Belle de jour - Schöne des Tages
Belle de jour (1967), IT/FR Laufzeit 99 Minuten, FSK 18, Drama, Erotikfilm, Kinostart 15.09.1967
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von Luis Buñuel, mit Catherine Deneuve und Jean Sorel
Séverine ist unzufrieden mit ihrem bürgerlichen Eheleben und beschließt als Prostituierte zu arbeiten. Anfangs sträubt sie sich gegen die Dienste, doch bald findet die “Schöne des Tages” Gefallen an den masochistischen Ritualen.
Cast & Crew
-
Luis Buñuel
-
Catherine Deneuve
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Séverine Serizy
-
Michel Piccoli
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Henri Husson
-
Jean Sorel
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Pierre Serizy
-
Geneviève Page
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Madame Anais
-
Pierre Clémenti
-
Pierre Clementi
Regie
Schauspieler
-
Françoise Fabian
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Charlotte
-
Macha Méril
-
Georges Marchal
-
Francisco Rabal
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Hyppolite
-
Luis Buñuel
-
Jean-Claude Carrière
- Genre
- Psychodrama, Erotikfilm, Ehedrama
- Zeit
- 1960er Jahre
- Ort
- Frankreich, Paris, Schloss, Strand
- Handlung
- Affäre, Arzt, Autounfall, Blindheit, Blondine, Blumenstrauß, Bordell, Champagner, Chirurg, Dekadenz, Doppelleben, Doppelte Identität, Dusche, Ehebruch, Ehefrau-Ehemann-Beziehung, Eifersucht, Erschiessen, Fessel, Gangster, Gürtel, Hotel, Kamin, Kartenspiel, Klassiker, Koma, Kreuzworträtsel, Langeweile, Lähmung, Masochismus, Nackte Frau, Nackter Mann, Narbe, Nekrophilie, Ohrfeige, Peitsche, Phantasie, Polizei, Pornographie, Prostituierte, Prostitution, Rauchen, Regen, Roman, Rätsel, Schaufel, Scherben, Schlamm, Sexuelle Obsession, Skifahren, Sonnenbrille, Stadtpark, Stalker, Strand, Tagtraum, Taxi, Untreue, Versuchter Mord, Voyeurismus, Wald, Weibliche sexuelle Identität, Wunschtraum, Zähne
- Stimmung
- Berührend, Romantisch, Sexy
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Belle de jour - Schöne des Tages
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Kritiken (1) — Film: Belle de jour - Schöne des Tages
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenZur „Schönen des Tages“ kommen alle – die meisten aus der Oberschicht. Ein Arzt, ein wohlhabender Fabrikant, ein Schlossbesitzer und sie alle haben Fetische, die nur hinter diesen verschlossenen Türen stattfinden. Bei Prostituierten sind jedoch alle gleich, da spielt es keine Rolle, ob es ein Millionär ist oder ein Gauner, der droht, schlägt oder einfach nur Zärtlichkeit will und glaubt, sie in diesen Zimmern finden zu können. Mit dieser Konstellation wird aus Bunuels Film ein Quasi-Episodenfilm, der allerdings von Catherine Deneuve als starkem rotem Faden zusammengehalten wird, ohne jemals Gefahr zu laufen, auseinander zu brechen. Manchmal scheint jeder Charakter in diesem Film leichter verständlich zu sein, als die Hauptfigur Severin, die sich einem bis zum Schluss nicht komplett erschließt, wenn sie die Anderen verurteilt, ihre Freier und den Freund ihres Lebensgefährten als pervers abstempelt, bevor wir wieder eine Traumsequenz vor die Augen gehalten bekommen: Severine gefesselt, Severine gedemütigt, Severine in ihren sexuellen Fantasien als qualvolle Determination. Aber ist es wirklich eine ungerechtfertigte Aburteilung, da eine falsche Sicht auf sich selber? Oder haben wir uns doch an der Nase herumführen lassen und Severine ist die einzig normale Person in diesem Film?
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (16) — Film: Belle de jour - Schöne des Tages
Kommentar schreibenJimiHendrix 2011/12/20 15:22:47
Kommentar löschen"Ich hab eine Idee. Wie wäre es mit Belle du Jour? -Belle du Jour? -Weil Sie nur am Tag kommen."
Buñuels gradlinige Adaption des gleichbetitelten Buches von Joseph Kessel, gibt einen Einblick in die seelischen Untiefen einer gut situierten verheirateten Frau aus dem gehobenen Bürgertum, die sich aus eigenem Antrieb der Prostitution hingibt.
