Halt auf freier Strecke

Halt auf freier Strecke (2011), DE Laufzeit 110 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 17.11.2011


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7.4
Kritiker
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7.5
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68 Kommentare
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von Andreas Dresen, mit Steffi Kühnert und Milan Peschel

Milan Peschel zeigt uns in Halt auf freier Strecke: Krebs ist, wenn man trotzdem lacht.

Handlung von Halt auf freier Strecke
Die tödliche Diagnose trifft ihn mitten im Leben: Frank (Milan Peschel) ist gerade einmal 40 Jahre alt und hat einen inoperablen Gehirntumor. Der Krebs zwingt seine Familie, Frau Simone (Steffi Kühnert) und die beiden Kinder, Halt auf freier Strecke zu machen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden mit dem Sterben umzugehen. Frank zieht sich zurück und hält Zwiesprache mit seinem Tumor. Simone will ihren Mann bis zum Tode pflegen, auch wenn es sie ihre letzte Kraft kostet. Dabei wird sie liebevoll von ihrem kleinen Sohn unterstützt. Die Tochter kann nicht mitansehen, wie die Krankheit den Körper und die Persönlichkeit des Vaters Stück für Stück auffrisst und sucht Ablenkung außerhalb des Familienlebens.

Hintergrund & Infos zu Halt auf freier Strecke
Andreas Dresen (Sommer vorm Balkon) inszeniert mit Halt auf freier Strecke ein Drama, das wie gewohnt im alltäglichen Milieu der Menschen stattfindet und deren Sorgen im Leben und Ängste vor dem Sterben zeigt. Die dritte Zusammenarbeit von Hauptdarstellerin Steffi Kühnert und Andreas Dresen ist erneut, wie bereits bei Halbe Treppe, von dem Improvisationstalent der Darsteller, nicht zuletzt auch dem von Milan Peschel, geprägt.

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Mehr Bilder (14) und Videos (4) zu Halt auf freier Strecke


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Halt auf freier Strecke
Genre
Drama
Zeit
Gegenwart
Ort
Deutschland
Handlung
Arzt, Familie, Gehirntumor, Krankenhaus, Liebe, Schmerzvoller Tod, Sex, Sterbebett, Sterben und Tod, Sterblichkeit, Tumor, Vater-Tochter-Beziehung, Verlust des Vaters, iPhone
Stimmung
Berührend, Hart, Traurig
Verleiher
Pandora Filmverleih
Produktionsfirma
Peter Rommel Productions, Rundfunk Berlin-Brandenburg

Kommentare (46) — Film: Halt auf freier Strecke


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mikkean

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film, der ungekünstelt mit einem der schwersten Themen überhaupt umgeht. Langsam zu sterben ist ein qualvoller, langwieriger Prozess. Leben zu lernen ist schon schwer, das Sterben eine unmögliche Bürde, die einer Strafe grausamer Götter gleicht.

"Halt Auf Aller Halber Strecke" nähert sich dieser Unmöglichkeit, fängt die langsame und unausweichliche Niederkunft des Todes in einer Familie ein. Die Haltung der Kamera ist dokumentarisch, Musik-Untermalung gibt es nicht. Alles wirkt unverfälscht und geht deshalb so nah. Auch wegen der Stärke der Darstellerriege, die durchweg unaufdringlich brillieren.

Schon allein, weil dieser Film etwas bei jedem ins Bewusstsein ruft, der etwas ähnliches durchgemacht hat. Frei von Anteilnahme-suchendem Pathos, kitschiger Melodram-Kniffe, die den Sonnenschein nach der Dunkelheit versprechen.

Dies ist das, wozu deutsches Kino fähig ist? Dann bitte mehr davon. Auch mit weniger heftigeren Themen.

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dannydiaz

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Andreas Dresen gefällt mir auch super. ich habe den Jahre lang vor mir hergeschoben, nach jedem Film denke, toll, und dann warte ich zu lang bis ich mir den nächsten vornehme.


mikkean

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Danke Leute. Ein in allen Belangen starker Film.
@Amelia: Du schmeichelst mir. Ich wusste auch nicht recht, wo ich da anfangen sollte. Und ich denke, so tief bin ich noch gar nicht vorgestoßen!
@dannydiaz: Dresen ist auf jeden Fall einer der deutschen Regisseure, bei denen ich wirklich mal darauf schaue, wenn etwas neues kommt.


