Blau ist eine warme Farbe

La vie d'Adèle, chapitres 1 & 2 (2013), FR Laufzeit 180 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 19.12.2013


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7.9
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von Abdellatif Kechiche, mit Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux

Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle) von Abdellatif Kechiche erzählt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen einer 15-Jährigen und einer Kunststudentin. In Cannes gewann das Liebesdrama 2013 die Goldene Palme.

Handlung von Blau ist eine warme Farbe
Der 15-jährigen Adèle (Adèle Exarchopoulos) liegt der attraktive Thomas (Jeremie Laheurte) zu Füßen. Doch anstatt von ihrem Verehrer zu träumen, hat Adèle ganz andere Fantasien: Sie träumt von Emma (Léa Seydoux), einer Kunststudentin mit blauen Haaren, die ihr zufällig über den Weg lief. Die beiden jungen Frauen lernen sich kennen und kommen sich näher, doch damit kommen auch die Probleme.

Hintergrund & Infos zu Blau ist eine warme Farbe
Blau ist eine warme Farbe (OT: La Vie d’Adèle; US-Titel: Blue Is the Warmest Color) von Abdellatif Kechiche (Vénus noire) ist ein französisches Liebesdrama, das auf der Graphic Novel ‘Le bleu est une couleur chaude’ von Julie Maroh basiert und das sich einer leidenschaftlichen lesbischen Liebesgeschichte widmet.

Der knapp dreistündige Film schaffte es 2013 in den Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes und gewann dort die Goldene Palme. Die Jury um Steven Spielberg, Nicole Kidman, Ang Lee, Lynne Ramsay und Christoph Waltz sorgte außerdem für ein Novum, indem sie die Goldene Palme sowohl an den Regisseur als auch an die beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos verlieh. Eine Regeländerung hatte es zuvor unmöglich gemacht, den Gewinner der Goldenen Palme mit einem der anderen Preise auszuzeichnen. (AP)

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Kommentare (88) — Film: Blau ist eine warme Farbe


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spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Eine bemerkenswerte Liebesgeschichte und ein schauspielerisch bis zur Selbstentblößung mutiges Coming Of Age-Portrait einer jungen Frau auf der Suche nach sich selbst. Kechiche geht bei seinen doch recht expliziten Sexszenen nicht ganz zimperlich um, sowohl mit den Protagonisten, als auch mit dem Zuschauer selbst. (Viel) weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Das hier schrammt für meinen Geschmack zu nah an der Pornogrenze vorbei. Dafür offenbart er einen quasi neurotisch-perfektionistischen Zwang bei seiner Jagd nach Einstellungen mit der Grundfarbe Blau.

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HerrGurlitt

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ich will nicht! ;D


spanky

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Also wenn Du auf Coming Of Age als Genre im weiteren Sinn stehst und nix gegen ein wenig Holzhammer-Realismus hast, der wenig Raum für eigene Phantasie lässt, dann hau rein. Es tut (fast) nicht weh.


kobbold

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wie einige andere schon schrieben stand der auch bei mir nicht oben auf der agenda.
Was für ein fehler. Ich finde den Film als "Homo" Film zu sehen trifft ihn nicht. Er erzählt den Schritt ins leben und die Liebe und auch ihr zerbrechen. Er schaut nie weg, egal obs um unsicherheit , heulen mit rotz und wasser, bodenlose traurigkeit und verzweiflung geht von daher passen die Sex scenen auch absolut, sie sind nicht selbstzweck sondern fügen sich ein.
nach "das finstere tal" heute der zweite phänomenale europäische Film. bewegend.

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perpetuum mobile

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer der wenigen realistischen Lesbenfilme.

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Cineast_Driver

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Ohja <3


Ioosh698

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kann leichte Spoiler enthalten!

Ich hatte nie vor mir Abdellatif Kechiches mit der Goldenen Palme von Cannes geehrtes Werk "Blau ist eine warme Farbe" anzusehen und hatte bisher nie großes Interesse an dem Film gehabt. Warum ich ihn mir letzenendes doch angesehen habe? Um ehrlich zu sein weiß ich das selbst nicht so genau. War die Verlockung zu groß? Die Neugier? Die Lust auf die Reise in's ungewisse? Oder war es einfach nur der Drang endlich mal wieder eine authentisch erzählte Liebesgeschichte zu sehen? Im Endeffekt werde ich aus meinem Entschluss trotzdem nicht schlau, doch eines weiß ich: Es war definitiv die richtige Entscheidung diesem Streifen eine Chance zu geben, definitiv!

Die 18 jährige Adele ist auf den ersten Blick ein typischer Teenager. Sie hängt mit ihren Freundinnen ab, geht auf Partys, hat Wünsche und Pläne für die Zukunft und versucht das Leben in vollen Zügen zu genießen. Außerdem hat sie eine große Vorliebe für die Literatur, liest unheimlich gern und hat ein großes Talent im Schreiben. Wenn sie Gefühlsmäßig oder allgemein durch den Wind ist, schreibt sie sich den Frust von der Seele und findet darin eine Art der Entspannung. Und so wieder jeder in diesem Alter versucht Adele ihre eigene Sexualität zu erkunden, herauszufinden was sie wirklich will und was sie mag. Sie flirtet mit Jungs, schläft mit ihnen und bemerkt das ihr das alles irgendwie nicht den entscheidenden Kick gibt, irgendetwas fehlt ihr. Eines Tages trifft Adele auf die ältere Kunststudentin Emma und ist sofort fasziniert, ja gar hypnotisiert von deren Ausstrahlung und Erscheinung, was scheinbar auch sofort auf Gegenseitigkeit beruht. Die beiden treffen sich nach und nach wieder und verbringen immer mehr Zeit miteinander. Was scheinbar als Freundschaft beginnt, entwickelt sich immer mehr zu Liebe und damit zu einem Geflecht aus Leidenschaft, Vollkommenheit, Sex, Missverständnissen, Lügen und Schmerz...

Was man "Blau ist eine warme Farbe" lassen muss ist, dass der Film versucht die Geschichte von Adele und Emma so realitätsnah und konsequent wie möglich darzustellen, was ich bei Filmen dieses Genres grundsätzlich immer richtig finde, da so das Leben einfach am direktesten eingefangen wird. Und dies gelingt dem Film wirklich sehr gut. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl hier einer 0815 - Lovestory, die kitschiger und öder nicht sein könnte, beizuwohnen, sondern merkt immer das dieser Streifen einem zu vermitteln versucht, wie die Liebe ist, mit all ihren Höhen und all ihren schmerzlichen Tiefen und nebenbei nochmals verdeutlichen will, das Homosexualität keinesfalls eklig, dumm oder falsch, sondern ganz natürlich, menschlich und im Endeffekt die persönliche Entscheidung der betroffenen ist. Und auch wenn ich mir nichtmal im entferntesten Sinne vorstellen könnte etwas mit dem gleichen Geschlecht anzufangen, kann man sich doch manchmal nur an den Kopf greifen wenn man sieht, wie viele Leute, vor allem in den USA, Homosexualität verabscheuen.

