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Boogie Nights

Boogie Nights (1997), US Laufzeit 147 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Erotikfilm, Kinostart 04.06.1998


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8.3
Kritiker
42 Bewertungen
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7.5
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5625 Bewertungen
98 Kommentare
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von Paul Thomas Anderson, mit Mark Wahlberg und Burt Reynolds

Regisseur Jack Horner (Burt Reynolds, “Beim Sterben ist jeder der Erste”, “Ein ausgekochtes Schlitzohr”, “Auf dem Highway ist die Hölle los”, “Striptease”) möchte endlich einmal einen Pornofilm drehen, den der Zuschauer auch dann noch spannend findet, wenn er bereits gekommen ist. In einer Bar trifft er den 17jährigen Tellerwäscher Eddie Adams (Mark Wahlberg), dessen außergewöhnlich großer Penis ihn sofort begeistert. Er nimmt den Jungen, der sich den Künstlernamen Dirk Diggler gibt, sofort unter Vertrag. Schon nach kurzer Zeit ist er ein großer Pornostar, aber durch seinen exzessiven Lebenswandel führt der Weg bald wieder nach unten. (omdb)

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Mehr Bilder (13) und Videos (3) zu Boogie Nights


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Boogie Nights
Genre
Biopic, Satire, Drama, Erotikfilm
Zeit
1970er Jahre, 1980er Jahre
Ort
Kalifornien
Handlung
Aufstieg und Fall, Callboy, Diskothek, Dreharbeiten, Drehort, Drogen, Erektion, Filmemacher, Filmstar, Filmteam, Freier, Freiheitsentzug, Gitarre, Hochzeit, Homosexueller, Karriere, Kokain, Masturbation, Mutter-Sohn-Beziehung, Nackte Frau, Nackter Mann, Nacktheit, Oralsex, Orgie, Penis, Pornodarsteller, Pornographie, Pornographisches Video, Pornoproduzent, Pornostar, Prostitution, Richter, Rollschuhfahren, Sex, Sex mit Minderjährigen, Stricher, Swimming Pool, Video, Vom Tellerwäscher zum Millionär, Überdosis
Stimmung
Eigenwillig, Geistreich, Traurig, Witzig
Zielgruppe
Männerfilm, Pärchenfilm
Verleiher
Arthaus
Produktionsfirma
Ghoulardi Film Company, Lawrence Gordon Productions, New Line Cinema

Kritiken (10) — Film: Boogie Nights

kobbi88: Die Drei Muscheln

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9.0Herausragend

[...]

Anderson lässt sich dafür viel Zeit, zweieinhalb Stunden dauert „Boogie Nights“. Aber besonders in der ersten Filmhälfte merkt man davon gar nichts. Der Zuschauer erhält einen guten Einblick in das Leben von Eddie/Diggler, seinen Aufstieg. Es bleibt jedoch nicht bei der Hauptperson, auch die zahlreichen Nebenfiguren werden interessant eingeführt und im Verlauf des Films immer näher beleuchtet. Jede einzelne Figur hat ihren Raum, die Chance, dass der Zuschauer mehr über sie herausfinden kann. Keiner kommt zu kurz, egal ob es der Pornoregisseur ist, der seine Zuschauer vor allem mit der Geschichte seiner Filme fesseln will, die drogensüchtige Pornodarstellerin, die eigentlich am liebsten Mutter sein will, der Kameramann mit seiner nymphomanisch veranlagten Ehefrau sowie der Pornodarsteller, der einen großen Faible für die Zauberei hat.

[...]

Kritik im Original 38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 31 Antworten

pischti

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Der Klassiker, das eine Wort, "Herzlichen Dank"! :D


kobbi88

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:)


Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM

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10.0Lieblingsfilm

"Boogie Nights" erzählt, lose basierend auf die Lebensgeschichte von John Holmes, einige Jahre aus dem Leben eines jungen Burschen, der dank "spezieller Talente" zu einem der größten Stars des amerikanischen Adult- Films wurde. Der Streifen ist von Paul Thomas Anderson sehr temporeich inszeniert worden und verliert nie seine Charaktere aus den Augen, was dem emotionalen Gehalt der Story sehr zu Gute kommt. Man freut und leidet jede Minute mit Dirk Diggler, Jack Horner, Rollergirl, Amber Waves, Buch Swope und den Anderen mit. Den einzigen Punkt den ich etwas, nun ja, "unpassend" finde, ist die Verklemmtheit des Films während diverser Szenen. Ich meine, der Film erzählt von Porno- Dreh 's, aber trotzdem stehen die Akteure fast immer so da, dass so gut wie gar nichts zu sehen ist. Aus diesem Grund wirkt auch Heather Graham 's "Full Frontal Nudity"- Szene -die einzige überhaupt im Film- wie ein Fremdkörper in einem Film über Körper.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

morlock

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Einer der wenigen guten Filme mit "Marky" Mark Wahlberg.


_Garfield: Blogbusters

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9.0Herausragend

Selten vermochte eine erste Kamerafahrt derart zu beeindrucken. Scheinbar ohne Cut führt uns Anderson technisch virtuos in die 70er Jahre. Und das, was er uns da zeigt, sind die 70er Jahre – zu jeder Sekunde, mit jeder Einstellung, mit jeder Dialogzeile. „Boogie Nights“ präsentiert sich dabei als unfassbar universeller Film, funktioniert als mitreißendes Charakterporträt einer Pornofilm-Ikone ebenso gut, wie als akribische Milieu-Studie, ohne etwas davon unnötig in den Vordergrund zu schieben. „Boogie Nights“ seziert dabei viel weniger die Mechanismen seines Umfeldes, als dessen Beteiligte. Vom introvertierten Nebendarsteller, dessen Schmerz fast greifbar scheint (phänomenal: Philip Seymour Hoffman), über den ehrgeizigen und doch so gütigen Filmemacher (perfekt: Burt Reynolds), der ebenso wenig in das Klischee seiner Industrie zu passen scheint, wie seine „Familie“, bis hin zum abgehobenen Porno-Star (überzeugend: Mark Wahlberg) und dessen Fall, erzählt Anderson in seiner zweiten Regie-Arbeit eine Vielzahl von Geschichten. Und so gestaltet sich „Boogie Nights“ doch vor allem als Entdeckungsreise durch eine fremde Welt, die – abgesehen vom Aufstieg und Fall des Protagonisten – überraschend sensibel und alltäglich daherkommt. Der finale Gewaltausbruch – der scheinbar das vorangegangene Fehlen expliziter Szenen zu kompensieren versucht – kommt da schon etwas befremdlich daher, wenngleich er seine Wirkung nicht verfehlt. Unterm Stricht bleibt das herausragende Stück Film eines Ausnahme-Regisseurs, das bis auf einige Längen und seine finale Gewalt-Eskalation wenige Schwächen aufzuweisen hat und dem gerade in seiner Darstellung von Schicksalen eine ganz besondere Sensibilität innewohnt.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

_Garfield

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Schön. :)


elias.megaopa

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Ich empfand die plötzliche Brutalität am Ende eher als Sahnehäubchen auf einem tollen Film.


