Hotel Ruanda
Hotel Rwanda, ZA, IT, CA, GB 2004
- Genre
- Sozialdrama, Kriegsfilm, Flüchtlingsdrama
- Inhalt
Vor elf Jahren brach in Ruanda der Irrsinn aus. Aber ein Mann zeigte sich entschlossen, alles dafür zu tun, um seine Familie zu schützen. Er brachte den Mut auf, sich der Gewalt entgegen zu stellen. Der Film erzählt die ergreifende und wahre… — Mehr
Vor elf Jahren brach in Ruanda der Irrsinn aus. Aber ein Mann zeigte sich entschlossen, alles dafür zu tun, um seine Familie zu schützen. Er brachte den Mut auf, sich der Gewalt entgegen zu stellen. Der Film erzählt die ergreifende und wahre Geschichte eines echten Helden. Sein Name: Paul Rusesabagina. Unter Einsatz seines Lebens rettete der Hotelmanager aus Ruanda couragiert mehr als 1200 Flüchtlinge vor dem sicheren Tod. Die Welt schaute weg, aber Paul breitete seine Arme aus und bewies, dass auch ein Einzelner Großes bewirken kann.
- Cast
- Don Cheadle, Sophie Okonedo, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Desmond Dube, David O'Hara, Cara Seymour — Mehr
- Regisseure
- Terry George
- Autoren
- Keir Pearson, Terry George
- Laufzeit
- 122 Minuten
- Zeit
- 1990er Jahre
- Ort
- Belgien, Ruanda
- Handlung
- Angst vor dem Tod, Apathie, Armut, Asyl, Aufopferung, Ausnahmezustand, Bestechung, Bürgerkrieg, Entwicklungshelfer, Entwicklungshilfe, Evakuierung, Falle, Fluchthelfer, Fluchtversuch, Flüchtling, Flüchtlingslager, Gefahr, Genozid, Hotel, Hotelbar, Hotelier, Hotelmanager, Hotelzimmer, Hutu, Kiswahili, Krankenschwester, Kriegsberichterstatter, Kriegskorrespondent, Landflucht, Lebensgefahr, Leichenberg, Luxushotel, Militär, Miliz, Mitleid, Mord, Notruf, Nächstenliebe, Rassismus, Risiko, Schutzgeld, Skelett, Tutsi, Vereinte Nationen, Vergewaltigung, Verschwundene Leiche, Völkermord in Ruanda, Waise, Waisenhaus, Überleben, Überlebender
- Stimmung
- Ernst, Traurig
Über diesen Film
Handlung
Paul Rusesabagina (Don Cheadle) ist der Hoteldirektor des in bester Lage in Kigali gelegenen Nobelhotels “Mille Collines”. Durch seine Arbeit hat er Kontakt mit einigen der einflussreichsten Personen Ruandas. Seine… — Mehr
Handlung
Paul Rusesabagina (Don Cheadle) ist der Hoteldirektor des in bester Lage in Kigali gelegenen Nobelhotels “Mille Collines”. Durch seine Arbeit hat er Kontakt mit einigen der einflussreichsten Personen Ruandas. Seine Frau ist Tutsi, er selbst Hutu. Als der Völkermord beginnt, der sich leise in den Radiomeldungen ankündigt, herrscht in Rusesabaginas Familie noch weitgehend Vertrauen, dass die UNO einen Genozid verhindern wird. Doch schon bald müssen sie alle erkennen, sich getäuscht zu haben.
Eines Abends kommt Fedens (Leleti Khumalo), die Schwester seiner Frau Tatiana (Sophie Okonedo), mit ihrem Mann Thomas (Antonio David Lyons) zu Besuch. Alle sind beunruhigt über die aktuellen Entwicklungen, wollen das Land aber nicht verlassen. In der Nacht hören Tatiana und Paul Geräusche; heimlich beobachten sie, wie ihr Nachbar Victor von den Milizen geschlagen und abgeführt wird. Auch andere Nachbarn werden deportiert und wahrscheinlich ermordet.