Was den Film allein schon so sehenswert macht sind die absolut grandiosen Hauptdarstellerinnen, Lea Seydoux und Adele Exarchopoulos. Diese beiden harmonieren als Emma und Adele so fabelhaft miteinander, spielen so glaubhaft und innig miteinander das ich wirklich sagen muss das die beiden eines der besten Leinwandpaare abgeben die ich bisher gesehen habe! Dabei ist vor allem Adele Exarchopoulos die mich hier vollkommen begeistert und vor allem mehr als neugierig auf zukünftige Filme ihrerseits gemacht hat, wirklich brillant in ihrer Rolle. Denn diese Frau hat wahrlich Talent! Was sie für Gefühle rüberbringt, wie sie mit ihrer Mimik spielt und allgemein eine so, wie Emma alias Lea Seydoux, geheimnisvolle und faszinierende Aura an sich hat, das ist wirklich brillant!Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die deutsche Synchronisation von Adele. Diese Stimme hatte so was rauchiges, kratziges, aber gleichzeitig auch so wohltuendes und angenehmes an sich. Das fand ich in einer gewissen Art und Weise irgendwie anziehend...
Allgemein finde ich das der ganze Gewissenskonflikt der beiden, die Frage und die damit verbundene Suche nach dem was sie, vor allem Adele, wirklich wollen, sehr gut rübergebracht wird. Hat diese Liebe überhaupt Zukunft? Ist es überhaupt Liebe was sich zwischen den beiden entspinnt? Oder ist es nur eine Phase in Adeles Leben, eine Phase in der sie einfach mal etwas anderes ausprobieren will, den Höhepunkt der sexuellen Lust erreichen will? All dies sind Fragen die der Film allesamt richtig gut löst und zu einem kompakten ganzen verarbeitet. Es kommt immer wieder zu unglaublich fesselnden und berührenden Szenen, vor allem die Szene als sich die beiden Streiten, Emma Adele lauthals und völlig verletzt aus der Wohnung wirft und letztere völlig verzweifelt dahingleitet, die Liebe der beiden scheinbar beendet ist.

Was das ansonsten positive Gesamtbild leider ein bisschen trübt, sind die Sexszenen, die oft schon pornographische Züge annehmen. Nicht das ich was gegen Sexszenen hab, im Gegenteil. Doch hier war mir das ganze oft ein bisschen ZU intensiv, ZU gewollt und viel zu lang. Ich meine, die ganzen Liebesakte werden hier ohne Rücksicht auf Verluste inszeniert, die Kamera hält voll auf die Intimzonen drauf und das ganze treiben scheint oft gar kein Ende zu nehmen. Für einen Kinofilm war das für meinen Geschmack ein bisschen zu derb. Ich denke auch, das man, auf Adele bezogen, in so einem Alter noch nicht einen so wilden, hemmungslosen, befriedigenden und vollkommenen Sex haben kann, vor allem wenn man vorher noch nie was mit einer Frau hatte. Aber naja, das ist nur meine Meinung.

Am Ende bin ich sehr froh mir "Blau ist ein warme Farbe" angesehen zu haben, denn eine besser erzählte Liebesgeschichte habe ich lange nicht mehr gesehen! Wer sich auf den Film einlässt, viel Zeit mitbringt und über die ein oder andere Länge hinwegsieht, der bekommt einen wunderbar erwachsenen, konsequenten und realistischen Film geboten der zurecht die Goldene Palme erhielt. Ansehen lohnt sich!

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BenAffenleck

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DAS ist sicher! Habe den Kommi auch noch nicht gelesen, da ich den Film auch noch auf meiner Liste stehen habe...


Ioosh698

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Bin gespannt wie Du den Film findest...;)


zmpfl

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Bombastisch geile Performance!

Drei Stunden fast nur Gesichter in einer „außergewöhnlichen

anhaltenden knallbrausigen Explosion von Vergnügen, Traurigkeit,

Zorn, Lust und Hoffnung“

Jeder in Frage kommende Auszeichnung für Film und Darteller, die nicht für oder an diese vergeben wurde disqualifiziert sich selber.

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Ollum666

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Bewertung7.5Sehenswert

Beste, schauspielerische Leistung, ...krasse, mir persönlich schon zu lange Sexscenen, die sowas von echt und ungespielt rüberkamen...ich habe mich auch ernsthaft gefragt, ob eine fünfzehnjährige so einen selbstbekennenden, freien und wilden Sex haben könnte. Ich glaube, nicht. Nie! :D Fand ich mehr als unangemessen (vom Drehbuch her)...nunja.^^ Aber dennoch, ein sehenswerter, drastischer Gefühls- und Liebesfilm. Tolle Hauptdarstellerin.