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.5Ausgezeichnet

[...] Mit seinen 150 Minuten kommt 'Boogie Nights' zwar auf den ersten Blick recht üppig rüber, doch diese Zeit benötigt der Film um sich richtig zu entfalten. Die erste Stunde vergeht wie im Flug und wir lernen unsere Figuren kennen. Danach schleichen sich zwar gelegentliche Längen ein, doch die fallen kaum weiter ins Gewicht. Die Charaktere werden immer weiter ausgebaut und wir stellen fest, dass diese Menschen aus dieser "dreckigen" Welt uns gar nicht so fremd sind. Sie haben die gleichen Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen wie wir und handeln völlig verständlich, auch wenn sie damit ihr eigenes Leben im Rausch zerstören. So hat noch niemanden diese Welt dargestellt und wird es auch lange nicht mehr schaffen. Dafür ist Andersons Inszenierung einfach zu vielschichtig, zielgenau und sorgfältig ausgerichtet. [...]

Kritik im Original 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

stuforcedyou

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Toller Film. Auch ein gutes Biopic/Zeitgeist-Dokument ist übrigens "Blow" von Ted Damme.


SoulReaver

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Ja, "Blow" geht immer. Sogar 2-3 Mal am Tag.


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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8.0Ausgezeichnet

Durch das riesige Figurenkabinett drohen zwischendurch einzelne Geschichten ein wenig unterzugehen. Doch die leichte Überfülle an Handlungssträngen wird durch die virtuose Inszenierung aufgewogen.

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Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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8.0Ausgezeichnet

"I'm not a pornographer, I'm a actor" -

P.T. Andersons zweiten Film nach seinem Debüt mit "Last Exit Reno" so etwas wie Warmherzigkeit zu unterstellen, ist vielleicht marginal zu hoch gegriffen, aber trotzdem nicht vollständig von der Hand zu weisen: "Boogie Nights" ist bis dato wohl einer der authentischeren, ganz sicher aber einer der verständnisvollsten Blicke auf die Chronik der Pornographie und der in ihr Involvierten.

Um den relativ konventionell gehaltenen Rise-and-fall-Plot seines Hauptcharakters herum, inszeniert Anderson dabei eine sezierende, aber zeitgleich doch nie wirklich boshafte Milieustudie über die Sein- und Scheinmechanismen der sich immer weiter enthumanisierenden Porno-Industrie.

Gewagt ist "Boogie Nights" dabei nicht so sehr in seiner Darstellung des Expliziten, sondern vielmehr in der Banalisierung seines Themas: Anderson und sein Cast nähern sich ihrem Thema ohne falsche Scheu oder Verklemmtheit, neigen jedoch auch zu keiner Zeit dazu, die Schicksale der Betroffenen zu bagatellisieren oder zu instrumentalisieren - seltsame Heldenverklärung und der Flirt mit dem Schmutz, wie sie im prätentiösen "Larry Flynt" von Forman praktiziert werden, sind hier ebenso wenig vorzufinden, wie die oftmals mit dem Thema einhergehenden Zoten und Peinlichkeiten.
Vielmehr akzeptiert "Boogie Nights" das portraitierte Gewerbe mit all seinen Spleens und menschlichen Dramen (stark: Macys Abgang) als etwas nahezu alltägliches - dies ist die wahrhaft mutige Geste, die Anderson für sich verbuchen kann; nicht die Handvoll an Softcoresequenzen, die sich über die zweieinhalb Stunden verteilen.

Obwohl die gegen Ende auftretende Parallelmontage-Sequenz von Gewalteskalationen als Synonym für den Niedergang und Zerfall des Makro- und Mikrokosmos aller Beteiligten, ein Schlag in die Magengrube des Zuschauers ist, und sich als sehr beklemmend und effektvoll erweist: Die ganz großen Emotionen, die die späteren Werke des Regisseurs prägen sollten, finden sich in "Boogie Nights" noch nicht.
Jene Distanziertheit ist sicherlich anhand der eingangs getroffenen Erwägungen zu erklären, kostet aber doch einiges an Empathiefaktor auf der emotionalen Ebene.

Auch der unmittelbar nach der Parallelmontage einsetzende zwischenzeitliche Genrewechsel fällt mit seiner Zentrierung auf das Drogenbusiness und den tarantino'schen Brutalitäten etwas aus dem Rahmen, und erscheint somit als ebenso gewöhnungsbedürftiges, wie letzendlich auch sinnloses Intermezzo auf dem Weg zum Finale, welches durch seine nahezu zynische Heile-Welt-Attitüde wieder zu versöhnen weiß.

Der Cast erweist sich dabei trotz einiger Exoten wie Nina Hartley als durchweg praktikabel; vorallem Mark Wahlberg bewies einiges als Selbstbewusstsein und Ironie, korreliert seine private Vita als gescheiterter Musiker und Unterwäsche-Model doch an manchen Stellen auffallend mit der Lebensgeschichte seiner Figur. Reilly und Hoffman haben insgesamt wenige Sequenzen, in denen sie sich wirklich frei spielen können, überzeugen aber trotzdem als starke Nebencharaktere.

Kurzum: "Boogie Nights" macht sehr vieles richtig, ganz wenig falsch, fällt aber aufgrund der qualitativ nahezu einzigartigen Folgewerke, hinter Andersons anderen Filmen schon fast etwas zurück - irgendwie bezeichnend für das Potential des Wunderkinds auf dem Regiestuhl, dass er damit noch immer im Ausnahme-Bereich liegt.

Kritik im Original 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Hitmanski

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Da werden wir uns nicht einigen: "Larry Flynt" ist für mich unglaubliche Stilisierung und Verehrung eines sehr zweifelhaften und chauvinistischen Schmierlappens. Sogar "Amadeus" war da ambivalenter, und da war die zugrunde liegende Figur weitaus weniger streitbar.


