4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

4 luni, 3 saptamini si 2 zile (2007), RO
Laufzeit 113 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 22.11.2007

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7.5 Kritiker
21 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.6 Community
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von Cristian Mungiu, mit Anamaria Marinca und Laura Vasiliu

Die Studentinnen Otilia und Gabita teilen ein Zimmer im Wohnheim einer kleinen Stadt in Rumänien. Das kommunistische Regime unter Ceausescu liegt in den letzten Zügen. Der Alltag ist für die Menschen täglich eine neue Herausforderung, schon das Anmieten eines Zimmers in einem Hotel ein schwieriges Unterfangen. In einem Hotelzimmer erwarten die beiden Freundinnen einen gewissen Mr. Bebe. Gabita ist schwanger, Abtreibung in Rumänien illegal – und die jungen Frauen, die keine Ahnung haben, was in einer solchen Situation zu tun ist, schlittern in ein Fiasko.

HandlungDie beiden Freundinnen Otilia (Anamaria Marinca) und Gabita (Laura Vasiliu) teilen sich 1987 im von Diktator Ceausescu regierten kommunistischen Rumänien ein Zimmer im Studentenwohnheim. Ansich haben sie sich mit ihrem Leben arrangiert, sie wissen wen sie ansprechen müssen um zum Beispiel an Zigaretten zu kommen. Wäre nicht Otilia ungewollt schwanger. Sie möchte das Kind nicht und beschließt abzutreiben. Doch Abtreibung ist illegal und somit verboten. Glücklicherweise unterstützt die pragmatische Gabita sie. Nachdem sie sich das Geld von verschiedenen Quellen geliehen und einen Arzt gefunden haben, gilt es sich um das Organisatorische zu kümmern. Eine Freundin vermittelt sie an den Arzt Mr. Bebe (Vlad Ivanov).

Zum ersten Treffen mit dem Arzt erscheint nicht wie verabredet die schwangere Gabita, sondern Gabita. Die gibt sich als Gabitas Schwester aus und erklärt Bebe, dass es einige Kompilkationen gab und sie ein Zimmer in einem anderen Hotel buchen musste, als von ihm gewünscht. Der ist ganz und gar nicht erfreut, scheint aber ohnehin hauptsächlich am Geld der beiden interessiert und willigt mißmutig ein.

Im HotelAngekommen im Hotel muss Bebe seinen Ausweis hinterlegen, bevor er in das Zimmer der Mädchen darf. Nach einer kurzen Untersuchung Gabitas ist Bebe drauf und dran die Abmachung platzen zu lassen, da Gabita schon weitaus länger schwanger ist, als am Telefon…

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Cast & Crew


Kritiken (7) — Film: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Lakonisch erzählt Regisseur Cristian Mungiu die Ereignisse aus diesem einen Tag, der das Leben der zwei jungen Frauen verändern wird. Dass sie den Zusammenhalt verloren haben, setzt Kameramann Oleg Mutu in nervöse, mit der Handkamera aufgenommene Bilder um. Diese kontrastieren mit den sonst überwiegenden langen Einstellungen, die vor allem eins vermitteln: Tristesse. Diese Grau-in-Grau-Bilder verleihen dem Film einen quasi dokumentarischen Charakter. Erstaunlicherweise setzt „Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage“ nicht Gabita (Laura Vasiliu) in den Mittelpunkt, sondern ihre Freundin Otilia (Anamaria Marinca). Durch diesen Kunstgriff wird es deutlich, dass der Regisseur in erster Linie kein gängiges Abtreibungsdrama drehen, sondern eher das Leben seiner Figuren unter Ceausescus Regime schildern wollte. Dafür spricht auch, dass der Film zu einer Trilogie mit dem Titel „Erzählungen aus dem goldenen Zeitalter“ gehört. Sie soll anhand von Alltags-Geschichten den Kommunismus in Rumänien darstellen.

Der langanhaltende, kaum zu ertragende Anblick des toten Fötus zeigt freilich mit aller Deutlichkeit, worum es sich bei diesem Eingriff handelt: Die erkennbaren Gesichtszüge eines Kindes berühren nicht nur den Zuschauer zutiefst: „Beerdige ihn“, ruft Gabita ihrer Freundin Otilia zu. Obwohl sich Cristian Mungiu alle Mühe gibt, nicht Stellung zu beziehen, sprechen diese Bilder und dieser Verzweifelungsruf Bände.