Grimalkin

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Bewertung5.0Geht so

Der Film erinnert mich an die gleiche Situation in meinem Leben vor vier Jahren, die mich ein Elternteil verlieren ließ, nur eben hier in nüchternem, deutschem TV-Filmlook, mit unsympathischen Darstellern. Es ist zwar recht authentisch, man könnte sagen, eine Geschichte wie sie das Leben schreibt. Nur schreibt das Leben leider nicht immer die interessantesten Geschichten. Die Anfangssequenz mit der Diagnose und der Schluss sind allerdings nicht schlecht inszeniert, immerhin.

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agentcooper73

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Bewertung0.0Hassfilm

Elends-Voyeurismus par excellence

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TerminatorCHRIS

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein gelungener Film, der den Tod oder Leidensweg eines Menschen begleitet. Ganz ohne Kitsch. ACHTUNG SPOILER: Schon die erste Szene ist ein schauspielerisches Meisterwerk. Der Dialog zwischen dem Ehepaar mit dem Arzt, der die tödliche Krankheit preisgibt ist wohl die beste Bildszene in ganzem Film. Die Kamera fokusiert sich nur auf die fassunglosen Protagonisten, die diese Nachricht sehr menschlich auffassen.(Vorgemerkt 30.Mai 2012)

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jorg.hoffmann.9849

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Bewertung7.0Sehenswert

Frank (Milan Peschel) und Simone Lange (Steffi Kühnert) leben eigentlich ein beschauliches und ruhiges Leben, doch als bei Frank unerwartet ein unheilbarer Gehirntumor diagnostiziert wird, ändert sich schlagartig alles: Der Familienvater ist von der Angst auf den bevorstehenden Tod überwältigt und Simone und die Kinder der beiden fragen sich, was die Zukunft bringt. Frank wird schwächer und zu einer immer größeren Belastung für seine Familie, die miterleben muss, wie er kontinuierlich weniger Kontrolle über seinen Körper hat und so immer weniger Herr seiner selbst ist.

Halt auf freier Strecke ist ein Film,der noch lange nachwirkt.Ich habe noch nie so einen realistischen Film über Krankheit und Tod gesehen.
Der Film kommt ohne Musik aus,ist nah dran und zeigt,wie aus einer glücklichen Familie,eine Familie wird,die droht zusammenzubrechen.Die Darsteller,vor allem die zwei Hauptdarsteller spielen Ihre Rollen atemberaubend gut.Was bleibt,ist ein deutscher Film,der ohne groß Herz-Schmerz,realistisch und brutal den Verlauf einer tödlichen Krankheit aufzeigt und uns mit dem Tod versöhnt. 7/10 von mir

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Der dicke Bär

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Thematisch war der Film ganz gut, schauspielerisch ziemlich enttäuschend.

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david.kind.161

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Bewertung10.0Herausragend

"halt auf freier strecke" ist, ähnlich wie "liebe" von michael haneke ein film über den man eigentlich unmöglich schreiben kann. wer ihn wieder verlässt kann sagen, dass er da eine menge durchgemacht hat. weil er einen mutigen, kleinen und doch gewaltigen film gesehen hat. der film ist stellenweise dermaßen schmerzhaft aber auch dermaßen befreiend, dass ich wirklich, ich sage es offen, bitterlichst geweint habe. andreas dresen gelingt es, uns die eigene sterblichkeit vor augen zu führen. was man da sieht ist vieles zugleich: traurig, gnadenlos, warmherzig, humorvoll und zutiefst liebevoll. abschied nehmen ist nicht leicht.

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Kalkwerker

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Bewertung7.5Sehenswert

Es hat mich Mühe gekostet diesen Film bis zum Ende anzusehen. Der unerbittliche Blick der Kamera auf den Leidensweg der Familie, ist von einer brutalen Offenheit und völlig unsentimental. Es stellt sich die Frage nach dem eigenen Verhalten in einer ähnlichen Situation und man weiß es nicht...
Zu realistisch, zu hart, ohne ein Angebot der Gnade für den Betrachter, ich kapituliere.
Schnell wieder verkauft.