Filmsuechtiger

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Ja aber um die Stilisierung geht es doch gerade bei derart extrovertierten Menschen. Natürlich geschieht dies in Larry Flint recht einseitig, aber der Film will halt Unterhaltung bieten und keine ernsthafte Auseinandersetzung. Genau wie Boogie Nights, bloß dass ich den langweilig und uninspiriert fand. Anderson ist aber eh nicht mein Fall.


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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10.0Lieblingsfilm

Es gibt viele Filme die vom Aufstieg und Fall einer Persönlichkeit und/oder einer Dynastie handeln, was "Boogie Nights" von seinen Kollegen und Konkurrenten abhebt ist zum einen seine Vitalität und zum anderen sein cleverer Unwille sich einem erzählerischen Stil unterzuordnen. Klar, der Look der 70er und frühen 80er Jahre bestimmt die Optik und die Akustik, aber dass ist erzählerisch mal ernst, dann wieder zotig und dann wechselt es ins dramatische und trotz dieser Wechsel, die nicht zwanghaft an die Figuren gebunden sind, wirkt alles wie ein großes, perfekt skizziertes Gemälde, dass man sich immer wieder gerne ansieht, weil es so bunt, lebhaft und so einzigartig ist.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

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9.0Herausragend

[...] Dank detailgetreuer Ausstattung und fürstlichem Soundtrack gelingt Anderson eine bannende Reise in die 70er, die von einer wunderbar verspielten Bildkomposition lebt. Es ist nicht schwer, in „Boogie Nights“ einzutauchen. Und ist das erst einmal gelungen, wird es in keiner Minute langweilig, trotz fast zweieinhalbstündiger Laufzeit. [...]

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Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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7.5Sehenswert

Die konventionelle Rise-and-Fall-Story wird in den Händen von P.T. Anderson zu etwas komplett Neuem.

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Ulrich Behrens

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10.0Herausragend

Einen roten Faden durchzieht Andersons Schaffen von „Boogie Nights“ über „Magnolia“ (1999) bis zu „Punch-Drunk Love“ (2002): die teilweise verfremdete, sehr intensive und dicht inszenierte Visualisierung außergewöhnlicher Milieus und Figuren, die uns näher stehen, als wir vermuten. „Boogie Nights“, obwohl zweieinhalb Stunden lang, langweilt nie, sondern fesselt uns an diejenigen, die uns so fern zu stehen scheinen.

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Kommentare (87) — Film: Boogie Nights


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Stardust.Spectre

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Bewertung5.0Geht so

"There will be blood" und "Magnolia" fand ich klasse. Auf Boogie Nights war ich richtig gespannt, war aber leider nicht so meins.

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doctorgonzo

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Boogie Nights hat dafür im Gegensatz zu "Magnolia" ein menschenwürdiges Ende.


Stardust.Spectre

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... vielleicht mag ich ja keine "menschenwürdigen" Filmenden ;)


Couga[MH]

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

He did it again, wiedereinmal spitze. Wunderkind P.T.A. ist sich nicht zu schade und widmet sich mit BOOGIE NIGHTS geradezu leidenschaftlich dem "Glanz" des Pornobiz und liefert dabei nicht nur eine tolle Milieustudie, sondern auch ein super unterhaltsames Zeitportrait mit grandiosem Score und Cast. Besonders die erste Stunde macht jede Menge Laune, und die zweite Hälfte erinnert durch die Rise/Fall-Story schon ein klein wenig an einen klassischen Scorsese.

Dabei schleicht sich zwar vielleicht auch das ein oder andere kurze Längchen ein, aber besonders durch Andersons abwechlugsreiche und gleichzeitig stilsichere Inszenierung fällt das weniger stark ins Gewicht. Fazit: Inherent Vice kann kommen.

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dbeutner

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Bewertung6.5Ganz gut

[Werkschau ungesehener P.S.H.-Filme, Teil 3 von 15]

P.T.Anderson ist ja eigentlich nicht so mein Ding. "Magnolia" (ging so) und "Punch-Drunk Love" (ging so gar nicht) haben bei mir deutlich weniger gezündet als bei vielen, und "There Will Be Blood" ist in meiner Wahrnehmung vor allem ein Daniel Day-Lewis Film. Daher war "Boogie Nights" auch nichts, wo ich das Gefühl hatte, etwas nachholen zu müssen, zumal Mark Wahlberg mich sowieso eher abhält.

Also auch dieser Streifen nur gesichtet, um die Geschichte des verstorbenen P.S.Hoffman zu vervollständigen. "Boogie Nights" gilt allgemein als der Durchbruch von Hoffman - nun denn, seine Rolle ist eben sehr sehr nebenrollig, aber mit mindestens einem intensiven Moment. Ahnen, dass das mehr kommen könnte, kann man schon, aber in zweieinhalb Stunden ging seine Performance auch etwas unter.

Der Cast ist wieder mal hochkarätig, aber die Story, die Story... Sie hat mich gar nicht erwischt, auch wenn der junge Wahlberg nicht die Aggressionen in mir freisetzt, wie es der gleiche Mensch zehn Jahre später tat. Aber eine absolut untypische und unrepräsentative Darstellung eben nicht "des" Porno-Gewerbes, sonder einer Anderson-[John Holmes-]Version desselben, erreicht mich einfach nicht.

Wenn etwas wertvoll am Film ist, dann die Subplots. Also die leichte Sozialkritik beim Aussteigeversuchen (allerdings in seiner Tiefe sehr dünn, in seiner Plakativität schon wieder zu dick aufgetragen); oder die kleine Gauner-Einlage beim Deal, wo der Film mal 15 Minuten in eine witzig-spannende Richtung läuft. Vor allem aber die filmischen Reflektionen, die waren schon wieder richtig witzig: Der DP, den das Licht und die Bildwirkung interessieren, und nicht die auf der Straße gefickte Frau; die Diskussionen um Film und Video. Da ich gerade tags zuvor "Side by Side" gesehen habe, war dadurch erst meine Wahrnehmung dieser Ebene voll geschärft - das hat Spaß gemacht und war eher ein schlauer augenzwinkernder Teil.

Insgesamt aber zu wenig, um mich über zwei Stunden hochinteressiert bei der Stange zu halten.

