Die sieben Samurai

Shichinin no samurai (1954), JP Laufzeit 159 Minuten, FSK 16, Actionfilm, Drama, Eastern, Kinostart 13.07.1962


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8.5
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von Akira Kurosawa, mit Takashi Shimura und Toshirô Mifune

Die Sieben Samurai ist ein japanischer Samurai-Klassiker von Akira Kurosawa, in dem eine Gruppe Samurai ein armes Dorf vor Banditen beschützt. Der Film ist auch Vorlage für die Glorreichen Sieben.

Die sieben Samurai ist ein Klassiker des Samurai-Genres von Akira Kurosawa. Um einer alljährlich einfallenden Räuberbande Einhalt zu gebieten, wenden sich die armen Bauern eines abgelegenen Provinznestes hilfesuchend an umhervagabundierende Samurai. Sieben dieser Ronin entschließen sich aus unterschiedlichsten Motiven den Landwirten beizustehen, auch wenn diese nicht viel mehr als Kost und Logis als Lohn anbieten können. Gemeinsam mit den Dorfbewohnern machen sie sich daran, das Dorf in eine Festung umzubauern, die Bauern zu Hilfssoldaten auzubilden und einen Verteidigungsplan zu entwickeln. Mit der Zeit weicht ihre ursprüngliche Söldnermentalität einem aufrichtigen Gefühl der Solidarität, doch die konflikte untereinander und mit den misstrauischen Bauern brechen immer wieder auf. Dabei steht der Angriff der Übermacht an Banditen schon kurz bevor.

Hintergrund & Infos zu Die sieben Samurai
Die sieben Samurai basiert auf einem Drehbuch von Akira Kurosawa, Shinobu Hashimoto und Hideo Oguni. Als Ergebnis gewann Die sieben Samurai nicht nur den silbernen Löwen von Venedig, sondern wurde auch für den Oscar in den Bereichen Beste Ausstattung und Bestes Kostüm nominiert.

Seine größten Ehrungen erhielt Die sieben Samurai jedoch, wie zahlreiche andere Filme von Akira Kurosawa auch, vor allem durch seine Remakes und Adaptionen. Das bekannteste der Remakes von Die sieben Samurai ist Die glorreichen Sieben von John Sturges. Doch auch der Karl-May-Western Winnetou und sein Freund Old Firehand, der Science-Fiction Sador – Herrscher im Weltraum oder der Biker-Film Die grausamen Sieben basieren auf Die sieben Samurai. Außerdem finden sich Einflüsse und stilistische Anspielungen aus Die sieben Samurai in Bonnie und Clyde von Arthur Penn und The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz von Sam Peckinpah, aber auch in genrefremden Filmen wie Das große Krabbeln und einer Episode aus Star Wars: The Clone Wars.

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Kommentare (57) — Film: Die sieben Samurai


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Stardust.Spectre

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Bewertung4.5Uninteressant

"Die sieben Samurai" oder wie ich ihn liebevoll nenne: "Für eine Hand voll Reis" !

Verständlich, warum der Film hervorragende Kritiken bekommen hat, sicherlich ein Klassiker des Genres. Leider für mich persönlich viel zu langgezogen und eintönig. Vorallem dass oft das selbe Musiktheme gewählt wurde, fand ich dann irgendwann schon fast (tragisch) lustig... Okay, das waren vielleicht die "50er", trotzdem könnte ich mind. ne Handvoll Filme aus der selben Zeit nennen, die mir wesentlich besser gefallen haben. Es tut mir fast schon irgendwie weh, dass ich dem Film nicht mehr Punkte geben kann aber auch aus dem Eastern-Genre gibt es etliche Filme, die mich ziemlich beeindruckt haben, der hier eher weniger.
Ein paar Akira Kurosawa Filme stehen in nächster Zeit noch an, mal sehen was die so hergeben...

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Deekin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich muss zugeben, dass Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" ein bisschen Staub gefangen hat, was seine dramatischen Aspekte anbelangt. Für einen Film, welcher eine stolze Länge von 200 Minuten hat (habe mir die OmU-Langfassung angesehen), reichen mir das Maß an Spannung und Konflikten gerade ab dem zweiten Drittel nicht aus, um eine so hohe Laufzeit zu rechtfertigen. Mit der 40 Minuten kürzeren europäischen Fassung möchte ich allerdings auch nicht lieb nehmen, da bei dieser so manch eindrucksvolle Szene zu Beginn und Ende des Films entfernt worden ist. Insgesamt schätze ich diesen Film vor allem als visuell großartig inszeniertes Historendrama, bei dem man zwar jede einzelne Minute spürt, welches am Ende aber dennoch lohnenswert ist.
"Die sieben Samurai" ist in drei ungefähr gleichgroße Abschnitte unterteilt. In der ersten Stunde des Films wird die Notlage der Bauern eingeführt, sowie der Versuch unternommen, genug Samurai zu rekrutieren, um die Verteidigung gegen die Banditen zu wagen. Im zweiten Teil kommen die Samurai im Dorf an und bereiten sich zusammen mit den Bauern auf den Kampf vor, während zugleich so etwas wie eine Verbrüderung zwischen den Menschen aus den unterschiedlichen Kasten entsteht. Im letzten Abschnitt schließlich kommt es zur Konfrontation mit den Banditen und die einzelnen Handlungsstränge werden mal mehr, mal weniger gelungen, zu einem Ende gebracht.

Dabei ist gerade das erste Drittel des Films das komplexeste und interessanteste. Hier tritt gerade das vielschichtige Porträt der Samurai und der Untergebenen an den Tag.
Der Handlung des Films entsprechend sind die meisten hier auftauchenden Samurai selbst mittellos und müssen sich für kaum mehr als eine Tagesmahlzeit bei den 'gemeinen' Leuten verdingen. Dass einer der Hauptfiguren, Kambei (Takashi Shimura) sich den Zopf abschneiden muss, um sich für einen Job als Mönch zu verkleiden, zeigt, dass die Herrschaftshierarchie und ihre Symbole in dieser bitteren Welt wenig Bedeutung haben. Auf der anderen Seite sind auch gerade die Armen sehr unterschiedlich dargestellt. Sie sind nicht noble Figuren, die ihre Mittellosigkeit und Verzweiflung mit Tugend und Würde ertragen, sondern mitunter sehr verschlagen, ruchlos und schadenfroh; das Elend ihrer Leidgenossen kümmert sie herzlich wenig, außer um sich daran zu ergötzen. Es ist nach all den simplen Verklärungen in anderen Filmen sehr erfrischend, ein so schonungsloses und differenziertes Bild der unteren Gesellschaft betrachten zu dürfen.
Der zweite Teil des Films lässt es dann deutlich ruhiger angehen. Die meiste Zeit schauen wir lediglich den Vorbereitungen zu. Und hier beginnt der Film, ein paar Probleme zu offenbaren. Es mangelt an ausreichend Substanz, um die gewaltige Länge des Films adäquat auszufüllen. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte und auch ist die Dynamik der langsam zusammenwachsenden Gesellschaft aus Samurai und Bauern sehr gelungen; doch gerade in diesem sehr ruhigen Mittelteil hätte es mehr an Charaktermomenten und zwischenmenschlichen Konflikten geben sollen. Zwar gibt es eine Prise Humor, sehr imposante Aufnahmen und vor allem einen wirklich starken und ergreifenden Monolog, in welchem Kikuchiyo (Toshiro Mifune) auf zynische Art und Weise das Elend der Situation zusammenfasst. Doch ist dies für meinen Geschmack zu wenig.
Was das kampflastige letzte Drittel des Films angeht, so war ich jedes Mal verblüfft darüber, wie einfach sich die Banditen übertölpen lassen. Wenn man sich letztendlich das befestigte Dorf, die disziplinierten Bauern und die zur Schau gestellte Kampferfahrung der Samurai anschaut, dann erscheint es regelrecht lachhaft, dass diese Übermacht im finalen Gefecht nicht mit 13 feindlichen Reitern fertig wird. Und das die Banditen generell so dumm sind und bei fast jedem Angriff mitten in einen Haufen mit Speeren bewaffneter Bauern, also quasi in ein Hornissennest, reinreiten, nimmt dem Film schon ein bisschen die Glaubwürdigkeit. Zwar gibt es auch hier so einige große Momente, sowie ein einprägsames Ende, welches eine Art Abgesang auf die selbstlosen und gerechten Tugenden darstellt; doch der finalen Konfrontation, auf welche "Die sieben Samurai" zwei ganze Stunden hingearbeitet hat, fehlt es merklich an jener Spannung, welche einem eigentlich vermitteln sollte, dass die Verteidiger hier wirklich in Gefahr sind.
Dass der Film dennoch sehenswert ist, liegt an Kurosawas sehr dynamischer Inszenierung. Im Gegensatz zu einigen andernen hier finde ich gerade die Kameraarbeit und die Kampfszenen wirklich gelungen und sind auch heute noch von einer enormen Intensität. Auch das Spiel mit den Schwarz-Weiß-Bildern kann überzeugen. Insbesondere aber hat "Die sieben Samurai" eine Qualität, die viele heutige Filme sehr vermissen lassen: Das Gefühl für Staub, Dreck und Nässe zu erzeugen. Ich habe wirklich selten einen Film gesehen, bei dem ich den Eindruck hatte, dass sich die Orte und Kleider der Menschen als derart von der Witterung mitgenommen angefühlt haben. Gerade durch diese inszenatorische Qualität gelingt diesem Film schon rein visuell ein sehr immersives Element, welches ich in dieser Intensität gerne mal wieder in neueren Filmen sehen würde. Schade also, dass Kurosawas Meisterwerk gerade in den späteren zwei Dritteln dramatisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit bzw. zu lang geraten ist. Dennoch würde ich sagen, dass ich mir diesen Klassiker alle paar Jahre gerne wieder anschaue, zumal ich die Handlung des Films selbst sehr mag.

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Klawitterbus

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eigentlich hat dustyOn3 alles, aber auch wirklich alles zu diesem Film gesagt.
Ich habe diesen Film in einem anderen Jahrhundert sehen dürfen, ich habe diesen film in diesem Jahrhundert sehen dürfen und ich muss sagen, er wird nur besser, nicht schlechter.
Ja, ich weiß, schwarz/weiß, ja, ich weiß, er ist alt, ja, ich weiß, er ist nicht zeitgemäß ... leider. Bitte schneidet euch von diesem Meisterwerk eine Scheibe ab und genießt mal anstatt immer nur dieses übliche, schnelllebige aus der Konserve Hollywoods.

Danke Akira Kurosawa für dieses Meisterwerk der Filmgeschichte!