"Belle de Jour – Schöne des Tages" ist erst mein zweiter Kontakt mit dem spanischen Surrealisten. Davor enttäuschte mich sein berühmter Hund aus Andalusien, doch jeder hat eine zweite Chance verdient.
Erzählt wird eine kompakte Geschichte über die Findungsphase einer Frau namens Séverine (Catherine Deneuve) , die im Geiste auf ganz anderen Ebenen existieren möchte. Sie hat tiefsitzende sexuelle Wünsche, aber auch durchaus Ängste diese an ihren Ehemann heranzutragen. So entsteht eine immer größer werdende Distanz. Beischlaf wird genauso wenig vollzogen, wie ein einfacher Kuss auf den Mund. Man teilt noch nicht mal mehr das Bett mit seinem Ehepartner.
Doch eines Tages entschließt sich Séverine, ihren geheimen Bettvorlieben ein Ventil zu geben und fängt an, sich freiwillig zu prostituieren. Gleich darauf ist ein positiver Wesenswandel bei Séverine festzustellen, die für ihre Freier nur noch unter dem Namen Belle de Jour bekannt werden sollte. Alles scheint sich in gute Bahnen zu lenken, denn durch die außerehelichen Beischlafaktivitäten fällt auch der distanz- und unsicherheitsbedingte Kälteschleier von Séverine bezüglich ihres geduldigen Ehegattens von ihr ab und die Beziehung verbessert sich merklich, doch ein junger Freier, der sich in die kühle Blonde verliebt hat, scheint diese positiven Entwicklungen aus dem Rahmen fallen zu lassen.
Luis Buñuel erzählt diese spannende Story sehr klug und feinfühlig, ohne dabei das Gespür für die wesentlichen Gefühlsvorgänge Séverines zu vernachlässigen. Immer wieder werden diese durch surrealistisch angehauchte Tagtraumsequenzen für den Zuschauer stil- und bedeutungsvoll aufbereitet.
Mir ist Catherine Deneuve eigentlich noch nie so richtig aufgefallen in den paar Filmen, die ich mit ihr sah und ich finde ihre Schönheit lange nicht so überwältigend, wie ein Truffaut es einst beschrieb. Doch in diesem Film spürte ich erstmals diese permanente Kraft zur vollkommenen Präsenz, nur durch ihren optischen Eindruck und ihre Kälte im Ausdruck ihres Gesichts, also in Zukunft werde ich besser auf Deneuve achten.
Zusammenfassend kann ich dem Film, neben seiner sehr interessanten Geschichte, auch eine sehr präzise handwerkliche Umsetzung in Szenenbild und der Auswahl an Schauspielern zu gute schreiben.
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
hoffman587 2011/12/20 16:17:43
Antwort löschenSchön! Bleibt nur noch die Frage, Ende verstanden?;D
JimiHendrix 2011/12/20 21:07:33
Antwort löschennaja ich denke, sie flüchtet sich wieder zurück in ihre tagträume, um der traurigen realität zu entgehen, ein klassischer fall von verdrängung
hoffman587 2011/11/07 16:31:37
Kommentar löschenBelle de Jour
Buñuel, Buñuel! Mein Königreich, auch was rede ich meine Seele für einen echten Luis Buñuel. Kommt mir bekannt vor, sei es drum. Ein weiteres Werk des großen Surrealisten erneut gesichtet. Ein Film von dem Mann, dessen Filme stets zu gefallen wissen, letztendlich und irgendwie. Keine Gespenster der Freiheit, weit gefehlt, denn es geht um die Schöne des Tages, anders gesagt "Belle de Jour" von Luis Buñuel aus dem Jahre 1967 nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Kessel.
Für mich stets irgendwie ein stets unkonventioneller Buñuel (das kann man selbstverständlich sehen, wie man möchte), sogar mit einer zusammenhängenden Handlung verziert, wie immer faszinierend und interessant gemacht, Mittelpunkt des Films eine Frau... ihre Ängste, ihre Träume, ihre Wünsche, etc. ... natürlich mit typischen Elementen von Buñuel angereichert, wieder einmal entlavt er scheinbar schonungslos die bürgerlichen Konventionen: Mittendrin Sérverine. Die anscheinend ein perfektes Leben mit ihrem Ehemann Pierre führt. Oberflächlich betrachtet, doch erfüllt ist ihr Leben keinesfalls. Der öde Alltag, sie versucht ihm zu entfliehen, qualvolle Träume umgeben sie. Auf Hinweis entdeckt sie das Bordell von Madame Anais und beginnt so bald ein Doppelleben, in der Nacht daheim, tagsüber aber im Bordell. Um auszubrechen.
