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Außer Atem
À bout de souffle (1960), FR Laufzeit 90 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Thriller, Kinostart 05.07.2001
7.6
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Moviemaster:Movie
von Jean-Luc Godard, mit Jean-Luc Godard und Henri-Jacques Huet
Der Bonvivant Michel Poiccard – ein Gauner, Rebell, Draufgänger auf der Jagd nach seinem Vergnügen. In einer gestohlenen Luxuslimousine ist er auf dem Weg nach Paris. Doch er gerät in eine Geschwindigkeitskontrolle. Ein Polizist stellt ihn – und wird von Michel kaltblütig erschossen. Auf der Flucht vor dem Gesetz taucht er bei Patricia, einer Zeitungsverkäuferin, die Journalistin werden will, unter. Er versucht Geld für die gemeinsame Flucht nach Italien zu beschaffen. Aber der Kreis der Polizei wird immer enger. Patricia wird verhört. Und sie muss sich entscheiden: Karriere oder Liebhaber?
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Außer Atem
- Genre
- Gangsterfilm, Liebesfilm, Drama, Romanze, Thriller
- Zeit
- 1950er Jahre
- Ort
- Champs-Élysées, Frankreich, Marseille, Paris
- Handlung
- Affäre, Auto, Autodieb, Durchbrennen, Existenzialismus, Fluchtwagen, Freigeist, Freundschaft, Gebrochenes Herz, Geld, Geldgeschäfte, Geldnot, Geldübergabe, Geliebte, Große Liebe, Hotelzimmer, Journalismus, Journalist, Kampf, Kleinkrimineller, Kultfilm, Liebeserklärung, Mord an Polizist, Pistole, Rauchen, Rennen, Schwangerschaft, Sterben und Tod, Student, Tod durch Erschießen, Verfolgungsjagd, Verlust einer geliebten Person, Verrat, Versteck, Wohnung, Zeitung
- Stimmung
- Eigenwillig, Spannend
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- Außer Atem: cineclic.de




















Kritiken (6) — Film: Außer Atem
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen[...] „Außer Atem“ ist kein gewöhnlicher Film, der mal wieder trocken über das Leben faseln will. Hier werden keine Menschen dokumentiert und durchleuchtet. „Außer Atem“ bedeutet leben und lieben. Scheitern und stürzen. Ohne Richtlinie, ohne Vorhersehbarkeiten, dafür aber unheimlich lustvoll, obsessiv und nicht immer verläuft alles perfekt und nach Plan.
Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 18 Antworten
Le Samourai Wed, 29 Aug 2012 09:07:36 -0000
Antwort löschen:*
Punsha Wed, 29 Aug 2012 12:46:37 -0000
Antwort löschenSind sogar einige Punkte zu viel.
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 12:48:50 -0000
Antwort löschenNatürlich.
Le Samourai Wed, 29 Aug 2012 12:50:27 -0000
Antwort löschenvollkommen klar.
Punsha Wed, 29 Aug 2012 13:33:41 -0000
Antwort löschen:)
hollygolightly1 Wed, 29 Aug 2012 15:58:55 -0000
Antwort löschenAHHHHH!! (Nicht meckern, nicht meckern, ich habs versprochen) Kriegst aus Mitleid ein Like <333333333333333333
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 15:59:59 -0000
Antwort löschenAlso ein Like aus Mitleid brauch ich nicht.
hollygolightly1 Wed, 29 Aug 2012 16:06:38 -0000
Antwort löschenBrauchst du wohl! Ist ja schließlich von mir.
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 16:09:16 -0000
Antwort löschenNope.
hollygolightly1 Wed, 29 Aug 2012 16:12:57 -0000
Antwort löschenJetzt tu mal nicht so! :*
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 16:16:28 -0000
Antwort löschenIch brauch kein Mitleid, hab schon den ganzen Keller voll.
hollygolightly1 Wed, 29 Aug 2012 16:21:54 -0000
Antwort löschenImmer noch? Wird aber langsam Zeit, dass da jemand aufräumt! Ich bin in einer Stunde da.
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 16:26:33 -0000
Antwort löschenAls wenn du nur zum aufräumen kommen würdest...
hollygolightly1 Wed, 29 Aug 2012 16:36:46 -0000
Antwort löschenWar ja klar, dass du mich wieder durchschaust... Ich komme selbstverständlich auch zum Abendessen.
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 16:40:40 -0000
Antwort löschenMehr ist auch nicht drin. Mitleidsliker sind abtörn.
fkfilmkritik Wed, 29 Aug 2012 19:49:21 -0000
Antwort löschen8 Punkte sind perfekt. So wie Soulis Kommentar. :)
Alle 18 Antworten zeigen
SoulReaver Wed, 29 Aug 2012 20:00:06 -0000
Antwort löschenfk = Liebe.
fkfilmkritik Wed, 29 Aug 2012 21:04:35 -0000
Antwort löschen:)
Oceanic6: CinemaForever
Kommentar löschen[...] Anti-Kino in seiner höchsten Vollkommenheit, zwischen Kunst, Spontanität und Perfektion. "À bout de souffle" ist ein Meisterwerk sondergleichen, welches man ab dem ersten Augenblick hasst oder liebt. Ich persönlich habe darin meinen liebsten Godard entdeckt, der hier mit dem Thema Liebe ebenso destruktiv wie liebenswert hantiert, Erzählkonventionen über Bord wirft und sich vollkommen der narzisstischen Welt widmet, in der Träume und Liebe ebenso erreichbar wie zum Scheitern verurteilt sind. Vielen Dank Monsieur Godard für diesen Einblick, der mir in Erinnerung gerufen hat, warum ich das Kino so sehr liebe.
Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Le Samourai Sun, 20 Nov 2011 16:26:58 -0000
Antwort löschenSehr schön. 10 Punkte, indeed!
Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschen[...] Dreh- und Angelpunkt des Films ist die Tatsache, dass er sich nicht einfach nur an seinen Stilbrüchen ergötzt um ein Zeichen zu setzen, sondern die ungewöhnlichen Inszenierungskniffe der Erzählung tatsächlich zugutekommen. Im Zusammenspiel mit der unnachahmlichen Atmosphäre durch die Pariser Originalschauplätze und einer lässigen Musikuntermalung schaffen es die wilden Schnitte mehr ein gutes Tempo zu generieren als zu irritieren. Abgerundet von der offensichtlich mutig-unbeschwerten Spontanität des Regisseurs ist so ein Film gelungen, der durch seine Prämisse durchaus völlig unzugänglich hätte werden können, letztlich aber frisch und genießbar wurde. [...]
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Almut Steinlein: critic.de
Kommentar löschenIn einem Feuerwerk intertextueller Verweise, vor allem auf den amerikanischen film noir, verweist Godard auf die Geschichte des Kinos und damit auch auf die Geschichtlichkeit seines Ausdrucksmaterials. Godards Antwort auf das moderne Dilemma liegt in einer revolutionären Ästhetik, die auch heute noch fasziniert, einerseits durch den konsequenten Bruch mit sämtlichen damals geltenden Erzählnormen und andererseits durch einen geradezu unerhört spontanen Regiestil ohne Drehbuch, in dem sich Schnelligkeit mit Improvisation verband.
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Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenEinfach nur anders! Story gibts nur so nebenbei. Was zählt sind ausgedehnte Dialoge in Betten, auf Straßen und in Cabriolets.
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alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenJump Cut, Shots an Originalschauplätzen, Skript an den Drehtagen schreibend...filmhistorisch und stilistisch sicherlich bahnbrechend und mit dem damaligen Status Quo brechend. Ansonsten tauschen Schmolllippchen Belmondo und die Seberg mit ihrem nervigen Akzent geistreiche Ergüsse zum Thema Existenzialismus wie "Schlafen ist traurig" oder "Ich will nicht in dich verliebt sein" in einer austauschbaren Odyssee durch Paris aus. Nouvelle Vague-Klassiker, der in Sachen Filmgeschichte seinen gerechtfertigten Stellenwert hat aber einem nicht gefallen muss.
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Kommentare (39) — Film: Außer Atem
KonTaicho Mon, 15 Apr 2013 20:50:49 -0000
Kommentar löschenIch werd wohl einfach nicht warm mit französischen Filmen, auch wenn Belmondo die Coolness in Person und sein letzter Satz legendär ist.
Aber die Alte gehört einfach an ne Wand gestellt...wahrlich..."zum kotzen".
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philopee Wed, 13 Mar 2013 14:43:16 -0000
Kommentar löschenVorweg - "Ausser Atem" ist ein Titel der für diesen Film irreführender nicht sein könnte. Natürlich erwartet man auch keine atemberaubende Action, wenn man weiß, dass Jean-Luc Godard mit diesem Streifen seinen ersten nennenswerten Film gedreht hat. Heutzutage steht sein Name ja stellvertretend für den frühen Kunstfilm Mitteleuropas. Aber trotzdem muss man festhalten, dass weder die Hauptcharaktere, noch die Nebencharaktere und schon gar nicht die Zuscher zu irgendeinem Zeitpunkt Gefahr laufen hier außer Atem zu geraten.
Die komplette Handlung des Films ist eigentlich in ihrer vollen Breite in einem einzigen Satz beschreibbar: Der französische Gigolo Michel bringt nach einer Verfolgungsjagd einen Polizisten um, weshalb er nach Paris zu einer amerikanischen Studentin, seiner Angebeteten, flieht, die sich nun entscheiden muss, ob sie ihn beherrbergt oder ausliefert. Punkt. Dazu gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen. Die Hauptdarsteller machen ihren Job ganz ausgezeichnet und auch Godard hat es mit einem Minimalbudget geschafft, die Laufzeit mit mehr oder minder relevanten Dialogen zwischen Patricia und Michel zu füllen. Doch wie so oft muss man beim Genuss von alten Filmen die zeitlichen Zusammenhänge näher betrachten um zu verstehen warum gerade "Ausser Atem" Godards Sprungbrett in die Filmgeschichte war.
