Nord
Nord (2009), NO Laufzeit 78 Minuten, FSK 12, Road Movie, Komödie, Drama, Kinostart 07.01.2010
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von Rune Denstad Langlo, mit Anders Baasmo Christiansen und Kyrre Hellum
Jomar raucht, schläft und trinkt ziemlich viel – mit Vorliebe hochprozentigen Alkohol. Seit ein Unfall seine Sportkarriere beendet hat, gibt er sich als Liftwärter in der verschneiten Einöde Norwegens seinem Selbstmitleid hin. Als Jomar erfährt, dass er einen vierjährigen Sohn hoch im Norden haben soll, begibt er sich mit seinem Schneemobil und einem Fünf- Liter-Kanister Alkohol als einzigem Proviant auf eine ebenso kuriose wie poetische Reise. Unterwegs durch atemberaubende Landschaften Richtung Polarkreis begegnen ihm allerhand skurrile Gestalten. Ein einsames junges Mädchen, ein lebensmüder Greis, ein fröhlicher Panzerfahrer und ein Junge mit originellen Trinkgewohnheiten weisen Jomar den Weg zurück ins Leben.
HandlungAlles ist gleich. Jeden Tag wieder. Der Job des Liftwärters Jomar Henriksen ist nicht
gerade das, was man abwechslungsreich nennen kann. Doch das ist dem Dreißigjährigen
ohnehin egal. Am liebsten schläft er. Wenn er wach ist, plätschert sein Leben nur so
dahin, unterstützt von möglichst viel Alkohol und Zigaretten. Unterbrochen wird Jomars
trister Alltag nur von den regelmäßigen Besuchen bei seiner Psychiaterin. Nach einem
Unfall musste der ehemalige Profi-Skifahrer seinen Beruf an den Nagel hängen. Statt
Rennen zu gewinnen, wurde der Ex-Sportler von Angstzuständen und Panikattacken
geplagt. Zum professionellen Unglück gesellte sich auch noch das private: Freundin
Linnea brannte mit Jomars Freund Lasse durch.
Ausgerechnet dieser Lasse steht nun eines Tages vor Jomars Lifthäuschen. Der stürzt
sich wortlos auf den Gast. Aber nach einer heftigen Prügelei redet man sogar miteinander.
Lasse erzählt von Linnea, in die sie beide verliebt waren. Und davon, dass ihre Traumfrau
inzwischen mit einem vierjährigen Sohn, Jomars Sohn, hoch oben im Norden lebt. Doch
Jomar will erst mal nichts davon wissen. Natürlich gibt es wieder Streit, und Lasse fährt
weg.
Mit…
/p>Jomar raucht, schläft und trinkt ziemlich viel – mit Vorliebe hochprozentigen Alkohol. Seit ein Unfall seine Sportkarriere beendet hat, gibt er sich als Liftwärter in der verschneiten Einöde Norwegens seinem Selbstmitleid hin. Als Jomar erfährt, dass er einen vierjährigen Sohn hoch im Norden haben soll, begibt er sich mit seinem Schneemobil und einem Fünf- Liter-Kanister Alkohol als einzigem Proviant auf eine ebenso kuriose wie poetische Reise. Unterwegs durch atemberaubende Landschaften Richtung Polarkreis begegnen ihm allerhand skurrile Gestalten. Ein einsames junges Mädchen, ein lebensmüder Greis, ein fröhlicher Panzerfahrer und ein Junge mit originellen Trinkgewohnheiten weisen Jomar den Weg zurück ins Leben.
HandlungAlles ist gleich. Jeden Tag wieder. Der Job des Liftwärters Jomar Henriksen ist nicht
gerade das, was man abwechslungsreich nennen kann. Doch das ist dem Dreißigjährigen
ohnehin egal. Am liebsten schläft er. Wenn er wach ist, plätschert sein Leben nur so
dahin, unterstützt von möglichst viel Alkohol und Zigaretten. Unterbrochen wird Jomars
trister Alltag nur von den regelmäßigen Besuchen bei seiner Psychiaterin. Nach einem
Unfall musste der ehemalige Profi-Skifahrer seinen Beruf an den Nagel hängen. Statt
Rennen zu gewinnen, wurde der Ex-Sportler von Angstzuständen und Panikattacken
geplagt. Zum professionellen Unglück gesellte sich auch noch das private: Freundin
Linnea brannte mit Jomars Freund Lasse durch.