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Stormborn92

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Bei den Sexszenen hab' ich mich auch mehrmals gefragt wie lange die denn noch gehen. Irgendwann habe ich sogar vorgespult, weil es gar nicht mehr aufhörte.
Sie ist übrigens nicht 15, sondern 17 am Anfang des Films und feiert kurz nach dem Beginn der Beziehung ihren 18ten Geburtstag ;)


Ollum666

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Okay, kann sein. Steht hier so jedenfalls in der Filmbeschreibung, dass sie so alt (jung) sein soll. Trotzdem, manche 70-jährige kommen reifetechnisch nicht zu so nem Sexleben wie sie hier. Hat ja auch nicht uuunbedingt was mit dem Alter zu tun, ...wenn man mega notgeil ist, könnte das auch in dem Alter so abgehen, ist aber doch sehr abwegig, für mein Gefühl.^^ ;o)


filmmanic1991

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

erstklassischer Liebesfilm

"Blau ist eine warme Farbe" ist wunderschön geworden. Das liegt an den beiden Hauptdarstellerinnen die absolut perfekt und glaubwürdig spielen. Ich kannte jedoch nur Léa Seydoux aus Robin Hood von Ridley Scott. Auch Sandor Funtek oder Benjamin Siksou liefern gute Leistungen ab.
Die Kameraführung sehe ich als Stilmittel um die Emotionen richtig gut einzufangen. Dazu lese ich gerade auch die Graphic Novel die als Vorlage diente, in der die Zeichnungen ebenfalls sehr nah dargestellt sind.
Das einzige, was mich gestört hat, sind die zu lang geratenen Sexszenen die jedoch schön und nicht pornographisch gezeigt werden. Keine oder kürzere Szenen dieser Art hätten nicht geschadet.
Fazit: Anspruchsvoller Liebesfilm, der sich gut an die Vorlage hält und auf ganzer Linie überzeugt. Großes Lob an Regisseur und Besetzung von mir!

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romina.watts

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

authentischer geht´s kaum!
fernab von den amerikanischen blockbustern, überzeugt dieser französische film mit absolut realen emotionen!

sicherlich sind die erotischen szenen intensiv, allerdings steht die wahre liebe im vordergrund und diese schauspieler sind perfekt aufeinander abgestimmt, so dass man denen jedes wort und auch jeden akt abkauft!

respekt für einen ausnahmefilm

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Gosu

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Bewertung10.0Herausragend

Schauspielerisch ist der Film somit das beste was ich bisher gesehen habe... die Geschichte wurde brillant erzählt und meiner meinung nach perfekt umgesetzt... alles ist nachvollziehbar und mitreißend... und ich begrüße diese kleinen Szenen, die adele's leben ohne Emma und dem wachsenden Schmerz zeigen... ich bin eigentlich der happend freund.. aber in gewisser Hinsicht, ist es ja auch eins... 10/10

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Suntory

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Am bewegensten fand ich die Szene, als sich die beiden in einem Café wieder treffen und sie, die wunderbare Hauptdarstellerin, damit ringt, sich zu öffnen, sich hingeben zu wollen, ihre große Liebe zurückhaben zu wollen. Unter anderem dort nimmt sich der Film ungewöhnlich viel Zeit und gewinnt damit soviel an Dichte, Glaubwürdigkeit. Selten so berührt von einem Wiedersehensgespräch gewesen.


midesp

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Bewertung10.0Herausragend

Ein sehr authentischer, aufrichtiger Film der selbst belanglose Momente aus dem Leben der Protagonisten unglaublich gut in Szene setzt und dabei keine einzige Sekunde langatmig erscheint. Für mich einer der schönsten Filme der letzten Zeit.

