Begegnungen am Ende der Welt
Encounters at the End of the World (2007), US Laufzeit 99 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm
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von Werner Herzog,
Im ewigen Eis der Antarktis lebt von der Außenwelt abgeschnitten eine kleine Gruppe von Menschen unter extremsten Bedingungen. Täglich riskieren diese knapp 1000 Männer und Frauen im Dienst der Wissenschaft Leben und (mentale) Gesundheit. Werner Herzog und sein Kameramann Peter Zeitlinger haben sich auf eine sehr persönliche Expedition an den Südpol begeben, um jene Menschen und die bemerkenswertesten Orte dieses Territoriums aufzusuchen. Unter zum Teil lebensgefährlichen Bedingungen spürt Herzog mit seiner Kamera über und unter der Eisdecke eine bis dato unbekannte Welt auf, die in ihrer schier unglaublichen Anmutung und Schönheit wie eine fremde, beinahe surreale Welt aus einer fernen Galaxie auf uns Menschen wirkt. Begegnungen am Ende der Welt ist eine sowohl epische als auch philosophische Erkundung der letzten großen Geheimnisse unseres Planeten und wurde 2009 für einen Oscar nominiert!
Cast & Crew
-
Werner Herzog
Regie
Schauspieler
-
Werner Herzog
- Genre
- Naturdokumentation
- Ort
- Antarktis, Kleinstadt, Kontinent
- Handlung
- Eis, Forschen, Kälte, Pinguin, Schnee, Unterwasser, Wissenschaftler
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Begegnungen am Ende der Welt
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Kritiken (1) — Film: Begegnungen am Ende der Welt
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenIn der zahlreich bevölkerten Abgeschiedenheit des südlichsten Kontinents fängt Herzog unvergessliche Eindrücke ein und trifft vor allem auf Seelenverwandte, die ein Gesprächspartner treffend als professionelle Träumer sowie als Vollzeitreisende und Teilzeitarbeiter bezeichnet. Die in ihrem Wesen ähnlichen Personen muss Herzog fast zwangsweise in der Antarktis antreffen, denn wer sich an den Rändern der Welt bewegt, taucht früher oder später dort auf, wo alle Längengrade in einem Punkt zusammentreffen.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (8) — Film: Begegnungen am Ende der Welt
Kommentar schreibenfilmschauer 2011/11/29 18:38:04
Kommentar löschenDass Werner Herzogs Dokumentationen einen ganz eigenen Stil haben, ist hinlänglich bekannt. Immer auf der Suche nach Grenzerfahrungen, nach ungewöhnlichen Menschen und Inspirationen für sich und den Zuschauer. Gefühlt hat er schon die ganze Welt bereist, doch eines hat wohl (u.a.) noch gefehlt: die eisige Welt der Antarktis. Mit "Begegnungen am Ende der Welt" hat sich diese kleine Lücke geschlossen. Schon gleich zu Beginn des Films betont er dabei, sich von den üblichen Dokumentationen des gleichen Themas distanzieren zu wollen. Was zuerst etwas überheblich klingen mag, doch wenn man Herzogs bisheriges Schaffen kennt, weiß man um seine guten Absichten.
So verwundert es auch nicht, wenn er fast angewidert von dem kleinen Ort berichtet, welches als Ausgangspunkt für die Expedition ins ewige Eis dient. Nur weg aus der Sozialisation, lautet die Devise. Es folgen viele großartige Szenen, die mal die Überlebensstrategien beinhalten oder die Menschen an sich zeigen, die dort eine lange Zeit arbeiten und leben. Herzog versteift sich nicht in eine stark wissenschaftliche Abhandlung, sondern lässt mustergültig das Gesehene für den Zuseher erlebbar erscheinen. Der Blick hinter die Kulissen des Bekannten beinhaltet nicht nur, ungewöhnliche Fragen zu stellen ("Gibt es schwule Pinguine?" sei da stellvertretend nur genannt), sondern auch die Teilzeitbewohner liebevoll zu porträtieren, ganz egal, welche unfassbaren Erfahrungen sie schon gemacht haben. Um die Natur zu zeigen, kann sich Herzog ganz auf seine Mitstreiter wie Peter Zeitlinger, der schon seit längerem sein Kameramann ist, oder David Lindley sowie Henry Kaiser auf musikalischer Seite verlassen. Nicht von ungefähr erinnern dabei so manche Szenen, die Unterwasser spielen, an Herzogs äußerst ungewöhnlichen "The Wild Blue Yonder". Immer wieder traumhaft schön, diese unwirkliche Welt unter dem Eis zu sehen und zu genießen. Aber sind es auch Momente wie die mit dem einsamen Pinguin, die diese Doku unvergesslich machen.
