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Blau ist eine warme Farbe

La vie d'Adèle, chapitres 1 & 2 (2013), FR Laufzeit 180 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 19.12.2013


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8.1
Kritiker
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8.0
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von Abdellatif Kechiche, mit Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux

Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle) von Abdellatif Kechiche erzählt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen einer 15-Jährigen und einer Kunststudentin. In Cannes gewann das Liebesdrama 2013 die Goldene Palme.

Handlung von Blau ist eine warme Farbe
Der 15-jährigen Adèle (Adèle Exarchopoulos) liegt der attraktive Thomas (Jeremie Laheurte) zu Füßen. Doch anstatt von ihrem Verehrer zu träumen, hat Adèle ganz andere Fantasien: Sie träumt von Emma (Léa Seydoux), einer Kunststudentin mit blauen Haaren, die ihr zufällig über den Weg lief. Die beiden jungen Frauen lernen sich kennen und kommen sich näher, doch damit kommen auch die Probleme.

Hintergrund & Infos zu Blau ist eine warme Farbe
Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle; US-Titel: Blue Is the Warmest Color) von Abdellatif Kechiche (Vénus noire) ist ein französisches Liebesdrama, das auf der Graphic Novel ‘Le bleu est une couleur chaude’ von Julie Maroh basiert und das sich einer leidenschaftlichen lesbischen Liebesgeschichte widmet.

Der knapp dreistündige Film schaffte es 2013 in den Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes und gewann dort die Goldene Palme. Die Jury um Steven Spielberg, Nicole Kidman, Ang Lee, Lynne Ramsay und Christoph Waltz sorgte außerdem für ein Novum, indem sie die Goldene Palme sowohl an den Regisseur als auch an die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos verlieh. Eine Regeländerung hatte es zuvor unmöglich gemacht, den Gewinner der Goldenen Palme mit einem der anderen Preise auszuzeichnen. (AP)

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Cast & Crew


Kritiken (26) — Film: Blau ist eine warme Farbe

Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] „Blau ist eine warme Farbe“, eine lose Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von 2010, bemüht sich, immer ganz nah dran und realistisch zu sein. Und tatsächlich: So nah wie Adèle – physisch wie auch psychisch – ist man einer Hauptfigur im Film selten. Die Protagonistinnen werden von der Kamera regelrecht abgetastet, wie es die Blicke einer Verliebten tun, damit wir ganz in ihre Gedankenwelt eintauchen. Die Gespräche und Bewegungen wirken ungekünstelt, sodass sie an das wahre Leben erinnern. Nur wenn die Kamera feiert, wie Adèle sich partout nicht die Tomatensoße oder den Rotz aus dem Gesicht wischen will, weil sie ja so selbstvergessen ist, dann ist das ein etwas befremdlicher Hyperrealismus. [...]

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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8.0Ausgezeichnet

Die Wucht, die er behutsam ungestüm in einer Laufzeit von fast drei Stunden entwickelt, ist immens. [...] Allem öffentlichen Tumult zum Trotz geht man nicht fehl, Blau ist eine warme Farbe als ein Geschenk zu betrachten, das die Beteiligten sich gegenseitig gemacht haben.

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S. Staake: Filmszene.de S. Staake: Filmszene.de

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8.0Ausgezeichnet

Blau ist eine warme Farbe ist ein sehr guter Film, dessen formelle Stärken – Intimität und Realismus durch langsamen, geschickten Aufbau – untrennbar mit seinen Schwächen – drei Stunden ist bei aller Liebe ein bisschen zu lang für diese Geschichte – verbunden sind.

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Jenni Zylka: fluter, sissy, spiegel online Jenni Zylka: fluter, sissy, spiegel online

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8.0Ausgezeichnet

Über all dem schön anzusehenden Gestöhne im Bett und Geheule beim Streit bleibt die Handlung zuweilen stehen. Die Selbstverständlichkeit von Kechiches ausgelebtem Voyeurismus bewahrt den Film jedoch vor Plattheit.

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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

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8.0Ausgezeichnet

Blau ist eine warme Farbe gelingt es, die Liebe und die Leidenschaft auf der Leinwand sichtbar, greifbar, spürbar zu machen. Es gelingt ihm, uns drei Stunden lang in die Gefühle, in die Irrungen und Wirrungen des Paares hineinzuziehen.

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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8.5Ausgezeichnet

Die Geschichte einer Liebe, eines Coming Outs und eines Reifungsprozesses. Das Unglaubliche bei Blau ist eine warme Farbe ist, wie viel Intimität diese beiden Schauspielerinnen zulassen können!

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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7.0Sehenswert

Kechiches Film ist sensualistisches Erlebniskino, authentizistisch bis zum Anschlag, mitreißend und toll in vielen Momenten – so toll sogar, dass man die Probleme, die der Film eben auch hat, lieber ignorieren würde.

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AndreasGuenther: Radio Köln AndreasGuenther: Radio Köln

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8.5Ausgezeichnet

Adèle Exarchopoulos gibt der Heldin in so aussichtsloser Lage eine naive Unbedingtheit des Fühlens, wie sie eigentlich nur das Leben selbst kennt.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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7.0Sehenswert

Diese Intimität ist es, die Blau ist eine warme Farbe zu einem berührenden Film macht. So nah - im emotionalen wie physischen Sinne - wie Adèle ist man einer Filmfigur selten gekommen

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Pamela Jahn: ray Pamela Jahn: ray

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8.0Ausgezeichnet

Es ist überraschend mit welcher Kraft und Leichtigkeit der Film trotz epischer Länge sein Publikum erobert und dafür gewinnt, der 15-jährigen Adèle drei emotionsgeladene Kinostunden [...] bei der ersten große Liebe zuzuschauen.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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9.5Herausragend

Mit feiner Beobachtungsgabe, dokumentarischer Schärfe und viel Liebe fürs Detail folgt Abdellatif Kechiche seiner Heldin auf ihrer emotionalen Achterbahnfahrt – von ersten Irritationen über die große, vitale Liebe und die leisen Enttäuschungen, die sich unmerklich mit der Zeit einschleichen bis zum großen Schmerz, als die Beziehung zu Ende ist. Die Kamera richtet sich dabei vor allem auf die Gesichter, in denen Trotz, Neugier, Glück und Verletzbarkeit geschrieben stehen. Von wegen männlicher Blick: Sogar die expliziten Sexszenen, die nach der Uraufführung für Diskussionen und Aufruhr sorgten, wirken mitnichten pornografisch, faszinieren vielmehr in ihrer zarten Intimität. Ein Trumpf sind aber auch die Hauptdarstellerinnen: Insbesondere Léa Seydoux verströmt einen magischen Charme, dem man sich schwer entziehen kann, allein ihr betörendes Lächeln besitzt etwas vom Zauber der Mona Lisa.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Oceanic6: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Das Resultat ist mitunter eines der großartigsten und bewegendsten Liebesdramen der Kinogeschichte, welches zudem auf wundersame Weise den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts – speziell den der französischen Jugend – einfängt und im selben Augenblick durch und durch zeitlos erzählt ist. Es versteht sich damit von selbst, dass die dreistündige Laufzeit wie im Flug vergeht. [...]

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

nilswachter

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nailed it!


smoitzheim: Das Manifest, kino-zeit.de ...