1959, als Godard mit "Ausser Atem" zum ersten Mal die französischen Kinos füllte, kam dieser Film wie ein Befreiungsschlag. Während der Kern der wichtigen französischen Regisseure damals noch beschäftigt war den zweiten Weltkrieg zu reproduzieren, liefen in der USA große Produktionen, die Stück für Stück Filmgeschichte schrieben. Namen wie Hitchcock, Grant und Bogart säumten das Image des amerikanischen Kinos. Der französische Film dagegen steckte in einer scheinbar unüberwindbaren Krise.
Heutzutage kann man sich kaum mehr vorstellen, dass der amerikanische Mainstream für überhaupt irgendeinen Künstler ein Vorbild sein kann, aber damals hat dieser tatsächlich für eine ganz neue filmische Indentität in Frankreich Model gestanden.
Wollte man sich jetzt ganz weit aus dem Fenster lehnen, könnte man sicherlich anmerken, dass das auch im Film immer wieder deutlich wird. Beispielsweise kommt Michel, der äußerlich eine ziemlich detailgetreue Nachbildung von Humphrey Bogart ist, in einer Szene an einem Kino vorbei und schaut sich mehrere Sekunden lang ein Bild von Bogart an. Die Begebenheit wird später nicht mehr angesprochen, war also für die Handlung nicht relevant. Außerdem wird es wohl kaum ein Zufall gewesen sein, dass Michel gerade eine Amerikanerin verehrt und die Französinnen zurückweist.
Wenn auch nur ein kleiner Teil dieser Folgerungen stimmen, kann man sagen, dass Godard damit eher einen provozierenden Protestfilm gedreht hat, anstatt einem puren Unterhaltungsstreifen, wie der Titel vermuten lassen könnte.
Dieser Film ist im entferntesten Sinne mit dem ersten kleinen Film der Weltgeschichte von den Brüdern Lumiére vergleichbar. Ein Franzose schafft etwas vollkommen unspektakuläres und schreibt damit Filmgeschichte. Der Inhalt ist kaum relevant, aber die Tatsache, dass es den Film gibt umso mehr.
Für Liebhaber ist "Ausser Atem" in jedem Fall ein Blick wert, zur Unterhaltung eignet er sich jedoch nur wenn man sehr geringe Ansprüche an Spannung hat.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
rubelzar Fri, 08 Mar 2013 08:29:57 -0000
Kommentar löschenWTF??
Dieser Film schrammt nur ganz knapp an "Enter the Void", der mieseste mir bekannte Film, vorbei und siedelt sich noch deutlich unter Alien 4, liegt direkt über EtV, Niveau an.
Wenn ich aufgrund des Technikgedöns nicht seinen Platz in der Filmgeschichte anerkennen würde, wäre ich hier mit einem Hassfilm konfrontiert gewesen.
Die Dialoge sind schwachsinnig, ein Plot ist nicht vorhanden und ein Sinn schon gar nicht. Ich habe mich noch nie in meinem Leben 90 Minuten so heftig zusammenreißen müssen.
Mehr kannn ich zu diesem Film einfach nicht sagen.
Nuff Said!
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jacker Fri, 08 Mar 2013 09:19:12 -0000
Antwort löschen:D Ganz so mies fand ich ihn nicht, aber fast.
Die Befürworter (also fast jeder) springen ja direkt auf die Barrikaden sobald man den heiligen Godard angreift, mag ja auch sein, dass er viel für den Film getan hat, trotzdem ist der Film einfach nur nervig und nichts anderes. Vor allem die Hauptfigur (hat es sogar in meine Liste 'Filmfiguren die ich köpfen und vierteilen möchte' geschafft).
rubelzar Fri, 08 Mar 2013 09:24:10 -0000
Antwort löschenDabei ist Belmondo ansonsten echt ultrafresh. Im zeitlichen Kontext war der Film sicherlich ein durchbruch, weil visuell absolut bahnbrechend, sowas wie der damalige Avatar nur langweilig :D
jacker Fri, 08 Mar 2013 09:27:10 -0000
Antwort löschenGodard hat da schon technisch revolutioniert. Das war mir auch 5 Punkte wert, denn nach einigem Rumlesen hab ich schon ne Menge gefunden wo der Film so als Grundstein genommen wird. Inhaltlich seh ich das wie du. Langweilig ist kein Ausdruck !!!
rubelzar Fri, 08 Mar 2013 09:31:36 -0000
Antwort löschenNur weil es technisch revolutionär ist, kann ich einfach nicht mehr als 2 Punkte geben. Für mich zählt einfach der Gesamteindruck und ich finde, dass selbst die technischen Finessen den Film nicht sonderlich sehenswert machen.
Jump Cuts, natürliche Schauplätze oder Handcam machen einen Film irgendwie nicht viel sehenswerter in meinen Augen.
Du hast wohl einfach eine etwas andere Skala, passt schon.
jacker Fri, 08 Mar 2013 09:37:45 -0000
Antwort löschen'Jump Cuts, natürliche Schauplätze oder Handcam machen einen Film irgendwie nicht viel sehenswerter in meinen Augen.'
Was daran liegt, dass es für uns seit 50 Jahren Filmgeschichte selbstverständlich ist. So selbstverständlich, dass man sich tatsächlich bewusst vor Augen halten muss, dass es damals revolutionär war.
Die 5 Punkte sind aber nicht nur für die technische Innovation, ich finde die Kameraarbeit, den Schnitt etc. auf atmosphärischer Ebene durchaus überzeugend. Inhaltlich hat der Film mich aber richtig genervt.
Trimalchio Sun, 10 Mar 2013 18:30:47 -0000
Antwort löschen"Die Dialoge sind schwachsinnig, ein Plot ist nicht vorhanden und ein Sinn schon gar nicht."
Das müsste man natürlich genauer begründen, warum sollten denn die Dialoge "schwachsinnig" sein? Außerdem ist ein Plot sehr wohl vorhanden und damit ein Sinn.
rubelzar Thu, 14 Mar 2013 13:51:22 -0000
Antwort löschenDie Dialoge sind schwachsinnig, weil sie absolut belangslos sind. Sie transportieren weder eine Message, noch haben sie einen tieferen Sinn. Diese Eigenschaften wären ok, wenn die Dialoge wenigstens auf einer anderen Ebene funktionieren würden, wie z.B. Witzig, lehrreich, was auch immer.
Ein Plot ist im besten Fall rudimentär vorhanden. Der Plot ist fetzenhaft über die Laufzeit verteilt und zusammengefasst tragen im besten Fall 15 Minuten des Filmes zum Plot bei. Daher muss ich mich entschuldigen und behaupte ab jetzt:
Plot ist so dümmlich, dass sich die Fußnägel kräuslen.
Sinn hat der Film immer noch nicht.
Gangster erschiesst Polizisten. Ganster hängt mit einer Frau rum. Polizisten erschießen Gangster. Ist schon verdammt dünn. Insofern behaupte ich folgendes:
Plot ist zwar da, aber so schlecht ausgearbeitet, dass er maximal für einen Kurzfilm von 15 Min reicht.
Trimalchio Tue, 19 Mar 2013 16:40:31 -0000
Antwort löschen„Die Dialoge sind schwachsinnig, weil sie absolut belangslos sind.“
So, so. Dabei sind sie das nicht im geringsten. Sie sind eher philosophisch angehaucht und überlassen eine Interpretation dem Zuschauer. Wenn der das nicht möchte, dann erscheinen sie bestimmt belanglos.
„Sie transportieren weder eine Message, noch haben sie einen tieferen Sinn. Diese Eigenschaften wären ok, wenn die Dialoge wenigstens auf einer anderen Ebene funktionieren würden, wie z.B. Witzig, lehrreich, was auch immer.“
Das ist eine blanke Lüge, da muss ich mir nur hier ein paar Beispielzitate ansehen: http://www.imdb.com/title/tt0053472/quotes Alles ist auf das Leben, auf die Liebe bezogen. Eine „Message“ und ein „Sinn“ sind klar vorhanden. Und warum sollte das nicht witzig oder lehrreich sein? „Don't use the brakes. Cars are made to go, not to stop!“ Man muss den Humor nicht teilen, aber die Dialoge verdammen? Gerade bei einem von Truffaut erfundenen und Godard weiterentwickelten Drehbuch ist diese Ansicht doch recht seltsam, es sind nämlich zwei äußerst wortgewandte Menschen, was sich auch an den oft ironischen Dialogen zeigt.
„Plot ist so dümmlich, dass sich die Fußnägel kräuslen.“
Ist die Geschichte etwa aus der Luft gegriffen? Nein, es ist eine, die sich so tatsächlich ereignet haben könnte.
„Sinn hat der Film immer noch nicht.“
Den muss man natürlich erkennen, das sollte im Prinzip klar sein.
jacker Tue, 19 Mar 2013 17:17:14 -0000
Antwort löschen'Ein Plot ist im besten Fall rudimentär vorhanden.'
Da will ich nochmal was zu sagen:
Das ist doch wirklich völlig egal. Ob man für die Zusammenfassung eines 'Plots' (wie definierst du Plot?) eine (wie in jedem Actionfilm) Zeile oder drei DinA4-Seiten braucht ist irrelevant!
rubelzar Wed, 20 Mar 2013 08:40:22 -0000
Antwort löschen@ Jacker
Ein Plot muss eine gewisse Dramaturgie aufweisen. Klar kann er auch auf eine Seite, ja auf eine Serviette passen. Außer Atem hat keinerlei Dramaturgie. Er plätschert vor sich hin und bietet dem Zuschauer 0 Gelegenheiten sich zu freuen, zu gruseln, zu was auch immer. Letztlich wäre es auch ein Plot, wenn ich einem Typen zuschaue, wie er kackt. Dies wäre aber ein ziemlich rudimentärer Plot, so wie in Außer Atem.
