Dschungelkind

Dschungelkind (2011), DE
Laufzeit 131 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 17.02.2011

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5.9 Kritiker
6 Bewertungen
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von Roland Suso Richter, mit Michael Baral und Nadja Uhl

Krasser könnte ein Culture-Clash nicht aussehen: Von der sogenannten Zivilisation Deutschlands in ein Eingeborendorf mitten im Urwald Papua-Neuguineas. Und doch mausert sich Sabine (Stella Kunkat) recht bald zum Dschungelkind, welches erst im Alter von 16 Jahren wieder nach Deutschland zurückkehrt.
Doch zurück zum Anfang: Weil ihr Vater (Thomas Kretschmann), ein Sprachwissenschaftler, die einmalige Chance bekommen hat, eine Eingeborenensprache vor Ort zu erforschen, zieht er kurzerhand mit Frau (Nadja Uhl) und zwei Kindern in eine der Familie gänzlich fremde Welt. Für Sabine ist der Urwald ein Abenteuerspielplatz und sie lebt sich schnell ein. Was die Familie allerdings nicht weiß: Der Stamm befindet sich in einer blutigen Fehde mit einem anderen Stamm. Als Sabine, das Dschungelkind, zusammen mit ihrem Bruder den verletzten Auri findet, Kind des verfeindeten Stammes, wird auch die Familie in die Auseinandersetzung mit hinein gezogen. Die starke Bande, die sich unmittelbar zwischen Sabine und Auri entwickelt, wirkt sich auch auf das Verhältnis zwische den Stämmen aus.
Doch Sabines Zeit im Dschungel ist begrenzt. Und als sie schließlich wieder nach Deutschland kommt, sieht sie sich mit ihr mittlerweile fremden Werten konfrontiert: Was ist ihre Identität?

Dschungelkind basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sabine Kuegler, die in dem Buch ihre Erlebnisse in zwei Welten aufarbeitet. Dschungelkind war bereits zwei Wochen nach Erscheinen an Platz 1 der Bestsellerliste und hielt sich dort auch über Wochen. Sabine Kuegler kehrte einige Jahre später noch einmal in den Dschungel zurück und veröffentlichte nach Dschungelkind auch diese Erlebnisse in einem weiteren Buch namens Ruf des Dschungels.
Regisseur Roland Suso Richter hat sich vor Dschungelkind in der Vergangenheit einen Namen sowohl im TV- wie auch im Kinofilmbereich gemacht mit Werken wie Mogadischu oder Dresden (beide TV) und 14 Tage lebenslänglich (Kino). Mit The I Inside – Im Auge des Todes drehte Roland Suso Richter seinen ersten international besetzten Kinofilm (u.a. mit Ryan Phillippe und Stephen Rea). (EM)

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Kritiken (6) — Film: Dschungelkind

Sabine Vogel: Berliner Zeitung Sabine Vogel: Berliner Zeitung

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5.0Geht so

Wie sich beim Buch Dschungelkind der demonstrativ unschuldigen Selbstvermarkterin Sabine Kuegler die Echtsheitsfrage stellte, stellt sich bei der Filmadaption die Kitschfrage. Trieft doch die Story des blonden deutschen Mädchens und seiner tapferen Kleinfamilie unter Horden von edlen Wilden vor Klischeefallen wie der Regenwald im Monsun. Süß und idyllisch jedenfalls wird es so gut wie nie.

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Christina Wittich: Sächsische Zeitung Christina Wittich: Sächsische Zeitung

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4.0Uninteressant

Dschungelkind bietet nicht viel mehr als Folklorismen. Eindimensionaler Ethno-Kitsch, uninspiriert und wenig überraschend, kommt jetzt mit Dschungelkind ins Kino. An der Verfilmung des autobiografischen Buches von Sabine Kuegler war die ARD beteiligt, und es reicht zu warten, bis der Film zur besten Sendezeit über die Bildschirme flackert.

