Children of Men

Children of Men (2006), GB/US Laufzeit 110 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Science Fiction-Film, Kinostart 09.11.2006


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7.9
Kritiker
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7.3
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18102 Bewertungen
238 Kommentare
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von Alfonso Cuarón, mit Clive Owen und Julianne Moore

Keine Kinder. Keine Zukunft. Keine Hoffnung. Das Aussterben der Menschheit scheint unabwendbar, als im Jahr 2027 der jüngste Mensch der Welt mit nur 18 Jahren stirbt. Der desillusionierte Regierungsagent und ehemalige Aktivist Theo und seine Ex-Frau Julian sollen die Zukunft des von Terroristen und Nuklearkriegen verwüsteten Planeten sichern: Als eine junge Frau wie durch ein Wunder schwanger wird, werden sie zur Eskorte auf einem gefährlichen Weg zu einem Zufluchtsort auf hoher See.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Children of Men
Genre
Thriller, Drama, Endzeitfilm, Utopie & Dystopie
Zeit
Nahe Zukunft, Zukunft
Ort
England, London
Handlung
Aktivist, Alte Freunde, Alterung, Anarchismus, Angriff, Apokalypse, Asyl, Aufstand, Auftrag, Auto, Baby, Blut, Bombenattentat, Boot, Cannabis, Chaos, Desillusionierung, Dokument, Dystopie, Entführung, Ex-Frau, Ex-Freundin, Fahndung, Falle, Faschismus, Flucht, Fluchthelfer, Flüchtling, Flüchtlingslager, Gewalt, Gewalttätigkeit der Polizei, Glaube, Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Joint, Kampf, Kampf auf Leben und Tod, Kiffen, Kinderlosigkeit, Militär, Mord, Mord an Geliebtem, Mord an einem Freund, Panzer, Polizei, Polizeistaat, Propaganda, Rassismus, Rolle der Frau, Roman, Schlacht, Schwangere Minderjährige, Schwangerschaft, Schwierige Geburt, Starke Frau, Sterilität, Terrorist, Trauer, Verlust des Kindes, Verlust einer geliebten Person, Versteck, Vertrauen, Virus, Wehen, Wissenschaft, Überleben
Stimmung
Aufregend, Spannend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
Literaturverfilmung
Verleiher
United International Pictures GmbH
Produktionsfirma
Beacon Communications LLC, Hit & Run Productions, Strike Entertainment

Kommentare (219) — Film: Children of Men


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Clamio

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gute Idee, genialer Film.

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John3101

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Noch nicht gesehen, deshalb gibts erst ne bewertung hinterher.Sieht interessant aus.

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JokerReviews

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die Top 100 meiner Lieblingsfilme. Meine Güte wie konnte ich nur verdrängen, was für ein atemberaubendes Meisterwerk dieser Film doch ist? Schon vor einer Weile habe ich mich beim Updaten meiner Top-Liste gefragt wieso Children Of Men nochmal drin ist. Gott sei Dank hat man ja ein Orakel, das einem die richtigen Filme zur richtigen Zeit vorsetzt (Insider ftw!) und jetzt weiß ich wieder genau warum Children of Men so eine riesige Perle der Filmwelt ist. Nicht nur, dass die Story eine der genialsten Ideen aus diesem Genre ist, die komplette Ausstattung und Machart ist einfach ultimative Weltklasse.

Der Mensch stirbt. Wir befinden uns in London im Jahre 2027. Schon seit vielen Jahren ist der Mensch unfruchtbar und nicht mehr in der Lage, sich fortzupflanzen. Der jüngste Mensch auf dem Planeten ist 18 Jahre alt. Überall ist Chaos ausgebrochen, es herrscht eine üble Anarchie. Viele Einwanderer wollen nach London fliehen doch das Regime ist knallhart und behandelt sie wie Abtrünnige. Unter all dem Chaos ist auch Theo der noch verhältnismäßig gut lebt. Doch er nimmt ungewollt Kontakt zu seiner Exfreundin auf, die mittlerweile als Terrorist öffentlich gilt. Und da lernt Theo eines Tages die schwarze Auswanderin Kee kennen. Und Kee ist schwanger.

Alfonso Cuarón, Regisseur vom dritten Harry Potter Film und von Gravity, wofür er jüngst den Oscar als bester Regisseur kassierte, ist ein Meister der Kamera Technik. Er macht so ziemlich die besten Plan-Sequenzen, die ich jemals in einem Film gesehen habe. Minutenlange Szenen komplett ohne Schnitt, irre schwer zu drehen. Der Stil von Cuarón kommt auch hier zur Geltung und hier erleben wir Szenen, die es so wohl noch nie im Kino stiltechnisch gab. Nicht mal Gravity konnte mich von der Kamera-Arbeit so aus dem Sessel fegen wie dieser Film. Die Story ist von allen SciFi Zukunfstfilmen die realistischste. Der Film kommt mit einem einzigartigen Endzeit Szenario daher, der einen so deprimiert zurücklässt, dass man buchstäblich angst bekommt, dass diese durchaus mögliche Zukunft auf uns zu kommt. Durch die atemberaubende Inszenierung hat man immer das Gefühl man wäre mitten drin im unheimlichen Geschehen. Alle Schauspieler spielen hier auf absolutem Oscar-Niveau. Jedem einzelnen Akteur, sogar jedem Komparsen, nehme ich die deprimierende Grundstimmung ab.