Alle 12 Antworten zeigen
rubelzar Wed, 20 Mar 2013 08:45:48 -0000
Antwort löschen@Trimalchio
Die Dialoge in einem Film sollten zu einem gewissen Teil einen Zweck erfüllen und nicht nur zum Selbstzweck dienen. Sonst kann ich auch ein Buch lesen. In Bezug zu deinem IMDB Link muss ich sagen, dass du lügst. Auch nach der Sichtung der Zitate, finde ich weder eine Message, noch Lehre, noch Witz. Einfach belangloses Geschwafel.
Nur weil Truffaut und Godard beteiligt waren, macht es die Sache nicht besser. Auch Picasso und andere große Künstler haben mal Mist abgeliefert.
Das die Geschichte sich so ereignet haben könnte stimmt, macht sie aber nicht spannender oder interessanter.
Trimalchio Sun, 31 Mar 2013 10:44:02 -0000
Antwort löschenGut, wenn man es nicht sehen will, sieht man es eben nicht.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 12:32:00 -0000
Kommentar löschenIch glaube, ich verstehe die Welt nicht mehr.
Das war dieser von allen Seiten hochgelobte Film, von einem Regisseur, der fast einhellig verehrt wird ? Ernsthaft ? Dieses schreckliche Machwerk ?
Möglicheerweise habe ich etwas fürchterlich falsch gemacht, aber ich fand "Außer Atem" einfach nur ätzend und total substanzlos. 2-3 Chancen werde ich Godard noch geben, aber wenn die genau so ausafallen, wie "Außer Atem" kann er mir gestohlen bleiben.
Der hochgelobte "Außer Atem" war für mich von vorne bis hinten ein riesengroßes Ärgernis und bietet in meinen Augen nichts anderes, als gähnenede Inhaltsleere.
Wo bitte waren die von so vielen angepriesenen tiefsinnigen Dialoge ?
Ich habe über 90 Minuten nur einen herumlaufenden bzw. fahrenden Kettenraucher gesehen, der pausenlos über belanglose Dinge quatscht und so "cool" ist, dass bei mir ein Brechreiz ausgelöst wurde. Sind es wirklich die paar leeren und hohlen Phrasen über den Tod und den Sinn des Lebens, die absolut garnichts aussagen, wahrscheinlich nur eingebaut wurden, um dem Film irgendwie einen intellektuellen Anstrich zu geben, wodurch er jedoch nur noch unausstehlicher wird und die jeder Straßenkehrer genau so hinbekommt, welche das Publikum so begeistert haben ? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, besonders, weil dieser Film von einigen, von mir geschätzen Moviepiloten verehrt wird. Ich muss einfach irgendetwas übersehen haben, anders kann ich es mir nicht erklären, allerdings erzählt er nicht mal eine halbwegs interessante Geschichte und die beiden Hauptcharaktere waren einfach grauenhaft. Ich bin eigentlich niemand, der bei Charakteren Identifikationspotential braucht, um sie zu mögen, es ist natürlich immer gut, wenn man emotional mit den Charakteren verbunden ist (wie etwa bei Lars von Trier), aber es ist meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Allerdings müssen mich ddie Charaktere interessieren und vor allen DIngen faszinieren (wie es z.B. bei Werner Herzog der Fall ist, der auch kein besonders hohes Identifikationspotential bietet), aber das war hier nicht im geringsten der Fall, nach ca. 10 Minuten war ich sowohl von Jean-Paul Belmondo, als auch von Jean Seberg extrem entnervt.
Ein weiteres großes ärgernis, waren die ständigen deplatzierten und wahrlos gesetze Schnitte. Ich kann genrell sehr gut mit filmischen Experimenten leben, solange sie irgendeinen Sinn ergeben und irgendetwas aussagen bzw. bedeuten sollen, aber bei "Außer Atem" habe ich einfach nur den Eindruck, dass sie von Godard eingebaut wurde, weil er es "cool" findet, anders zu sein, ohne irgendeinen Hintergedanken zu haben oder dem Zuschauer etwas sagen zu wollen und sowas stört mich einfach sehr.
"Außer Atem" ist so überladen von "kreativem Umgang" mit der Filmtechnik, dass ich absolut keinen Zugang dazu finden kann, ich brauche Filme, die Fragen stellen und den Zuschauer nachdenken lassen, die ihn in seinen Bann ziehen und möglicherweise emotional berühren und vielelicht soagr eine interessante Geschichte erzählen, substanzlose Filme, die nichts weiter bieten, als bloßes Technikgewürge, wie eben "Außer Atem" können mir dagegen gestohlen bleiben. Filmtechnik ist ein im Vergleich zum Inhalt unebdeutender Aspekt, davon bin ich überzeugt.
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Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 12:37:43 -0000
Antwort löschenNein, du hast absolut nichts falsch gemacht. Diesen Film muss man nicht mögen, aus den Gründen, die du richtig aufgezählt hast. AUSSER ATEM ist eigentlich reines Kopfkino und selbstverliebte Herumspielerei, wie sie so typisch für den frühen Godard war. Nimm' besser Abstand von seinen Hornbrillenfilmen. Was dir vielleicht eher gefallen könnte:
- "Vivre sa vie"
- "2 ou 3 choses que je sais d'elle"
- "Une femme mariée"
Unbedingt ignorieren:
- "Weekend"
- "Pierrot le fou"
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 12:41:10 -0000
Antwort löschenDanke für die Tipps. Aber mein ergeiz mich mit ihm zu beschäftigen ist ziemlich gering. Natürlich kann man einen Künstler nicht anahnd eines Werkes einschätzen, aber ich bin mir 100% sicher, dass es sehr viele Regisseure, die mir besser gefallen werden und sie bis jetzt garnicht oder kaum kenne, wie Tarkowski, Bergman, Dreyer, Tarr, Haneke, Seidl etc.
Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 12:44:32 -0000
Antwort löschenKann ich gut verstehen, aber Godard zahlt den Ehrgeiz zurück, wenn man die richtigen Filme von ihm erwischt. Ich hatte auch lange einen Hals auf ihn, aber einiges von ihm habe ich mittlerweile dann doch ins Herz geschlossen. Godard kann auch "ernstes" Kino machen, wenn er will; er ist ein Regisseur mit mehreren Gesichtern.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 12:46:17 -0000
Antwort löschenDann werde ich die mal vormerken und bei Gelegenheit ansehen.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 12:51:39 -0000
Antwort löschen"bloßes Technikgewürge" - Du vergisst dabei, dass Godard dieses "Gewürge" sozusagen erfunden und damit als einer der ersten experimentiert hat. Falls es dich interessiert, les mal ein paar Artikel zur Nouvelle Vague und warum sich diese Bewegung überhaupt gruppiert hat.
Ist ein bißchen kurz gedacht und engstirnig, den ersten Kontakt mit Godard im Jahre 2012 mal so eben als "Technikgewürge" abzustempeln.
Ohne Godard hätten wir heutzutage wohl ein komplett anderes Kino. Sein Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 12:54:01 -0000
Antwort löschenIst doch total unerheblich ob er es erfunden hat. Das macht den Film nicht besser und es bleibt dennoch das einzige, was der FIlm zu bieten hat.
hoffman587 Fri, 22 Feb 2013 12:55:11 -0000
Antwort löschenNaja, das würde ich keinesfalls so sagen. Der hat schon noch so einiges mehr zu bieten als nur technische Revolution.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 12:56:45 -0000
Antwort löschenAber Hallo. Zum Beispiel der vier schönsten Worte der gesamten Filmgeschichte. :)
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 12:57:48 -0000
Antwort löschen@ Hoffman: ich konnte nichts anderes entdecken.
@ Le Samourai: Die wären ?
hoffman587 Fri, 22 Feb 2013 13:01:11 -0000
Antwort löschenDann eben so: Zeitgeist (allein der Existenzialismus), Diskurs über das Kino, die Sprengung der narrativen Erzählstrukturen, die Verwebung von den Grauzonen von Realität und Kino, Ironie und Abgesänge auf die Vergangenheit.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 13:02:14 -0000
Antwort löschenhttps://www.youtube.com/watch?v=XuCEBtCNFEM
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 13:02:48 -0000
Antwort löschenDas klingt in meinen Ohren weit hergeholt.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 13:03:20 -0000
Antwort löschenJean Seberg + Paris + Martial Solal's Musik = Maximale Kinomagie. Könnte direkt losheulen. :)
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 13:04:17 -0000
Antwort löschenExakt, hoffi!
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 13:04:48 -0000
Antwort löschenWeit hergeholt? Das sind alles Fakten.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 13:07:36 -0000
Antwort löschenWo du grae von der Musik anfängst, die hatte ich noch als weiteren negativen Punkt vergessen zu erwähnen.