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7.0Sehenswert

[…]Als klassische Coming-of-Age-Romanze bietet BLAU IST EINE WARME FARBE erst einmal nichts neues und es ist Kechiches Inszenierung, die unzählige Male auf der Leinwand gesehene Momente - die zaghaften Annäherungen, das unbeholfene Flirten, der erste Kuss, später, wenn die Beziehung zu zerbrechen droht, die Eifersucht und die schmerzverzerrten Gesichter im Streit - aufs Neue spürbar macht und ihnen eine selten dagewesene Intensität verleiht. Jeder Blick, jede Berührung ist mit Bedeutung aufgeladen und Kechiche lässt sie alle einzeln wirken.

Ein konventioneller, aber gut inszenierter Coming-of-Age-Film also - das beschreibt BLAU IST EINE WARME FARBE über weite Strecken, es macht den Film sehenswert, aber erstmal wenig bemerkenswert (oder zumindest nicht so spektakulär, wie man nach der Vorab-Berichterstattung erwartet hatte). Aber da sind eben doch einige Szenen, die herausfallen und die, aus unterschiedlichen Gründen, die Diskussion um den Film dominiert haben. Also, let's talk about sex.[…]

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Soraly: CEREALITY – Magazin für Fil...

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9.0Herausragend

[...] Selbst die kontrovers rezipierten Szenen der Hingabe erforschen die Seite eines Porträts nicht im erotischen oder pornographischen Kontext (immerhin sinken wir einmal sogar knappe sieben Minuten in die Erhebungen und Senkungen der Körper), sondern folgen dem privaten Naturell einer Beziehung fern einer Ästhetisierung mittels scharfer Schnitte am Anfang und Ende. Adèles Sexualität und ihre immediate Unsicherheit strukturieren den Film in einem unbewussten, nahezu lautlosen Stil und mit ihm das subtil-überragende wie furchtlose und entrückte Spiel dieser Adèle Exarchopoulos. Eine Muse aller Kunst in sich, ein Geschenk und eine Sehnsucht. Wäre dies der letzte Film auf Erden, bliebe Film noch immer die sanfte Waffe des Geistes hinein in unsere Gedanken und Herzen.

Manchmal, manchmal in sehr langer Zeit verlieben wir uns wahrhaftig in Film. Denn Film in seiner höchsten Güte zeigt nicht nur das Leben, es verdichtet und bearbeitet es zu den Träumen, denen wir uns in lauen Nächten entgegenstrecken, nach denen wir uns sehnen und sie ein einziges Mal erleben möchten. „Blau ist eine warme Farbe“ lässt jenen Traum erstehen mit der Intensität eines sanften wie schmerzhaften Kusses – ein zarter Biss in unser Herz.

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Andy Dufresne

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"Wäre dies der letzte Film auf Erden, bliebe Film noch immer die sanfte Waffe des Geistes hinein in unsere Gedanken und Herzen."
Ein großartiger Satz!
Ich wollte diesen Film sowieso sehen, jetzt nur umso mehr!


Andy Dufresne

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Wow, eine 9er Vorhersage, das ist wahrlich selten. Aber drunter kann er wohl auch kaum landen. bin sehr gespannt auf die Liebe dieser beiden Frauen.


PhilHeron: DVD-Forum PhilHeron: DVD-Forum

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6.0Ganz gut

Blau ist eine warme Farbe ist doch im Grunde ein nettes Beziehungsdrama, aber auch nicht viel mehr. Der Film kann auch als dreistündiges Demoband der beiden ausgezeichneten Hauptdarstellerinnen gesehen werden.

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BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

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9.5Herausragend

Bedauerlich, dass im Mittelpunkt des Interesses um den französischen Cannes-Gewinner "Blau ist eine warme Farbe" aktuell vorwiegend die berüchtigte, kommerziell tödliche US-Altersfreigabe NC-17 und die expliziten Sexszenen stehen, die zu dieser geführt haben. Denn in der Tat fügen sich diese Bilder intensiver fleischlicher Lust homogen in eine ergreifende Geschichte über die eine wahre Liebe ein, die keine gesellschaftlichen Konventionen kennt.
Nein, Regisseur Kechiche will mit seinem sowohl wunderschönen wie bittertraurigen Werk ganz sicher keine billige Provokation betreiben. Wer hier laut schreit und entsetzt den Saal verlässt, flieht wohl in erster Linie den im Kino äußerst seltenen, in der epischen Spieldauer zerfließenden Augenblicken intimer Wahrheit. Wir verlieren uns mit den Figuren in manchmal existenziellen, manchmal scheinbar trivialen Gesprächen, teilen ihre Leidenschaft für diese Themen und tauchen durch ihre Augen in die Schönheit des Gegenübers ein.
"Blau ist eine warme Farbe" ist ein wahrhaft sinnliches Kinoerlebnis und eines, das man nicht so schnell vergessen wird - wenn man sich denn auf die bewusste Abkehr des Regisseurs von üblichen Erzählstrukturen einlassen kann. Allein das furchtlose Spiel der jungen Newcomerin Adèle Exarchopoulos gehört zum besten, was man in diesem Jahr auf der großen Leinwand bewundern darf.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Kechiche ist es in Blau ist eine warme Farbe wie schon in seinem meisterhaften Couscous mit Fisch gelungen, seinen Figuren auf subtile, naturalistische Weise nahe zu kommen.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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9.0Herausragend

Blau ist eine warme Farbe engagiert sich leidenschaftlich und ehrlich darin, Adèles Erfahrung in ihrer Ganzheit einzufangen - sinnlich, im Kopf und emotional. [...] Dabei ist der Film manchmal so liederlich wie seine Protagonistin, aber nie langweilig, faul oder vorhersehbar.

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Eric Kohn: indieWIRE Eric Kohn: indieWIRE

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8.5Ausgezeichnet

Kechiche gelingt es, die Gefühlswelt seiner beiden Heldinnen auch für den Zuschauer erfahrbar zu machen, wenn gerade keine Sexszene zu sehen ist.

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nilswachter

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schön gesagt :)


AADowd: A.V. Club AADowd: A.V. Club

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9.0Herausragend

Drei Stunden Laufzeit mögen für einen Coming-of-Age-Plot exzessiv erscheinen, aber Kechiche verschwendet kaum eine dieser Minuten. [...] Auch die beworbenen Sex-Szenen sind zu emotional intensiv, um für Pornografie gehalten werden zu können.

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Alle Kritiken (26)


Kommentare (56) — Film: Blau ist eine warme Farbe


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gswingo

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Bewertung9.5Herausragend

Die drei Stunden Filmzeit haben mich erst ein wenig stutzig gemacht, ich fand "Blau ist eine warme Farbe" aber sehr kurzweilig. Er ist unglaublich intensiv gespielt, Adèle Exarchopoulos ist wirklich eindrucksvoll in ihrem Spiel. Mich hat selten eine Schauspielerin so beeindruckt. Der Film lebt von den Emotionen. Liebe, Enttäuschung, Leid... Es wird mit fast nur mit Close-Ups gearbeitet, was eine ganz eigene Atmosphäre erschafft. Es gibt nicht viele Filme in dieser Länge, die ich mir direkt noch einmal anschauen würde, aber "Blau ist eine warme Farbe" würde ich jederzeit wieder schauen.