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HaudenLukas

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Bewertung10.0Herausragend

...Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" beschreibt trotz einfach gehaltener Geschichte, alle erdenklichen Szenerien. Auf der einen Seite die armen Bauern, auf der anderen die Banditen. Hinzu das Stadtvolk und die Pflichtbewussten Samurai. Diese Konstellation ist es die am Ende die große Tragweite von Kurosawas Film offenbart. Denn hier zeigen sich sozialkritische Untertöne die bei allen auftretenden Parteinen und deren kreuzenden Lebensweg. Wie wichtig ist das Hab und Gut jedes Einzelnen und die einsetzende Leidenschaft für Pflicht und Ehrgefühl. Kurosawa beschreibt große Momente die heutzutage so alltäglich geworden sind, das sie längst vergessen wurden. Am Ende überzeugt also nicht nur Inhalt, sondern die für jene Zeit sprachlos machende, filmisch technische Qualität aus dem Jahr 1954. So mit wird zu recht Kurosawas Meisterwerk vielerseits gewürdigt. Hiermit auch...

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TheBruceWayne

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Die Sieben Samurai" ist wahrscheinlich der Klassiker und das größte Epos der 50er Jahre. Epochal, überwältigend, zeitlos. Zeitlos zum einen wegen der unglaublichen Inszenierung und der Darsteller, wohl aber auch wegen der Thematik und der menschlichen Werte, die hier gezeigt werden. Natürlich thematisiert Kurosawa rein formal ein japanisches Gesellschaftsproblem, allerdings ist dies, auch wenn im Besonderen auf die japanische Kultur betrefflich, sogleich auch von höchster Wertigkeit für den Status Mensch an sich.

Mal wieder geht es um den Einzelnen und um seine Stellung in der Gesellschaft, inwiefern man sich ihr zur Verfügung stellt, seine eigene Wünsche unterordnet, um ihr dienlich zu sein, vllt sogar sein Leben "opfert" es demütig "verwirft", aufgrund höherer Berufung als um die Sorge des eigenen "Seins". Kurosawa hätte die Thematik der aufopferungsbereiten Samurais, welche bis zum Tode kämpfen, um ein Bauerndorf zu beschützen, natürlich mehr in die gegenwärtige Zukunft versetzen können.

So ist seine Entscheidung die Geschichte in eine feudalistische vorindustrielle japanische Zeitepoche zu versetzten jedoch besser als das plattere Remake" Die glorreichen Sieben", kristallisiert sich doch hier erst seine besondere, fast mystische Würde heraus.
Eben noch ein feudales Japan, in dem die Mächtigen und Reichen des Landes darunter die Kaste der Samurai rein formal noch für die Sicherheit und Wohlergehen des gemeinen Volkes verantwortlich waren, dies in der Realität jedoch nicht waren aufgrund gewisser Arroganz in der Ständekultur etc.. So ist es aber für mich ungleich edler und würdiger, dass Samurai sich entschließen ein Dorf vor Banditen zu beschützen, also wirklich ihrer idealistischen Berufung nachgehen, als dass dies irgendwelche Freischärler im 19/20/21 Jahrhundert tun.

Eben jener Stand, jene "Klasse" wenn man es nun so möchte, welche in Japan ein paar Jahrhunderte später die Zeit der Großindustrie, des Imperialismus, des Faschismus etc. einläuteten und nach dem großen Krieg in die Wirtschaft aufgingen und die traditionelle japanische Kultur/Werte vernichteten/dabei mit behilflich waren. Die konfuzianische Aussage "Alle unter dem Himmel" ist da nicht ganz so treffend, die Samurai, welche hier ein Dorf beschützen, tun dies weder für einen Staat noch für ein Land. Nein, vielmehr symbolisiert dieses Dorf, welches nicht perfekt ist, reicher und wohlhabender ist als es anfangs vorgab, vielmehr den Menschen an sich, vllt in seiner Naturform (?), da die Bauern im Grunde weder Einfluss noch Macht haben, der Spielball der Gewalten im Lande ist, also der adligen Staatsschicht, aber auch eben der herrenlosen Banditen, welche aber die gleichen Methoden anwenden wie ihr gesellschaftliches Pendant der japanische Staat der Sengoku Zeit.

Hier wird nicht für Geld gekämpft, auch nicht für Ruhm, nein, es ist vielmehr eine Verpflichtung, eine Berufung, die wehrlosen Bauern zu beschützen. Aufgeben kann hier wahrlich keine Option sein. Wahrer Heldenmut, also Güte, das Mitempfinden des Elends und kein patethischer schlachtenfilm. Vielleicht auch eine Vertilgung der Schuld, auch wenn einige der Sieben Samurai weder reich waren, noch sich jemals an der Arbeit der Bauern bedient haben. " Die Sieben Samurai" ist ein zeitloser Film, da seine Kernthemen, seine wahre Bestimmung, also die Berufung zu der Freiheit der Menschen, unabhängig vom Stand, Charakter, Vermögen absolut perfekt verarbeitet wurden, diese großartige Thematik in ihrer inhaltlichen und darstellerischen Brillanz bisher nicht übertroffen wurde.
Weder inszenatorisch noch darstellerisch. Natürlich ist die Technik trotz der für die damaligen Zeit beeindruckenden Arbeit, der heutigen Zeit nicht mehr angemessen.