Ich werde mich jetzt auch nichtmehr weiter mit diesem Ärgernis auseinandersetzen. Über diesen Film ist von meiner Seite aus alles gesagt (und das wird sich bstimmt nicht ändern), andernfalls ärgere ich mich nur wieder und dafür ist mir meine Zeit zu schade.
alex023 Fri, 22 Feb 2013 13:07:39 -0000
Antwort löschenWehe einer liked das!!! :D
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 13:09:27 -0000
Antwort löschenZu spät, alex! :(
Aber wie kann man denn diese unglaublich wunderschöne Musik nicht mögen? Nochmal :(
alex023 Fri, 22 Feb 2013 13:12:11 -0000
Antwort löschenUnnormal, ich weiß. :)
Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 14:17:04 -0000
Antwort löschenDie Sache ist die: Man kann rein kopfmäßig um Godards Verdienste für das Kino wissen und muss diesen Film trotzdem nicht gut oder in irgendeiner Weise ansprechend finden. Gerade AUSSER ATEM ist doch ein eindeutiger Fall von love or hate it, also lasst lieber mal ein paar weitere Godard-Filmtipps für Ohne Wiederkehr springen (die ihn dann eventuell dazu bringen, seine Meinung zu revidieren) anstatt zu versuchen, ihm seine Meinung auszureden.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 14:18:47 -0000
Antwort löschenGenau meine Meinung, Jenny.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 14:19:10 -0000
Antwort löschenVollkommen richtig, liebe Jenny! Man muss A Bout De Souffle um Gottes Willen nicht mögen, aber man sollte ihn und seinen Stellenwert in der Filmgeschichte akzeptieren. Und das tut Ohne Wiederkehr nicht so wirklich. Und das kann ICH nicht akzeptieren. :D
Du hast ja schon viele gute genannt, bei mir kämen noch die zwei hinzu, die du ihm NICHT empfiehlst. :)
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 14:19:54 -0000
Antwort löschen.... und NATÜRLICH Bande a part.
hoffman587 Fri, 22 Feb 2013 14:20:37 -0000
Antwort löschenMan sollte sie ihm aber erstmal zweifelsfrei zugestehen, diese Qualitäten, Gedanken, Verdienste und Theorien. Das ist der Punkt, mein Standpunkt jedenfalls. ; )
Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 14:23:45 -0000
Antwort löschenIch habe bei meinen Tipps berücksichtigt, dass AUSSER ATEM Ohne Wiederkehr ja nicht gefallen hat. "Weekend" und "Pierrot le fou" stehen dem Film von allen Godards meiner Meinung nach am nächsten, was ihre Verspieltheit betrifft. Ich sehe da absolut keine Chance, dass die beiden Ohne Wiederkehr gefallen könnten, wenn er AUSSER ATEM schrecklich fand. Er sollte sich da eher an Godards "leiseren" Filmen versuchen, meiner Meinung nach.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 14:25:38 -0000
Antwort löschenJoa, Weekend wird ihm unter Garantie nichts sagen, aber Pierrot le Fou ist doch sooo schön.
jollyroger Fri, 22 Feb 2013 14:25:43 -0000
Antwort löschen@ohne wiederkehr, nein, das wird nicht besser, laß es lieber gleich bleiben..;)
Ich kann mit Godard auch nichts anfangen, der letzte Quark den ich von ihm gesehen haben war "Pierrot le fou", das hat dann auch mal wieder gereicht.
Werde irgendwann noch mal "Vivre sa vie" eine Chance geben, aber seinen Hornbrillenfilmen (™ Jenny von T) werd ich gepflegt aus dem Weg gehen.
P.S.: ich stimme übrigens @Samourai und @Hoffman zu, ohne Godard sähe das Kino mit Sicherheit anders aus, aber nichtsdestrotz kann man trotzdem von Godard die Schnauze voll haben..:-/
Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 14:27:33 -0000
Antwort löschen@ Samourai: "Pierrot le Fou" hat aber auch pausenlos Dialoge, die an "À bout de souffle" erinnern.
hoffman587 Fri, 22 Feb 2013 14:31:37 -0000
Antwort löschenStimme Jenny da zu, wenn auch aus etwas anderen Gründen. ;-) Da »Pierrot Le Fou« auch die Bilanz aus »À bout de souffle« und unzähligen weiteren Godardfilmen zu diesem Zeitpunkt ist. Da hat er mal alles bisherige zusammengeschmissen, ein echtes Schlachtfeld.
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 14:32:57 -0000
Antwort löschenMag sein, dass "Außer Atem" eine hohe Bedeutung für das Kino hat, aber ich halte es für absolut falsch, soetwas in eine Berwertung einfließen zu lassen. Ich bewerte nur danach, wie mir der Film gefallen hat, alles andere ist mir egal. Denn dann wären z.B. unbekannte Regisseure, die dementsprechend keinen so großen Einfluss auf das Kino hatten gegenüber den Großen des Kinos benachteiligt.
Nur weil etwas einflussreich war lasse ich doch nicht mehr Punkte springen, was wäre das denn für ein blödes Bewertungssystem ?
hoffman587 Fri, 22 Feb 2013 14:36:11 -0000
Antwort löschenEin gerechtes System, Kino muss stets im Kontext seiner Zeit und seiner Herstellung gesehen werden. Dabei man muss das Subjektive im Objektiven suchen. Ansonsten könntest du jeden Eisensteinfilm wegen Propaganda verurteilen. (Meine Meinung dazu mit Abstrichen)
Ohne Wiederkehr Fri, 22 Feb 2013 14:42:58 -0000
Antwort löschenIch sehe das grundlegend anders. Natürlich muss man wissen, welche bedeutung dieser Film habe, aber ich bewerte nicht nach Bedeutung und wenn ich einen bedeutungsvollen Film beschissen finde, kriegt er wenig Punkte, fertig.
Aber das ist so wie so wieder eines dieser Themen über das man ewig diskutieren kann, ohne jemals auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
jacker Fri, 22 Feb 2013 15:34:13 -0000
Antwort löschenNa immerhin gibt es ab und an mal wen bei dem das nicht ankommt!
Ich hab allerdings das technische als einziges in dem Streifen ganz gut gefunden und in einer Mischung aus historischer Relevanz, Anerekennung der technischen Innovationen und empfundenem Hassfilm 5 Punkte springen lassen.
Seit 2 Jahren scheue ich nun meinen zweiten Godard :D
Und die Erinnerung an die Hauptfigur bringt mich auf eine Listenidee..
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 18:21:03 -0000
Antwort löschenZitat: "...2-3 Chancen werde ich Godard noch geben, aber wenn die genau so ausfallen, wie "Außer Atem" kann er mir gestohlen bleiben." No Chance! Falscher Regisseur, falscher Ansatz, anderer Planet.
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 18:23:08 -0000
Antwort löschen@ Jenny von T Du schlägst jemandem der "Außer Atem" nicht mag ernsthaft "Weekend" als leichter verständliche Ware vor?
Jenny von T Fri, 22 Feb 2013 18:24:33 -0000
Antwort löschenLies doch bitte nochmal genau meinen Beitrag. Über WEEKEND schrieb ich "unbedingt ignorieren".
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 18:25:46 -0000
Antwort löschen"Film ist 24 mal pro Sekunde Wahrheit" (Jean-Luc Godard).
"Film ist 24 mal pro Sekunde Lüge" (Rainer-Werner Fassbinder).
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 18:29:14 -0000
Antwort löschen@ Jenny von T Ooops! Da hab ich wohl etwas schnell gelesen und geschrieben.
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 18:36:32 -0000
Antwort löschen"Weekend" ist aber doch schon ein toller Film. Halt ein echter Godard. Spröde, wortreich und wortkarg, wie gemalt, fast schon B-Movie, verstörend, bisserl Studentenkino, kommunistisch, anarchistisch, mit Kannibalen und poltischen Exkursen, satirisch, skurril, abseitig, liebevoll und bösartig. Sowas passiert wenn ein Mensch zuwenig unter die Leute geht, er wird ein wenig seltsam.
Le Samourai Fri, 22 Feb 2013 19:16:04 -0000
Antwort löschenWeekend ist genial, keine Frage. Alleine die wahnwitzige Stau-Plansequenz....
Simon Moon Fri, 22 Feb 2013 19:29:14 -0000
Antwort löschenAls er die Stauszene gedreht hat (vermutlich dreiundzwanzigmal) hat er es sich bestimmt mit so ziemlich allen daran beteiligten Schauspielern und Komparsen komplett verdorben (sie dauert (glaub) ca. 12 Minuten (mehr gab das Filmaterial damals nicht her) (korrigiert mich wenn ich Stuss erzähle). Man darf nicht vergessen, das seine Filme nur improvisiert aussehen. Godard ist der französische Kubrick oder der französische Gilliam, absoluter Perfektionist. Will heißen, der pure Horror für alle (Film-)Beteiligten.
mariega Fri, 22 Feb 2013 23:46:45 -0000
Antwort löschenDas waren jetzt 41 Antworten! Ich weiß nicht welcher Film nach mehr als 50 Jahren dies noch schaffen wird? Es scheint mir, dass Monsieur Godard doch noch nicht "außer Atem" ist ;)! "Qu'on en parle en bien ou en mal, le principal est qu'on en parle" (Dass man gut oder schlecht darüber spricht, wichtig ist doch, dass man darüber spricht)
Simon Moon Sat, 23 Feb 2013 09:44:27 -0000
Antwort löschen@Mariega Das ist und war (musste) auf einer "guten" Filmseite auch mindestens so sein. Aber erstmal Respekt an Ohne Wiederkehr mal was doof zu finden. Ich denke, er wusste nicht was er für eine Lawine er auslöst (oder er steht darauf). Ja, das ist Godard, halt schwierig, sperrig, geliebt und gehasst. Ein Ausnahmekünstler, im guten wie im schlechten. Ich mag ihn sehr (im vollen Bewußtsein das er schwierig ist oder gerade deshalb). Godard ist kein Kino, Godard ist Film(Kunst). Was ganz eigenes, etwas ganz anderes.
mariega Sun, 24 Feb 2013 16:55:58 -0000
Antwort löschen@Simon Moon: Oh, versteh mich bitte nicht schlecht! Ich respektiere jede Meinung: Hauptsache, man hat eine! Gesmack braucht keine Rechtfertigung, es ist eine Freiheit, die ich auch vehement verteidige!!! Ich wollte nur neutral betonen, dass dieser Film wenigstens die Gabe besitzt, Kommentare (positive und negative) hervorzurufen :)!
jacker Mon, 25 Feb 2013 08:50:19 -0000
Antwort löschenDas ist auf jeden Fall eine Qualität, die nicht jeder Film besitzt, ganz klar! Ich wünschte mir so oft, viel mehr Filme würden in dieser Art polarisieren und wilde Diskussionen hervorrufen :)
mariega Mon, 25 Feb 2013 15:17:59 -0000
Antwort löschenUps! GesCHmack ;)! Die deutsche Sprache kann manchmal eine arme Französin umbringen... :D!
