SoulReaver

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SoulReaver aus Soulihausen heißt Pascal , ist 22 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1942 Filme bewertet und legendäre 1933 Kommentare geschrieben. SoulReaver ist Kritiker für CinemaForever, D3M und hat unter anderem Liebe als Lieblingsfilm. Mehr


The Faculty
The Faculty

SoulReaver 6.0 "Ganz gut"

Dass Robert Rodriquez auf dem Regiestuhl von „The Faculty“ Platz genommen hat, lässt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen, dafür fällt die sonst so markige Bildsprache in diesem Fall einfach zu beliebig aus. Dass „The Faculty“ aber zweifelsohne von einem gewandten Filmliebhaber umgesetzt worden sein muss, kristallisiert sich an den massig eingestreuten Referenzen und Querverweisen heraus. Die Herrington High School ist natürlich eine Sammelstelle archetypischer Gruppierungen: Da gibt es die Sportler, die Zicken, die Streber, die Rebellen und natürlich die Neue. Gestreckt wird die Klischeeisierung jener Schülertypen mit Rodriquez' Liebe für Body Snatcher-Movies älterer Dekaden. Wenn sich das Autoritätspersonal langsam verändert und einem echten H20-Rausch verfällt, lässt Rodriquez den Kampf gegen die Invasion der die menschlichen Körper als Wirte instrumentalisierende Spezies beginnen und entwirft wirklich charmantes Unterhaltungskino. Ohne sich in charakterlichen Entwicklungsprozess festzubeißen, wählt „The Faculty“ immer den schnellsten Weg, um sein narratives Tempo aufrecht zuhalten. Wer den Film dann noch als Metapher auf eine sich eigenständig verbummelnde Gesellschaft verstehen möchte, der kann das gerne tun, in erster Linie geht es „The Faculty“ aber darum, viel Spaß zu bereiten. Und das schafft er heute noch wunderbar.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

pischti

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Damals ein Kultfilm bei uns in der megacoolen Mopedclique irgendwann Ende der 90er Jahre :D Schöner, treffender Kommi.


Saw V
Saw V

SoulReaver 3.0 "Schwach"

L.A. Confidential
L.A. Confidential

SoulReaver 8.0 "Ausgezeichnet"

[...] Exzellent spielen sie natürlich allesamt auf, besonders aber Kevin Spaceys Talent in Sachen ausgereifter Gestik, Positur und Mienenspiel ist wie immer eine süffisante Klasse für sich. [...] Wie schon in „Chinatown“ ist Los Angeles in „L.A. Confidential“ eine urbane Illusion funkelnder Dekadenz. Ist der Vorhang erst mal gefallen, dann wird offensichtlich, dass hier jeder für sich spielt und nur den eigenen Vorteil in der Verdorbenheit zu suchen vermag. Auch die Ordnungshüter müssen sich erst einmal ins Gedächtnis rufen, was sie zu diesem Beruf bewegt hat. [...] „L.A. Confidential“ ist ein Musterbeispiel von Hommage, ein Neo Noir, der seine Vorbilder kennt und liebt; der weiß, wie man Spannung mittels ausstaffierter und mit ambivalenten Charakteren gepickter Erzählstränge erzeugt, ohne sich in der inhaltlichen Komplexität zu verheddern. [...]

Kritik im Original 28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Hartigan85

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Zwar 2 Pünktchen zu wenig, aber toller Kommentar! ;)


SoulReaver

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Ja, danke, aber bitte hör doch mal auf mit den Punkten, wir haben da von Grund auf verschiedene Bewertungsmaßstäbe.


Die Folterkammer des Hexenjägers
Die Folterkammer des Hexenjägers und 2 weitere ...