Aber bei diesem Werk wäre Technik Gewixse und "aktuelleres "Schauspiel (das japanische ist bewusst theatralisch/künstlich=eben symbolisch) nur unnötiges Blendwerk, da der Film seine beispielslose Berechtigung als Klassiker und Meisterwerk der Filmgeschichte aus ganz anderen Thematiken bezieht. Als wenn das nicht genug wäre, ist der Film natürlich auch in anderen Bereichen Stil gebend und phänomenal. Diese Punkte sind aber allgemein bekannt. Allein dass Kurosawa mit diesem Meisterwerk (ja hier passt das Wort) auch andere großartige Regisseure beeinflusst hat, unterstreicht seinen unglaublichen Wert.
Toshiro Mifunfe, sicherlich das Glanzstück des Films, ist eine personifizierte, menschliche Naturgewalt, also eine Naturgewalt in einer Naturgewalt, gemeint ist hier der Film, spielt natürlich wie ein junger Filmgott.

Sein dargestellter Kikuchyo, spiegelt in seinem Charakter, in seiner Naivität, seinem Edelmut, Mut, seinem Mitleid, seinem Aufbrausen, seiner Wut gegenüber Ungerechtigkeit natürlich den edlen Charakter des Films selbst wieder. Ich könnte eigentlich ewig weiter von den Stärken des Films schwärmen, wie von dem ähnlich großartigen, aber ruhigen Ruhepol des Takashi Shimura als alternden weisen, väterlichen Samuraianführer oder dem edelmütigen, dem Bild eines Samurais am besten treffenden Seiji Miyaguchi als Ronin Kyuzo. Aber ich belasse erst mal dabei. Die Sieben Samurai ist für mich ein Herzensfilm, ein zeitloser Film, ein Film der mir die Großartigkeit, die formale wie inhaltliche Brillanz des asiatischen Kinos eröffnet hat.In vielerlei Hinsicht ein Jahrhundertfilm und ein bedeutendes Kulturgut.

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TheBruceWayne

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Dankö :)


cyberpunky

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Bewertung4.0Uninteressant

Hab es probiert, aber es hat nicht funktioniert, konnte dem Film leider wirklich nichts positives abgewinnen.
Klassiker können so grausam sein, und sooooo lang!

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longus69

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die Langfassung von 207 min. NTSC (Pal 193 min.) gehört zum besten Kino das es für Geld zu sehen gibt...

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AgentGuhl86

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wir leben im 21. Jahrhundert und das 21. Jahrhundert ist ja bekanntlich das Informationszeitalter. In möglichst kurzer Zeit - so sind wir es gewöhnt - fließen möglichst viele Informationen von A nach B. Das macht den Alltag sicherlich an der ein oder anderen Stelle effektiver, gleichermaßen ist das Geschehen aber auch hektischer. Es fehlt uns an einer ruhigen Minute - wer gleich 193 dieser ruhigen Minuten erleben möchte, darf ohne schlechtes Gewissen zu Kurosawas großem Klassiker "Die sieben Samurai" greifen.
Die Geschichte spielt im Japan des 16. Jahrhunderts. Ein Bauerndorf, das schon des öfteren von einer Räuberbande ausgeraubt wurde, sieht sich nun wieder diesem Schicksal ausgesetzt. Der Film beginnt mit viel Mut- und Hoffnungslosigkeit. Die Bauern sehen sich als kraftlos an und wollen lieber um ihr Leben betteln, als sich zu verteidigen. Die Meinung eines Einzelnen sowie die des Dorfältesten führen zu einem Plan - ein Plan, der es vorsieht in der Stadt Samuraikrieger zu rekrutieren, die gegen die Räuberbande vorgehen können. Angesichts der Tatsache, dass die Bauern ja nichts haben, womit sie bezahlen könnten - abgesehen von einer Hand voll Reis - erweist sich diese Suche als recht schwierig, denn damals wie heute, war Altruismus ein Fremdwort feinster Güte. Das Spiel geht auf, einige Samurai mit gutem Herzen sind mit dabei - inklusive einem Großmaul, dessen Herz förmlich auf der Zunge liegt.
Aus über 3 Stunden Film könnte man vieles machen, viel erzählen, so wie das in Cloud Atlas geschehen ist (vermutlich - ich hab ihn nicht gesehen). Kurosawa entschließt sich aber für eine einfache und überschaubare Geschichte, beschaulich erzählt, aber voller interessanter Details. So wird schnell klar, welchen niederen Stand die Bauern haben, die sich nur knieend vor den Samurai niederlassen und auch das Gelächter des niederen Stadtvolkes erdulden müssen. Schon allein der Darsteller wegen, geht einem dieser greifbare Ständeunterschied ans Herz.
Weiterhin interessant ist die Reaktion der meisten Bauern auf die Ankunft der Samurai. Sie werden nicht mit offenen Armen als Retter empfangen, sondern schotten sich in ihrer Opferrolle ab und misstrauen jedem, der von außerhalb kommt. Auch die Frauen werden versteckt, da viele Angst davor haben, sie ließen sich mit den Samurai ein.
Da sind viele Details, viele kleine Erzählungen als Teil der großen Erzählung, die diesen Film zu einer authentischen und durchaus bewegenden Geschichte machen. Die Besetzung ist wunderbar, der Filmscore markant und teils episch. Zurecht ist "Die Sieben Samurai" seit 1954 noch nicht in irgendeinem Archiv einfach so verschwunden.

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uncut123

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

mein 2ter s/w samurai film und bin feuer und flamme...hätte nie gedacht das so ein alteer streifen mich unterhalten kann...BOMBE!!!

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wegweisend.

