Der Bewegte Mann
DE 1994
- Genre
- Slapstickkomödie, Schwarze Komödie, Satire, Liebesfilm, Coming Out
- Zielgruppen
- Queer-Film
- Inhalt
Es geht um einen Mann namens Axel, der, nachdem seine Freundin Doro ihn beim Fremdgehen erwischt hat, notgedrungen bei einem flüchtigen Bekannten, der homosexuell ist, einzieht. Seine Freundin Doro merkt jedoch kurze Zeit später, daß sie ein Kind von… — Mehr
Es geht um einen Mann namens Axel, der, nachdem seine Freundin Doro ihn beim Fremdgehen erwischt hat, notgedrungen bei einem flüchtigen Bekannten, der homosexuell ist, einzieht. Seine Freundin Doro merkt jedoch kurze Zeit später, daß sie ein Kind von Axel erwartet, und will ihn als Vater des Kindes zurück - und auch Axel liebt Doro eigentlich immer noch. Die Situation der Wohngemeinschaft mit einem Schwulen führt jedoch zu ungeahnten Verwicklungen und Missverständnissen, und es sieht nicht gut um eine Wiedervereinigung von Axel und Doro aus. Zu diesem Film ist ein US-Remake in Planung.
- Cast
- Til Schweiger, Kai Wiesinger, Judith Reinartz, Martina Gedeck, Antonia Lang, Nico Knaap, Armin Rohde — Mehr
- Regisseure
- Sönke Wortmann
- Autor
- Sönke Wortmann
- Laufzeit
- 93 Minuten
- Zeit
- 1990er Jahre
- Ort
- Deutschland, Köln
- Handlung
- Badewanne, Bett, Coming out, Diashow, Drag Queen, Eifersucht, Erektion, Fleischer, Freundschaft, Heterosexueller, Homosexueller, Kellner, Kellnerin, Mitbewohner, Nackter Mann, Party, Poppers, Schrank, Schuh, Schwulenszene, Schwuler, Seitensprung, Selbsthilfegruppe, Sexuelle Identität, Transvestitismus, Unterdrückte Homosexualität, Verlieben, Versteck, Wohnung
- Stimmung
- Gutgelaunt, Witzig
Über diesen Film
Du…Norbert…da hockt ein nackter Hetero auf deinem Wohnzimmertisch!
Die mehrfach ausgezeichnete Schwulen-Komödie wurde nicht nur für die beiden Hauptdarsteller Joachim Król und Til Schweiger z… — Mehr
Du…Norbert…da hockt ein nackter Hetero auf deinem Wohnzimmertisch!
Die mehrfach ausgezeichnete Schwulen-Komödie wurde nicht nur für die beiden Hauptdarsteller Joachim Król und Til Schweiger zum Karrieresprungbrett, sondern war auch Auftakt für eine Reihe deutscher Beziehungskomödien im Kino der 1990er Jahre.
Handlung
Axel und die Frauen
Als Doro (Katja Riemann) ihren Freund Axel (Til Schweiger) bei einem heißen Liebesabenteuer auf der Toilette in flagranti ertappt, hat sie die Nase voll. Sie setzt ihn vor die Tür.
Axel macht sich also daran, eine neue Bleibe zu finden und als ihm keine seiner Ex-Freundinnen Unterschlupf gewähren will, kommt er zunächst bei seinem Freund Günter (Horst Scheel) unter. Dort trifft er bei einer Männer-Selbsthilfegruppe auf den schwulen Walter – genannt Waltraut (Rufus Beck ). Dieser bietet ihm an, für ein paar Tage bei ihm einzuziehen. Da Axel keine andere Bleibe mehr hat, nimmt er das Angebot dankbar an.
Axel und die Männer
Waltrauts Hoffnungen auf eine heiße Liebesnacht mit dem attraktiven Hetero lösen sich jedoch rasch in Luft auf. Irritiert durch Waltrauts eindeutige Avancen, ergreift Axel schon bald die Flucht nach vorn und zieht zu Waltrauts Freund Norbert (Joachim Król).