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Martinmartin

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eben durfte ich eine 35mm Kopie von Boogie Nights im vollgepackten Kinosaal bewundern und alles andere als ein Herzchen neben der 10 würde meiner Begeisterung (und der des ganzen Saals) nicht gerecht. Dass der Film großartig ist, wusste ich schon immer. Die wahre Bild- und Tongewalt von Paul Thomas Andersons Meisterwerk erschloss sich mir allerdings erst jetzt. Manche Kamerafahrten sind so gut, dass man aufstehen und der Choreographie applaudieren will. Die bunte over-the-top Ästhetik und der wahnsinnig gute Soundtrack fangen die Stimmung der späten 70er und frühen 80er Jahre perfekt ein, doch obwohl optisch und musikalisch eine klare Richtlinie vorgegeben wird strotzt der Film nur so von erzählerischer Abwechslung: mal schwarzhumorig fies, mal bitterernst authentisch, mal vollends skurril. Der Cast ist nicht von dieser Welt: Wahlberg, Reynolds, Moore, Reilly, Macy, Cheadle, Hoffman, Jane.
Die erste Hälfte ist so wahnsinnig flott und komisch, dass der Schlag in die Magengrube zum Dekadenwechsel umso intensiver daherkommt. Anderson beleuchtet die Schattenseiten der Pornoindustrie, ohne je den Respekt für deren Akteure zu verlieren. Hinter der glänzenden Fassade der Erotikbranche stecken Menschen mit verschiedensten Hinter- und Beweggründen und denen haucht Paul Thomas Anderson, wie er es eben am besten kann, so viel Leben ein dass Jack Horners Porno-Mikrokosmos Material für fünf Filme beinhalten könnte.

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Diana1407

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Bewertung1.0Ärgerlich

Guter Cast, jedoch total bescheuerte Story! Nach der Hälfte hab ich es nicht mehr ausgehalten.

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OptiMaster

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Lümmel, sie zu knechten,
sie alle zu verführen,
in seinen Bann zu ziehen
und ewig zu nageln.

Entschuldigung, da gingen wohl kurz die wilden Pferde mit mir durch. Also die schwarzen Reiter aus Der Herr der Ringe, die… Ich schweife ab!

Aber diese Zeilen beschreiben, wenn natürlich nur sehr vulgär und oberflächlich, das besondere Talent, mit dem Mark Wahlberg als Eddie Adams alias Dirk Diggler in diesem großartigen Film versehen ist. Es macht uns auch klar, dass in jedem von uns eine gewisse Gabe steckt, die uns zu etwas Besonderem, Einzigartigem macht. Erfolg kommt nicht selten von innen heraus (in diesem Fall aus der Hose), denn wenn man sich seiner eigenen Fähigkeiten und Interessen bewusst ist, braucht es keinen Abschluss mit Prädikat bzw. eine „vorbelastete“ gesellschaftliche Position, die man innehat – The American Dream is alive, oder?

Aber Erfüllung im Pornobusiness?! Handlung und Umsetzung sind ein Stück unterhalb meiner Kritik von @Martin Oberndorf schon wunderbar beschrieben worden. Mir liegt es an dieser Stelle nur nochmal daran, zu vergegenwärtigen, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat. Gerade in den prüden USA ist der Ausstieg aus der Branche des „Verruchten und Schmutzigen“ und Einstieg in ein „normales“ bürgerliches Leben noch immer (!) keine Selbstverständlichkeit. Das schnelle Geld war auch damals in den 70er und 80er Hauptantriebskraft für viele junge Menschen, den Einstieg ins Milieu zu wagen, ohne daran zu denken, dass der Rest der (ach so) zivilisierten Gesellschaft, sich stark distanzieren wird. Im Film war dies für mich besonders tragisch mitanzusehen, als Buck Swope (Don Cheadle) einen Bankkredit für die Erfüllung seines Lebenstraumes verwehrt bekommt.

Der Film ist absolut Wahnsinn! Ehrlich gesagt sogar weitaus „cleaner“ als ich erwartete. Sicher spielt der voyeuristische Anteil eine Rolle, aber es bleibt im Großen gesehen, der Einblick in eine völlig andere Welt, der Pornos, mit ihren eigenen Regeln, Helden und Geschichten.

Nicht vollkommen überzeugend wirkten – nur aus meiner Sicht – der relativ abrupt ändernde und deutlich schneller werdende Erzählstil, sowie die auftauchenden Nebenschauplätze mit ihren Charakteren, die mir letztlich ziemlich fremd blieben.

Letztes Wort zum Cast: MEHR GEHT NICHT!!! Gerade bei William H. Macy alias Little Bill hab ich mich weggeschmissen. Großes Kompliment wieder mal an P. T. Anderson.

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freakualizer

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Bewertung9.0Herausragend

Minutenlange Szenen und Kameraeinstellung bringen diesen Film auf fette Überlänge. Das hätte es nicht immergebraucht, aber Punktabzug kann ich dafür auch nicht geben. Meine Zweitsichtung gibt die verdienten 9 Punkte.

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Martin Oberndorf

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Bewertung10.0Herausragend

[enthält SPOILER]
[Handlungsbedingt wird es teilweise etwas sexueller, lässt sich nicht vermeiden. Prüde Leute, step aside now.]

Sex.
Es ist doch irgendwie immer ein Thema, immer und immer noch, aber wahrscheinlich wird dieses Wörtchen 'noch' auch ewig stehen bleiben.
Doch was ist das?
Ist das ein Produkt der Liebe, der Lust, der Gier? Ein Business, ein Beruf? Geldquelle oder einfach nur etwas, was man gut kann oder eben nicht?
Diese Fragen, die sind auch wichtig in der Pornoindustrie.
Und genau in diesem Millieu spielt sich auch ein wahres Meisterstück an Film, nämlich P.T. Andersons Epos "Boogie Night".
...
"Sie sind Pornodarsteller."
"Ich bin Schauspieler."

In "Boogie Nights" gleicht der Pornofilm einem jeden anderen Genre bewegter Bilder, wie Western, Action oder Science Fiction.
Dirk Diggler hat einen Riesenschwengel und passt damit in die Rolle wie ein Typ mit dämlichen Gesichtsausdruck in eine Komödie.

Es ist die Geschichte einer Industrie, am Beispiel einer Gruppe von Leuten, eine Arbeitsgemeinschaft wie eine Familie. Eine Inzestfamilie wohlgemerkt
Es beginnt alles in den 1970er Jahren, als Pornos ihren Höhepunkt als quasi akzeptierte Kinofilme fanden.
Dirk wird über Nacht zum Star.
Er lebt, wischt im Kopf seinen Eltern eines aus, die ihn niedermachten - wer zuletzt lacht, der lacht eben immer noch am Besten. Das hat sich bewährt.
Es regnet Geld wie Kokain, Parties ufern aus, es ist die liberale Erfüllung. Es wird die Freiheit geschmeckt und ausgiebigst auf der Zunge verteilt.
Exzessiv gelebt, den Morgen und das Gestern vergessen.
Es wird geknallt.
Ein Schuss, eine abgefeuerte Ladung durchbricht das aufgeweckte Tun, etwa genau so wie es angefangen hat?
Bumm, und Körperflüssigkeiten ergießen sich.
Anders als zuvor.
Zufall? Wer weiß.

Und die 1980er Jahre brechen heran.
Es ändern sich die Zeiten.
Man wandert, es wechselt der Schauplatz. Von groß auf klein, die Formate wie das Leben.
Es verändert sich der Ruhm zu Verpöhnung. Heterosexuelle Lust wird zur vermeintlichen Misogynie.
Eine Rolle ergreift Besitz vom Schauspieler.
Der Schauspieler wird zu einem Sexdämon.
Glück zu Sucht. Abhängigkeit.
Exzesse zu brutaler Gewalt.
Es wird sich fleißig zurückgesehnt.
Ein Spirale, doch kann man sie durchbrechen - man wird sehen - und wieder zurückkehren?

In "Boogie Nights" werden um den Protagonisten Dirk Diggler - überragend gespielt von Mark Wahlberg - viele Geschichten gesponnen, von Leuten, die ihren Träumen hinterherjagen - gespielt von einem ebenso überragenden Cast - und kurz- bis langzeitig vergessen, dass es eben Träume sind.
Es ist eine klassische Geschichte um Aufstieg und Fall.
Keines Gangsters, eines Stars.
Ein Portrait einer Branche im Wandel der Zeit - und einer Gesellschaft, die vorgibt, aufgeschlossen zu sein und hinter vorgehaltener Hand oder einfach so ihrer Prüdheit fröhnt.
Es wird hier niemand als Mittel zum Zweck eingesetzt, die Figuren sind fabelhaft und tief gezeichnet, haben alle einen Charakter. Und das ist das Besondere. Man erfährt über jeden etwas.
Das überrascht vielleicht, in einem Film über dieses Millieu ein Mosaik aus komplexen und tiefgehenden Rollen zu haben, aber wenn man weiß, dass hier P.T. Anderson am Werk war ("There Will Be Blood", 9.0 Punkte, "Magnolia", 10.0 Punkte mit Herz) dann wundert man sich nicht mehr.
Denn der Film ist ein Drama, das sich hin und wieder Elementen von Tarantino oder Scorsese bedient, jedoch nie seinen eigenen Stil verliert und sich selbst bis zum Schluss treu bleibt.

Das ist ein Film höchsten Niveaus, den man gesehen haben sollte, und wo's (hoffentlich) nix zu meckern gibt.

PS: Der Soundtrack ist selbstredend klasse.
Vor Allem das Stück bei dem verrückten Drogenhaini ;3

PPS: Findet so ein Riesending wirklich jemand anregend? Also ich nicht...

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Martin Oberndorf

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Wenn man nicht grad Jay Gatsby heißt, ist es allein von den Größenverhältnissen ungeeignet.


kobbi88

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Call me Jay.


Luke_92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

P.T. Anderson landet mit seinem zweiten Film bereits einen fulminanten Volltreffer. 1997, als blutjunger Regisseur, erteilt er Hollywood mit >Boogie Nights< eine entlarvende Abreibung. Anderson karikiert in seiner Darstellung der Pornoindustrie gleichzeitig das herkömmliche Filmbuisness mit mutigem Tiefgang und ist dabei nicht nur ernst, sondern häufig auch zum Brüllen komisch.
Der erste Teil über die Entdeckung und den Aufstieg von Eddie Adams/Dirk Diggler (genial von Mark Wahlberg verkörpert) erzählt das schillernde Leben, die Schokoladenseite und gefällt gut, allerdings mit einer Ausnahme: Die Vergangenheit von Eddie ist zu schnell abgehandelt.
Danach zeigt P.T. Anderson dann, was er in >Magnolia< mit Meisterhand zur Vollendung führen sollte, nämlich sein herausragendes Talent für Storytelling und ausgefeilte Charakterstudien.
Fazit: >Boogie Nights< ist ein detailliertes Portrait, das nach einer Stunde Laufzeit eine herrlich-melancholische Dynamik entwickelt und ein Must-See für alle Drama-Fans ist.

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HomerSimpson09

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True Story Bro!


