Blau ist eine warme Farbe

La vie d'Adèle, chapitres 1 & 2 (2013), FR Laufzeit 180 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 19.12.2013


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7.7
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von Abdellatif Kechiche, mit Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux

Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle) von Abdellatif Kechiche erzählt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen einer 15-Jährigen und einer Kunststudentin. In Cannes gewann das Liebesdrama 2013 die Goldene Palme.

Handlung von Blau ist eine warme Farbe
Der 15-jährigen Adèle (Adèle Exarchopoulos) liegt der attraktive Thomas (Jeremie Laheurte) zu Füßen. Doch anstatt von ihrem Verehrer zu träumen, hat Adèle ganz andere Fantasien: Sie träumt von Emma (Léa Seydoux), einer Kunststudentin mit blauen Haaren, die ihr zufällig über den Weg lief. Die beiden jungen Frauen lernen sich kennen und kommen sich näher, doch damit kommen auch die Probleme.

Hintergrund & Infos zu Blau ist eine warme Farbe
Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle; US-Titel: Blue Is the Warmest Color) von Abdellatif Kechiche (Vénus noire) ist ein französisches Liebesdrama, das auf der Graphic Novel ‘Le bleu est une couleur chaude’ von Julie Maroh basiert und das sich einer leidenschaftlichen lesbischen Liebesgeschichte widmet.

Der knapp dreistündige Film schaffte es 2013 in den Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes und gewann dort die Goldene Palme. Die Jury um Steven Spielberg, Nicole Kidman, Ang Lee, Lynne Ramsay und Christoph Waltz sorgte außerdem für ein Novum, indem sie die Goldene Palme sowohl an den Regisseur als auch an die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos verlieh. Eine Regeländerung hatte es zuvor unmöglich gemacht, den Gewinner der Goldenen Palme mit einem der anderen Preise auszuzeichnen. (AP)

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Kommentare (93) — Film: Blau ist eine warme Farbe


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piapaulineeee

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

blau ist eine warme Farbe ist der mit Abstand beste Film, den ich je gesehen habe. es ist ein sehr authentischer, ein echter und realer Film. alles ist nachvollziehbar und so unglaublich wirklich dass man in dem Film gefangen ist. die sex szenen sind nur so umstritten, weil man von Hollywood filmen kennt, dass der sex in diesen fünf Sekunden dauert, in blau ist eine warme Farbe jedoch steckt so viel Wahrheit und das pure leben, was mich sehr gefesselt hat. in anderen filmen geht es darum, wie perfekt die Menschen in dem Film sind aber blau ist eine warme Farbe zeigt dass die Menschen nicht perfekt sind. Menschen haben Pickel , Menschen läuft beim weinen die Nase und vieles mehr. es geht nicht um Lesben es geht um dir wahre große liebe. "Emma" hätte genauso gut ein anderer junge sein können aber warum sollte sie. liebe kann man nicht steuern. und die liebe sucht sich ihren weg und bringt zwei Menschen zusammen.
ich bin sehr fasziniert von dem Film und von den Schauspielerinnen und schauspielern. einen Film den man gesehen haben muss!

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piapaulineeee

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Bewertung: 10 !


Gretchen_Ross

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Bewertung6.5Ganz gut

Okay, warum der Riesentrubel um diesen Film vorhanden war/ist weiß ich nicht so ganz, er ist schön, hat viel Liebe zum Detail und wirklich auch so die magischen Momente/Blicke/Dialoge usw, aber naja, andererseits finde ich "Blau ist eine warme Farbe" ziemlich arrogant, sich selbst sehr ernst nehmend und total bemüht.
Die langen Sexszenen verstehe ich genauso wenig, bei dem ganzen Gender"wahnsinn" der letzten Jahre braucht man dem Zuschauer nicht mehr sagen: ,,Guckmal, Lesben können auch Sex haben und geil siehts auch aus"
Der Film ist ein relativ typischer Coming-of-age, auch sehr europäisch und erfrischend- nicht der Story wegen, aber weil er wie gesagt eine gewisse Ästhetik hat.
Allerdings auch einige Längen in der Erzähltechnik und auch eine sehr platte Philosophie.
Ja, hetero Familien sind total spießig und scheiße und so weiter.
Die Darstellerinnen haben dabei aber umso mehr überzeugt, man hat ihnen die Rolle abgekauft.

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Silver

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Bewertung7.0Sehenswert

Wie an dem Originaltitel und der Laufzeit abzulesen ist, schlägt Kechiche mit seinem Film gleich zwei Kapitel aus dem Leben von Adele auf, und so fällt es auch recht einfach, das Werk kapitelweise zu beurteilen.
Kapitel 1 hat mir ausgezeichnet gefallen, Adèle Exarchopoulos bringt die zahlreichen Facetten ihres Charakters und das Erwachen der Liebe und sexuellen Selbstfindung großartig rüber und ist zuckersüß dabei. Lea Seydoux wirkt dagegen trotz ihrer blauen Haare etwas farbloser.
Im zweiten Kapitel schwelgt Kechiche immer häufiger in Langatmigkeit. Sogar ein Diktat in der Schule wird so zur Geduldsprobe, quasi als säße man selbst mit dabei. Der fast dauerhaft entrückte und grüblerische Ausdruck von Adele verkommt beinahe zur Maske. Vielleicht will uns Kechiche quälen wie seine Protagonistinnen, vielleicht will er uns nahebringen wie zerstörerisch so ein Beziehungsalltag sein kann, okay. Aber in epischer Breite muss ich das nicht haben. Doch auch Kapitel 2 hat wundervolle, zwischenmenschliche Momente, auch wenn es keine fröhlichen mehr sind.
Alles in allem ein sehenswerter Film, wenn auch deutlich zu lang.

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fetabitch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr langer, aber auch sehr guter Film. Wegen der Längen aber und den etwas zu ausnutzenden Sexszenen dann doch nur 8 Punkte.
Adele war für mich ein sehr spannender Charakter, v.a. da die Schauspielerin Adele eine sehr eigene Art der Mimik hat: Entweder weinen oder lachen und dazwischen (90% ca.) ein an Ausdruckslosigkeit grenzendes Gesicht, dessen Mund IMMER offen ist. Dennoch besser als Kristen Stewart :D Adele bringt nämlich soooo viel subtile Emotionen in diesen Ausdruck, dass man meint, ihre Gedanken lesen zu können - ihre Faszination, ihre Unsicherheit, ihre Lust, Trauer... am meisten aber scheint sie mir depri zu sein, zu sehr in ihrer Gedankenwelt und zu entrückt; auf eine etwas traurige Art.

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Lampionella

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Bedenke, dass es aber neben ihrer Darstellung erst möglich ist, sie und ihre Emotionen so gut beobachten zu können weil einem die Machart des Films; die Kamera die Gelegenheit dazu gibt. Ich bin ohnehin eine Verteidigerin von Kristen Stewart und ich glaube dass jemand wie sie nämlich auch sehr beeindrucken könnte wenn sie einen Rahmen wie in "La vie d'Adéle" gegeben bekommt (was nicht heißen soll, dass sie es NUR dann kann bzw. könnte). Allgemein kann man so wie dieser Film gemacht ist, überhaupt erst in Ruhe beobachten und dann gleich auch noch selber interpretieren und wird nicht allzu sehr gedanklich in eine Richtung und zu bestimmten Annahmen gedrängt, wie es in den meisten Filmen, durch Schnitte und Erzählweise bedingt, schon eher üblich ist.


fetabitch

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ich stimme dir vollkommen zu!
ich denke, dass adeles mimik für viele ausdruckslos empfunden werden kann, habe aber ja dann selbst geschrieben, wie viel die schauspielerin dennoch darin zeigt. besser, akzentuierter als kristen stewart finde ich sie trotzdem - auch wenn das nicht heißen soll, dass kristen schlecht ist! beide haben ihre eigene art.
bei manchen rollen und manchen schauspielern ist eine vermeintlich zurückhaltende mimik einfach genau richtig für einen film.


