Das Süße Jenseits

The Sweet Hereafter (1997), CA Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 05.03.1998

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.6
Kritiker
11 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4
Community
271 Bewertungen
13 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Atom Egoyan, mit Ian Holm und Sarah Polley

In Atom Egoyans oscarnominiertem Drama Das Süsse Jenseits muss eine Kleinstadt mit den Folgen eines Busunglücks fertig werden. Ein Anwalt will die Wut der Hinterbliebenen in eine Sammelklage lenken.

“Das süße Jenseits” erzählt die Geschichte eines tragischen Busunfalls, bei dem 14 Kinder ums Leben kommen. Die daraus entstehenden Folgen verändern das Leben einer Kleinstadt. Der Rechtsanwalt Mitchell Stephens (Ian Holm) trifft in Sam Dent ein und spricht von Schadensersatzklagen und Schuldzuweisungen.

  • 37795279001_1860606269001_th-5061bd3a4facb0e43e571aee-86366013001
  • Das Süße Jenseits
  • Das Süsse Jenseits
  • Das Süsse Jenseits
  • Das Süsse Jenseits

Mehr Bilder (26) und Videos (2) zu Das Süße Jenseits


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Das Süße Jenseits

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Ian Holm ist wunderbar. Atom Egoyan ist ein tief berührender Film gelungen, der gleichzeitig vor Würde strahlt.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (12) — Film: Das Süße Jenseits


Sortierung

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Manchmal weiß man Dinge einfach. Fühlt sie, ohne sie benennen oder erklären zu können. Oft ist dieses Wissen oder Gefühl oder was immer das auch ist, der Grund warum man sich bei manchen Sachen völlig konträr zu seinen Wünschen und Vorstellungen entscheidet. Ganz tief drin sagt einem irgendetwas was richtig und falsch ist und diese Stimme lastet umso schwerer, je länger man versucht sich ihr zu entziehen. Warum ich sowas sage? Weil der Film fast durchgehend dieses Gefühl versprüht. Als ob etwas furchtbares hinter der Tür steht und die innere Stimme sagt: Mach nicht auf!
"The Sweet Hereafter" bekommt dadurch etwas fast traumwandlerisches. Die Figuren, die Geschichte, sie treten teilweise seltsam verschleiert in den Hintergrund. Als ob man nach einem Unfall all die Menschen um sich herum wahrnimmt, aber nicht so real wie sonst, sondern sie scheinen unecht und so anders. Durchbrochen wird dieses Gefühl eigentlich nur vom Rattenfänger, der dem surrealen Schmerz der Menschen ein weltliches, ein faktisches Gesicht geben will. Er, der doch selbst nur auf der verzweifelten Suche nach den Kindern ist.
Dem allem wohnt sogar eine gewisse Spannung inne, da man wirklich nicht weiß wo das hinführt. Stellenweise weiß man noch nichteinmal was man da sieht. Drama? Horror? Böses Märchen? Aber das alles tritt etwas in den Hintergrund, weil diese vorherrschende süße Melancholie komplett von einem Besitz ergreift. Selbst der Unfall, den man nach ca. 50 Minuten endlich zu sehen bekommt, wirkt wie ein seltsamer Albtraum. Eigentlich würde man die Krise bei solchen Bilder fassungslos in sich zusammensacken, ich fühlte aber mich da aber schon wie in Watte gepackt und sah diese Bilder nur noch als Teil dieses Ganzen.
Irgendwie schwebt "The Sweet Hereafter". Noch nicht einmal traurig macht er...selbst das wäre an Gefühl schon zu konkret für diesen Film.

bedenklich? 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

ElMagico

Antwort löschen

War mein erster von ihm...hab vorhin erst geguckt was der sonst so noch gemacht hat...werd ich im Auge behalten!


VisitorQ

Antwort löschen

verdammt guter film.


spanky

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Schwer verdauliches, weil langatmiges und auffällig auf Betroffenheit getrimmtes Kleinstadtdrama. Egoyan kratzt bei aller Angestrengtheit nur an der Oberfläche und will mit seiner leisen, aber konstruierten Art doch so viel tiefer gehen. Vielleicht ist er auch einfach zu leise und bleibt streckenweise ungehört. Holm und Greenwood fühlen sich dabei am authentischsten an, heben das aber auch nicht ins Besondere herauf.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Imi DeVito

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ganz grosses Kino der leisen Töne, dass nachdenklich macht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

annaberlin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Atom Egoyans bester Film ist zugleich sein tragischstes Werk. Gefühl- und stimmungsvoll mit einem großartigen Soundtrack versehen wird die Geschichte eines Busunfalls erzählt, bei dem eine Kleinstadt 14 Schulkinder verliert. Daraus resultierend ergibt sich ein Geflecht von egoistischen, moralisch fragwürdigen Handlungsmotivationen, die den Zuschauer teilweise leicht überfordern. Abgesehen vom mir unverständlichen Ende liegt Egoyans Kunst in The Sweet Hereafter darin, einen spannenden Plot wirkungsvoll umzusetzen und gleichzeitig eine höhere Deutungsebene aufzutun, die sich der Zuschauer aber selbst durch Nachdenken erschließen muss.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

resli

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Der Film ist wirklich tief beeindruckend und in seiner Sparsamkeit abosolut meisterhaft inszeniert. Grossartige Darsteller bringen Charaktere auf die Leinwand, deren Schicksal sehr nahe gehen, ohne dass es je sentimental wird.

S P O I L E R: Was ich überhaupt nicht verstehe, ist der Schluss des Films: Es macht absolut Sinn und ist folgerichtig, dass Nicole durch ihre Aussage einen Prozess verhindern will. Aber wieso schwärzt sie dann die Busfahrerin (absolut grandios: Gabrielle Rose) an? Das hätte dieser ja nochmals massiv zugesetzt und sie wäre durch die Dorfbewohner und letztlich natürlich auch durch die Justiz in die Mangel genommen worden.

Atom Egoyan wollte ja einen Film über Moral machen. Ist diese Lösung seine Vorstellung davon? Ich verstehe den Film nicht. Wer hilft?

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TFX

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Warum hat fast niemand diesen Film gesehen? 200 Bewertungen sind ein Witz.
"Das süße Jenseits" ist einer der Filme, die mich während der Abspann läuft apathisch auf den Fernseher starren lassen, tief in Gedanken versunken, nach der Suche nach Gedanken. Soetwas passiert bei mir von 100 Filmen genau einmal.
Schade, dass ich somit wieder 100 Filme warten muss :)
Die Geschichte ist dabei so geschickt wie komplex ineinander verwoben, ohne das die Gefahr besteht den Überblick zu verlieren.
Besonders gefallen haben mir die ständigen Bezüge zum "Rattenfänger von Hameln", da ich mit der Geschichte aufgewachsen bin und Hameln bei mir um die Ecke liegt und ich öfter dort bin.
Der Film verbindet ruhige Momente an der Oberfläche mit innerlicher Aufgewühltheit, direkte Probleme mit melancholischer Nachdenklichkeit und eine im Prinzip simple Grundstory mit sehr tiefgründigen Elementen und Motiven.
Ich bin froh diesen Film gesehen zu haben, schade dass es in der heutigen Filmwelt immer weniger Platz für berührende Dramen gibt.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

franticfury

Antwort löschen

Unterschreibe ich zu 100%! Absoluter 10 Punkte Film!


T.F.Redcow

Antwort löschen

ich unterschreibe auch! :)


franticfury

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

"As you see her, two years later, I wonder if you realize something. I wonder if you understand that all of us - Dolores, me, the children who survived, the children who didn't - that we're all citizens of a different town now. A place with its own special rules and its own special laws. A town of people living in the sweet hereafter."

Ein Film über das Heilen seelischer Wunden und die moralischen Entscheidungen die manchmal dafür zu treffen nötig sind. Das wollte Atom Egoyan mit seinem Film nach eigener Aussage erreichen und wow, ist es ihm gelungen. "The Sweet Herafter" ist ein unfassbar bewegendes, tiefgründiges Drama über Verlust und Neuanfang. Auf beeindruckende Art und Weise zeigt uns Atom Egoyan wie die heile Welt einer kleinen Gemeinde in Kanada über Nacht in ihren Grundfesten erschüttert wird.