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Azazil

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein sehr realistischer Film, mehr deprimierend, frustrierend und manchmal auch ärgerlich als traurig, aber ich glaube genau das sollte er sein. Es würde mehr Punkte geben, aber die erste Filmhälfte nach der Eröffnungsszene war leider recht mühsam, seine volle Stärke kommt erst so wirklich im letzten Drittel auf. Man braucht schon etwas Geduld oder zumindest ging es mir so. Die Schauspieler sind überzeugend, die Inszenierung passt auch so weit, vielleicht etwas zu schlicht, andererseits muss es auch bodenständig dem Geschehen folgen - es ist nunmal kein Hollywood-Tränendrüsenfilm, sondern die Beobachtung eines langsamen Zerfalls.

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philip.montasser

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Bewertung0.0Hassfilm

"Halt auf freier Strecke" ist der langweiligste Film, den ich jemals gesehen habe.
Der Film ist inhaltlich sowie dramaturgisch absolut unorigell: bei einer der Figuren wird zu Anfang Krebs diagnostiziert und zum Schluß stirbt sie halt.
Das permanente Wissen darum, daß alles "nur gespielt" ist, läßt keine Identifikation mit den Figuren zu. (Als Dokumentation hingegen hätte der Film funktionieren können.)

Der Film hat nichts, was Filme gut macht. Keine interessante Handlung, keine interessanten Dialoge, keine interessante Kamera, keine (interessante) Musik. Ich frage mich, mit welchem Anspruch, mit welcher Motivation überhaupt Andreas Dresen Spielfilme macht. "Halt auf freier Strecke" ist erbärmlich.

P.S.: Pardon, nicht alles ist schlecht: das Plakat gefällt mir tatsächlich sehr gut. Den leitmotivischen Baum in den Schädel einzupflanzen, ist ausnahmsweise wirklich originell. :)

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philip.montasser

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Gut gespielt von mir aus. Aber das schwache Drehbuch konnten die Darsteller auch nicht wettmachen...
Der Film war absolut oberflächlich und banal.
Wie gesagt, wenn ich Realität sehen will, dann führe ich mir einen echten Dokumentarfilm zu Gemüte, der zwar auch niemals die ganze Realität ohne Abstriche zeigen kann (allein, weil die Kamera in ihrer Sicht nun mal beschränkt ist), aber immerhin - vorausgesetzt, er ist gut gemacht - ihr möglichst nahekommt.
Sorry, aber das Medium des Spielfilms ist für diesen Ansatz schlichtweg unpassend.

Übrigens finde ich es den Menschen, die selbst an Krebs leiden, gegenüber sehr respektlos, solche Schicksale von Schauspielern nachstellen zu lassen und das ganze als Realität zu verkaufen. Insofern hat mich der Film durchaus schockiert.


movie.max

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Also "echter" wird Spielfilm nicht mehr. Und das kannst du ruhig würdigen. In Schauspiel (wozu auch die Schauspielführung eines Regisseurs gehört btw), Inszenierung und vor ALLEM im (von dir als schwach bezeichnetem) Drehbuch, dass übrigens für den deutschen Filmpreis nominiert war. Mit Szenen konfrontiert zu werden, die ich nicht kenne (wie der Besuch im Tropical Island und die Unzufriedenheit der Kinder; oder auch das Verlernen vom logischen Denken und von selbstverständlichen Dingen wie Lesen; oder der verzweifelte Ausruf "Ich will nicht sterben) und das auch noch von einem Spielfilm, ist lobenswert in jedweder Art und Weise.
'Halt auf freier Strecke' ist für mich DER deutsche Film überhaupt. Redaktionelle Arbeit verwandelt in ein unglaublich emotionales Werk.