Clive Owen glänzt in einer seiner besten Rollen und auch Michael Caine als moderner Hippie spielt hier Weltklasse. Auch ein riesiges Lob an die unbekannte Clare-Hope Ashitey als Kee die hier wohl die fröhlichste und sympathischste Rolle verkörpert. Sie ist Teil einer Szene, wo ich bis heute nicht weiß wie sie das gemacht haben. Solche Szenen gab es schon häufig in Filmen aber noch nie so realistisch.

Fazit : Ich könnte jetzt noch stundenlang weiter schwärmen, aber ich komme jetzt mal zum Ende. Children of Men ist für mich nicht nur Cuaróns bester Film, sondern er gehört auch zu den besten Filmen die ich jemals gesehen habe. Er sitzt locker irgendwo in den Top 20. Wer diesen Film noch nie gesehen hat MUSS das dringend nachholen, denn es ist aus meiner Sicht der beste und realistischste Zukunft-Thriller aller Zeiten, der extrem zum Nachdenken anregt.

10/10

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sachsenkrieger

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Bewertung9.0Herausragend

"Viele Geschichten, die in der Zukunft spielen, drehen sich um etwas wie "Big Brother" aber ich denke, das ist ein Sicht des 20. Jahrhunderts auf die Tyrannei. Die momentane Form der Tyrannei trägt eine andere Maske - Die Tyrannei des 21. Jahrhunderts nennt sich Demokratie" - Alfonso Cuarón

Da spricht der Mann mir aus der Seele, denn niemals zuvor genossen wir soviele Freiheiten wie heute und lassen sie uns trotzdem, fast ohne jeglichen Widerstand nehmen. So warnt Cuaron uns im Grunde nicht vor einer bevorstehenden Tyrannei, die noch in ferner Zukunft liegt, sondern er warnt uns eher davor, das wir die bereits existierende Tyrannei nicht als solche erkennen.

2027 - Die Welt ist voll im Arsch! Viele kleine bunte Smartiephones, Terroristen, Zumbagruppen, bewaffnete Konflikte, Privatfernsehen, Ich bin doch nicht blöd, Mehrparteiensystem, Umweltverschmutzung und Fuckbook, kurz gesagt, die unglaubliche Doofheit des Menschen, hat die gesamte Welt ins Chaos geschickt und sämtliche Staatssysteme zusammenbrechen lassen ...... sämtliche? NEIN, denn ein kleines, enges Land am Rande des Planeten hält die Fahne hoch und ist das letzte Bollwerk menschlicher Zivilisation (wovor der Schöpfer uns alle bewahre - Anm. d. Verfassers). Der Preis für diese "Insel des Friedens" inmitten des Chaos, ist allerdings der Verlust fast sämtlicher Freiheitsrechte und die Internierung von illegalen Einwanderern in Lagern, die an Ghettos erinnern. Zu guter Letzt scheint auch der Schöpfer selbst uns sein Wohlwollen endlich entzogen zu haben, seit fast 20 Jahren wurde kein Kind mehr geboren.

Cuaron hat aus der Buchvorlage, die er weitestgehend außer Acht läßt, ein gewaltiges Werk geschaffen, das man nach einmaligem Genuss eigentlich gar nicht erfassen kann. Es gibt Unmengen an Anspielungen, die man teilweise nebenbei gar nicht mitbekommen kann. Einige allerdings sehr gut, wie die "Battersea Power Station" mit dem fliegenden Schwein, die Bezug nimmt auf das Album Animals, in dem Roger Waters bereits die Menschheit in Schafe, Hunde und Schweine einteilte. In dem Gebäude, das die "Arche der Kunst" beherbergt, also die gerettete "Beutekunst" der zusammengebrochenen Zivilisation, sehen wir zwei Kunstwerke. Den David von Michelangelo, der sinnbildlich für den Kampf für die Gerechtigkeit steht und das Bild Guernica von Picasso, das zeigt, was passiert, wenn die Menschen gleichgültig ihrem Schicksal entgegensehen und entgegengehen.

Stundenlang könnte man den Film kommentieren, aber das sollen andere übernehmen. Eine tolle Kameraarbeit mit teilweise mehrminütigen Uncut-Szenen, herausragende visuelle Efekte, ein passender Soundtrack, überzeugende schauspielerische Leistungen, insbesondere von Clive Owen, Claire-Hope Ashitey und Michael Caine runden das nahezu perfekte Erlebnis ab. Ein dystopisch-utopischer Klassiker! Schließen möchte ich mit dem Song "Pigs on the Wing" von Pink Floyd, der so herrlich passend ist:

"Wenn es dich nicht kümmern würde, was mit mir passiert
und ich mich nicht um dich kümmern würde
würden wir im Zick-Zack durch Langeweile und Schmerz laufen
gelegentlich flüchtig durch den Regen aufschauen
uns fragen, welchem der Kerle wir die Schuld geben können
und Ausschau halten nach Schweinen auf Flügeln"

