Das Herz von Jenin
Das Herz von Jenin (2008), DE Laufzeit 89 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 07.05.2009
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8 Kommentare
Keine
von Leon Geller und Marcus Vetter,
Das Herz von Jenin ist die Geschichte Ahmed Chatibs, einem von Israelis erschossenen Palästinenserjungen, dessen Vater Ismail sich innerhalb von zwölf Stunden entscheidet, vier Organe seines Sohnes sechs israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten. Seitdem sind eineinhalb Jahre vergangen. Was hat Ismail al Chatib aus dem Flüchtlingslager Jenin mit seinem Zeichen des Friedens erreicht? Wenn man wissen will, wie Ismails Geste das Leben der Empfängerfamilien verändert hat, muss man eine Reise durch ganz Israel unternehmen: Von seinen nördlichen Hügeln an der libanesischen Grenze, über die umstrittene Heilige Stadt Jerusalem, bis in den Süden des Landes an den Rand der Negev-Wüste. Das Herz von Jenin ist eine Reise durch besetze Gebiete und durch mit Vorurteilen besetze Herzen. Er führt uns zu Menschen, die gelernt haben, ihre Vorurteile zu überwinden und zu anderen, die auch heute noch von einem Unglück sprechen, mit dem Organ eines Arabers leben zu müssen. Es ist die Geschichte einer humanitären Geste des Friedens, die für einen kurzen magischen Augenblick, all die unlösbaren Konflikte zwischen Israel und Palästina aufzuheben scheint.
Cast & Crew
-
Leon Geller
-
Marcus Vetter
Regie
Schauspieler
- Genre
- Dokumentarfilm
Filmdetails Das Herz von Jenin
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Kritiken (4) — Film: Das Herz von Jenin
Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenAhmed und seine Freunde spielen Krieg. Ein israelischer Soldat verwechselt Spaß und Ernst und schießt dem zwölfjährigen Ahmed in den Kopf. Sein Vater gibt die Organe zur Spende frei. Überraschenderweise erteilen sowohl der Imam als auch die Hamas ihre Zustimmung. Das Herz erhält so die kleine Tochter eines orthodoxen Juden.
Die Meldung geht um die Welt. Die Regisseure Marcus Vetter und Leon Geller besuchen Ahmeds Vater Ismael Khatib, begleiten ihn auf dem Weg zu den Kindern, die nun mit den Organen seines Sohnes leben. Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin", der die Friedensbotschaft verkünden soll: Verständigung ist über alle Schmerzen hinweg möglich. Erreichen tut er womöglich das Gegenteil.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenÜber das Zusammenleben, oder das Nicht-Zusammenleben von Israelis und Palästinensern in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten gibt es einige Dokumentation und auch Spielfilme - mit oft dokumentarischem Touch. Oft geht es darum, Staunen und Wut über das Unrecht einzufangen: Amos Gitai fuhr eine zu Tränen gerührte Rachel Portman ins Grenzgebiet. Catherine Deneuve riskierte einen Blick vom Libanon her auf von israelischen Bomben terrorisierte Gegenden. In „Waltz with Bashir“ und „Z32“ von Avi Mograbi arbeiten sich israelische Ex-Soldaten an ihren Morden ab, die sie wie im Albtraum verfolgen. Einige poetische Ansätze finden einen Weg aus den Schuldzuweisungen, wie zuletzt bei Elia Suleiman und seinem leisen Werk über Jahrzehnte israelischer Besatzung „Die Zeit, die bleibt“ im Wettbewerb von Cannes. Doch Hoffnung wächst so gut wie nirgends.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenWie leicht hätte sich aus dieser bewegenden Geschichte ein wohlmeinendes Pamphlet der Mitmenschlichkeit machen lassen, das zu der Annahme verführt, die Konflikte in der Krisenregion Nahost ließen sich mit etwas gutem Willen schon irgendwie regeln. Doch genau in diese Falle tappen Leon Geller und Marcus Vetter nicht. Sondern zeigen stattdessen Ismael und all die Menschen, die er im Laufe seiner Reise besucht, als Querschnitt durch eine zutiefst heterogene und gespaltene israelische Gesellschaft: Orthodoxe Juden aus den USA, die Ismael auch mal den Rat geben, sein Glück doch als Gastarbeiter in der Türkei zu versuchen, Beduinen, die sich einerseits als Außenseiter empfinden, andererseits aber ganz selbstverständlich in der israelischen Armee dienen, bizarre Grenzkontrollen und paranoide Rituale des Misstrauens und der Erniedrigung und viele andere verstörende Details transportieren ein sehr widersprüchliches Bild Israels als Land mit extremen Spannungen und Kontrasten – ein Bild, das man so aus den Nachrichten nicht kennt und das wahrscheinlich genau deshalb die Realitäten in dem Land umso besser wiedergibt.