Ausgerechnet dieser Lasse steht nun eines Tages vor Jomars Lifthäuschen. Der stürzt
sich wortlos auf den Gast. Aber nach einer heftigen Prügelei redet man sogar miteinander.
Lasse erzählt von Linnea, in die sie beide verliebt waren. Und davon, dass ihre Traumfrau
inzwischen mit einem vierjährigen Sohn, Jomars Sohn, hoch oben im Norden lebt. Doch
Jomar will erst mal nichts davon wissen. Natürlich gibt es wieder Streit, und Lasse fährt
weg.
Mit der gemütlich-beschaulichen Ruhe in seinem Lifthäuschen ist es für den unverhofft frisch gebackenen Vater Jomar allerdings vorbei. Als er beim abendlichen Dosensuppenzubereiten vor dem
Fernseher dann aus Versehen die Lifthütte abfackelt, erkennt Jomar dies als Zeichen: Er packt einen Kanister mit hochprozentigem Proviant ein, besteigt seinen Motorschlitten und fährt los, Richtung Norden. Sogar ein Straßentunnel in der nächsten größeren Stadt kann ihn nicht mehr aufhalten.
Bevor er ihn passieren kann, lässt er sich zwar ordentlich volllaufen, um seine Ängste zu
besiegen. Aber dann scheint dem immer mutiger werdenden Jomar absolut nichts mehr im
Wege zu stehen. Bis ihm und seinem Schneemobil der Sprit ausgeht.
Die erste, die ihm auf seiner Reise gen Polarkreis begegnet, ist ein junges Mädchen namens Lotte (Marte Aunemo). Ohne Sonnenbrille während der wilden Fahrt auf dem Skibob schneeblind geworden, quartiert sich Jomar kurzerhand in der Kammer neben ihrem Zimmer ein. Lottes Großmutter, die mit dem nach Unterhaltung gierenden Teenager im selben Haus lebt, ist das absolut nicht recht. Doch das wird vom ruhebedürftigen Jomar und Lotte souverän ignoriert. Es dauert einige Zeit und viele sehr indiskrete Fragen des jungen Mädchens, bevor Jomar dem schon nicht mehr subtilen Drängen der Oma nachgibt und das Weite sucht.
Fortan ist Jomar wieder auf Tour und klaut in leer stehenden Häusern entlang des Weges, was er für die Weiterfahrt und zum eigenen Überleben gebrauchen kann. Erst ein Schneesturm zwingt ihn zum Anhalten. Doch nachdem er den in einer Hütte überstanden hat, bleibt sein Motorschlitten in den Schneemassen hängen. Auf einem riesengroßen Traktor kommt glücklicherweise ein junger Mann namens Ulrik (Mads Sjøgård Pettersen) vorbei. Der zieht Jomar aus dem Graben und man beschließt, gemeinsam den Abend zu begießen. Ulriks Eltern sind im Urlaub in Thailand, weswegen der Sohn des Hauses dem erstaunten Kampftrinker Jomar in aller Ausführlichkeit seine eigenwilligen Saufspielchen vorführen kann.
Leicht angeschlagen zieht Jomar am nächsten Morgen auf Skiern weiter, bis ihm plötzlich in einer kleinen Ortschaft einige Panzer gegenüber stehen. Nach dem kurzen, surreal anmutenden Intermezzo mit den gut gelaunten Soldaten dringt der erschöpfte Jomar in ein Zelt ein, das mitten in der freien Natur steht.
