Geliebtes Leben

Life, Above All (2010), DE/ZA
Laufzeit 106 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 12.05.2011

7.7 Kritiker
14 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.8 Community
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von Oliver Schmitz, mit Khomotso Manyaka und Khomotso Manyaka

Man muss schon hartgesotten sein oder einen Hang zum Galgenhumor, um dieses Leben als Geliebtes Leben zu bezeichnen: Die 12-jährige Chanda (Khomotso Manyaka) wächst in einfachen, aber liebevollen Verhältnissen im ländlichen Township Elandsdoorn in der südafrikanischen Provinz auf. Sie ist eine gute Schülerin und blickt zuversichtlich auf ihr Leben und ihre Zukunft. Doch Chandas Welt verändert sich schlagartig, als ihre einjährige Schwester Sara stirbt und kurz darauf ihr Stiefvater Jonah verschwindet. Als auch noch ihre geliebte Mutter Lilian (Lerato Mvelase) schwer erkrankt, ist Chanda völlig auf sich gestellt und muss die Verantwortung für ihre zwei jüngeren Geschwister übernehmen. Seltsame Dinge passieren: die einst so zuvorkommende Nachbarschaft meidet die Familie zunehmend, und nur die unangenehm neugierige Mrs. Tafa mischt sich mehr ein, als Chanda lieb ist. Das Mädchen ahnt, dass alles mit der Krankheit ihrer Mutter und dem Tod ihrer Schwester zu tun haben könnte, aber niemand spricht offen mit ihr. Tabus, Geheimnisse und Angst sind allgegenwärtig. Da entschließt sich Chanda gegen jede Regel, Fragen zu stellen und das Schweigen zu brechen…

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  • Chanda (Khomotso Manyaka) geht einen mutigen Weg.
  • Chanda (Khomotso Manyaka) und ihre Mutter Lilian (Lerato Mvelase) sind immer für einander da.
  • Mrs. Tafa (Harriet Manamela) beobachtet ihre Nachbarn ganz genau.
  • Chanda (Khomotso Manyaka)

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Cast & Crew


Kritiken (14) — Film: Geliebtes Leben

Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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7.5Sehenswert

"Geliebtes Leben" zeigt eindringlich, wie der verlogene Umgang mit "offenen Geheimnissen" und die damit verbundene Angst vor Ausgrenzung an sich funktionsfähige Gemeinschaften lahmlegen. Ein universelles Thema, das mit der dramaturgisch gut gewählten, jungen Protagonistin einen glaubwürdigen und doch sehr kinowirksamen Plot mit einem sehr emotionalen Show-down ergibt.

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Christiane Peitz: Der Tagesspiegel Christiane Peitz: Der Tagesspiegel

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7.5Sehenswert

Geliebtes Leben ist ein Film über eine Jugendliche, deren Kindheit vor der Zeit zu Ende ist – ein Film für jugendliche wie für erwachsene Zuschauer. [...] Regisseur Oliver Schmitz inszeniert diese stille Tragödie nicht als mitleidheischendes und mit Elendsfolklore angereichertes Drama, sondern bewegt sich bei der Verfilmung von Allan Strattons Jugendbuch "Worüber keiner spricht" auf Augenhöhe seiner Protagonistin.

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Birgit Roschy: echo online, epd Film Birgit Roschy: echo online, epd Film

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8.0Ausgezeichnet

Das Drama Geliebtes Leben spielt jenseits touristischer Attraktionen im ländlichen Township Elandsdoorn, erzählt aber eine universelle Geschichte. [...] Laiendarstellerin Khomotso Manyaka meistert ihren Part mit einer Mischung aus Sturheit und verletzlicher Anmut und lässt Chanda über die Opferrolle hinauswachsen.

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Katja Lüthge: Berliner Zeitung, Frankfurt... Katja Lüthge: Berliner Zeitung, Frankfurt...

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6.0Ganz gut

Wirklich hässlich wird es im Film des in Südafrika geborenen und mittlerweile in Deutschland lebenden Regisseurs Oliver Schmitz nie. Die auf dem Jugendbuch „Worüber keiner spricht“ beruhende Verfilmung versteht sich zwar nicht als Kinderfilm, scheut aber vor erwachsenen Bildern zurück. Das wirkt angesichts des zentralen Themas des Films, nämlich der epidemischen Verbreitung von HIV, dem millionenfachen Sterben und den vielen Aids-Waisen im südlichen Afrika einigermaßen befremdlich und verkitscht die Lebenswirklichkeit der Betroffenen unnötig.

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Peter28

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... und welche erwachsenen Bilder sollte ein Film FSK:12 denn zeigen um Ihrer Kritik gerecht zu sein? Ich bin 56, Vater von 4 Kindern.


