Vom Winde verweht

Gone with the Wind (1939), US Laufzeit 234 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 15.01.1953


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7.4
Kritiker
38 Bewertungen
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6.5
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6759 Bewertungen
63 Kommentare
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von George Cukor und Sam Wood, mit Clark Gable und Vivien Leigh

Vom Winde verweht ist mehr als nur eine Liebesschnulze, nämlich eine Darstellung nicht nur der Schwächen des Menschen, sondern im Besonderen auch seiner Stärken.

Die wunderschöne und wohlhabende Scarlett O’Hara (Vivien Leigh), Tochter eines Plantagenbesitzers, verliebt sich in den Soldaten Ashley Wilkes (Leslie Howard), der jedoch ihre Cousine Melanie (Olivia de Havilland) heiratet. Am gleichen Abend trifft Scarlett zum ersten Mal Rhett Butler (Clark Gable), der sich sogleich in sie zu verlieben scheint. Vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges erzählt Vom Winde verweht die Geschichte einer jungen Frau, die es schafft sich durch alle Höhen und Tiefen ihrer Zeit zu kämpfen, die alles hat, verliert und wieder gewinnt. Nur in der Liebe ist ihr kein Glück vergönnt. Sie trauert ihrer großen Liebe hinterher und erkennt dabei vielleicht zu spät, was sie wirklich will.

Hintergrund & Infos zu Vom Winde verweht
Vom Winde verweht (OT Gone with the Wind) war nicht nur der erfolgreichste Film seiner Zeit, sondern ist mit einem inflationsbereinigten Umsatz von 3,785 Milliarden US-Dollar (ursprünglich 393,4 Mio) der kommerziell erfolgreichste Film aller Zeiten. Außerdem wurde Vom Winde verweht auch noch für insgesamt 13 Oscars nominiert, gewann davon acht und noch zwei Ehren-Oscars für die technische Meisterleistung. Somit schrieb Vom Winde verweht Filmgeschichte.

Die Geschichte von Vom Winde verweht basiert auch dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Margaret Mitchell. Das Drehbuch wurde zwar stark gekürzt, aber trotzdem sehr originalgetreu von Sidney Howard und Ben Hecht adaptiert. Die Suche nach Regisseuren und der Hauptdarstellerin gestaltete sich für den Produzenten David O. Selznick äußerst schwierig und so dauerte es über dreieinhalb Jahre bis Vom Winde verweht endlich auf der Leinwand zu sehen war.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (62) — Film: Vom Winde verweht


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TheBosshammer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

bildgewaltiges Monumentalepos über die Schicksalsschläge einer jungen Frau im Süden der USA zur Zeit des Sezessionskrieges mit einem Traumcast! Vivien Leigh und Clark Gable überzeugen in den Hauptrollen. Die Nebenrollen (insbesondere Mummy und Melanie) ebenso gewaltig besetzt. Ein echtes Stück Filmgeschichte!

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MemoriAria11

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Bewertung5.5Geht so

Schöne Hollywoodschnulze ... Scarlet ist zwar ein Charakter mit dem ich mich gar nicht anfreunden konnte. Dafür fand ich aber sowohl Rhett Butler als auch Melanie sehr gut. Trotzdem ein sehr schöner Romantikfilm.

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BlubberKing

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...gut fand ich auch Mummy: raue Schale, weicher Kern :)


Mr.Magoo

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Bewertung3.5Schwach

Große Hollywoodschnulze. Clark Gable ist ein ganz schmieriger Typ, wirklich widerlich, dem zuzusehen.