Weit und breit ist niemand zu sehen, nur Schnee und Sonne scheinen dieses Tipi zu umgeben. Als Jomar die Decken des Tipi zurückschlägt, sieht ihn ein alter Mann in der Tracht der Samen traurig an: „Ich hatte gehofft, Sie gehen weiter“, meint er. Geht er nicht. Sondern verbringt nach ersten Anlaufschwierigkeiten mit dem Greis namens Ailo (Lars Olsen) einen gemütlichen Abend. Natürlich mit viel Alkohol. Aber auch mit ungewöhnlich vielen Gesprächen über die wirklich wichtigen Dinge, etwa die Bonuskarte fürs Einkaufscenter. Der weise Ailo ist es auch, der Jomar am nächsten Morgen eine Überraschung beschert, die den bis dahin immer noch Zögernden endlich erkennen lässt, was wirklich zählt im Leben. Endlich ist Jomar soweit, sein Ziel zu erreichen und wieder im Leben und bei seinem Sohn anzukommen.
Weiterführende Informationen
Nord – Filmkritik auf KultHit.de
Nord – Trailer auf film-zeit.de
Nord auf moviepilot.de
Nord – Pressespiegel auf film-zeit.de
Cast & Crew
-
Rune Denstad Langlo
-
Anders Baasmo Christiansen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jomar Henriksen
-
Kyrre Hellum
-
Marte Aunemo
-
Mads Sjøgård Pettersen
-
Lars Olsen
-
Astrid Solhaug
Regie
Schauspieler
-
Even Vesterhus
-
Ragnhild Vannebo
-
Celine Engebrigtsen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Overlege Kran
-
Ole Dalen
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Sir Trondelag
-
Erlend Loe
- Genre
- Road Movie, Komödie, Drama
- Ort
- Norwegen
- Handlung
- Alkohol, Alkoholiker, Alkoholismus, Baum, Berg, Berghütte, Besuch, Einsamkeit, Kälte, Norweger, Rausch, Schnee, Schneeblind, Skifahren, Skiunfall, Sprungschanze, Wald
- Stimmung
- Berührend, Traurig, Witzig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
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- Nord: critic.de


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Kritiken (6) — Film: Nord
Christian Alt: NEGATIV
Kommentar löschenUnd hier liegt auch das eigentliche Problem des Films: Die Vorbilder, die es in diesem Genre nun mal gibt, sind leider übermächtig. Auch wenn Nord ein guter und sehenswerter Film sein mag, an seine Vorbilder reicht er leider nicht heran. Zu wenig werden manche Nebenfiguren ausgeschmückt, zu aufgesetzt wirkt manche Begegnung. So wird man nach Nord leider nicht „Go North“, sondern wohl immer noch „Go West“ sagen.
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Josef Schnelle: Deutschlandradio, Film Dienst Josef Schnelle: Deutschlandradio, Film Dienst
Kommentar löschenWenn man "Nord" anschaut, dann knistert die Luft, ganz so als wäre die Klarheit der Gedanken am Polarkreis einfacher herstellbar, als im sonnigen Süden. Der lakonische Humor des Films, der zu einem großen Teil mit Laien realisiert worden ist, wärmt sogar jedes Zynikerherz. Und die eisige Schönheit der Bildwelt dieses Films über die ewige Suche nach Identität und Selbstgewissheit ist derart betörend, dass man gleich nachschauen möchte, ob der Schneebob im Stall noch funktioniert. Norwegen ist überall. Man muss sich nur auf den Weg machen.
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TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenInsgesamt ist Nord etwas enttäuschend und mag es nur deshalb sein, weil einem diese norwegische Kultur so unzugänglich erscheint. Denstad Langlo verleiht den Figuren zu wenig Tiefe, als dass einem ihr Schicksal wirklich etwas bedeuten würde.