Übrigens noch anbei:

Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard in Cannes 2011 gemeinsam mit dem koreanischen Beitrag Arirang von Kim Ki-duk[15]
Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung[16]
Goldener Biber für den besten Film der 33. Biberacher Filmfestspiele[17]
Bayerischer Filmpreis 2011 in den Kategorien Produzentenpreis (Peter Rommel) und Schauspiel (Milan Peschel und Steffi Kühnert)
Don-Quijote-Preis beim Internationalen Filmfestival Tromsø 2012
Preis der deutschen Filmkritik in den Kategorien Bester Film (Andreas Dresen) und Bester Darsteller (Milan Peschel)
Deutscher Filmpreis 2012: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Milan Peschel), Bester Nebendarsteller (Otto Mellies) und Beste Regie, weiter Nominierungen in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (Steffi Kühnert), Bestes Drehbuch und Bester Schnitt


zmpfl

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Bewertung9.5Herausragend

Hier stimmt die Floskel "wie ein Schlag in die Magengrube".
Schmerzhaft realistisch und absolut unkitschig.
Ein Film der einen zwingt, sich mit einem Thema zu beschäftigen, daß man naturgemäß eher verdrängt, bis man sich damit beschäftigen muss.
Darstellerisch auf obersten Niveau.

Must see.

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DonChris

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon der Einstieg in den Film versetzt den Betrachter sehr nah in das Umfeld unserer Protagonisten. Wir sitzen quasi mit am Tisch, wenn ein etwas abwesender Arzt gebetsmühlenartig und trocken die Diagnose verkündet. Für ihn scheint dies nichts anderes zu sein, als die Bestellung beim Becker - eine völlig normale und beinahe alltägliche Situation. Ganz anders verhält es sich dann bei unseren Protagonisten, diese erfahren gerade das sich von nun an alles, aber auch alles in ihrem Leben ändern wird. Man merkt förmlich die Unsicherheit in ihren Augen und auch ein klein wenig die aufsteigende Wut, wie dieser Arzt respektlos mitten in einem solchen Gespräch ein vollkommen belangloses Telefonat führen kann.
In der Folge erreicht die Tatsache der Krankheit immer mehr den Alltag der Familie, bis sie vollkommen das Familienleben dominiert. Genau das macht Regisseur Andreas Dresen auch wirklich gut. Er lässt die Charaktere eine absolut natürliche Entwicklung durchleben, durch dieses natürliche und nachvollziehbare Verhalten, welches geprägt ist durch Verlust- und Zukunftsängste, fühlt sich der Film beinahe schon dokumentarisch an und man kann die Art und Weise wie im Film agiert wird einfach nachvollziehen. Ich denke für diejenigen unter den Zuschauern, die selbst schon solche eine Situation durchleben mussten, ist es schwer bei diesem Film die eigenen Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle zu unterdrücken.
Gerade Milan Peschel weiß in dieser schweren Rolle zu überzeugen und beweißt mal wieder, dass er sich in die verschiedensten Rollen hineinspielen kann - egal wie aufwendig oder spartanisch sie produziert sind. Er durchleidend alle Phasen dieser schweren und kurzen Krankheit und bleibt dabei absolut menschlich.

Der Film ist sicherlich keine einfach Kost. Man sollte vorher wissen, dass man sich hier auf ein bedrückendes Drama einlässt, über das man sich noch einige Zeit Gedanken machen wird. Doch genau das will der Film auch erreichen. Der Zuschauer soll betroffen sein und sich mit dem Thema auseinandersetzen, so ist auch klar das im Mittelpunkt des Films das Thema steht und dieses Thema durch die Protagonisten eben verbildlicht wird. Der Stil ist wohl deswegen recht steril. Es gibt eigentlich keine weiteren äußeren Einflüsse, die die Thematik verfälschen oder ablenken. Diese Tatsache hat natürlich Potential, dass der Film für den ein oder anderen zu trocken wirkt, doch ich denke wer sich mit diesem Stil anfreunden kann, für den ist dieser Film ein dankbares Werk.
Auf alle Fälle lässt er einen nicht gleichgültig zurück und sorgt für einen dicken Klos im Hals.

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DonChris

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Ich fand den Arzt am Anfang etwas grenzwertig. Keine Hoffnungen wecken ist das eine, doch er wirkte irgendwie desinteressiert, so als ob ihm nicht wichtig wäre was er gerade vermittelt. So machen die das nicht. Da gibt es immer auch eine psychologische Komponente in der sie geschult werden und in so einem Gespräch den Einkauf oder das Essen per Telefon planen gehört mal definitiv nicht dazu ;).
Aber wie du schon sagst, insgesamt ein schwerer Brocken.