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Cineast_Driver

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Ohja, ein Film für die Ewigkeit <3


StrawStar

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Bewertung6.5Ganz gut

Die Farbe Blau funktioniert gut als roter Faden der Gefühle/Begierde in dieser Beziehungschronik, die trotz unnötiger Überlänge lohnenswert anzuschauen ist, aber im Vorfeld etwas zu sehr gehypt wurde.

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sachsenkrieger

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich erwartete nach dem Lesen einiger oberflächlicher Inhaltsangaben einen Film über die Selbstfindung junger Menschen, die erste Liebe, die erste Enttäuschung, den ersten Verlust. Das ist grundsätzlich kein schlechtes Thema, um einen Film darüber zu machen. Die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der beiden Hauptdarstellerinnen sollte dabei eigentlich nur eine nebensächliche Rolle spielen.

Was ich präsentiert bekam, war eine endlose Aneinanderreihung immer wiederkehrender Szenen in fast schon unerträglichen Nahaufnahmen. Adele schläft, Adele ißt Spaghetti, Adele trinkt Bier, Adele raucht, Adele tanzt, Adele führt Gespräche ... über was? Dann das ganze wieder von vorn. Das schlimmste von allen aber sind die Sexszenen. Welchen künstlerischen Wert haben diese immer wiederkehrenden, expliziten Bettszenen, die zu den sinnlosesten gehören, die ich je gesehen habe? Ich habe schon lesbische Softpornos gesehen, die einfühlsamer waren als das hier gezeigte. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, das Regisseur Kechiche manche Szenen bis zu 100mal drehen ließ. Auch die beiden Hauptdarstellerinnen äußerten sich nach Beendigung des Films kritisch zu einigen Eigenarten des Regisseurs, die Autorin der Comicvorlage distanzierte sich von den realitätsfernen Sexszenen.

"Da, gleich rotzt sie wieder!" Statt Zärtlichkeit, Liebe, Leidenschaft bekommt man tiefe Einblicke in das Abflusssystem Adeles. 180 Minuten Film, in denen völlig unnötige Zeitsprünge gemacht werden mussten, weil zuviel gebrabbelt, geraucht, geküsst, gegessen, gerotzt und getanzt wurde. Das hört sich abfällig an, ist aber nicht so gemeint, sondern das, was ich beim Sehen empfand. Für das gleichförmige Schauspiel Adeles mit weit geöffneten, meist ausdruckslosen Augen und ständig geöffnetem Mund, konnte ich leider zu keiner Zeit Sympathie entwickeln. Vielleicht bin ich gefühlsarm, vielleicht habe ich eine schonungslosere Jugend gehabt, vielleicht habe ich unterbewusste Abneigungen gegen irgendetwas gehabt. Letztendlich egal, der Film hat mich bis zur 140. Minute kalt gelassen, dann habe ich es nicht mehr ertragen. Wenn der/das Comic wirklich so gut ist, wie die meisten Kritiker behaupten, kann ich den Zorn der Autorin nachvollziehen.

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TrainSportIng

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Noch nie hat ein Film mich dermaßen zum nachdenken angeregt.
Ein sehr emotionaler, aber auch langer Film über die Höhen und Tiefen in der Beziehung .
Adele's Gefühlswelt und ihr Weg zum Erwachsenwerden wurden in 3 Stunden sehr gut umgesetzt.

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Suntory

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Wunderbarer Film. Sie, die fantastische Adele, erzeugt soviel Dichte, Echheit, dass man rausgehen möchte, sie zu suchen, um ihr irgendwie zu helfen. Ratschläge mitzuteilen, Milch zu holen, die Katze zu füttern. Wunderbar. Gleichzeitig weiss man, da muss sie durch. Ihr ist nicht zu helfen.

Großes Kino.


strawberryblonde

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Bewertung9.0Herausragend

Selten habe ich Schauspielerinnen so spielen sehen. Selten war ich so berührt.