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenIn jeder Hinsicht zu Recht als "anti-depressives Offroad-Movie" annonciert, ist "Nord" kaum mehr als eine Aneinanderreihung skurriler Begegnungen. [...] Zwar hat das Konzept des Skurrilen über die Jahre, gerade was Filme aus dem hohen Norden angeht, an Originalität eingebüßt. Als Heilmittel gegen die winterliche Schwermut bleibt die Erkenntnis des Absurden dennoch ganz vorn. Tiefere Wahrheiten über das Leben findet der Film weniger in seiner kaum existenten Dramaturgie als in seinen Landschaftsbildern, in der Leere und Schönheit einer verschneiten Welt. Man merkt, dass der Regisseur vom Dokumentarfilm kommt.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenSchon die Begegnung mit dem alten Freund verlief alles andere als gewöhnlich. Die stillen Helden prügelten sich erst und umarmten sich dann. So werden auch alle anderen Treffen auf der Reise durch einsame Schneelandschaften besonders sein. Der „aus der Stadt“ findet ein paar Freunde auf dem Weg und sorgt immer wieder für Überraschungen. Unbedingt sehenswert ist dabei die sehr, sehr skurrile Methode eines ziemlich männerfixierten Schwulenhassers, mit ganz wenig Alkohol betrunken zu werden. Nur so viel sei verraten: Eine Tonsur und ein Tampon spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Tage und Nächte mit einem weisen alten Lappen, der mit einer dicken Eisenkette um seinen Fuß auf einem zugefrorenen See zeltet, gehören hingegen in die Kategorie nachdenklich seltsam. Es ist Frühjahr, als Jomar ankommt, und diese ebenso ungewöhnliche wie schöne Reise in den Norden lässt einen mit leichten Glücksgefühlen zurück. Die Klarheit der atemberaubenden Schneelandschaften und die zu erwartende Klärung im Leben eines chaotisch tapferen Helden hat man gern als Mitreisender erlebt.
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Birte Luedeking: critic.de
Kommentar löschenNord erzählt eine weitgehend vertraute, geradlinige Geschichte mit wenigen Überraschungen. Seine Stärken liegen in der feinen Beobachtungsgabe des dokumentarfilmerfahrenen Regisseurs, den visuellen und narrativen Details seiner Inszenierung, Loes knappen Dialogen und dem minimierten Spiel des Hauptdarstellers. In Nord ragt besonders das Reduzierte heraus.
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Kommentare (30) — Film: Nord
Kommentar schreibenKeky 2012/02/07 00:39:47
Kommentar löschenKalt ist es im Norden!
Leise leise kommt er daher. Ein kleiner Film, der mich begeistert hat!
Man darf hier keinen Actionfilm oder großartige Handlung erwarten. Wie viele skandinavische Filme lebt dieser Film von seinen Charakteren und skurrilen Situationen in denen diese aufgehen. ;)
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, man sollte sich jedoch auf das Genre einlassen können und noch nicht kurz vorm Einschlafen sein, denn er hat durchaus auch seine Längen in denen dem Zuschauer die Eintönigkeit des Lebens nahegebracht werden soll. ;)
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Sigrun 2011/12/13 22:34:53
Kommentar löschenFür mich zwei Punkte besser als STRAIGHT STORY, weil:
- so gut wie keine Straße vorhanden ist in diesem Road-Movie, das trotzdem diesen Namen mehr als verdient.
- alle passierten "Stationen" weitaus weniger esoterisch daherkommen. Zum Glück.
- ein sehr depressiver Mensch gezeigt wird, der seinen Weg zu machen versucht (--> Die Frage, ob er sein Ziel erreicht und alle weiteren Fragen, die sich an die eine oder andere Lösung anschließen, werde ich aus Spoilergründen natürlich nicht erörtern.)
- der Film so skandinavisch ist, wie er nur sein kann und trotzdem nicht in den Metropolen spielt, sondern auf dem Land - KITCHEN STORIES war ähnlich und ähnlich gut.
- der Film einen ganz besonderen Humor beweist.