Rusesabagina quartiert daraufhin seine Familie und seine Nachbarn in seinem Hotel ein. Auf dem Weg dahin muss er den Milizen, die sie entdecken, eine große Summe Geld bezahlen, um alle sicher ins Hotel retten zu können. Denn die brutalen Soldaten zwingen jeden, der Tutsis rettet, diese eigenhändig zu erschießen. Das von ihm gezahlte Bestechungsgeld rettet ihnen zwar vorerst das Leben, doch im Hotel ist die Lage auch angespannt. Andauernd kommen neue Flüchtlinge an, sodass die Räume binnen kürzester Zeit belegt sind. So schleust auch Pauls Freundin Pat Archer (Cara Seymour) vom roten Kreuz einen ganzen Bus voller Waisenkinder in das Hotel.
Die Angst, auch die Schwester seiner Frau und ihre Familie könnten ermordet worden sein, lassen Paul und Tatiana nicht los. So macht sich Paul eines Nachts auf, um nach Fedens und Thomas sowie ihren Kindern zu suchen und um Nahrungsnachschub zu besorgen. Was er findet, sind Berge voller Leichen. Die Straßen Kigalis sind bedeckt mit Blut, es gibt kaum eine Chance auf Rettung. Seine einzige Rettung sind Colonel Oliver (Nick Nolte) und die UNO. Doch die UNO zieht sich bald zurück und überlässt das Land und somit auch das gesamte Hotel unter der Leitung Rusesabaginas sich selbst. Der weiß sich zunächst noch durch seine Kontakte und Geld zu retten, doch die Milizen rücken jeden Tag näher und bedrohen die im Hotel untergebrachten Menschen.
Schließlich können sich die Menschen auf Lastwägen in ein Flüchtlingscamp in der Nähe zu Tansania flüchten. Dort angekommen treffen sie auf Pat Archer, die ihnen hilft ihre Nichten Anais und Carine zu finden. Ihre Eltern sind dem Völkermord zum Opfer gefallen.
Weiterführende Informationen
- Der Genozid in Ruanda
- Mehr zu Afrika im Film
- Shooting Dogs, ein weiterer Film, der den Genozid in Ruanda behandelt
Weitere Informationen im Internet
- Eine Schande für die Menschheit – Ein Gespräch mit Paul Rusesabagina auf Amnesty.de
- Der gute Mensch von Kigali auf Spiegel.de
- Review Hotel Rwanda in der Filmzentrale
- Skript auf dailyskript.com (engl.)
Quellen
- Hotel Rwanda in der Wikipedia (engl.)
- Filming the Unfilmable – Rezension zum Film (engl.)
- Die Politik der gewöhnlichen Menschen – Interview mit dem Regisseur Terry George
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.8
Der Film Hotel Ruanda wurde von 33 Kritikern bewertet.
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Die meiste Zeit werden wir Zuschauer von dem wahren Horror verschont. Denn George erzählt von einem Helden, der nicht mit Waffen umzugehen weiß, aber hoch entwickelte Fähigkeiten der List, der Bestechung und des Honig-um-den-Bart-Schmierens besitzt. Das Geheimnis seines Überlebens im Blutvergießen besteht im Wahren von Haltung.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Zu Beginn ist der Film sehr spannend. Da entfaltet er viel Atmosphäre und erinnert an die verlogenen hintersinnig-resignierten Gespräche in Filmen wie DIE STUNDE DER KOMÖDIANTEN. Je mehr sich alles auf das Hotel und die Gestalt Rusesabaginas konzentriert, um so fiktiver erscheint es, um so mehr wird diese wahre Geschichte zum reinen Entertainment. Vor allem gegen Ende wird es immer ärgerlicher.
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Kommentare — Sehenswert 7.8
Der Film Hotel Ruanda wurde von 1917 Mitgliedern bewertet.
bennjie 2010/01/12 21:16:09
sehr heftiger film. aber unbedingt ansehen....
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Dachsman 2010/01/07 18:55:13
Der Film bemüht sich um eine differenzierte und gewissenhafte Darstellung des Völkermordes in Ruanda und meistert dies auch über weite Strecken wirklich sehr gut und funktioniert als Drama ausgezeichnet.
