I Saw the Devil

Akmareul boatda (2010), KR Laufzeit 135 Minuten, FSK 18, Drama, Horrorfilm, Thriller, Kriminalfilm


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6.9
Kritiker
19 Bewertungen
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7.6
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222 Kommentare
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von Jee-woon Kim, mit Byung-hun Lee und Min-sik Choi

Ein Mann nimmt Rache, nachdem seine Verlobte ermordet wurde.

Kyung-chul (Min-sik Choi) ist ein psychopathischer Serienkiller, der von der Polizei bereits seit einiger Zeit gejagt wird. In einer Winternacht bringt er schließlich die Polizistentochter Joo-yun auf bestialische Weise um. Ihr Verlobter Soo-hyun (Byung-hun Lee), ein Agent des südkoreanischen Geheimdienstes, schwört Rache – auch wenn er dafür selbst zu einem brutalen Monster werden muss…

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Kommentare (216) — Film: I Saw the Devil


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Codebreaker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nachdem ich vor kurzem mit OLDBOY einen koreanischen Film gesehen habe, folgte nun direkt ein nächster - I SAW THE DEVIL. Ein paar Gemeinsamkeiten gibt es da, die mein Interesse geweckt haben, einerseits Choi Min-Sik, andererseits die ganzen Lobpreisungen, die ich schon öfters gelesen bzw. gehört habe. Ich war also gespannt und hatte natürlich ziemlich hohe Erwartungen.

Wo fangen wir an? Am besten bei der Geschichte. Es ist, muss man ja sagen, keine neue. Unzählige Male hat man schon gesehen, wie sich irgendjemand, an jemandem rächt, weil dieser irgendetwas getan hat. Dieses Konzept scheint aber sehr gut zu funktionieren, denn ansonsten hätte man wohl kaum so viele Vertreter, die das Thema Rache aufgreifen. In I SAW THE DEVIL ist es nun ein Mann, dessen Frau brutalst von einem Serienkiller ermordet wurde, der eben genau dieses Vergehen rächen will. Er spürt seinen Täter auf und findet ihn auch recht schnell und ebenso problemlos, er schafft es sogar ihn schnell fertig zu machen, sodass er ihn mit Leichtigkeit umbringen könnte, doch er erkennt, dass er den Mörder seiner Frau lieber selbst quälen will. Es reicht ihm nicht ihn umzubringen, er will ihn zerstören.

Es ist hier wirklich eine Fahrt durch die Hölle. Ein Kampf eines Mannes, seine Frau zu rächen und deshalb legt er sich sogar mit einem Psychopathen an. Ein Mensch, der seine Opfer vergewaltigt und dann ermordet, sie sogar noch zerstückelt. Wir bekommen tatsächlich den Teufel zu sehen. Doch irgendwann wird auch klar, dass eben eigentlich gar nicht so klar ist, wer denn nun hier der Teufel ist. Augenscheinlich ist es natürlich der Psychopath, der Serienkiller. Doch auch der Rächer wird zum Monster. Ein Mord reicht ihm nicht, der Tod des Täters ist ihm nicht genug,er will ihm Schmerzen zufügen, auf physische Weise, doch auch psychisch. Er verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, weiß stets wo er ist, erreicht ihn, klar, fügt ihm Schmerzen zu. Er spielt mit ihm, es ist ebenso eine Fahrt durch die Hölle für den Killer, denn hier wird sprichwörtlich der Jäger zum Gejagten. Ein intensives Duell zwischen diesen beiden Monstern, deren Beweggründe jeweils andere sind, beginnt und das ist alles so unglaublich intensiv, beklemmend und vor allem aber spannend inszeniert.

Die ganze Laufzeit über herrscht eine unklare Atmosphäre vor, eine angespannte, eine düstere. Wieder wird Rache hinterfragt, ein normaler Mensch wird zum Monster. Das ist Fakt, es ist keine These, es ist eindeutig. Es geht dann hin und her, mal scheint der Täter wieder die Oberhand zu gewinnen, mal bestätigt der Rächer seine Dominanz in diesem Duell, es bleibt stets unglaublich spannend und hart. Dabei wird logischerweise Gewalt eingesetzt, aber kein reines Gemetzel. Es artet nicht aus, oft wird sogar doch noch abgeblendet. Der Ausgleich kommt aber auch daher, dass es hier auch viel psychische Gewalt gibt. Der Rächer könnte den Killer schließlich schon lange umgebracht haben, aber nein, er will lieber noch mit ihm spielen. Ebenso grandios ist hierbei die Optik, die Kamera, die Bilder. Alles sieht wunderbar aus, alles ist eindringlich, alles wirkt nahezu perfekt.