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8martin 2011/12/13 15:41:19
Kommentar löschenSo kurz und knackig wie der Titel ist auch die Handlung des Films. Jomar, ein Liftbetreiber macht sich auf zu seiner früheren Ehefrau und Tochter. Bei Erreichen des Ziels endet die Filmrolle…
Unterwegs triff er sonderbare Gestalten, die ihm auf ihre Art und Weise zu verstehen geben, dass sie ihn mögen: ein Teeny, ein Schwuler und ein alter Mann. Es passiert nichts Spektakulären, wenn man mal von Großvaters unverhoffter Rutschpartie unter die Eisoberfläche absieht, dem das Schneemobil voraussank. Und das ist sonderbar, weil unangekündigt und unkommentiert. Es ist halt so! Der Schnee prägt die Szenerie; ein Feuer und der Schnaps bringen allein Wärme von außen. Menschliche gibt’s nicht. Punkt. Aus. Ende.
Es lohnt auch nicht etwas hineinzugeheimnisen, was nicht drin steckt.
Wenn der Abspann läuft, hat man die letzten 75 Minuten bereits vergessen.
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ElMagico 2011/12/05 20:46:29
Kommentar löschenTatsächlich ist "Nord" in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit "The Straight Story". Was ihn aber eklatant von ihm unterscheidt ist, dass er den Zuschauer immer auf Distanz zu seinen Charakteren hält und somit jegliche Rührseligkeit vermeidet, aber eben auch wenig emotionelles Identifikationspotential bietet. Da "Nord" ein Road-Movie in seiner reinsten Form ist (mal vom Beginn abgesehen), kommt auch wenig Spannung auf, so dass er letztendlich für viele Menschen wohl einfach eines ist: Langweilig.
Das ist er nicht, aber um in höheren Klassen mitzuspielen fehlt ihm dann doch etwas Salz in der Suppe. Aber nun genug der eventuellen Kritikpunkte. So sind die Nordmänner halt: Ein wenig unterkühlt, aber das Herz auf dem rechten Fleck.
Und das Herz auf dem rechten Fleck haben sie hier alle irgendwie. Jomar wird vom Schicksal etwas angeschubst und macht sich auf den Weg seinen Sohn zu suchen. Aber eigentlich sucht er sich selbst. Er sucht die Person die er vor Jahren verlassen hat und seitdem nur noch in seiner Erinnerung lebt.
Dabei trifft er auf ein paar Menschen die, genau wie er, alle ihr eigenes, kleines Säckchen zu tragen haben. Im Endeffekt sind das alle die normalsten Menschen der Welt. Und das war die grosse Leistung des Films für mich: Das schien (fast) alles wie aus dem Leben gegriffen. Keine Witzigkeit, Traurigkeit oder andersgeartete Unterhaltung auf Kosten der Bodenständigkeit des Films. Wenn es lustig wird, passiert das aus den Situationen heraus, es wirkt hier nichts konstruiert. Aber "Nord" ist eh ein Film zum Schmunzeln, nicht zum Lachen.
Abgerundet wird dieser positive Eindruck von den herrlichen Landschaftsaufnahmen und einen Sympathiebolzen von Brummbär als Hauptdarsteller.
Sehr still und sehr gemächlich, aber in allem sehr Echt. Da er nicht allzu lange ist, kommt auch niemals Leerlauf auf. Schön.
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
LynchFan1706 2011/12/05 21:01:17
Antwort löschenRührselig war "The Straight Story" aber nicht.
ElMagico 2011/12/05 21:09:51
Antwort löschenNein...aber er hatte nen viel grösseren Wärmefaktor als "Nord". Er war irgendwie kuscheliger...Bitte nicht hauen :)
duffy 2011/12/05 21:12:14
Antwort löschenWir Nordis brauchen keine Wärme. :>
LynchFan1706 2011/12/05 21:16:43
Antwort löschenlol... Nein, dafür hast du zu nett die Kurve gekriegt! :-)
ElMagico 2011/12/05 21:19:32
Antwort löschenNordwärme = Schnaps!