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Gabster

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Bewertung7.5Sehenswert

BLAU IST EINE WARME FARBE ist ein idealer Film für all jene, denen ihre eigene krisengebeutelten Beziehungen im Alltag noch nicht ausreichen und sich gerne nach getanem Streit ähnliches noch mal bei anderen Menschen ansehen. Leuten wie mich halt. Der Ansatz einer realistischen Beziehung ging mir dann aber doch schon ein bisschen weit. Realismus ist natürlich als Anspruch erstens völlig sinnfrei und hat im Kino eigentlich nichts zu suchen, zweitens ist es auch unglaublich langweilig. Wie Alfred Hitchcock schon mal sagte: Wenn wir unsere Filme jetzt an der Realität messen, bleibt uns nichts anderes übrig, als Dokumentarfilme zu drehen. Und die mochte er ja bekanntlich nicht besonders. Dass BLAU IST EINE WARME FARBE trotz fehlgeleitetem Ansatz doch noch ein mehr als beachtlicher Film geworden ist, ist ein kleines Wunder aber nichts desto trotz vielleicht rational nachvollziehbar:
Ein klarer Punkt, der für den Film spricht, ja vielleicht schon als Argument dafür reicht, dass dieser Film Pflicht für einen jeden Zuschauer ist, sind die Schauspieler. Genauer gesagt eine Schauspielerin. Wenn es für mich derzeit eine junge Schauspielerin gibt, auf deren weiteren Karriere ich angefixt bin wie ein Bescheuerter, dann ist das Adele Exarchopoulos (kann die Dame sich bitte einen Künstlernamen zulegen…). Was die hier leistet ist schon nicht mehr menschlich, wenn sie weint, liebt oder feiert, dann sind das greifbare Emotionen, die mich anspringen packen mitreißen und das Gefühl geben ich bin mittendrin in ihrem Gefühlchaos. Emotionen nicht nur spielen sondern dem Zuschauer quasi um die Ohren hauen, ist eine Gabe und Frau Exardingenskirchen hat das drauf, die hat das verdammt noch mal drauf. Dagegen geht Lea Seydoux in ihrer Rolle völlig unter, ist aber nicht weiter tragisch, Exar… (Künstlername please!) könnte mir auch eine Liebesgeschichte mit einem halbwegs ansehnlichen Umzugskarton vorspielen und ich würds ihr abkaufen. Nichts für ungut Lea, ich mag dich echt, aber nur wenn du nicht grade neben einer Naturgewalt spielst.
Regisseur Kechiche (was sind das eigentlich für Namen in diesem Film???) fällt gelegentlich auf die alte Verwechslung von Realismus und Glaubwürdigkeit rein (nicht immer, wahrscheinlich sogar nichtmal meistens aber doch manchmal) und hier und da hatte ich das Gefühl, der Kameramann täuscht einfach gerne einen epileptischen Anfall vor, aber das kann die Intensität dieser Liebesgeschichte nicht wirklich schmälern. BLAU IST EINE WARME FARBE zieht jede seiner Szenen enorm in die Länge, Kechiche lässt sich Zeit für Beobachtungen und spielt nicht im Entferntesten mit der Idee, abzublenden, ehe nicht alles, was zu dieser Szene gezeigt werden könnte, auch gezeigt wurde. Das gilt übrigens auch für die Sexszenen, alle, die sich gerne an Sexszenen, die nichts zur Story beitragen, abstoßen (nicht doppeldeutig gemeint) sei also von diesem Film abgeraten. Es gibt Szenen, denen das eher schadet als nützt, etwa mindestens einem der unzähligen Vorträge über Kunst und/oder den Vorzug weiblicher Orgasmen gegenüber männlichen. Da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Andere Szenen profitieren aber wie Bolle davon und gewinnen eine fast nicht auszuhaltende Intensität. Nach der Streitszene musste ich den Film erstmal pausieren und n Schluck Wasser trinken so fertig war ich.