Andy Dufresne

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Fand eher das es professionell und zurückhaltend rüberkam, leicht schlurfig vielleicht :D


headmusic

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Endlich mal eine realistische Herangehensweise an dieses Thema. Dies liegt sicherlich auch an der Einbindung von Laiendarstellern wie zum Beispiel des Neurochirurgen und der Sterbebegleiterin, die dies im realen Leben auch sind. Andreas Dresen hat an dieser Stelle und bei der Besetzung der Hauptdarsteller wieder ein gutes Händchen bewiesen. Prädikat SEHENSWERT!

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Andy Dufresne

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Das ist sozusagen das Schicksal..."

Einfach so, einfach so ist man krank, einfach so fängt es (das Ende allen Seins) an.

"Also ist schon...ziemlich...bösartig..."

Man lebt. Man fühlt sich nicht gut.
Man lässt sich untersuchen.
Und dann kommt die Gewissheit.

-"Haben sie Kinder auch?"
-"Zwei Kinder mmhh"
-"Und wie alt sind die?"
-"Vierzehn und Neun...Sagt man denen das?"
-"Ja, das muss man den Kindern auch sagen."
-"Was sagt man da?!"
[...]
-"Also das was sie wissen wollen, das muss man ihnen dann mitteilen.
Was man wissen will, verkraftet man in gewisser Weise auch."

Neubausiedlung, Familiengründung, Lebensmitteanfang. Aufbau.
Und dann eben doch Abbau.
Alltag, normalster, schierer Alltag.

-"Ist Heute nicht Müll?"
-"Bei Euch...Weiß ich nicht, bei uns ist (Müll) immer Mittwochs..."

Und doch gibt es nur ein Thema, ein Ding.
Treuherzig schauen, Normales wollend, Harmonie erzwingen wollend.
Geht aber nicht.

Papa, Mama.
Papa und Mama von Papa, Schwiegereltern, verzweifelter Wunsch nach Vorher, nach Ungeschehen, nach "Einfach nur nicht das , nicht so !"
Der Sohn wird vor dem Vater gehen, die Kinder werden keinen Vater mehr haben, die Frau keinen Mann.

Durchschnitt.
Ein Wort das mir immer wieder einfiel.
Durchschnitt.
Das ist eine durchschnittliche Familie, lange (noch) nicht großbürgerlich, sicherlich nicht unterdurchschnittlich (arm), mitttlere Schicht eben, auf dem Weg nach oben vielleicht, aber weit davon entfernt abgehoben, eben überdurchschnittlich zu sein (und eben solche, oben oder unten angesiedelt, würden/werden ja genauso eingeholt, überrannt werden davon)...
Die Schicht der Mitte, die normale Familie also.
Und dahin geht/kommt der Krebs, der Tumor, die Krankheit, die Bedrohung, die endliche Bedrohung.
Mitten rein eben.
Mitten rein in die pure Verzweiflung.
Keiner hat dir gesagt wie so was geht, wie man so was macht.
Nicht der zusammenhaltenden Mutter ( die bleiben wird, bleiben muss), nicht den Kindern, die die Situation nicht erfassen können ( wie die Eltern, oder sonst wer, es auch nicht können), nicht dem sterbenden Vater, dem der Fixpunkt der Hilflosigkeit innewohnt.
Und auch nicht dem Umfeld, dem wohlmeinendem Kollegen, der helfen will bei alltäglichem oder bei Ausflüchten, der resignierend mitmacht, mitmachen muss.

Und die Familie muss in die Pisse langen, mitten rein.
Muss improvisieren.

ICH MUSS HIER WEITERMACHEN !!!

Am Ende des Frühlings wird offenbar, das es direkt Herbst ist und der Winter bricht noch schneller und zugleich schleichender herein als vermutet

-"Ist es wahr das du stirbst?"
-"Ja."

Und so ganz nebenher, nebenbei geht das Leben weiter.

"Soll ich dir was sagen Mama, es wäre das beste wenn er einschlafen würde..."

Aber so ist das Leben/der Tod nicht.
Nicht gefällig ist es/ sind sie, nicht planbar, kalkulierbar, nicht gut und einfach und gütlich rüberzubringend, zu erledigen, abzuhaken sind sie.