JimiHendrix 2011/12/06 00:50:32
Antwort löschenund waltran, damit schmirt ihr euch da oben doch ein, oder sollen das wirklich nur gerüchte sein??^^
Alle 8 Antworten zeigen
Xebeche 2011/12/06 09:09:53
Antwort löschenWir wärmen uns an abtauenden Eisblöcken.
JimiHendrix 2011/12/06 18:01:27
Antwort löschenxD sehr schön, das eröffnet ganz neue wege in der atomindustrie, der nordländer als kühlmittel - damit sind kernschmelzen wohl bald geschichte.
aber ich die nordlichter, per steinbrück ist mir auch irgendwie sympathisch
moviee 2011/11/22 12:44:26
Kommentar löschenIch habe mir ja schon ein bisschen mehr von 'Nord' erhofft. Als ich mir vor der Sichtung dieses Streifens die Handlung vor Augen führte dachte ich zuerst an "The Straight Story", nur im Schnee und statt mit einem Rasenmäher mit einem Schneemobil. Nord kommt aber nicht im geringsten an The Straigt Story heran, denn während in letzteren gennaten tolle Filmmusik und einen klasse Schauspieler den guten Film ausmachen, sind es in 'Nord' nur allein die Schneebilder. Die Geschichte hier ist, sofern eine vorhanden ist abgekupfert und auch mit dem Schauspieler bin ich nicht ganz glücklich. Ein nächstes Manko ist die Laufzeit, denn ehe man sich versieht ist der Streifen bereits um. So bleibt ein unterdurchschnittliches Roadmovie, dass sein Potential leider überhaupt nicht ausschöpt und so nichts anderes als eine Lahme Kopie ist.
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plattfuss69 2011/11/12 09:13:12
Kommentar löschenAlleine schon wegen der "polnischen Trinkmethode" sehenswert.
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kooper 2011/07/04 10:43:28
Kommentar löschenSehr geiler Film, erinnert an Straight Story oder into the wild. Wer diese Filme mag der ist hier gut aufgehoben!
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doctorgonzo 2011/07/04 10:57:35
Antwort löschenAlso mich reißt "Into the wild" garnicht um. Deshalb fällt mir der Vergleich zwischen diesen beiden recht schwer. "Nord" hat einen gänzlich anderen Charme!
kooper 2011/07/04 11:25:03
Antwort löschenBeide Filme sind aber von Stil her ähnlich. Eher ruhig und langsam. Nord ist etwas skurriler aber doch artverwandt. Straight Story ist sicher etwas dichter dran……
betti.boo 2011/03/07 10:05:24
Kommentar löschenDer Film hat nicht ganz meine Erwartungen erfüllt. Auch wenn ich durchaus ein Fan langsamer, stimmungsvoller Filme bin, fand ich es teilweise etwas zäh.
Aber: es gibt eine geniale Selbstmordszene - allein dafür lohnt sich der Film.
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gangiliki 2011/02/26 16:58:48
Kommentar löschenDieser Film hat mich leider nicht überzeugt, obwohl er etwas länger als eine Stunde ist, fühlt er sich stellenweise endlos lang an. Die Stimmung wird dem Zuschauer nicht gut vermittelt, der norwegische Norden wirkt hauptsächlich trostlos und kahl und so auch seine Bewohner. Man kann nur schlecht nachvollziehen, warum der Protagonist sich so verhält und auch die anderen "skurrilen" Figuren tun verrückte Dinge, die unerklärt bleiben. Insgesamt ein trostloser Film.
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phacelia 2011/02/18 14:29:02
Kommentar löschenHat mich nicht vom Hocker gerissen - habe schon bessere skandinavische Filme gesehen. Und...Schnaps muss wohl sein in dieser unterkühlten Einöde?!?
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pellekraut007 2011/02/17 12:17:23
Kommentar löschen"Nord" schmeckte mir wie ein schöner Eiszapfen: eiskalt, erfrischend, die Sinne reizend... aber leider nur nach Wasser. Reicht mir das für mehr als "geht so"? Nö! Grunz! Wo is meine Schneebrille? ... (knirsch!) Tja, das wars! Aber sehr spannend zu lesen, auch ohne Schneebrille, was manche moviepiloten in diesen Film hinein interpretieren! Wow! Grunz!