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speedy208

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Bewertung7.5Sehenswert

Margaret Mitchells Roman habe ich verschlungen, und konnte den Film kaum erwarten. Bis es soweit war, dass der auf VHS oder TNT lief, habe ich mir das Begleitbuch zum Film gekauft. Dadurch habe ich mir gewisse Szenen ausgemalt, wusste, wie es dazu kam, welche Schwierigkeit es beim Drehen gab usw. Und dann der grosse Augenblick: der Film. Aber welche Enttäuschung. Er dauerte "nur" 3,5 Stunden. Im Begleitbuch zum Film hiess es, man habe ihn von 6 Stunden auf 4 Stunden "zusammengeschnitten". Ups, warum ist die deutsche Version dann ½ Stunde kürzer? Was ist aus den Szenen geworden, wo sind die geblieben? An den Dialogen oder der Politik konnte's ja nicht liegen. Und auch in der englischen bzw. US-Version habe ich all die erwarteten Szenen vermisst, wie die Massenszene nach der Schlacht am Bahnhof von Atlanta, wo unzählige verletzte und tote Soldaten Seite an Seite liegen, wie Ameisen, die von einer Spezialkamera, auf einem eigens konstruierten, überdimensionalen Spezialkran, aus der Vogelperspektive aufgenommen wurden, und einem das Gefühl der Macht- und Sinnlosigkeit des Krieges und des Schlachtfelds vermittelt.
Für "Gone with the Wind" scheute David O. Selznick keine Kosten; nichts war ihm dafür zu teuer: weder die lange (4jährige) Suche nach der "richtigen" Scarlett quer durchs Land noch die teuren, authentischen Kostüme, die Kulissen oder die beste Crew für den Film, ausser den Hauptdarstellern. Rhett Butler, das war klar, das konnte nur Clark Gable sein. Ausser Scarlett, waren die anderen Rollen einfacher zu besetzen. Alles war erstklassig und einmalig bei diesem Film, bei dem ich schwanke, ob ich ihn – als Western-Kennerin und –Fan – wirklich zu den Western zähle: der erste Farbfilm (Kodak Eastman Color) und das erste Mal, wo Schwarze eine tragende Rolle spielten. Die Schauspielerin der "Mamie" bekam als erste Schwarze den Oscar als beste Nebendarstellerin des Jahres 1939. Alles war neu, und läutete eine neue Ära ein.
Das Buch, der Film und meine Liebe zur Geschichte haben mich dazu animiert, selbst zu schreiben. Anders als Margaret Mitchell, die von einem auf dem Dachboden ihrer Grosseltern gefundenen Tagebuch zum Roman inspiriert wurde, hat sich meine eigene Geschichte von selbst entwickelt – ohne abkupfern zu müssen, mit dem Resultat, dass ich es auf 500 Seiten bringe statt auf 1000. Film wie Buch dienten mir lange als Hintergrundinformation und Recherche. Aber an den Hauch der Südstaaten, der im Buch und im Film zu spüren ist, komme ich nicht ran. Es ist aber immer wieder herrlich, sich die Anfangsszenen anzuschauen (Vater Henry springt mit Pferd Zaun, Scarlett flirtet vor dem Herrenhaus mit ihren Verehrern, ihre Schwestern schauen neidisch zu) - einen besseren Anfang hätte es nicht gegeben. Und ich fand's auch gut, dass nicht alle Kapitel verfilmt wurden, also z.B. Scarletts Ehen und Kinder (vor Rhett). Das zeugt von einer Gradlinigkeit, einem roten Faden, an dem man sich und den Film aufhängen kann.
Was oft misslingt, ist bei "Gone with the Wind" gelungen: die Umsetzung Buch/Film. Nie kam ein Film bisher seiner Vorlage so nahe – nicht einmal "Harry Potter". All die Personen, die Hintergründe, die Geschehnisse habe ich mir so im Buch vorgestellt, wie sie dann im Film umgesetzt wurden. Nur eben schade, dass das erwähnte Material (im Hintergrundbuch) rausgeschnitten wurde, um den "armen" Zuschauer die lange Laufzeit zu ersparen. Heute würde man wohl daraus eine Mini-Series machen à la "die Kennedys". So ändern sich eben die Zeiten.

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NewSTARs

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Bewertung10.0Herausragend

Eindeutig einer der epischsten Filme aller Zeiten! Unschlagbares Setdesign, wundervolle Filmmusik, grandiose Hauptdarsteller .. Nostalgie pur! ♥

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TimeInABottle

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Schwäääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääääärm. ♥

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Filmfan30

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Bewertung9.0Herausragend

Vivien Leigh spielt Clark Gable mühelos an die Wand. Immer noch der beste Liebesfilm, der je gedreht wurde, und was die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren betrifft absolut unerreicht.

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Ferkerth

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Bewertung2.0Ärgerlich

Ich weiß nicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich kürzlich 12 Years a Slave gesehen habe, aber wenn es um Sklaverei geht bin ich ziemlich sensibel. Nach wenigen Minuten wurden Sklaven bei der fröhlichen Feldarbeit gezeigt und jemand rief"Feierabend!". Die Nanny ist mürrisch und immer gegen alles und jeden Spaß (meinetwegen). Die junge Sklavin ist vertrottelt und der strahlende Ashley im Ku-Klux-Klan und und und.
Ich weiß selbst, dass diese Darstellung der Zeit geschuldet ist und es im Film eigentlich nicht darum geht. Natürlich ist die technische Umsetzung sensationell. Dadurch, dass die Geschichte in den Bürgerkrieg gebettet ist und über Jahrzehnte geht ist die Handlung episch trotz Kitsch. Die Hauptfigur macht zwar eine recht interessante Entwicklung durch während des Films, sympathisch war sie mir zu keinem Zeitpunkt. Clark Gable machte allerdings Spaß.
Aber gerade der Aspekt mit dem Rassismus stößt bei mir auf Befremden und da kann ich einfach nicht mehr Punkte geben.

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emotionfreak

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Dazu würde ich dann gerne noch folgendes loswerden. Zum Einen das Gleiche, wie mit der vertrottelten Sklavin, nur weil die Sklaverei auf der Plantage der O Haras als einigermaßen human dargestellt wird, heißt das nicht, dass uns der Film damit sagen will, dass es überall so war. Zum Zweiten, ist das ganz und gar nicht weit hergeholt, sondern entspricht historischen Tatsachen. Zwar gab es natürlich leider auch Plantagen, auf denen die Sklaven grausam und unmenschlich behandelt wurden, Auspeitschungen, Vergewaltigungen u.s.w, aber auch so, wie im Film gezeigt bei den O Haras. (Versteh mich nicht falsch, auch ich will die Sklaverei nicht verharmlosen, selbst wenn man die Sklaven gut behandelte, ist die Sklaverei natürlich ein Unding)Wenn man das Buch ließt, dass sich natürlich mehr, als der Film mit der Historie beschäftigt, und für das bestens recherchiert wurde, der Vater der Autorin, hat diese Zeit nicht nur studiert, sondern sogar selbst miterlebt, erfährt man um einiges mehr, über die Beziehung zwischen den Plantagenbesitzern und ihren Sklaven, und überhaupt das Denken und die Kultur der Südstaatler. So betrachteten sie die Afrikaner zwar als Menschen, die nicht selbständig handeln, sondern Menschen brauchten, die sie anleiten, haben sie aber nicht unbedingt schlecht behandelt und z.B die Beziehungen zwischen den Töchtern und ihren schwarzen Kindermädchen waren oft sehr innig, so, wie es im Film zwischen Scarlett und ihrer Nanny ja auch gezeigt wird. Aber natürlich gab es auch sadistische Plantagenbesitzer und es passierten schreckliche Dinge, wie z.B in "Onkel Toms Hütte "beschrieben. Und ich gebe dir natürlich recht, dass man dieses schreckliche Kapitel der Menschheit nicht verharmlosen darf und sich die Amys genau so damit auseinander setzen sollten, wie die Deutschen mit ihrer Geschichte. Und wie gesagt, deine Meinung akzeptiere ich natürlich, schade nur, dass dir das den Film verdorben hat.


Filmfan30

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Ich kann dich verstehen. Als ich das Buch gelesen hab, hab ich auch zuerst mit Befremden reagiert. Andererseits war Margaret Mitchel wirklich ihrer Zeit voraus. Was wir heute als Rassismus wahrnehmen, war früher absolut weltoffen. Sie stellt die Schwarzen nämlich als Menschen mit Gefühlen dar und nimmt sich sehr viel Zeit die Charakter zu zeichnen. Mitchell war für mich eine der Pionierinnen für die Gleichberechtigung. Und Scarlets Nanny bekam als erste schwarze Frau den Oskar. Das war ein Meilenstein!


MrDurden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Epos meiner Kindheit!

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

mein erster film von Clark Gable und bin gleich fan geworden...Viven Leigh ist mal toll und stark dann wieder ein biest und zum kotzen
ein ganz großer film der sitzfleisch benötigt aber es lohnt sich!

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Val Vega

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit „Vom Winde verweht“ bekomme ich eigentlich alles serviert, was ich brauche um mit einem Film glücklich zu sein! Es ist ein langerzählte Epos mit einer Laufzeit von 236 Minuten – also gut 4 Stunden – und ein höchst emotionales Drama. Schon die erste Szene im „Twelve Oaks“ hat mich absolut gepackt und mich in ihren Bann gezogen. Dazu noch die absolut reizende Vivien Leigh, die die ganzen Burschen um den Finger wickelt und wohl auch mich verführt hätte, und der so charmante Clark Gable.

Die Bilder erinnern oft an ein Gemälde, dass das Gefühl der Zeit einfängt! Alles ist munter und fröhlich. Doch der Krieg bricht aus und hüllt das Land in den Schatten. Wie in jeden Krieg, zieht man auch hier mit Euphemismus, doch schon bald erleiden die Südstaaten eine verheerende Niederlage nach der anderen und die einst so glänzenden Plantagen mit ihren Festen und dem Wohlstand fallen dem Krieg zum Opfer. Die Männer kehren nicht mehr heim und so ist es an Scarlett (Vivien Leigh) sich mit ihren Haushälterinnen, der Frau ihres Geliebten und deren Baby durch das gebrandmarkte Georgia zu ziehen.

„Vom Winde verweht“ erzählt die Geschichte einer starken Frau. Einer Frau die sich ihren Weg durch die Kriegswirren und die von Männern dominierte Welt schlägt und sich dabei nie einem Mann vollends beugt, da ihre Bestimmung eine ganz andere ist. Revolutionär für die damalige Zeit; keine Frage, und für unsere heutigen Verhältnisse in denen Frauen im Film, die als emanzipiert gelten, entweder nur unter Beweis stellen, dass auch sie kaltherzig und grausam sein können (Zero Dark Thirty) oder Vampiren und Werwölfen nachjagen und ohne diese nicht leben können, immer noch ein Plädoyer für die Unabhängigkeit einer Frau.
Die Schauspieler sind ganz große Klasse. Am besten hat mir Hattie McDaniel gefallen, die die besorgte und liebenswerte Hausfrau spielt. Völlig zu Recht hat sie den Oscar für die beste Nebendarstellerin gewonnen. Übrigens war sie damals die erste Afroamerikanerin, die jenen Preis gewann.

„Vom Winde verweht“ ist völlig zu Recht ein Film mit absolutem Klassikerstatus. Mit viel Liebe zum Detail drehte man 1939 ein wunderbares Epos über die Nachwirkungen des Sezessionskrieges auf eine überschaubare Anzahl Charaktere. Die bis dato unbekannte Vivien Leigh spielt absolut grandios, ihr steht aber ihr männlicher Gegenpart Clark Gable in keinster Weise etwas nach. Die Regie, das Drehbuch, das fantastische Szenenbild und die fabulöse Kamera passen perfekt zusammen und machen somit aus „Vom Winde verweht“ DEN Bürgerkriegs Film Nummer eins und einen zeitlosen Klassiker, von dem sich absolut kein Mann abbringen lassen sollte, nur weil ein Etikett auf der DVD sagt: „Was Frauen schauen“!.