natedb

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Das ist ROLLERGIRL! Zeig ein bisschen mehr Respekt!"
Wie Heather Graham auf ihren Rollern durch die farbprächtigen 70er/80er Sets flitzte sorgte bei mir für sehr viele Lacher und auch sonst ist Paul Thomas Andersons "Boogie Nights", welcher den Auf- und Abstieg des fiktiven und leicht beschränkten Schwanzwunders Dirk Digglers beschreibt, voll von humoristischen Elementen, die diese Darstellung des exzessiven Lebens vor und hinter den Kulissen der Erotikindustrie geglückt würzen.
Anderson entwarf hiermit ein meistens spaßiges Sittenportrait, unter welchem jedoch die Tragödie lauert und sich im letzten Drittel schließlich auch als solche entlarvt. "Boogie Nights" glänzt mit großartig skurrilen Szenen, beispielsweise dem verpatzten Koksdeal gegen Ende der in einer wilden Schießerei endet, bei der im Hintergrund Nenas "99 Luftballons" dröhnen - wunderbar absurd, dramatisch und eigenartigerweise auch witzig.
Anderson beweist schon hier ein gutes Händchen für Schauspielführung und das Erstellen von einprägsamen Sequenzen und markanten Charakteren. Neben Mark Wahlberg in der Hauptrolle als Mann mit dem langen Jonny glänzen vor allem Julianne Moore als verkokstes, aber dabei doch sehr liebenswertes, sensibles Sexluder und Burt Reynolds als narzisstischer, ehrgeiziger und berechnender Pornoregisseur mit großen Visionen.
Schon anfangs zieht "Boogie Nights" einen in das rauschende Partyleben hinein und wirft einen sofort in die Fänge eines angesagten Nachtclubs, wo man gar nicht anders kann als bei den ganzen verrückt gekleideten Menschen und Boney M´s "Sunny" erfreut mitzuwippen. Später auftretende, unerfreulichere Zwischenfälle wie eine Überdosis Koks werden nebenbei unter den Teppich gekehrt und trüben den Spaß an der Freude keineswegs, bis jedoch die eigentliche Leere hinter all dem Glitzer und dem Zeitkolorit hervortritt und das eigentliche Unglück der Protagonisten immer deutlicher wird.
Dies ist unterlegt mit fabelhaftem Soundtrack und einer ganzen Reihe außergewöhnlich gut ausgewählten Songs, die diesen Film nicht besser hätten unterstreichen können.
Abschließend ist "Boogie Nights" ein wirklich schönes Werk, überragend gespielt und mit einer perfekten Balance aus Drama und Komödie. Anderson bewegt sich mit seinem Drehbuch auf einem schmalen Grat zwischen Tiefsinn und Banalität, schafft aber einen guten Ausgleich und gibt seinen Charakteren den nötigen Raum und anhand seiner hervorragend geschriebenen Szenen den erforderlichen Charme, um nicht ins Oberflächliche abzugleiten. Und so verkommen die ganzen Titten und das Gerede übers Ficken nicht zu reinem Selbstzweck sondern vervollständigen einen in sich runden Kosmos aus Figuren und einmaligem Flair.
Eigentlich empfände ich "Boogie Nights" als Meisterwerk, allerdings ist der Film arg lang geraten und kann nicht über einige sich dehnende Abschnitte hinwegtäuschen, die im Endeffekt lieber nochmal vom Cutter bearbeitet worden wären, um den ein oder anderen Gähner meinerseits zu umgehen. Trotzdem ein wirklich einzigartiger, bewegender Film, den es sich anzusehen lohnt.

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cpt. chaos

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Ein absolut genialer Streifen!


SneakPeek

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Lange stand er bei mir im Regal, gestern hatte ich dann so richtig Interesse ihn anzusehen: Zu allererst sei gesagt, dass mir Paul Thomas Anderson als Regisseur bislang kein Begriff war. Da ich jetzt mit Boogie Nights einen Eindruck vom Stil bekommen habe, werde ich mir zukünftig den Namen vormerken. Aber zum Film: Boogie Nights versetzt den Zuschauer zurück ins LA der Siebziger, wo der Geist der sexuellen Freizügigkeit den Pornofilmer und Visionär Jack Horner antreibt den Schmuddelfilm vom Mittel zum Zweck weiterzuentwickeln, zu echter, spannender Unterhaltung. Er trifft auf den Tellerwäscher Eddie, der vom großen Durchbruch träumt, dabei nicht zimperlich ist und dabei schon Gefahr läuft in die Prostitution abzurutschen. Jack erkennt das Potenzial in dem gutaussehenden und gut bestückten Jungen und eine rasante Erfolgsgeschichte beginnt vorerst.

Der Film muss ganz besonders unter dem Aspekt gesehen werden, dass hier eine Industrie in ihren Anfängen portraitiert wird. In einer Zeit, in der Porno noch in entsprechenden Kinos lief und keine Massenware war, die dann in den Achtzigern durch die technische Entwicklung von Homevideo eine gänzlich neue Ausrichtung bekam, und dadurch wesentlich mehr zum Konsumgut wurde. Und dies alles in dem Land, dass mit Nacktheit geschweige denn Sexualität, ein mehr als verspanntes Verhältnis hat. Im Film erlebt man die kurze, wenn auch krude, aber trotzdem liebenswerte Blüte des klassischen PornoFILMS, die in vielerlei Hinsicht tragikomisch daherkommt, und im Film von Regisseur und Darstellern sehr herzlich und mit durchaus leisen Tönen zum Leben erweckt wird. Die Message richtet sich dabei viel mehr an die US-amerikanische Gesellschaft, die auch heute noch ein paar nackte Brüste weitaus bedenklicher als heftigste Gewaltdarstellung einstuft, und eine seltsame Doppelmoral in vielen Hinsichten dadurch erzeugt. Während Adult Entertainment in den USA zu den bestgehendsten Wirtschaftszweigen zählt und Milliarden verdient werden, ist der Konsum oder Besitz von Pornos ein Tabuthema. Was den ansich normalen Menschen, die in dieser Schattenwirtschaft ihr Geld ehrlich verdienen für gesellschaftliche Hürden entgegengesetzt wurden und werden, und warum gerade hierdurch eine Kriminalisierung oft durchaus begünstigt wird, klagt der Film an einigen Stellen augenzwinkernd an. Der Film hält dem Amerikaner unverblümt unter die Nase, was er verschämt durchaus interessant findet und doch nicht zugeben mag.

Boogie Nights geht dabei herrlich anarchisch vor. Man hat hier keinen erotisierten Spielfilm vor sich, in dem man unter dem Vorwand der Sozialkritik ein paar nackte Brüste alle paar Minuten ins Bild hält. Viel mehr zeigt er recht desillusionierend, wie unerotisch Porno an vielen Ecken eigentlich ist im Entstehungsprozess, die Groteske aber auch die unterschwellige Komik, die im Entstehungsprozess steckt. Und am Ende die doch völlig menschlichen Seiten bei allen Beteiligten, die bei aller Oberflächlichkeit ihrer Arbeit auf der Suche nach Erfüllung und echter Substanz im Leben sind. Ich persönlich empfand den Film nicht erotisch, eher menschlich und ehrlich: man kann sich sehr gut in die Charaktere versetzen, wie sie trotz gesellschaftlicher Randstellung ihren Beruf ernst nehmen, und auf der anderen Seite versuchen das Leben genießen und dabei immer im omnipräsenten Drogenexzess und drohendem Abrutsch sich nicht zu sehr verleiten lassen die eigenen Sorgen bis in den Tod zu betäuben. Dies gelingt jedem einzelnen mehr oder minder, während auch tragische Vorfälle ein Thema sind.

Mir gefällt die letztlich doch positive Aufforderung des Films, die sich besonders an das Heimatland richtet: macht Euch locker und nehmt diesem Thema endlich das verwerfliche, denn die Ächtung von Porno ist am Ende wesentlich unmenschlicher als jede Nacktheit oder Sex als Sache.

