Nach Joker und Birds of Prey: The Batman ist für DC unglaublich wichtig

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© Warner Bros.
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23.02.2020 - 13:00 UhrVor 11 Monaten aktualisiert
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Nach dem unglaublichen Joker-Erfolg verpasst Birds of Prey DC vorerst einen Dämpfer. Dadurch wird The Batman sehr stark über die weitere Ausrichtung des Filmuniversums entscheiden.

Letztes Jahr ist der überragende Erfolg von Joker wie ein Komet ins DC-Filmuniversum eingeschlagen. Wohl die wenigsten hätten im Vorfeld damit gerechnet, dass der rund 55 Millionen Dollar teure Film von Todd Phillips am Ende über 1 Milliarde Dollar einspielen würde.

Für die neue Strategie von Warner Bros., im DC-Universum verstärkt auf Einzelfilme mit individuelleren Handschriften außerhalb von Cinematic Universes zu setzen, war Joker ein vorerst beeindruckender Erfolgsbeweis. Das neue Harley Quinn-Spin-off Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn blieb jetzt aber weit hinter dem Joker-Erfolg zurück. Steht das DC-Filmuniversum vor einem erneuten Kurswechsel?

  • Die Einspielergebnisse von Joker und Birds of Prey sollten DC weiter zu Experimenten anspornen.
  • Die Verpflichtung von J.J. Abrams im DC-Filmuniversum wirkt wie eine vorsichtige Absicherung.
  • The Batman wird einer der wichtigsten DC-Filme und die Zukunft der Comicfilm-Schmiede bedeutend mitbestimmen.

Birds of Prey ist für DC ein Dämpfer - aber keine Katastrophe

Mit Birds of Prey ist DC nach Joker ein weiteres Risiko eingegangen. Auch wenn sich Margot Robbie als Harley Quinn längst als Fan-Liebling aus der umstrittenen Suicide Squad-Verfilmung etabliert hatte, wirkte ihr Spin-off-Film im Vorfeld kaum wie ein sauber kalkulierter Erfolgsgarant.

Schon der Titel, den Warner Bros. nach dem enttäuschenden Startwochenende des Films nochmal ändern ließ, setzt Harley Quinn fast schon beiläufig an die letzte Stelle. Anstatt auf Nummer sicher zu gehen, entschied sich das Studio anfangs für den riskanteren Titel und stellte das Team der Birds of Prey selbst in den Vordergrund.

Margot Robbie als Harley Quinn

Im Vergleich zu Joker war das Budget des Harley Quinn-Spin-offs mit knapp 100 Millionen Dollar nochmal deutlich höher, während Warner der bisher noch recht unbekannten Independent-Regisseurin Cathy Yan viele Freiheiten ließ und gleichzeitig dem höheren R-Rating zustimmte.

Momentan hat Birds of Prey seit dem Start weltweit rund 145 Millionen Dollar  an den Kinokassen eingespielt. Um für das Studio aus der Verlustzone zu kommen, sollte der DC-Film laut Variety  mindestens 250 Millionen Dollar einspielen. Ein Ziel, das definitiv noch erreicht werden kann, auch wenn Warner Bros. den Film bereits als Stolperstein bei der eigenen risikofreudigeren Strategie verbucht haben dürfte.

Von einer Katastrophe sollte bei Birds of Prey jedenfalls nicht gesprochen werden. Stattdessen dient die Entwicklung des Films an den Kinokassen für Warner Bros. als nützliche Lektion, was die zukünftige Strategie von Veröffentlichungen betrifft. Auf eine vorsichtige Absicherung eines möglichen Cinematic Universe im Marvel-Stil scheint das Studio trotzdem nicht komplett verzichten zu wollen.

Warner Bros. verpflichtet J.J. Abrams für DC - als Retter in der Not?

