Das Lied der Straße
La Strada, IT 1954
- Genre
- Road Movie, Melodram
- Inhalt
Für ein paar Groschen kauft sich der grobschlächtige Gaukler Zampano eine neue Assistentin, das naive Mädchen Gelsomina. Obwohl Gelsomina von Zampano verachtet und mißhandelt wird, fühlt sie sich an ihn gebunden und hält unbeirrbar zu ihm. Eines Tages tötet er den verrückten Seiltänzer Matto, der für Gelsomina ein echter Freund war. Diese Tat bringt eine entscheidende Wende für ihrer beider Leben.
- Cast
- Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart, Aldo Silvani, Marcella Rovere, Livia Venturini — Mehr
- Regisseure
- Federico Fellini
- Autoren
- Tullio Pinelli, Ennio Flaiano, Federico Fellini
- Laufzeit
- 108 Minuten
- Ort
- Gefängnis
- Handlung
- Abhängigkeit, Allein Stehend, Aufopferung, Aussehen, Autorität, Barmherzigkeit, Clown, Dankbarkeit, Egomanie, Enttäuschung, Erwachsenwerden, Flucht, Gaukler, Gefängnis, Geliebte, Große Liebe, Harley Davidson, Harter Kerl, Hassliebe, Hoffnungslosigkeit, Kloster, Leiden, Liebe, Liebeskummer, Liebeslied, Liebespaar, Liebeswirren, Macho, Melancholie, Menschliche Schwäche, Mitgefühl, Mitleid, Mord, Naivität, Partnerschaft, Pascha, Rache, Romanze, Schlechtes Gewissen, Schuldgefühl, Schwärmerei, Selbstverwirklichung, Sterben und Tod, Straße, Straßenkünstler, Straßentheater, Streit, Suche nach vermisster Person, Trauer, Trompete, Ungeselligkeit, Verlieben, Verliebt in den Feind, Verlust der Großen Liebe, Versehentlicher Mord, Wahnsinn, Wanderzirkus, Welle, Wut und Hass, Zirkus, Zuneigung, Zärtlichkeit
- Stimmung
- Berührend, Ernst, Hart, Romantisch
Über diesen Film
Handlung
Der über das Land fahrende Artist Zampano (Anthony Quinn) sucht Ersatz für seine verstorbene Assistentin Rosa. In einem kleinen Ort an der Küste wird er fündig. Für 10.000 Lire kauft er Gelsomina (Giulietta Masina) ihrer … — Mehr
Handlung
Der über das Land fahrende Artist Zampano (Anthony Quinn) sucht Ersatz für seine verstorbene Assistentin Rosa. In einem kleinen Ort an der Küste wird er fündig. Für 10.000 Lire kauft er Gelsomina (Giulietta Masina) ihrer Mutter ab. Das einfältige, gutmütige Mädchen begleitet Zampano von nun an auf seiner Tour durch italienische Ortschaften, in denen er seine Kunststücke vorführt. Gelsomina wird von ihrem wortkargen Chef angelernt. Bald spürt die sensible, mädchenhafte Frau am eigenen Leib, dass Zambano sich nicht immer unter Kontrolle hat. Sie ist seinen Wutanfällen und autoritären Erziehungsmethoden hilflos ausgeliefert. Daraufhin beschließt sie abzuhauen. Der Fluchtversuch misslingt. Zambano prügelt sie auf offener Straße zusammen. Sie fügt sich ihrem Schicksal. Immerhin bekommt sie genug zu essen und insgeheim liebt sie das Rauhbein.
Zampano schließt sich einer Zirkustruppe an. Glesomina lernt den Seiltänzer Matto (Richard Basehart) kennen, der sie respektiert. Für Zampano unmenschliches Verhalten gegenüber Gelsomina hat er allerdings keinerlei Verständnis. Nachdem der humorvolle Matto einen Eimer Wasser über den sich gebärdenden Zampano schüttet, rastet dieser aus. Doch bevor der Kraftprotz den provozierenden Matto mit seinem Messer erstechen kann, wird er von der Polizei verhaftet. Gelsomina bekommt von dem Zirkusdirektor das Angebot sich der Truppe anzuschließen, um nicht mehr von Zampano abhängig zu sein. Doch sie entscheidet sich bei dem wieder aus der Haft entlassenen Zampano zu bleiben.
Als sie gemeinsam mit ihrem Pritschenwagen über eine Landstraße fahren, sehen sie Matto mit einer Panne am Strassenrand stehen. Zampano nutz die Gelegenheit, um sich bei Matto zu revanchieren. Mit nur zwei Schlägen streckt er den Seiltänzer nieder. Gelsomina bemerkt, dass mit Matto etwas nicht stimmt und fängt an zu weinen. Matto wurde durch die zwei kraftvollen Schläge getötet. Schnell verwischt Zampano alle Spuren und verlässt fluchtartig den Tatort. Gelsomina kommt über den Mord nicht hinweg. Sie ist kaum ansprechbar. Da der Gaukler nichts mehr mit dem verzweifelten Mädchen anfangen kann, setzt er sie auf einer Hochebene ab und verschwindet schnell.
Jahre später hört er in einer Ortschaft auf einmal ein Lied, was Matto seiner Gelsomina auf der Trompete beigebracht hatte. Von der Frau, die das Lied gerade summt, erfährt er, dass die verstummte Gelsomina in diesem Ort einsam verstorben ist. Tief berührt geht er in eine Kneipe und besäuft sich. Dann läuft er an den Strand und bricht unter Tränen zusammen.