Auch dieser hat ein Auge auf Axel geworfen und kann sein Glück kaum fassen. Als er jedoch einen zaghaften Verführungsversuch beim gemeinsamen Dia-Abend startet, wird dieser durch die hereinstürmende Doro unterbrochen, die sofort eine andere Frau in Verdacht hat. Als sie feststellt, dass nicht eine andere Frau, sondern der nackte Norbert hinter der Schranktür steckt, fällt sie aus allen Wolken. Dennoch verträgt sich das Paar bald wieder, denn Doro ist schwanger. Die beiden heiraten.
Axel und Doro
Von nun an traut sie ihrem Axel jedoch noch weniger über den Weg. Zu recht, denn als Doro für ein paar Tage verreisen möchte, verabredet dieser ein Schäferstündchen mit seiner Jugendfreundin Elke ( Antonia Lang). Aus Angst erwischt zu werden, fragt Axel Norbert, ob dieser ihm dafür seine Wohnung zur Verfügung stellen würde. Norbert lebt inzwischen mit dem grobschlächtigen Metzger Horst (Armin Rohde) zusammen, und obwohl ihm die Idee ganz und gar nicht behagt, willigt er letztendlich doch ein.
Als jedoch Doro ihre Reisepläne kurzfristig ändert und in Norberts Wohnung nicht nur den völlig mit einem Aphrodisiakum zugedröhnten Axel auf dem Wohnzimmertisch, sondern auch Elke und Metzger in flagranti antrifft, überschlagen sich die Ereignisse.
Als nun auch noch bei Doro die Wehen einsetzen, bleibt Norbert gar nichts anderes übrig, als sie ins Krankenhaus zu begleiten. Denn Axel ist nach wie vor nicht ansprechbar. Nachdem die Geburt gut verlaufen ist, ist auch Axel wieder in die Wirklichkeit zurückgekehrt. Ihm steht nun nicht nur die Konfrontation mit Doro und Norbert bevor, sondern auch die Verantwortung in seiner neuen Rolle als Vater…
Die Comicvorlage
Der Film entstand nach den Comics Der bewegte Mann und Pretty Baby von Ralf König. Mit über 6,5 Millionen Kinobesuchern in Deutschland ist er einer der erfolgreichsten deutschen Filme überhaupt. Trotz oder auch wegen des Kassenerfolgs entstand Kritik an dem Film, auch von König selbst. Obwohl in der Buchvorlage von Ralf König sowohl Hetero- als auch Homosexuelle durch eine überspitzte Darstellung karikiert werden, betrifft dies im Film nur die schwulen Protagonisten, während der Blickwinkel des Films für den Massenmarkt in die Heteronormativität gerückt wird.
Weiterführende Hinweise
- Ralf König zur Verfilmung seiner Comics
Weitere Informationen im Internet
- Filmkritik von Dieter Wunderlich
- Filmkritik von Pitt Herrmann im Herner-Netz
Quellen
- Der Bewegte Mann in der Wikipedia (dt.)
- Der Bewegte Mann beim Filmportal
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Geht so 5.6
Der Film Der Bewegte Mann wurde von 28 Kritikern bewertet.
Kommentare — Ganz gut 6.2
Der Film Der Bewegte Mann wurde von 2581 Mitgliedern bewertet.
jlorenz1 2009/11/15 17:58:41
Gelungene 1:1 Umsetzung des kultigen Comics von Ralf König aus den achtzigern Jahren, der acht verschiedene Filmpreise gewann. Entstand Anfang der neunziger Jahre bei Abklingen der männlichen Identitäts- und gesellschaftlichen Rollensuche. Ein damaliger Kinokassenschlager, der aber unbedingt voraussetzt, dass man bereit ist in die Schwulenszene sich hineinzuversetzen. Wilde abwechslungsreiche Story mit überraschendem Verlauf. Die Brisanz der Filmbotschaft ist in der heutigen Zeit mittlerweile schon abgeklungen. Zudem finde ich das entsprechende Comic noch ein Spur besser - vielleicht weil es der Fantasie etwas mehr Freilauf gibt ...