OpusEst

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Bewertung7.5Sehenswert

Selten, dass ein Film gefühlt nur aus Nahaufnahmen besteht. Aber die unglaubliche Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen lassen auch eigentlich kaum etwas anderes zu. Enorm wie echt viele der Szenen wirken. Ganz große Kunst.
Viele der Szenen wirken improvisiert. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass diese großartigen Szenen als gesamter Film zumindest für mich nicht wirklich funktionieren. Es fehlt der rote Faden. Manches ist überflüssig oder einfach zu lang.
Einige Szenen bekommen von mir eine glatte 10. Dem ganzen Film kann ich nur 7,5 geben.

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BlueSquirrel

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Bewertung4.5Uninteressant

Ich verstehe einfach nicht, was so viele Leute in diesen Banalgeschichten sehen. Der Demokrat in mir weigert sich Unterstellungen auszuteilen, bei denen er evtl. ohnehin falsch liegt, aber man hofft doch immer wieder, dass alle wirklich ehrlich sind und unterhalten waren. Blau ist übrigens keine warme Farbe und der Originaltitel war wesentlich besser, aber es passt zu dieser duseligen Atmosphäre. Will übrigens gerade nicht mit jemandem verwechselt werden, der den Film furchtbar fand. Fluktuationen der Libido können immer recht unterhaltsam sein, und Außenseiter sind die einzigen Seiter, die oft überhaupt der Rede wert sind. Nur grenzt das Alles wieder mal an Alltäglichkeit. Alltäglichkeit mag ein legitimes Kunstziel sein, aber außergewöhnliche Umstände sind ebenfalls real und der Rede wert. Mein Gott! Wenn ich von so etwas hier inspiriert wäre, würde ich den ganzen Tag durch die Gegend laufen wie ein Honigkuchen mit Gesichtsmerkmalen. Also verzeiht bitte mein schwarzes, zerknittertes und blaues Herz. J'essaie au moins! Das bedeutet: Näää!

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spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Eine bemerkenswerte Liebesgeschichte und ein schauspielerisch bis zur Selbstentblößung mutiges Coming Of Age-Portrait einer jungen Frau auf der Suche nach sich selbst. Kechiche geht bei seinen doch recht expliziten Sexszenen nicht ganz zimperlich um, sowohl mit den Protagonisten, als auch mit dem Zuschauer selbst. (Viel) weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Das hier schrammt für meinen Geschmack zu nah an der Pornogrenze vorbei. Dafür offenbart er einen quasi neurotisch-perfektionistischen Zwang bei seiner Jagd nach Einstellungen mit der Grundfarbe Blau.

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spanky

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Nee, sollte nicht abschrecken. Ist ein guter Film im Prinzip, aber die Gewichtung stimmt irgendwie nicht für meine Begriffe.


spanky

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Also wenn Du auf Coming Of Age als Genre im weiteren Sinn stehst und nix gegen ein wenig Holzhammer-Realismus hast, der wenig Raum für eigene Phantasie lässt, dann hau rein. Es tut (fast) nicht weh.


kobbold

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wie einige andere schon schrieben stand der auch bei mir nicht oben auf der agenda.
Was für ein fehler. Ich finde den Film als "Homo" Film zu sehen trifft ihn nicht. Er erzählt den Schritt ins leben und die Liebe und auch ihr zerbrechen. Er schaut nie weg, egal obs um unsicherheit , heulen mit rotz und wasser, bodenlose traurigkeit und verzweiflung geht von daher passen die Sex scenen auch absolut, sie sind nicht selbstzweck sondern fügen sich ein.
nach "das finstere tal" heute der zweite phänomenale europäische Film. bewegend.

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perpetuum mobile

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der wenigen realistischen Lesbenfilme.

