Keoma - Das Lied des Todes

Keoma (1976), IT
Laufzeit 97 Minuten, FSK 16, Western, Kinostart 27.01.1977

7.5 Kritiker
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Skala 0 bis 10
6.9 Community
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13 Kommentare
Keoma - Das Lied des Todes - Bild 6481333
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von Enzo G. Castellari, mit Franco Nero und Woody Strode

Als das Halbblut Keoma nach dem Bürgerkrieg in seine Heimat zurückkehrt, muss er feststellen, dass das Land von einer Pockenseuche heimgesucht wurde. Überall türmen sich Leichenberge, viele Menschen haben sich angesteckt. Doch damit nicht genug: In seinem Dorf hat der miese Gangster Caldwell das Kommando übernommen und terrorisiert mit einer Bande von Ex-Soldaten die Einwohner. Unterstützt wird er dabei ausgerechnet von Keomas Stiefbrüdern. Caldwell lässt alle Erkrankten in eine verlassene Mienensiedlung pferchen, wo sie von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschlossen sind. Die Infizierten sollen dort sterben, alle Flüchtlinge werden hinterrücks erschossen. Mit Hilfe des ehema-ligen Sklaven George will Keoma der Terrorherrschaft ein Ende setzen. Ein blutiger Kampf beginnt.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Keoma - Das Lied des Todes

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

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8.5Ausgezeichnet

Eine besonders sonderbare italienische Reimagination Amerikas unter all den sonderbaren Reimaginationen des Italowesterns

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Kommentare (12) — Film: Keoma - Das Lied des Todes

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Vincent_Vega

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Bewertung10.0Herausragend

http://www.youtube.com/watch?v=kW2noj9DacI

Keoma: "Pa. What was it all about?"
William Shannon: "What?"
Keoma: "The war - I never could figure it out."
William Shannon: "The war... Im not sure I know. I figure after we got through slaughtering all those Indians, we thought we ought to do somethin'... generous. So we gave freedom to the black man. Now we feel good, we can go back to... finish off the Indians."

"Keoma" - In indianischer Sprache übersetzt soviel wie "Halbblut" aber auch "Racheengel" - handelt von der Suche nach Freiheit, dem Finden der Liebe, dem Kampf gegen Hass, Fremdenfeindlichkeit, Eifersucht, Gier und Brutalität, dem ständigen Kampf gegen seine eigene Angst, die einen immer wieder vor sich hertreibt und der Suche nach sich selbst, in einer vom Protagonisten (mit steinerndem Blick, perfekt verkörpert durch Franco Nero) teils gedanklich im eigenen Kopf erschaffenen, aber auch teilweise scheinbar real existierenden, apokalyptisch-gesetzlosen Welt, in der nur noch das Schlechte zu bestehen scheint, einer Welt, die der Hölle schon sehr nah kommt -
aber auch vom wieder Aufeinandertreffen mit den Geistern der Vergangenheit und dem was es heißt, sich aus dem Schatten seines eigenen Vaters, seines Mentors und auch dem seiner Idole zu erheben, um das Leben auf die eigene Art und Weise zu bewältigen.

Hexe: "Why did you come back?"
Keoma: "The world keeps going around and around. So you always end up in the same place."

In fast schon psychedelisch, hypnotischen Bildern zeigt uns Enzo G. Castellari hier einen traumartigen Spät-Italo-Western mit einer einzigartig düsteren, aber zugleich hoffnungsvoll anmutenden Atmosphäre, dessen Bilder einem, in Zeitlupen, ausgefallenen Kameraeinstellungen und mit einer filmischen Aneinanderreihung von Vergangenheit und Gegenwart, die immer wieder in einer einzigen Kameraeinstellung ineinander überlaufen und verschmelzen, eine beklemmend, melancholische und eine einen nachdenklich stimmende Geschichte erzählen und dessen wunderbarer Soundtrack die Geschichte zusätzlich mit seiner immer wiederkehrenden, schwermütig-kumervollen Melodie und seinen, durch die Songtexte entstehenden, eigenen Geschichten kommentiert und ergänzt.

Wenngleich der Film auch biblische Züge hat und sich teilweise ebenso an Hamlet orientiert, zeigt er doch größtenteils die menschliche Suche nach der Freiheit und dem damit einhergehenden Wunsch des innerlichen Friedens
und ist dabei zugleich ein bombastischer Abgesang auf das von mir so sehr geschätze Genre des Spaghetti-Westerns.

"He can't die. And you know why? Because he's free. And man who's free never dies."

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

filmschauer

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Dem Lob schließe ich mich mal an. Freut mich, dass auch dir der Score zusagt.


Vincent_Vega

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Danke auch Dir! Den Score find ich absolut klasse.
Leider gibt es keine Lyrics dazu im Internet (bzw. keine Fehlerfreien), weswegen ich das ganze selbst raushören musste (was an einigen Stellen wirklich nicht einfach ist).
Ist auf jeden Fall ein sehr guter Song-Text!