SoulReaver 5.0 "Geht so"

Fargo
Fargo

SoulReaver 8.5 "Ausgezeichnet"

Irgendwo nördlich im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten liegt es, dieses verschneite Städtchen namens Fargo; irgendwo im Bundesstaat North Dakota; dort, wo er Provinzialismus herrscht, die Uhren rückwärts laufen und die Handvoll Touristen, die es im Jahr in dieses Teilstück amerikanischen Hinterlandes verschlägt, am einheimischen Dialekt zerschellen: „Oh, jeez!“. Für die Coen Brothers hat dieses eigenwillige Dasein jedoch sentimentalen Wert, sind sie doch in einer solchen Gegend aufgewachsen, nicht umsonst gibt sich „Fargo“ auch zweifelsohne als eine Art Heimatfilm zu verstehen. Und obgleich sich die Brüder über – und auf Kosten dieser - jene lokale Eigenart amüsieren, lieben sie diese Gepflogenheiten, die Einheimischen, innig und eröffnen dem Zuschauer so herrlich ungeschliffene Porträts unterschiedlicher Menschen, die durch ein Szenario stolpern, das in seiner ganzen Absurdität vollkommen dem Leben selbst entspricht. Menschen, die sich durch ihren Egoismus, ihre Dummheit, ihre Verzweiflung und auch durch ihre Güte auszeichnen. „Fargo“ ist ein Film über eben solche unverstellten Menschen und über die Nadeln des individuellen moralischen Kompasses, die immer wieder in verschiedene Richtungen ausschlagen. Unkonventionelles, aber dennoch schlichtweg brillantes Erzählkino, das sich glücklicherweise erlaubt, Freiräume für eigene Gedanken zu lassen, in seiner Struktur aber immer so homogen wie harmonisch wirkt. Kunst. Coen'sche Kunst.

PS: Das aufrichtige, durch und durch vertraut wirkende Ehebild von Marge und Norm zählt zu den schönsten, welche die Filmwelt je beglücken durften. Allein dafür muss man „Fargo“ schon lieben.

26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

Einar

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Traudel Haas... :p


VisitorQ

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klaroparo


The Messengers
The Messengers

SoulReaver 3.0 "Schwach"

Billy Elliot - I Will Dance
Billy Elliot - I Will Dance

SoulReaver 7.0 "Sehenswert"

»SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«

Teil 10
J...wie Jugendfilm.

[http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

„Billy Elliot“ gehört zu diesen Filmen, die man vorab nur zu gerne in eine Schublade drängen möchte; einer dieser Filme, die das findige Spiel auf der Klaviatur der Gefühle in Perfektion zu beherrschen glauben, letztlich jedoch keinerlei echte Emotionen wecken, weil ihre Konstruktion augenscheinlich nur auf sprödem Sentiment fußt: Augenwischerei und Pathos, eine Symbiose, die so manchem Zuschauer verständlicherweise schon das Fürchten gelehrt hat. Wo man also zu Anfang noch die Vermutung hegen wollte, Stephen Daldrys Debüt wäre in seinen Absichten vielleicht noch durchaus gut gemeint, mit ehrenwerter Intention bestückt, hinten raus jedoch kaum von den unzähligen Manifesten der Rührseligkeit zu unterscheiden, wie sie nun mal alltäglich produziert werden, der täuscht sich gewaltig. „Billy Elliot“ ist anders. Erfrischend anders, weil er sich eindeutig für seine Figuren interessiert, ihnen ein plastisches, herzliches Profil verleiht und das jeweilige Schicksal dieser nicht nur temporär ankratzt.

Die Botschaft, die „Billy Elliot“ schlussendlich präsentiert, ist so abgestanden, wie sie sich auch anhört: Lebe deinen Traum. Das Drehbuch von Lee Hall („Gefährten“) macht allerdings nicht den Fehler, sich in einer solch klischeehaften Tonalität zu verständigen, sondern wartet mit einem gesunden Realismus auf, wie ihn ein solcher Film, ein solches Thema, einfach dringend benötigt. Obgleich hier ganz klar Billy Elliot im Rampenlicht steht und Jamie Bell („Snowpiercer“) der große Auftritt gebührt, gelingt es „Billy Elliot“ vortrefflich, eine fein akzentuierte Milieuschilderung – Hier gilt das Lob auch Kameramann Brian Tufano - vom nordenglischen Durham während des Streiks der Bergarbeiter in der Mitte der achtziger Jahre anzulegen. Während Billy Elliot also seinen ihm vorbestimmten Weg einschlagen soll, der ihn nicht nur in die Boxhandschuhe seines Vaters Jackie (Gary Lewis) führen möchte, sondern irgendwann auch mal in die Kohlegrube, in der sich Billys Vater und großer Bruder Tony (Jamie Draven) jeden Tafaufs Neue den Rücken krumm schuften, entdeckt Billy eine neue Leidenschaft: Das Ballett.