@jacker: das wollte ich sagen :)!
Simon Moon Tue, 26 Feb 2013 19:30:14 -0000
Antwort löschen"GodArt" Kleines Wortspiel.
mariega Wed, 27 Feb 2013 12:08:41 -0000
Antwort löschen@Simon Moon: Merci! Ich habe nun dieses Wortspiel voll übernommen :D! (Siehe meinen Kommentar über Patrick Bruel ;))!
Simon Moon Wed, 27 Feb 2013 13:30:54 -0000
Antwort löschen@nariega Ich lasse das Tierchen frei. No Copyright. Ist Kopiefrei. Ich hoffe mal das Godard mich jetzt nicht verklagt. Dem ist alles zuzutrauen, jetzt wo er alt wird.
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robertpires27 Tue, 19 Mar 2013 23:15:05 -0000
Antwort löschen@Simon: Interessant, dass du die zwei Zitate von Fassbinder und Godard gegenüberstellst...Ich komm nur gerade nicht darauf was du uns damit sagen willst ;)
Godard ist DAS Vorbild schlechthin für den frühen Fassbinder, allein wenn ich nur an Katzelmacher denke...
Helf mir bitte auf die Sprünge ;-)
robertpires27 Tue, 19 Mar 2013 23:22:16 -0000
Antwort löschen"Film ist Lüge, 25mal pro Sekunde."
Murray Wed, 20 Feb 2013 01:03:50 -0000
Kommentar löschenMein erster Godard und dann gleich so eine Granate. Darsteller, Kamera, musikalische Untermalung und vor allem die großartigen Dialoge. Hier passt einfach alles so perfekt zusammen das ich regelrecht sprachlos bin. Mehr muss man ja auch nicht sagen. Außer vielleicht (Buzzword incoming): Meisterwerk!
http://bit.ly/132OGWX
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hollygolightly1 Thu, 21 Feb 2013 11:45:30 -0000
Antwort löschen<3
Murray Thu, 21 Feb 2013 12:07:50 -0000
Antwort löschen:D
Mac_C_Tiro Tue, 05 Feb 2013 17:56:26 -0000
Kommentar löschenDüster, rasant, offenkundig trivial und gleichzeitig ungemein bedeutend im existenzialistischen Sinne sogar schreiend fordernd!
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mariega Sat, 26 Jan 2013 15:59:14 -0000
Kommentar löschenLa provoc godardienne
"Après tout, j'suis con" - Im Grunde genommen bin ich ein Idiot - sagt Michel mit Hut und Zigarette à la Bogart, der sich mit der fixen Idee rumschlägt mit Patricia zu schlafen.
Patricia: " Connaissez-vous William Faulkner?" - Kennen Sie W.Faulkner? -
Michel: "Non. Qui est-il? Avez-vous couché avec lui?" - Nein. Wer ist das? Haben Sie mit ihm geschlafen? -
Und in einem letzten Atemzug: "Vous êtes vraiment une dégueulasse" - Sie sind wirklich zum Kotzen -
"Das ist die Geschichte einer Amerikanerin und eines Franzosen: zwischen den beiden kann es nicht gut gehen, da er an den Tod denkt und sie nicht." Godard
"Devenir immortel et puis...mourir" - Unsterblich werden und dann...sterben -
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Trimalchio Sat, 26 Jan 2013 20:16:33 -0000
Antwort löschenhttp://3.bp.blogspot.com/-fXv3ICOB0ak/ULJiyj-10jI/AAAAAAAAYQw/mILUcBND5mg/s1600/tumblr_lz9hjj8zEj1r2ncmro1_500.gif
mariega Sun, 27 Jan 2013 00:06:22 -0000
Antwort löschenI don't know if I'm unhappy because I'm not free, or if I'm not free because I'm unhappy.
Do as elephants do when they're unhappy, they just disappear.
Merci Trimalchio :)!
ElMagico Fri, 25 Jan 2013 17:37:18 -0000
Kommentar löschenThe Great Nouvelle Vague Swindle
Man möge mir dieses kleine Wortspiel verzeihen, aber es mochte einfach nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden. "À bout de souffle" ist für mich aber einfach purer Punkrock!
Das fängt an beim Marktstrategischen Namedropping von Chabrol und Truffaut, welche so gut wie nicht am Film beteiligt waren, durch deren Namen der Film aber überhaupt erst möglich wurde. Es setzt sich fort in dieser kleinen Geschichte, welche im Kern einfach nur Rock'n'Roll ist und ein dezentes Fuck You an die Welt. Und diese Attitüde gipfelt sicherlich im ausloten filmischer Möglichkeiten, im bewussten brechen anerkannter Traditionen, aber auch darin aus einer Situation des Nicht-Könnens Kapital zu schlagen und dieses selbstbewusst als neuen Standart zu deklarieren.
Und welch Spiel mit dem Feuer dies alles war, spürt man etwas, wenn man sich die Aussagen der Beteiligten zu Gemüte führt. Denn alle, inklusive Godard, waren sich eigentlich ziemlicher sicher, dass "À bout de souffle" ein riesengroßer Murks wird. Sieht man sich den Film etwas analytischer an, wird einem dies auch schnell bewußt: Der Film scheint immer unsicher, hält den Zuschauer immer nur für den gerade exzistierenden Moment gefangen und schafft es eigentlich nie ein großes Ganzes aufzubauen. "À bout de souffle" ist launisch, unberechenbar, funktioniert nur nach seinem eigenen Willen und hätte dadurch tatsächlich auch zum großen Desaster werden können. Das dieses verquere und eigenwillige Stück Film dennoch so gut funktioniert, würde ich auch noch nicht einmal alleine der Genialität Godards zuschreiben. Bedenkt man z.B., dass das oft gelobte Fehlen künstlichen Lichts auch dem geschuldet ist, dass Godard sich mit solchen Sachen einfach nicht auskannte und als Konsequenz daraus die Techniker einfach oft nicht an den Drehort ließ, dann sieht man doch, dass "À bout de souffle" ein dieser Filme ist, bei dem sich alle Umstände letztendlich als günstig erwiesen und ein stimmiges Gesamtwerk ergaben.
Doch es sind eh nicht nur diese technischen Finessen, die diesen Film so besonders machen. Hier geht Inhalt und Umsetzung einfach kongenial einher. "À bout de souffle" beginnt fast rasend. Dokumentarisch anmutend, fast schon Guerilla-artig umgesetzt, setzt er gleich zu Beginn seine markanten Eckpfeiler fest, zeichnet die Auslöser des noch kommenden auf. Und mehr als jeder Jump-Cut, jede ungewöhnliche Kameraeinstellung überraschte mich die Art wie Godard diese Tage nach dem Polizistenmord Michels interpretiert. Aus dieser klassischen Krimi-Ausgangslage spinnt Godard ein höchst unterhaltsames Werk, dass im Kern zwar extrem minimal ist ("Für einen guten Film braucht es nur 2 Sachen: Ein Mädchen und eine Pistole." Godard), in seinen Subkontexten jedoch unheimlich intelligent, philosophisch und kritisch ist. Da wird der Film einfach mal völlig ausgebremst und man darf dieses ungleiche Pärchen beim turteln und philosophieren beobachten und man empfindet es nicht im geringsten als störend oder innerhalb dieser Geschichte als unnatürlich. Das Leben kennt keinen geregelten Ablauf und so scheint auch "À bout de souffle" zu tun, was ihm gerade in den Sinn kommt (Godard schrieb die Dialoge dementsprechend erst immer am Morgen des Drehtages). Das mag im Kontext eines Films erst einmal ungewöhnlich erscheinen, ist aber doch näher am Leben, als viele auf Realistisch getrimmte Dramen.
Ein Drama ist "À bout de souffle" jedoch auch. Nur, der Film zeigt es selten offen. Bis zuletzt behält der Kleinganove Michel seine Maske auf, bis zum Ende lebt er von seiner großen Klappe, die doch nur verbirgt was wirklich in ihm brennt. Zweimal versucht er sein Herz zu öffnen und seine Ängste darzulegen (die 2 Zeitungsanekdoten)...2 mal wird er nicht verstanden. Nach dem Mord fliesst Michel nur noch, er hat keinerlei wirklich Kontrolle mehr über sein Leben. Er hüpft von A nach B und zurück nach C, simuliert aber doch nur Beschäftigung und Wichtigkeit. Doch eigentlich weiss er wohin sein Weg verläuft und tief in sich findet er das gut so...müde von der Maskerade und enttäuscht vom Leben.
Ihm zur Seite steht im nur Patricia, welche noch voller Hoffnungen und Erwartungen ist, so wie es Michel einmal war. Kein Dummchen, aber sie hat noch keine Wissen darüber, welch Fratzen das Leben haben kann und so spielt sie das eine ums andere mal mit den Löwen, ohne daran zu denken, dass diese irgendwann auch beißen könnten. Michel bleibt für sie immer nur eine Option, wie jeder andere Mann in ihrem Leben. Innerlich leer ist auch sie, jedoch scheint sie den Abgang zu wählen, der weniger Rock'n'Roll ist.