Roter Faden der Story dabei Séverine, gespielt von einer großartigem Catherine Deneuve als kühle bzw. schöne Blonde, sie hält dem Film am laufen, Deneuve vermittelt ihren Charakter mehr als glaubhaft, sodass ich hier fast behaupten möchte, dass es wohl eine ihrer besten Leistungen ist. Das sollte aber jeder selbst sehen. In weiteren Rollen noch ein überzeugender Jean Sorel als Ehemann bzw. Arzt Pierre, dann noch eine nicht minder grandiose Geneviève Page als Madame Anais, oder auch Pierre Clementi als Gangster Marcel, der zu Séverines "großen" Freier wird. Und nicht zu vergessen den stets exzellenten, wie auch hier, Michel Piccoli (eh ein Stammgast in Buñuels Werken, was ich stets begrüße) Lebemann und Freund bzw. Bekannter des Paares Husson. Damit wäre wohl hervorragend ausgewählt.
Buñuel hier einmal ungewöhnlich. Surreal selbstverständlich, doch verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität und Traum wie nie zuvor (für mich) bei Buñuel, überall lauert der Surrealismus. Das heißt also Konzentration ist gefordert und wird verlangt. Denn jede Unachtsamkeit kann schwere Folgen haben, das mag sich natürlich dramatischer anhören als es wirklich ist. In jedem Fall wieder wunderbar symbolisch angehaucht. Der Mann fasziniert wieder einmal, wenn auch für mich auf einer etwas ernüchternden Ebene, überraschend gemächlich analysiert er die Psychologie seiner Hauptprotagonistin und setzt sich mit ihren Problemen auseinander, trotzdem provoziert er gleichzeitig, kritisiert bzw. hinterfragt die Gesellschaft hinter dem Bürgertum und deren Lüste und Laster, das gezeigt mit den jeweiligen Abgründen der Charaktere. Sehr fein gehandhabt. Eine weitere fantastische Regie von ihm. Besonders hierbei noch die Umsetzung des Abschlusses bzw. die der letzten Szene, die dem Ganzen noch ein Stück weit verblüffender macht bzw. in dem Sinne absolut "umhaut", interessant auch, dass es sogar Gerüchte geben mag die spekulieren, dass selbst der große Meister Buñuel nicht wusste was es bedeuten sollte. Aber man bedenke: Gerüchte...
Dazu noch eine geniale Kameraarbeit, einerseits wundervoll und elegant bzw. stimmungsvoll gefilmt, andererseit brillant vermischt mit surrealistischen Bildern der Extraklasse, wie man sie von Buñuel kennt. Ein Funke der überspringt.
Zudem noch wie bereits erstklassig ausgearbeitete Charaktere, grandios-hintergründig und auch eben kritisch angelegt, mit interessant gemachten psychologischen Aspekten vergoldet und einfach meisterhaft um ich kurz zu halten. Alles dreht sich um Séverine.
Und zum Schluss bleibt dann nur noch erstmal wieder zu sagen, dass "Belle de Jour" eindeutig eines der großen Meisterstücke des Meisters Luis Buñuel ist, wie immer ein mehr als faszinierendes Erlebnis und als Anhang noch: Man sollte bitte wieder einmal zählen wie oft ich das Wort "Buñuel" verwendete. Wie immer ein ausgezeichnetes Kunststück.
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten
Jack_Torrance 2011/11/07 17:15:44
Antwort löschenFür mich eher einer der maueren Bunuels. Tiefsinnig, präzise, aber nervig unterkühlt.