In einem von konservativer Männerhand geführten Haushalt (Billys Mutter ist verstorben, seine Großmutter verfällt der Demenz) kommt diese neu gewonnene Leidenschaft befremdlich daher, assoziiert man dem Ballett doch eher einen Mädchensport. Natürlich wird auch Billy postwendend zum Homosexuellen benannt und muss in einem eh schon angespannten Umfeld verärgertes Unverständnis am eigenen Leibe ausbaden. „Billy Elliot“ mausert sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Werk, das steife Vorsätze aufbrechen möchte, das festgefahrene Geschlechterrollen folgerichtig als lächerlich darstellt und offeriert, dass es in einer Gesellschaft, die wirklich rund läuft, nur das biologische Geschlecht gibt. Stephen Daldrys hat einen Film inszeniert, der für Freiheit steht, für Individualität, und der sich gegen kulturellen Vorurteile stemmt, in dem er aufzeigt, wie wichtig es ist, zu sich selber zu stehen und Chancen zu ergreifen, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt. Vor allem aber geht „Billy Elliot“ durch seine wirklich saubere Ausarbeitung der Charaktere auf, bei der auf jeden schemenhaften Zwischenton grundsätzlich gepfiffen wird.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Captain America 2: The Return of the First Avenger
Captain America 2: The Return of the First Avenger

SoulReaver 5.0 "Geht so"

Little Odessa - Eiskalt wie der Tod
Little Odessa - Eiskalt wie der Tod

SoulReaver 7.0 "Sehenswert"

Wollte sich Frank Sinatra noch kopfüber in den Trubel der nie schlafenden Metropole stürzen, Teil des »Big City Life« werden, zeichnet James Gray ein New York, dem man eigentlich nur entfliehen möchte. Ja, New York stirbt, der Tod frisst sich von Stadtbezirk zu Stadtbezirk und ist hier nun, der Titel verrät es, in Little Odessa, Brooklyn, angekommen. Wie graue Donnerwolken legt sich der sakrale Chorgesang über den südöstlichen Borough, mahnt vor dem jüngsten Tag, dann, wenn der Himmel auf diesen Flecken Erde zu stürzen droht. »Little Odessa« gibt sich als vortreffliche Milieustudie inmitten zermürbender Leere; als Familiendrama, dessen Katalysator paradoxerweise die Ohnmacht zu sein scheint; als Gangsterfilm, der sich mit der Vergangenheit beschäftigt, angesichts der tauben Fragmente aber nur noch Desillusion erntet. Ein tieftrauriger Film, so elegisch wie eiskalt.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Warm Bodies
Warm Bodies

SoulReaver 5.0 "Geht so"

Chucky - Die Mörderpuppe
Chucky - Die Mörderpuppe

SoulReaver 5.5 "Geht so"