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emaka

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Bewertung7.0Sehenswert

tolle schauspielerische leistung. warum aber muss dieser film 3 stunden lang sein. versteh ich nich. lang heißt nich gleich toller und wichtiger

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abendrot

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Bewertung4.0Uninteressant

Hat mich enttäuscht. Ich hätte eine eher tiefgründigere Geschichte um das leise Erwachen einer besonderen Liebe sowie deren Zerfall erwartet. Stattdessen geht es aber eben doch etwas mehr um den perfekten Orgasmus als um die große Liebe oder gar ein Coming Out. Die voyeuristischen Sex-Szenen helfen der Story nicht wirklich weiter - ohne wäre der Film aber vermutlich gefloppt und als "Laberfilm" kategorisiert worden. An der Darstellung liegt es übrigens nicht - Léa Seydoux spielt gut und unverkrampft, Adèle Exarchopoulos im Prinzip auch, aber sie guckt 180 Minuten lang wirklich seltsam aus der Wäsche.

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Bastieff

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Bewertung7.5Sehenswert

Nach langem Warten, hab ich ihn nun endlich sehen dürfen: LA VIE D’ADÈLE, der Palme d’Or Gewinner von 2013. Regisseur Abdellatif Kechiche erzählt in diesem Film, wie die Schülerin Adèle (Adèle Exarchopoulos) ihre Sexualität erforscht und dabei feststellt, dass sie sich zu Frauen- und ganz besonders zu Emma (Léa Seydoux)- hingezogen fühlt.

Adèle kommt aus einer normalbürgerlichen Familie, geht noch zur Schule und möchte einmal später als Lehrkraft fungieren, weil ihr der Umgang mit Kindern besonders am Herzen liegt und gleichzeitig auch Spaß macht. Da sie durch ihr hübsches Aussehen von Jungs begehrt ist, geht sie zunächst eine kurzweilige Beziehung mit einem Mitschüler ein und erfährt ihr erstes sexuelles Erlebnis, bei dem sie aber innerlich nichts zu spüren scheint und die Beziehung wieder beendet.
Zufällig begegnet sie beim Überqueren eines Zebrastreifens eine Gleichaltrige mit auffallend hellblauen Haaren. Die Aura die sie umgibt, steckt Adèle sofort an und nistet sich fortwährend in ihrem Kopf ein. Sie kann an nichts mehr anderes denken und beschließt sie zu finden, was ihr zufällig in der Nacht in einer lesbischen Bar gelingt und die beiden sich daraufhin schnell näher kommen.

Abdellatif Kechiche nutzt in diesem dreistündigen Drama sehr oft nahe Aufnahmen, damit wir stets ohne Unterbrechung bei den beiden sind. Dadurch wirken sich viele menschliche Emotionen, wie Weinen, Hoffen und das ineinander Verlieben der beiden Frauen auf intensive Art und Weise auf uns aus. Kechiche reduziert das Schauspiel fast auf ein mimisches Spiel der beiden Hauptakteure. Und was soll man sagen? Das Casting hätte gar nicht besser sein können.
Adèle Exarchopoulos- ihr blüht hoffentlich eine tolle Karriere, dafür drücke ich ihr die Daumen- spielt fantastisch, ergreifend und mit herzzerreißender Leidenschaft eine Frau nach der Suche nach DER Liebe und muss gleichzeitig immer wieder gegen ihre innere Leere ankämpfen, die man ganz besonders in den ruhigeren Szenen- wenn sie alleine unterwegs ist- bestens inszeniert serviert bekommt. Ihre Unsicherheit vor dem Coming-Out ist spürbar, auch ihr tiefes Atmen, das wir zwar nicht immer hören, aber förmlich spüren können, lässt genau darauf zielen, wie sie sich momentan fühlt.
Auf der anderen Seite ist Emma, die ebenfalls brillant von Léa Seydoux verkörpert wird. Sie mag ein wenig das Gegenteil von Adèle sein. Emma ist eine begabte Malerin, aufgeweckt und extrovertiert, während die introvertierte Adèle ihre wirklichen Gefühle nur der „Liebe ihres Lebens“ zeigt, wenn sie sich leidenschaftlich umschlungen mit ihr im Bett befindet oder wenn sie sich als Aktmodell von Emma zeichnen lässt.
Die viel diskutierten Sexszenen, die Kechiche uns sehr wirkungsvoll und hautnah präsentiert, tragen insofern dazu bei, dass wir die exzessive Liebe und die Körperlichkeit der beiden illustrativ zu spüren bekommen. Die Regie entschied sich gegen hastige Schnitte, sondern hinterlässt einen Raum voller Hingabe, Leidenschaft und Begierde, dass fast das Kameraobjektiv zum Beschlagen bringt. Das Verlangen nach der anderen Person kann nur auf diese Weise dekorativ abgebildet werden.

Auch zeigt uns LA VIE D’ADÈLE verschiedene Gesellschaftsschichten - Künstler und Normalbürger- bei ihrem abendlichen Beisammensein und ihrer großzügigen Verzehrung allerlei leckerer Mahlzeiten (Ich hab echt Hunger davon bekommen!).
Doch vergibt der Film keineswegs eine Note darüber, wer sich nun offener zu homosexuellen Themen bekennt, sondern gibt der Hauptakteurin Adèle eine Möglichkeit, ihre Zukunft für die jeweilige Schicht arbeiten zu können.

Zwar mag die Geschichte kaum für großartige Überraschungen sorgen, geht es Kechiche, neben seiner detaillierten Beleuchtung seiner zwei schier unzertrennbaren Charakteren, um das gesamte Emotionsregister der Liebe zweier Menschen. Ja zugegebenermaßen, der Film hat für seine drei Stunden schon einige Längen, hätte hier und da kürzer sein können, gab es aber bei mir keineswegs einen sonderlichen „Gähnfaktor“.
LA VIE D’ADÈLE will seine beiden Figuren einfach ans Herz gewachsen, egal was ihnen widerfährt.
Und deswegen lautet die Devise, die auch kurz im Film benannt wird: Einfach rausgehen und verlieben, Gender egal.

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littledrummerboy01

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die Geschichte von Adéle und Emma ist sicherlich nichts, was man nicht schon gesehen hätte, auch das lesbische nicht. Ich muss aber sagen, ich habe Liebesgeschichten wie diese noch nie so und nur selten so gut gesehen. Der Film vereint ein sehr realistisches Feeling, das auch viel durch die Kameraarbeit entsteht, mit großer in Bilder gefasster Poesie. Es ist großartig zu sehen, wie sich die Farbe blau durch den Film zieht, wie die Bilder zwischen wunderschön und unglaublich direkt wechseln. Und immer wieder beides zusammen bringen. Das Außergewöhnlichste an diesem Film ist aber die Intimität, die er zulässt. Ich glaube, so etwas habe ich noch nie gesehen. Beide Hauptdarstellerinnen, vor allem aber Adéle Exarchopoulos spielen so differenziert und feinfühlig, die Kamera ist so nah bei ihnen, fängt so lebendige Momente ein, dass es in Teilen schon fast schmerzlich intim wird. Dabei hilft auch die gewaltige Laufzeit des Films, der sich bewusst an einigen Stellen zieht und wiederholt, was mich jedoch niemals gelangweilt oder meine Aufmerksamkeit verloren hat, sondern nur zu der intensiven Wirkung beigetragen hat. Vor allem Adéles Charakter ist so vielschichtig und komplex, dass es ständig neue Seiten an ihr zu entdecken gibt, neue Nuancen, die Exarchopoulos perfekt heraus bringt. Ein großes Kompliment an Abdellatif Kechiche, dass er es geschafft hat, so enthemmte und glaubhafte Darstellungen aus seinen Schauspielerinnen heraus zu holen. So wird "Blau ist eine warme Farbe" zu einem höchst emotionalen Trip, der manchmal zwar Geduld fordert, diese aber - ohne dabei große Effekte zu benötigen - immer belohnt. Ganz, ganz großes Kino.