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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francester

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dreckig, düster, aber dennoch nahe am Menschen, so habe ich Children of Men empfunden.
Nichts wirkt aufgesetzt, diese Welt könnte im gegensatz zu vielen anderen Dystopien wirklich so aussehen. Der Film gefällt mir im speziellen wegen der Charakteren, diese sind erfrischend anders, natürlich super gespielt vom Klasse Schauspielerensemble. Clive Owen und Michael Caine sind einfach Klasse. Das grösste Kompliment geht aber an Alfonso Cuaròn, der ein Zukunftssetting so aussehen lässt, als seih es in den 70er Jahren gedreht worden aber dennoch wie Zukunft aussieht, bzw eine Welt am Abgrund. Der Film funktionier sehr gut als Thriller, das Tempo zieht langsam an ohne jeweils langweilig zu werden. Das Ende dann, perfekt abgedreht mit einem Schnitt, mitten im Gefecht, ein Baby weint, der Mensch erstaunt dieser Tatsache, kann letztendlich aber nicht stoppen was nicht zu stoppen ist. Children of Men funktioniert auch nach mehrmaligem schauen, dass kann man nicht von vielen Filmen behaupten. Abzüge gibt es für die simple Story, ein wenig mehr Komplexitität hätte dem Film mehr Tiefe verliehen. Trotzdem, klasse Film, freue mich auf die nächsten Projekte von Cuaròn.
Good one

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FilmAnhaenger

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Bewertung9.0Herausragend

Ganz ganz starker Film, toll gespielt, tolle Bilder und Kameraführung.

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Big_Kahuna

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Langsam macht sich das Gefühl breit, dass Alfonso Cuarón besonders gern technisch etwas aufwändiger zur Stelle ist, wie man in seinem Film Children of Men besonders gut sieht. Gefühlt stundenlang ohne Schnitt und mit einer Art Doku-Kameraführung sehen wir die neuen Probleme auf der Erde im Jahr 2027.
Es lässt sich kein Kind mehr zeugen, Unfruchtbarkeit herrscht vor und der Staat versucht irgendwie seine Meute beisammen zu halten, wenn nicht schon längst Krieg ausgebrochen ist, wie eigentlich fast auf der ganzen Welt. Hysterie bauscht auf, die Menschheit ist nun kein zahmes, durch die Medien besänftigtes Häschen mehr, fährt dafür aber umso mehr aus der Haut und diese apokalyptischen Zustände könnten deutlicher nicht zum Vorschein kommen.
Teils kommt das einem wie der dritte Weltkrieg vor und wenn man dann sieht, wie Immigranten behandelt werden, scheinen das schon fast Zustände wie aus einem Konzentrationslager zu sein, die Angst und Panik steht den Gefangenen jedenfalls erschreckend echt ins Gesicht geschrieben.
Children of Men vereint hoffnungsloses Zukunftszenario und beklemmenden Kriegsthriller wie kaum ein anderer seiner Zunft. Der Terror, den die Protagonisten durchleben, kriegt auch der Zuschauer zu spüren, wenn andere Menschen überfallartig um ihr Überleben kämpfen. Fressen oder gefressen werden ist das allgegenwärtige Motto, hier geht's wirklich ums nackte Überleben. Ein Dystopie-Thriller, der zwar in puncto Realitätsnähe vielleicht nicht das allergrößte Paradebeispiel darstellt, gerade weil die Erklärungen für diese Weltunfruchtbarkeit eigentlich nur am Rand thematisiert werden, aber durch seine Überraschungsmomente besonders spannungstechnisch eine Menge zu bieten hat und durch sein dreckiges Setting und seine oftmals beklemmende "Wackelkamera" absolut vorzüglich anzuschauen ist.
Die Verfolgungsjagden sind hochspannend und technisch einwandfrei gedreht, das sorgt dann neben den ruhigen Stellen, in denen man schon darauf wartet, wann die nächste kaum zu bewältigende Situation auftritt, für ziemliche Wallungen. Kein künstliches "Extra-Verwackeln", man scheint viel mehr so nah am Geschehen zu sein, wie es eben nur möglich ist.
Hauptdarsteller Clive Owen macht einen guten Job. Besonders sympathisch, weil liebenswert verrückt agiert hier aber Michael Caine, den man ja schon als Butler von Batman im Prinzip nur gut finden konnte, leider bekommt er aber nicht ganz so viel Screentime, wie man sich das rückwirkend vielleicht erhofft hätte. Alles in allem gelingt Cuarón mit diesem Thriller hier ein schöner Spagat zwischen düsterer Zukunftsmusik und angsteinflößenden Kriegszuständen und das auch noch ziemlich realistisch, was ohne Lubezkis Kamera wahrscheinlich nie so authentisch rübergekommen wäre.
Insgesamt ein ausgesprochen starker Science-Fiction-Film, der gar nicht mal sooo bekannt ist. Das muss sich ändern!

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Ben Kenobi

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Sehr schoen. Fuer den muss mehr geworben werden, wie du schon schreibst!