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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10.0Herausragend

Vom ruhigen beobachtenden Detail seiner visuellen Strategie hin zum präzisen Moment, wenn Regisseur und Drehbuchautor Mungiu zum Schwarzen hinschneidet - die Frauen sind Überlebende, aber zu welchem Preis? - geht alles auf, nichts wirkt übertrieben und Mungio erzielt das Unmögliche.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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9.0Herausragend

Dem rumänischen Regisseur Cristian Mungiu geht es nicht um Gewissensentscheidungen der Abtreibung, die moralische Beurteilung des Geschehens überlässt er den Zuschauenden. Sein Film berührt Themen, die weit über die konkrete Geschichte hinausreichen: Der Wert und die Würde des Lebens, gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse, das Recht auf eine selbstbestimmte Lebensplanung sowie die Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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9.5Herausragend

"4 Monate" benutzt eine Handkamera, aber die hüpft nicht Dogma-haft umher, sondern schwankt leicht, ein unterbewusstes Gefühl der Desorientierung vermittelnd. Mungius Kamera missachtet die alten Kinogebote, dass man den Sprechenden stets im Bild zeigen soll und keine Körperstümpfe ins Bild ragen dürfen – alles Teil einer wohlkalkulierten Strategie, den Zuschauer aus der Sehroutine zu drängen, zwischen Politfilm, Thriller und Horrorstück hin- und her zu zerren.

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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte

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8.0Ausgezeichnet

Der unaufgeregt erzählte Film lebt von seinen grandiosen Darstellern und seinem erschreckenden Realismus. Dadurch ist der diesjährige Überraschungsgewinner der Goldenen Palme in Cannes wirklich erschütternd und teilweise nur sehr schwer auszuhalten. Kein Fall für schwache Nerven, aber wichtig. Um nicht zu vergessen, dass das wahre Leben noch sehr viel unbarmherziger ist, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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8.5Ausgezeichnet

"4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" ist nicht einfach ein Spielfilm mit unangenehmem Thema, sondern ein packender Thriller. Er packt einen da, wo es am meisten wehtut. [Der Film] wirkt mit seinem perfekt schnörkellosen Stil wie ein verschollenes Dokument einer untergegangenen Epoche.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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4.5Uninteressant

... Dem grandiosen Spiel der jungen Darstellerinnen, denen die Kamera stets nah ist, ohne ihnen zu nahe zu treten, kann sich der Zuschauer kaum entziehen. Der Film stößt ab in seiner bis ins Unerträgliche gesteigerten Realität und doch kann man sich nicht abwenden. Das Ende kommt ein wenig abrupt und lässt vieles offen. Ein Film voll schmerzhafter und heftiger Intensität, der sich dennoch ins Gedächtnis brennt.

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Roco De Long

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Das klingt nach einer Bewertung zwischen 7 und 9, aber nicht wie eine 4.5 (?)



Kommentare (18) — Film: 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

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Roco De Long

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In "4 luni, 3 săptămâni și 2 zile" führt uns Regisseur Cristian Mungiu das Schicksal zweier junger Frauen im Rumänien der Ceaușescu-Diktatur vor Augen.
Mehr will ich nicht sagen, da man den Film erstens unvoreingenommen sehen sollte und zweitens der reine Inhalt weniger wichtig ist als das beklemmende Gefühl, das der Film auszulösen vermag.
Zwischen Überwachung, Ignoranz und Willkür, denen die Frauen ausgesetzt sind, ist es das beklemmende Gefühl der Ohnmacht, das den Film auszeichnet. Die kalten Bilder des wirtschaftlich kaputten Rumäniens der 80er Jahre komplettieren eine trostlose und fast klaustrophobische Atmosphäre. Unerträglich lange Einstellungen, aus denen man als Zuschauer genauso wenig rauskommt wie die Protagonistin(nen), lassen einen die allgegenwärtigen Machtlosigkeiten gnadenlos nachempfinden. Ein tolles Beispiel für einen Film, bei dem die formale Gestaltung Konzept ist und den Inhalt bestmöglich transportiert.
Eine Geschichtsstunde, sichtbar und vor allem spürbar gemacht anhand eines von tausenden alltäglichen Schicksalen. European Cinema at it's best.

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Roco De Long

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Das "hahaha" galt dem Samourai :)
Naja, viele Dinge sind reizvoll und trotzdem Zeitverschwendung. Wären sie nicht so reizvoll, wären sie ja keine potenzielle Zeitverschwendung!
Aber natürlich übertreibe ich. Muss ja jeder selbst wissen, wo und wie er seine Zeit "investiert"... außerdem mag ich den Laden hier auch irgendwie. Ich gewinne ja (fast) überall, wo ich mitmache. Irgendwann hole ich mir einen fetten Preis. Und dann tätowiere ich mir MP auf... mal gucken wohin.