-"Das ist für dich Papa."
-"Was steht da?"
-"Da steht: Für Papa."
-"Danke."

Was in meinen Augen (trotz allergrößtem Respekt für das Projekt, das Gesamtergebnis) kritisiert werden muss:
Der Versuch ironisch zu brechen.
Mit der Harald Schmidt Show ( und ich persönlich verehre (immer noch!) Harald Schmidt zutiefst!), der Personalisierung des Tumors als Schauspieler, als imaginären "Freund", für die anderen unsichtbaren Begleiter:
Das braucht der Film in meinen Augen nicht, überhaupt nicht, es schadet ihm nur.
Für mich sind diese Einlassungen ein Fehler, eine absolute und total unpassende Unnötigkeit, der Film wäre stärker im Ausdruck ohne diesen "Firlefanz"...

Die Emotion im letzten Drittel, Viertel dieses Filmes aber, wenn der Weg abgearbeitet ist, Peinliches, Schwieriges, Heftiges, Auszuhaltendes geschafft ist,
dieses letzte Drittel, Viertel raubt einem wiederum völlig den Atem, bringt den Film nah, ganz nah, nähestens an einen hin (noch näher wie zuvor schon...), gesellt sich unmittelbar zu einem hin.

"Mach dir keine Sorgen."

Und dann.
Schippt man den Schnee.
Denn der Schnee muss geschippt werden...

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DonChris

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Ich schätze Milan Peschel sehr und bin froh, dass er sich in der Filmlandschaft noch etablieren konnte. Allein wegen ihm muss ich mir den vormerken :D.


Andy Dufresne

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Peschel geht bis ans Äußerste in diesem Film.
Sperrig ist das Ding aber schon...


Braunbaer11

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Bewertung9.5Herausragend

Lange nicht soviel geweint bei einem Film. Und Erkenntnisse über das eigene Dasein gewonnen.

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Sunces

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

das schmerzliche, reale Leben! super gespielt!

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SalocinRocknRolla

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein beklemmendes Meistwerwerk des deutschen Films.
So authentisch, so nah, so echt dokumentiert, dass man sich unweigerlich immer wie ein schumtziger Voyeur vorkommt, der die Famile um den kranken Vater Frank Langer nicht alleine leiden lassen kann.
Andread Dresen setzt hier all die Dramatik und das Leid und über den gesamten Leidensweg einer ganzen Familie vo der Krebsdiagnose bis zum bitteren Ende gekonnt um.

Ich habe Rotz und Wasser heulen müssen, so beklemmend war dieser Film. An manchen Stellen kaum auszuhalten wie authentisch alle Darsteller diesen Film spielen.
Ein Film ohne irgendwelche Schnörkel oder irgendetwas unwichtigen. Auf pseudo-dramatische musikalische Untermalung wurde gänzlich verzichtet, wenn etwas mit Musik untermalt wurde, dann nur mit der Musik, die im Film selbst gespielt wurde.
Ein grandioser Milan Peschel, den ich dafür liebe, dass er neben irgendwelchen Klamauk-Komödien an der Seite von Matthias Schwighöfer auch im Gegensatz zu Herrn Schweighöfer immer wieder solchen intensives, echtes, dramatisches Kino mit Anspruch macht und nicht auf der Popcorn-Unterhaltung festgefahren ist.

Peschel spielt so grandios und authentisch, dass der deutsche Filmpreis völlig in Ordnung geht. Allerdings finde ich Steffi Kühnert teilweise noch einen Tick besser. So oder so muss man die in allen Bereichen gradiosen Schauspielerleistungen aller Darsteller positiv herausnehmen.
Grandioser Film. Nur zu empfehlen. Allerdings nur wenn man starke Nerven hat und sich auf diesen 105 Minuten langen Leidensweg wirklich einlassen kann.