Big_Kahuna

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Danke Ben, war mir auch völlig unbekannt.


mr.blessington

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Alfonso Curaon erschuf mit Children Of Men eine außergewöhnliche Dystopie, die mich mit ihrer beklemenden Darstellung einer außer Kontrolle geratenen und verzweifelten Gesellschaft und der wunderbaren und ruhigen Kameraarbeit völlig fesselten. Als Science-Fiction-Thriller ist der Film sehr zurückhaltend mit Actionszenen und wenn diese eintreten, dann erliegt der/die Zuschauer/in der unmittelbaren Beobachtung, die die Kamera in ihrer permanenten dokumentarischen Nähe zu den Protagonist/innen erzeugt.
Der Film hält sich mit der Darstellung und der Erklärung einer völlig aus den Fugen geratenen Welt, in der die Menschen durch Unfruchtbarkeit dem Aussterben geweiht sind, sehr zurück und fokussiert ohne viel Hintergrundinformationen den Held der Geschichte, der sich in der wunderbaren Spielweise von Clive Owen durch die gewalttätige, kriminelle und auswegslose Welt schlägt. Dabei muss der Film einige Schwächen hinsichtlich des fehlenden Realismus in manchen Gefahrensituationen und der Zufälligkeit der Ereignisse hinnehmen. Auch die fehlenden Hintergrundinformationen lassen mich als Zuschauer einige Fragen aufwerfen. Wieso wollen alle nach Großbritannien flüchten und warum sind alle Flüchtlinge aus dem Nahen Osten/Osteuropa? Und wieso herrscht in Großbritannien eine rigorose Abschiebungspolitik und Ghettoisierung jeder Flüchtlinge? Angesichts der Tatsache, dass die Handlung des Films zum Großen Teil in dieser Thematik ihren Austragungsort besitzt, wären hier einige Zusammenhänge und Erläuterungen nennenswert.
Diese Schwächen seien jedoch in Anbetracht der intensiven und umittelbaren Darstellung einer Dystopie verziehen.

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Andy Dufresne

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Bewertung9.0Herausragend

Weltuntergang hin, Weltuntergang her.

Was bleibt, immer bleiben wird:
Die schiere Hoffnung.

Egal wie fertig, wie ausgelaugt, wie ausweglos alles erscheinen mag, eines bleibt und zwar immer:
Die schiere Hoffnung.

Die Hoffnung, dass es besser wird, vor allem das es besser werden könnte.
Dass sich Dinge, Lebenswelten, Festgefahrenes, alte, von der Zeit überholte Wahrheiten verändern können, das sich schorfige, unerträgliche "für immer geltende Lebensweisen" wandeln können, und das der Mensch und seine Umwelt, sich eben in ständiger, stetiger Wandlung, Veränderung , Umwälzung befinden.

Das selbst in absoluter Isolation, in tiefster Hölle, im größten Untergang, IMMER der Funke der Hoffnung glimmt.

Das selbst in absoluter Dunkelheit, die Möglichkeit des Lichts, des (Neu)Anfangs inneruht, es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein neuer Tag anbricht, eine eben neue, andere Zeit sich ihren Weg bahnt...

Das ein neugeborenes Baby, nach Jahrzehnten der Unfruchtbarkeit, Systeme stürzen kann, dass ein (für sich selbst) absolut nicht wehrhafter Säugling, in sich die Hoffnung für eine ganze Welt tragen kann, dass eben das Prinzip Hoffnung, die wahre DNA der menschlichen Spezies ist, immer war.

Dass der Mensch, der (oft/meistens) egoistisch handelt, selbstbezogen, die anderen ignorierend, dass er aber (dann) erkennt, das wenn es (eben) hart auf hart kommt:

Auf das WIR kommt es an, auf das GEMEINSAM kommt es an, auf das tiefe Gefühl der Solidarität kommt es an.

Der Mensch wird zum Menschen durch den Menschen.

Eine sehr einfache, sehr simple Wahrheit, vielleicht die simpelste Wahrheit überhaupt und deshalb wohl die Wahrste...

"Children of Men" sagt für mich:
Es kommt (überhaupt) nicht auf persönlichen Besitz oder eigenen Vorteil an.
Es kommt (eben) auf gelebte Solidarität, auf Selbstlosigkeit und auf Demut an.
NICHTS ist für die Ewigkeit, außer Veränderung und Erinnerung.

Und was "Children of Men" für mich auch noch sagt:
Es kommt nicht auf deine / die Fehler und deine /die guten Taten an.
Es kommt darauf an, was (und vor allem DAS!) Du lernst, was Du daraus machst, wie Du damit in (Deiner und der allgemeinen) Zukunft umgehst.

Und eben auf die Einsicht, dass es nur Zusammen geht.
Dass das Geschenk (wer auch immer "Der Schenker" ist...) des Lebens , ein zu teilendes Glück ist, dass das Glück eben im Teilen und nicht im eigenen Behalten liegt...

Dieser Film sagt also:
Zusammen.
Zusammen muss es gehen.
Nur Zusammen KANN es gehen.

Das Menschliche im Menschlichen... vergesst nicht, woher es kommt, warum es da ist...

Und vergesst nicht:

WIR.

Und ich muss wohl noch etwas anfügen.