"Die sieben Samurai" ist auch im heutigen Kontext noch interessant. Einerseits als spannender Film und als Zeitreise in der Filmgeschichte. Vielleicht ist es nicht das High-End-Spektakel schlechthin aber einige Szenen und Kameraeinstellungen sind schon ganz, ganz grosse Klasse. Und die heute gängigen Schnitttechniken bzw. ach so atemberaubenden Kamera-Fahrten vermisst eh keiner, der sich einen Film aus den 50ern anschaut. Vielleicht mag der Film auch aus heutiger Sicht etwas lang sein. Langeweile kommt aber nie wirklich auf. Zu spannend ist der Film und zu gut ist die vermeintlich einfache Story umgesetzt. Einzig das Verhalten von Menschenmassen, kleinere Logiklöcher und das Overacting sind mir teilweise etwas sauer aufgestossen. Aber in anderen Szenen ist dies wiederum genial, da es zeigt wie sehr das Dorf eine Einheit ist und wie sehr diese Einheit verängstigt ist und ein Teil meiner Kritik ist bestimmt auch auf die synchronisierte Fassung zurück zu führen, die ich mir angeschaut habe.

Ein Muss für Filmfans und Filmhistoriker...

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MyNameIsNobody

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Bewertung9.0Herausragend

Diesen Film konnte ich mir auf der Zunge vergehen lassen.
Da ist alte Schule am Werk, normalerweise würde ich sagen die Dialoge und die Handlungen kommen mir sehr bekannt vor aber wenn man es von der Warte anschaut wie alt dieser Film ist und das dieser Film die Grundlage spielt für viele, sehr viele Western muss ich echt sagen eine neue Art damals und ein innovation der Zukunftsfilme, wie wären die ganze Western geworden wenn es diesen Film nicht gegeben hätte?
Jedenfalls denke ich wenn mann dies im Hinterkopf bereithält und sich auch auf details achtet kann einen diesen Film wirklich beeindrucken

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denratten

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Oft zitiert und doch einzigartig. Beeindruckend sind auch die angedeuteten Konflikte zwischen Bauern und dem Samuraistand.

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Copacabanasun

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meisterstück einer japanischen Regie-Legende!!! Einer meiner absoluten Lieblingsfilme!!!

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philipp.endres.18

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Bewertung9.5Herausragend

Wow. Noch 20 Minuten nach Ende des Filmes sitze ich in meinem Sessel und versuche das Gesehene zu reflektieren.
Ich hatte aufgrund meiner hohen Vorhersage (9,0) natürlich große Erwartungen an den Film und dachte nicht, das diese erfüllt oder gar übertroffen werden würden. Aber ich wurde eines besseren belehrt.
Was man hier über die gesamte Spielzeit gezeigt bekommt ist einfach grandios. Selten habe ich eine so gute und detaillierte Charakterzeichnung gesehen wie in diesem Werk. Die ungewöhnlich lange Dauer des Filmes mit seinen knapp 200 Minuten kommt ihm, entgegen meiner Befürchtungen, sogar zu Gute. Es wird sich genug Zeit genommen, um alle Charaktere genau zu durchleuchten, ohne das man jeglichen Anflug von Langeweile verspürt.
Die Idee, dass man zur Verteidigung des Dorfes die Hilfe von sieben Samurai hinzuzieht, ist einfach total toll inszeniert und phänomenal umgesetzt. Man hofft richtig mit den armen Bauern mit, das sich freiwillige und hilfsbereite Männer für dieses Unterfangen finden lassen.

Wenn es dann im zweiten Teil langsam auf den eigentlichen Kampf zugeht, verfügt der Film über einen perfekten Spannungsbogen und man kann die Augen kaum vom Fernseher lassen. Man identifiziert sich mit jedem Einzelnen der Betroffenen und hofft, dass die Schlacht gewonnen wird - ohne große Verluste, da man sie alle mit der Zeit kennen und lieben gelernt hat.
Der Soundtrack schenkt diesem Mammutwerk die nötige Atmosphäre und rundet dieses Meisterwerk gekonnt ab - Kino in Reinform.
Einziger Kritikpunkt meinerseits bleibt, dass es mir - aber das liegt wohl eher an meinen bisherigen Sehgewohnheiten - anfangs sehr schwer fiel, Bild und Untertitel gleichermaßen Beachtung zu schenken, da es mein erster Film war, den ich mit Untertitel schauen musste. Mit andauernder Spielzeit rückte dieses Problem aber immer mehr in den Hintergrund, da speziell bei den Kampfszenen recht wenig gesprochen wurde.
Somit kann ich mich vor diesem Meilenstein nur verneigen und vergebe völlig zurecht fast die Höchstpunktzahl.

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TFX

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Genau andersrum. Die Glorreichen Sieben ist eine westliche Adaption von Die Sieben Samurai.


pischti

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Macht ja auch Sinn wenn man weiß, dass die sieben Samurai wesentlich früher verfilmt wurden. Habe es gerade erst gesehen ^^


franticfury

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Vor knapp zwei Jahren habe ich an dieser Stelle geschrieben: Worte könnten nicht beschreiben wie großartig Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" sei. Diesen Standpunkt vertrete ich bis heute und trotzdem möchte ich es nun doch versuchen diesem Monument von Film endlich einen würdigen Kommentar zu widmen.
Denn wenn man mich danach fragt, was denn der Film ist, der für mich den Inbegriff von Kino darstellt, dann fallen mir spontan immer dieselben zwei Filme ein.
Der erste ist Andrei Tarkovskys "Stalker", der für mich bis heute die fantastischte Parabel auf den Menschen ist und ein Vorscheinlicht dessen, das Kino zu leisten im Stande ist; der andere wäre Akira Kurosawas "Die sieben Samurai".
Und dabei ist es nicht nur die Tatsache, dass dieser Film eine ganze Reihe von Genres und Filmemacher maßgeblich und nachhaltig geprägt hatte. Auch nicht die Tatsache, dass Kurosawas Meisterwerk seit jeher Spitzenplätze in allen namhaften Rankings der "besten Filme aller Zeiten" belegt. Nein, der Grund, warum "Die sieben Samurai" für mich das Beispiel absoluter Kinomagie ist, ist ein ganz persönlicher und daher auch wenig objektiver Grund.