Weiterführende Informationen
- Wissenswertes
Weitere Informationen im Internet
- Ausführliche Filmbesprechung von Peter Matthew auf criterionco.com (eng.)
- Filmbeschreibung bei der Filmzentrale.com
Quellen
1 Auszug aus Metzler Filmlexikon auf Mediacultur-online.de
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.1
Der Film Das Lied der Straße wurde von 15 Kritikern bewertet.
alviesinger: Frankfurter Stadtkurier
Schräges Liebesdrama von Fellini mit einem großartigen Anthony Quinn. Abstriche gibt es meiner Meinung nach für Fellinis Ehefrau Guilietta Masina, deren Charakter wohl kindlich naiv erscheinen soll, jedoch clownesk wirkt und eine billige Chaplin-Kopie darstellt.
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Kommentare — Sehenswert 7.3
Der Film Das Lied der Straße wurde von 247 Mitgliedern bewertet.
JimiHendrix 2010/01/13 18:57:56
Ein Klassiker Frederico Fellinis der fast zeitlos zu sein scheint.
Ich sah diese wertvolle Kamelle irgendwann die Tage nachts bei RBB anlässlich des 90. Geburtstag des verstorbenen Regisseurs. Ich habe zwar schon so manches von Fellini gesehen und drückte mich aber noch etwas vor diesem Klassiker. Dann fing er mich aber beim rumschalten ein und ich musste ihn gucken.
Die Story ist eigentlich recht schnell abgewickelt, aber die Art und Weise, wie Frederico Fellini sie zu erzählen weiß, gibt dem Film eine besondere Note. Wie er die beiden so unterschiedlichen Hauptcharaktere mit einander verbindet, obwohl da überhaupt nichts ist, trotzdem, so scheint es zumindestens, schafft er es.
Giulietta Masina als die kindlich-liebenswerte und naive Gelsomina ist brillinat besetzt und zelebriert ihre Rolle in jedem Zug.
Anthony Quinn als der große Zampanò war seine beste Rolle, aber so viel habe ich auch nicht von ihm gesehen. Er spielt den mürrischen, hitzköpfigen und machohaften Rohling exzellent. Ihm sind solche Stereotypen wie auf den leib geschustert und er trug weite teile des Films durch seine unausstehlich Art alleine.
Fellini schont seine Darstellenden nicht im geringsten und man sieht ihnen wirklich an, wie sich sich durch ihr Elend quälen, merh schlecht als recht bis....
Als Filmkritiker sollte man diesen Film gesehn haben, für alle anderen ist es vielleicht nicht so das allgemein verträgliche cineastische Gut.
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pellekraut007 2010/01/11 11:56:10
LA STRADA ist für mich ein Meisterwerk! Eine trauriger, abstoßend männlicher "Zampano", der keine Fäden zieht, dafür aber Hunden was beibringen kann, zersprengt eine Kette, mit der Kraft seiner Lungen und braucht eine neue Assistentin. Er nimmt sich ein einfältiges Mädchen, Gelsomina, die kleine Schwester der verstorbenen Assistentin, die aussieht wie ein Rettich und so nützlich ist wie ein Stein. Und als Gelsomina den kleinen Oswaldo in seinem Bettchen sieht, entfaltet sich der ganze Zauber ihres überidischen Wesens. Im Himmel erscheint ihr ein weltlicher Engel, Matto, der an ihr Gefallen findet und sie zum Seiltanz einlädt. Doch sie bleibt lieber auf der Erde und folgt ihrem gewalttätigen, tumben Herren, der sie zuletzt, nachdem er Matto erschlagen hat, was ihr das Herz brach, am Straßenrand liegen läßt und sich heimlich davon stiehlt, auf einem dreirädrigen Motorrad-Zirkuswagen, der als Ding gewordene Metapher auf das Gauklerleben einen Oscar erhalten sollte. Dieser Film besticht durch seine grandiosen Darsteller, Giulietta Masina, Anthony Quinn und Richard Basehart, die die Figuren sind, die sie eigentlich nur spielen. La Strada betäubt durch die traurigen, grauen Bilder der Zirkuswelt in einem kargen und armen Italien und... er bewegt durch die eindringliche Musik. Dieser Film ist ein Meisterwerk, jedes vergleichen mit anderen Filmen oder die Suche nach einem bedeutungsvollen Erzählstrang ist unwichtig oder belanglos..., LA STRADA ist einfach große, große KUNST! Grunz!
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Adio 2009/12/23 13:45:08
La Strada ist für mich persönlich bislang der zugänglichste Film Fellinis. Man möge hier wie so manch anderer tiefgehend analysieren und loben, was für ein ausgezeichnetes Außenseiterdrama dieses Werk doch sei. Sehr viel mehr als eine recht unspektakuläre Geschichte zweier Zigeuner ist er um ehrlich zu sein allerdings nicht.
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Der Film Das Lied der Straße gehört zum Genre Road Movie, Melodram . Regie führte Federico Fellini.

Meisterlich erzählt Fellini seine Außenseitergeschichte als Parabel über Geschlechterhierarchien, italienische Erziehung und das Erwachsenwerden. Die tragende Musik von Nino Rota wird bestärkt durch das überragende Mimenspiel Giulietta Masinas, während das Lied der Straße vor allem eines der Abschiede bedeutet: Eine lebensbejahende, menschliche Geschichte, die in ihrer stilisierten Inszenierung und dem Mut zur Fantasie mehr über den Neorealismus verrät, als es sich Fellinis Gefolgschaft seinerzeit vor Augen zu führen wagte.
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