Passt nicht ganz genau rein, aber für mich schon.

Jedesmal, wenn diese, folgenden Zeilen kommen, schüttelt es mich.
Und dann hoffe ich, dass, wenn, falls ich einmal ein kleines Baby haben sollte, mittlerweile egal ob kleines Mädchen, oder kleiner Mann:

Ich würde doch schon gerne das Gefühl haben, dass da ein kleiner Papa , eine kleine Mama, sich ihren/seinen Weg sich erkämpft, er/sie sich seinen/ihren Weg bahnt.
Das da so ein bissl wenigstens, ein Ausgleich reinkommt.

I wasn't there that morning
When my Father passed away
I didn't get to tell him
All the things I had to say

I think I caught his spirit
Later that same year
I'm sure I heard his echo
In my baby's new born tears
I just wish I could have told him in the living years

Later that same year: Lass es ein kleines Käferchen sein ;)

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The Freewheelin Fonda

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Hatte den Streifen bisher gar nicht so sehr auf dem Schirm aber dein Text ist mal wieder großartig, vlt. bestelle ich mir den Film in nächster Zeit :)


Andy Dufresne

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@Freewheelin: Bin mir sehr sicher dass Du den Film sehr mögen wirst, 7,5 minimum, sag ich mal ;)


peaceandvictory

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Positiv beeindruckt von der Tatsache, dass ein (vorallem britischer) Film, eine Zigeunerin mal nicht als betrügerisch und böse darstellt, sondern als aufopfernde Helferin! Toller Film!

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undDerwolf

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

10.0 weil sich zwei Dinge, die ich sehr schätze, bei Children of Men verbinden: Eine dystopische Erzählung und Plansequenzen (beziehungsweise unsichtbare Schnitte). Dabei kann ich auch die Tatsache verkraften, dass der verantwortliche Kameramann Emmanuel Lubezki bei den Oscars 2007 gegenüber Guillermo Navarro das Nachsehen hatte. Aber auch nur, weil Pans Labyrinth ein weiterer Lieblingsfilm ist.

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Centipede

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zum Schluss hin, nimmt der Film nochmal sowas von Fahrt auf, dass ich wirklich mit einem offenen Mund dagesessen habe. Ich habe den Film immer vor mich hergeschoben, weil mir die Story nicht so zugesagt hat. Den Film, den ich in meinen Kopf, durch Hörensagen und lesen einiger Artikel zusammengesponnen hab, ging ungefähr so: In einer ungewissen Zukunft sind die Frauen, nicht mehr in der Lage, Kinder zu gebären. Irgendwo im Nirgendwo passiert ein Wunder und eine Frau bekommt ein Baby. Einige Gruppierungen und Organisationen sind natürlich hinter den süßen Fratz her, um Profit aus dem Baby zu schlagen. Die Frau mit dem goldenen Kind, begibt sich in die Obhut, einer 1-Mann-Armee und die ballert sich bis zum bitteren Ende durch die Lauflänge des Films. Ich habe vorher nicht alt zu viel von dem Film gehört und gelesen, nur ein paar Bruchstücke sind zu mir gelangt. Eigentlich schade, dass ich den Film erst jetzt, gesehen hab! Oder? Eigentlich, war heute doch der richtige Zeitpunkt. Die ganzen Vorurteilen die ich hatte, haben sich nach 30 Minuten, in Rauch aufgelöst. Wie schon geschrieben steht, dachte ich das der Film viel zu actionlastig wird, dass lag ein klein weinig an Clive Owen und Shoot´Em Up. Ich dachte zum Teil das Children of Men (kam glaube ich auch zur selben Zeit heraus) genau in die gleiche Kerbe schlägt. Bei Shoot´Em Up ging es ja, um 1 Baby und eine 1-Mann-Armee. Positiv überrascht bin ich gewesen, als ich mitbekommen habe, dass Mr. Owen in diesen Film ein Pazifist ist und lieber mit seinem Gehirn und nicht mit Schusskraft arbeitet. Die Drehorte, genauso wie die Settings, haben mir sehr sehr gut gefallen. Ich liebe ja zerstörte Städte und Umgebungen die so aussehen wie nach eine Apokalypse. Es gibt zum Schluss, eine Szene, die hat mir richtig gut gefallen. Da versucht Clive Owen das Baby samt Frau zu retten und rennt im Feuerhagel den beiden hinterher. Das was die Szene so besonders macht, ist die Kamera- und Regiearbeit. Die Kamera lässt Clive Owen mehrere Minuten nicht mehr los und genauso ging es mir auch. Meine Augen beobachteten, ohne mit der Wimper zu zucken, dass Geschehen. Als ich die Szene in mich aufgesogen habe, sind mir die Worte von Eddy (Game One) durch meine Ohren gehallt, wo er diese Szene so gefeiert hat. Ich dachte mir nur "So toll ist die bestimmt nicht" und was war? Sie war bombastisch. ^^ Die Schauspieler waren solide bis auf Clive Owen und Michael Caine, die waren nämlich großartig, wie sonst auch immer. =) Einige Szenen sind sehr spannend und fesselnd. Hätte ich auch nicht gedacht das mich der Film, doch so in seinen Bann ziehen würde. Wie gesagt, viele Pluspunkte konnte der Film, schon wegen seiner kaputten Welt bei mir sammeln. Obwohl ich ja kein Fan von Gravity bin, muss ich sagen, haben mich Alfonso Cuarón und sein Kameramann Emmanuel Lubezki mit Children of Men voll überzeugt.
Ich wollte einfach ein paar Worte zu diesen Film verlieren und das waren meine wirren Gedankenzüge, zu diesen Film.
Großer Daumen nach oben. =)