Daneben bleibt aber dennoch genug Unterhaltung, und genau das macht den Film so gelungen: Die Musik, die Ausstattung und viele Details sind super ausgewählt und bringen den zeitgenössischen Vibe rüber, die Schauspieler sind spitze besetzt und haben sichtlich auch Spass an ihren Rollen, die sehr plastisch und wie schon gesagt liebenswert sind. Wer allerdings einen verkappten Tittenfilm erwartet, wird enttäuscht, das sei gesagt.

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Copacabanasun

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Bewertung9.0Herausragend

Booooooooooooooooooooooooogie .... Wooooooooooooooooooooooooooooogie ...
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ähm meine "Boogie Nights". :)
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Der zweite Film von Paul Thomas Anderson den ich gesehen habe.
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Toller Film, mit viel Herz und Detail verliebt inszeniert. Der Mann versteht sein Handwerk.
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Irgendwie wurde ich geil beim anschauen...mmmmhhhh... - jedenfalls ist "Boogie Nights" ein herausragendes Filmwerk mit tollen Darstellern und einer durchdachten Handlung.
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Fazit: Erstklassiger Erotik-Film, der weit mehr ist, als nur das.

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Solveig

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Jetzt hast Du mich so neugierig gemacht, dass der Film jetzt auch vorgemerkt ist.


Copacabanasun

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<3


Mr. Pink

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Weil mir zu dieser genialen, von dem fantastischen Ensemble toll gespielten, meisterhaft inszenierten Satire auf das Pornogeschäft nichts Vernünftiges einfällt, was ich hier schreiben könnte, hier stattdessen die Pornostar-Namen der Damen und Herren aus "Boogie Nights", sowie einiger anderer bekannter Schauspieler:

Julianne Moore --> Cherry Vance
John C. Reilly --> Riff 66th
Heather Graham --> Misty Timberlane
Don Cheadle --> Frisky Hardesty

Channing Tatum --> Bear Boone
Ryan Gosling --> Tracker Mohawk
Simon Pegg --> Bumper Smith
Keira Knightley --> Fanny Victor
Michelle Monaghan --> Scooter Third Street
Chris Colfer --> Dexter Palo Alto
Sam Worthington --> Rusty Station
James Van Der Beek --> Stardust Spruce
Jayma Mays --> Tinkerbell Lover's Gap
David Spade --> Princess Brenda
Kevin James --> Second First
Adam Brody --> Mister Magnifico

Wer tiefer in diese Materie eindringen möchte, kann hier weiterlesen:
http://www.nextmovie.com/blog/movie-stars-porn-names/

Nach der hier verwendeten Spielregel (Vorname: Name des ersten Haustiers, Nachname: Name der Straße, in der man aufgewachsen ist), ich hatte nie ein Haustier und bin in einer Menge Straßen aufgewachsen, wäre mein Pornostar-Name wohl 619. Ja, 619. Meine Filme wären bestimmt niveauvoll, mysteriös und wahrscheinlich in irgendeiner Fetisch-Ecke zu finden.

So, und jetzt schreibt hier bitte jeder seinen Pornostar-Namen unter diesen Kommentar, auch wenn Tinkerbell Lover's Gap und Fanny Victor schwer zu übertreffen sind.

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dodo28

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Flori Schönborn


freakualizer

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Jerry Drischer ?! o.=


Fu-Jay

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Bewertung7.5Sehenswert

Boogie Nights ist wie Scarface, nur mit Pornothematik.

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MaxN91

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Bewertung9.5Herausragend

Paul Thomas Andersons großartige Mileustudie "Boogie Nights" ebnete nicht nur seinen weiteren triumphalen Kinoweg, sondern brachte ihm auch den Status als Wunderkind ein. Der Film schildert unglaublich detaillgetreu wie die Pornobranche aufgebaut ist, welche Charaktere sich in ihr bewegen und wie sich deren Lebensstil darstellt. Dabei ist natürlich der fantastische Cast zu erwähnen: Wirklich jede einzelne Rolle ist unglaublich gut besetzt, herausheben muss man dennoch in meinen Augen Burt Reynolds als Pornomogul Jack Horner und Mark Wahlberg als Pornostar Dirk Diggler.
Der Film ist unglaublich gut geschrieben, denn keine Figur scheint willkürlich, jede hat ihren verdienten Platz und beinhaltet einen individuell ausgereiften Charakter. Die Branche scheint nach außen hin zwar wie der Himmel auf Erden, fast wie eine Familie, die zusammen durch dick und dünn geht, entpuppt sich aber im Laufe des Films immer mehr als ein Reservat für gebrochene und zutiefst traurige Existenzen. Mit dem Aufkommen des Videofilms, und damit auch mit dem Zahn der Zeit, beginnt die Fassade immer mehr zu bröckeln und die Flucht in Drogen, Kriminalität und Gleichgültigkeit scheint ein einfacher Ausweg. Für mich auf der einenen Seite ein wenig klischeehaft, auf der anderen Seite ist bis heute immernoch das Problem von Drogenabstürzen und anschließenden Geldproblemen Gang und Gebe bei Stars innerhalb und außerhalb der Branche.
Weiterhin sehr gut gefallen haben mir die schwarzhumorigen Elemente des Films, besonders als William H. Macy in perverser Gelassenheit seinem in sich gefressenen Ärger Luft macht. Der Soundtrack und die Kulisse schaffen abrundend das gewisse 70s und 80s Flair und lassen den Zuschauer schnell in der Zeit versinken.
Fazit: P.T. Andersons "Boogie Nights" ist ganz großes Kino. Nicht nur dass der Film wunderbar geschrieben und gecastet ist, sondern auch dass er den Zuschauer fordert sich mit den Figuren innerhalb des Milieus kritisch auseinderzusetzen, verdient große Anerkennung.

