Das Fenster zum Hof
Rear Window, US 1954
- Genre
- Thriller, Mysterythriller
- Inhalt
Nach einem Unfall ist Jeff an einen Rollstuhl gefesselt. Daher kann er auch nicht eingreifen, als er am Fenster sitzt und glaubt, einen Mord zu beobachten.
- Cast
- James Stewart, Grace Kelly, Wendell Corey, Thelma Ritter, Raymond Burr, Judith Evelyn, Alfred Hitchcock — Mehr
- Regisseure
- Alfred Hitchcock
- Autoren
- John Michael Hayes, Cornell Woolrich
- Laufzeit
- 112 Minuten
- Emotion
- Aufregend, Romantisch, Spannend
- Handlung
- Amateur Detektiv, Bildjournalist, Blondine, Dieb, Ehering, Erpressung, Fenster, Festnahme, Feuerleiter, Fotograf, Freundin, Gebrochenes Bein, Gefahr, Hitze, Hof, Hummer, Hund, Junggeselle, Kamera, Kofferraum, Komponist, Krankenschwester, Kriminalinspektor, Künstler, Massage, Messer, Mord, Mord an Ehefrau, Mordverdacht, Nachbar, Rollstuhl, Schmuck, Sturz aus dem Fenster, Tänzer, Verdacht, Voyeur, Voyeurismus, Wohnung, Zerstückelung von Menschen
- Ort
- Manhattan
- Zeit
- 1950er Jahre, Nacht, Sommer
Über diesen Film
Das Fenster zum Hof basiert auf der Kurzgeschichte It Had to Be Murder des Krimi-Autors Cornell Woolrich aus dem Jahr 1942.
Handlung
Der Voyeur Jeff wird misstrauisch
Der Fotograf und Eigenbrötler Jeff … — Mehr
Das Fenster zum Hof basiert auf der Kurzgeschichte It Had to Be Murder des Krimi-Autors Cornell Woolrich aus dem Jahr 1942.
Handlung
Der Voyeur Jeff wird misstrauisch
Der Fotograf und Eigenbrötler Jeff (James Stewart) hat seit Wochen seine Wohnung nicht verlassen, da ihn sein Gipsbein an den Rollstuhl fesselt. Liebevoll umsorgt von seiner Pflegerin Stella (Thelma Ritter) und seiner attraktiven Verlobten Lisa (Grace Kelly ) harrt er der Dinge, bis er eines Tages etwas Mysteriöses entdeckt. Tag für Tag beobachtet der gelangweilte Jeff seine Nachbarn bei ihrem alltäglichen Treiben. So auch das ältere zerstrittenes Ehepaar Thorwald.
Nachdem Jeff Mrs. Thorwald einige Zeit nicht mehr gesehen hat, verlässt ihr Mann Lars (Raymond Burr) eines Nachts dreimal die Wohnung mit einem Koffer, um jedes Mal wieder in die Wohnung zurückzukehren. Daraufhin beobachtet Jeff, wie Thorwald in seiner Küche schließlich große Messer und eine Säge putzt. Dies genügt für Jeff, um seinen Freund, den Kriminalinspektor Doyle (Wendell Corey) zu verständigen. Doyle lässt Jeff sofort spüren, dass er seinen Ehrgeiz als Amateur-Detektiv nicht gutheißt. Nachdem er den Fall überprüft hat, stellt er fest, dass Mrs. Thorwald abgereist ist und dafür sogar Zeugen existieren.
Doch Jeff lässt nicht locker. Wieso ließ sie all ihre Kleider in der Wohnung zurück? Wieso hängt immer noch ihre Handtasche am Bettpfosten? Und wieso schrubbt ihr Mann seine Badezimmerwände? Für Jeff stellt sich der Fall folgendermaßen dar: Lars Thorwald hat seine Frau ermordet, sie eiskalt zerlegt und die Körperteile in der ganzen Stadt verteilt. Anschließend ist seine Geliebte, die alle für seine Ehefrau hielten, verreist und wartet nun auf Thorwald, bis der alles geklärt hat.