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PureChris

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Bewertung7.0Sehenswert

Mir haben das Setting und die Kulisse außerordentlich gut gefallen, auch die Kameraführung war ein Augenschmauß, besonders im hinteren Teil, wo es fast keine Schnitte mehr gab. Das apokalyptische Szenario wurde echt realistisch rübergebracht, wie ich es bisher in keinem Film gesehen hab. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Auch die schauspielerische Leistung fand ich gut. Jedoch werden es insgesamt nur 6.5 Punkte, da mir die Story nicht zugesagt hat. Am Anfang dachte ich "Oh, eine interessante Story", aber der Film konnte mich von der Geschichte her leider nicht packen.

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Moviegod

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Bewertung9.0Herausragend

Hoffnung und Enttäuschung können oft nah bei einander liegen. Dies zeigt uns Cuarons düstere Zukunftsvision an sehr vielen Stellen im Laufe der starken Story. Mit Clive Owen in einer seiner besten Rollen, guten Nebendarstellerin wie Moore und Caine und einer Inszenierung, die in der Komplexität ihres gleichen Sucht ist "Children of Men" ein absolutes Highlight.

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littledrummerboy01

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Großartiger Film, in dem das größte Grauen und die größte Schönheit ganz nah beieinander liegen. Clive Owen spielt wunderbar, die oft endlos scheinenden Kamerafahrten passen perfekt in die Story und geben ihr ein extrem realistisches Feeling. Das Beste, was ich von Cuarón bisher gesehen habe.

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Gabster

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Bewertung7.0Sehenswert

Matrix in dreckig: Es ist schon bezeichnend, wie obsessiv Science Fiction Filme der jüngeren Jahre die Jesus-Geschichte wieder und wieder aufrollen, auch wenn Jesus hier ein Mädchen ist. Der Film versucht auch erst gar nicht, das zu verschleiern sondern pimpt das mit sakralen Chören und Bibelanleihen noch gewaltig hoch. Dazu passt auch der Haufen von Kiffern und Säufern, die das kleine (ungeborene) Erlöserkind beschützen müssen. Clive Owen spielt seine Rolle fantastisch heruntergekommen und fügt sich damit ins Bild der durch und durch verdreckten Welt (die Ausstattung des Filmes ist genial!). Die Geschichte von der Menschheit, die sich in naher Zukunft selbst ausrotten wird, haben wir zwar schon tausendmal zu sehen bekommen aber ich glaube noch nie in solch atemberaubend langen (und leider auch nach CGI stinkenden) Plansequenzen.

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KittyPimms

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Bewertung7.0Sehenswert

Wer mit dystopischen Zukunftsszenarien was anfangen kann, ist hier bestens aufgehoben. Es handelt sich vor allem endlich einmal um etwas Anderes als eine in Fraktionen unterteilte Gesellschaft mit einem bösen bösen Herrscher an der Spitze. Natürlich gibt es auch hier ein totalitäres Regime, aber viel wichtiger ist die Lage der Menschheit.
Wir betrachten das England einer fernen oder vielleicht gar nicht so fernen Zukunft - das einzige Land in der Welt, das noch eine halbwegs funktionierende Regierung vorweisen kann. Seit 18 Jahren ist der Mensch unfruchtbar. Die Menschheit blickt einem bevorstehenden Aussterben entgegen.
Eine düstere Welt wird uns präsentiert. Dementsprechend fallen auch die Bilder aus, die durchgehend grau und trist sind, so wie die Gemütsverfassung unseres Hauptprotagonisten Theo Faron (großartig gespielt von Clive Owen). Im Fernsehen läuft Werbung für Selbstmord-Tabletten. Von der einen auf die andere Sekunde geht eine Bombe hoch. Immigranten werden aus England getrieben, in einer Art Konzentrationslager ausgesetzt und dort sich selbst überlassen. Faschismus hat wieder einmal in der Geschichte die Oberhand gewonnen - ganz erschreckende Szenarien, die uns Alfonso Cuarón hier vor Augen führt.
Auffallend ist, dass nicht zwanghaft versucht wird, eine Zukunftswelt entgegen unserer Vorstellungen zu kreieren. Zu keinem Zeitpunkt sehen wir Dinge, die unserer Zeit zum Beispiel technisch weit voraus sind. Und doch fühlen wir uns in eine ganz andere Realität hineinversetzt. Dehumanisierung, Chaos, Gewalt, Trägheit, Hoffnungslosigkeit - ganz langsam fällt die Zivilisation in sich zusammen und alle Bande der Freundschaft und der Nächstenliebe zerreißen. Der Begriff Familie verliert ihre Bedeutung. Es gibt keine Kinder, die dem Ganzen einen Sinn geben.
Und in dieser fast völligen Dunkelheit taucht ein kleiner Hoffnungsschimmer in Gestalt einer jungen schwangeren Immigrantin auf. Ihr ungeborenes Kind ist allerdings in Gefahr, da es der britischen Regierung als Forschungsobjekt dienen müsste, sollte seine Existenz ans Licht kommen, aber auch Feinde der Regierung haben vor, es als Waffe zu benutzen, um Macht zu demonstrieren und ihre Ziele durchzusetzen.
Es ist ein unglaublich tiefgründiger Film, der schockiert und mitnimmt, deprimiert und gleichzeitig große Hoffnung in das Morgen setzt. Auf einem Schiff ganz am Ende des Films prangt groß und deutlich das Wort "Tomorrow". Macht was draus.
Ganz großes Kino.