Verschmelzen Charles Manson, Lee Harvey Oswald und James Earl Ray, entsteht daraus die Summe ihres pathologischen Blutdurstes. Charles Lee Ray, die fiktive Reinkarnation jener Gier, möchte seine Passion, das Töten, deshalb auch selbstredend nicht aufgeben und bannt seinen Geist mittels magischen Rituals kurzerhand in eine der von Kleinkindern heißbegehrten „Good-Guy“-Puppen: Ein abstruser Mythos, der bis heute in Genre-Zirkeln höchste Wertschätzung genießt, wird losgetreten. „Chucky – Die Mörderpuppe“ hat auch gewiss seinen unverkennbaren Reiz, gerade in seiner kontrastierten Symbolik, die immer wieder Unschuld und Bestialität aneinanderreiht und fokussiert. Die späten 1980er Jahre hat Tom Hollands mit übersinnlichen Motiven verknüpfter Slasher jedoch nie wirklich verlassen, auch wenn die atmosphärische Inszenierung nach wie vor Treffer landet. Am besten beraten ist man in der Rezeption von „Chucky – Die Mörderpuppe“ immer noch damit, ihn ganz als Frucht, nicht als Relikt, seiner Zeit zu verstehen. Dann lassen sich auch größere und kleinere Ungereimtheiten mehr oder weniger kaschieren und man darf es genießen, wie die Puppe, unterstützt von zweckmäßigem Zynismus und Suspense, ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgeht. Pflicht für jeden selbsternannten Horror-Guru bleibt „Chucky – Die Mörderpuppe“ in jedem Fall.

Kritik im Original 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten

Deathpool

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Meinte übrigens im ersten Satz Teil 2, sorry.


Dahmer

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so eine puppe hät ich auch gerne, jetzt wo ich gealtert bin hahahaha<.....mensch wir wären tolle freunde und würden geile dinger durchziehen hihi :P achja: chucky ist kult, einfach abartig böser alptraum ffür jugendliche die in den 80ern groß geworden sind


Witching & Bitching
Witching & Bitching und 1 weitere ...

SoulReaver 6.0 "Ganz gut"

Die Klasse von 1984
Die Klasse von 1984

SoulReaver 5.5 "Geht so"

„Take a look at my face, I am the future“, krächzt Alice Cooper uns von der Tonspur zu Beginn von „Die Klasse von 1984“ entgegen. Ein markanter Satz, der nicht nur von Bandenchef Peter Stegman repetitiv ausgespuckt wird; es ist auch ein Zitat, das auf der auditiven Meta-Ebene den prophetischen Charakter von Mark L. Lesters Semi-Klassikers beschreiben soll: Kinder sind unsere Zukunft, doch wie soll diese Zukunft aussehen, wenn sich diese Menschen bereits in ihrer Jugend vollkommen verschwendet haben? Den Schimmer von dystopischer Sozialkritik, die uns heutzutage übrigens schon so gut wie eingeholt hat, möchte man dem Drehbuch nicht vorenthalten. Allerdings ist „Die Klasse von 1984“ nicht als solche konzipiert, sondern verfällt in der dramaturgischen Stereotype vollkommen bewusst den Mechanismen des plakativen Exploitationskinos. Wenn die Wut des Paukers Perry Norris erst so richtig kocht, kennt „Die Klasse von 1984“ kein Erbarmen mehr und während die Figuren vom Reißbrett auch mal mit der Kreissäge malträtiert werden, vermischt sich Lesters tendenzielle Geneigtheit zum Trash mit einer bunten Zitierwut differenter Genres. Wer eine Reflexion über die Gewalt und Kriminalität in Schulen erwartet, der läuft selber ins offene Messer. Wer sich mal wieder an einem rohen 80s-B-Picture ergötzen will, der wird hier fündig.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

lieber_tee

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Pures Exploitation-Kino im positiven Sinne, da er ein aktuelles Thema reißerisch ausbeutete und beim Rundumschlag funktional in die Fresse haut, leidenschaftlich ist. Sicherlich kein intelligenter Film allerdings das hat er auch nie von sich behauptet. Mir ist er mehr Punkte wert aber auf Punkte scheiße ich, da du das differenziert betrachtest.


SoulReaver

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Absolut!


Cockneys vs Zombies
Cockneys vs Zombies und 1 weitere ...

SoulReaver 5.0 "Geht so"

The Collector - He always takes one!
The Collector - He always takes one!