Der “Fall” Thorwald spitzt sich zu
Da sich Doyle weigert, weitere Ermittlungen anzustellen, muss sich der an den Rollstuhl gefesselte Jeff auf Stella und Lisa verlassen. Lisa avanciert gar zur Profi-Ermittlerin, was Jeff seiner ansonsten Modemagazine lesenden Freundin kaum zugetraut hätte. Als eines Tages der Hund der Nachbarin aus dem dritten Stock gegenüber ermordet aufgefunden wird, kombiniert Jeff blitzschnell, dies sei Thorwald gewesen. Körperteile seiner Frau könnten demnach im Vorgarten vergraben sein, wo der Hund buddelte und so den Zorn Thorwalds auf sich zog…
Jeff fasst einen waghalsigen Plan: Durch einen anonymen Anruf will er Thorwald Angst machen und bestellt ihn in eine nahe gelegene Bar. Währenddessen graben Lisa und Stella das Blumenbeet um, wo sie Teile der Leiche vermuten. Doch Lisa wird übermütig: Sie steigt über eine Leiter in Thorwalds Wohnung ein und durchsucht diese. Tatsächlich findet sie den Ehering von Mrs. Thorwald. Doch da taucht plötzlich wieder Thorwald in seiner Wohnung auf und entdeckt Lisa. Jeff und Stella rufen panisch die Polizei, die eintrifft bevor Thorwald Lisa etwas antun kann, und Lisa wegen Einbruchs festnimmt.
Um Lisa aus dem Gefängnis zu holen, eilt Stella daraufhin mit der Kaution von 250 Dollar zur Polizeistation, wohin auch Doyle bestellt wird. Jeff erhält anschließend einen anonymen Anruf, was nur bedeuten kann, dass Thorwald ihn entdeckt hat. Einige Minuten später erscheint er in Jeffs Wohnung…Zwar kann Jeff den Verbrecher durch das Blitzlicht seiner Kamera zunächst abhalten, doch er nähert sich – und stößt den Fotograf aus dem Fenster! In diesem Moment erscheint die Polizei und nimmt Thorwald fest.
Der Fall ist gelöst. Jeff und Lisa hatten recht – und nun muss sich Jeff mit zwei Gipsbeinen auskurieren.
Weiterführende Informationen
- Produktion und Dreharbeiten
Weitere Informationen im Internet und Literatur
- François Truffaut: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?, München: Heyne 1973, ISBN 3-453-00458-2.
- Rezension von Rüdiger Suchsland in der Filmzentrale
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Kritiker — Ausgezeichnet 8.8
Der Film Das Fenster zum Hof wurde von 38 Kritikern bewertet.
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„Das Fenster zum Hof“, inspiriert von einer Kurzgeschichte, zieht den Zuschauer auf eine spezielle Art in seinen Bann. Man setzt sich praktisch neben die Hauptfigur, man wird fast zur Hauptfigur und damit zum Voyeur, und nimmt die gleiche Schuld wie der Protagonist auf sich. Das ist der Reiz des Films. Dafür ließ Hitchcock mit einer sensationellen Detailverliebtheit im Studio eine schnuckelige Innenhof-Kulisse bauen, die dank beigefügter Straßengeräusche echt wirkt und einen tatsächlich vergessen lässt, dass die Kamera bis zum Finale nur von einem einzigen Zimmer aus die Geschichte bebildert.
Neben dem grandiosen Bühnenbild und der lebhaften Musik sind es die sympathischen Schauspieler, die bei der simplen Grundidee eine aufkommende Eintönigkeit im Keim ersticken. James Steward hat als Hauptfigur im moralischen Zwiespalt so einige Ecken und Kanten, bleibt aber immer nachvollziehbar. Grace Kelly wurde hier mit einer überzeugenderen und tiefergehenden Rolle ausgestattet als im vorangegangenen „Bei Anruf Mord“, worin sie gekonnt verschiedene Eigenschaften entfaltet. Ein weiterer Höhepunkt ist Thelma Ritter, die als Pflegerin mit trockenem Sarkasmus die Geschehnisse kommentiert. Die Dialoge, voll von subtilem Witz, wissen in diesem Hitchcock besonders zu gefallen.
Zwar liegen Spannung und Beklemmung lange nicht so deutlich in der Luft wie in einigen anderen Hitchcock-Thrillern, doch zählt hier eben die Grundidee und deren reichhaltige Hintergründe. Die Auflösung des Krimis gibt weniger her als man es erwarten darf, dafür aber bildet die letzte Einstellung einen eleganten und erneut humorvollen Schluss des Kreises. „Das Fenster zum Hof“ ist eine gewitzte psychologische Studie, reich an Interpretationsmöglichkeiten und gleichzeitig auch einfach nur ein netter Thriller mit Humor. Brillant bebildert, einfach originell und ohne Durchhänger unterhaltsam.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
[Hitchock] zeigt, was der Blick auslöst, seziert die Reaktionen des Betrachters - und führt uns damit unsere eigenen Reaktionen vor. Ein Film der den Betrachter ins sich hinein zieht, und mitunter an einem hochkomplexen Wechselverhältnis von Subjekt und Objekt der Beobachtung strickt - in diesem Sinn auch das autobiographischte Werk Hitchcocks, der Film, der das Verhältnis von Autor und Werk in den Mittelpunkt stellt, sozusagen Hitchcocks "Las Meninas".