Was die Schauspieler angeht: Choi Min-Sik, den man ja vor allem aus OLDBOY kennt, beweißt hier wiedereinmal das, was mir beim besagten anderen Film aufgefallen ist - er wirkt so unfassbar charismatisch und ausdrucksstark. Auf so eine Rolle wirkt sich das natürlich auch großartig auf, so wirkt er hier wahrhaftig wie der Teufel, wie das Böse und der Wahnsinn in Person. Ihn umgibt eine Aura, er spielt das so grandios, dass es einfach nur reicht ihn zu sehen, um Gänsehaut zu bekommen. Lee Byung-hun ist allerdings ebenso toll, da er die Rolle des Rächers ebenso toll verkörpert. Man merkt ihm den Zwiespalt an, die Tatsache, dass Rache nicht leicht ist. Und am Ende schließlich auch, dass Rache nicht befriedigt.

I SAW THE DEVIL ist ein Film, der mich sofort mit der Erstsichtung mächtig beeindruckt hat. Eine verdammt intensiver und kompromissloser, wie auch konsequenter und brutaler Film, der das altbekannte Thema "Rache", wunderbar präsentiert. Ein eindringliches Filmerlebnis, in spezieller Art und Weise unterhaltsam, aber ebenso schockierend. Ein Film bei dem ich mir definitiv vorstellen könnte, ihn nach erneuter Sichtung sogar noch höher zu bewerten. Sehr sehr toll!

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BenAffenleck

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Hoffe du hast den in der uncut Black Edition gesehen. I SAW ist für mich auch ganz groß. Was ein amoklaufendes Monster von einem Film. Und welch grandiose Kameraführung.
Einzig einige ungereimtheiten haben mich wieder genervt. (SPOILER Generell mit dem Sender war irgendwie doof gemacht / da war doch auch noch was mit ner Leiche im Kofferraum, oder???). Ist schon etwas her das ich den gesehen habe...


Codebreaker

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Jap, habe ich. Ist doch oft so, dass dann auch wichtige Dinge herausgeschnitten werden, bei denen die Handlung gar nicht mehr wirklich nachvollziehbar ist. Weiß nicht ob das bei dem hier genauso ist, wollte das aber ehrlich gesagt auch gar nicht erst herausfinden, deshalb also gleich die Uncut-Version. :D
(SPOILER)
Das mit dem Sender fand ich gerade cool, wie hätte er den Killer sonst auf Schritt und Tritt verfolgen sollen? Fand das schon sehr cool gemacht.
Und die Leiche im Kofferraum, du meinst als er die beiden Taxifahrer umgebracht hat? Das war doch ein Opfer der Taxifahrer oder so ähnlich. :D


LivingDead

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bin leider nur in den "Genuss" der um rund 10 Minuten gekürzten Fassung dieses Filmes gekommen. Normalerweise schaue ich mir Cut-Müll nicht an, da die Schnitte hier aber eigentlich gar nicht als solche zu erkennen sind und den Film inhaltlich nicht abändern, habe ich mir das mal angetan. Und offenbar funktioniert der Film auch so (die Uncut wird jedenfalls sicherlich noch folgen). Atmosphärisch wird gerade im ersten Drittel der abebbenden Flut von Serienkiller-Thrillern aus den US Mitte bis Ende der 90er gefrönt, bis es dann zu einem intensiven Rachespiel um die beiden Protagonisten kommt, bei der man als Zuschauer stets zwischen Mitgefühl und absolutem Hass oszilliert. Gerade der Umstand, dass das Böse (hier in Persona) als unumgänglich dargestellt wird, macht die Intensität und auch Unvorhersehbarkeit dieses Streifens aus. Viele Spannungsspitzen, ein paar nette Actionszenen und ein guter Soundtrack lassen viele US-Produktionen dagegen sehr alt aussehen.

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Knorkritiker

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Bewertung9.0Herausragend

Ich muss zugeben, dass der Film mich nicht enttäuscht hat, obwohl ich mir viel erwartet habe nach den guten Bewertungen und Kritiken.
Ich bin jetzt schon seit ein paar Jahren Fan von Filmen wie "the man from nowhere" und "a bittersweet life" und schwimme deswegen weiter im Genre.

Die Story, wie sie hier erzählt wurde, kannte ich noch nicht (trotz vernünftiger Filmkenntnis) und hatte in ihrer Erzählstruktur einige erfrischende Aspekte und Überraschungen parat.
Die beiden Hauptdarsteller (und der Kannibale) haben mich mit ihren Darstellungen vollends überzeugt und konnten mich in ihren Bann ziehen.

Spoiler alert:
Ich habe fast nichts auszusetzen an diesem spannend-blutigen Film außer an wenigen Stellen:
die Zähigkeit des Antagonisten, wenn man so will, beim verprügelt werden (hätte sterben müssen, Kannibale auch) und dass die Familie vom Psychopathen ersten Grades zum Schluss auftaucht...das passte für mich irgendwie nicht ins Bild. Deswegen nur 9 Pkt. Aber in seinem Genre ist es mit "Das Schweigen der Lämmer" einer der besten Streifen, die mir untergekommen sind.

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huababuar

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Bewertung9.5Herausragend

Choi-min Sik ("Oldboy") in seiner Paraderolle als kaltblütiger und zugleich mit einer enormen Coolness gesegneter Serienkiller Kyung-chul. Mit der Verlobten des Agenten Kim Soo-hyeon wählt der Psychopat allerdings ein Opfer, das größeren Einfluss auf sein Nachleben hat als ihm lieb ist. Der junge Mann sühnt nach Rache und macht es sich zu seiner persönlichen Aufgabe, den Mörder nicht nur zur Strecke zu bringen, sondern auch leiden zu sehen.

So kommt es zu einer blutigen Hetzjagd durch Seoul, bei der sich das Blatt das ein oder andere Mal wenden wird und man nie weiß, was als nächstes passieren könnte. Hochspannend, absolut brutal und mitreißend wären die drei Adjektive, mit denen ich "I saw the devil" beschreiben würde. Regisseur Jee-woon Kim beweist hier ein großes Gespür dafür, wie er auf der einen Seite sein Publikum durch pure Gewaltdarstellung und die fesselnde Story unterhält, ihm aber auf der anderen Seite durch ruhigere, emotionale und mit perfekt ausgewählter Musik untermalte Passagen Zeit zum Atmen und Verarbeiten lässt. An dieser Stelle muss man einfach auch die beiden Hauptdarsteller hervorheben, die ihren Job wirklich grandios machen. "I saw the devil" wird nie langweilig und zählt für mich zu den besten Rachethrillern, die je gedreht wurden. Klar wurde das Genre nicht neu erfunden, aber das Psychoduell von Kyung-chul und Kim Soo-hyeong gepaart mit diesem grandiosen Schauspiel und der wirklich krassen Brutalität hebt diesen koreanischen Kracher enorm von anderen Vertretern dieser Art ab.

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lawliet90

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sehe ich genauso. ein echt verstörender horrorfilm, der jedoch auch tiefgang hat.

*SPOILER*
Ich finde die letzte szene unfassbar vielschichtig, obwohl kein ton gesagt wird. wie der "jäger" die straße entlang läuft, kann man seine gedanken geradezu sehen.
er läuft diesen weg, hält ab und zu inne, weint und man sieht, dass er absolut keine ahnung hat, wie es nun für ihn weitergehen soll und welchen sinn sein leben überhaupt noch hat.
diese szene hat mich sehr beeindruckt.


huababuar

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Ja das stimmt :)

*Spoiler*
Ich finde, die Szene bringt auch ein wenig Selbsthass (wenn man das so nennen kann) mit sich. Er erkennt sich selbst nicht mehr, von so viel Hass getränkt und kann es vielleicht selbst nicht fassen, was er da gerade gemacht hat.


buddahsmokah

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kompromissloser Rache-Epos mit düsterer Stimmung dazu ein lütter Twist zum Schluss und gute Schauspielerische Leistungen gepaart mit Gore welcher nicht schlecht aussieht ... !Spoiler! An manchen Stellen wie ich finde aber unlogisch wie kann man bitte mit einer Wanze im Magen Gespräche abhören (WTF?!) und im Ernst da bei den Cannibalen Zuhause hätte Schluss sein müssen ,keine Sau hält, ich habe wirklich Nachgezählt 9 x mit der Eisenstange auf den Hinterkopf mit voll Karacho beim Cannibalen und dann bei Mr.Serienmörder/Vergewaltiger ca. 30 mal auf den Körper, dann nochmal 10 x auf den Kopf mit einer Eisenstange aus stufe ich ja mal als tödlich ein oder mindestens Koma für 1 Woche oder länger aber sind ja beides scheinbar zähe Burschen mit einem Adamantiumschädel ...

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MrMo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich mag rachefilme... zeigt am besten die Abgründe von Tätern und was aus "normalen" menschen werden kann.

Die dialoge sind erstklassig, die szenen sehr detailiert und die Brutalität ist hoch, aber für den Film in einen vernünftigen Maße.

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BountyHunter2602

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich stehe auf die harten Horrorfilme wie Martyrs, Eden Lake oder I Spit on your Grave und nun zähle ich auch diesen unheimlich spannenden und brutalen koreanischen Horror / Rachethriller dazu. Wiedereinmal wurde das Thema Selbstjustiz sowie Rache in den Mittelpunkt gestellt und wie ich finde sehr gut umgesetzt. Wie schon oben beschrieben ist Brutalitätsfaktor unheimlich hoch und die Spannung von Anfang bis Ende auf Maximum, allerdings driftet der Film nicht zu sehr ins Gore Genre ab, was ich sehr begrüße. Allerdings habe ich auch schon deutlich härtere Filme gesehen und kann manche Kommentare, die behaupten dass Leute nach 30 Minuten, den Film wieder ausgeschaltet haben nicht ganz nachvollziehen. Negativ aufgefallen sind mir manche Logikfehler und nicht nachvollziehbares Handeln einzelner Personen an einzelnen Stellen.
Insgesamt ist I Saw the Devil ein handwerklich sehr gut gemachter Horrorfilm mit sehr hohem Spannungs- und Gänsehautgrad, den sich ein Horrorfan anschauen MUSS. Aber auch alle anderen sollten vllt. mal einen Blick riskieren.

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Feindbild_Mensch

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hervorragend gemachter Horror-Thriller. Extrem Düster, brutal und Spannend ... ein paar denen ich den Film Empfohlen habe haben kaum mehr als 30min ausgehalten, bis es denen "zu heftig" wurde ;).

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Nick_Dunlap

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Ging mir auch so nach ca. 30 Minuten.. Allerdings wurds mir "zu langweilig". Hab aber dann doch ne Stunde durchgehalten, vielleicht guck ich den heute Abend zu Ende, bevor ich ihn wieder verkauf.


Feindbild_Mensch

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Kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen... aber jedem sein eigenen Filmgeschmack...


Martin Oberndorf

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Bewertung10.0Herausragend

Eine Frage, die sich mir schon seit geraumer Zeit aufdrängt, ist, wieso Kannibalen ihr Fleisch immer roh essen müssen.
Klar, es gibt Beispiele, in welchen sie das Essen vorher zubereiten, aber die meisten Filmkannibalen essen doch einfach das rohe und blutige Menschenfleisch, oder nagen es gar zombiemäßig vom Knochen, oftmals, als das Opfer noch lebt. Oder irgendwelche als eklig geltenden Teile wie Eingeweide oder Zunge.
Es erscheint mir doch irgendwie unlogisch. Wieso sollten sie das tun?
Denken wir mal nach: Kannibalen sind Leute, die liebendgerne Menschenfleisch essen. Aber aus welchem Grund sollten sie nicht auch ein Stück herausschneiden, würzen, braten, mit etwas Reis oder Pommes anrichten, und dann erst essen?
Nur mal so als kleiner Denkansatz.
Es liegt daran, dass der Zuschauer ein echtes Monster vor sich haben sollte, es ist dann sogar leichter zu verarbeiten, wenn der Psychopath in jeder Situation seines Lebens unnachvollziehbar und bestialisch agiert, da es der Zuschauer nicht wahrhaben will, dass ein Serienkiller nicht auch STÄNDIG geistesgestört agiert.
Wir tun uns eben leichter mit der Monster-Variante.
Aber sei's drum.
Der Kannibale hat hier nur eine kleine Nebenrolle.
Eigentlich geht es ja um was ganz anderes in "I Saw the Devil".
...
Ein Serienkiller geht im Lande um.
Sein letztes Opfer ist eine Frau, deren Mann bei der Polizei arbeitet. Sie wird bald aufgefunden - arg zerstückelt, in alle Einzelteile.
Ihr Mann nimmt sich 2 Wochen Auszeit vom Dienst, um den Schock zu verarbeiten...
...doch er denkt nicht daran, still zu sitzen. Er kennt die Verdächtigen und will, dass der Mörder seiner Frau genauso leidet wie sie leiden musste...

Nach 'Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling', 'I'm a Cyborg but that's OK', 'Oldboy' und 'A Tale of Two Sisters' ist "I Saw the Devil" mein fünfter südkoreanischer Film.
Und sicher nicht mein Letzter.
Ich bin wirklich begeistert, was ich da teilweise für Exquisitäten serviert bekomme.
Ich erwartete mir eigentlich etwas wie das japanische Kino, als ich begann, dieses Filmland zu erkundsch, iten. Ich mag Japan, was Filme angeht, aber muss auch sagen, dass die Streifen sehr eigenwillig sind. Da gibt es zwar auf der einen Seite Filme wie Audition, Battle Royale oder Ran, die auch bestens für Nichtfans asiatischen Kinos geeignet sind und gefallen können, auf der anderen Seite eine derartig hohe Anzahl merkwürdigen Trashs, der irgendwo zwischen lustig und verstörend-pervers pendelt, dass man sich oft fragt, was für Pillen beim Dreh eingeworfen wurden.

So ist das südkoreanische Kino aber zumindest aus meiner jetzigen Sicht nicht einzuordnen. Billig wirkt hier nichts, alles scheint professionell, die Stories wirken für den westlichen Zuschauer wesentlich zugänglicher und nahbarer, und es gibt deutlich weniger Eigenheiten.
Dafür passiert viel Gewalt, auch auf psychischer Ebene.
Aber im Moment urteile ich wahrscheinlich noch etwas zu früh. So viele Filme kenne ich jetzt auch nicht.

"I Saw the Devil" ist ein Film von Kim Jee-Woon, der sich auch für das brillante wie grausame Psychomärchen 'A Tale of Two Sisters' verantwortlich zeichnet.
Nun geht dieser Film aber eine gänzlich andere Richtung.
Er lässt uns mehr wissen als sein Protagonist, wir kennen die Identität des Mörders bereits von Anfang an, wir werden über nichts im Dunklen gelassen.
Tatsache ist, man kann sogar sagen, dass wir trotz Sympathielegung auf den Rächer mehr vom Killer erfahren als von unserem Antihelden.
Bis der Film einen ab einem gewissen Punkt austrickst.
Es ist ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, aber wer ist die Katze, und wer die Maus, und noch wichtiger: wer ist gut? Wir wissen, wer böse ist, aber ist unser Sympathieträger nicht im Endeffekt genauso?

"I Saw the Devil" bietet eine Vielzahl an Grausamkeiten. Manche sind psychischer Natur, aber genauso viele auch physischer. Wir sehen hier viel Brutalität, viel Tod, viel Blut. Aber keinen Splatter. Alles hat seinen Sinn. "I Saw the Devil" inszeniert Gewalt nicht selbstzweckhaft, er zelebriert nicht. Das zeigt sich an den wenigen Szenen, an denen er doch abblendet. Es dient alles zur Veranschaulichung der moralischen Abgründe beider Hauptfiguren, angetrieben durch die zwei wohl stärksten und ungezügeltsten Emotionen: Lust und Hass...

"I Saw the Devil" ist ein exzellenter Psychothriller und Rachefilm. Er ist schonungs- und kompromisslos inszeniert, ohne allzu sehr in den Horror oder gar in den Trash abzudriften.
Nein, "I Saw the Devil" gehört zu den feinsten Genrevertretern, die es da draußen gibt.
Er ist qualitativ hochwertig, jede Szene ist gewissenhaft gedreht und mit wunderschönster Musik unterlegt wird "I Saw the Devil" zum absoluten Genuss.
Bereits bei seinem Werk 'A Tale of Two Sisters' hatte ich das Gefühl, Kim Jee-Woon inszeniert keine Szene zufällig, nicht einmal die Einrichtung sei ohne Hintergedanken gewählt. Alles sollte zumindest zur Stimmung beitragen.

Choi Min-Sik, den Viele wahrscheinlich als Protagonisten von 'Oldboy' kennen, dreht hier seine Rolle völlig um, in dem er nicht den Rachedämon, sondern die genau gegenteilige Rolle, nämlich die des wahnsinnigen Serienkillers mimt.
Eine atemberaubende Schauspielleistung.

Was "I Saw the Devil" aber in aller Perfektion schafft, was ihn zu einem wirklich großen Kinomoment macht, ist, dass er absolut neu und frisch daherkommt. Er hat nicht nur seine Hausaufgaben gemacht und formell alles richtig abgefilmt. Nein, er ist wirklich einzigartig, er hat noch das gewisse Etwas, dass ihm zu so viel mehr als nur einem tollen Genrebeitrag macht. Er sprengt diese Grenzen.
Es handelt sich hier um einen richtig, richtig, richtig genialen Film, der zum Besten der letzten Jahre zählt.

Die Monster nehmen uns, was uns lieb und heilig ist.
Der metallische Geschmack der Rache lässt unsere Fäuste zucken und jucken, jähzornig um Blut zu lecken.
Nur... werden wir dann nicht auch zu den Monstern, die uns eigentlich anekeln?

PS: Unbedingt ungekürzt sehen, das ist natürlich wichtig. Ich empfehle die niederländische DVD oder Blu-Ray, die auch deutschen Ton enthält und absolut unzensiert läuft.

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Sam_Schildkroete

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Welche Animes meinst du denn konkret? Z.B Ranma gibt es da komplett synchronisiert und Sailor Moon und Dragon Ball etc. kam da auch schon deutlich früher raus. Als weiteres Beispiel haben die alle Godzilla Filme synchronisiert. Kann sein dass die jetzt bei einigen Animes wengier gut dastehen (bzw. diese für den amerikanischen Markt als "nicht interessant" genug gelten). Im großen und ganzen gibt es da ja auch gerade im Hinblick auf Japan mehr Nipponfans (und eine Anime-DVD kostet da auch keine 45 €, das stört mich am meisten am deutschen Markt, diese unglaublich teuren Preise, ohne Begründung warum ausgerechnet Animes so teuer sind/Sein müssen)


Martin Oberndorf

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Jeanne die Kamikaze-Diebin zum Beispiel.
Von Ranma gibt es meines Wissens nach nur die ersten paar Folgen.

Konkret fallt mir jetzt nix ein, aber ich weiß, dass ich mal den halben Katalog von KAZE bei IMDB eingegeben habe und da sehr vieles augenscheinlich nicht in den USA erhältlich ist.

Ich hab wenn ich mit Amerikanern schreibe, oft das Gefühl, sie kennen nur amerikanische Filme, und meiden die anderen, weil sie da Untertitel lesen müssen.

Was kennt man im Amerika an ausländischen Filmen nicht?
-fast sämtliche deutsche Komödien, auch, wenn sie sehr erfolgreich waren
-die meisten Filme mit Louis de Funes
-die meisten "kleineren" Filme aus nichtamerikanischen Ländern,, die man auch bei uns kennt
Aber stimmt, speziell aus dem asiatischen Raum fällt mir jetzt hier nichts ein...


Quibybaby

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Bewertung6.5Ganz gut

einige stellen des films haben mich wirklich gepackt und gefesselt, dennoch hat er mich nicht vom hocker gehauen, das gewisse etwas hat mir dann doch gefehlt, reicht leider nicht für ein sehenswert aus.