Vor zwei Jahren hatte ich mich hier auf moviepilot angemeldet, denn wie alle auf dieser wundervollen Seite war Film mein liebstes Hobby und ich wollte mich mit anderen darüber austauschen. Mein Filmgeschmack belief sich damals vor allem noch auf die Hollywoodfilme der 90er und 2000er, von den Klassikern, erst recht den asiatischen, war mir wenig bekannt. Einzig einige von Alfred Hitchcocks Filmen hatte ich damals gesehen. Das alles änderte sich schlagartig, als ich eines wundervollen Tages Akira Kurosawa entdeckte und mit ihm meine Liebe zum Kino.
"Die sieben Samurai" war mein persönlicher Augenöffnerfilm. Der Film, nachdem einfach nichts mehr so war wie früher. Der Film, der mir nicht nur die Augen für das japanische Kino öffnete, sondern auch für wirklich große Filmkunst.
Denn was Kurosawa hier über 3 Stunden auf die Leinwand gezaubert hat, dafür fehlen mir einfach immer noch die Superlative!
Ein Meisterwerk geformt aus Regen und Schlamm, von solch unaufhaltbarer Kraft aber auch Zerbrechlichkeit. Kurosawas wohl größte Errungenschaft ist, dass er bei all der Opulenz, bei all dem Spektakel, dass er so meisterhaft entfesselt, seine Figuren nie aus den Augen verliert. Natürlich baut Kurosawa das Gespann in erster Linie um seinen Lieblingsschauspieler, den absolut entfesselt spielenden Toshiro Mifune, auf. Doch gelingt es ihm eine Gruppendynamik zu schaffen, in der jeder einzelne der sieben Samurai ein Charakter mit ganz eigenen Motivationen, Ansichten und Konflikten, ist. So nimmt sich Kurosawa die notwendige Zeit die Gruppe erstmal zusammenzuführen, diese unterschiedlichen Figuren aufeinanderprallen zu lassen und so erstmal für mächtig Zündstoff zu sorgen.
Doch sind die anfänglichen Schwierigkeiten erstmal überwunden, da konzentrieren sich alle nur noch auf die eigentliche Aufgabe: Die Verteidigung des Dorfes gegen einen zahlreich deutlich überlegenen Gegner.

Und hier beginnt "Die sieben Samurai" eine spürbare Wendung zu nehmen. Was am Anfang noch als ein typischer Samuraifilm mit einer ordentlich Prise Humor daherkommt, wird im zweiten Teil des Films um einen zentralen humanistischen Aspekt erweitert.
Denn warum verteidigen die Samurai das Dorf denn überhaupt? Erst Recht, als klar wird, dass die Dorfbewohner den Samurai nicht immer wohlgesonnen waren. Für die mickrige Portionen Reis, die sie jeden Tag erhalten? Für den Stolz?
Es ist die Bereitschaft für den anderen einzustehen, selbstlos, für diejenigen einzustehen, die unseren Schutz und Hilfe benötigen. Akira Kurosawa war eben Zeit seines Lebens ein Humanist, ein Menschenfreund.
Und auch wenn jetzt manch einer anmerken mag, dass ich hier zuviel hineininterpretieren mag, für mich ist "Die sieben Samurai" eben auch das: Ein zutiefst menschlicher, sensibler Film. Ja, sogar für eine Liebesgeschichte nimmt sich Kurosawa die Zeit.

Über die letzte Stunde dann muss ich wohl nicht mehr viele Worte verlieren, das ist so herausragend gefilmt und choreografiert, dass einem nur der Mund offenstehen kann.
Der Regen prasselt unaufhörlich auf die Kämpfenden nieder, Männer und Pferde fallen in den Schlamm. Der Kampf ums nackte Überleben, selten wurde er so poetisch und grausam zugleich dargestellt. Denn am Ende sind auch die sieben Samurai nur eine Randnotiz, ein ausgekreuzter Kreis auf einer Fahne. Was haben sie erreicht? Die Banditen werden wiederkommen. Wenn nicht in diesem Dorf in einem anderen. Sie kämpfen einen verlustreichen und aussichtslosen Kampf. Doch wofür? Für die Ehre? Für den Stolz? Nein, füreinander.
Ich liebe diesen Film!

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franticfury

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Hehe, ich gebs ja zu, ich bin ein Kurosawa-Fanboy, bei ihm fällt mir jede Objektivität wirklich schwer :) Ist die Blu Ray denn zu empfehlen? Habe die Criterion DVD und die ist schon wirklich klasse, mal sehen, ob ich mir auch mal die Blu-Ray zulege.
Mein Traum ist es ja immer noch den mal auf der großen Leinwand zu sehen...