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OptiMaster

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Bewertung9.5Herausragend

Eine Reise in eine graue, trostlose und „alte“ Welt! Wer ist dabei…? ;)

Der mexikanische Filmemacher Alfonso Cuarón, der sich mit dem dritten Teil der Harry Potter Saga (2004) dem breiten Publikum präsentiert hat, positioniert den Zuschauer mit diesem Werk in eine schier unausweichliche Konfrontation mit seiner fesselnden, düsteren Dystopie der Geschichte der Menschheit in naher Zukunft, die uns mehr als nur über unsere eigene Zukunft nachdenken lässt.

Ein für mich in gewisser Weise befreiender Film, ignoriert er doch die sonst so beständigen, endzeitdramatischen Klischees: Eine feindliche Übernahme durch Aliens, futuristische Städte mit fliegenden Autos und hochmodernisierten Wolkenkratzern, ausgereifteste Waffen- und Forschungssysteme, all das sucht man hier vergebens. Stattdessen begeben wir uns auf eine Reise in eine graue, trostlose und „alte“ Welt, in der weit Abstand von all dem materiellen und oberflächlichen Entwicklungen genommen wird und der Blickpunkt auf den Menschen, seinen moralischen Verfall, den Zusammenbruch seines gesamten Wertegefüges gelegt wird.

Die Zukunft kann nur solange gesichert sein, wie es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen, dass das Gleichgewicht erhalten bleibt. Was aber, wenn das – biologische – Gleichgewicht aus den Angeln gehoben wird, was wenn den Menschen die Fähigkeit genommen wird, sich zu reproduzieren? Jahrtausende der Evolution enden hier im Jahr 2027 in der grausamen Realität, dass die Menschheit vor ihrem schlichten Aussterben steht.

“I can't really remember when I last had any hope, and I certainly can't remember when anyone else did either. Because really, since women stopped being able to have babies, what's left to hope for?”

- Theodore Faron

Denkt man sich auch nur für eine Sekunde in eine solche Szenerie, sind die verstörenden Bilder, denen man gegenübersteht nicht wegzudenken. Obwohl es letztlich nicht zentral um die eigene Existenz geht, sieht man sich doch der Ohnmacht ausgesetzt, dass mit dem Verschwinden des neuen Lebens, jegliche Hoffnung, ja jegliche Lebensfreude absorbiert, vakuumiert und unter Verschluss gebracht wird.

Eingetaucht in eine desaströse Welt, in der größtenteils Anarchie, Terrorismus, Unterdrückung, Verfolgung und der absolute Mangel an Menschlichkeit regieren, finden wir uns in Großbritannien wieder, der letzten „Festung des Widerstandes“ eines weitgehend geordneten Lebens auf den Straßen. Selbst in der wohl noch zivilisiertesten, menschlichsten Großstadt der Welt, London, sehen wir allerdings Bilder des Entsetzens: Einreisende in Käfigen öffentlich wie Vieh zusammengetrieben, Obdachlose und Mittellose in erbärmlichsten Hütten hausend und natürlich keine Kinder…

Ein Film der sicherlich der Redewendung „Kinder sind ein Geschenk Gottes“ eine noch weitaus existenziellere Bedeutung beimisst und uns durchaus realisieren lässt, dass unsere Zukunft nicht nur vom technischen Fortschritt und unseren gesellschaftlichen Grundsätzen abhängen kann.

All diese Gedanken und Bilder vor meinem inneren Auge sind mir nur vergönnt, weil dieser Film so verdammt stark umgesetzt ist. Bereits von der ersten Sequenz an ist man gefesselt, Seite an Seite mit dem Schicksal der Welt. Die Nachricht, die über lokale Medien überliefert wird, dass der gegenwärtig jüngste Mensch, Diego Ricardo (18), Opfer eines gewaltvollen Übergriffes wurde – symbolisch unter anderem für die immer geringere Menschlichkeit auf Erden stehend – schockiert die Menschen in einer so dramatischen Weise, dass es nur schwer nachzuvollziehen ist.