Schöner Kommentar übrigens :)
hoffman587 2011/11/07 17:40:33
Antwort löschen@Jackie: Wie gesagt ungewöhnlich, aber ich bin eh großer Fan von ihm, ich sehe ihn gerade wegen dieser Präzision und der angewannten Psychologie als interessant an. Natürlich jetzt auch nicht unbedingt mein Lieblingswerk, aber ich kann das verstehen. :)
Und danke. :)
Joeyjoejoe17 2011/11/07 17:44:59
Antwort löschen*vormerk* =)
hoffman587 2011/11/07 17:51:33
Antwort löschen@joey: Freut mich zu hören, hoffe er gefällt, Bunuel ist stets etws außergewöhnliches, schon was von ihm gesehen?:)
Joeyjoejoe17 2011/11/07 19:21:38
Antwort löschenNein, noch nicht. Aber über "Der Diskrete Charme der Bourgeoisie" bin ich am Wochenende in meiner Fernsehzeitung gestoßen und das klang ganz interessant. Werde mir diese beiden mal beizeiten anschauen, vielleicht gefällt mir ja der Buñuel und ich will noch mehr sehen. Ich steh ja sowieso auf ältere Filme =)
hoffman587 2011/11/07 19:42:09
Antwort löschen"Wir" nennen sie auch "staubige" Filme. Sind immer noch die Besten. Und den Charme werde ich mir demnächst auch nochmal anschauen, dann hab ich erstmal wieder 4 in einem Monat von Bunuel gesehen. :D
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Joeyjoejoe17 2011/11/07 19:47:16
Antwort löschenAch was, Staub ftw! :D
hoffman587 2011/11/07 19:53:54
Antwort löschenFrag dazu mal die Kunstbanausen der Community, ich stimme da eher dem lieben Onkel Godard zu, schlimme Durchschnitte hier manchmal, deshalb hier "staubig", denk das jeden Falls oft, wenn ich diesen Durchschnitt sehe. Ist irgendwie komisch. ;D
Und in jedem Fall "staubig", sind die nicht.
Trotzdem netter Begriff oder?^^
Sakuran 2011/10/27 21:22:09
Kommentar löschenDer Bösewicht wird wirklich klasse gepielt und ist für mich die interessanteste Figur in den Film.
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La Bardot 2011/07/22 17:29:12
Kommentar löschenDie Lobeshymnen der Kritiker kann ich hier nicht nachvollziehen, ich hatte viel, viel mehr von diesem Film erwartet. Der Anfang war schlicht und ergreifend fürchterlich langweilig und nagte sehr an meiner Geduld, zumal der innere Konflikt der Hauptdarstellerin irgendwann nervte und der Film einfach nicht in seiner Handlung vorankam. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, Herpes zu bekommen, wenn ich die Freier zu Gesicht bekam.
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Squidward 2011/05/09 22:45:05
Kommentar löschenZum Glück nicht so voyeuristisch, wie man es aufgrund dieses typischen Sexfilm-Plots hätte befürchten können. Die Traumsequenzen hätten aber konsequenter eingesetzt werden müssen, um den faden Gesamteindruck zu verhindern.
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filmfan90 2011/02/21 23:09:10
Kommentar löschenLuis Buñuels gleichnamige Verfilmung des Romans „Belle de Jour“ aus der Feder des französischen Schriftstellers Joseph Kessel thematisiert den inneren Läuterungsprozess einer jungen Frau, die sich prostituiert, um die eigenen Ängste und Gewalt- Fetische zu überwinden.
Die attraktive, aus wohlhabenden Verhältnissen stammende Séverine liebt ihren Ehemann Pierre von ganzem Herzen, doch kann sie sich ihm nicht sexuell hingeben. Ständig wird die junge Dame von sadomasochistischen Tagträumen, in denen sie entblößt, gefoltert und vergewaltigt wird, heimgesucht. Ein Bekannter der Familie, Henri Husson, vermittelt Séverine die Adresse des noblen Bordells der Madame Anaïs, in dem sie sich schließlich vorstellt und von nun an nachmittags unter dem Namen „Belle de Jour“ arbeitet, um sich den merkwürdigen Fantasien ihrer Kunden auszuliefern. Als Séverine eines Tages von dem Kriminellen Marcel, welcher sich auf Anhieb in sie verliebt und ihr sogar nachstellt, „gebucht“ wird, geraten sie und ihr Ehemann in große Gefahr…
In „Belle de Jour“ gehen Traum und Realität eine eng verwobene Symbiose ein, weshalb es nicht immer leicht ist, zwischen Séverines Einbildungen und der tatsächlichen Handlungentwicklung zu unterscheiden.
Die Protagonistin fürchtet sich einerseits vor den Freiern, empfindet es allerdings als Notwendig, sich deren absurden Wünschen- ein nekrophiler Aristokrat und ein rätselhafter Asiate, in dessen Fantasien ein skurriles Holzkistchen, dessen Inhalt unbekannt bleibt, eine Rolle spielt, gehören u.a. zu ihrem Kundenkreis- zu stellen und sich der (Selbst-) Demütigung preiszugeben, um die sexuelle Verklemmung, die sie gegenüber Pierre empfindet, zu lösen.