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BaltiCineManiac

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Bewertung9.0Herausragend

Ach ja, es ist immer das Gleiche mit meinen Vorhersagequalitäten, die es für mich aber zum Glück um so spannender machen. Adèle Exarchopoulos konnte sich gleich als Erste ihren César als Beste Nachwuchsdarstellerin abholen, aber ansonsten ging der Cannes-Gewinner beim gerade zu Ende gegangenen Französischen Filmpreis komplett leer aus. Der große Gewinner des Abends heißt Guillaume Gallienne mit seinem Film "Maman und ich". Zudem habe ich seit Langem nicht mehr eine so breit gefächerte Preisverteilung bei einem Filmpreis gesehen. So viel dazu ... ;)

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http://www.moviepilot.de/liste/afdcnfd2010erj-balticinemaniac

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dAShEIKO

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Bewertung4.5Uninteressant

"180 Minuten ist eine lange Dauer" ...so hätte der Film auch heißen können. Die Tatsache dass die Charaktere, vor allem auch Adele nicht wirklich tief gezeichnet werden und die Geschichte sehr vieles hinterm Vorhang läßt, Beziehungen und Nebengeschichten faßt völlig außer acht läßt, zeigt, dass Leinwandzeit eben auch genutzt werden muß. Da nützt es auch nicht viel, wenn die Kamera wunderbare Bilder macht und gewagte, wenn auch ästhetische Sexszenen beinahe massentauglich rüberbringt.

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Hate

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Bewertung6.0Ganz gut

Weniger Sex, mehr reden!

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MrDepad

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"La vie d'Adèle" ist ein französisches Drama, das 2013 die goldene Palme in Cannes gewonnen hat.
Abdellatif Kechiche hat mit seinem Film ein 3-stündiges Epos geschaffen, bei dem es um das Leben der jungen Adèle geht, die feststellt, dass sie sich zu Frauen hingezogen fühlt.
Der Streifen hat durchaus für Kontroversen gesorgt, denn im Gegensatz zu amerikanischen Filmen gibt es hier durchaus freizügige Sexszenen zu sehen, die mehrere Minuten dauern. Diese Szenen sind allerdings niemals pornographisch oder voyeuristisch, sondern sehr erotisch und sinnlich inszeniert, was die gesamte Atmosphäre des Films unterstreicht.
Kechiche wählte für sein Werk eine unglaublich intensive Inszenierung, bei der die Kamera zu jeder Zeit sehr nah an den Gesichtern der Figuren haftet. Dadurch und durch das Verzichten eines Soundtracks erreicht er einen fast schon dokumentarischen Stil, der den Film sehr authentisch wirken lässt.
Grundsätzlich hätte Kechiche seine Geschichte auch in 2 statt 3 Stunden erzählen können, doch gerade die Länge einiger Szenen, das Verweilen im Augenblick und das Auskosten des Moments macht einen Großteil der funktionierenden Wirkung aus, die der Film ausstrahlt.
Dass es hier um eine lesbische Liebe geht, wird bis auf wenige Ausnahmeszenen eigentlich zur Nebensache. Es dreht sich mehr um die eigentlichen Facetten der Liebe, das Kennenlernen, das Knistern, die Sinnlichkeit und Erotik, aber auch die Enttäuschung, Trauer und der Streit.
Ein großer Faktor für das Gelingen dieses Werks ist für mich vor allem das Schauspiel von Hauptdarstellerin Adèle Exarchopoulos. Schon lange hab ich keine so gute weibliche Schauspielperformance gesehen und durch ihr Spiel verleiht sie ihrer Adéle eine unglaublich sympathische, lebensnahe Ausstrahlung. Auch Léa Seydoux ist extrem gut und beide Frauen wurden in Cannes neben dem Film selbst zurecht mit einem Preis ausgezeichnet.
"La vie d'Adèle" ist ein authentisches, gefühlvolles und intimes Liebesdrama, das von atmosphärischen Momenten und dem fantastischen, mutigen Schauspiel der Hauptdarstellerinnen lebt.

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Schloøpselcki

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Bewertung5.0Geht so

Spoiler
"Blau ist eine warme Farbe"- ja klar, der ganze Film ist ja auch komplett in Blau gehalten, und die Haare und alles, tolle Titelidee, ja wirklich! Was wäre so schlimm an "Das Leben der Adèle, Kapitel 1 & 2" gewesen? (Jaja, Graphic Novel und so, aber diese total unsubtile Blauhaltung des gesamten Bilds ist mir einfach zu offentsichtlich gewollt). Tja, man fragt sichö..
Das sind sie also, die wirklich langen 180 Minuten, die in Cannes abräumten und auf die ich mich schon eine Ewigkeit freue, so gut, wie sie besprochen wurden.. Und es gibt auch zunächst einiges, was mir positiv auffällt, vor allem vom rein Äußerlichen her: Mein Blau-Trauma mal beiseite gelassen, ist es für mich die Kamera und die von ihr eingefangenen Bilder, die diesen Film bestimmen und ihn zumindest als ästhetisch wertvoll einstufen, trotz Wackelkamera bleiben vor allem Licht, Setting und Schauspiel im Gedächtnis. Extreme und scheinbar ungeschönte Nahaufnahmen lassen einen sehr dicht an das Geschehen heran, auch wenn diese eher unkonventionelle Drehart nicht wirklich durchgehalten wird: Bei den (extrem in die Länge gezogenen) Sexszenen wird wieder konsequent rausgezoomt und soviel schöner Körper wie möglich gezeigt. Nicht das ich da was gegen hätte, aber ich finde einmal mit dem Konzept angefangen hätte man es auch ein wenig beibehalten können, zumindest was die "Ungeschminktheit" der Szenerie betrifft.
Schauspieltechnisch kann ich nicht groß jammern, Adèle Exarchopoulos (ja, den Namen hab ich kopiert) kann ohne Frage sehr gut, was von ihr verlangt wird, auch wenn ich es ein wenig komisch finde, dass sie einen Großteils ihrer Screenttime guckt als würde ihr jemand durchgängig gegen das Schienbein treten. Die Mitte Zwanzigjährige (?) nehme ich ihr auch nicht so richtig ab, aber das sind ja alles Kleinigkeiten. Léa Seydoux ist ein bisschen großartig. Muss ich ja zugeben.
Das also abgehandelt kann ich mich nun nicht weiter um den Inhalt drücken, der am Anfang des Films durchaus vielversprechend zu sein scheint und mich mindestens ab der zweiten Hälfte extrem anfängt zu langweilen. So möge mir eine höhere Macht vergeben, aber ich verlange mittlerweile irgendwie mehr von einem Film als die etwas unspektakuläre Frage "Kommen sie jetzt wieder zusammen oder nicht oder doch oder nicht aber ja aber nein aber ja.. aber nein..". Das kanns doch nicht gewesen sein? 180 Minuten und die Hälfte davon erfüllt von Aberjas und Aberneins? Ich bitte euch! Zudem sind mir ein paar andere Dinge ein bisschen unangenehm aufgestoßen. Wie zum Teufel kommt es, dass fast alle lesbischen Paare in Filmen immer eine männlich/weibliche Rollenaufteilung haben müssen? Die eine schöpft, die andere kocht und putzt, Emma ist der Künstler, Adèle die Muse, dieses vermaledeite immer wiederkehrende Problem, Vasari und so. Ätzend. Ich würde mir außerdem in den Hintern beißen vor Überraschung wenn ich mir nach ein paar Jahren unveröffentlichten Künstlerdaseins eine besonders noble Semijugendstilvilla in einer total tollen Nachbarschaft leisten könnte. Ha! Ha! Ha!

