Capriolen

Capriolen (1937), DE
Laufzeit 86 Minuten, Komödie, Kinostart 10.08.1937

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mit Erich Dunskus und Otto Graf

Mabel Atkinson ist eine bekannte Fliegerin. Sie hält allerdings nichts von Presserummel und startet deshalb unter strengster Geheimhaltung zum Flug von Paris nach New York. Ihre Freundin und Vertraute Peggy MacFarland möchte jedoch, dass diese Sensation in der Zeitung steht. Sie sorgt dafür, dass ein Reporter zum Flugplatz geschickt wird, der Mabel interviewen soll. Dem Journalisten Jack Warren passiert aber ein Missgeschick: Er hält die Filmschauspielerin Dorothy Hopkins für die Fliegerin und bringt sie dazu, sein fingiertes Interview ungelesen zu unterschreiben. Als dies herauskommt, verlangt sein Chef, dass Jack das Interview nachholt. Inzwischen hat Jack sich im Wartezimmer seines Zahnarztes ausgerechnet in Mabel Atkinson verliebt. Das versprochene Interview will sie ihm im Flugzeug geben, da Jack von Fliegerinnen so wenig hält. Um sich zu rächen, lehrt sie ihn auf dem Kunstflug so das Fürchten, dass er ihr in der Luft einen Heiratsantrag macht.


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Kängufant

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mit der Absicht, eine deutsche Entsprechung für die Screwball-Komödien Hollywoods zu finden, wurde Capriolen in Auftrag gegeben und ist vielleicht, trotz einer gewissen Unbeholfenheit, das Screwballigste, was der gleichgeschaltete Ufa-Konzern je hervorgebracht hat.
Und dabei ist die ansonsten immer großartige Marianne Hoppe fast schon das schwächste Glied - egal wie sehr man die spröde Schönheit als deutsche Katharine Hepburn etablieren wollte. Im Gegensatz zu Gustaf Gründgens, merkt man ihr an, daß ihr das komödiantisch Absurde nicht so richtig liegt.
Gründgens hingegen ist herrlich. Herrlich maniriert, herrlich spitz - herrlich tuckig. Kein Wunder, er führte ja auch Regie. Ein gewisses Maß an Camp bringt er zwar auch in anderen Rollen, zB in Tanz auf dem Vulkan oder Das Glas Wasser - aber wenn er hier den großen Frauenschwarm spielt, merkt selbst der heterosexuellste Zuschauer, daß einem da ein Subtext um die Ohren gehauen wird... Es scheint fast, als hätte man Fita Benkhoff den Auftrag erteilt, das auszugleichen um den Hauptdarsteller nachträglich zu maskulinisieren, denn ihr Auftritt allein wäre ein erstklassiges Lehrvideo für jeden Nachwuchshomosexuellen.
Ein Haufen großartiger Zitate für jede Lebenslage, aus dem Drehbuch von Willi Forst, runden die Ausbildung ab: "Wenn Sie wüßten, wie lieb sie mir in der Luft sind, würden Sie gar nicht mehr landen!"
Als der Film fertiggestellt war, wurde er zurückgehalten. Goebbels beklagte den intelligenten Humor, die Wortspiele und natürlich die Tuntigkeit des Hauptdarstellers - das alles obendrein in einem Film, der Frauen als Fliegerinnen und, Gott bewahre, als das starke Geschlecht zeigt. Alles in allem konnte aber kein vernünftiger Grund gefunden werden, warum der Film des Göring-Günstlings Gründgens verboten werden sollte. Nicht einmal eine Unterredung mit Hitler, wie er in seinen Tagebüchern schreibt, konnte Goebbels da weiterhelfen. Zähneknirschend wurde Capriolen 1937 veröffentlicht und wurde, auch wenn er nicht beworben wurde wie andere , "wertvollere" Filme, zum Erfolg.
Ein wahrhaftes Juwel aus einer Zeit, die nicht viele herausragende Komödien zustandebrachte. Und auch auf Jahre danach noch ein seltenes Beispiel, daß Witz in deutschen Komödien nicht platt sein muß. Lachen Sie nochmal, das klang so komisch...

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