Pyro 91

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Also mich hat die Criterion-Blu voll umgehauen, hatte den Film aber bisher nur auf einer UK-DVD gesehen, wo der Film noch auf zwei Scheiben verteilt war. xD
Was die große Leinwand angeht: JAAAA, da würde ich sogar vor dem Kino campieren. :)


Selcarnor

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

>Die sieben Samurai<. So, endlich habe ich es mal geschafft diesen gottverdammten Film zu sehen und damit auch meinen ersten von >Kurosawa< und Himmel noch eins, war das eine Warterei mit vielen ungewollten Verlängerungen. Und, wie war er nun? Toll natürlich. Wer mehr wissen will, kann gerne weiterlesen.

1. Optik

Natürlich nach heutigen Sehgewohnheiten etwas altbacken, denn was damals relativ revolutionär war, ist in dieser Zeit Standard. Die Kamera ist wirklich gut und fliegt nicht wie bei modernen Filmen quer die Gegend, macht Spins und prahlt mit Panoramaaufnahmen. Stattdessen ist es hier etwas starrer und die Fahrten etwas ruhiger. Aber meiner Meinung nicht weniger schlecht und teilweise sogar richtig bildgewaltig. Man hat einen gewissen Aufwand im Bereich Setting, Kulissen und Kostüme gelegt, sodass das Japan des 16. Jahrhundert, samt dem Elend, authentisch wirkt. So sehen die Bauern wirklich so aus, als wären sie durch harte Arbeit vorzeitig gealtert. Die Kämpfe sind recht ansprechend gemacht und inszeniert und man versucht sie nicht langweilig erscheinen zu lassen.

2. Musik

Ich wurde ehrlich überrascht, da die Filmmusik sich in der Zeit doch meistens sehr ähnelt. Die Melodien hier kamen mir zwar oft verdächtig bekannt vor, doch dennoch wirkt der OST recht frisch und abwechslungsreich. Murmelnde Sprechgesänge wenn es ernster ist, heitere Klänge bei entspannenden Szenen und es leicht pathetisch wenn es zu neuen Abenteuern geht.

3. Inhalt

Ich habe die lange internationale Fassung gesehen für die, die es interessiert und nur die. Vergleiche mit der deutschen Version kann ich also nicht machen.
Also, worum geht es in >die sieben Samurai<, außer das halt sieben Samurai ein Dorf vor Banditen schützen? Nun, im Grunde um ein einfaches und schon immer aktuelles Thema. Arm und Reich.
Gewissermaßen, was die Mächtigen ihren Untergebenen schuldig sind und wie beide Gruppen zu einander stehen. Die Oberklasse sieht in den Bauern nur Vieh, während umgekehrt schlicht keine Ehre vorhanden ist, da Hunger, Krankheit und Armut schwerer wiegen.
Die sieben Helden hier sind Ausnahmen die sich dazu erbarmen, weder für Ruhm noch für Geld, sondern nur für drei Malzeiten am Tag und schierer Freundlichkeit auszuhelfen.
Die Charaktere der kleinen Gruppen reichen dabei von alt und erfahren, übermütig und Jung, wortkarg und cool über wild und durchgeknallt bis hin zu einfach nicht unterscheidbar (ehrlich, zwei konnte bis zum Ende nicht voneinander trennen).
Sie bringen ihre Konflikte mit, ihre Probleme, ihre Denkweisen über das Bauernvolk oder auch ihre Hintergrundgeschichten, die die gesamte Grundthematik noch einmal verdeutlichen (Kikuchyio, der wohl eine der Größten im Cast ist).
Etwas Haudegenfeeling mit Kameradschaft und Humor, ein Haufen nerviger Dorftölpel und eine tragische Liebesgeschichte sind auch noch drin.
Für mich noch beeindruckend war, wie schnell und unterhaltsam die 190 Minuten vorbeigingen und wie mir keine Längen aufgefallen sind. Sowas ist bei solchen Laufzeiten auch eine Leistung.
Beim Endkampf bin ich unschlüssig. Beeindruckend ist er auf alle Fälle, aber sollte es wirklich am Ende so sein, dass man Mitleid mit den Banditen hat?
Wie dem auch sei. Es gibt sicher noch einiges, was mir sicher noch nicht am Film aufgefallen ist, sodass das erste nicht auch das letzte Mal geblieben ist und er besitzt ein doch sehr starkes Ende.

4. Fazit

Ein Abenteuerfilm der es in sich hat und der mich erinnern ließ, wieso ich damals >der 13. Krieger< so gut fand (ich mag die Vorstellung von einem kleinen Haufen Kameraden, die gegen eine Übermacht antreten).
Ein Epos über einen kleinen, unbedeutenden Kampf in einer Zeit voller Kriege und Plünderei. Eine Geschichte über Mut, Aufgeschlossenheit, Leben, Tod, Liebe und Hass.
Alles drin, was man für einen guten Film braucht – außer Verrat, aber auf den Punkt kann man meiner Meinung nach gerne verzichten.

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Oezkan

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Ich muss den auch mal endlich sehen. War immer kurz davor und dann wurde das irgendwie doch nichts...


seeeeew

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Die sieben Samurai" ist ganz klar ein sehr guter Film, den jeder echte Cineast gesehen haben sollte. Sein Alter von fast 60 Jahren merkt man ihm, abgesehen von technischen Aspekten, kaum an. Leider wurden meine Erwartungen von Freunden, verschiedenen Webseiten und Blogs und nicht zuletzt von Moviepilot (Vorhersage: 9.0) etwas zu hoch geschraubt. Trotzdem bin ich froh, dass ich mir diesen Film trotz Alter und Länge angesehen habe. Wen eins von beidem abschrecken sollte, kann ich nur sagen, dass es sich definitiv lohnt!