SoulReaver 6.5 "Ganz gut"

[...] Darüber hinaus gefällt „The Collector“ durch die absolut kundige Inszenierung seitens Dunstan, der seine Sujet-Affinität mit atmosphärischen Karten auszuspielen weiß. Stringent verlagert auf die Behausung, die geräumig ist, dank der kompetenten Kameraarbeit aber nie zum architektonischen Irrgarten verkommt. [...] Jedoch vergisst sich der Film keinesfalls in seinen expliziten Gewaltspitzen und lässt einiges an physischen Grauen in den Köpfen der Zuschauer explodieren. „The Collector“ überzeugt viel lieber durch sein packendes Suspense, welches dadurch intensiviert wird, dass das Drehbuch komplett auf unnötige Nebenstränge verzichtet. [...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

pischti

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Ich wollt Dir schon immer mal sagen, wie geil eigentlich Dein Profilbild ist :D Ich war damals fest davon überzeugt, dass Phoenix das nicht so ganz ernst meint ^^


Deathpool

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Hmm nochmal schauen?
Fand den damals extrem beliebig und so blutleer ;)
Nein war nicht geschnitten aber fühlte sich fast so an.
Ähnlich ging es mir mit "The Midnight Meat Train" keine Ahnung was die Leute daran finden.
Auf zur zweiten Runde wenn das Gedächtnis nachlässt.


Rigor Mortis
Rigor Mortis und 2 weitere ...

SoulReaver 5.0 "Geht so"

Apocalypto
Apocalypto

SoulReaver 4.0 "Uninteressant"

»SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«

Teil 9
I...wie Indianerfilm (Mesoamerika).

[http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

Geht man heutzutage mit einem Projekt etwas härter ins Gericht, das sich noch traut, mit Mel Gibson zu werben, dann steht schnell der Vorwurf im Raum, diesen Film doch eigentlich nur aufgrund persönlicher Antipathien gegenüber dem australischen Enfant Terrible zu verdammen. Mit Sicherheit sind diese Beschuldigungen auch so manches Mal nicht zu widerlegen und einige Zuschauer stemmen sich so ostentativ gegen den Mann, wie sich andere gegen Roman Polanski, Woody Allen oder auch Klaus Kinski stemmen. Allerdings muss auch bei offenherziger Differenzierung zwangsläufig das Urteil gefällt werden, dass Mel Gibson zwar ein wunderbarer und charismatischer Schauspieler sein kann, als Regisseur jedoch auf der inhaltlichen Ebene ausnahmslos Miserables abliefert. Ob sein historisch-verzogener Egotrip „Braveheart“, in dem sich Mel Gibson als William Wallace zum Messias im Schottenrock stilisiert oder der weitreichend polarisierende „Die Passion Christi“, bei dem er letztlich nur daran interessiert schien, das Leid Christi in ultrabrutale Bilder zu schweißen.

Es zeichnete sich ab, dass Gibsons Werke technisch vollkommen auf der Höhe sind, als Geschichtenerzähler taugt der achtfache Vater und Buddy-Movie-Veteran allerdings so überhaupt nicht. Und genau das gilt auch für sein Maya-Abenteuer „Apocalypto“, mit dem sich Gibson als Filmemacher endgültig das Genick gebrochen hat, weil er sich gleichsam jedwede Glaubwürdigkeit, auf die er augenscheinlich so erpicht schien, in katastrophalem Ausmaß negiert. Selbstredend ist „Apocalypto“ kein Film, der sich wirklich um den Untergang der Hochkultur der mesoamerikanischen Indianer von vor über 600 Jahren schert, auch wenn hier (angeblich) in Orginalsprache kommuniziert wird und auch mal von der Gottheit Kukulkan die Rede ist. Vielmehr dient das Sujet Mel Gibson als schemenhafte Projektionsfläche seiner Weltanschauung, die er – mal wieder – mit extremen Gewaltspitzen und religiöser Verstrahlung verknüpft. Seinen manierierten Geltungsdrang akzentuiert Gibson jedenfalls auch hier nachhaltig.