Obwohl es beinahe sentimentale Momente gibt, ist Herzog sicherlich kein simpler Träumer oder Romantiker, sondern weiß an den ein oder anderen Punkt seine Meinung und auch Kritik zu äußern. "Begegnungen am Ende der Welt" reiht sich damit nahtlos in die sehenswerten Dokumentationen der letzten zehn Jahre in seinem Schaffen ein. Es ist fast egal, worum es nun inhaltlich geht, er hat mit seiner unnachahmlichen Arbeitsweise und natürlich seiner persönlichen Erzählstimme einen optimalen Weg gefunden, bei dem man als Zuseher jedesmal erneut sprichwörtlich abgeholt wird und für ein, zwei Stunden bereitwillig mit ihm und den anderen Beteiligten eine unbekannte Welt oder Thematik erkundet. Mir fällt es zunehmend schwerer, Herzog für seine Spielfilme oder seine Dokumentationen mehr zu verehren. Was hingegen überhaupt nicht schwer fällt, ist, diesen Film unbedingt zu empfehlen.
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stalker 2011/09/10 16:31:24
Kommentar löschenWarum sattelt sich der Affe eigentlich keine Ziege?, fragt sich Werner Herzog und reist auf der Suche nach Antworten in die Antarktis, befragt seltsame, verrückte Menschen, filmt Tiere und Landschaften und das mit einem solchen Interesse, einer solchen Neugier, voller Andacht und alles in den Mittelpunkt stellend, vor allem das Entrückte, das nicht "Normale", das Unpassende, all das ist berauschend, wunderschön, komisch, faszinierend, Fragen aufwerfend, über Pinguine zum Beispiel, dabei wollte Herzog doch gar keinen Film über Pinguine drehen, sondern einen über reitende Affen.
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andyewest88 2011/03/11 12:50:12
Kommentar löschenIn lose miteinander zusammenhängenden Teilen erzählt Werner Herzog in gebrochenem englisch, bei dem man bei jedem Satz das Gefühl hat, dass er sich sofort an seiner Zunge verschluckt (sehr lustig!), die Geschichten von den verschiedensten Menschen, die es allesamt an den Südpol verschlagen hat.
Ich muss gestehen, dass ich einige Zeit gebraucht habe, bis der Film mich überzeugt hat, doch spätestens wenn der einsame Pinguin in Richtung Berge und somit in den sicheren Tod aufbricht, wird der Ton des Films deutlich. Traumhafte Bilder am Ende der Welt kombiniert mit Herzogs englisch und skurrilen Protagonisten machen diesen Film sehr sehenswert!
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Windom Earle 2011/03/13 11:51:17
Antwort löschenNaja ''gebrochenes'' Englisch isses ja nicht, eher Englisch mit einem extrem deutschen Akzent
Klopper 2011/02/15 23:48:04
Kommentar löschenIch habe seit einiger Zeit einen stetig wiederkehrenden Traum. Ich stehe in der Antarktis in der Nähe einer etwas skurrilen Forschungsstation, die über eine eigene Bowlingbahn verfügt. Zu mir kommt ein Pinguin. Er blickt mich einen Moment lang still an. Dann sagt er ruhig "Ich muss weiter" und watschelt davon. Ich rufe ihm hinterher, dass er in die falsche Richtung laufe. Das Meer sei auf der anderen Seite. Doch der Pinguin wiederholt immer nur, dass er weiter muss. Und so geht er weiter. In den sicheren Tod.
Werner Herzog ist daran schuld, dass ich von todgeweihten Pinguinen träume.