Anoirja

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Hmmm, als Zeitverschwendung empfinde ich eigentlich nur Sachen, die ich ungern mache.


horro

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gnadenlos ehrlich, fast dokumentarisch, aufgekratzt und gleichzeitig distanziert unaufgeregt ... aussergewöhnlich.

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Wumz

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Die Stelle wo das eine Mädel bei ihren Schwiegereltern am Essenstisch sitzt ist so Genial, selten hat mich eine Szene so fasziniert. Aussergewöhnlich =)


horro

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Genau, wirklich faszinierend, lässt glaub ich keinen kalt


VisitorQ

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Bewertung9.0Herausragend

4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage ist meiner Meinung nach einer der besten Filme der letzten 10 Jahre. Ich habe ihn als so intensiv empfunden, dass ich das Kino damals beinahe verlassen hätte. Vielleicht geht mir das Thema einfach auch nur so an die Nieren. Wie dem auch sei, der Film ist handwerklich hervorragend gemacht, besticht durch eine herausragende Hauptdarstellerin und ist von Anfang bis Ende so unendlich spannend und mitreißend. Man sitzt wie auf glühenden Kohlen und kann es einfach nicht aushalten. Intensives Kino in höchster Perfektion.

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jackii93

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Spannung, die durch diesen Film entsteht raubt einem den Atem, lässt einen die Händer verkrampfen und bringt den Körper zur Überproduktion von Schweiß.
Spannenster Film in diesem Genre.

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TinaCocaine

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Bewertung0.0Hassfilm

Ich finde die Geschichte total dünn erzählt, es kommt weder Atmosphäre zu Stande noch Spannung auf, obwohl die Thematik äußerst brisant ist. Mir hat der Film gar nicht gefallen, wobei ich sagen muss, dass ich die letzten 20 Minuten nicht mehr gesehen habe, aber die hätten den Kohl wohl auch nicht mehr fett gemacht...Scheint aber objektiv betrachtet richtig gut zu sein, dann liegt´s wohl an mir ;)

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Wumz

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Bewertung9.0Herausragend

Heikles Thema, hat mich richtig mitgenommen, obwohl ich ja ein Mann bin. Nach einer kurzen Anlaufphase war ich mittendrin, was bestimmt auch mit der Kameraführung aber vor allem mit den wenigen Schnitten zu tun hat. Im nachhinein fällt mir auch auf das völlig auf Musik verzichtet wurde, aber das alles führt dazu das man den Film ganz besonders intensiv wahrnimmt.
Die Spannung war für mich an manch einer Stelle fast nicht auszuhalten auch wenn das alles andere als ein Thriller ist, dafür aber ein sehr gelungenes Drama.

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*frenzy_punk<3

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Hört sich interessant an .. vorgemerkt ;)


Wumz

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Freut mich =)


rkuehne

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Bewertung9.5Herausragend

Herausragender Film, beklemmend, intensiv, echt und nah. Obwohl die Handlung sich nur langsam entwickelt wird der Film nie langatmig und lässt einen als Zuschauer niemals los. Schön mal wieder großes osteuropäisches Kino zu sehen. Tolle Kamera, Tolle Darsteller, Tolles Szenenbild und wenn ich mich recht erinnere, wird vollständig auf den Einsatz von Musik verzichtet!

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momopipi

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Bewertung9.0Herausragend

Naja, viel kann man nicht zu dem Film sagen, sonst plaudert man unnötig wichtige Fakten aus. Ich habe diese unglaublich dichte Atmosphäre wahrgenommen, sowas habe ich selten gespürt. Man fiebert richtig mit der Protagonistin mit. Der Film bedient sich keiner besonderen Effekte, es wirkt alles sehr authentisch, fast greifbar.
Großer Respekt, dass überhaupt solch eine Thematik in Form eines Films mich so ins staunen versetzen kann.

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Nayuma

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Bewertung6.0Ganz gut

Kamera und Story haben mir ja schon gefallen, iss ja ein echt heikles Thema und es wird auch nichts, aber auch wirklich gar nichts verharmlost dargestellt. Dafür schon mal *Respekt*. Aber nichts desto trotz war mir das ganze einfach zu lang gestreckt und irgendwie stört das einfach das Gesamtbild.

