filmschauer

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filmschauer hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 2909 Filme bewertet und legendäre 936 Kommentare geschrieben. ✹ Bevorzugte Genres: Western (speziell Italowestern), Science-Fiction-Filme aller Art, Film noirs, skandinavische Komödien ✹ Regelmäßiger Tatort-Kritiker ✹ Leidenschaftlicher Podcast-Hörer ✹ Bisherige Themenwochen: Alien (Nov '10), Miss Marple (Apr '11), Django (Mai '11), X-Men (Jun '11), Men in Black (Mai '12), Quentin Tarantino (Jan '13) ✹ Mini-Kommentare zu kürzlich gesehenen Filmen & Serien abseits der gewöhnlichen Kritiken finden sich bei den cineastischen Monatsabrechnungen (s. Listenfunktion). Schaut mal rein! ✹ Mehr


Hafen im Nebel
Hafen im Nebel

filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet"

Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man Filme, die womöglich äußerlich wenig freundlich erscheinen mögen, es ganz einfach machen, sie in sein Herz zu schließen. "Hafen im Nebel" ist so ein gutes Beispiel, das nun schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Die Kulisse, die Umstände oder die Gefühlswelt des Protagonisten kann in diesem Fall noch so betrüblich erscheinen, Regisseur Marcel Carné führt uns Zuseher sanft und ohne große Umschweife in das unbekannte Treiben des fahnenflüchtigen Soldaten Jean in purer Einsamkeit ein. Die unvorhersehbaren, kleinen Glücksmomente kommen jedoch peu à peu daher. Dies für sich zu entdecken und zu begreifen, erfordert schon etwas Überwindung und Mut - wenn eben der Anhalter auf der Straße überaus tolerant eingestellt ist, ein dahergelaufener Hund zum neuen Freund wird, die Bleibe für eine Nacht ganz willkommen erscheint oder aber eine schicksalhafte Begegnung mit einer jungen Dame ansteht. Trotz spontaner Zurückhaltung und gelegentlichem Frust öffnet Jean sich zusehends diesen Möglichkeiten, die das Leben manchmal auf ganz eigene Weise bereithält.

Gespielt wird dieser Soldat von einem tollen Jean Gabin, dessen Mimik allein schon meist aussagekräftig genug ist. Ansonsten hilft bei Bedarf natürlich seine doppelter Backpfeifen-Stil, um deutlich zu werden. Die von Carné erzählte Geschichte ist eigentlich sehr simpel, aber formal einfach wunderschön umgesetzt und völlig kitschfrei erzählt - wie man es bei einem Exemplar der französischen Realismuswelle aus den 30ern fast schon erwarten könnte. Die Dramatik steigt natürlich, je weiter sich die Jeans netteren und widrigeren Bekanntschaften entwickeln. Von einem Ende dieser Art ist man dennoch ergriffen. Wenn ein Film das nach so einer langen Zeit immer noch ohne jede Einschränkungen schafft, dann hat er ganz, ganz viel richtig gemacht.

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Tatort: Der Hammer
Tatort: Der Hammer

filmschauer 7.0 "Sehenswert"

Zum nun schon 25. Mal geben sich Boerne und Thiel die Ehre, die populäre Juxabteilung der Tatort-Reihe wiederzugeben. Dafür schonmal Glückwunsch, wenngleich der Trend zuletzt nicht gerade nach oben gegangen ist - womit die sehr wechselhafte Qualität der Episoden gemeint sind und nicht die reine Quantität der GfK-Zuschauerzahlen. Glücklicherweise reißen sie passenderweise jetzt das Ruder herum und präsentieren mit Lars Kraumes "Der Hammer" mit die gelungenste Ausgabe der letzten Jahre. Zumindest ist diesmal nie das Gefühl da, es hätten sich womöglich Abnutzungserscheinungen im Zusammenspiel von Liefers und Prahl abgezeichnet und die Komik zwanghaft versucht, die fehlende Spannung zu kaschieren. Diese Folge hat sowohl in Sachen Absurdität (Ein selbsternannter Comicheld taucht auf! In Münster!!) und Ernsthaftigkeit (blutige Selbstjustiz als letztes Mittel gegen die heimische Verquickung von Wirtschaft und Politik) genügend zu bieten, was auch das Ermittlerduo zu einer unkonventionell-launigen Spurensuche von gewohnt haarsträubender Natur veranlasst. Das ist neben der guten Prise schwarzen Humors dann auch kurzweilig genug, um mit dieser Form einer Krimikomödie jederzeit seinen Freude zu haben und gelegentlich sogar mitzufiebern. Kleiner Makel am Rande: Hätten die Macher dann noch so manch prominenten Namen im Vorspann unerwähnt gelassen, wäre der pure Überraschungseffekt wahrscheinlich noch größer gewesen. Sei's drum. Wenn Münster dieses ermutigende Niveau halten kann, dann kann es mit den beiden ruhig noch einige Jährchen weitergehen.