Doch irgendwie bin ich ihm dafür auch dankbar. Es ist sein Blick für das Abseitige, für die unbekannten Details, für die Fragen, die sonst nie gestellt werden, die seine Filme so besonders machen. Auch in "Encounters at the End of the World" stellt er wieder viele Fragen, die man sich bisher nicht stellte, zeigt Bilder, die wir so nie gesehen haben. Herzog interessiert sich nicht sonderlich für die Arbeit der Antarktisforscher. Er interessiert sich für sie, für ihr Leben, diesen verrückten Ort, den sie ihr zuhause nennen. Und er interessiert sich für die kleinen Geschichten, die Skurrilitäten, die in anderen Naturdokus nie auftauchen.
Herausgekommen ist wieder einmal ein unterhaltsamer sowie nachdenklicher Film. Es gibt spaßige Dinge zu sehen, zum Beispiel ein Schneesturmtraining, bei dem die Filmcrew mit Eimern über den Köpfen über das ewige Eis stolpert. Es gibt die besinnlichen Momente, wie die seltsamen Klänge der Seelöwen in den blauen Kathedralen unter den Eisschollen. Es gibt interessante Lebensgeschichten ebenso interessanter Menschen zu hören.
Und es gibt den einen unendlich traurigen Moment. Den Pinguin, der mich nicht mehr loslassen wird.
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filmschauer 2011/02/16 17:13:17
Antwort löschenDieser einsame Pinguin scheint es dir wirklich angetan zu haben. ;) Schöner Kommentar übrigens!
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Klopper 2011/02/16 19:55:06
Antwort löschenDanke! Irgendwann werde ich die beschwerliche Reise zum Südpol aufnehmen und den Pinguin retten. Es ist meine Bestimmung.
annaberlin 2011/02/22 18:21:38
Antwort löschenIch denke auch immer noch an den Pinguin. Habe den Film vor über zwei Jahren gesehen! Das ist einer der Momente in der Filmgeschichte, die ich nie vergessen werde. Ebenso wie in Grizzly Man, wenn der Fuchs wegrennt.
flixe 2011/02/08 01:39:57
Kommentar löschenFür eine Doku recht lang, aber es gibt einige Bilder in diesem Film, die man so wirklich noch nirgends gesehen hat. Dazu kommt natürlich noch Herzogs eigene sonderbare Art, die den Film komplett durchzieht. Ich finde die Fragen, die er stellt, wunderbar und auch die Art wie er die Interviews führt spricht mich an. Man muss ihn halt schon mögen, um diese Doku zu mögen. Wunderbar war übrigens auch die musikalische Untermalung, beispielsweise wenn die Forscher unter dem Eis hertauchen.
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flixe 2011/02/08 01:43:02
Antwort löschenAch ja, Lieblingszitat war übrigens wo er McMurdo kommentiert und etwas sagt wie: "Hier gibt es grausame Abscheulichkeiten, wie z.B. eine Bowlingbahn."
Gefallen hat mir dazu auch das Zitat von dem amerikanischen Philosophen am Ende des Films.
Danyrail 2011/04/10 13:30:45
Antwort löschenIch finde das Zitat ebendieses Philosophen etwas zu anthropozentrisch (schreibt man das so richtig?), ist zwar eine schöne Vorstellung, aber zu selbstbezogen. Da fehlt mir ein wenig die Demut vor allem.
Allerdings macht das den Film, bzw. dessen Ende nicht schlecht, es ist nur nicht meine Auffassung des Seins. Der Film selber ist großartig.
Shorty06 2011/01/28 13:22:42
Kommentar löschenEncounters at the End of the World von Werner Herzog.
Eine dokumentarische Reise an den Südpol, das symbolische Ende der Welt. Bewaffnet mit einigen Kameras und einer gehörigen Portion Neugier, begibt sich Werner Herzog an die antarktische Forschungsstation McMurdo. Doch bereits zu Beginn stellt er unmissverständlich klar: Es sind nicht wirklich die Forschungsergebnisse, die ihn tangieren. Vielmehr interessieren ihn die Persönlichkeiten, die sich diese menschenfeindliche Umgebung für ihre Arbeit ausgesucht haben und ihre Beweggründe. Er will die Menschen ergründen, und ist sich auch nicht zu fein, die ein oder andere Skurillität anzuschneiden.
