Die Filzlaus

L'Emmerdeur (1973), IT/FR
Laufzeit 80 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 22.02.1974

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7.7 Kritiker
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von Edouard Molinaro, mit Lino Ventura und Jacques Brel

Ralph Milan hat einen Job, bei dem er unvorhergesehene Ereignisse wirklich nicht gebrauchen kann: Er ist Killer und plant die Ausführung seiner Aufträge sorgfältig im Voraus. Eine perfekte Planung und starke Nerven – das sind wohl die wichtigsten Voraussetzungen, um in diesem Job erfolgreich zu sein. Für seinen neuesten Auftrag hat er sich in einem Hotelzimmer in südfranzösischen Montpellier einquartiert; vom Fenster aus will er sein Opfer erledigen. Der als zuverlässig bekannte Profikiller soll dieses Mal einen – für gewisse Kreise – unangenehmen Kronzeugen auf dem Weg ins Gerichtsgebäude zum Schweigen bringen. Womit er nicht gerechnet hat: Hemdenvertreter François Pignon im Nebenzimmer. Dessen Frau Louise ist gerade mit dem Arzt Dr. Fuchs durchgebrannt – und in einem Leben ohne Louise kann Pignon beim besten Willen keinen Sinn mehr erkennen. Louise will nicht einmal mehr mit ihm sprechen! Während Milan sein Präzisionsgewehr zusammenschraubt, unternimmt der lebensmüde Pingon im grenzenden Hotelzimmer einen Selbstmordversuch nach dem anderen. Dabei stellt er sich aber so ungeschickt an, dass keine seiner Verzweiflungstaten zum Erfolg führt – aber jeder auf ihn aufmerksam wird. Und das ist verständlicherweise das allerletzte, was Milan in diesem Moment brauchen kann! Ein Toter im Nebenzimmer, das hieße unweigerlich Polizei, Presse und jede Menge Neugierige. Unter solchen Umständen ist ein sauberer Mord kaum möglich. Als Pignon bei dem Versuch, sich zu erhängen, lediglich die Wasserleitung zerstört, spitzt sich die Situation zu. Der aufgeregte Zimmerkellner Nino will die Polizei rufen, was Milan nur noch verhindern kann, indem er sich selbst um den Selbstmordkandidaten kümmert. Der Lebensmüde wird allerdings zur wahren Plage für Milan, der von nun an pausenlos damit beschäftig ist, seinen Zimmernachbarn vor weiteren Verzweiflungstaten zu bewahren. Der weinerliche Pignon hängt sich wie eine Klette an Milan und schafft es sogar, den coolen Killer an den Rande des Wahnsinns zu treiben. Eine groteske Situation, mit der Milan selbst am wenigsten gerechnet hätte – er, der Todesprofi als permanenter Lebensretter eines Lebensmüden!

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Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Die Filzlaus

alviesinger: bummelkino

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8.5Ausgezeichnet

Was wie ein kompromissloser Hard-Boiled-Krimi beginnt, entwickelt sich in rasantem Tempo zu einem ungewollten Anti-Buddy-Movie ohne Happy-End. Aber funktioniert die bald 40 Jahre alte „Filzlaus“ heute noch? Ja, definitiv. Wer ein Herz für gekonnte Slapstick der Schwergewichtsklasse eines Peter Sellers hat, wird bei den ungewollten Eskapaden der beiden Protagonisten königlich unterhalten. Das erinnert alles an das Blakesche Duo Infernale Clouseau und Dreyfus. Der Cast ist herzzerreißend genial: Der alte Knochen Lino Ventura als stoischer und wortkarger Auftragskiller wird von Jaques Brel mit übergroßem Pferdegebiss gnadenlos genervt. Dabei kann man der Brel-Figur gar nicht böse sein. Von der Ehefrau verlassen, mit riesigem Redebedürfnis ausgestattete und suizidgefährdete, Mitleid erregende Verlierertype trifft aufgrund der Hotelzimmerkonstellation auf den fiesen Ventura, dem so langsam die Nerven flöten gehen. Sein herrlich beschränktes Mimikspiel lässt die unter Dauerstrom stehenden Zappelphilippe Jerry Lewis oder dessen unehelichen Enkel Jim Carrey vor Neid erblassen. Natürlich ist der eigentliche Chansonnier Jaques Brel sicherlich nicht der größte Schauspieler unserer Zeit. Trotzdem reicht sein Talent um erfolgreich und dabei großartig nichts ahnend auf den Gefühlen seiner Mitmenschen herumzutrampeln und in maximaler Schusseligkeit materielle Dinge zu demolieren. „Die Filzlaus“ zeichnet sich durch feinstes Gespür für Timing aus, ist obendrein noch extrem spannend und hat den Halbwertszeittest mit Bravour bestanden.