Nein im Ernst, das ist ja alles wirklich schön und gut, ja, fantastisch möchte man meinen, aber einen tieferen Gedankengang, einen wirklich bleibenden Eindruck hat das einfach nicht hinterlassen können. Naja, außer das ich jetzt WIRKLICH GERNE Spaghetti mit Bolognesesoße essen würde, nur leider sind sich in dieser Kommune ja immer alle zu fein Fleisch einzukaufen (mich eingeschlossen). Na großartig.

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Schloøpselcki

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Naja im ersten Teil ist sie 15 und im zweiten ja wohl älter, so als Lehrerin und es sollen ja auch zwischen Trennung und Ausstellung um die 3 Jahre vergangen sein- wobei, das sind ja irgendwie auch nur Kleinigkeiten :)


Hate

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Sry, hab den Film jetzt erst gesehen - hast natürlich Recht. Aber das is ja in jedem Film so, der über mehrere Jahre spielt.. man kann den ja nicht über mehrere Jahre drehen :D Aber ich denke bei ihr geht das, da sie ja in Wirklichkeit sogar 20 ist, aber dank ihrem jugendlichen Aussehen auch gerade noch ne 15/16jährige spielen kann. Es stört dich wohl vor allem deshalb, weil sich ihr Aussehen halt kaum ändert (nur etwas andere Frisur), deshalb wirkt sie für dich noch wie die 15jährige von Teil 1.

Ich seh übrigens vieles leider ähnlich kritisch... für mich auch etwas enttäuschend, der Film. Nur, dass es bei mir sogar einen Eindruck hinterlassen hat, aber ich muss noch darüber nachdenken...


Aoewir

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vorgemerkt

das muss ich jetz einfach mal loswerden, ohne den Film gesehen zu haben. Ich bin (meines Wissens xD) zwar nicht lesbisch, aber bei Gott im Himmel, ich finde diese zwei Frauen sowas von scharf!

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vega_vincent

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5€ in die Chauvi-Kasse! *pling*


Aoewir

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naja wenn die brüste zB bis zu den Schenkeln hängen, kann ich mir das gut vorstellen, ja xD


BigDi

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Die bisherige Rezeption lässt hoffen, dass der Begriff "Comicverfilmung" einen anderen Klang erhält. (werde dennoch das Gefühl nicht los, dass das ein dreistündiger Porno ist?)

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BigDi

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Na dann. Las öfters von endlosen Sexszenen, aber wahrscheinlich waren das die selben Menschen, die in "Spring Breakers" nur Brüste gesehen haben.


Roco De Long

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Haha. Das glaube ich allerdings auch!


Boogers666

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Bewertung9.0Herausragend

“Please forgive me, I cant Stopp loving you”
-Bryan Adams

“Blau ist eine warme Farbe” ist ein Film über die Liebe, über die Liebe zum Leben, die Liebe zum Sex, die Liebe zum Essen, die Liebe zur Jugend, die Liebe zur Rebellion, die Liebe zur Familie, die Liebe zur Kunst, und die Liebe zur Liebe.
Er ist der imposanteste, realistischste und berührendste Liebesepos der wohl jemals gedreht wurde. Die Gesichter der Hauptdarsteller die wir drei Stunden lang vorbehalten bekommen brennen sich in unser Gehirn und ich konnte eine geschlagenen Woche nicht aufhören an diesen Film zu denken. Es geht hier nicht darum zu zeigen, wie romantisch eine Beziehung sein kann, sondern wie eine Beziehung wirklich aussieht. Sie ist geprägt von Liebe, die allerdings nicht immer offen zu sehen ist. Oftmals, vor allem später in der Beziehung der beiden, wirkt alles routiniert und gefühllos, auch der Sex zieht in der Beziehung den kürzeren. Kein Film hat je das Portrait einer Beziehung über mehrere Jahre hinweg so perfekt gezeichnet wie dieser, die anfängliche Verliebtheit, der Wunsch immer zusammen zu sein, stündlicher Sex und die höchste Verbundenheit zueinander die man eben empfinden kann. Und eben auch die Probleme einer Beziehung die über mehrere Jahre andauert, Unzufriedenheit, Unerfülltheit und der Wunsch nach etwas anderem. Der Film zeigt, dass das Leben oftmals hart ist und nicht jede Liebe ewig anhält, aber dennoch hält er uns immer wieder vor Augen wie schön das Leben ist. Denn “Blau..” ist nicht nur ein Liebesfilm sondern eine Ode an das Leben selbst. Wenn Emma und Adele auf der Parade tanzen und singen, wenn sie im Park liegen und Emma Adele zeichnet, oder die Verbundenheit zu Freunden, die wir im Film oft zu sehen bekommen. All das ist wunderschön inszeniert, und weckt den Lebensgeist in mir. Der Film konzentriert sich dabei komplett auf Adele, was sich darin bemerkbar macht, das der Film fast ausschließlich in Nahaufnahmen gedreht worden ist. Dieser Effekt bewirkt allerdings, dass man eine enorme Verbundenheit zu den Charakteren herstellt. Man beobachtet sie immer aus nächster Nähe, in aller ihrer Schönheit und in all ihrer Hässlichkeit. Das tut manchmal weh, aber sorgt dafür dass man ihre Gesichter und ihre Gesichter nie mehr vergessen wird. Außerdem zeigt uns der Film eben nicht jedes Gespräch und kaut uns jeden Gedankengang der Protagonisten vor, sondern er überlässt es uns, ihre Handlungen zu deuten. Das erspart unnötigen Kitsch und wirkt erfreulicher Weise dabei noch wesentlich realer als im Grunde jeder Hollywood Liebesdreckskitsch. Auch die Sexszenen, über die unnötiger Weise so viel diskutiert wird, zeigen ein meiner Meinung nach realistisches und weniger pornografisches Bild von Sex, das ganze wirkt nicht wirklich erotisch, sondern eher distanziert. Es bleibt noch zu sagen, dass die Schauspieler in diesem Film Ihre Leistung hervorragend machen und sie alle die goldene Palme absolut verdient haben. Und ebenso der Film, der mir umso länger es her ist, dass ich ihn gesehen habe, immer mehr ans Herz wächst. Ein Film in denn man sich verlieben kann. In jeden Charakter , in jedes Bild, in jede Szene. Ein magischer, epochaler Liebesfilm nach dem man erstaunt, aufgewühlt, verwirrt, und vor allem glücklich dass Kino verlässt, da man weiß das Adeles Geschichte noch nicht zu Ende ist. Und ich würde alles dafür geben sie weitere drei Stunden begleiten zu dürfen. Und noch mehr um es selbst leben zu dürfen.