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MrDurden

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Großartiger Film, Val, sehe ich genauso, sehr schöner Kommentar!


Val Vega

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Danke dir ;)


Agent Smith93

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herzlich willkommen meine hochgeschätzten moviepiloten! *Kleine Verbeugung meinerseits*
Oh, war das etwas zu theatralisch?

Wahrscheinlich schon, aber ich habe auch allen Grund theatralisch zu sein, denn gestern habe ich mir einen der größten und kultigsten Filmklassiker aller Zeiten angeschaut.

Und nein, diesmal rede ich nicht von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie. (Welch Wunder)
Obwohl, beide Filme so einige Gemeinsamkeiten haben. Beide basieren nämlich auf einer berühmten Romanvorlage, haben bei den Academy-Awards so richtig abgeräumt, und enthalten jeweils eine tragische Liebesgeschichte.
Ich spreche natürlich von "Vom Winde verweht" oder im englischen Original "Gone with the Wind".

Von diesem Film hat wahrscheinlich schon jeder Mensch gehört. Ob er sich nun für die Thematik interessiert oder nicht. Der Klassiker von 1939 gehört zur Allgemeinbildung eines jeden Filmfanatikers. (Und das sind wir moviepiloten ja)

Doch fangen wir ganz von vorne an. 1936 brachte Margareth Mitchell den gleichnamigen Roman heraus, und verkaufte die Filmrechte auch kurz darauf für 50.000 Dollar.
Ob Frau Mitchell zu diesem Zeitpunkt mit einem dermaßen astronomisch hohen Einspielergebnis gerechnet hat ist mir nicht gewiss.
Denn "Vom Winde verweht" spielte (inflationsbedingt) fast 4 Milliarden Dollar ein! Lasst euch diese Summe mal auf der Zunge zergehen. 4 MILLIARDEN!

Da können selbst Kritiker und Schlechtmacher nichts ausrichten. Der Film war aber nicht nur finanziell ein Erfolg, sondern gewann (wie weiter oben schon erwähnt) mehrere Oscars. 10 Stück um genau zu sein. Von denen einer an die super charismatische Hattie McDaniel ging. Das ist deshalb so erwähnenswert, weil sie die erste Afroamerikanerin war, der diese Ehre zu Teil wurde!

Doch ich möchte euch hier nicht mit trockenen Zahlen und Trivia-Fakten langweilen. Nun wende ich mich der eigentlichen Kritik zu.
Als erstes muss ich sagen, dass es mir nur selten so schwer fiel einen Film zu bewerten. Ich meine, wie bewertet man einen der größten und erfolgreichsten Filmklassiker aller Zeiten?
Man fühlt sich fast schon unwürdig diesen Titanen der Filmgeschichte zu rezensieren.
Doch ich will mich dieser Herausforderung stellen, und diesen Film so fair wie möglich bewerten.
Also. "Vom Winde verweht" ist wie schon gesagt ein sehr alter Film. Daher könnte er der heutigen Teenager-Generation die nur noch Abfall wie "Miley Cyrus-Der Film" kennt stellenweise etwas "trocken" und langatmig vorkommen. Denn "Vom Winde verweht" lässt sich köstlich viel Zeit mit seinen Figuren, und versucht dem Zuschauer jedes noch so kleine Detail zu erklären.
Überhaupt erinnert der Film sehr an ein Theaterstück. So beginnt der Film mit einer musikalischen Ouvertüre, die nur von einem Standbild begleitet wird.
Solche musikalische Unterbrechungen kommen später noch ein paar mal vor, was den Eindruck eines Theaterstücks noch mehr verstärkt.
Der Film besteht auch aus mehreren Akten, die meist durch schwarzes Ausblenden, oder einen in weißer Farbe geschriebenen Text angedeutet werden.

Nun fasse ich grob die Handlung zusammen, um euch das Ganze besser verständlich zu machen. Obwohl dieser Film schon ein echter Methusalem ist, werde ich auf Spoiler so gut es geht verzichten. Es gibt einige sehr dramatische Wendungen im Film, die ich hier nicht verraten möchte. Denn es gibt garantiert immer noch Leute die sich diesen Klassiker vorgemerkt haben.

Die Geschichte spielt während des amerikanischen Bürgerkriegs. Die junge Zicke Scarlett lebt auf einer Baumwollplantage, und hat sich in den Erben einer Nachbarplantage verguckt. Dieser heißt Ashley Wilkes. Doch die Versuche ihn zu verführen scheitern, da Wilkes bereits mit seiner Cousine Melanie verlobt ist. Scarlett ist darüber sehr verärgert, da sie auch endlich mal heiraten möchte. Aus purer Verzweiflung (oder vielleicht auch aus Trotz) ehelicht sie den etwas dümmlich wirkenden Charles der der Bruder von Melanie ist.
Doch das Eheglück hält nicht lange. Charles fällt kurz darauf im Krieg.
Doch Scarlett trauert nicht lange, da sie eh nur Ashley im Kopf hat. So zieht sie nach Atlanta um dort bei seiner Frau Melanie und ihrer Tante Pittypat zu wohnen.
Wenig später trifft sie auf einem Ball den Lebemann und Charmeur Rhett Buttler.

(Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie musste ich bei Rhett immer ein wenig an Han Solo denken, der Frauen ebenfalls mit seinem Gauner-Charme zum schmelzen brachte)

Obwohl sie eigentlich immer noch eine Witwe in Trauerzeit ist, nimmt sie einen vergnüglichen Tanz mit Buttler an.
Da aber immer noch Krieg herrscht, ist das Leben der Menschen natürlich kein Zuckerschlecken. Aus Angst vor den Yankees will Scarlett zusammen mit Melanie die gerade ein Baby zur Welt gebracht hat aus Atlanta flüchten. Scarlett möchte nämlich wieder zurück auf in ihre Heimat.
Dabei steht ihr Rhett Buttler zur Seite, der Scarlett und die immer noch (von der Geburt entkräftete) Melanie in einer Kutsche aus der Gefahrenzone bringt.
Überraschenderweise will Buttler jedoch nicht nach Tara (die Heimat von Scarlett) mitkommen. Er hat sich nämlich entschieden als Soldat in den Krieg zu ziehen. Darüber ist die junge Dame natürlich nicht sonderlich erfreut, da sie langsam echte Gefühle für den Charmeur zu entwickeln scheint.
Zu Hause angekommen muss Scarlett schockiert feststellen, dass ihre Mutter gestorben und ihr Vater Geistesabwesend geworden ist. (Vermutlich durch den Schock des Todes seiner Frau)
Zudem haben plündernde Soldaten alles mitgenommen was nicht Niet und Nagelfest ist.
Nun muss die verwöhnte und einst so hochnäsig Lady auch mit ihren eigenen Händen arbeiten.
Eines Tages taucht ihr wahrer Geliebte Ashley wieder auf. Scarlett liebt jenen Mann immer noch am meisten, und versucht ihn sogar trotz des gemeinsamen Kindes mit Melanie erneut zu verführen. Doch erneut schlägt Scarletts Plan fehl, denn Ashley ist nach dem Krieg schwer traumatisiert, und zieht sich zurück.
Später bekommt Scarlett schwere Geldprobleme, da sie eine Menge Steuern bezahlen muss. Plötzlich fällt der kleinen Schlampe (verzeiht mir den Ausdruck, aber er beschreibt ihren Charakter perfekt) wieder Rhett Buttler ein, der angeblich über gute Geldreserven verfügt. Sie findet ihn in einem Gefangenlager der Yankees wieder, und versucht mit ihren (gespielten) Schmeicheleien Buttler dazu zu bringen ihr das Geld für die Steuern zu geben.

Doch Rhett ist mit allen Wassern gewaschen, und lässt sich nicht so leicht veräppeln. Er durchschaut Scarlett, und gibt ihr den Laufpass.
In ihrer Verzweiflung heiratet Scarlett erneut. Diesmal ist es ein älterer Geschäftsmann, der mit ihr ein Sägewerk aufmacht. Scarletts Ruf wird immer schlechter, da sie Sträflinge als Arbeiter benutzt, und Geschäfte mit den Yankees macht.
Eines Tages wird sie Überfallen, und das Eingreifen eines ihr bekannten dunkelhäutigen Mannes gelingt es ihr zu Entkommen.
Als ihr Gatte davon erfährt will er Rache an den Banditen nehmen. Dabei kommt er jedoch ums Leben. Erneut ist Scarlett alleine. Diese Frau bringt scheinbar allen in ihrer Umgebung Unglück.
Später nähern Sie und Rhett sich jedoch erneut an, und versuchen eine echte Beziehung. Was dabei am Ende herauskommt werde ich an dieser Stelle nicht verraten, denn das lässt sich ohne Spoiler kaum noch erzählen.

Die Handlung des Films ist wie schon gesagt sehr ausführlich gehalten, und nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Handlungsstränge. Immer wieder gibt es einige unerwartete Wendungen die manchmal schön, genauso oft aber auch trauriger Natur sind. Die heutigen Kids werden den Film vermutlich etwas zu langatmig finden, denn geredet wird viel. Und Actionszenen lassen sich an einer Hand abzählen. Die brutalste Szene im Film ist wahrscheinlich die, wo Scarlett einem desertierten und plündernden Yankee-Soldaten (der in ihr Haus eingedrungen ist) einen Kopfschuss verpasst.
Obwohl der Film während des amerikanischen Bürgerkrieges spielt, bekommt man vom eigentlichen Krieg fast nichts mit. (Bis auf einige Explosionen im Hintergrund)

Aber bei einem Film wie diesem kommt es ja auch schließlich nicht auf die Action an. Hier geht es um das Menschliche. Und das ist auch die große Stärke des Films. Die (meisten) Figuren sind auf ihre Art und Weise sehr interessant, und wecken schon nach Kurzem das Interesse des (weiblichen) Zuschauers.
Aber auch für Männer ist "Vom Winde verweht" durchaus geeignet. Denn eines möchte ich sehr lobend an diesem Film hervorheben. Ja, es ist ein Liebesdrama. Aber den großen Fehler alles mit viel Kitsch und Schmalz zuzukleistern begeht "Gone with the Wind" Gott sei Dank NICHT!
Selbstverständlich gibt es einige romantische Szenen (und nein, damit meine ich keine Sex-Szenen) doch diese sind meist eher menschlich und dramatisch gehalten.