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Pyro 91

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kurosawas Meisterwerk nimmt sich Zeit seine Titelhelden humorvoll und sympathisch einzuführen und das macht sich in der Endschlacht bezahlt, wen es drunter und drüber geht und viele ihr Leben lassen müssen.
Man fühlt sich wie "live" dabei, fiebert mit, wenn der Angriff auf das Dorf beginnt und die Kampfbedingungen immer haariger werden. Kurosawa erschafft eine so lebensnahe Realität, dass man Schweiß und Blut, Sieg und Niederlage, Leben und Tod förmlich spüren bzw. schmecken kann.
So viel wurde zu diesen Film schon geschrieben und ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich dem noch Neues hinzufügen könnte. Es gibt Filme und es gibt FILME. "Die sieben Samurai" gehört letzterer Kategorie an.

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Bandrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das ist er also.
DER Klassiker von Altmeister Akira Kurosawa.
„Die sieben Samurai“, der auch gleichzeitig als Vorlage für den Westernklassiker „Die glorreichen Sieben“ Pate stand.
Die Geschichte rund um eine Gruppe Samurai, die sich aufmacht um ein Dorf vor Banditen zu schützen ist schlicht und schnell erzählt.
Was Kurosawas Film aber abhebt sind die grundverschiedenen Charaktere, von denen jeder unterschiedlich ist und seine eigenen Stärken besitzt.
Hierbei sticht natürlich Mifune wieder deutlich hervor, hat er doch den prägnantesten Charakter von allen abgestaubt.
Der Film wirkt an einigen Stellen leider schon überholt.
Damit sind weder Darsteller noch Sets gemeint, sondern die technische Umsetzung.
Die Kämpfe wirken hin und wieder arg langatmig und haben nichts gemein mit der heutigen Dynamik und Schnelligkeit. Dennoch ist „Die sieben Samurai“ immer spannend, weiß man doch nie wer am Leben bleibt und wer stirbt. Das wirkt insofern, da ja jeder der Protagonisten absolut glaubwürdig gezeichnet worden ist und sein Verlust deshalb beim Zuschauer nachwirkt.
Da verzeiht man schon mal altertümlich wirkende Schnitte. Immerhin ist der Film auch schon gute 58 Jahre alt.
Filmhistorisch ist „Die sieben Samurai“ ein Schwergewicht, obwohl er hier und da eine Länge aufzuweisen hat. Bei einer derartigen Überlänge ist das aber nicht verwunderlich.
Zwar nagt der Zahn der Zeit weiter an ihm, doch ist er immer noch zu Recht ein Klassiker und bleibt in den Annalen der Filmgeschichte bestehen.

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Drogba11

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Den heutigen Sehgewohnheiten kann der Film natürlich nicht mehr entsprechen, dabei war er für seine Zeit wohl sogar relativ "actionreich". Es liegt am heutigen Zuschauer, ob fehlende Dynamik und Schnelligkeit kritisiert werden oder nicht, ich vermute die meisten finden ihn wie du etwas langatmig.
Was ich mich allerdings frage, ist, ob moderne (Action-)Szenen in ihrer Struktur wirklich besser sind. Meiner Meinung nach ist die technische Umsetzung auch dank digitaler Hilfsmittel mittlerweile sehr gut, doch zum Teil gibt es auch große Schwächen. Zum Beispiel sind mir die Kämpfe in Transformers oder Quantum Trost viel zu hektisch, so dass man keinen Überblick mehr hat. Das muss jeder für sich selbst beurteilen, aber in "Die sieben Samurai" gefallen mir die langen Einstellungen und festen Kamerapositionen usw. Dabei wird ein Angriff häufig nacheinander aus mehreren Richtungen gezeigt und man sieht einen Kämpfer eine Weile reiten und vereinzelt mit dem Schwert herumschlagen oder ähnliches, anstatt im Sekundentakt intensive Kampfszenen zu zeigen. Beides kann sehenswert sein, solange es gut gemacht ist. Leider hat der Durchschnittszuschauer von heute keine große Aufmerksamkeitsspanne mehr und er verliert schneller die Geduld. Daher sind besonders Actionszenen häufig reine Schauwerte, wogegen in "Die sieben Samurai" damit einfach die Geschichte erzählt wird.
Ich sehe in dem Film einen zeitlosen Klassiker, der nichts an Spannung eingebüßt hat, eher sind die Gewohnheiten des Publikums in Frage zu stellen.


JimiHendrix

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stimme deinem kommentar zu brandix, hatte auch meine probleme mit der trägheit der action.
habe dem glaube ich bei der ersten sichtung 7.0 punkte verpasst. doch schau ihn dir ruhig nochmal an, bei mir wurde er von mal zu mal besser - also eine zweitsichtung lohnt sich ;)


Chillja

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Film über Moral, Ehre, Freundschaft, Tugend, Krieg, Frieden und Liebe. Und wie so oft bei Kurosawa gibt es nicht einfach ein "Gut" oder "Böse". Er erzählt dieses Epos, welches man sich unbedingt in der ungekürzten Fassung ansehen sollte, in einem ruhigen und klassischem Tempo. Dennoch wird einem keine Sekunde Langweilig. Die Charaktere und Schauspieler packen den Zuschauer, dass man mit ihnen lacht und weint. Ein bildgewaltiges Meisterwerk der Filmgeschichte, dass das Kind in jedem Männerherz wachrüttelt.

Danke Akira Kurosawa, Danke!

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