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Sven - Friedrich Wiese

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Toller Kommi!


annaberlin

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Stimme vollkommen überein.


JOvrJO

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Bewertung7.0Sehenswert

"Blau ist eine warme Farbe" ist so eine Sache für sich...
Während ich im Kino sitze, lässt mich der Film kalt. Ich störe mich an den übertrieben schonungslosen Kameraaufnahmen, an den sinnlos unvorteilhaften Einstellungen, dem 20-minütigen Spagettifressen, in dem man die ersten beiden Punkte wunderbar in Aktion sehen kann, an der so schnell verpuffenden Chemie, der fehlenden Musik, dem insgesamt so nüchternen Erzählton, den in Nahaufnahme und Schwenkkamera aufgenommen Mitessern und Hautunreinheiten der beiden Hauptdarstellerinnen, früher oder später an der nur noch schwer zu ertragenden Adèle, bei der ich mir nie sicher bin ob es Schauspiel der Extraklasse ist, das sie da betreibt, oder schlichtweg diese enorme Planlosigkeit, die sie von Natur aus ausstrahlt. An der Tatsache, dass diese Beiden eigentlich keine Chance haben sich kennenzulernen, einfach, weil sie aus verschiedenen Welten kommen, auf der anderen Seite aber auch gar nicht das Bedürnfis zu haben scheinen, das zu überbrücken, solange sie nur --- ja, was denn eigentlich? Da sind Unterhaltungen, in denen Emma sich profilieren und von Sartre, Austern und Kunst reden kann - Alles Themen, von denen Adèle keinen Schimmer hat, "aus dem Alltag gegriffene" Situationen, von denen man gar nicht so recht weiß, was sie einem sagen wollen, ausgelassene Schlüsselszenen, und über allem diesen enormen Widerspruch, wie einen die Kamera so nah an die Gesichter der Beiden heranlassen kann, man aber trotzdem so unendlich weit weg von ihrem Wesen ist, dass man in der zweiten Hälfte des Films kaum einen ihrer Schritte versteht.

Tja. Verwirrenderweise trifft mich der Film dann aber doch, und zwar zuverlässig einige Stunden nachdem ich aus dem Kino raus bin. Ich hab ihn jetzt zweimal gesehen, beide Male mit einer Abgeklärtheit, die sich während der letzten halben Stunde eingestellt hat. Ich dachte "Mit dem Film bin ich fertig". Aber irgendwas an diesem Film sucht einen heim... Vielleicht ist es Adèle selber, die irgendwie doch einen ganz besonderen Eindruck gemacht hat, vielleicht sind es die Aufnahmen in der ersten Hälfte, die einfach nur schön aussehen, vielleicht sind es die Farben... Ich denke über diese Beiden nach und frage mich, was sie einander wohl für den Rest ihres Lebens bedeueten werden. (Was das angeht bin ich dem Film dankbar, dass er sich von dem Ende der Buchvorlage distanziert.) Ich will mir die Geschichte nochmal angucken um abzutauchen, obwohl es mir im Kino doch eigentlich ganz entschieden so vorkam, als könnte mich der Film nicht mitreißen.

So bleibt "Blau ist eine warme Farbe" ein unvergleichlicher Film mit einer unvergleichlichen Wirkung, an die man sich eben erstmal gewöhnen muss. Auf einem seiner Werbeplakate steht ein Zitat aus der Presse - "Jede Sekunde faszinierend". Das trifft den Nagel auf merkwürdige Art und Weise auf den Kopf.

An dieser Stelle sei auch mal die großartige Synchronarbeit erwähnt, die hier geleistet wurde! Von der war ich ausnahmsweise mal kompromislos begeistert ;) So unverbrauchte Sprecher kriegt man heutzutage selten zu hören. ​Und ein letztes Mal muss ich Adèle gesondert erwähnen: ​Maximiliane Haecke für sie - Ein Erlebnis für sich!

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nilswachter

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Sieh dir den Film noch im Originalton später an! Aber es überrascht mich doch sehr, dass die Synchro gut geworden ist. Interessanter Kommentar. Ich aber lustigerweise genau die Szenen, die dir nicht so gefielen, für super, weil ungeschönt, empfunden. Hautunreinheiten, keine Musik und solch intime Momente gibt es sonst im Kino nie!


nilswachter

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Spoilerwarnung!

Regisseur Abdellatif Kechiche soll seine Darstellerinnen sklavisch herumgetrieben und sie zu ihrem absolut Äussersten gepusht haben; die Atmosphäre auf dem Set soll schrecklich gewesen sein und Schauspielerin Léa Seydoux beklagte sich angeblich über eine sehr lange Sexszenen. Eben jene sind es auch, die in diesem Forum offenbar teilweise auf Ablehnung gestossen sind und mitunter zu harten und m.E. unberechtigten Kritiken geführt haben. Der Regisseur setze Liebe mit Sex gleich oder schreie mit den zugegebenermassen sehr extensiven Sexszenen nach Aufmerksamkeit. Selbstredend sind solche Meinungen absolut legitim. Sie werden jedoch m.E. dem Film als solchem nicht gerecht und spiegeln wohl eher tief internalisierte Vorstellungen und Erwartungen an einen Beziehungs- oder Liebesfilm wider. Abdellatif Kechiche reduziere Liebe auf Sex wird oft bemängelt. Doch wollte er überhaupt einen klassischen Liebesfilm drehen?, sollte man sich fragen. Geht es nicht vielmehr um die minutiöse, mit dokumentarischer Genauigkeit portraitierte Beziehung zwischen einem rast- und mitunter ratlosen, an der eigenen Orientierungslosigkeit fast verzweifelnden Teenager und einer jungen, selbstbewussten und gestandenen Frau, die sich überhaupt nicht ähnlich sind und vor allem auf der sexuellen Ebene harmonieren, und darum, dass vielleicht gerade deshalb ihre Beziehung letztlich zum Scheitern verurteilt ist?