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Cineast_Driver

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Ohja <3


Ioosh698

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kann leichte Spoiler enthalten!

Ich hatte nie vor mir Abdellatif Kechiches mit der Goldenen Palme von Cannes geehrtes Werk "Blau ist eine warme Farbe" anzusehen und hatte bisher nie großes Interesse an dem Film gehabt. Warum ich ihn mir letzenendes doch angesehen habe? Um ehrlich zu sein weiß ich das selbst nicht so genau. War die Verlockung zu groß? Die Neugier? Die Lust auf die Reise in's ungewisse? Oder war es einfach nur der Drang endlich mal wieder eine authentisch erzählte Liebesgeschichte zu sehen? Im Endeffekt werde ich aus meinem Entschluss trotzdem nicht schlau, doch eines weiß ich: Es war definitiv die richtige Entscheidung diesem Streifen eine Chance zu geben, definitiv!

Die 18 jährige Adele ist auf den ersten Blick ein typischer Teenager. Sie hängt mit ihren Freundinnen ab, geht auf Partys, hat Wünsche und Pläne für die Zukunft und versucht das Leben in vollen Zügen zu genießen. Außerdem hat sie eine große Vorliebe für die Literatur, liest unheimlich gern und hat ein großes Talent im Schreiben. Wenn sie Gefühlsmäßig oder allgemein durch den Wind ist, schreibt sie sich den Frust von der Seele und findet darin eine Art der Entspannung. Und so wieder jeder in diesem Alter versucht Adele ihre eigene Sexualität zu erkunden, herauszufinden was sie wirklich will und was sie mag. Sie flirtet mit Jungs, schläft mit ihnen und bemerkt das ihr das alles irgendwie nicht den entscheidenden Kick gibt, irgendetwas fehlt ihr. Eines Tages trifft Adele auf die ältere Kunststudentin Emma und ist sofort fasziniert, ja gar hypnotisiert von deren Ausstrahlung und Erscheinung, was scheinbar auch sofort auf Gegenseitigkeit beruht. Die beiden treffen sich nach und nach wieder und verbringen immer mehr Zeit miteinander. Was scheinbar als Freundschaft beginnt, entwickelt sich immer mehr zu Liebe und damit zu einem Geflecht aus Leidenschaft, Vollkommenheit, Sex, Missverständnissen, Lügen und Schmerz...

Was man "Blau ist eine warme Farbe" lassen muss ist, dass der Film versucht die Geschichte von Adele und Emma so realitätsnah und konsequent wie möglich darzustellen, was ich bei Filmen dieses Genres grundsätzlich immer richtig finde, da so das Leben einfach am direktesten eingefangen wird. Und dies gelingt dem Film wirklich sehr gut. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl hier einer 0815 - Lovestory, die kitschiger und öder nicht sein könnte, beizuwohnen, sondern merkt immer das dieser Streifen einem zu vermitteln versucht, wie die Liebe ist, mit all ihren Höhen und all ihren schmerzlichen Tiefen und nebenbei nochmals verdeutlichen will, das Homosexualität keinesfalls eklig, dumm oder falsch, sondern ganz natürlich, menschlich und im Endeffekt die persönliche Entscheidung der betroffenen ist. Und auch wenn ich mir nichtmal im entferntesten Sinne vorstellen könnte etwas mit dem gleichen Geschlecht anzufangen, kann man sich doch manchmal nur an den Kopf greifen wenn man sieht, wie viele Leute, vor allem in den USA, Homosexualität verabscheuen.

