Gewalt und Leidenschaft

Gruppo di famiglia in un interno (1974), FR/IT
Laufzeit 121 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 27.03.1975

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
31 Bewertungen
1 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Luchino Visconti, mit Burt Lancaster und Silvana Mangano

Ein amerikanischer Kunstwissenschaftler lebt zurückgezogen in Rom. Als er Teile seines luxuriösen Palazzos an eine leichtlebige Marchesa, ihren jungen Geliebten, ihre Tochter und deren Freund vermietet, wird sein ruhiges Dasein ins Chaos gestürzt.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Gewalt und Leidenschaft

Kommentar schreiben
Sortierung

Schlegel

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit der Ruhe eines pensionierten Professors ist es vorbei, als die Wohnung über ihm von durchgeknallten Jetset-Jugendlichen bezogen wird. Der vorletzte Film von Visconti ist für mich auch eine Kindheitserinnerung (lief früher oft im Fernsehen). Im Folgenden nun der grandiose Schlussmonolog, gesprochen vom grandiosen Burt Lancaster zum dekadenten Jungvolk (muss sein - SPOILER)!

"Wenn es je unmögliche Mieter gegeben hat, kann ich wohl sagen: Ich habe sie in meinem Haus. Aber irgendwann kam ich auf den Gedanken, ob sie nicht meine Familie sein könnten. Eine mehr oder weniger gelungene, jedenfalls eine von mir himmelweit verschiedene. (überlegt) Da ich aber diese unglückselige Familie liebe, möchte ich etwas für sie tun, so wie sie - ohne sich dessen bewusst zu sein - etwas für mich getan hat. Es gibt einen Schriftsteller, dessen Bücher ich in meinem Schlafzimmer habe und den ich immer wieder von Neuem lese. In einem ist von einem Mieter die Rede, der sich eines Tages in der Wohnung über ihm einnistet. Der Autor hört, wie er sich bewegt, auf und ab geht, umherwandert und dann auf einmal verschwindet. Für lange Zeit dringt kein Geräusch mehr nach unten. Aber plötzlich ist er wieder da. Im Laufe der Zeit ist er dann immer seltener abwesend und hält sich regelmäßiger oben auf. Es ist der Tod. Es ist das Bewusstsein, am Ende seines Lebens angelangt zu sein. Das Ende, das sich ihm in seinen ebenso zahlreichen wie trügerischen Verkleidungen angekündigt hatte. - Eure Anwesenheit hat bei mir das Gegenteil bewirkt, und ich glaube nicht, einer Täuschung erlegen zu sein. Ihr habt mich gewaltsam aus einem Schlaf geweckt. Einem Schlaf, der tief war. Empfindungslos. Und taub. Wie der Tod."

Das traurige Ende folgt auf dem Fusse. Dank Burt Lancaster jedenfalls einer der schönsten Filmmonologe, die es gibt. Finde ich.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben