dem Unbekanntem und die Angst, die die Kirche auch ihrerseits immer wieder stärkt, manifestiert sich in Horrorszenarien, in denen die Zweifler und Ungläubigen sich letztlich doch hilfesuchend an die Ordensträger wenden müssen. In Der letzte Exorzismus wird der Priester Cotton Marcus (Patrick Fabian), der sich selbst als Schwindler bezeichnet, mit einem echten Fall von Besessenheit konfrontiert und wird so selbst vom Ungläubigen zum Gläubigen.

Dokumentarfilm

Neben den Spielfilmen bietet sich natürlich auch der Dokumentarfilm für die filmische Auseinandersetzung mit der Kirche an. Reelle und aktuelle Skandale und Probleme können aufgearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In der Dokumentation Erlöse uns von dem Bösen stellt Regisseurin Amy Berg die Geschichte des pädophilen Paters Oliver O’Grady dar, der durch die mangelhaften Strukturen und Regelungen innerhalb der Kirche jahrelang weiter als Pater tätig bleibt, obwohl seine Straftaten bekannt wurden. Auch die Dokumentation Mea Maxima Culpa: Silence in the House of God widmet sich dem heiklen Themas des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche.

Die Kirche hat auch in filmischer Hinsicht einen großen Einfluss auf den Menschen. Ob in positiver oder negativer Hinsicht, wir setzen uns auch auf der Leinwand in vielfältiger Weise mit den Institutionen auseinander. Wir beschäftigen uns mit realen Problemen und verarbeiten, was wir über die Kirche wissen und was uns betrifft - doch auch die Dinge, die wir nicht wissen, dienen oft als Inspiration.

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