Aber nicht nur emotional hat der Film den Bogen raus, auch intellektuell. Zugegeben die ganze sozialrealistische Schiene gerät manchmal ein wenig zur bemühten Erdung und die Sozialkritik ist auch besser, wenn sie subtil daher kommt wie etwa in den beiden Essensszenen (es wird verdammt viel gefuttert in diesem Film) mit den jeweiligen Eltern. Wie Adeles mittellose Eltern Spaghetti-schlürfend von Emma wissen wollen, wie sie denn ihre Künstlerkarriere finanzieren will und im Gegenzug Emmas Eltern über ein paar Austern hinweg Adele Vorwürfe machen, dass sie nur auf finanzielle Sicherheit, nicht aber auf individuelle Entfaltung setzen würde, ist ganz ganz groß und definitiv die beste Stelle des Filmes. Und einen kleinen schalen Nachgeschmack gibt diese Geschichte der alles umwälzenden Streitszene (siehe oben), wenn Emma Adele vor die Tür setzt und die ihr zuruft: Wo soll ich denn noch hin?, als ich mir dann nicht mehr ganz sicher war, wen sie eigentlich liebt: Emma oder deren finanzstarke Eltern…
Trotz Realismus (oder grade deswegen?) gerät der Film oft etwas in Klischees: Adele ist die introvertierte junge Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die durch Integrität und Fleiß ihr Leben stemmen will und dann ihren extrovertierten, aufregenden Gegenpart trifft, der sie diesem Trott entreißt und in die Welt der Kunst, der sexuellen Freiheit und der intellektuellen Gespräche einführt. Ja, das hatten wir schon oft und nicht selten auch noch eindrucksvoller aber das heißt nicht, dass es hier nicht auch funktionieren würde. Der Film gewinnt einiges durch die –strenggenommen völlig funktionslose- erste Stunde, in der Adele noch mit ihrem langweiligen Mitschüler Thomas anbändelt, der nachdem er zunächst als Hauptfigur aufgebaut wurde, dann keine Funktion übernimmt und auch recht schnell wieder für immer verschwindet. In jedem Drehbuchseminar würde einem das um die Ohren gehauen werden aber es gibt ja auch nichts langweiligeres als Drehbuchseminare. Da sagt uns der Film nämlich gleich, dass es nicht um eine Liebesgeschichte geht sondern um das Erwachsenwerden, bei dem halt nun auch mal hin und wieder geliebt wird. Ob Adele am Ende wirklich erwachsen ist, ist schwer zu sagen, aber sie ist sicher nicht mehr die, als die wir sie kennengelernt haben.
Eins noch: Am besten ist der Film, wenn getanzt wird. Ich bin generell der Meinung, dass jeder Film mindestens eine starke Tanzszene braucht und BLAU IST EINE WARME FARBE hat mindestens sieben. Denn neben Essen und Ficken tut Adele das scheinbar am liebsten. Und so wie Adele auch immer am Ausgelassensten wirkte, wenn sie mal tanzt, war ich auch am besten drauf, wenn sie es tat. Da brauch ich dann auch keine Handlung, die übrigens hier gerne mal für einige Zeit stagniert.