Ulrike Mattern: epd-Film Ulrike Mattern: epd-Film

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8.0Ausgezeichnet

Geliebtes Leben ist als Coming-of-Age-Melodram behutsam in Szene gesetzt; die Kamera bezieht Position, sie bewegt sich auf Augenhöhe mit den jungen Darstellern, die größtenteils zum ersten Mal vor der Kamera stehen. Spektakuläre Effekte sind der Inszenierung fremd, die Realität ist grausam genug.

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Martin Schwickert: Die Zeit Martin Schwickert: Die Zeit

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7.5Sehenswert

In „Geliebtes Leben“ geht es nicht um Sozialtristesse und Elendsvoyeurismus, sondern um die Folgen der Tabuisierung besonders für die Kinder der Erkrankten. Mit einer starken Mädchenfigur, die der Wahrheit auf den Grund geht und sich vehement für einen humanen Umgang mit der infizierten Mutter einsetzt, schlägt Schmitz [...] eine Schneise der Hoffnung durch eine im Grunde sehr trostlose Geschichte.

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D.Bickermann: Schnitt D.Bickermann: Schnitt

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7.5Sehenswert

Überraschenderweise sind es (neben der bemerkenswerten 13jährigen Hauptdarstellerin) ausgerechnet die anfangs noch als Hindernis verdächtigten deutschen Beteiligten, die aus einem klischeebeladenen Dritte-Welt-Stoff ein ergreifendes Familiendrama machen, das in Cannes Preise und Zuschauerherzen gewann. Allen voran empfiehlt sich Kameramann Bernhard Jasper mit poetischen Bildern und einer gloriosen Farbpalette für größere Aufgaben. Aber auch der bisherige Fernsehregisseur Oliver Schmitz beweist in den hochdramatischen Momenten, an denen es hier nicht mangelt, ein ausgezeichnetes Gespür für stille und subtile Emotionsführung.

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Cristina Moles Kaupp: fluter Cristina Moles Kaupp: fluter

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8.0Ausgezeichnet

Geliebtes Leben basiert auf dem Roman "Worüber keiner spricht" des Kanadiers Allan Stratton, ein so genannter Longtime-Seller jenseits des Atlantiks. Der in Südafrika aufgewachsene Regisseur Oliver Schmitz hat die Geschichte seiner Erfahrungswelt angepasst, ohne sie übermäßig zu verkitschen. Um dokumentarische Authentizität zu vermitteln, kommen Handkameras an ursprünglich belassenen Orten zum Einsatz. Trotzdem ist Geliebtes Leben anrührend und bewegend. Zeigt er doch neben dem von Aids geprägten Alltag eine beispiellos schöne Mutter-Tochter-Beziehung und feiert eine couragierte Freundschaft.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Die Kamera von Bernhard Jasper fängt farbgesättigte, eindrucksvolle Bilder ein, die aber gar nichts mit Postkartenansichten gemeinsam haben. Die langen Einstellungen verleihen dem Film einen geruhsamen, fast meditativen Rhythmus, der europäischen Sehgewohnheiten teilweise zuwiderläuft. Obwohl manche Situation im von Regisseur Oliver Schmitz selbst zusammen mit Dennis Foon verfassten Drehbuch etwas konstruiert wirkt, gelingt es dem Regisseur, eine zwar zu Herzen gehende, aber in keinem Augenblick ins Rührselige abdriftende Mutter-Tochter-Beziehung zu schildern. Großen Anteil daran hat auch die junge Khomotso Manyaka, die für ihre herausragende Darstellung auf dem „Durban International Filmfestival“ als „Beste Hauptdarstellerin“ ausgezeichnet wurde. Das Drama erhielt darüber hinaus den Preis als „Bester afrikanischer Spielfilm“ und wurde vom Südafrikanischen Auswahlkomitee für den Oscar in der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ ausgewählt. Beim Filmfestival Cannes 2010 erhielt „Geliebtes Leben“ außerdem den „Prix François Chalais“, der Filme würdigt, die sich in besonderer Weise mit dem aktuellen Weltgeschehen auseinandersetzen.

Obwohl Oliver Schmitz’ Film die durch Aids und soziale Ausgrenzung verursachte beklemmende Realität nicht verschweigt, macht er Hoffnung, weil „Geliebtes Leben“ die Bedeutung von Mitgefühl, Loyalität und Freundschaft verdeutlicht. Außerdem zeigt der Film, dass ein intelligentes, mutiges Mädchen in der Lage ist, die Welt zu einem besseren Ort zu verändern.

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H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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9.0Herausragend

Geliebtes Leben ist ein spannendes Drama, ein bewegender Menschen-Film, der an jedem Ort der Welt spielen könnte und sich auch beeindruckend gut in unsere Befindlichkeiten unterhaltsam einnistet. [...] Der Film erfüllt keine vorurteilsbeladenen Erwartungen, sondern entpuppt sich als Klasse-Kino.