Von der ersten Begegnung zwischen Adèle und Emma bis zum Ende des Films steht die gegenseitige sexuelle Attraktivität im Zentrum. Die beiden jungen Frauen werden nie als Seelenverwandte dargestellt, sie bleiben sich bis zum Schluss immer etwas fremd. Nur kurz und flüchtig scheint etwas wie Liebe, wie sie die allgemeine Vorstellung dominiert, erkennbar zu sein, aber so richtig glaubt man an diese Beziehung eigentlich nie. Adèle scheint jenseits der sexuellen Beziehung keinen richtigen Zugang zu Emma gefunden zu haben, und auch Emma kann sich nie vollständig auf ihre Partnerin einlassen. Zu unterschiedlich sind die beiden Typen und Charaktere, zu verschieden der Freundeskreis und die Lebensphilosophie. Hinzu kommt eine distinkte Sozialisierung in einer bürgerlichen Familie einerseits (Adèle) und einer weltoffenen Künstlerfamilie anderseits (Emma).
Was der Zuschauer letztlich in den satten und spannenden 3 Stunden Laufzeit miterlebt, ist die Chronik einer Beziehung, die genau dort aufhört wo andere Beziehungen richtig zu blühen beginnen. Nach der Zeit der Schmetterlingsgefühle, in der Zeit wo die Schwächen offenbar werden und die charakterlichen Unterschiede zwischen Menschen an Relevanz gewinnen und über dem körperlichen Verlangen stehen. Und es ist im Film genau dieser Moment, als sich die beiden Protagonistinnen zu entfremden beginnen und auch nicht mehr zueinander finden können. Zuvor wird man Zeuge eines scheinbar perfekten Glücks. Scheinbar, weil das Gesicht der jungen Adèle eine andere Sprache als das Erzählte spricht und jeden Moment von Tränen überfluten werden kann. Wenig überzeugt nimmt sie an einer Demonstration für Homosexuelle teil und kann ihre Beziehung mit Emma auch nie den Eltern oder der Öffentlichkeit richtig eingestehen. Diese Unsicherheit widerspiegelt sich in dem gesamten Charakter von Adèle. Jede kleinste Gefühlsregung und jede neue Situation drohen sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Halt findet sie dabei bei der selbstbewussten und kecken Emma nur bedingt, und eigentlich auch nur dann, wenn sie mit ihr schlafen kann. Den Film deshalb auf Sex zu reduzieren wird ihm aber schlicht nicht gerecht.

La Vie d’ Adèle ist natürlich im Kontext diverser Beziehungsfilme – man denke auch an Blue Valentine – nicht besonders neu; Krisen und gescheiterte Beziehungen wurden schon oft portraitiert. Singulär ist jedoch, dass es hier um zwei Frauen geht und vor allem die Art und Weise, wie nah der Zuschauer dem Geschehen ist. Der Film besteht aus unzähligen Nah- und Grossaufnahmen der Gesichter der Protagonistinnen, die einen jegliche Gefühlsregung hautnah miterleben lassen. Dass dabei auch die Sexszenen explizit und von ungeheuerlicher, aber nie ausgestellter Intensität sind, ist nur folgerichtig. Diese Szenen mögen zwar einen etwas gar männlichen Blick offenbaren – die einzige Schwäche des Films -, driften aber nie ins Voyeuristische ab und zeigen die beiden Körper der Darstellerinnen oftmals in Posen, die eher an plastische Kunst, denn an einen Erotikfilm erinnern. Abdellatif Kechiche gelingt das Kunststück eine perfekte Balance zwischen nie gesehener Intimität und dokumentarischer Distanz zu halten, egal ob bei Sexszenen oder beim Essen von Spaghetti. Die Kameraführung gehört mit zum Besten, was man im Kino je gesehen hat.
Wirklich unglaublich und für den Film absolut existenziell sind aber die beiden Darstellerinnen Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux. Was die beiden Darstellerinnen hier leisten - und ich spreche nicht von den Sexszenen – ist so gewaltig und so unfassbar gut, dass man dafür kaum Worte finden kann. Dagegen wirkt Heath Ledgers Joker direkt hölzern – ohne dessen Leistung herabwürdigen zu wollen. Was hier gezeigt wird, hat mit Schauspiel nur noch wenig gemein. Das Spiel ist so echt und so ehrlich, dass es schon fast unangenehm ist. Adèle und Léa liefern eine Tour de Force, wie man sie seit Jahren nicht im Kino gesehen hat und wohl von auch nicht so schnell wieder sehen wird. Ihre Hingabe an die Figuren ist vollendet und wunderschön, aber auch schmerzhaft persönlich.

Genauso ist es auch dieser Film. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Abdellatif Kechiche und seinen Darstellerinnen das wohl ehrlichste, beeindruckendste und wahrhaftigste Beziehungsdrama der Generation gelungen ist. Hier geht es um viel mehr als Sex. Es geht um Attraktivität, Jugend, Selbstfindung, die Kunst loszulassen, Vergebung, Schuld, Freude und Leid, Orientierungslosigkeit und Selbstzweifel. Und ja, es geht um Liebe.

Ist La Vie d’Adèle ein Liebesfilm? Diese Frage lässt sich nicht beantworten. Allein, was ist Liebe überhaupt? Wie definiert man sie? Hat überhaupt jemand das Recht zu sagen, was Liebe ist und was nicht?

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JJGittes

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Bewertung0.0Hassfilm

Hier geht es nicht um Liebe, sondern nur darum, ob man eine Frau zum Orgasmus bringen kann oder nicht. Und ich dachte immer Liebe wäre etwas romantisches, etwas seelisches...
Immer die gleichen Einstellungen, ohne was neues zu versuchen und das 3 Stunden lang, keine Überraschungen, einfallslose, langweilige Dialoge und eine Liebe die überhaubt nicht nachvollziehbar ist. Wenn der Film von einem Mann und einer Frau handeln würde, dann würde kein einziger davon sprechen! Von Abdellatif habe ich hier nur etwas vermittelt bekommen: Je tiefer man den Finger in die Vagina der Frau bekommt, desto mehr liebt man sie.

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-Jolie-

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"Von Abdellatif habe ich hier nur etwas vermittelt bekommen: Je tiefer man den Finger in die Vagina der Frau bekommt, desto mehr liebt man sie." - Made my day. :D


jollyroger

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100% Zustimmung und immer noch ein Punkt zuviel in der Wertung.


zenows

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Bewertung9.5Herausragend

Der beste Film des Jahres 2013 für mich.

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Cineast_Driver

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Fand Laurence Anyways noch mitreissender, weil der Film auch die Gender-Study des Almodovar und Fassbinder vollendet. Dazu ist die Liebe in dem Film als zentrales, episches Element zu sehen.

"Blau" ist dennoch ein Meisterwerk, bin die 3 Stunden im Kino fast dahingeschmolzen und ist für mich die Nr. 2 des Kinojahres 2013!

Achja, Adele und Lea sind unvergesslich!


zenows

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Ich freue mich auf die DVD.