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pischti

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Schöner Kommi. War lange etwas abgeschreckt von 180 Minuten Laufzeit, aber wahrscheinlich geht die Zeit schnell vorbei. Dein angesprochener Realismus, die guten Darsteller, das klingt einfach richtig gut.


Gabster

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Wenn man grad mal 3 Stunden Zeit hat, vergehen die hiermit tatsächlich recht flott. Das ist nicht das Problem. Und wenn realistische Dramen was für dich sind, machst du hier wohl kaum was falsch.


SpiceWeasel

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Bewertung9.5Herausragend

Meine Kritikpunkte:

- Adèle Exarchopoulos (Adele) schaut den gesamten Film über immer melancholisch oder verloren in die Gegend selbst wenn es ihr anscheinend gut geht

Thats it!

Gefühlsmeisterwerk!
Brillant zeigt der Film ohne viele Worte das Gefühl vom ersten kribbeln, die Anspannung im Bauch wenn man bemerkt das da viel mehr Emotionen als Freundschaft für das Gegenüber da sind und die Angst sich dem hinzugeben mit all seinen Konsequenzen.

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Malko

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein in wunderschönen Bildern (Nahaufnahmen) erzählter Film über eine frische, sapphische Liebe. Wenn auch manche Sequenzen zu langatmig geraten sind. Doch damit will uns der Regisseur einen Teil des gewöhnlichen Lebens, aber auch die komplette Euphorie und Enttäuschung die die junge, entzückende aber naiven Adèle erlebt, nahe bringen.

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vicktoria.piekarz

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich fand den Film sehr Spannend, eigentlich ist es wieder einer meiner lieblinge geworden... dieser Film hatte so eine Atmosphäre die ich bei Filmen bevorzuge nämlich schwierig und explizit.... Meiner Meinung nach sollte es mehr solche Filme geben ... Ich fand auch mal ab zu das verhalten von Adele manchmal etwas nervig aber ansonsten schön.Werde ich mir auf jeden Fall irgendwann nochmal angucken.

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Blob

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Bewertung9.0Herausragend

Liebesfilme sind eigentlich absolut nicht mein Fall, selbst wenn es Liebeskomödien sind bin ich meist vorsichtig... Warum ich dann "Blau ist eine warme Farbe" mag fragt ihr euch? Böse Zungen werden munkeln es liegt an den unverblümten und langen Sex-Szenen... falsch!!!

Ich mag diesen Film, weil er realitätsnah und nachvollziehbar ist. Diese ganzen Liebesfilme aus Hollywood mit ihren immer gleichen Handlungsverläufen und den immer gleichen Happy-Ends gehen mir ziemlich auf den Sack!
Happy-Ends gibt es hier zwar auch... äääh... naja egal. :-P
Die Natürlichkeit von "Blau ist eine warme Farbe" kommt durch die beiden überragenden Hauptdarstellerinnen, die ich beide vor dem Film noch nicht kannte. Beide geben hier sichtlich alles und ihr Spiel fesselt.

Das die Liebesgeschichte mit knapp drei Stunden ein ziemliches Brett ist kann ich verzeihen, ich war hin und weg. Hier kann sich Hollywood eine dicke Scheibe abschneiden!

- Blob

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longus69

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Bewertung7.5Sehenswert

Her mit den kleinen Französinnen...

Aber Schurz beiseite...;-)

Realismus und Naturalismus sind definitiv Begrifflichkeiten die auf diesen Film zutreffen, der so nah bei seinen Mädels bleibt dass man(n) manchesmal meinen könnte einer Doku beizuwohnen und der positiv als auch negativ ungemein zerstörerischen Kraft der dargestellten ersten Liebe (...allgemeingültig ohne verbindliche geschlechtliche Aussage...) gleich im Dutzend Facetten abgewinnt, die man selbst in seiner Coming-Age-Ära hatte...
Aber gerade die vieldiskutierte langgezogene Sexszene entzaubert eher das Umfeld der beiden, da sie in ihrer überschwenglichen Kamasutra-Mentalität mehr einer reinen Männerfantasie gleicht, als dem sonst dargestellten Normalismus ohne Schminke ,inklusive Rotz und Wasser und Nudelsauce, dessen Kamera keine Totalen zu kennen scheint...
Unterm Strich bleibt aber großes-kleines Kino dass unaufgeregt große darstellerische Kunst und Regietalent erkennen lässt...(losgelöst von der künstlerischen Differenzdebatte im Umfeld des Films)...und vielleicht nicht 180 min. vonnöten gewesen wären...;-)

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Malko

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"...reine Männerfantasie gleicht?" Wieso? Bist du eine Frau?


longus69

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Nee... grade nicht ... `n Mann... und ich kenn doch meine Fantasien ... ;-)



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