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschen"Das Herz von Jenin" ist ein sehr ambivalenter Film, der vor allem durch seinen gitarresken Musikeinsatz immer wieder völlig unnötig emotionalisieren will, was ohne dies Zutun schon interessant genug wäre. Allein für die schwer erträgliche Szene aber, in der Ismael - inzwischen Leiter eines Kinderzentrums in Jenin - bei Familie Levinson auf dem Sofa sitzt, lohnt der Kinobesuch. Der reaktionäre Orthodoxe und der generöse Palästinenser haben sich buchstäblich nichts zu sagen, was nicht nur daran liegt, dass Ismaels auf der anderen Seite der Grenze lebender arabisch-israelischer Verwandter dolmetschen muss. [...] Ein Dialog scheint nicht möglich. Zaghafte Übergabe eines Geschenks von Levinson an Ismael Khatib. Er wird es im Film niemals auspacken. Was bezeichnend ist, nicht für Ismael, sondern den Film. Der schlägt sich ganz auf die Seite Khatibs und macht einen gerade wegen der von der Musik untermalten Einseitigkeit, mit der er das tut, seiner eigenen Position gegenüber reichlich skeptisch.
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Kommentare (4) — Film: Das Herz von Jenin
Kommentar schreibenSozionaut 2012/04/08 21:17:35
Kommentar löschenWenige Konflikte auf der Welt regen die Gemüte derart auf, scheiden die Geister so sehr, wie der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Da sind zwei Völker, die um das Überleben ringen. Das eine aus historischer Verfolgung und jüngster Vernichtung hervorgegangen! Nie wieder will es seine Kinder einem Holocaust ausliefern, nie wieder...nie wieder am Abgrund des völligen Genozids stehen! Auf der anderen Seite stehen die Opfer dieser beständigen Angst, die Palästinenser, die vor ca. 60 Jahren auf ihrem Boden vor einem neugegründeten Staat standen. Habe ich "auf ihrem Boden" geschrieben? Ja, tatsächlich, aber nein, das ist ja einer der Fragen, warum Menschen auf beiden Seiten ihr Leben verlieren. Diese Geschichte erzählt die Geschichte eines palästinensischen Vaters, dessen Sohn von einem israelischen Soldaten erschossen wird. In einer dramatischen Entscheidung gibt er die Organe seines Sohnes zur Transplantation frei. Damit verflechten sich das Schicksal dieses Menschen mit den Schicksalen der Menschen, die die Organe seines Sohnes erhalten, Darunter auch jüdische Kinder, sprich Staatsangehörige des Soldaten, der seinen Sohn erschoss. Ich meine: Unbedingt anschauen, aber gleichzeitig immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, was blendet die Kamera aus in dem sie die eindrucksvolle Bilder eines palästinensichen Schicksals zeigt...
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Mr.Film 2011/06/03 18:26:39
Kommentar löschen"Das Herz von Jenin" nimmt dich mit auf eine Reise durch besetzte Gebiete, Gebiete voll mit Menschen die erfüllt sind von Vorurteilen, Menschen die ihre Stur vergessen und Vorurteile überwinden, Menschen die gespendete Organe eines getöteten Araberjungens in sich haben und dies als Unglück bezeichnen und Menschen die für diese Organe mehr als dankbar sind.
Es ist eine Reise, eine wunderschöne und zugleich traurige Reise, die die Konflikte der Israeli und Palästinenser darstellt, erlebe diesen kurzen aber magischen Augenblick.
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Teo 2011/02/15 19:54:30
Kommentar löschenIch hatte hier ein etwas romantisierendes Werk erwartet, wurde aber positiv überrascht. Der Vater des toten Ahmed übt hier Widerstand auf seine Weise. Die junge orthodoxe Jüdin, die mit einem Organ des toten Palästinensers leben wird, wird ihr Leben lang wissen, wieso sie noch lebt. Interessant sind auch die Nebenschauplätze, die aufzeigen, wie wahnsinnig der Konflikt wirklich ist.
Sollte man wirklich gesehen haben.
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chriskaps 2010/04/07 18:02:50
Kommentar löschenEin Muss, wenn man man etwas tiefer hinter die Nachrichtenkulissen blicken will.
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