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8martin

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Bewertung9.0Herausragend

Der 1. Teil ist der Ausgangspunkt der Handlung: zwei Freundinnen haben eine Abtreibung in einem Hotelzimmer arrangiert. Die eine, die Leidtragende, die andere, Otilia, die Aktivere. Hier ziehen uns die unheimlich langen, wortlosen Szenen mit hinein in das Geschehen und setzten erste Denkanstösse.
Im 2. Teil läuft das Kontrastprogramm: eine Familienfeier. Alles quatscht sinnfrei durcheinander, singt und säuft. Mittendrin die schweigende Otilia. Der Zuschauer wird gezwungen zu erkennen, was ihr durch den Kopf geht, während die Worte an ihr vorbeirauschen - alles, nur nicht wie man Kartoffelpuré macht.
Dann im 3. Teil kommt die Auseinandersetzung mit ihrem Freund. Hier werden wenn auch nur hypothetisch die unterschiedlichsten Ansichten hinsichtlich einer möglichen Abtreibung bei ihnen deutlich und damit wächst die Distanz zwischen ihnen. Es entsteht eine Atmosphäre der klaustrophobischen Angst, besonders bei der Entsorgung des Fötus: es ist Nacht, man fühlt sich beobachtet, die Kamera ganz dicht dran, wackelt hinterher. Und wenn man dann noch die die Situation unter Chaucescu mit seiner Securitate im Hinterkopf hat, wächst sich das zu einem menschlichen Albtraum aus.

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spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich habe einen Schlag ins Gesicht erwartet, aber dieser Film lässt mich vollkommen kalt. Kann jemand mal meinen Puls fühlen, vielleicht bin ich schon tot.

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spanky

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Hätteste vorher einen "lüpfen" sollen!


Sonse

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Vermutlich. Habe ihn allerdings im Original gesehen. ;)


stillertony

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film ist wirklich einzigartig.

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mister mo

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Bewertung9.0Herausragend

Eine wahre Filmperle - ganz großartig!

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Pelle

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Bewertung9.0Herausragend

Interessantes Thema, das ich bis jetzt noch nie in einem Film gesehen hab. Erstaunt hat mich vorallem die Kamera. Diese langen Szene sind einfach genial. Man kann auch ohne schnelle Schnitte Spannung und Atmosphäre erzeugen, außerdem hat man die Zeit sich die Schauspieler und die Szene anzugucken. Empfehlenswert

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Kubrick_obscura

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Bewertung9.0Herausragend

Eine mehr als verdiente Goldene Palme für Rumänien

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Mayla

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich habe selten einen so intensiven Film gesehen. Die Story um die beiden rumänischen Studentinnen ging mir unter die Haut. Die Kamera war so nah, aber nie wirkte es künstlerisch aufgesetzt. Die dichte Atmosphäre im Wohnheim. Perfekt eingefangen. Und erst das klaustrophobische Wohnzimmer der Schwiegereltern. Dabei wurde der Studentin ihr Schicksal: Ehefrau, dem Mann Kartoffelsalat machen, platte Gespräche so richtig bewusst.
Im Hotel, fast ausweglos die Situation. Und wie würdevoll lassen die Mädchen "es" über sich ergehen.
Der Schluss war sehr gut und der einzig mögliche. Es wäre sonst nicht zu ertragen gewesen. Diesen Film werde ich nie vergessen.

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keepon

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zwei Studentinnen in einer Zwangslage, eindringlichst dargestellt. Der Zuschauer kämpft ständig mit der Angst, die beiden könnten aufgegriffen werden von den Schergen des Schweines Ceausescu. Und nach all dem bedrückenden Elend einer Kindesabtreibung bleibt es am Ende offen, ob sie nicht doch noch entdeckt und aufs Neue bestraft werden. Alle Indizien sprechen allerdings dafür, dass genau dies geschehen wird. Zwischendurch ist noch ein Geburtstag der angehenden Schwiegermutter zu feiern, der alle Insignien eines Loriot'schen Tischgespräches in sich birgt - urkomisch anzuhören, wenn's für das Mädchen nicht so unerträglich wäre.

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Iroas

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Bewertung7.5Sehenswert

Positiv in Erinnerung sind mit wirklich die eindringlichen Szenen geblieben und die überaus spannende Geschichte am Ende der Sowjetzeit.
Negativ sindsicherlich die teilweise langatmigen Szenen die für die Handlung nicht relevant waren, als Beispiel ist ein Gespräch bei den (Stief)eltern der Hauptdarstellerin zu nennen, dass in einer Kameraperspektive fast drei Minuten keinerlei Handlungsfortschritt bringt und den Film unnötig verschleppt. Weiterer Kritikpunkt - die etwas überforderten Schauspieler an manchen Stellen rauben an manchen Stellen etwas von der Atmosphäre.
Dennoch blieb mir der Film positiv in Erinnerung, weil er ein schweres Thema in einer schweren Zeit besonderes sensibel und eindringlich zu Zeigen vermag.

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