Nun gut...gerade weiß ich wieder einmal gar nicht mehr, womit und wie ich diesen Text begonnen habe. Aber in diesem Fall muss ich wohl auch gar keine explizite Empfehlung aussprechen, denn "À bout de souffle" sollte eigentlich jeder auf seinem Radar haben. Und wenn deswegen ist, zu sehen was die Kunstform Film alles kann. Für Unentschlossene möchte ich aber einfach noch hinzufügen, dass "À bout de souffle" eben nicht der seltsame, unverständliche, schwere Kunst-Film ist, den manche vielleicht befürchten. Gar nicht. Er ist nur etwas anders. Aber das sind doch meist die besten oder?
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Dante_Hicks Sun, 27 Jan 2013 09:01:36 -0000
Antwort löschenMal ein großes Kompliment zu Deinen schönen Texten zu den europäischen Klassikern in den letzten Wochen. Möchte Dir noch Godards ALPHAVILLE ans Herz legen. Und natürlich Buñuels BELLE DE JOUR. Sofern Du beide nicht schon kennst.
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ElMagico Sun, 27 Jan 2013 13:57:17 -0000
Antwort löschenNein gesehen hab ich sie noch nicht...aber sie sind dick unterstrichen auf der Merkliste. Und von beiden Filmen hab ich Plakate an den Wänden...also müssen sie so oder so irgendwann gesehen werden :)
SKURRIL Sun, 27 Jan 2013 22:16:34 -0000
Antwort löschenstark! Belle De Jour Plakat hab ich auch an der Wand :D
hoffman587 Sat, 19 Jan 2013 12:42:18 -0000
Kommentar löschenÀ bout de souffle
»C'est vraiment dégueulasse.« - »Vous êtes vraiment une dégueulasse.« - Nun zeigt Jean-Luc Godard hiermit exemplarisch wie man Konventionen am originellsten bricht, wo Truffaut noch etwas zurückhaltend Regie führte und die Konventionen sanft zerbröckeln ließ, geht Godard in die Vollen und nimmt den vehementen und gnadenlos ausgeführten Kampf gegen diese Widerlinge auf! Denn sie müssen zertrümmert, zertreten und zerstört werden! Vive la Novelle Vague, heißt es (da ich französisch kaum beherrsche)! Francois durfte dafür immerhin das Drehbuch schreiben. Eine wirkliche Erzählung hat Godard nicht, wenn überhaupt ist diese grob umrissen, wenn wir es konventionell betrachten und doch funktioniert Godards »À bout de souffle« irgendwie, bloß eben anders als man es gewohnt ist. Godard erzählt auf anderen Wegen. Raoul Coutard ästhetisiert das Szenario mit der Natürlichkeit einer Handkamera (selbstredend auch ohne diese künstliche Beleuchtung!) und mit der Kulisse an Originalschauplätzen und doch ist Godards Films dabei doch überhaupt nicht authentisch. Oder?
Nun ja, zumindest irgendwo zwischen den Grauzonen. Das ist doch ein seltsames Stück Kino, das Godard da serviert. Aber auch so wunderbar, die Spontanität von den Dialogen knüpft an die flotten Jump-Cuts und an deren fragmentarische Art an. Seine Stilmittel und Techniken lotet Godard dabei aus, überreizt sie vielleicht sogar. Aber naja das ist wohl durchschlagende Revolution des Kinos, da wird nicht angeklopft, da wird eingeschlagen. So treibt Godard seine Späßchen. Auch seine Figuren geben sich dazu (wie passend) eigenwillig, irgendwo angesiedelt zwischen Film und Realität. Godard macht den gelassenen Belmondo zum dauerqualmenden Gauner und Möchtegerngangster Michel Poiccard - mit großen Idol Humphrey Bogart. Die Reflexion dabei ist eigentlich kurios. Michel vergöttert Bogart wie Godard wahrscheinlich den Film noir verehrte. Fast wirkt es so als würde sich Godard in diesem Charakter selbst reflektieren, also wie bei Truffaut Antoine, Michel als Godards Alter Ego.
Es ist aber interessant wie Godard hierbei dem Film noir würdigt, zwar mag er durchaus als Hommage dienlich sein, alles in allem erinnert er jedoch (auch wenn sich diese beiden Begriffe nicht ausschließen; möchte ich das an dieser Stelle betonen) mehr an einen Abgesang auf die »schwarze Serie«. Hierzu ein Vergleich: Ich weiß, dass ich das nicht machen sollte aber bisher drohte man mir noch nicht mit einer Haftstrafe deswegen, zum Western »Lonely are the Brave« (1962) von David Miller, den ich neulich begutachtete: Bei beiden wird im Grunde in zwei verschieden Genres dasselbe Prinzip verwendet. Der Western wie auch der Film noir finden in diesem Filmen als Beispiele ihren Schlussakkord. Bei Miller wird der Idealismus des Cowboys durch den Fortschritt zerstört, bei Godard bleibt sein Protagonist einzig ein Abbild der großen Legenden, das anders als diese scheitern wird an seiner Verklärung der Vergangenheit. Denn der Wind weht nun von anderer Seite. Nun regiert der Existenzialismus. Godard krempelt das Kino um.
Übrigens auch mit an Bord als technischer Berater, neben Truffaut, der werte Claude Chabrol und Godard? Der legt auch noch einen pfiffigen Gastauftritt hin und garniert daneben sein Werk noch mit äußerst feinen, kleinen Anspielungen und Details: In einer Szene verteilt ein junges Mädchen Zeitungen, kommt Michel entgegen (» Sie haben doch nichts gegen die Jugend?«), hält die Zeitung vor ihn, er meint: »Die Alten sind mir lieber.« - die Zeitung ist die Cahiers, jene Filmzeitungen für die Godard, Truffaut, Rivette (kurzum: die Nouvelle Vague-Regisseure) als Kritiker schrieben, bevor sie Filmregisseure wurden. Beziehen wir diese Fakt nun auf jene Szene, ist diese zutiefst ironisch zu werten. Anderswo darf natürlich auch der große Melville nicht fehlen, er definiert! Melville erklärt Godards Prinzip auf existenzieller Ebene. Selbst gibt er den Schriftsteller im Interview, schon wieder so ein Detail! Melville, der eigentlich Grumbach hieß, benannte sich in seiner Zeit als Résistancekämpfer in Melville um, nach dem Schriftsteller Hermann Melville. Aha! Godard sinniert dabei über Liebe und den Existenzialismus selbst, nutzt dazu stetige Ortswechsel in Paris (= der Stadt der Liebe) um in Schwung zu bleiben und der sprunghaften Erzählung und der inszenatorischen Energie treu zu bleiben, auch wenn dies sekundär ist. Denn ist im Grunde nicht die Aussage, dass er diese Ermittlung des Seins vertieft oder nicht, sondern viel eher, dass er damit doch passend und durchaus charmant das französische Zeitgefühl einfängt. Letzteres gelingt Godard doch meiner Meinung nach vorzüglich, gerade in Anbetracht der Kombination von ironisch angesetzten Film noir-Anleihen und seinem widerspenstigen Stil, mit dem Godard hier schon die Abgrenzung zwischen Realität und Fiktion im Kino austestet und in Frage stellt. Godards Erstling ist einfach zu begreifen: Der Film noir ist tot! Also: Es lebe der Film noir! Danke Jean-Luc, für ein so schönes Debüt.
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hollygolightly1 Sun, 20 Jan 2013 14:29:55 -0000
Antwort löschenHach so ein wuuuuunderbarer Kommentar an einem verschneiten Sonntag... :)
hoffman587 Sun, 20 Jan 2013 15:43:02 -0000
Antwort löschenDanke sehr. :-)
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Mac_C_Tiro Tue, 05 Feb 2013 17:47:52 -0000
Antwort löschenMerci für die feine Empfehlung und den lesleichten Kommentar mit Tiefgang ;)
Brentano Tue, 19 Feb 2013 15:47:21 -0000
Antwort löschen"Der angebliche "Idealismus" der "Cowboys" wurde durch den Fortschritt zerstört" biederer, einfacher und unreflektierter kann man so ein Thema nicht wiedergeben, gesellschaftliche Zusammenhänge, Kenntniss davon = 0,1%?
Trimalchio Thu, 27 Dec 2012 23:57:43 -0000
Kommentar löschenKönnte man Truffaut noch vorwerfen, die Revolution lediglich im Stillen voranzutreiben, bricht sie bei Jean-Luc Godard voll heraus. Er schert sich nicht um Konventionen, Regeln oder gar um technische Limitierung. Und nicht einmal den Inhalt vergisst er, selten werden dem Zuschauer derart präzise Dialoge geliefert und fast noch seltener harmoniert ein Schauspielerpaar so ideal. Im Film fragt Jean Seberg Jean-Pierre Melville an einer Stelle einmal, was seine größte Ambition im Leben sei. Seine Antwort: "Unsterblich zu werden - und dann zu sterben." Ich hoffe, mit dem zweiten Punkt lässt sich Godard noch lange Zeit.
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Oceanic6 Fri, 28 Dec 2012 00:01:01 -0000
Antwort löschenUnübertroffen !!
DerDude_ Thu, 29 Nov 2012 05:32:17 -0000
Kommentar löschenEin weiterer Fall von : Was für alle aber nix für mich
Mein erster Godard A BOUT DE SOUFFLÉ schrieb mit seinen merkwürdigen Stilmitteln damals Filmgeschichte. In meinen Augen schuf Godard damals das "Style over Substance". Denn oft wirkt es so als würde sich Godard mehr für seine Stilmittel als für Handlung und Figuren interessieren.
Sicherlich ist ein Originalschauplatz viel schöner als Studiobauten. Auch die immer wieder auftauchenden "Jump Cuts" wirken am Anfang noch ganz witzig aber als plötzlich im Hintergrund Autos verschwinden wirkt es befremdlich. Besonders da bis zum Ende ungeklärt bleibt was das nun eigentlich soll.