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duffy 2011/02/17 01:12:46
Kommentar löschenIch mag Roadmovies und ich mag vor allen Dingen den Norden, bin ja schließlich Nordi.
So kommt es auch nicht überraschend, daß mit Nord wirklich gut gefiel (für skandinavisches Kino habe ich eh eine Schwäche).
Wenige Worte, melanchonische Töne, schöne Landschaften, etwas sture -aber kernige- Typen, eine (für Nordis!) extrem schräge Story und fetzige Mucke. Das ist der Norden, äh Nord.
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doctorgonzo 2011/02/17 09:29:22
Antwort löschenWunderbarchen.
freakualizer 2011/12/12 21:52:02
Antwort löschenWird heute geguckt, freu mich drauf. Dafür leg ich sogar DeNiro/Pacino auf Wiedervorlage. ^^
patcharisma 2010/11/02 20:12:40
Kommentar löschenDie Begeisterung für diesen abgefeierten Kritiker-Liebling hält sich bei mir in Grenzen. Zwar sind die Bilder der norwegischen Schneelandschaft grossartig, der Slow-Flow und all die fehlenden Antworten darin noch easy und die Moral der Geschichte mir nicht abwegig, so à la: "Ist nur genug Schnapps vorhanden, werden gar die blödsten Situationen toll".
Aber: Die Dialoge kamen mir zu gekünstelt vor, die Interaktionen zu herbeigezogen, das Ende schwach und die Skurillität war mir gesamthaft einfach oft zu aufgesetzt. Eben, nicht unsympathisch alles, aber mir gings nicht grad wirklich zu Herzen.
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Kill_Diether 2010/10/14 19:34:23
Kommentar löschenDer Film transportiert ein Feeling, wie es bei
moralischen Roadmovies sein sollte. Dazu
gibts klasse Bilder die auf den bevorstehenden
Winter einstimmen.
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Xebeche 2010/08/04 23:09:29
Kommentar löschenDa gibt es diese Filme, diese pompösen, bombastischen, effektgeladenen Filme, so actionreich und rasant, dass die Leinwand brennt; die den Zuschauer überrollen, die im Moment des Zuschauens auch Spaß machen und durchaus beeindrucken - denen es aber an Tiefe fehlt. Zwei Tage später erinnert man sich noch daran, dass die Leinwand brannte, aber den Film hat man eigentlich schon vergessen. Ein solcher Film ist "Nord" nicht.
Und dann gibt es da diese Filme, die mit einer Ruhe dahin fließen - in stiller Bilderfolge - die auch mal innehalten - die nicht ständig vorantreiben. Sicher sind hier zwei Kategorien gegenübergestellt, die man nicht miteinander vergleichen kann, aber es zeigt sich, dass es für gute Unterhaltung nicht die hoch auflodernden Brandherde braucht. Nein, es sind die stillen, kleinen, minimalistisch erscheinenden Filme, die sich im Gedächtnis festsetzen. Oft entfalten sie erst nach einer Weile ihre volle Wirkung und dann stellt man fest, dass die kleinen Feuer lange brennen. Ein solcher Film ist "Nord".
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spanky 2010/05/11 09:37:16
Kommentar löschenKonfuzius sagt: "Der Weg ist das Ziel". Soviel Weisheit gilt auch in Norwegen. Wäre Konfuzius Norweger gewesen, würde er ergänzen: "Mein Lieblingsgetränk ist Schnaps".
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JimiHendrix 2010/05/07 22:18:05
Kommentar löschenDieser nordische Neowestern beeindruckt durch die Mittel, welche eben nicht eingesetzt worden sind um Spannung, Gefühle oder Action zu erzwingen.