Hierbei lässt sich sehr deutlich festmachen, was eben diese unwahrscheinliche Stärke des Films ausmacht: Neben schauspielerischen Topleistungen, allen voran wäre Clive Owen zu nennen, wahnsinnig gut dosierter und inszenierter Aktion mitreißender Kämpfe, Verfolgungsjagden und Aufstände, ist es vor allem das, was in unserem Inneren ausgelöst wird. Dialoge, Story Line, Kamerafahrten, Schauplätze, alles bietet ein solch großes Potenzial darin zu versinken, wie ich es selten erleben durfte und mich einige Zeit nachdenkend zurückgelassen hat.

Dabei sind die Ansatzpunkte so vielschichtig und facettenreich: Auf politischer Ebene sehen wir Regierungen bzw. das, was von ihnen übrig ist, wie sie durch Furcht und Einschüchterungen staatliche Gewalt exekutieren und ein System der kontrollierten Unterdrückung schaffen. Die kommunikative Interaktion zwischen den Staaten und auch den Menschen dieser Welt ist zum Erliegen gekommen – es gibt nichts mehr, wofür es sich lohnt zu kämpfen, denn man lebt in der letzten Generation, die diese Welt sehen wird.

Welche Hoffnung es noch geben kann und wie viel Menschlichkeit noch zurückgeblieben ist, möchte ich an dieser Stelle nicht mehr kommentieren, sondern nur eine stille Empfehlung geben, sich dieses kleine Meisterwerk zu Gemüte zu führen.

Peace out.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

pischti

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@laskler15

Dann click auf "Children of Men" und scroll zu OptiMaster´s Kommentar (der müsste ganz oben sein), dann gehts :)


OptiMaster

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^^ Selbst wenn es nicht klappen sollte, weiß ich nun, dass er Dir gefallen hat - freut mich!


jeffcostello

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Children of Men ist ein furchteinflößender Film, der sein Publikum in Sorge zurücklässt, denn seine Thematik von dem völligen Geburtenrückgang ist tief in der Realität geerdet und wird von Cuarons nüchtern-realistischem Stil getragen.
Fernab von der Künstlichkeit von Computer-Effektgewitter oder der mittlerweile nur noch nervtötenden Wackelkamera schaffen Alfonso Cuarón und sein Kameravirtuose Emanuel Lubetzki mit durchkomponierten Bildern und atemberaubend perfekten Plansequenzen, ohne das der Stil prätentiös oder aufgesetzt wirkt, einen harschen, dreckigen Realismus. Der großartigste visuelle Moment des Films ist wohl die Autofahrt, nie zuvor wurde eine Auto-Szene besser gefilmt, nie zuvor wurde der Raum eines Autos von der Kamera so wundervoll ausgelotet, hier zeigt Lubetzki ganz deutlich, dass er aktuell der beste seiner Zunft ist.
Children of Men wirkt stets greifbar und erschreckend nah, nie wie entfernte Science-Fiction, sondern eher wie die Wirklichkeit einfach konsequent weitergedacht, doch wenn es am Ende einzig und allein das Weinen eines Babys schafft die Waffen schweigen zu lassen, dann lässt Cuarón den Zuschauer nicht nur mit einem leichten Hoffnungsschimmer zurück, sondern auch mit dem starken Gefühl ein Meisterwerk gesehen zu haben.

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Vincent_Vega

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Yes!!! Schöner Kommentar!


jeffcostello

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Vielen dank ihr zwei! :)


TimX93

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Bewertung7.0Sehenswert

Alle Frauen sind unfruchtbar, es gab seit 18 Jahren keine neuen Geburten mehr, die Welt geht im Chaos zugrunde? Keine schlechte Basis für einen Film und definitiv eine coole Idee - auch wenn ich das Buch dazu nicht kenne, hat mich das Konzept doch wirklich angesprochen. Und obwohl der Film über weite Strecken ordentlich unterhalten hat, fehlt am Ende dieses "Besondere", das ihn vom gewöhnlichen Sci-Fi-Streifen zum viel propagierten cineastischen Meisterwerk macht.

CHILDREN OF MEN ist ein Film, der gerne viel wäre, auch viel hätte sein können, der aber letztendlich enorm unter seinen Möglichkeiten bleibt - nicht zuletzt deshalb, weil seine prinzipiell interessante Geschichte nicht stark genug erzählt und nicht intensiv genug ausgemalt wird. Inszenatorisch gibt es nichts zu meckern, schließlich saß hier auch Cuaron auf dem Regiestuhl. Szenen wie die im Auto oder auch der gefühlt minutenlange Gang durch die Army sind grandios. Aber der Geschichte, die diese Szenen miteinander kombiniert, mangelt es an Emotionen, an nachdenklichen Ruhephasen, an berührenden Dialogen ... die Wichtigkeit der jungen Mutter und ihres Kindes ist einfach nicht präsent genug. Dass das Ende des Films dann auch noch unglaubwürdig wirkt und all die Fragen, die ich mir während des Films gestellt habe, nicht beantwortet, war ebenfalls eine riesige Enttäuschung. Da halfen dann auch die tolle Performance von Clive Owen, die gute Musik und die erstklassige Inszenierung nicht weiter.

Alles in allem: CHILDREN OF MEN macht Spaß, kann seine eigenen hohen Ambitionen aber nicht ganz erreichen, was ihm leider einen faden Beigeschmack verleiht - trotz einiger großartiger Szenen, die man kaum hätte besser machen können.

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