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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5.5Geht so

Von bröckelnder Identität und den Schwierigkeiten einer Kindheit fern der gewohnten Umgebung müsste Dschungelkind, die Verfilmung des Bestsellers von Sabine Kuegler, handeln; aber Entbehrung, Konfrontation mit Tod, Krankheit und Fremdheit werden hier mit pittoresker Exotik, abenteuerlichen Begegnungen und Mutproben wattiert, allesamt Ingredienzien, die längst ihren Weg ins Trash-TV gefunden haben. Da verwundert es nicht, dass das Ergebnis aus der Hand von Roland Suso Richter trotz respektabler Darstellerleistungen nicht mehr als solide Familienunterhaltung zu bieten hat.

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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8.5Ausgezeichnet

Der Stoff birgt die Gefahr in sich, ein primitives Volk mit seinen urzeitlichen Ritualen auszustellen und vom Kino-Publikum begaffen zu lassen wie einst die schwarzen "Wilden" im Völkerkundemuseum. Doch Regisseur Roland Suso Richter hält sich fern von dieser Art Folklore-Kitsch. In den Mittelpunkt von Dschungelkind rückt er ganz klar das Aufeinandertreffen zweier Kulturen und die Auseinandersetzung miteinander. Das macht diesen Film so ungeheuer spannend!

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Claudia Nitsche: Radio Köln Claudia Nitsche: Radio Köln

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6.0Ganz gut

"Dschungelkind" besitzt keine wirkliche Dramaturgie, besteht eher aus Episoden und hat trotz seiner geduldigen Erzählweise seine Schwächen. Während die Kinder mit großer Selbstverständlichkeit agieren, holpert es überraschenderweise bei Uhl und Kretschmann öfter. Immer wieder wirken ihre Charaktere gestelzt und hölzerner, als man es den beiden Darstellern überhaupt zugetraut hätte. Dem Zuschauer verlangt die in Malaysia gedrehte Produktion damit Geduld ab, erzählt aber auch viel zwischen den Zeilen und schwingt sich nicht zum Richter über die Kulturen der Welt auf.

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Christoph Schelb : Outnow.ch Christoph Schelb : Outnow.ch

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6.5Ganz gut

Dschungelkind überzeugt als nettes Familienabenteuer, welches 90 Minuten Spass macht und den Zuschauer dank sympathischen Darstellern und schönen Bildern bei der Stange hält. Die letzte halbe Stunde wirkt jedoch hingewurstelt, und es werden noch schnell spannende Themen wie Kulturschock und die Suche nach sich selbst angesprochen. Interessante Themen, welche aber deutlich mehr Zeit brauchen, um nahezugehen.

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Kommentare (8) — Film: Dschungelkind

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Holden82

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Bewertung5.5Geht so

Habe das Buch gelesen und fand es sehr interessant und spannend. Wollt immer mal den Film sehen aber niemand hatte große Lust auf den Film. Dann wurde er irgendwann verdrängt. Die Tage in der Videothek zufällig daran vorbei gelaufen und ausgeliehen.

Ich war skeptisch, wie so oft bei Filmen mit Buchvorlage, aber positiv überascht. Der Film ist ganz o.k. und auch weitestgehend authentisch gespielt. Viele Sachen werden im Film allerdings nur mehr oder weniger angedeutet, da ist es ganz gut wenn man das Buch im Rücken hat und entsprechende Stellen "ausfüllen" kann. Trotzdem war es schön das Geschriebene visualisiert zu erleben.

Was mich generell an dem Thema stört, ohne der Autorin jetzt zu nahe treten zu wollen oder ihr etwas zu unterstellen, dafür bin ich zu wenig bzw. gar nicht über sie informiert, ist dieses unterschwellige "weiße Familie geht in Urwald und bringt wilden Zivilisation bei" Getue gemischt mit dem Mythos vom "edlen Wilden". Da kommt vor allem die Mutter stellenweise etwas naiv rüber. Es sind eben (unreflektierte?) Kindheitserinnerungen.

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Shawnee

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Bewertung7.0Sehenswert

Wieder einmal ein Film vor der unheimlich berauschend-malerischen Kulisse des Malaysischen Dschungels. Da ich vorab das Buch gelesen hatte, war ich am Ende überrascht, wie gelungen man versucht hat aus einem autobiografischen Roman doch noch eine schlüssige Familiengeschichte zu erzählen.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gabs für mich dann doch und dieser heißt Nadja Uhl. Irgendwie hat sie die Mutter nicht mit so herzlichen Strenge gespielt, wie man es aus den Bucherzählungen gewöhnt ist. Sie wirkte zickig, eitel und irgendwie komplett deplatziert. Dabei hätte es so einfach sein können! Denn Thomas Kretschmann spielte Klaus Kuegler wahrlich so herzlich, sorgend und ehrlich wie der Vater aus den Erzählungen rüberkam. Lag es daran, weil er sich vorab mit selbigem getroffen hat?! Oder weil er sich auch privat bereits lange Zeit mit dem Stoff auseinandersetzte?!
Wie auch immer, ein außergewöhnlich bewegendes Familienmärchen in einem sensibel erzähltem und opulenten Bildermeer. Sehenswert!