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kobbi88

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Dass es dann so schnell geht mit der Sichtung, damit hab ich nicht gerechnet :) Super Kommentar :D


MaxN91

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Ja was soll ich mich machen wenn du mir den Film so schmackhaft machst? :D
Ne, ich hab mich einfach schon lang auf den Film gefreut und heute mal Zeit gefunden. Einfach ein geniales Teil ;)


Rukus

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich kann mit diesem Film nichts anfangen. Er zieht sich über weite Strecken, wie ein durchgeschmatzter Kaugummi, und da, wo er in die Tiefe gehen könnte, rast er durch, und hakt die Szene ab, als wäre wieder ein Storyelement erledigt. Eddie haut von zu hause hab, und kein Wort mehr über seine Mutter, nichts zu seinem Vater. Kapitel abgeschlossen und fertig. Die Szene mit den Schwulenhassern wird genau so schnell abgehakt. Kein Wort wird mehr verloren, und kein Anzeichen von Reflektion. Nichts, aber auch garnichts. Eddie aka Dirk kommt bei Jack angeschissen, und alles ist, als wäre nichts gewesen? Eine ganz nette Grundthematik, aber alles wirkt, wie ein Legohaus, bei dem nie zwei gleichfarbige Steinchen aneinander verbaut sind, und bei dem es kein Muster gibt. Die einen nennen es Kunst, andere sehen darin nur das Werk eines Kindes, das sich um Ordnung und Struktur keine Gedanken macht. Der komplette Film besteht aus Versatzstücken verschiedenster Handlungsstränge, die aber meist keine weiteren Auswirkung haben. Mal im Ernst, Amber flennt sich nach dem Anhörungstermin die Augen aus dem Schädel, und dann ist das ganze Thema durch? Die Tiefe, die Boogie Nights teilweise bietet, oder eben nicht, würde Werner nicht einmal für nen Flachköpper reichen. Angesichts der Wertungen, die hier vergeben werden, scheine ich diese Sichtweise recht exklusiv zu vertreten, aber so sehe ich es nun einmal.

Es ist nicht so, dass der Film vollends schlecht wäre, er hat auch ein paar gute Seiten. Die Darstellung der Zeit, das "Look and Feel", um es mal so zu nennen, ist gelungen. Die Charaktere selbst sind auch nicht schlecht, nur verhungern sie in letzter Konsequenz. Und, wenn ich nun - aus meiner Sicht wahrheitsgetreu - schreibe, dass das Beste an Boogie Nights die Musik ist, dann ist das im Grunde das Todesurteil für diesen Film.

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kiwisch

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Ging mir ganz genau so.


Antagonist

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Spoiler enthalten:
Mark Wahlberg ist in Boogie Nights – dem zweiten Werk von Mastermind P.T. Anderson – der Mann mit Goldständer, Dirk Diggler,der im Golden Age of Porn, zu dem größten Star seiner Zunft aufsteigt.
Beachtlich neben dem genialen Setting, das aussieht als wären durch einen Farbfilter, sämtlichen dunklen Töne abhanden gekommen, sind wie so oft in Andersons Filmen, die Schauspieler: Wahlberg in seiner vielleicht besten Karriereleistung, Burt Reynolds, als visionärer Pornoregisseur, Julianne Moore, Philip Seymor Hoffman... die Liste könnte man beliebig fortführen. Durch diese Darstellung bleiben die Figuren eben nicht nur Abziehbildchen von billigen Pornostereotypen, sondern werden zu ambivalenten Charakteren, die zwar nicht jederzeit als Identifikationspotenzial aubieten, deren Handlungen jedoch stets nachvollziehbar bleiben. So gelingt es Anderson den Zuschauer bei der Stange zu halten und der Film mutiert im Gegensatz zu diesem Satz nicht zum billigen Peniswitz. Eine Klassifzierung von Boogie Nights ist ohnehin schwierig, weder Milieustudie, Komödie, noch ein einfaches Drama, dafür sind die vermeintlich tragischen Passagen doch zu humoresk (beispielsweise der Plot um William H. Macy und seine fremdvögelnde oder der Kokainüberdosis der jungen Frau, die vom Liebhaber mit „Das ist schon die Zweite in den letzten Tagen. Diese mangelnde Schattierung in der Pornowelt, auch Diggler hat seinen Absturz erst, als er sich mit Jack Horner verwirft und das gemachte Nest der „Pornofamilie“ verlässt, ist mein einziger Kritikpunkt. Zu rosarot bleibt die Szenerie, das Böse stellen stets intoleranten Außenstehende da (Ambers Ehemann, Bankier bei Buck) während der Porno als Zuflucht und Rettung vor dem richtigen Leben (Rollergirl - sehenswert Heather Graham ).
Verherrlichung möchte ich Anderson hier jedoch nicht vorwerfen, die Inszenierung, dient vielmehr zur Kontrastierung zum heutigen Porno, der als Anhang das Wort Industrie mit sich führt, der aus Steroidhengsten und fleischgewordenen Silikonpuppen besteht und deren Drehbücher dünner sind als eine Bilzeitung – gut, dass das Jack Horner nicht sehen muss.
Fazit: Es macht wirklich Spaß den Film anzusehen, die 140 Minuten vergehen wie im Flug, de Musik ist ebenso toll wie die Darsteller, zusammengefasst: Was ficken für Diggler ist, ist Filme machen für Anderson.

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KnightTemplar

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Bewertung7.0Sehenswert

Bomben-Cast: Mark Wahlberg, Burt Reynolds, Julianne Moore, William H. Macy, Heather Graham, Thomas Jane, Don Cheadle, Philip Seymour Hoffman, John C. Reilly; ansonsten sehenswert, aber unspektakulär.

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DerBaertige

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Bewertung9.0Herausragend

Boogie Nights ist ein verdammt unterhaltsames Portrait der 70er/80er und deren Pornoindustrie, bestückt mit wohl einem der besten Soundtracks, die ich bisher in einem Film hören durfte. Paul Thomas Anderson rückt hier fast untypisch viele Charaktere in den Fokus, und doch gelingt es ihm jede Figur auf ihre Art sympathisch werden zu lassen. Das Team um "Dirk Diggler" wirkt trotz dieser oberflächlichen Branche wie eine Familie und dementsprechend locker und selbstverständlich geht Boogie Nights die meiste Zeit auch mit seiner Thematik um.
Umso härter trifft der Film, wenn sämtliche Beteiligte aufgrund ihrer Tätigkeit später in einer Abwärtsspirale gefangen sind. Als prüde empfand ich Boogie Nights nicht, viel mehr wurde hier der genau richtige Ton getroffen - nicht eine richtige Sexszene und trotzdem authentisch!

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boxcarsboxcars

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Kein Zweifel: Einen besseren Soundtrack gibt es nicht. Kein Zweifel: Einen besseren Cast gibt es nicht. Kein Zweifel: Eine bessere Satire gibt es nicht.

Technisch ungeschlagen, irrwitzig und vor allem eins ist er: Nie, nie nie nienie, niemals vulgär. Ich kenne keinen Lebenden, der das so oder so ähnlich geschafft hätte.

You got the best of my love.

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