Auf Wiedersehen, Kinder

Au revoir les enfants (1987), FR/DE
Laufzeit 104 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 05.11.1987

7.4 Kritiker
13 Bewertungen
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7.5 Community
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9 Kommentare
Auf Wiedersehen, Kinder - Bild 6066988
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von Louis Malle, mit Gaspard Manesse und Raphael Fejtö

Frankreich 1944. Neugierig beobachtet Julien die drei neuen Mitschüler. Vor allem ist er von Bonnets geheimnisvoller Art fasziniert. Die Neugier ist berechtigt – Bonnet ist Jude. Ein Geheimnis, das zu einer behutsamen Freundschaft führt. Doch eines Tages dringt die Realität von Krieg und Besatzung auch in die kleine, beschützte Welt der Schule ein. Unschuldig und hilflos sind die Kinder der Gestapo ausgeliefert.

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Kritiken (2) — Film: Auf Wiedersehen, Kinder

Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de

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9.0Herausragend

Der Film ist nicht besonders spektakulär, er unterhält aber mit seinen herausredenden und authentischen Darstellern, sowie mit einiges an Witz und auch die kühle Atmosphäre ist ansprechend. Zudem ist Auf Wiedersehen, Kinder optisch Zeitlos, den man die 80er nicht ansieht, wohl auch weil der Film ja in den 40er Jahren spielt.
Die Szene zum Finale ist besonders markant, wenn ein Freund unabsichtlich verraten wird. Gefolgt von dem Satz: "Sie hätten mich sowieso erwischt". Das herausragendste ist aber sicher der erschreckende und sarkastische Schluss des Ober-Priesters (gespielt wird der echte "Père Jacques de Jésus" - siehe wiki): Auf Wiedersehen Kinder, bis bald.

Regisseur Louis Malle verarbeitet hier sein eigenes Kindheitserlebnis während der deutschen Besetzungszeit in einem katholischen Internat Frankreichs wieder.

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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8.0Ausgezeichnet

Einer der persönlichsten Loius Malle-Filme, in dem er eigene Jugenderinnerungen liebevoll aber unsentimental nacherzählt. Witzig, anrührend und traurig schildert er einen kurzen Ausschnitt aus dem Internatsleben zur Zeiten der deutschen Besatzung.

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Kommentare (7) — Film: Auf Wiedersehen, Kinder

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Pygar

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nach anfänglichem Wundern und dem Überwinden von kulturellen Differenzen, schien es selbst im Frankreich während der deutschen Besatzungszeit möglich, unzertrennliche Bande der Freundschaft zu knüpfen. Zumindest in der abgeschiedenen Welt eines katholischen Internats und mit der unvoreingenommenen Weltsicht eines Kindes. Genau jene Betrachtungsweise ist es auch, welcher sich Louis Malle in seiner Aufarbeitung eigener Erinnerungen bedient, um dadurch ein authentisches und eindrückliches Eintauchen in diese erschreckende Zeit zu ermöglichen. Eine Zeit durchzogen von Hass, Furcht und Verrat. Aber auch von aufkeimendem Widerstand, der versucht die Möglichkeit aufzuzeigen, die Macht der eigenen, wenn auch eingeschränkten Freiheit bestmöglich einzusetzen, um sowohl mit Entscheidungen Gerechtigkeit auszuüben, als auch Vorherrschendes zu hinterfragen.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

horro

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Sehr schön formuliert und wieder mal an einen überaus sehenswerten Film erinnert - Danke!


Pygar

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Ich bedanke mich für das Lob. :)


annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Traurig und einfühlsam. Ich erinnere mich, den Film zu Schulzeiten gesehen zu haben. Einer der besten Filme von Louis Malle.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Titel ist auch der letzte Satz im Film. Und in diesem Spannungsbogen entwickelt Louis Malle eine Internatsgeschichte, die im 1943 von den Deutschen besetzten Frankreich spielt. Vier Fünftel sind nicht nur Lausbubengeschichten, sondern enthalten auch eine Fülle von Hinweisen auf das Finale der letzten Viertelstunde. Nur mit dem Wissen im Hinterkopf kann man die Anspannung der Buben und ihrer Betreuer nachvollziehen. Das Meisterhafte an diesem Werk ist die Machart. Die behutsame, detailgesteuerte Anhäufung von Hinweisen schafft eine Atmosphäre der Angst, die selbst von Zwölfjährigen verstanden wird und die aus Vermutung Gewissheit, aus kindlicher Unbekümmertheit heraus Folgen erahnen lässt, wie sie an sich nur Erwachsene erkennen können. Und das ohne jegliche musikalische Untermalung während der Endphase. Eindrucksvolle Stille, in der ein Blick zum Verrat genügt.

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Pantagruel

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Bewertung10.0Herausragend

Liest man das Drehbuch dieses Films wirkt die Demaskierung der französischen Bourgeoisie in den Dialogen realistisch. Louis Malle wurde in Frankreich dafür angefeindet und sogar mit dem Tode bedroht. Die tief sitzende Aversion der französischen Bourgeoisie gegen die Juden wurde über die Märchen ,die über die französische Résistance nach dem Krieg im Umlauf waren stets verharmlost. Wenn Julien seine Mutter fragt: "On n'est pas juifs, nous?" und als Antwort von Mme Quentin (de face horrifiée) kommt:"Il ne manquait rien que ça!" Weiter: "Je n'ai rien contre les juifs, au contraire. A part Léon Blum...." Mit diesem Film und mit "Lucien Lacombe" hat Louis Malle mit der Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Juden in Frankreich aufgeräumt. Der Film ist Naturalismus pur in der Tradition von Emile Zola. Auch von Louis Malle könnte stammen: "J'accuse".

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willy50

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Grandios. Sehr bewegend.

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patcharisma

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Grossartiges, leises und extrem bewegendes Drama, das mit der Authentizität der Laienschauspieler auch derart echt rüberkommt.
Dass Louis Malle das selbst erleben musste, daran möchte man gar nicht denken, es verschlägt einem vor Rührung beinahe die Sprache.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Dadurch, dass sich Malle an eigene Erinnerungen heftet, steht das unbefangene Erleben und Miteinander der Kinder im Mittelpunkt. Diese sind ausgrenzend und fürsorglich zugleich. Ein ewiges Wiederholen und spiralförmiges Drehen um sich selbst.
Mit dem Eintreffen der Gestapo bekommen diese menschlichen Verhaltensmuster ein grausames System. Das Spiel hat ein Ende und es kommt zur geradlinigen "Lösung", die der Film zurecht nicht mehr in seine Handlung miteinbezieht.
Ein sehr gelungener und persönlicher Beitrag von Malle zur NS-Zeit.

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