Was den Film allein schon so sehenswert macht sind die absolut grandiosen Hauptdarstellerinnen, Lea Seydoux und Adele Exarchopoulos. Diese beiden harmonieren als Emma und Adele so fabelhaft miteinander, spielen so glaubhaft und innig miteinander das ich wirklich sagen muss das die beiden eines der besten Leinwandpaare abgeben die ich bisher gesehen habe! Dabei ist vor allem Adele Exarchopoulos die mich hier vollkommen begeistert und vor allem mehr als neugierig auf zukünftige Filme ihrerseits gemacht hat, wirklich brillant in ihrer Rolle. Denn diese Frau hat wahrlich Talent! Was sie für Gefühle rüberbringt, wie sie mit ihrer Mimik spielt und allgemein eine so, wie Emma alias Lea Seydoux, geheimnisvolle und faszinierende Aura an sich hat, das ist wirklich brillant!Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die deutsche Synchronisation von Adele. Diese Stimme hatte so was rauchiges, kratziges, aber gleichzeitig auch so wohltuendes und angenehmes an sich. Das fand ich in einer gewissen Art und Weise irgendwie anziehend...
Allgemein finde ich das der ganze Gewissenskonflikt der beiden, die Frage und die damit verbundene Suche nach dem was sie, vor allem Adele, wirklich wollen, sehr gut rübergebracht wird. Hat diese Liebe überhaupt Zukunft? Ist es überhaupt Liebe was sich zwischen den beiden entspinnt? Oder ist es nur eine Phase in Adeles Leben, eine Phase in der sie einfach mal etwas anderes ausprobieren will, den Höhepunkt der sexuellen Lust erreichen will? All dies sind Fragen die der Film allesamt richtig gut löst und zu einem kompakten ganzen verarbeitet. Es kommt immer wieder zu unglaublich fesselnden und berührenden Szenen, vor allem die Szene als sich die beiden Streiten, Emma Adele lauthals und völlig verletzt aus der Wohnung wirft und letztere völlig verzweifelt dahingleitet, die Liebe der beiden scheinbar beendet ist.

Was das ansonsten positive Gesamtbild leider ein bisschen trübt, sind die Sexszenen, die oft schon pornographische Züge annehmen. Nicht das ich was gegen Sexszenen hab, im Gegenteil. Doch hier war mir das ganze oft ein bisschen ZU intensiv, ZU gewollt und viel zu lang. Ich meine, die ganzen Liebesakte werden hier ohne Rücksicht auf Verluste inszeniert, die Kamera hält voll auf die Intimzonen drauf und das ganze treiben scheint oft gar kein Ende zu nehmen. Für einen Kinofilm war das für meinen Geschmack ein bisschen zu derb. Ich denke auch, das man, auf Adele bezogen, in so einem Alter noch nicht einen so wilden, hemmungslosen, befriedigenden und vollkommenen Sex haben kann, vor allem wenn man vorher noch nie was mit einer Frau hatte. Aber naja, das ist nur meine Meinung.

Am Ende bin ich sehr froh mir "Blau ist ein warme Farbe" angesehen zu haben, denn eine besser erzählte Liebesgeschichte habe ich lange nicht mehr gesehen! Wer sich auf den Film einlässt, viel Zeit mitbringt und über die ein oder andere Länge hinwegsieht, der bekommt einen wunderbar erwachsenen, konsequenten und realistischen Film geboten der zurecht die Goldene Palme erhielt. Ansehen lohnt sich!

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Ioosh698

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Bin gespannt wie Du den Film findest...;)


fetabitch

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Was das Auskosten der Sex-Szenen angeht, so bekundigten beide Schauspielerinnen, was für ein Creep der Herr Kechiche doch sei - gelinde ausgedrückt.


zmpfl

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Bewertung9.0Herausragend

Bombastisch geile Performance!

Drei Stunden fast nur Gesichter in einer „außergewöhnlichen

anhaltenden knallbrausigen Explosion von Vergnügen, Traurigkeit,

Zorn, Lust und Hoffnung“

Jeder in Frage kommende Auszeichnung für Film und Darteller, die nicht für oder an diese vergeben wurde disqualifiziert sich selber.