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Kommentare — Sehenswert 7.9
Der Film Das Fenster zum Hof wurde von 2418 Mitgliedern bewertet.
Kubrick_obscura 2010/01/10 18:58:02
Sah ich doch in den letzten Tagen eher schwächere Hitchcock-Filme, fällt mir nach "Rear Window" das Atmen schwer. Dieser Film hat mich aufs hinterhältigste gefangen genommen. Für ca. 2 h war ich Teil dieser wirklich liebenswerten und einladenden Nachbarschaft, die man getrotst als den eigentlichen Hauptakteur dieses Meisterwerks bezeichnen kann. Sex, Kunst, Musik, Einsamkeit, Treue, Liebe, geballt in einer Aneinanderreihung von Leinwänden, die nur zufällig wie Fenster aussehen. :)
Darunter ein Mord, der den Faden vorgibt. Allerdings, nur zum Teil, denn die andere Seite, mit ebenso großem Interesse von Hichtcock inszeniert, ist die Liebesbeziehung zu Lisa Freemont, gespielt von Grace Kelly.
Sie ist eine Heldin, eine größere sogar als ihr leicht-arroganter, aber empfindsamer Partner. Und eben diese Heldin ist zum Verlieben da. In einer Nahaufnahme, die zu reproduzieren ich für unmögliche halte, wird diese Lisa eingeführt als wäre sie ein Engel von einem anderen Stern und man fragt sich als Zuschauer die ganze Zeit: "Was hat dieser Jimmy Stewart nur für alberne Zweifel an dieser Frau?" Der Zuschauer soll sich in sie verlieben, weil sie so wagemutig, aufrichtig und auch ein bisschen wunderschön ist.
Hinzu kommen großartige Nebendarsteller, wie Thelma Ritter, die coolste Krankenschwester der Filmgeschichte, oder all die kleinen Nachbarsleut', wie die einsame Frau in der Parterre oder der gesellige, aber letztendlich doch einsame, Komponist, der ganz nebenbei die Musik des Films liefert. Es gibt in "Rear Window" kein Stück Off-Musik!
Zurecht ist dieser Film ein Klassiker und er sollte Pflichtprogramm und Bibel sein für jeden, der sich nur annähernd mit dem Filmhandwerk beschäftigt. BASTA!!!
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Kubrick_obscura 2010/01/10 19:26:56
Ich habe ja schon "Vertigo" die 10 gegeben, den ich noch einen Tick besser finde als "Rear Window"
ellen_ripley 2009/12/11 11:33:33
Gab es je eine schönere Frau auf der Leinwand?
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SgoTscH 2009/12/03 14:03:08
Ja, eine wirklich tolle, unterhaltsame Nachbarschaft wurde hier kreiert, die gleicht den Soundtrack als Mitgift perfekt in den Film schleust.
Aber einen etwaigen Mord derartig omnipräsent und doch nicht sichtbar über den ganzen Film mehr als nur lebendig zu halten ist bemerkenswert.
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Der Film Das Fenster zum Hof gehört zum Genre Thriller, Mysterythriller. Regie führte Alfred Hitchcock.
Vertigo - Aus dem Reich der Toten
Der unsichtbare Dritte
Der Dritte Mann
Psycho
Die Vögel

[...] Bereits 1948 ließ sich Alfred Hitchcock ("Der unsichtbare Dritte"; "Psycho") auf ein filmisches Experiment ein. Mit seinem nur 77 Minuten andauernden Kammerspiel "Cocktail für eine Leiche", der nur geschnitten wird, wenn es aufgrund der damaligen begrenzten Filmrollen der Kameras unbedingt erforderlich war. Jedoch an für den Zuschauer kaum wahrnehmbaren Stellen, sodass sich der Anschein herauskristalisiert, dass der Film nur aus einer einzigen Kamerafahrt besteht. So wurde "Cocktail für eine Leiche" letztlich zwar kein enormer Kassenschlager, seine visuelle Stärke in Verbindung mit einem ebenso starken narrativen Konzept kann man ihm dennoch nicht absprechen, was zudem impliziert, dass dem Altmeister, der einen handwerklich nahezu neuen Weg beschritten hat, diesen auch bravourös gemeistert hat. 7 Jahre später geht Hitchcocks besonderes Rezept, seine Handlung nur in einem verhältnismäßig kleinen Raum ausbreiten zu können und die Konstellation der Figuren aufs Minimalste zu beschränken, in die nächste Runde. "Das Fenster zum Hof" heißt er, dieser optisch einmal mehr ganz und gar auffallende Kandidat, bei dem sich der "Master of Suspense" auf eine äußerst geistreiche Story stützt und zugleich die konventionellen Sehgewohnheiten des Zuschauers ad absurdum führt. [...]
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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