Die Hauptfiguren Scarlett und Rhett Buttler werden von sehr charismatischen Darstellern verkörpert, die es schaffen ihrem jeweiligen Charakter Leben einzuhauchen.

Hier möchte ich nochmal auf das Wort "charismatisch" eingehen. Das ist nämlich in diesem Fall sehr ungewöhnlich zu gebrauchen. Im Grunde stellen Vivien Leigh und Clark Gable (die beide sehr charismatisch sind) eher zwei Antihelden dar.

Scarlett sieht zwar zuckersüß aus, ist in Wahrheit aber eine steife und hochnäsige Oberzicke die nur auf ihren persönlichen (meist finanziellen) Vorteil aus ist. Sie würde über Leichen gehen, um ihren Hintern in Seide zu packen. Da gehört das Ausnutzen von schwarzen Bediensteten, Sträflingen und naiven Ehemännern zum Standardrepertoire.

Aber auch Rhett Buttler ist ein Schuft wie er im Buche steht. Sein Wohlstand ist selbstverständlich nicht mit ehrlichen Mitteln erworben, und sein Charme sehr berechnend.

Wollt ihr wissen wer meine Lieblingsfigur im Film ist? Ganz klar Mammy!
Es handelt sich dabei um die von Hattie McDaniel gespielte (etwas kräftige) Haushälterin von Scarletts Familie. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich diese Figur gleich in mein Herz geschlossen. Ihren Oscar hat sie sich redlich verdient!

Die Schauspieler sind alles in einem sehr passend besetzt. Ganz selten (und das muss ich jetzt leider zugeben) rutschen die Darsteller in leichtes Overacting ab. Allerdings sehe ich dies nicht unbedingt als negativen Punkt ab. Denn das verleiht dem Film nur noch mehr den Eindruck eines Theaterstücks.

Nun zum Technischen. Obwohl "Vom Winde verweht" schon so alt ist, wirkt er zu einem Zeitpunkt wirklich altbacken. Ok, ein CGI-Feuerwerk brauchen sie bei diesem Film (logischerweise) nicht zu erwarten. Doch die Sets und Kostüme sind wunderschön und detailreich gestaltet. Die allgemeine Ausstattung des Films ist sehr hochwertig gehalten, und verwöhnt das Auge des Zuschauers. Vermutlich gab es dafür auch einen Oscar.

Die Musik des Films ist Anfangs noch angenehm, beginnt später aber etwas zu nerven, da sie nicht sonderlich abwechslungsreich gestaltet ist. Die Geigen die für den Soundtrack verwendet wurden, hatten am Ende vermutlich durchgesägte Saiten:)

Ja, was kann ich jetzt noch hinzufügen. Alles in einem wurde ich von diesem Film gut unterhalten. Das habe ich von einem dramatischen Liebesfilm nämlich nicht erwartet. Ich gehe mal davon aus, dass Frauen diesen Film mit ganz anderen Augen sehen als wir Männer. Daher kann jede Frau gerne noch einen Punkt zu meiner Wertung hinzufügen.

Ich sehe "Vom Winde verweht" als einen wegweisenden Film, der größten Respekt verdient. Ob er für die heutige Jugend geeignet ist, lässt sich schwer sagen, da sich der allgemeine Filmgeschmack im Laufe der Jahrzehnte doch sehr stark verändert hat.
Dennoch spreche ich mal eine Empfehlung für diesen Film aus. Ja, er hat ein paar Längen, und der herrische Umgang mit den dunkelhäutigen Menschen wirkt schon sehr antiquiert. (Wenn nicht gar unangebracht)
Trotzdem sollte sich jeder mindestens einmal im Leben diesen Klassiker zu Gemüte führen.
Ich möchte noch darauf Hinweisen, dass "Vom Winde verweht" fast 4 Stunden lang ist.
Man sollte sich also einen Tag aussuchen, an dem man sonst nichts zu tun hat.

Die Blu-Ray Restaurierung ist übrigens sehr gut geworden. Das Bild ist frei von Schmutz und Artefakten. Leider sind rechts und links zwei große schwarze Balken, da der Film (natürlich) nie für das 16:9 Format gedacht war.

Also dann, ich hoffe dass euch meine Kritik zu "Vom Winde verweht" gefallen hat. Danke fürs Lesen. Bis zum nächsten Mal;)

Gezeichnet: Agent Smith93

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

Drehmumdiebolzen

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Nja, kommt immer drauf an, weswegen etwas umstritten ist. Kann ja alles Mögliche sein, und hier war es ja schon der Roman.
Und der Ku Klux Klan ist ein ziemlich pikantes Thema nach dem Bürgerkrieg.

Gibt einfach Leute, die mit Fantasy nichts anfangen können und für die das in die Kinderecke gehört. Manche können keine Emotionen empfinden für haarfüßige, vertikal Benachteiligte^^
Geschmäcker sind halt verschieden. Und die Leute sind ja klar in der Minderheit.
Ja, ich geb' dem irgendwann noch mal 'ne Chance. Dann aber wohl im O-Ton. Weil so genial das Bild war, so grauenvoll war die Tonspur. Klar, ist ein alter Schinken (wirklich alt!), aber teilweise war kaum was zu verstehen.
Aber schön, dass du solche Klassiker nachholst, gehören ja zum Cineasten-Einmal-Eins :)


The Freewheelin Fonda

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SEHR ausführlicher Text Agent, Respekt!
Ich liebe lange Werke mit Überlänge( der mit dem Wolf tanzt, Es war einmal in Amerika) genauso wie große Liebesdramen( Titanic, Doktor Schiwago) aber der hier war mir echt zu zäh und kitschig. Sber der kriegt vor ner Bewertung auf jeden Fall noch ne Zweitsichtung ;)


Herrbert

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Bewertung9.5Herausragend

Nicht mein Lieblingsfilm, aber einer der Filme, vor denen ich definitiv am meisten Respekt hat. Wie viele Filme waren ihrer Zeit technisch so voraus wie dieser? Gab es jemals einen Film, der die Menschheit so bewegt und begeistert hat? Wie viele Filme haben einen so großen Einfluss auf die Geschichte des Filmes genommen?

Der Rest ist gesagt - es gibt wohl keinen Film, über den mehr gesagt wurde.

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Copacabanasun

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Bewertung9.5Herausragend

Ja ich hab ihn gesehen, ich habe es getan, mir "Vom Winde verweht" angeschaut. Wollte endlich wissen, warum er damals so viele Oscars bekommen hat und so gefeiert wurde. Und ich muss sagen, dieser Film hat alle Oscars verdient und wurde zu recht gefeiert meiner Meinung nach. Er ist der Liebesfilm der Liebesfilme, kitschiger und romantischer, wird kein Film mehr sein können. Er bietet aber mehr als nur das, er bietet auch Momente mit Tiefgang und Dramatik, auf einfache weise, die man dem Film trotzdem zugute halten sollte, schon allein aus Nostalgischen Gründen. Für 1939 ist dieser Film ein Meisterwerk seiner Zeit gewesen und das er weltweit noch immer in so vielen Köpfen der Menschen ist, noch nicht vergessen wurde, das spricht auch für diesen Meilenstein der Filmgeschichte.

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TinaCocaine

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Bewertung9.0Herausragend

Ich brenne, ich schmachte, ich sterbe... Die beste, romantischste,spannendste, zeitloseste und kultigste Liebesschnulze aller Zeiten und nicht umsonst ist "Vom Winde verweht" ein riesiger Kassenschlager gewesen! Besser und dramatischer hätte man den Film nicht machen können und die Darsteller sowie die Aufnahmetechniken sind wahre Helden. Man beachte bitte, dass der Film aus den 30ern stammt!!! Die Emotionen können bei dieser Romanze hochkochen, dabei ist sie auch noch mit wunderschöner Musik unterlegt. Da kann man richtig zum verliebten kleinen Mädchen werden und die Tränen der Rührung fließen lassen :-)

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Abettertomorrow

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Bewertung10.0Herausragend

Jahrhunderfilm, grösste Liebesgeschichte aller Zeiten vor dem Hintergrund des amerikanischen Bürgerkriegs.

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emotionfreak

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Jawohl Jahrhundertfilm, genau so ist es


DerDude_

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Bewertung4.0Uninteressant

Amerikanische GZSZ in der Bürgerkriegsvariante. 3 Stunden lang ist das kaum auszuhalten. Da hilft auch keine große Bildgewalt mehr.

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emotionfreak

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Für mich ist "Vom Winde verweht" der größte Film aller Zeiten, aber dennoch- ist jetzt nicht böse gemeint- aber von der Kritik: Les mal nach, ist ein bester Film aller Zeiten", halt ich auch nicht so viel. Klar ist er schon allein von Handwerklichen her, Kameraführung, Optik, Schauspielerische Leistung,etc, einer der besten Filme, aber was der Film rüberbringt, wie er inszeniert ist, ist halt nicht jedermans Sache,
und das sollte man einfach respektieren. Das ist wie beim Kochen. Ein Koch kann einen Lammrücken perfekt zubereiten, auf den Punkt genau braten, dass er noch schön saftig ist, aber wer den Geschmack von Lamm nicht mag, dem wird es trotzdem nicht schmecken, Nicht jeder hat, so wie ich, einen Sinn für das epische und die großen Emotionen in Vwv und das akzeptiere ich, auch wenn es mir im Fall von Vwv schwerfällt. Im Übrigen hat " Vom Winde verweht" für mich durchaus auch anspruchsvolle Elemente, aber das ist wieder ein anderes Thema.


RoosterCogburn

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@emotionfreak: Aufwandstechnisch ist der Film in jedem Fall beeindruckend. Wenn ich da an die Ausstattung und die Kostüme denke. Diesbezgl gebe ich dir Recht. Inszenatorisch ist er für mich keine besondere Leistung. Und ich vergleiche mit damaligen Verhältnissen. Schau dir bitte mal zum Vergleich "Robin Hood, König der Vagabunden" oder "Teufelskerle" an. Sehr viel besser in Szene gesetzt. Die Punkte "Kameraführung, Optik" kannst du mMn knicken. Über "schauspielerische Leistung" kann man sich streiten. Ich fand sie nicht besonders. Liegt auch an der Vorlage. Eine wahnsinnig pathetische, überkonstruierte Südstaaten-Schmonzette. Wer drauf abfährt - bitte sehr. "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" hat ja auch seine Fans ;)


lsk1965

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Bewertung9.0Herausragend

Das erste mal gesehen, habe ich "Vom Winde verweht" im Alter von 10 Jahren an einem Wochenende bei Oma & Opa. Damals hat mich der Film tief beeindruckt, da ich solche epochalen Werke noch nicht kannte, und ich konnte wirklich tagelang an nichts anderes als an Scarlett und Rhett denken.

Aber man kennt es ja, das man gerade Filme die man als Kind super fand, dann doch eher in verklärter Erinnerung hat, und man später doch enttäuscht wird.

Darum habe ich die Zweitsichtung immer wieder auf die lange Bank geschoben, bis ich die Tage noch mal meinen ganzen Mut zusammennahm, und mich dran wagte.

Und was soll ich sagen, ich bin genauso begeistert wie früher. Auch wenn ich zugeben muss das einem doch viele Sachen auffallen, die heute schon fremdartig wirken. Viele Charaktere wirken zeitweise völlig überzeichnet, ebenso ist die Bildsprache wenig subtil und wirkt oftmals wie mit der Brechstange, eine emotionale Reaktion beim Zuschauer auslösen zu wollen (z.B. in der Szene in der Scarlett in Tara vor feuerrotem Himmel steht). Was mich bei Scarlett diesmal allerdings gestört hat, ist ihre charakterliche Rückentwicklung im letzten Drittel des Films, gerade da sich sich zwischendurch schon sehr zum besseren gewandelt hatte.

Aber das sind Sachen, da kann ich drüber weg sehen, gerade wenn ich sehe aus welcher Zeit der Film stammt. Ich habe jedenfalls, wieder mit Rhett und seiner Scarlett mitgefiebert, und gerade "Mellys" Schicksal hat mich noch mehr getroffen als damals.

Ich kann verstehen wenn man "Vom Winde verweht" nicht mag, denn man sollte schon ein gewisses Faible für solche Filme haben, aber für mich bleibt er, ein Meisterwerk.

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filmersverlobte

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Bewertung5.0Geht so

Bitte liebe Filmfreunde, lest lieber das Buch, es lohnt sich. Der Film gibt kaum was davon wieder.

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emotionfreak

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Ich kenne das Buch und den Film und ich würde sagen, dass beides gut ist und zwar aus mehr oder weniger unterschiedlichen Gründen. Das Buch ist eine hervorragende Studie des Lebens und der Menschen im alten Süden, sowie eine hervorragende Charakterstudie, die die höchst interessanten Gedanken und Ein-
stellungen der Figuren widergibt. (Und das ist etwas, was sich filmisch nur schwer umsetzen lässt, bestes Beispiel ist "Jenseits von Eden"). Der Film hat zwar auch in dieser Hinsicht etwas zu bieten, kann aber was das anbegeht nicht ganz mit dem Buch mithalten, der Film ist aus anderen Gründen gut, ein großartiges, episches, emotionales Werk. Ich mag das Buch, ich liebe den Film.


filmersverlobte

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Jenseits von Eden habe ich nie gelesen, sollte ich wohl mal :-)


Courtjester

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Vom Winde verweht" ist für mich mehr als ein Film. Ich kenne ihn schon seit über 10 Jahren und immer, wenn ich krank bin, es mir schlecht geht oder ich mich einfach nur wohlfühlen will, schaue ich diesen Film.

Wieso ist "Vom Winde verweht" für mich mehr als nur ein Film?

"Great balls of fire! Don't bother me anymore, and don't call me sugar!"
Scarlett O'Hara war immer mein Idol. Unter der anfänglichen Oberflächlichkeit steckt eine mutige, starke, selbstbewusste und selbständige Frau, die weiß, was sie will (ob es nun gut für sie ist oder nicht). Ich habe das als Kind bewundert und tue es noch. Niemals wollte ich sein wie Melanie oder Ashley: Ich wollte zu meinem Temperament und einer manchmal unpassenden Art stehen, anstatt ein ruhiges Mäuschen zu werden.

"Did you ever think of marrying just for fun?"
Rhett Butler war immer mein perfektes Bild von einem Mann: selbstbewusst, mit Humor, intelligent, ehrlich, liebevoll und mit Ecken und Kanten.
Er weiß, was gut ist für Scarlett und versucht es ihr mit viel Geduld, Liebe und Geld beizubringen. Ich hab ihn immer für seine Geduld und seine Kraft bewundert.

"Most of the miseries of the world were caused by wars. And, when the wars were over, no one ever knew what they were about."
Zudem ist "Vom Winde verweht" ein Film, der mir mehr als jeder andere die Zerstörungswut und -kraft der Menschheit und das dadurch verursachte Leid vor Augen geführt hat. Und das obwohl es sich nur um einen Krieg zwischen Menschen und nicht zwischen Menschen und Natur handelt.

Ich könnte jetzt wahrscheinlich noch 3 Seiten lang über die Bedeutung des Filmes für mich schwafeln. Dass er mehr ist als eine schwülstige Romanze. Dass Scarlett O'Hara mehr ist als ein oberflächliches Miststück. Dass der Film (und das Buch) einen wirklich und wahrhaftig faszinieren und beeinflussen können.
Aber ich überlasse es euch, euch darauf einzulassen und die Vorurteile zu vergessen.

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