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Nichts

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Bewertung4.5Uninteressant

Ein sehr bodenständiges Familiendrama, das zwar nicht zu jeder Minute fesstelt jedoch auch seine Glanzmomente besitzt. Anfangs erzeugt die äußerst ruhige Geschichte für leichte Langweile und man wird nur schwer warm mit den Charakteren, deren Darstellung von Schauspeiler zu Schauspieler sehr variieren. Doch nach fast 70 Minuten war ich langsam dabei und konnte eine gewisse Atmosphäre bemerken. Und obwohl man dem Film durch und druch ansah, ein Deutscher zu sein, war es selten so, dass ich mich fremdschämen musste, denn es wurde stets alles glaubhaft gehalten. In das ein oder andere Klischeefettnäpfchen sind die Macher trotzdem getreten, aber das war durchaus verschmerzbar. Zum Ende hin wurde es jedoch leicht fade und ich war dann doch zeimlich erleichtert, diesen Film beenden zu können und mich an dieses vollkommen aus der Luft gerissene und bedanglose Kommentar zu machen.

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horro

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Bewertung7.0Sehenswert

Dieses Buch hab ich nicht gelesen und weiss über die Geschichte nur, was man halt so in den letzten Jahren aus der Presse erfahren hat. Es scheint mir aber, dass hier ein gelungener Filme entstanden ist. Ob man nun das Thema im Allgemeinen oder die eigene Geschichte dieser Frau insgesamt interessant findet, sei jedem selber überlassen. An der filmischen Umsetzung und auch an der schauspielerischen Leistung gibt es meiner Meinung aber nicht das Geringste auszusetzen. Dabei erscheinen vor allem die Drehorte sehr authentisch, was sie wahrscheinlich auch sind und die geschilderten Zustände scheinen sich auch für die Filmcrew ganz änhlich dargestellt zu haben. Natürlich ist vieles hier überdramatisiert, verklärt und mit einer etwas falschen Romantik belegt; so wie es wahrscheinlich auch der Erinnerung oder der Ansicht der Autorin entspricht. Trotz stattlicher Länge weiss dieser Film aber durchaus zu überzeugen und zu unterhalten.

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filmschauer

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Oha, endlich mal ein Kommentar zu einem deutschen Film (völlig subjektive Wahrnehmung), und dann noch positiv - gefällt. Der steht übrigens auch auf meiner Agenda demnächst.


horro

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Ich hab doch nichts gegen deutsche Filme, ausser dass die mir manchmal etwas zu realistisch sind ... aber nur manchmal :)


Kill_Diether

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Bei "Fans dieses Films gefiel auch:", ist nicht einer dabei, der mir gefällt. Mir wird angezeigt: Krabat, Vorstadtkrokodile 3, Knockin' On Heaven's Door und richtig buhhhbähhhh, Zweiohrküken und Kokowääh.
Danke MP für die eindeutige Entscheidungshilfe, ob ich meine Zeit dafür verschwenden soll: Nein!

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Nayelivolando

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Bewertung5.5Geht so

Leider ein sehr seichter Film, aber von deutschen Spielfilmen kann man ja nicht wirklich mehr erwarten- obwohl ich sicher bin, dass man aus dem interessanten Drehbuch einiges mehr hätte rausholen können. So bleibt es hier leider bei einer niedrigen Bewertung...

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Janina Weißkirchen

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Bewertung9.0Herausragend

Absolut sehenswert !!!

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dAShEIKO

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein Guter Film... wenn auch die Geschichte sich von Sabine Kuegler persönlich erzählt deutlich näher und mitreißender anhört....stellenweise auch (aus dramaturgischen Gründen) einfach anders ist.

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