Nach wie vor herrscht im DC-Filmuniversum keine klare Übersichtlichkeit. Das anfangs eingeschlagene DC Extended Universe (DCEU) mit Filmen von Man of Steel bis Justice League scheint zugunsten von einzelnen DC-Filmen gewichen zu sein, die in überwiegend alternativen Zeitlinien für sich stehen können.

Und doch gab es Ende Januar eine DC-Nachricht, die ein wenig verwunderte. Mit seiner Produktionsfirma Bad Robot ist J.J. Abrams von Warner Bros. dazu verpflichtet worden, verschiedene Filme und Serien rund um Justice League Dark für das DC-Universum des Studios zu entwickeln.

Justice League Dark aus den Comics

Obwohl es noch keine genaueren Informationen zu diesem geplanten Justice League Dark-Großprojekt gibt, wirkt die Verpflichtung des Star Wars- und Star Trek-Regisseurs schon jetzt wie eine vorsichtige Absicherung, mit der sich Warner im Falle eines Scheiterns der kommenden Einzelfilme wieder zu einer Cinematic Universe-Strategie zurückziehen will.

The Batman dürfte für die Zukunft des DC-Filmuniversums entscheidend sein

Die zukünftige Strategie von DC dürfte daher von The Batman entscheidend mitbestimmt werden. Auch wenn sich Warner mit dem Dunklen Ritter auf einen der populärsten Comic-Superhelden überhaupt stützen kann, wirkt der kommende Batman-Blockbuster von Matt Reeves im Vorfeld erneut wie ein experimentelles Wagnis.

Neben diskussionswürdigen Entscheidungen wie das Casting von Robert Pattinson als Bruce Wayne folgt der Regisseur offenbar einem ganz eigenen Handlungsansatz, der sich von bekannten Comic-Vorlagen lösen soll. Ganz ähnlich hat auch Todd Phillips seinen Joker damals beschrieben.

Während verschiedene Einflüsse aus den Comics auch in The Batman erkennbar sein dürften, will Reeves mit dem Film fernab von einer wiedergekäuten Origin-Story des Superhelden vielmehr den Status des Dunklen Ritters als Super-Detektiv unterstreichen. Dafür plant der Regisseur eine neue Geschichte im düsteren Noir-Stil mit vielen verschiedenen Schurken.

Robert Pattinson im Batman-Anzug

Zu den kommenden DC-Filmen mit Startdatum gehören außerdem noch Wonder Woman 1984 und The Suicide Squad. Im Vergleich zu The Batman wirken beide Filme jedoch mehr wie sichere Erfolgsgaranten. Als Sequel wird Wonder Woman 1984 den extrem erfolgreichen Vorgänger von Patty Jenkins fortsetzen.

James Gunn dagegen dürfte seinen Suicide Squad-Film mit einem fast identischen Titel mehr oder weniger als Reboot aufziehen, wobei er zahlreiche unzufriedene Zuschauer des stark kritisierten Erstlings mit Leichtigkeit auf seine Seite ziehen kann. Viel zu verlieren hat er wegen dem Ruf von David Ayers Verfilmung nicht.

Der deutlichste Indikator für die Zukunft von DC ist daher mehr ein Film wie The Batman. Ähnlich wie Joker, für den eine populäre Marke als Name aufgegriffen und für ein eigenständiges Werk außerhalb der heutigen Comicfilm-Konventionen abgewandelt wurde, deuten auch bei Matt Reeves' Film alle Vorzeichen auf eine Verschmelzung von oberflächlichen Fan-Erwartungen und radikalen künstlerischen Ambitionen hin.

Der Erfolg von The Batman wird vor allem darüber entscheiden, inwieweit Warner sein DC-Filmuniversum auch in Zukunft als Spielwiese für kreative Impulse begreift oder doch noch wieder vor den Zwängen der Konkurrenz einknickt.

Wie steht ihr zurzeit zu DC und wie schätzt ihr die Zukunft des Filmuniversums ein?

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