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Kamil90

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Bewertung7.0Sehenswert

Südkorearischer Horror-Streifen - der Hauptdarsteller erfährt, dass seine schwangere Angebetete brutal von einem Serienkiller ermodert wurde und schwört Rache, die allerdings nicht darin endet, den Schuldigen bloß zu finden und selbst zur Strecke zur finden, sondern ihn in einem ziemlich abgefahrenen Katz und Maus-Spiel möglichst lange und heftig leiden zu lassen, wobei er aufpassen muss, dass er selbst nicht zum Monster wird. Dabei ist das ganze ziemlich brutal ausgefallen mit paar echt kranken, aber dafür sehr geschickt aufgenommenen Szenen, sodass er definitiv Eindruck hinterlässt. Manchmal wirkt er allerdings doch etwas seltsam, weil die Protagonisten die unwahrscheinlichsten Verletzungen und Blessuren überleben und auch das Verhalten der Polizisten wirkt teilweise sehr unlogisch, aber man nimmt es meist dann doch hin. Nicht wirklich Splatter, streift aber in die Richtung und ist dabei spannend und manchmal auch ergreifend.

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filmore

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Bewertung10.0Herausragend

Aus meiner Sicht ist das perfektes Kino. Bietet einfach alles was man erwartet von einem Rachefilm. Eine unglaublich fesselnde Geschichte mit Spannung ohne Ende, verpackt mit harter Gewalt und düster-genialen Bildern. Und die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache auch mehr als gut. Fantastisch vom Anfang bis Ende.

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clarkkent

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spannend , hart und düster.
gut aufgelöster plott.

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White_Tip

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Habe zu erst aus Versehen die geschnittene Fassung gesehen. Aber nachträglich finde ich diese sogar besser, da sie sich nicht in Gewaltexzessen verliert und wiederholt. Sicherlich geht dabei ein gewollter Teil des Films verloren. Macht dafür aber Platz für den emotionaleren Teil, den ich am asiatischen Kino so schätze.

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Nicki Minaj Lover

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein solider nicht schlecht gemachter koreanischer Thriller von denen es aber weitaus bessere gibt...Jee-woon Kim der hier Regie geführt hat kann auch bessere Filme machen wie z.B The Good, The Bad, The Weird ... ein koreanischer Western der mir wirklich gut gefallen hat
Byung-hun Lee (Bittersweet Life) spielt seine Rolle wirklich gut so wie man es von ihm gewohnt ist wenn man noch ein paar andere Filme mit ihm gesehen hat ... Min-sik Choi (Oldboy) der oft die Rolle eines bösen spielt macht auch alles richtig...

Dennoch wurde ich schon besser und fesselnder unterhalten...
I Saw the Devil ist ein Film den man sich ruhig mal anschauen kann ... der aber in meine Filmsammlung wohl keinen Platz bekommen wird ...

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PaJeRo

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Was sind denn sonst so deine Tipps für südkoreanische Filme?


Sta Maz

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Bewertung7.0Sehenswert

Bei diesem Streifen dachte ich teilweise "HAMMER" und dann wieder "öde". Sehr abwechslungsreich, unvorhersehbar, hat enorm potential, aber teilweise etwas plump. Trotzem sehr zu empfehlen, wirklich schön gedreht und mit tollen schauspielern.

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expendable87

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Bewertung9.0Herausragend

den titel 'i saw the devil' find ich großartig, passt perfekt!
ich bin eigentlich kein großer fan von asia-filmen, doch die überdurchschnittlichen bewertungen bei mp haben mich sehr gereizt und ich bin stolz darauf 'i saw the devil' jetzt in meiner sammlung zu haben!
ein kaltblütiger serienkiller und psychopath ermordet die verlobte eines geheimagenten, ein folgenschwerer fehler, was folgt ist ein gnadenloser und bestialischer vergeltungsschlag…ein gestörter psychokiller und ein seelenloser menschenfresser im unerbittlichen kampf gegen einen rachsüchtigen mann, der nicht mehr aufzuhalten ist!
was dieser kranke und gänzlich brutale horrorstreifen aus korea auftischt ist nichts für schwache nerven…liebhaber dieses genres werden hier über zwei stunden lang höllisch gut unterhalten, selbstverständlich nur in der ungeschnittenen fassung!

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Nergal

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Bewertung7.5Sehenswert

ein wunderbar perfides Katz & Maus-Spiel mit zwei grossartigen Darstellern. Besonders gut fand ich das der Film kein Gut & Böse vorzeichnet, sondern die Grenzen verschwimmen lässt indem der Jäger im laufe der Handlung immer skrupelloser wird und am Ende dem Serienmörder in Sachen Brutalität in nichts nachsteht. Hier gibt es kein Schwarz und Weiß, sondern nur Grau. Natürlich Uncut schauen ;)

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ilarmadio

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Bewertung6.0Ganz gut

oldboy ist 20 mal besser und hat wenigstens ne geschichte...

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Bubo

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach „Oldboy“, „Mother“, „A Tale of Two Sisters“ und „Memories of Murder“ nun ein weiterer „Südkoreaner“ für Bubo...“Ich versprech Dir, diesen Albtraum wirst Du nie vergessen.“

„I saw the Devil“ ist grossartig gespielt, grossartig umgesetzt, grossartig konsequent durchgezogen. Das Ganze wirkte für mich hie und da dann doch zu gewollt konstruiert, um letztlich ehrlich glaubhaft rüber zu kommen, aber die Vorhersehbarkeit tut der nervenzerreissenden Spannung über die lange Laufzeit hinweg keinen Abbruch. Und die Tatsache, dass hier jeder, sowohl Opfer, Täter, Rächer, Angehörige und der Zuschauer, dem Teufel während dieser mehr als zwei Stunden mit weit geöffneten Augen in die Fresse starren müssen, ist wahrhaft...teuflisch brutal – gerade auch darum, weil weniger der explizite Goreanteil, als vielmehr die emotionale Spannkraft hinter der Thematik hervorragend und absolut glaubwürdig wiedergegeben wird. Dieser Film wühlt sich durch die dunkle Seite der Seele eines jeden Charakters im Film und eines jeden Zuschauers.

Die Opfer werden vom Teufel überrascht, niedergewalzt, in die Hölle verfrachtet. Sie sehen den Teufel leibhaftig vor sich, in Form ihres grausamen Peinigers. Den Angehörigen und Bekannten bleibt nichts weiteres, als entweder die Augen vor dieser Sicht zu verschliessen, sie zu akzeptieren oder sich in der eigenen dämonischen Besessenheit mit dem Teufel zu verbrüdern...oder ihn eben als Rächer aufzusuchen, um ihm persönlich die verfluchten Hörner abzureissen. Ganz langsam und mit dem Fokus aufs Leiden. Jeder muss wohl in dieser lebenden Hölle auf seine Weise umgehen, versuchen, "seinen“ Sinn hinter diesem unsinnigen Wahnsinn zu erkennen, den Fakt zu verarbeiten, dass einem der Teufel grausam ins Gesicht lacht – unabhängig davon, ob man ihn kennt, sein Komplize ist oder ein weiteres, sozusagen „sekundäres“ Opfer.
Auch der Täter ist letztlich nur ein armes Würstchen, gefangen in seinem serienkillenden Irrsinn, mit der Unfähigkeit, ausserhalb des eigenen psychopathischen Infernos zu leben – ein Mensch eben, der gleichwohl Teufel ist und dem Teufel in Form seiner unbarmherzigen Nemesis direkt begegnen muss.

Beide Protagonisten, Täter (Min-sik Choi, wie immer überirdisch gut) wie Rächer (Byung-hun Lee, steht Chois Leistung in Nichts nach), haben also den Teufel gesehen. Eine grauenhafte Aussicht, die hier damit aufzuhübschen versucht wird, indem man sich selbst in den Teufel verwandelt. Und das ist gleichwohl der Anfang wie auch unaufhörliches Ende in der persönlichen und über andere gebrachten Hölle. „Wenn er die Monster bekämpft, wird er selbst zu einem Monster.“

Ich hoffe, kahuna mag mir zur Abwechslung dann auch mal etwas seichteres zum Kommi-Schreiben andrehen. Aber gerade aufgrund seiner schonungslosen, konsequenten Offenheit ist „I saw the Devil“ wohl ein Film, den jeder mal gesehen haben sollte; in der hoffnungsvollen Dankbarkeit, selbst niemals in die abgrundtief hässliche Fratze des Teufels glotzen zu müssen, die einem immer und überall unverhofft begegnen kann, auf welche Art auch immer.

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BenAffenleck

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Gesehen haben sollte man ihn wirklich mal, schon alleine um sich eine Meinung bilden zu können...


Bubo

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Das schadet sicher nicht, Ben;) Bin gespannt, was Du von ihm halten wirst, morphiii!
p.s. eines Tages ist vielleicht sogar diese ominöse Black Edition fällig, Ben...aber bis dahin muss ich die Erstsichtung erst noch bissi verdauen.



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