Die Gewalt und das Morden werden dabei, wenn überhaupt, aus weiter Ferne gezeigt und selbst Leichen sieht man lediglich an 2-3 Stellen wirklich deutlich, was der bedrohlichen und beängstigenden Atmosphäre aber keinen Abbruch tut und gleichzeitig vermeidet ins plakative abzurutschen. Musik wird spärlich aber angemessen eingesetzt und die Schauspieler machen einen guten Job, wobei gerade Hauptdarsteller Don Cheadle durch seine Darstellung herausragt. Aber auch der restliche Cast, der sich zum Teil aus Größen wie Joaquin Phoenix und Jean Reno und sonst eher unbekannten Gesichtern zusammensetzt, braucht sich nicht dahinter verstecken.
"Hotel Ruanda" funktioniert als Drama mit kritschen Zwischentönen gut, es wird die Dekadenz "des Westen" gezeigt und die Machtlosigkeit derer, die versuchen zu helfen. Die Bedrohung ist jeder Zeit greifbar und viele Schicksale werden nur angedeutet, nicht aber zu sehr ausgewaltzt. Immer wieder bricht der Film seine ernste Stimmung um kurze humoristische AUflockerungen einzustreuen, bei denen einem zusehens, wie den Charaktern, das Lachen im Halse stecken bleibt.
Als wirkliche Aufarbeitung der Geschehnisse eignet sich der Film, aber wenn überhaupt nur bedingt. Zu sehr ist er auf ein Einzelschicksal, das zunehmend fiktiver erscheint und am Ende zu sehr als "Happy End" aufgeht (und, ja, ich weiß, dass es wohl irgendwie so wirklich passiert ist). Außerdem werden zu wenig Hintergrundinformationen geboten und die Nebencharakter kommen einen Tacken zu kurz.
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Schlegel 2009/11/09 23:38:14
Wieder so ein Film, der es gut meint, aber voll nach hinten losgeht. Don Cheadle schlägt sich wacker durch eine Inszenierung, die zunehmend auf Schlichtheit und Sentiment setzt. Entertainment auf Kosten des Genozids - man müsste es ja mittlerweile gewöhnt sein. Trotzdem habe ich nach einem Film wie diesem das Bedürfnis, mir die Schmiere abzuwaschen.
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pellekraut007 2009/11/26 18:02:39
Nee, oder? Ich habe den Film ganz anders gesehen! Von mir bekommt er 10 Punkte. Ich war nie Ruanda, kenne keinen Tutsi und keinen Hutu, erkenne wohl auch nicht den Unterschied und fand das Thema in meinen Augen glaubwürdig erzählt. Vor allem erreicht er auch die, die kein Hintergrundwissen durch eigene Erfahrung haben. Nun ja, so ist das mit der Sicht der Dinge ;)
Schlegel 2009/11/27 01:04:55
Ich wünschte, es wär anders, aber ich hab mich gegen Ende nur noch geärgert. Natürlich ist der Film streckenweise auch in Ordnung. Wie "L.A. Crash", wie "Das Leben ist schön", ach ächz.
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Der Film Hotel Ruanda gehört zum Genre Sozialdrama, Kriegsfilm. Regie führte Terry George.
Der Letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht


Betroffen starren Europäer und Amerikaner aus dem Bus, der sie in Sicherheit bringen wird. Sie starren auf die Afrikaner, die zurückbleiben: Die Weißen überlassen Ruanda sich selbst und marodierenden Mörderbanden, die Frauen und Kinder mit Macheten erschlagen. Über zehn Jahre später schauen wir nun wieder fassungslos zu - diesmal vom Kinosessel aus. "Hotel Ruanda" heißt der kluge Film des irischen Regisseurs Terry George.
Klug, weil er die Ursache für das Schlachten erklärt: Die belgischen Besatzer suchten sich hellhäutige, hoch gewachsene Ruander als Personal und Verwaltungsangestellte aus und nannten sie Tutsis; die Privilegien dieser Minderheit überdauerten die Kolonialherrschaft und trieben die benachteiligte Mehrheit der Hutus schließlich zur Raserei. Klug auch, weil George das millionenfache Massakrieren nur schlaglichtartig zeigt. Ein Großteil der wahren Handlung spielt in dem Sabena-Hotel in Ruandas Hauptstadt Kigali, in dem der couragierte Hotelier Paul Rusesabagina (Don Cheadle) 1268 Menschen rettete.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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