Was für ein eiskalter, melancholischer, stiller, okskurer und lyrischer Nordmann, mit einem fantastischen Anders Baasmo Christiansen als Hauptdarsteller. Ich, als großer Liebhaber des skandinavischen Kinos, hatte diesen Film schon lange im Auge und war heute endlich in der Stimmung mir diesen Norweger mal in ruhiger Atmospähre anzuschauen, ich war begeistert!
Jeder der hier auf große Dialogszenen oder einen genialen Plot am Ende, welchem mit Spannung zugefiebert werden kann, ist hier zu weit in der nördlichen Hemisphäre. Dieser Film bietet nichts und somit sehr viel. Vorallem ist er etwas für Menschen, die es lieben, filmisch mal etwas erfrischend anderes zu erleben, als dieser immer öder werdende Hollywood-Müll.
Man tausche einfach komplett die Gegensätze aus, also nehme in einer Hollywoodproduktion das ganze technische Schick-Schnack raus, streiche aus dem dicken Drehbuch alles weg außer 8 Dialogen, nehme die eh viel zu kitschige und total übertriebene Story soweit auseinander, dass man das nackte Grundgerüst hat, verlagere das ganze vorzugsweise nach Alaska und tausche die ganzen Hollywoodstandardschlampen gegen kahle Wälder ein und setze da einen Antiheld in die Landschaft, welcher eine Whiskyfahne hat und ein Problem mit sich selbst. Wenn man diese Zutaten alle hat, kommt trotzdem nicht so ein minimalistisch-genialer Film bei heraus.
Dieser Film zeigt wieder einmal, dass man ohne große Story auskommen kann, wenn man starke Bilder und starke Charaktere entwickelt. Alles das ist in "Nord" vorhanden und auch die Ruhe schätze ich. Ich bin selbst ein eher ungesprächiger Typ und mir sagt diese nordische Art der Gespächsführung sehr zu.
Der Hauptcharakter war mir sofort sympathisch und entwickelt sich langsam aber stetig weiter. Die Menschen, die seinen Weg kreutzen beeinflussen ihn unmerklich aber er gibt ihnen auch unmerklich etwas mit und wenn es nur die kurze Gesellschaft und Nähe ist, welche er bietet.
Für mich ist dieser Film ein kleiner Lichtblick im undurchsichtigen Mainstreamdschungel, der komischerweise nicht abgeholzt wird um so Ackerland für Gensojabohnen zu Gewinnen, es trifft immer die falschen Wälder...
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dae-su 2010/03/03 18:52:31
Kommentar löschenFargo meets Jim Jarmusch meets Roadmovie. Ein melancholisches Feel-Good-Movie. Sehr nett!
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alter.native 2010/02/13 18:03:01
Kommentar löschenDa ist wieder so einer, ein kleiner Film aus dem hohen Norden (klar, steht ja schon im Titel) mit nem skurrilen Typen (klasse gespielt) der sich auch den Weg durch den Schnee macht, zu der Frau, die er offenbar immernoch liebt, dem aber seine Ängste bisher immer einen Strich durch die Rechnung machten. Und dann diese Einfälle: Schnapsgetränkten Tampon auf dem kahlrasierten Schädel um mit wenig Alk besoffen zu werden, ein Film-Bild für die Götter!
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Lizardgirl 2010/02/12 17:56:43
Kommentar löschenDer Film bezaubert gerade dadurch, dass man (dank der fehlenden oder zumindest reduzierten Dramaturgie und Story) nie wirklich weiss, was als nächstes kommt. Die Szenen sind daher skuril und überraschend. Wobei die Figuren nur gestreift werden. Sie verbleiben in ihrer eigenen Welt, auf die man nur einen Blick von aussen werfen kann - wie es wohl im realen Leben auch wäre. Doch obwohl hier kaum jemand sein Herz vor den Zuschauern ausschüttet oder sich in irgendeiner Weise für seine Eigenarten rechtfertigt, hatte ich das Gefühl, dass diese Art des Filmes, zwischen Dokumentar- und Kinofilm, dem Leben näher kommt, als was ich bisher gesehen habe.
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