Nachdem ein Schulbus aus ungeklärten Gründen auf dem Weg zur Schule von der Straße abkommt und im Eis einbricht, was mehreren Kindern das Leben kostet, reist der Anwalt Mitchel Stephens in das kanadische Kleinstädtchen, um die Hinterbliebenen der Tragödie in einer Sammelklage gegen den Bushersteller zu vertreten. Er selbst hat seine Tochter bereits vor Jahren an die Drogen verloren, sie hat sich von ihm entfremdet, ist in die Großstadt gezogen, nur manchmal reden die Beiden noch übers Telefon.
Auch um seinen eigenen Verlust zu kompensieren versucht Stephens den Dorfbewohner die Gerechtigkeit zu beschaffen, die sie seiner Meinung nach verdienen. Schließlich, sagt er, muss jemand an dem Unglück Schuld haben. Er versucht die Bewohner der Gemeinde nach und nach auf seine Seite zu ziehen, merkt allerdings schnell, wie tief die Spuren sind, die die Tragödie sowohl bei den Hinterbliebenen als auch bei den Angehörigen der Kinder, die überlebt haben, hinterlassen hat. Er wirkt wie ein Fremdkörper in der Stadt, er muss sich fragen, ob dieses Urteil den Trauernden einen Abschluss bringt, oder womöglich doch nur noch mehr Schaden anrichtet.

"The Sweet Hereafter" ist vor allem ein Drama der leisen Töne, getragen von einem unfassbar guten Cast voller unverbrauchter Gesichter. Atom Egoyans Regie ist einfach perfekt und wurde zurecht mit einer Oscarnominierung bedacht, nie läuft er Gefahr sich in Klischees zu verlieren oder sentimental zu werden. Er hält sich bei der Inszenierung bewusst zurück, um seinen Darstellern genug Raum zu geben sich zu entfalten, weiß aber genau wann er mal kurz aufs Gas zu treten hat. (no pun intended) Zum anderen ist das writing einfach grandios, aus Russel Banks Romanvorlage hat Egoyan ein hervorragendes script gemacht, jeder Dialog, jede Geste der Charaktere sitzt und geht unter die Haut.

"The Sweet Hereafter" ist ein unfassbar ehrliches Drama in dem einfach alles stimmt. Ein Film, der zum Nachdenken anregt und dessen Wirkung noch lange nach dem Ende Bestand hat. Selten hat es mir ein Film so leicht gemacht 10 Punkte zu verteilen :)

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

VisitorQ

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ok. Wir gehen logisch an die Sache heran.

1. Wir haben einen interessanten Plot
2. Grandiose Darsteller
3. Einen daraus resultierenden atmosphärischen und genialen Film
4. Niemanden der ihn sich ansieht.

Logisch, alles ganz logisch. ;-)

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

eradix

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Lawyer: "I can help you." - Billy: "Not unless you can raise the dead."

Mit "The Sweet Hereafter" ist Atom Egoyan ein sehr berührender Film gelungen, der nie sentimental oder abgehoben wirkt. Es ist ein Film nicht über den Tod, sondern über den Verlust von Menschen. Einerseits sind da Eltern, die Erlösung aus ihrem Leid durch eine Klage suchen, um durch Schuldzuweisungen Kompensation erfahren zu können. Andererseits gibt es den Anwalt, der seinen eigenen Verlust zu überwinden versucht und den Eltern Hoffnung geben will. Doch alle müssen erkennen, dass kein einfacher Ausweg existiert und die Trauer ihren Tribut fordert... schließlich auch den Zuschauer, denn so konsterniert die Charaktere wirken, ist man am Ende auch als Beobachter paralysiert und ratlos.

Neben den wunderbaren Schauspielern ist dies gerade das Meisterliche an Egoyans Werk: er verklärt das Unfassbare nicht und macht es doch fühlbar.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Muffin Man

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Ein grossartiger, gefühlvoller, leiser Film mit herausragender musikalischer Untermalung; ein Film voll Traurigkeit, aber auch Schönheit, der einem noch lange zu denken gibt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Beganda

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Unglaublich guter, schöner Film, dem es gelingt, die verschiedenen Perspektiven geschickt in einer Geschichte zu verweben. So funktioniert er sowohl auf abstrakter als auch auf konkret-ergreifender Ebene. Einziger Minuspunkt ist der Anfang, der etwas zu sehr Arthaus schreit. Danach wird es immer besser.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Herr Marcus

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Sarah Polley ist atemberaubend gut. Und der Film ist so tief, das es einem fast Angst macht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch