Machuca, mein Freund

Machuca (2004), ES/CL/GB
Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 31.03.2005

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7 Kommentare
Machuca, mein Freund - Bild 27536
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von Andrés Wood, mit Matías Quer und Ariel Mateluna

Vor dem Hintergrund des Militärputsches am 11. September 1973 erzählt der chilenische Regisseur Andrés Wood die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft: Gonzalo und Pedro sind elf Jahre alt. Beide leben in Santiago – der eine allerdings in einem wohlhabenden Stadtteil, der andere in einer illegalen Armensiedlung. Obwohl nur ein paar Blocks voneinander entfernt, trennt eine unsichtbare Mauer die Welten der Kinder. Der engagierte Priester McEnroe wagt es, in seiner Schule auch Kinder aus der Siedlung aufzunehmen. Während sich Pedro und Gonzalo zaghaft anfreunden, steht ihre Heimat vor der größten politischen Umwälzung der Geschichte…

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Kritiken (1) — Film: Machuca, mein Freund

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7.0Sehenswert

Wood will nichts beweisen, vertraut darauf, dass die Dinge für sich sprechen. Darum guckt er genau hin, zeigt, wie Politik sich anfühlt. Dazu gehört auch, zu zeigen, dass Klassenzugehörigkeit etwas mit Aussehen zu tun hat. Nicht nur in Chile sieht man es den Menschen an, woher sie kommen. Politik spiegelt sich in den alltäglichsten Gesten der Leute.

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Kommentare (6) — Film: Machuca, mein Freund

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Jack_Torrance

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Bewertung0.0Hassfilm

Mich nerven diese ganzen verweichlichten Filme, die keine Mut, keine Konsequenz haben. Die scheinheilig auf sensibel und intellektuell machen. Die im Hintergrund irgendwelche langweiligen Klimperklänge laufen lassen, die angeblich "schön" sein sollen. Die irgendwelche platten Symbolismen einsetzen, dass man sich denkt: "Was soll der Scheiß ?"
Und Machuca ist so ein Film !
Filme wie diese sind extra für Schulen gemacht, in denen Lehrer zu faul sind, die Schüler auch emotional anzusprechen und einfach nur ihren Stoff runterrattern. Solche Filme knallen die dann auf die Leinwand, die sind nämlich sehr bewegend, da wird nämlich jemand erschossen und im Hintergrund läuft schöne Klaviermusik.
Wie ich schon vorher erwähnt hab, setzt Wood hier auf irgendwelche pseudointellektuelle Einschübe. Schon zu Beginn lässt er sich unseren unsympathischen Helden in Nahaufnahmen anziehen, um "die Gefangenheit in seinem Reichtum zu veranschaulichen" oder etwas dergleichen. Dieser kleine Rotzlöffel ist in seinem Alltag ein kleiner Rabauke, der sich nur zu gerne seiner reichen, aber liebevollen Mutter widersetzt. Wieso ? Weil er in einem schwierigen Alter ist oder was weiß ich wieso ! Hier machen sich schon diese Coming-of-Age-Klischees bemerkbar.
Im weiteren Verlauf begegnet er Machuca, einem Einwandererjungen, der natürlich in einer Hütte irgendwo im nirgendwo lebt. Selbstverständlicherweise ist unser unsympathischer Held von ihm fasziniert und hilft ihm gegen die Mobbing-Attacken eines Mitschülers (der hier schamlos diabolisiert wird). Gegensätze ziehen sich an - und so werden die beiden am Ende beste Freunde (Wer hätte das gedacht ?). Hier machen sich auch gewisse Freundschaftsklischees bemerkbar.
Den Höhepunkt der Geschmacklosigkeit erreicht Herr Wood, als Machuca und sein unsympathischer Freund in der Gemeinschaftsdusche veranschaulichen, wie klein der Penis des bösen Mitschülers ist.
Wie am Ende unser unsympathischer Held erwachsen wurde, erschließt sich dem Zuschauer nicht. Wenn man mit einem Auswanderer befreundet ist, mit ihm an einer Demonstration teilnimmt und Zeuge einer Erschießung wird, wird man lange nicht "erwachsen".
Außerdem hätte ich diesem Machuca die Fresse poliert, wenn er meine Mutter als "Hure" bezeichnen würde...

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 14 Antworten

_Garfield

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Er schweift nicht ab, da das die zentrale Plot-Line ist. Dass dich diese Geschichte nicht interessiert ist in Ordnung.


Jack_Torrance

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Die Geschichte ist auch der Grund, warum ich den Film so hasse.


vannorden

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Bewertung7.5Sehenswert

Gonzalo erlebt die schleichende Trennung seiner Eltern. Gleichzeitig bricht Chile auseinander. Das Erwachsenwerden und das Zerbrechen der eigenen Familie werden so zu einem omnipräsenten Alptraum.
Zwar kratzt "Machuca" immer mal wieder am Sozialkitsch, doch zumeist schaut er sehr intim und leichtfüßig auf seine Protagnisten, die sich mit Chile in einem unaufhaltsamen Strudel zu einem bestürzenden Abgrund befinden.

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FumerTue

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Ich komme von der anderen Seite des Flusses! Sehen sie nicht?"
Der Blick des Soldaten fällt auf Gonzalos Adidas-Schuhe und seine Hautfarbe und deshalb lässt er ihn gehen.
Sein (mehr oder weniger ehemaliger) bester Freund, der indigene Pedro Machuca muss da bleiben, für ihn gibt es keine andere Seite des Flusses, kein eigenes Haus, keine Rechte, kein Geld, keine Adidas-Schuhe, keinen Ausweg und auch keine Zukunft - während Machuca in 5 Jahren das Klo der Weißen putzt, in 10 Jahren das Klo der Weißen putzen wird und auch in 15 Jahren - dreimal dürft ihr raten - das Klo der Weißen putzen wird, wird Gonzalo auf die Uni gehen, die Firma seines Vaters übernehmen, vielleicht nach Rom ausgewandert sein und vergessen haben, dass er Machuca je kannte. Zumindest geht man davon aus.

Santiago de Chile, 1973, in Mitten des Bürgerkrieges, der Unruhen und der sozialen Ungerechtigkeit: der Gringito Gonzalo (Matías Quer) aus reichem Elternhause besucht eine katholische Schule. Eines Tages stellt der freundliche, menschliche und warmherzige Priester und Schulleiter Padre McEnroe (Ernesto Malbran) seiner Klasse ein paar neue Mitschüler vor. Einige indigene Kinder, unter ihnen Pedro Machuca (Ariel Mateluna), die sich die Schule eigentlich nicht leisten könnten, aber dank des gutmütigen Padres die Schule besuchen dürfen.
Allmählich freundet sich Gonzalo mit Machuca an, was ihn bei seinen alten Mitschülern
unbeliebt macht.
Zwei Welten prallen aufeinander: Pedro kommt aus den Armenvierteln Santiagos, unternimmt viel mit Familie und Nachbarn, so ganz unverklemmt. Gonzalos spießige Familie hat jede Menge Geld, aber glücklicher sind sie deswegen nicht unbedingt. Gonzalos Familie kann man sich wie eine durchschnittliche europäische Familie vorstellen, Machucas ist so, wie man sie aus Südamerika eben kennt: unverklemmt, fröhlich, man hat nicht viel aber man hat die Familie und die ist am wichtigsten...[Genau das liebe ich an Südamerika! Diese Szenen haben einmal mehr die Lust in mir geweckt, nach Argentinien auszuwandern =) ]
Gonzalo findet Gefallen an dieser Art, doch spätestens durch das Zuspitzen der Geschehnisse, des Bürgerkriegs und der Proteste ist es zunehmend schwieriger bestellt um die Freundschaft.

Die beiden Jungs spielen ausgezeichnet! Und während die meisten südamerikanischen Streifen gar nicht synchronisiert werden, kann dieser sich auch auf Deutsch sehen [bzw. hören] lassen!

Ein bisweilen lustiges, extrem nahe gehendes Drama, von dem sich viele Hollywood-Dramen noch etwas abschauen können!
Der Film behandelt vor allem eine so ernste Thematik, mit wirklich schlimmen Problemen - nicht wie in Hollywood etwa - ganz ohne zu dramatisieren, ganz ohne zu übertreiben jedoch.

Ein wunderbarer Film! Schon alleine weil Südamerika rulez ;)

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nurleben

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Bewertung9.0Herausragend

Sehr intensiv und schön, das Ende hat mir ein bisschen das Herz gebrochen, so traurig und schmerzlich ...

Liebe die Stelle, wo sie erst auf der rechten und dann auf der linken Demo Fähnchen verkaufen :D :D :D.

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rkuehne

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

berührender Film, der die Entwicklung des Militärputsches aus den Augen der betroffenen zeigt und somit drastischer und glaubhafter wirkt als viele politische Dokus. Der Film ist an keiner Stelle langatmig oder uninteressant und überzeugt auch durch die hervorragenden Kinderdarsteller.

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schönes chilenisches Drama um die Freundschaft zweier Jungen aus unterschiedlichem sozialen Hintergrund mit dem politischen Hintergrund der 1970er Jahre in Chile. Der Film verbindet die Musik und Aufbruchstimmung der 1970er mit den Repressionen durch Pinochet, die im Putsch und der Ermordung der "Kommunisten" gipfelte.

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