Kühlen Blickes und ohne jedwede dramatische Überhöhung nähert sich Buñuel der kranken Psyche einer liebenden jungen Frau, die den Prozess der Selbstläuterung dadurch einleitet, indem sie sich von ihren sinisteren, exzentrischen Klienten (freiwillig!) erniedrigen lässt.
Die zerbrechlich- schöne Catherine Deneuve ist zweifellos die Idealbesetzung für die Titelrolle, da ihre würdevolles Auftreten und ihr filigranes Äußeres in krassem Widerspruch zu dem Selbsterniedrigungsdrang der Protagonistin stehen und Séverine dadurch geradezu die Aura einer Märtyrerin, die sich um der Liebe zu Pierre willen opfert, erhält.
Des Weiteren kritisiert Buñuel das dekadente Leben der Pariser Hautevolee, deren unbeschwertes savoir vivre der doppelzüngige Lebemann Husson (großartig von Michel Piccoli gespielt), der seine Ehefrau regelmäßig in Bordellen betrügt, verkörpert.
„Belle de Jour“ ist nicht nur Buñuels berühmtester, sondern sein vielleicht auch bester Film, in dem er mit der Präzision eines Psychoanalytikers einer kranken weiblichen Psyche auf den Grund geht und dabei eine selten gesehene filmische Klasse, die auf die hervorragende Dramaturgie, die Einbindung zahlreicher Symbole und Metaphern, deren Entschlüsselung den Zuschauer auch noch lange nach dem Film beschäftigt, und die grandiosen Schauspieler zurückzuführen ist, erreicht.
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
eXonic 2010/02/01 17:19:55
Kommentar löschenWieder so ein Film von Bunuel, bei dem Unaufmerksamkeiten gnadenlos bestraft werden. Hier muss man wirklich genau aufpassen, um Realität und Fikion unterscheiden zu können. Das Ende sorgt dann sogar noch für einen richtigen, gemeinen Mindfuck.
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joachino 2010/01/11 00:44:44
Kommentar löschenhabe den film gerade gesehen und muss sagen dass ich zwar den plot zu schaetzen weiss, wirklich gut ausgedacht, die schauspielerische leistung aber nur mittelmass ist (bis auf piccoli und den jungen liebhaber mit den goldzaehnen) die dialoge wirken manchmal wie auf der buehne gesprochen, nicht echt. ein ueberschaetzter film.
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Heiderditte 2009/10/21 17:07:56
Kommentar löschenLuis Bunuel's Film ist ein Meisterwerk! Punkt! Aus!
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HarleyQuinn 2009/09/01 14:55:47
Kommentar löschenEin spannungsvolles Filmjuwel in wunderschönen Bildern. Die bezaubernde Chatherine Deneuve spielt diese außergewöhnliche junge Frau fantastisch.
Bunuel hat sich mit dieser wilden, bunten Geschichte, die aber still und leise erzählt ist, selbst übertroffen. Ein Meisterwerk des französichen Kinos!
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cannibal83 2009/08/03 10:28:35
Kommentar löschenGut erzählter Film mit einer tollen Deneuve und einer Handlung die sich sehr anspruchsvoll gibt. "Belle de Jour" erklärt einem nicht alle Zusammenhänge, sondern erwartet das man sich als Zuschauer mit dem Stoff auseinandersetzt, und eben weil es so gut erzählt wird macht man das auch bereitwillig. Sehr sehenswert!
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alanger 2009/05/04 01:24:04
Kommentar löschenaus dem spätwerk der einleuchtendste, gleichzeitig der prätentiöseste film vom monsieur surrealiste en outre.
im gegensatz zum diskreten charme und zum obskuren objekt ist es hier aber eine richtige geschichte die bunuel erzählen will.
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TiH 2009/03/24 01:51:30
Kommentar löschenEin gutes Liebesdram. Ein bisschen wie Hitchcock ohne Psycho/Horror. Gute Besetzung überzeugt mich charmantem Spiel, wenn die Inszenierung teilweise auch ein Bisschen gewollt wirkt wird.
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holzauge 2009/03/19 19:09:39
Kommentar löschenFür mich einer der besten Filme von Bunuel.Auch dank Catherine Deneuve.
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annaberlin 2008/06/02 15:43:34
Kommentar löschenMeisterwerk von Luis Buñuel nach dem Roman von Joseph Kessel (obwohl der Roman sogar noch besser ist!). Catherine Deneuve in einer ihrer besten Rollen.
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Tobias 2008/04/19 22:13:16
Kommentar löschenAufregender Film.
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