Punsha

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Bewertung4.0Uninteressant

Das war also der Cannes-Gewinner 2013, der Film, für den ich anhand des überschwänglichen Lobs von (fast) allen Seiten meine Jahres Top 10 nach hinten verschoben hatte. Doch wie das meistens so ist: Irgendwo steckt immer der Wurm drin. Fangen wir chronologisch an.
Der erste Teil, in dem die titelgebende Adèle mit 17 Jahren ihrer Sexualität erstmals richtig auf den Grund geht, hätte kaum langweiliger und ideenloser vorgetragen werden können. Die Kamera klebt fortwährend an den Gesichtern, will nah an den Figuren sein und jede Emotion aufsaugen, aber außer dass einem die Augen schnell wehtun und man zwischen den Zähnen Adèles erkennt, was sie zuletzt gegessen hat, empfinden wir keine Nähe, denn sie alle sind Karikaturen eines akribischen Perfektionisten, der im Umgang mit seiner heiklen Thematik nur das Richtige erzählen will. Es geschieht nichts Überraschendes, nichts in seiner Erzählweise Widersprüchliches, was den Anforderungen, das Leben und die manchmal paradoxe Wirklichkeit widerzuspiegeln, einfach nicht gerecht wird. Erkennbar ist nur eine klare Methodik, nennen wir sie 'Malen nach Zahlen für Arthäusler', der sich alles unterordnet und den Film wohl zu dem Kritikerliebling macht, der er überwiegend ist. Sobald sich aber dann die homosexuelle Beziehung langsam festigt, eröffnen sich vielerlei Wege, die Geschichte weiterzuerzählen. Der Film wird undurchsichtiger, (vor allem durch seine beiden phänomenalen Darstellerinnen) lebendiger und letztlich auch besser, auch wenn er nie die Schwächen des ersten Teils egalisiert, geschweige denn die emotionale Entfesselung und die Sehnsucht nach freier Liebe eines "Brokeback Mountain" erreicht. Es bleibt ein Werk, das zwar von "reif" bis "subtil" alle Lieblingsadjektive eines Filmkritikers vereint, aber weder wirklich fordert noch ehrlich berührt. Eine mittelschwere Enttäuschung.

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Punsha

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@Butch: Geh ruhig rein. Ich scheine ja sowieso eine Ausnahme zu sein und zur Not kannst du mir ja immer noch den Rücken stärken. :) "La Grande Bellezza" werde ich zeitnah leider nicht mehr schauen können.
@jacker: Ja, es gibt drei oder vier sehr explizite Sexszenen (voller Sex wäre übertrieben) und besonders die erste ist mit (geschätzt) 10 Minuten schon relativ heftig. Ich würde ich es aber vielleicht eher als ein Schrei nach Aufmerksamkeit betrachten und fand es demnach einfach schade, dass Kechiche nichts besseres als expliziter Lesbensex einfiel, um sein Publikum zu aktivieren und zu provozieren. Für mich einfach ein Tropfen auf dem heißen Stein.


Punsha

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Aber schön wichsen kann man dazu sicher auch, ja.


nerdkiller

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Bewertung7.0Sehenswert

Schwierig!

Aus der Männerperspektive wird einem hier Tolerantsein sehr leicht gemacht. Schließlich sind die zwei Homos hier weiblich, heiß und reiben - gefühlt - alle 15 Minuten ihre Miezen aneinander. Irgendwo im Hinterkopf stellt man sich dann natürlich die Frage, ob man nicht schon längst aus dem Kino gestürmt wäre, wenn die zwei Hauptdarstellerinnen jenseits der Wechseljahre, fett oder hässlich - oder alles zusammen - wären. Denn die Nähe, die dieser Film dem Zuschauer zu seiner Hauptfigur gewährt, ist wirklich außergewöhnlich. Auch hier kommt die Frage auf: Ist das intensives, schonungsloses und authentisches Kino oder schlicht Voyeurismus im Arthouse-Pelz? Denn der Film beleuchtet die Beziehung der Zwei zu einem erheblichen Teil über Körperlichkeiten. Ist das nun ehrlich, da er dem Zuschauer nicht irgendein Gefasel alá "wahre Schönheit kommt von Innen" eintrichtert, oder völlig einfallslos?

Ich stelle mir hier vor allem die Frage, ob dieser Film zu nah für die Klemmi-Gesellschaft, in der Sex und Liebe sowas wie Lifestyleprodukte zum konsumieren sind, ist, oder ob er einfach nur ein Blender ist, der einen auf gewagt macht, dabei aber nur sein Klientel bedient. Auch dass sich hier natürlich eine Leseratte in eine Kunststudentin verknallt, riecht irgendwie arg nach (Pseudo-) Anspruch für's Bildungsbürgertum. Lesbisch sein ist natürlich nur was für gebildete Frauen; Lesben aus der gesellschaftlichen Unterschicht wären irgendwie interessanter - und wirklich richtig gewagt! Da war "Brokeback Mountain" mit seinen zwei schwulen Cowboys schon ein Stück weiter.

Wie dem auch sei, man muss den Film nun mal so nehmen, wie er ist. Und er ist einfach phänomenal gespielt und wird sich noch lange im Hirn des Zuschauers einbrennen. Auch die Laufzeit ist kein Problem und wird sinnvoll genutzt, was ja nicht selbstverständlich ist, da mittlerweile jeder Quatsch auf "episch" (Yeah!) getrimmt wird. Daher gibt es erstmal ein "sehenswert", denn das ist der Film nun mal - Tendenz geht aber irgendwie sowohl nach unten als auch nach oben.

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Cinepheel

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Bewertung5.5Geht so

Die Dramaturgie dieses Films ist eine Katastrophe. Er beginnt als eine coming of age-Story, in der die junge Protagonistin versucht, mit ihren homosexuellen Neigungen ins Reine zu kommen. Dann trifft sie jemanden, verliebt sich und der Film kippt in eine Geschichte über Intimbeziehungen und sexuelle Obsession, bleibt dabei aber lange völlig undramatisch bzw. konfliktfrei. Irgendwann nach Jahren des Glücks sieht die Protagonistin ihre Liebe plötzlich unerwidert und erst da beginnt der Zentralplot, der ihre verzweifelten Versuche zeigt, mit dem Liebesverlust umzugehen. Nur haben wir da schon bereits zwei Stunden Film hinter uns. Zwei Stunden Exposition, die ein geschickter Autor in die Backstory der Charaktere verfrachtet hätte. Hier ist es so, dass mit jedem neuen Weg, den die Erzählung einschlägt, das Vorangegangene quasi unnötig gemacht wird. Die Grobheit dieser Vorgehensweise ist besonders ärgerlich, weil die einzelnen Stränge/Themen bis zum jeweiligen Bruchzeitpunkt durchaus spannend sind und absolut das Potenzial haben zu einer eigenständigen, in befriedigender Weise zu Ende erzählbaren Geschichte. Die Bearbeitung des eigentlichen Gegenstands, für den sich der Film letztendlich entscheidet (unerwiderte Liebe), fällt dann für insgesamt drei Stunden Filmlaufzeit recht mager aus: jede Menge Tränen und als Fazit: da kann man nichts machen. Bemerkenswert ist allerdings, wie als Resultat der im Hinblick auf den Zentralgegenstand verunglückten Erzählstruktur der Film scheinbar nebenbei und aus Versehen dieses sehr pessimistische, traurige Bild vom Heranwachsen/Älterwerden überhaupt zeichnet, indem er der Protagonistin halt durch ein paar Jahre ihres Lebens folgt, erst durch die Tage der Jugend, Hoffnung und Blüte, dann hinein ins trostlose Erwachsenendasein und die Verhärtung. Die schauspielerischen Leistungen sind exzellent. Die Dialoge sind oft überflüssig, lassen aber wenigstens ein Gespür für Subtext nicht vermissen. Die Sexszenen sind in ihrer Ausgedehntheit unnötig. Ich hatte oft einen Steifen, aber was soll das der Geschichte nützen?

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