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kristallrainer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr emotionaler Film, der - wie man es von Dresen gewohnt ist - die zwischenmenschlichen Momente in den Vordergrund stellt, die auf den ersten Blick dem einen oder anderen eher belanglos erscheinen mögen.
SPOILER: Die beste Szene ist tatsächlich die, in der Frank zunächst ansetzt "Als ich eure Mutter kennengelernt habe.." dann abbricht "Das Leben...." hinzufügt um dann den Faden zu verlieren. Diese Szene verdeutlicht sehr gut, dass die Intention von Dresen nicht etwa das Erzeugen von 1-2 höchstemotionale Momenten wie z.B. in Titanic ist, sondern die authentische Auseinandersetzung einer ganz normalen Familie, mit einem Thema, das uns früher oder später alle betreffen wird.
Der Zuschauer durchläuft mit dem totkranken Frank und seiner Familie die Sterbephasen von Zorn,Ärger,Wut,Verhandeln und Depression bis schließlich zur Abfindung.
Milan Peschel wächst dabei über sich hinaus und spielt die Rolle des Frank so, als ob er tatsächlich im Sterbebett liegen würde. Eine überragende,schauspielerische Leistung.

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denratten

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Bewertung5.0Geht so

Ich trau mich kaum hier etwas zu schreiben bei all den Leuten, die sich einig sind bei der Bewertung des Films. Ich muss wohl zugeben, das ich ein Filmbanause (geworden) bin, keine Geduld mehr habe, mich auf Filme einzulassen.
Die Eröffnungsszene fand ich noch recht gut, aber irgendwann hatte ich nicht mehr so richtig Lust dem Film zu folgen, Überraschungen waren bei der Story ja auch nicht mehr zu erwarten.
Ich kann nicht sagen, ob dies ein guter Film ist, aber einem Film, der es nicht schafft, meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen zu halten, kriegt von mir auch nicht mehr als 6 Punkte.
---Eine Hollywoodversion des Themas hätte es aber wahrscheinlich nur auf 2 - 3 Punkte gebracht.---
---Vielleicht sehe ich den Tod (zumindest den eigenen) momentan nicht so tragisch.
Ah, langsam begreife ich: Ich hätte mich wohl mehr mit der Familie als mit Frank identifizieren müssen, dann wäre mir die Dramatik wohl eher bewußt geworden.

Ich bitte um Verzeihung für diese miese Bewertung und den wirren Kommentar....

....vielleicht zieh ich doch noch ein Pünktchen ab...

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fleeting

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"[Andreas Dresen] richtet sein Augenmerk wie gewohnt auf den Alltag gewöhnlicher Leute – eine genaue Realitätsdarstellung, wie man sie sonst in dieser Form, gepaart mit absurdem schwarzem Humor, nur aus dem britischen Kino kennt. So nahe bringt er uns das Schicksal des Hirntumor-Patienten und seiner von der Erkrankung geforderten Familie, dass es weh tut und mitunter wegen seiner Nähe zu den Personen und ihrer überzeugenden Darstellung kaum auszuhalten ist." – Susanne Ostwald, Neue Zürcher Zeitung

Ein stiller und zurückhaltender Film über den Tod, die Liebe und den Abschied. Im Gegensatz zu dem am Ende irgendwie doch recht verkitschten und weltfernen "Restless" schafft es Andreas Dresen hier, ein wunderbar ehrliches und unprätentiöses Bild vom Sterben zu vermitteln. Mit allen Höhen und Tiefen, mit schwarzem Humor auf der einen Seite und echter Verzweiflung auf der anderen, mal sachlich und nüchtern, dann wieder hochemotional und aufbrausend, aber nie aufdringlich. Das ist die große Stärke dieses Films. Er nimmt uns mit, ohne dass er etwas erfinden muss. Er braucht keine zurechtgestutzten Dialoge, keine wehleidige Musik oder aufwendig konstruierten Bilder. Er lebt von der realitätsnahen Improvisation seiner Darsteller. Die lange Recherche und die Verpflichtung echter Ärzte und Krankenpfleger für die entsprechenden Rollen im Film haben sich gelohnt. "Halt auf freier Strecke" ist so nah dran an der Realität, dass er manchmal fast schon dokumentarisch wirkt. Und genau das macht ihn so unerträglich.
Kein leichter Film, aber unbedingt sehenswert.

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Sigmund

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Genau! Dass er die üblichen Aufdringlichkeiten ausspart, ist eine seiner großen Stärken.


based_god

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Bald, bald gibts den... Hoffentlich ists sontag so weit...



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