ash-williams

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Bewertung4.0Uninteressant

Keoma bietet eigentlich all das, was man von einem Spaghetti-Western erwartet: einen einsamen Helden, Pferde, Colts, Schießereien, Blut und und und... trotzdem ist Keoma ein enttäuschendes Filmerlebnis. Franco Nero spielt den zum Übermenschen gepushten Protagonisten so gut, wie es seine schauspielerischen Fähigkeiten zulassen und wird von einem Haufen drittklassiger Schauspieler (dem soliden Woody Strode mal ausgenommen) nicht besonders unterstützt. Man kann dem Film vieles vorwerfen, was man fast jedem Italo-Western vorwerfen kann: stereotype Figuren, schwaches Drehbuch und bescheuerte Dialoge, doch der größte Makel von Keoma ist seine Tendenz zur Belanglosigkeit und Langeweile. Minuten lang sehen wir irgendwelche Leute in komisch montierten Szenen durch die Prärie reiten, begleitet von einem schrecklichen Soundtrack; solche Szenen, die keine Bedeutung für den Verlauf der Geschichte haben, tragen dazu bei, dass Keoma dem Zuschauer irgendwann anfängt lästig zu werden. Der Film erzählt eine Story, die wir schon dutzende Mal gesehen haben, mit dickaufgetragener Gesellschaftskritik, die wir schon genauso oft verstanden haben und er tut dies nicht einmal auf eine optisch ansprechende oder filmisch innovative Weise. Filmische Belanglosigkeit, mit wenigen guten Momenten.

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JimiHendrix

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der soundtrack ist doch mal der oberhammer -.-


Skywalker_

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Die Szenen wo deiner meinung nach nur zum soundtrack durch die gegend geritten wird tragen ser wohl etwas zur handlung bei.
Achte mal auf den Text der Musik


Tyler.Fincher

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gestern Abend gesehen und für gut befunden. Sehr düsterer Western der mit seinen Shoot-Outs des öfteren an Peckinpah erinnert. Zwischendurch etwas zäh aber stehts unterhaltsam. An die Primuse des Genre's ("Dollar-Trilogie", "Leichen pflastern seinen Weg") kommt er trotzdem nicht ran. Er hebt sich aber, gerade wegen der sehr guten Inszenierung, deutlich vom sonstigen Westerneinheitsbrei ab.

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filmschauer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als man schon glaubte, der Italowestern wäre schon längst tot, lieferte 1976 Enzo G. Castellari den bemerkenswerten Abgesang "Keoma" ab. Selten wie nie zuvor nahm ein Western eine solch melancholische Grundstimmung ein, sei es in den Handlungssträngen, der Gewalt, den verfallenen und heruntergekommenen Häusern, der kargen Landschaft oder der denkwürdigen und auf jede Situation Bezug nehmenden Filmmusik der De Angelis. Jederzeit bekommt man die elegische und trostlose Stimmung auf allen erdenklichen Kanälen transportiert. Trotz allem ist es nicht nur visuell ein Genuss, diesen Film in seinem Ganzen zu erleben. Franco Nero spielt die gewagte Rolle des Indianermischlings ziemlich überzeugend, besonders durch die denkwürdigen One-Linern oder den wunderbar inszenierten Kampfszenen. Solche beeindruckenden Zeitlupenaufnahmen hat man zuletzt wohl nur in "The Wild Bunch" gesehen. Auch gibt es gute Nebendarsteller, zum Beispiel das bekannte Gesicht Woody Strode, der hier eine nicht beneidenswerte Rolle einnimmt. Castellari nimmt aber nicht nur aufgrund der Zeitlupen oder der Besetzung Bezüge zu älteren Filmen auf, er zollt einem ganzen Genre Respekt und Anerkennung. Italowestern-Fans sollten "Keoma" auf jeden Fall gesehen haben.

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suzee

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Später Italowestern, atmosphärisch aufgepeppt durch den zunächst irritierenden, aber doch ziemlich coolen Soundtrack der Gebrüder De Angelis UND einem finster-lässigen Franco Nero....Nur etwas weniger "Hippie-Häs" hätte dem Herrn gut zu Gesicht gestanden....

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Haze

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Stilistisch eindrucksvolles Highlight der Italo-Spätwestern mit toller Musik und erstklassigen Shootouts.

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Trevedas

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Musik fand ich auf Dauer ziemlich nervig, aber Franco Nero ist in diesem Film schon eine ziemlich coole, bärtige Hippie-Sau. Der Film selbst punktet durch eine rohe, dunkle Atmosphäre und klasse Einfällen von Regisseur Castellari, u.a. das Nebenher von Vergangenheit und Gegenwart in einigen Szenen oder in der visuellen Ebene auch die Slow Motions, die nebenbei eine tolle Hommage an Sam Peckinpah bilden oder das Abzählen von vier Opfern, indem alle nacheinander durch das Abknicken eines Fingers sichtbar werden - eine wirklich herrliche Szene. Erzählerisch hat er dann aber doch einige Schwächen, vor allem an Anfang, wo der Film nicht so recht mitreißen kann und will.
Trotzdem ein sehr guter und vor allem außergewöhnlicher Western und eine willkommene Abwechslung.

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AlainDelon87

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr guter Italowestern mit Franco Nero.
Bitte nicht als "Hippiewestern" abtun.
Toller SOundtrack

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derblonde

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Cooler Italo-Spät-Western von Castellari. Der Abgesang aus italienischer Sicht.

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JimiHendrix

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Vielleicht der inovativste, deprimierenste und dunkelste Italo-Western, der je gedreht wurde. Klasse Zeitlupen und coole Musik

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Gustav

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Bewertung2.0Ärgerlich

"Die Welt ist schlecht", erzählt Herr Keoma uns mindestes ein Dutzend Mal während des Films. Soll er doch gefälligst was dagegen unternehmen, statt dauernd rumzujammern! Offenbar kann er ja ganz gut mit Waffen umgehen - bloß, dass er nicht die leiseste Vorstellung davon zu haben scheint, wie er diese Fähigkeit zu seinem Nutzen gezielt einsetzen soll.

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dAShEIKO

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Bewertung3.5Schwach

Franco Nero war nie so mein Fall. Und Keoma macht da keine Ausnahme. Zu billig sind diese Italiener gemacht.

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