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Kommentare (9) — Film: Die Filzlaus

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Markbln

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein ganz besonderer Film mit einem besonderen Hauptdarstellerduo. Mir fällt gerade nicht ein, ob ich überhaupt je einen anderen Film mit Jacques Brel, und Lino Ventura jemals wieder so komisch gesehen habe. Wie letzterer hier den anfangs stoischen Killer, dann von Minute zu Minute mehr um den Verstand Gebrachten spielt, ist ein Highlight in seiner langen Filmkarriere.

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cinram

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Bewertung9.0Herausragend

Klassiker, der herrliches Amüsement bietet! Ein Streifen der zu jenen zählt, von denen man sagt, daß so etwas heute nicht mehr gedreht wird!
Wer, außer Lino Ventura hätte den Auftragskiller Milan, mit seinem aus Granit gemeißelten Gesicht spielen können!
Hätte jemand Jaques Brel, seines Zeichens Chansonier, in der Darbietung eines
typischen Verlierers, des Oberhemdenvertreters Pignon ersetzen können, der
seinem Zimmernachbarn Ventura mit seiner fremdgehenden Frau so auf den Zeiger
geht, daß das Wort "Nervensäge" hier einen völlig neuen Sinn ergibt!
Hervorheben sollte man auch die grandiose Synchronisation der beiden Hauptdarsteller!
Arnold Marquis und Peer Schmidt leisten hervorragende Arbeit!

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schwarzeserie

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Original und unübertroffen, wurde danach noch mehrmal gecovert aber dieses Duo ist einmalig.

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fueco

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Jacques Brel ist so verpeilt in diesem Film, es ist herrlich.

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Prestigeww

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Bewertung7.5Sehenswert

Nach diesem Film war mir klar, dass es im Brel-Klassiker "Ne me quitte pas!" um Lino Ventura geht.

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Homunculus

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Monsieur Milan!! Monsieur Milan!!! Monsieur MiLaaan!!!!!
Hehe,ich steh zwar nicht sonderlich auf Auftragskiller, aber was Lino Ventura hier alles ertragen muß, ist starker Tobak und schon mal den ein oder anderen Nervenzusammenbruch wert.Als Betrachter dieses zwischenmenschlichen Fiaskos, weiß ich manchmal auch nicht so recht, ob ich mich vor lachen verbiegen soll, oder vielleicht doch eher entnervt die beiligende Schale mit dem Salzgebäck gegen die Wand werfe, da ist beides drin..
Neben Lino Venture brilliert hier Jaques Brel als unfassbare Nervensäge
Schon mind. 10x gesehen und immer wieder..

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denise

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein Film zum "Immer-Wieder-Angucken" - einfach herrlich!

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Gasoline

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Bewertung9.5Herausragend

Ein großartiger Film mit einem grandiosen Duo (Ventura und Brel)!

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Volker

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Bewertung9.0Herausragend

Cooler als das Pendant mit Walther Mattau, dem man den Killer nicht so abnimmt.

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