Die Probleme beginnen schon in der ersten Minute, in der das Zitat „Eine große Zivilisation kann erst von außen erobert werden, wenn sie sich von innen bereits selbst zerstört hat.“ von William James Durant über den Schirm flimmert. Die Einleitung für Gibsons durchaus pathologisch-weltfremde Opfer/Täter-Verschiebung, die gleichwohl den Titel „Apocalypto“ postwendend in den Kontext seiner fundamentalistischen Ideologie rückt. Untergang als Erlösung; Befreiung und Reinigung durch das Christentum anhand der Kolonialmacht Spanien. Eine Katharsis der Brutalität, katalytisch basierend auf einer Prophezeiung - Frei nach Mel Gibson. Und diese Gewalt, dieses evidierende Blutvergießen wird ausgeschöpft, wo es nur geht. Wenn das Dorf der Maya im Dschungel überrannt wird und diese sich bald als Teil ritueller Opfergabe in einer zivilisiert-barbarischen Tempelstadt wiederfindet, dann benötigt diese gegliederte Aufsplittung wohl keine weitere Worte. Herzen werden aus dem Brustkorb gerissen, Köpfe vom Torso getrennt und Berge von Leichen getürmt. Was zu Anfang noch einen durchaus abschreckenden Charakter inneträgt, wird irgendwann nur noch plakativer Gegenstand plumper Revenge-Motivik.

Dazu gesellt sich ein holzschnittartige Figurenmuster, welches Gut und Böse zu kennen glaubt, während sich die inhaltliche Struktur von „Apocalypto“ zum gleichschenkeligen Dreieck aus Fanatismus, Fatalismus und Fundamentalismus formt. Das „Damals war es nun mal so“-Argument zieht nicht in diesem Fall so gar nicht, weil nichts davon der Historik dienlich ist, sondern nur dem reinen Selbstzweck folgt, wie sich gegen Ende in einer furchtbaren Doppel-Schnitt-Szene manifestiert, in der unser Held Jaguar Pranke erst in Zeitlupe den Schädel eines Widersachers einschlägt, um es dann noch einmal in normale Geschwindigkeit zu wiederholen. Grauenhaft, wie Mel Gibson hier an allen Ecken und Ende ethnische Rechtfertigung für seine Bilder sucht und es damit auch vermeidet, dass der Zuschauer irgendwie Mitgefühl für die Figuren aufbaut. Der Patriarch tut eben das, was ein Familienoberhaupt nun mal zu tun hat, jedenfalls in Gibsons konservativen Gehirnwindungen. „Apocalypto“ möchte Authentizität suggerieren, ist in Wahrheit aber nur ein stupider Exploiter, manisch darauf versessen, das Reißerische aus dem Ethno-Korsett zu kehren.

Wenn man „Apocalypto“ allerdings etwas zugutehalten kann, eigentlich sogar muss, dann sind es seine handwerklichen Aspekte: Die Fotografien, seine Ausstattung, frei von jeder CGI-Entfremdung, und die abstrusen Fantasy-Masken. Das macht schon was her, ohne Frage. Sicher verlässt sich Gibsons Dschungel auch auf die tumbe Paradies & Hölle-Dialektik und ist weit entfernt von der pittoresken Metaphorik eines Werner Herzog („Aguirre, der Zorn Gottes“). Dan Semlers Kameraarbeit fängt die Erhabenheit der Natur, ihre gefährlich-faszinierende Flora und Fauna, dennoch mehr als überzeugend ein. Nur reicht das nicht allein, denn der Inhalt siegt immer über die Oberfläche, jedenfalls wenn man versucht, etwas zu erzählen. In „Apocalypto“ herrscht nun wirklich alles andere als eine gesunde respektive symbiotische Koexistenz beider Segmente. Das müsste auch der größte Gibson-Fanboy erkennen. Theoretisch.

Kritik im Original 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 20 Antworten

vanilla

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nicht dass du mich falsch verstehst. Meine bescheidene Meinung ging nicht nur in deine Richtung, sondern auch auf die Kommentare unter deinem.
Wollte hier niemanden angreifen, oder so, aber mich nervt immer dieses Gesabbel, auch bei Smith, Cruise und wie die alle heißen.
P.S Du beziehst dich nicht Nur auf den Film, sondern auch auf Gibson und Geschichte und vieles Drumherum.