Figuren und Handlung sind eher naja. Manch einer mag Belmondo und Seberg charmant finden aber mich haben beide eher genervt. Die ewigen Dialoge zwischen den beiden führen, wie die Stilmittel, ins nichts.
Abschließend sei gesagt das mein erster Godard mir eher schlecht als recht war. Aufgeben werde ich dennoch ihn nicht. Von seinen weiteren Filmen erhoffe ich mir weniger Stil und mehr Substanz.
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ElMagico Thu, 29 Nov 2012 08:46:32 -0000
Antwort löschenMir erging es da ähnlich wie dir, wobei ich diesen noch nicht kenne. Aber auch ich kämpfte oft mit vielen Fragezeichen bei einigen Filmen von ihm die ich sah, andererseits waren dann auch Filme darunter wie "Bande à part" oder "Le Mépris" die ich sofort mochte.
jacker Thu, 29 Nov 2012 08:55:57 -0000
Antwort löschenUnd mir erging es da (auch) ähnlich wie dir. Nett anzusehen und dahinter nichts. Jean-Paul Belmondo's Figur habe ich zudem auch noch total gehasst (was aber gleube ich erwünschter Effekt ist?) und am Ende kam das gleiche Fazit und die gleiche Bewertung wie bei dir raus.
Schlegel Thu, 29 Nov 2012 10:41:19 -0000
Antwort löschen"Ausser Atem" ist halt gnadenlos überholt, ein Kind seiner Zeit, das dem heutigen Kino viele Türen geöffnet hat.
jacker Thu, 29 Nov 2012 10:42:33 -0000
Antwort löschenDas ist ein Punkt, dort wurden so viele Dinge auf revolutionäre Art erstmalig gemacht die heute völlig normal sind, dass man sich ihre Besonderheit bewusst vor Augen halten muss!
Jenny von T Thu, 29 Nov 2012 10:57:58 -0000
Antwort löschen"Normal" ist vielleicht übertrieben, denn dann gäbe es im Kino nur noch geballte Selbstgefälligkeit zu bestaunen. Wenn es sowas wie ein Übermaß an totalem Nichts gibt, Godard hat es erfunden.
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Telebaum Thu, 29 Nov 2012 11:02:59 -0000
Antwort löschenich fürchte in dieser Runde bin ich im falschen Film ...
jollyroger Thu, 29 Nov 2012 14:51:19 -0000
Antwort löschen@DerDude bist nicht alleine, ging mir genauso.
Audreyfan Mon, 05 Nov 2012 18:12:18 -0000
Kommentar löschenDer Titel passt. Ich bin außer Atem.
Es gibt so Filme, die sind einfach wunderschön. Jedes Bild, jedes noch so kleinste Detail strotzt von so einer Schönheit, dass es mir schlicht den Atem raubt. Aber es ist keine Schönheit, die einem direkt begegnet. Nichts, was jeder schön findet. Es ist diese unperfekte Schönheit. Die kleinen Hautunebenheiten. Die nach der Kamera guckenden Passanten. Wie sich der Zigarettenqualm der beiden vermischt. Die unaufdringliche Musik und dann diese abrupten Schnitte. Die simple Story, die doch ziemlich tiefgründig ist. Leiden oder Nichts? Alles oder Nichts? Romeo und Julia. "Ich kann nicht mehr ohne dich - Doch kannst du - Ich will aber nicht". Dieses atemlose Hin-und Herhetzen immer mit einer Zigarette im Mund. Durch Paris. Sowieso Paris passt zu dieser Geschichte. Diese Geschichte passt zu Paris. Es ist die Geschichte von Michel und Patricia. Man könnte es auch so wie Godard sagen: "Alles, was es für einen Film braucht, ist ein Revolver und ein Mädchen." Michel verlässt seine Freundin, klaut ein Auto und erschießt einen Polizisten. Dann kehrt er nach Paris zurück, um Patricia dazu zu überreden mit ihm nach Rom zu gehen. Doch sie ist sich unsicher, schließlich studiert sie und ist noch jung. Sie ist sich nicht sicher, ob er sie liebt und noch weniger, ob sie ihn liebt. Was ist Liebe überhaupt? Leiden? Nichts? Das einzige, an dass man heutzutage noch glauben kann? Keiner weiß es, auch Michel und Patricia nicht. "Ich will alles oder nichts." Was ist Alles? Das weiß Michel nicht, aber er will es haben. Die Kreise der Polizei ziehen sich immer enger, immer gehetzter läuft Michel herum. Bald erfährt auch Patricia, wer Michel wirklich ist und was er getan hat. Als die Polizei rausfindet, dass sie sich mit ihm trifft, beschliesst sie endlich herauszufinden, ob sie in ihn verliebt ist oder nicht. Sie verrät ihn an die Polizei. Michel hat noch die Möglichkeit zu fliehen, doch er tut es nicht. Er will alles oder nichts. Alles, das ist Patricia und da sie ihn nicht liebt, wählt er das Nichts. "Du bist echt zum Kotzen - Was hat er gesagt? - Er hat gesagt, Sie wären echt zum Kotzen - Was ist das, Kotzen?"
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hollygolightly1 Mon, 05 Nov 2012 18:23:52 -0000
Antwort löschenDanke für diesen perfekten Kommentar!! <3
Audreyfan Mon, 05 Nov 2012 18:28:41 -0000
Antwort löschenZuviel Lob, aber danke :D
-Luc- Mon, 01 Oct 2012 09:02:30 -0000
Kommentar löschenIch liebe Filme in denen der unschuldige Kussfilm noch existiert und man rauchte wie ein Schlot. Ein Meisterwerk von Jean-Luc God-of-ar(d)t!
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Brentano Fri, 21 Sep 2012 16:11:21 -0000
Kommentar löschen"Beaucoup de bouffons qui font la critique ici"
in West-Deutsch:
"sehr viele "Possen reißer" und Hofnarren machen/schreiben die Kommentare (Kritiken) hier" - etwa
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T-Rex Sat, 18 Aug 2012 23:20:42 -0000
Kommentar löschender gehört in jede gute film sammlung
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Brentano Fri, 21 Sep 2012 16:12:30 -0000
Antwort löschenSammlung? so auf das Regal neben anderen Torenschädeln und leeren Bierflaschen?
Hooded Justice Thu, 16 Aug 2012 19:06:19 -0000
Kommentar löschen'À bout de souffle' ist ein Film für Leute, die sich keinen originalen Film noir leisten können. Der Ästhet darf staunen, doch Jean-Luc Godards angepriesenes Meisterwerk ist keine Hommage auf feiner Ebene, sondern eine Nachahmung von wunderbaren Bildern aus einer Film noir-Atmosphäre samt Straßenaufnahmen und Fedora-Hut, und das grundiert in einer selten – ganz und gar nicht Schwarze Serien-verdächtig aufregenden – öde ablaufenden Geschichte. Ein bemerkenswerter Filmansatz und irgendwie ein Garnichts.
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Le Samourai Thu, 16 Aug 2012 19:22:54 -0000
Antwort löschenAua :(
dAJaro Thu, 16 Aug 2012 20:00:06 -0000
Antwort löschenBei Rezensionen wie dieser muss ich an Roger Ebert denken:
"You're insufficiently evolved as a moviegoer." Or, more simply, "You're wrong."
Punsha Thu, 16 Aug 2012 21:19:35 -0000
Antwort löschenGenau das hab ich heute auch gedacht. Righty right, mein Freund. :)
Le Samourai Thu, 16 Aug 2012 22:03:33 -0000
Antwort löschen:) @ dAJaro!
Jenny von T Fri, 17 Aug 2012 04:55:04 -0000
Antwort löschenVielleicht ist der Film ja auch aber nur totaler Mist. Aber neee, jump-cuts und eine halbe Stunde lang labern über totale Nichtigkeiten. Voll cool, YEAH!
Hooded Justice Fri, 21 Sep 2012 17:04:54 -0000
Antwort löschenWas?
Brentano Fri, 21 Sep 2012 17:58:28 -0000
Antwort löschenauch nicht schlecht!
Brentano Fri, 21 Sep 2012 17:59:15 -0000
Antwort löschenKennst du die berühmete "was" Stelle aus "Pulp Fiction" ?
Le Samourai Fri, 21 Sep 2012 18:48:55 -0000
Antwort löschen@ Hooded: Versuch gar nicht erst zu verstehen, was Kollege Brentano da so plappert. Es sind einfach nur Buchstaben wahllos aneinander gereiht.
Brentano Fri, 21 Sep 2012 19:45:54 -0000
Antwort löschenKorrektur:
"das grundiert in einer was"? Geschichte?
selten so einen "bizarr" plazierten Neologismus-versuch gelesen, wie hier, amüsant, mehr davon!
Brentano Fri, 21 Sep 2012 19:50:32 -0000
Antwort löschenah der Herr Samourai versucht in seiner Ersthelfer Samariternatur, barvourös das, auch ihm unverständliche (7% Gehirnleistung=?) zu erklären, grandios!
Le Samourai Fri, 21 Sep 2012 19:54:10 -0000
Antwort löschenWow, einfach mal den Mist von vorhin gelöscht, der gar keinen Sinn ergeben hat? Bravo. Der neue Mist ergibt leider immernoch keinen Sinn. Versuch es doch noch mal. :D
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Hooded Justice Fri, 21 Sep 2012 20:20:56 -0000
Antwort löschenVersteh den Brentano auch immer noch nicht. Er muss in einem anderen Intelligenzkosmos liegen als wir.