Herzog hält seinen Aufenthalt in McMurdo, welches seiner Ansicht nach eher einer riesigen Baustelle ähnelt als einem Arbeitsplatz für Forscher und Naturfreunde, in wunderbaren Bildern fest. Das Filmmaterial gehört wirklich mit zu den schönsten Motiven, die bisher vom Südpol zu sehen waren.
Die Lebensgeschichten der Forscher betrachtet er stets mit einem sehr ironischen Unterton, wahrt allerdings immer den Respekt für ihre Anstrengungen.
So ist dem eigenartigen Deutschen eine faszinierende Dokumentation mit humoristischem Charakter und viel Herz gelungen. Äußerst sehenswert.
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emily 2009/03/30 19:19:34
Kommentar löschenDies ist mein 2. Werner Herzog Film- und wie auch schon bei meiner ersten Begegnung mit Herzogs Grizzly Man (den ich wärmstens empfehlen kann) brennen mir 2 Fragen auf der Seele: Die Erste: Wann gibt es eigentlich eine Doku über Herzog selbst? Seine Sicht auf die Welt und daher auch seine Dokus (die er selbst erzählt, schreibt und produziert) sind doch sehr spezieller Natur. Daher schätze ich auch, dass man seine Dokus entweder total spannend und positiv abgedreht findet oder man hasst sie und denkt der Typ hat definitiv nicht alle Latten im Zaun. Ich gehöre auf jeden Fall zum ersteren und finde seine Sicht auf die Welt mehr als spannend.
Das könnte man dann wohl auch an Herzogs Doku kritisieren, man bekommt keine neutrale Sicht auf die Dinge geboten sondern Herzog bringt dem Zuschauer doch eher seine Meinung nahe. Ob dies zu gefallen weiß, ist wohl Geschmackssache.
Mir persönlich hat Encounters...gefallen, und mich zu einem Punkt der Erde mitgenommen (die Antarktis) über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Interessant waren die Geschichten über die Menschen, die dort leben und forschen. Alle die dort arbeiten haben irgendwie ihr eigenes Päckchen zu tragen und leben dort mehr oder weniger in ihrem eigenen Mikrokosmos. Gleichzeitig zeigt Herzog dem Zuschauer, wie vielseitig die Natur in der Antarktis ist, das dort so viele unterschiedliche Lebewesen leben, hätte ich nie gedacht bzw. noch nie darüber wirklich nachgedacht. Wenn jetzt jemand von der Antarktis spricht, werde ich auf jeden Fall nicht mehr an eine öde Eiswüste denken sondern an ein vielseitiges, wunderbares Gebiet der Erde. Ich denke, in dieser Hinsicht hat Herzogs Doku bei mir schon funktioniert.
Und last but not least, die zweite Frage, die sich mir bei seinen Dokus immer aufdrängt: Hört sich mein gesprochenes Englisch eigentlich auch so furchtbar an wie Werner Herzogs???? Wenn ja, wird nie wieder ein englisches Wort meinen Mund verlassen ;-)
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annaberlin 2009/01/26 15:22:52
Kommentar löschenWerner Herzog, wie immer großartig. Ob man den Film mögen wird, erkennt man an den ersten 5 Sekunden des Trailers, in denen Herzog auf englisch loslegt. HERRLICH. Er liefert zwar Bilder der Antarktis, was aber wirklich im Vordergrund steht, sind die sonderbaren Eigenbrötler, die sich in diese Eiseskälte verlaufen haben. Linguisten in einem Kontinent ohne Sprache, Regime-Verfolgte, Abenteuerlustige, Tiefseetaucher mit Hang zu Science-Fiction...Herzog stellt das Sonderbare in den Vordergrund und provoziert es. "Are there any gay penguins?" fragt er den Pinguinforscher, um ihn zu einer abstrusen Antwort zu procozieren. Herzog ist gefährlich und faszinierend zugleich.
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