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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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8.5Ausgezeichnet

Mit dem Mut zum großen Gefühl erzählt Regisseur Oliver Schmitz die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung, die durch Tabus und Vorurteile belastet wird, alles aus der Perspektive einer Heranwachsenden. Damit spricht Geliebtes Leben ein junges Publikum an, aber nicht nur. Schmitz rückt auch das übliche in den Medien verbreitete Afrikabild von Hunger und Armut zurecht. Er verzichtet auf Stereotypen und bringt dem Zuschauer ganz normale Menschen nahe, die in ihrem kleinen Kosmos über die Runden kommen müssen.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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7.5Sehenswert

Behutsam und unvoyeuristisch tastet sich Schmitz in Geliebtes Leben an das Thema heran, findet für jugendliche Zuschauer vielleicht angemessen einfache, für Erwachsene jedoch etwas schlicht wirkende Antworten auf die extreme Tabuisierung der Krankheit: der Aberglaube, das Gerede der Nachbarn, die Angst vor der Ansteckung. Die gesellschaftlichen Zusammenhänge bleiben damit im Verhältnis zur alles überstrahlenden Heldenfigur eher schemenhaft im Hintergrund.

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alviesinger: bummelkino

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7.5Sehenswert

Ein unbeschwertes Leben sieht anders aus. In einer staubigen Wüstengemeinde voller Elend und Armut muss ein zwölfjähriges Mädchen mit ihrem versoffenen Stiefvater auskommen, die beste Freundin aus dem Kinderprostitutionssumpf herausziehen und aufgrund der schweren Krankheit der Mutter auch noch die beiden jüngeren Halbgeschwister versorgen. Nebenbei wird die tapfere Kleine von weiteren Schicksalsschlägen gebeutelt und hadert mit dem korrupten Politsystem Südafrikas. „Geliebtes Leben“ wirft einen schonungslosen Blick auf das Tabuthema des sterbenden Kontinents: Aids. Keine der Figuren möchte diese furchtbaren vier Buchstaben aussprechen, keiner will mit dem leider so präsenten Virus, der so genannten Strafe Gottes, in Verbindung gebracht werden. Die Furcht vor der tratschenden Nachbarschaft und einer folgenden Stigmatisierung ist allgegenwärtig. Oliver Schmitz schuf einen Film, der durch seine etwas überladene Problematik bisweilen an eine südafrikanische Variante von Frank McCourts irischem Leidenswerk „Die Asche meiner Mutter“ erinnert. Trotzdem ist „Geliebtes Leben“ ein wichtiger Film, der zu Recht als afrikanische 2011er Oscar-Hoffnung für den besten fremdsprachigen Film gilt. Denn allein die unglaublich präsente 13-jährige Khomotso Manyaka ist in ihrer Rolle als nicht aufstecken wollende Tochter schlichtweg fabelhaft.

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G. H. Jekubzik: programmkino.de G. H. Jekubzik: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

Dass der 1960 in Kapstadt geborene und in Deutschland arbeitende Schmitz filmisch recht konventionell erzählt, kommt der Wirkung des Films nur zugute. Denn so kann die südafrikanisch-deutsche Koproduktion sowohl im Arthouse- als auch im Mainstream-Bereich punkten und eignet sich zudem hervorragend für Kinder und Jugendliche.

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Kommentar — Film: Geliebtes Leben

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Le_ruse

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Bewertung6.5Ganz gut

Geliebtes Leben erzählt eine Geschichte - die Geschichte eines Mädchens in einem Township. Sie ist jedoch nicht geprägt von Armut und Elend, sondern eher von einer Sub-Gesellschaft, in der Ansehen, Ehre, aber auch (Aber)Glaube wichtige Rollen einnehmen.

Technisch gut umgesetzt überzeugen sowohl die Ruhe des Films als auch die Bilder und Töne, die Musik und der Klang. Die schauspielerischen Leistungen variieren stark - den sicherlich stärksten Eindruck hinterlässt der Film jedoch durch seine Protagonistin (Khomotso Manyaka), die wirklich eine großartige Leistung zum Besten gibt. Erst Randfigur der eigentlichen Geschichte gerät sie im Laufe der Zeit immer mehr in den Fokus, was letztlich auch dem Film immer mehr zu Gute kommt.

Größter Knackpunkt des Films ist sicherlich seine Inszenierung. Man muss den Stil - die ruhige Präsentation einer gesamten Geschichte - mögen, der sich doch stark vom klassischen Blockbuster-Drama unterscheidet. Die fremde Kultur sowie die fremde, lediglich untertitelte, Sprache (weiße Schrift auf teilweise weißen Hintergrund verstärkt den Effekt leider) erschweren trotz teilweise grandiosem Charakterspiel der eigentlichen Protagonistinnen das Hineinversetzen in die Charaktere.

Nichtsdestotrotz ist 'Geliebtes Leben' ein bewegender, nachdenklicher Film aus einer ebenso interessanten wie fremden Kultur.

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