Le Samourai Fri, 21 Sep 2012 22:38:40 -0000
Antwort löschenEr lebt in einem anderen Kosmos als wir. ;)
Super8951 Wed, 08 Aug 2012 16:23:53 -0000
Kommentar löschenDer Film ist nichts und doch alles. Ich kann ihn schwer in Worte fassen. Der Film ist schön, stellenweise witzig und tragisch. Jean-Paul Belmondo hat sich mit diesem Film (für mich) unsterblich gemacht. Er bringt eine unglaubliche "Lässigkeit" und eine resultierende Gleichgültigkeit mit, was ihn so cool wirken lässt und sein Schauspiel perfekt wirken lässt. Es ist minimalistisch, ähnlich vielleicht wie Alain Delon in "Le Samourai" und doch genial.
Jean Seberg, die französische Amerikanerin und umgekehrt, ist in diesem Film vor allem schön, doch ist sie nicht nur das, sondern auch das aufgewühlte, unentschlossene Presseküken, was sich zwischen den Fronten der Entscheidung, Karriere oder Liebe, mit darausfolgender Flucht und Stagnation ihrer Karriere, befindet.
Dieser Film ist ein Beispiel, dass manchmal doch weniger mehr ist, denn er erzählt so viel, was für das Auge nicht ersichtlich ist, sondern nur für den Geist.
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Brentano Fri, 21 Sep 2012 16:15:57 -0000
Antwort löschenSicher ist Film nichts , ausser einer ephemeren Projektion auf eine weiße Wand also?
das_chris Mon, 25 Jun 2012 17:42:06 -0000
Kommentar löschen»Ne freinez jamais, une voiture c’est fait pour rouler pas pour s’arrêter.«
À BOUT DE SOUFFLE
Die erste Einstellung von Jean-Paul Belmondo ist herrlich. Der Rest auch. Verrückt, lustig, merkwürdig, sinnlos, unmöglich, ausgefallen, abenteuerlich, unerhört, erstaunlich, übergeschnappt, durchgedreht, überwältigend, außer sich, unbeschreiblich, einzigartig, atemlos. Fantastisch!
Pas dégueulasse, Monsieur Godard.
Ich würde sagen: Si vous n’aimez pas François Truffaut... Si vous n’aimez pas Jean-Luc Godard ... Si vous n’aimez pas »À bout de souffle«: Allez vous faire foutre!
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ragefist Fri, 30 Mar 2012 14:45:33 -0000
Kommentar löschenoftmals glänzen gerade alte filme durch eine gewisse originalität der geschichte. hier konnte ich allerdings keine finden. bei mir hat sich ziemlich schnell langeweile eingestellt. lediglich die tatsache, dass er dann doch interessant genug war um das unsinnige ende miterleben zu dürfen reicht noch für ein paar punkte. für mich definitv kein klassiker und eher weniger sehenswert.
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hollygolightly1 Sun, 25 Mar 2012 01:56:01 -0000
Kommentar löschenÀ bout de souffle ♥
Oh. Mein. Gott. Ich habe gerade den wunderwunderwunderschönsten Film der ganzen Welt gesehen. Ich kann mein Glück nicht fassen. Nicht in Worten beschreiben.
Dieser himmlische, cineastische Film ist pure Ästhetik. Der Einsatz filmischer Mittel wie Schnitt, Kamera und Beleuchtung ist so wunderbar - die perfekte Inszenierung. Optisch erinnert der Film an den klassischen Film noir.
"À bout de souffle" hat so viel Stil, Charme und Leidenschaft. Hierbei ist der Titel mit dem Namen Jean-Luc Godard gleichzusetzen.
Ich habe mich verliebt. In den ganzen Film. Aber auch in die hinreißende Musik von Martial Solal und die intelligenten, charmanten Dialoge - kurz: Der Film ist intellektuelle Kost.
Wenn ich den Film sehe, wünschte ich, ich wäre mittendrin im Geschehen, in seiner Welt. Alles sieht so wunderbar leicht, romantisch und liebenswürdig aus - die Atmopshäre ist traumhaft.
Godard kombiniert einen klassischen Gangsterfilm erfolgreich mit einem zauberhaften Liebesfilm. Das Ergebnis: Ein Film, bei dem mein Herz dahinschmilzt.
Kein Wunder dass der Regisseur einer der einflussreichsten des 20. Jahrhunderts war. Oh, wie gerne würde ich ihn einmal persönlich treffen und mich für dieses Werk bedanken. Bitte mehr davon.
Der Film entspricht ganz meinem Geschmack: der Stil der 60er Jahre, die Raffinesse und natürlich der Schauplatz - Paris. Und er ist französisch. Mehr KANN ich nicht verlangen. Ich habe das Gefühl, als hätte Godard diesen Film für mich gemacht. Dabei ist es nicht einmal ein ergreifendes oder aufwühlendes Werk oder dergleichen, sondern ein ruhiger, pfiffiger, naiver Film. Eine wahre Perle. Mir fehlen die Worte.
Hier noch ein paar Weisheiten:
- Quelle est votre ambition dans la vie?
- Devenir immortel et mourir.
Ne freinez jamais, une voiture c’est fait pour rouler pas pour s’arrêter.
- Qu’est-ce qu’il a dit?
- Que vous êtes une femme dégueulasse.
- C’est quoi dégueulasse?
Ich liebe diesen Film. Ich bin so froh, dass ich ihn gesehen habe. Jetzt kann ich glücklich sterben.
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hoffman587 Sun, 25 Mar 2012 07:13:08 -0000
Antwort löschenFalls dir der schon gefiel (wem gefällt der nicht?), solltest du bisweilen auf jeden Fall auf weitere Werke des Nouvelle Vague zurückgreifen, die genau jenen Stil, den du scheinbar so liebst, reflektieren. Stimmt aber, mitunter einer der schönsten Silrichtungen des Kinos.
hollygolightly1 Sun, 25 Mar 2012 10:18:25 -0000
Antwort löschenEinige habe ich schon gesehen (wie auch nicht, wenn ich die 50er/60er und französische Filme liebe), aber halt nicht die bekannten und nicht so viele :D
Ich könnte mich selbst ohrfeigen, weil ich die meisten Filme der Truffaut-Reihe auf Arte nicht gesehen habe. Aber ich hatte eben keine Zeit :'(
hoffman587 Sun, 25 Mar 2012 10:55:51 -0000
Antwort löschenDas ist schade. :/ Truffaut musst du unbedingt noch nachholen - war denn "Baisers Voles" dabei? - oder "Jules & Jim" - beides eindeutig bezaubernde oder gar unbeschreiblich schöne Werke von Truffaut - wie das meiste von ihm. Empfehlen würde ich zudem das einmalig-surreale Meisterwerk "L'Année dernière à Marienbad" von Resnais. Für mich bis dato der beste Film jener Periode. :)
Le Samourai Sun, 25 Mar 2012 10:56:49 -0000
Antwort löschenIch wusste es! :)
hollygolightly1 Sun, 25 Mar 2012 12:39:51 -0000
Antwort löschenNee, leider nicht. Aber andererseits schaue ich mir Filme sowieso viel lieber im Orginal an :) Werde ich auf jeden Fall. Danke für die Tipps :D
Kennst du "Die Regenschirme von Cherbourg" und "Die Mädchen von Rochefort"? Musikfilme sind ja nicht jedermanns Sache, aber diese beiden Filme von Demy sind absolut bezaubernd!
Le Samourai, danke dass du mich auf den Film aufmerksam gemacht hast. Deinen Geschmack kann ich gar nicht oft genug loben :D
Wieso mögen einige Godard eigentlich nicht? Wie kann man seine Filme NICHT lieben? Verstehe ich nicht...
Le Samourai Sun, 25 Mar 2012 12:51:37 -0000
Antwort löschenTja, mir persönlich wird das auch immer ein Rätsel bleiben, aber Geschmäcker sind nunmal verschieden. Viele können mit seiner "roughen" Art zu drehen/ inszenieren nichts anfangen, oder mit seinem experimentellen Schnitt.
Für mich ist er einer der allergrößten überhaupt, jeder Film von ihm strahlt so viel Energie, Gefühl, Authentizität aus! Und A BOUT DE SOUFFLE ist wirklich zum heulen schön :)
hoffman587 Sun, 25 Mar 2012 17:00:59 -0000
Antwort löschen@hollygolightly1: Bitte gerne und sehr lobenswertes Ziel, auf den richtigen Pfaden. :) Und Demys "Regenschirme von Cherbourg" kenne ich tatsächlich dürfte aber schon eine Weile her, seine "Mädchen vo Rochefort" wollt ich aber auch schon des längeren schauen bzw. sind also ein Begriff. Toll übrigens auch von ihm "Die Eselshaut", wie man verlautet.
@Und um mich mal in eure Diskussion um Meister Godard einzumischen, bis 69´stimme ich vollkommen zu, echte Meilensteine, bei mir besonders wirksam "Alphaville" und "Pierrot Le Fou", aber nach jener Zeit finde ich seine Werke teils zu experimentell, wenn auch intensiv, teils aber auch irgendwie seltsam, was seine Spätwerke betrifft.
hollygolightly1 Sun, 25 Mar 2012 17:53:56 -0000
Antwort löschen"Zum heulen schön" trifft es auf den Punkt. Sooo schön :)
Godard macht genau DIE Filme, die ich mir schon die ganze Zeit gewünscht habe und von denen ich bis jetzt nichts wusste.
"Eselshaut" lief auch mal auf Arte, konnte ich aber nicht sehen. Er hat auch noch andere Filme wie "La baie des anges" und "Lola" gedreht, die ich ebenfalls noch nicht gesehen habe. Aber bei Godard muss ich irgendwie automatisch an den Trailer von "Lola" denken :D
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Dox Sun, 25 Mar 2012 22:01:49 -0000
Antwort löschenNa dann wird es vielleicht doch mal Zeit, die Blu-ray morgen einzuschieben, die mir Moviepilot glücklicherweise schenkte. :)
Brentano Fri, 31 Aug 2012 21:58:12 -0000
Antwort löschenblue ray mit sonnencréme