Fünf Puppen auf der Terrorinsel

5 bambole per la luna d'agosto (1970), IT
Laufzeit 88 Minuten, Thriller

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Fünf Puppen auf der Terrorinsel - Bild 5718793
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von Mario Bava, mit William Berger und Maurice Poli

Chemiker Professor Gerry Farrell hat eine herausragende Entdeckung gemacht und will sie zum Wohle der Menschheit einsetzten, anstatt sie zu verkaufen. Er folgt jedoch der Einladung des Industriellen George Stark und auf dessen Anwesen auf einer Insel warten schon profitgierige Menschen. Doch schon kurz darauf wird ein Geschäftsmann ermordet und ihm folgen weitere Opfer…


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Bewertung7.0Sehenswert

Nur zwei Tage nachdem Mario Bava seinen Vertrag für „5 bambole per la luna d'agosto“ unterzeichnet hatte und ein ziemlich armselige Script vorgelegt bekam, begann schon der Dreh zu seinem nach eigener Aussage schlechtesten Film überhaupt. Bava, einer der großen Maestros des italienischen Kinos, lag damit wahrscheinlich so falsch wie nur selten, denn was er aus diesem mit Stars gespickten Stoff anstellt, hätten wahrscheinlich nur die wenigsten seiner Kollegen auf diese Art fertiggebracht. Für Änderungen an der Geschichte blieb ihm zwar nur sehr wenig Zeit, doch seine eigene, unverkennbare Note durchzieht auch dieses scheinbar ziemlich unpersönliche Werk.

Ohne Bava gäbe es nicht diesen bitterbösen Humor, der vor allem dann sehr ausgeprägt ist, wenn ein ums andere Mal eine in einem Plastiksack verpackte Leiche den anderen bereits dort liegenden leblosen Körpern im hauseigenen Kühlraum Gesellschaft leistet, was durchgängig von einem hämischen Score unterlegt wird.

Ohne Bava gäbe es nicht Zitate wie „Shall we bet who dies first? The dead one wins.“, was zur lockeren Atmosphäre, trotz des ernsten Themas um Geldgierigkeit und Egoismus des Menschen, wesentlich beiträgt. Nicht einmal die Morde bekommen wir zu Gesicht, um ähnlich gefühlskalt wie die Charaktere durch den Film getragen zu werden. Stattdessen zeigt Bava, wie sich weitere Intrigen bilden und machthungrige Männer versuchen, einem Wissenschaftler eine bedeutende Formel abzukaufen, um deren Inhalt der Zuschauer in Unkenntnis gelassen wird.

Ohne Bava wäre da nicht dieses typische nihilistische Ende, welches seinem folgenden „Reazione a catena“ nicht ganz unähnlich ist und mit dem er wieder einmal beweist, dass es ein Fehler ist, vorzeitig ein Urteil über seine Filme zu fällen.

Mit noch etwas mehr Zeit hätte Bava vielleicht auch der Handlung etwas mehr Struktur geben können und auch den vielversprechenden Cast um die bezaubernde Edwige Fenech letzten Endes besser zur Geltung kommen lassen.

Jetzt aber genug Konjungtiv: „5 bambole per la luna d'agosto“ IST trotz widriger Umstände ein wirklich guter Giallo und erst recht kein Schandfleck in Mario Bava Filmografie – auch, wenn der Titel nur so von Unsinnigkeit strotzt.

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