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Ollum666

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Bewertung7.5Sehenswert

Beste, schauspielerische Leistung, ...krasse, mir persönlich schon zu lange Sexscenen, die sowas von echt und ungespielt rüberkamen...ich habe mich auch ernsthaft gefragt, ob eine fünfzehnjährige so einen selbstbekennenden, freien und wilden Sex haben könnte. Ich glaube, nicht. Nie! :D Fand ich mehr als unangemessen (vom Drehbuch her)...nunja.^^ Aber dennoch, ein sehenswerter, drastischer Gefühls- und Liebesfilm. Tolle Hauptdarstellerin.

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Stormborn92

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Bei den Sexszenen hab' ich mich auch mehrmals gefragt wie lange die denn noch gehen. Irgendwann habe ich sogar vorgespult, weil es gar nicht mehr aufhörte.
Sie ist übrigens nicht 15, sondern 17 am Anfang des Films und feiert kurz nach dem Beginn der Beziehung ihren 18ten Geburtstag ;)


Ollum666

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Okay, kann sein. Steht hier so jedenfalls in der Filmbeschreibung, dass sie so alt (jung) sein soll. Trotzdem, manche 70-jährige kommen reifetechnisch nicht zu so nem Sexleben wie sie hier. Hat ja auch nicht uuunbedingt was mit dem Alter zu tun, ...wenn man mega notgeil ist, könnte das auch in dem Alter so abgehen, ist aber doch sehr abwegig, für mein Gefühl.^^ ;o)


filmmanic1991

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

erstklassischer Liebesfilm

"Blau ist eine warme Farbe" ist wunderschön geworden. Das liegt an den beiden Hauptdarstellerinnen die absolut perfekt und glaubwürdig spielen. Ich kannte jedoch nur Léa Seydoux aus Robin Hood von Ridley Scott. Auch Sandor Funtek oder Benjamin Siksou liefern gute Leistungen ab.
Die Kameraführung sehe ich als Stilmittel um die Emotionen richtig gut einzufangen. Dazu lese ich gerade auch die Graphic Novel die als Vorlage diente, in der die Zeichnungen ebenfalls sehr nah dargestellt sind.
Das einzige, was mich gestört hat, sind die zu lang geratenen Sexszenen die jedoch schön und nicht pornographisch gezeigt werden. Keine oder kürzere Szenen dieser Art hätten nicht geschadet.
Fazit: Anspruchsvoller Liebesfilm, der sich gut an die Vorlage hält und auf ganzer Linie überzeugt. Großes Lob an Regisseur und Besetzung von mir!

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romina.watts

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

authentischer geht´s kaum!
fernab von den amerikanischen blockbustern, überzeugt dieser französische film mit absolut realen emotionen!

sicherlich sind die erotischen szenen intensiv, allerdings steht die wahre liebe im vordergrund und diese schauspieler sind perfekt aufeinander abgestimmt, so dass man denen jedes wort und auch jeden akt abkauft!

respekt für einen ausnahmefilm

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Gosu

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Bewertung10.0Herausragend

Schauspielerisch ist der Film somit das beste was ich bisher gesehen habe... die Geschichte wurde brillant erzählt und meiner meinung nach perfekt umgesetzt... alles ist nachvollziehbar und mitreißend... und ich begrüße diese kleinen Szenen, die adele's leben ohne Emma und dem wachsenden Schmerz zeigen... ich bin eigentlich der happend freund.. aber in gewisser Hinsicht, ist es ja auch eins... 10/10

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Suntory

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Am bewegensten fand ich die Szene, als sich die beiden in einem Café wieder treffen und sie, die wunderbare Hauptdarstellerin, damit ringt, sich zu öffnen, sich hingeben zu wollen, ihre große Liebe zurückhaben zu wollen. Unter anderem dort nimmt sich der Film ungewöhnlich viel Zeit und gewinnt damit soviel an Dichte, Glaubwürdigkeit. Selten so berührt von einem Wiedersehensgespräch gewesen.


midesp

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Bewertung10.0Herausragend

Ein sehr authentischer, aufrichtiger Film der selbst belanglose Momente aus dem Leben der Protagonisten unglaublich gut in Szene setzt und dabei keine einzige Sekunde langatmig erscheint. Für mich einer der schönsten Filme der letzten Zeit.