Kommentar gefällt mir Antworten
willy50 2009/10/31 08:33:23
Der beste Beweis dafür, das auch mal ein blindes langweiliges Huhn aus Marl einen Korn findet. Prost !
Kommentar gefällt mir Antworten
sconbott 2009/07/29 03:48:47
Nun ja ... irgendwie ein typisch deutsche Komödie aus den 90ern. Die (heutige) deutsche Film-Prominez wirkt aber eher unbeholfen in ihren Darstellungen und so kommt es, dass der Film viel zu überzeichnet und zu abgedroschen wirkt. Zumindest aber ein Erfolg für den deutschen Film gewesen. Ganz WICHTIG und bisher unerwähnt ist die Comic-Vorlage zu diesem Film: Ralf Königs Knollnasen-Klassiker macht viel viel mehr Spass als der Film. Vielleicht daher auch mein schlechter Eindruck vom Film. Abseits üblicher homophober Vorurteile schafft der Comic nämlich das was dem Film nicht so hervorragend gelingt: Für Heteros einen Einblick ins schwule Leben und für alle ein ein paar dicke Lacher. Also, mein Tipp, unbedingt mal vergleichen, auch weil der Film sehr nah am Comic ist. Vielleicht wäre ja ein Zeichentrick besser gewesen? ... Ach ja: Das war ja irgendwie auch typisch 90er und deutsches Kino (Werner und das kleine Arschloch).
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentar schreiben | Alle Kommentare (18)
Deine Meinung zum Film Der Bewegte Mann
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Fans dieses Films gefiel auch
Knockin' On Heaven's Door
DE 1996
Das Wunder von Bern
DE 2003
Comedian Harmonists
DE 1997
Manta, Manta
DE 1991
Crazy
DE 2000
Ansehen: Der Bewegte Mann
Photos: Der Bewegte Mann
Photos hinzufügen | Alle Bilder (8)
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
News zu diesem Film Der Bewegte Mann
Warum Til Schweiger tierisch nervt
2009/12/04 16:00:00
Auf der Leinwand ist Til Schweiger ein Star. Auch als Produzent und Regisseur hat er riesige Erfolge vorzuweisen. Aber sobald er an die Öffentlichkeit tritt, fängt er an, uns tierisch auf den Keks zu gehen.
Der Film Der Bewegte Mann gehört zum Genre Slapstickkomödie, Schwarze Komödie. Regie führte Sönke Wortmann.

Mit rekordverdächtigen Besucherzahlen im Kinojahr 1994 kann Sönke Wortmanns „Der Bewegte Mann“ sich mit Recht als gelungene Komödie behaupten. Trotz des stellenweise recht klamaukig geratenen Drehbuchs bietet „Der bewegte Mann“ einige köstliche Dialoge und behandelt das Schwulen-Thema bei all der Komik und Überspitzung mit einem gesunden Respekt. Auch die Heten kriegen ihr Fett weg. Dabei macht die namhafte wie passende Besetzung der vielen schrägen Figuren einfach Spaß, und einige prägnante Szenen sorgen für herzhafte Lacher. Ein stilvoll-charmanter Soundtrack rundet die Komödie gut ab, hilft nur leider nicht über das etwas schwächelnde Ende hinweg.
Durch die Herkunft der Story, nämlich zwei Comicbände von Ralf König, verzeiht man dem Film die vielen Blödeleien gerne. Darüber hinaus bietet der Film schließlich auch einige witzig verpackte Wahrheiten über Männer und Frauen. Hier gilt: Einfach nur amüsieren!
Kommentar gefällt mir Antworten