SoulReaver

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Achso.


Stitches - Böser Clown
Stitches - Böser Clown

SoulReaver 5.0 "Geht so"

Snowpiercer
Snowpiercer

SoulReaver 7.0 "Sehenswert"

Nachdem sich Chan-wook Park in Amerika beweisen durfte, tut es ihm Joon-ho Bong, anders als noch Jee-woon Kim, gleich und liefert mit „Snowpiercer“ ein cineastisches Brett ab. Um eine sich anbahnende Klimakatastrophe zu vermeiden, evoziert die Menschheit eine neue und befördert damit den Großteil ihrer Gattung ins Nirwana. Die letzten Überlebenden donnern in einer kontinuierlich tätigen Blechlawine durch die computergenerierte Eiszeit. Im Inneren des Zuges findet man nicht nur ein in sich geschlossenes Ökosystem, sondern trifft auch auf ein rigide hierarchisiertes Ordnungsprinzip: Der Pöbel kauert im hintersten Waggon, frisst gepresste Kakerlaken und schläft in der eigenen Scheiße, während die Privilegierten im vordersten Abteil residieren und im klinischen Ambiente die Steaks in die Pfanne hauen. „Snowpiercer“ verfügt in seiner Umsetzung über eine tonale Wandlungsfähigkeit, wie sie nur aus dem asiatischen Raum importiert werden kann und funktioniert als Allegorie auf soziale Segregationen, wie auch als satirisch-groteske Parabel auf gesellschaftliche Machtstrukturen und tief verwurzeltes Triebverhalten. Es ist aber auch auf visueller Ebene ein packendes Wechselspiel aus monochromer Verzweiflung und überstrahlter Angriffslust, mal poetisch entschleunigt, mal energetisch-physisch getrieben. Eine Dystopie in der Horizontalen, die ihren Mikrokosmos erst in der letzten Minute entblättert und dann rücksichtslos ins Gedächtnis brennt. Virtuoses, kinetisches, intellektuelles Kino. Viva la revolución!

38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jeepers Creepers II
Jeepers Creepers II und 2 weitere ...

SoulReaver 3.5 "Schwach"

Gästebuch

ready2fall

Dafür habe ich mit THE WIRE angefangen. Vielleicht rettet es mein Seelenheil, wenn ich Dir sage wie genial ich diese Serie jetzt schon finde? :-)

ready2fall

Oh ja, und jetzt auch noch 4 Punkte für das Schweigen von INGMAR BERGMAN. Ich Schuft!

Hornblower

Ah, mein Pornobalken (-bogen); das erklärt's! :D

Agent Smith93

Danke für die Anfrage SoulReaver, ich nehme gerne an.

Cooles Profilbild übrigens. Wenn du das selber bist. Habe auch so einen ähnlichen Look.

Hornblower

Hallo SoulReaver, mein neuester Freund,
Schön, dass ich jetzt auch Deinen Teil vom lieber_tee/SoulReaver-Doppelpack auf dem Dashboard habe - da hätte ich eigentlich auch selbst mal anfragen können.
Was hat Dich zu Deiner Anfrage bewogen?
Beste Grüße,
H.

Big T.

Anfrage angenommen. Was verschafft mir denn die Ehre? Und ich hoffe du hälst mich aus :D

Schlopsi

Na denn, immerhin ehrlich. Ist ja auch unmöglich dir hier nicht über den Weg zu laufen, zumal du in hoher Frequenz grandiose Kommis raushaust.

Schlopsi

Darf gefragt werden wie ich zu der Ehre komme?
Cooles Profilbild übrigens! Wobei ich die gepflegte Variante von ihm doch bevorzuge... ;)

mariega

Vive les lunettes de soleil ;)!

sebastian.boehler

Hey Souli!
Danke für die Anfrage, nehme ich natürlich gerne an, zumal ich deinem Namen hier eh schon das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen bin. ;)
LG
Sebastian


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