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Cineast_Driver

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Ohja, ein Film für die Ewigkeit <3


StrawStar

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Farbe Blau funktioniert gut als roter Faden der Gefühle/Begierde in dieser Beziehungschronik, die trotz unnötiger Überlänge lohnenswert anzuschauen ist, aber im Vorfeld etwas zu sehr gehypt wurde.

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sachsenkrieger

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich erwartete nach dem Lesen einiger oberflächlicher Inhaltsangaben einen Film über die Selbstfindung junger Menschen, die erste Liebe, die erste Enttäuschung, den ersten Verlust. Das ist grundsätzlich kein schlechtes Thema, um einen Film darüber zu machen. Die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der beiden Hauptdarstellerinnen sollte dabei eigentlich nur eine nebensächliche Rolle spielen.

Was ich präsentiert bekam, war eine endlose Aneinanderreihung immer wiederkehrender Szenen in fast schon unerträglichen Nahaufnahmen. Adele schläft, Adele ißt Spaghetti, Adele trinkt Bier, Adele raucht, Adele tanzt, Adele führt Gespräche ... über was? Dann das ganze wieder von vorn. Das schlimmste von allen aber sind die Sexszenen. Welchen künstlerischen Wert haben diese immer wiederkehrenden, expliziten Bettszenen, die zu den sinnlosesten gehören, die ich je gesehen habe? Ich habe schon lesbische Softpornos gesehen, die einfühlsamer waren als das hier gezeigte. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, das Regisseur Kechiche manche Szenen bis zu 100mal drehen ließ. Auch die beiden Hauptdarstellerinnen äußerten sich nach Beendigung des Films kritisch zu einigen Eigenarten des Regisseurs, die Autorin der Comicvorlage distanzierte sich von den realitätsfernen Sexszenen.

"Da, gleich rotzt sie wieder!" Statt Zärtlichkeit, Liebe, Leidenschaft bekommt man tiefe Einblicke in das Abflusssystem Adeles. 180 Minuten Film, in denen völlig unnötige Zeitsprünge gemacht werden mussten, weil zuviel gebrabbelt, geraucht, geküsst, gegessen, gerotzt und getanzt wurde. Das hört sich abfällig an, ist aber nicht so gemeint, sondern das, was ich beim Sehen empfand. Für das gleichförmige Schauspiel Adeles mit weit geöffneten, meist ausdruckslosen Augen und ständig geöffnetem Mund, konnte ich leider zu keiner Zeit Sympathie entwickeln. Vielleicht bin ich gefühlsarm, vielleicht habe ich eine schonungslosere Jugend gehabt, vielleicht habe ich unterbewusste Abneigungen gegen irgendetwas gehabt. Letztendlich egal, der Film hat mich bis zur 140. Minute kalt gelassen, dann habe ich es nicht mehr ertragen. Wenn der/das Comic wirklich so gut ist, wie die meisten Kritiker behaupten, kann ich den Zorn der Autorin nachvollziehen.

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TrainSportIng

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Noch nie hat ein Film mich dermaßen zum nachdenken angeregt.
Ein sehr emotionaler, aber auch langer Film über die Höhen und Tiefen in der Beziehung .
Adele's Gefühlswelt und ihr Weg zum Erwachsenwerden wurden in 3 Stunden sehr gut umgesetzt.

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Suntory

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Wunderbarer Film. Sie, die fantastische Adele, erzeugt soviel Dichte, Echheit, dass man rausgehen möchte, sie zu suchen, um ihr irgendwie zu helfen. Ratschläge mitzuteilen, Milch zu holen, die Katze zu füttern. Wunderbar. Gleichzeitig weiss man, da muss sie durch. Ihr ist nicht zu helfen.

Großes Kino.


strawberryblonde

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Bewertung9.0Herausragend

Selten habe ich Schauspielerinnen so spielen sehen. Selten war ich so berührt.

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