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Der unglaubliche Burt Wonderstone
Der unglaubliche Burt Wonderstone und 5 weitere ...

filmschauer 4.5 "Uninteressant"

Evil Dead
Evil Dead

filmschauer 7.0 "Sehenswert"

Als jemand, der nicht gerade zu den Fans des Originals zählt, war die Konfrontation mit dem "Evil Dead"-Remake von eher unemotional-rationaler Art. Wobei alleine schon die Tatsache, dass man hier mit Fede Alvarez einen uruguayischen Regieneuling und nicht solch Horror-Remake-Spezialisten wie Nispel & Co. für das Projekt herangezogen hat, vergleichsweise sympathisch anmuten könnte. Immerhin konnte man ja, nachdem zuvor der spontane Aufschrei über die bloße Ankündigung nicht unerheblich war, sowieso nicht mehr sonderlich viel verlieren. Umso angenehmer überrascht war ich über das Ergebnis.

"Evil Dead" transferiert die Geschichte nicht plump 1:1 in die Gegenwart, sondern schlägt durchaus variantenreich die Brücke zum Original, an der man sich durchaus reiben kann. Die Umsetzung distanziert sich sichtlich vom modisch-gängigem CGI-Einsatz und setzt lieber tendenziell auf die gute alte Schule, ohne zugleich reines Retro-Kino abzubilden oder lediglich die Raimi-Regie zu kopieren. Alleine das ist lobenswert, visualisiert es den Horror in dieser beschränkten Szenerie doch sehr wirkungsvoll, was besonders im furiosen Finale kulminiert.

Im Drehbuch jedoch dürften sich die größten Schwächen des Films verstecken und am ehesten nach den üblichen Genrekonventionen verlaufen. Die Charaktere sind annehmbar gezeichnet (was in diesem Genre ja schon was heißt), ohne dass sich allerdings ein wirklicher Sympathieträger aufbaut. Zumindest bleibt man so ein neutraler, jedoch nicht unbedingt distanzierter Beobachter des Ganzen. Mit dem teuflischen Thema selbst wird weniger subtil gespielt, zugleich aber intensiv für die Spannungskurve benutzt. Und das mit vollem Einsatz, was das blutige Make-Up hergibt. Der Claim des Filmplakats mag zwar zu hoch gegriffen sein, ansonsten ist das - trotz wenig Vorliebe für die Splatter-Abteilung - richtig unterhaltsames Genrekino und zudem ein gelungenes Spielfilmdebüt.

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lieber_tee

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JA!


Nur 48 Stunden
Nur 48 Stunden

filmschauer 6.0 "Ganz gut"

Get a Horse!
Get a Horse! und 1 weitere ...

filmschauer 6.0 "Ganz gut"

Die cineastische Monatsabrechnung im März 2014

filmschauer hat eine neue Liste angelegt.

The Walking Dead - Staffel 4
The Walking Dead - Staffel 4 und 2 weitere ...

filmschauer 7.0 "Sehenswert"

Tatort: Borowski und das Meer
Tatort: Borowski und das Meer

filmschauer 5.0 "Geht so"

Erster kleiner Ausrutscher nach unten bei einem Borowski-Tatort seit etwas längerem. Im Grunde handelt es sich bei "Borowski und das Meer" um durchschnittliche Krimikost, die zum einen fast lehrbuchhaft mal wieder ein wichtiges Thema - diesmal ist es der skrupellose Kampf um seltene Erden - in eine Geschichte presst, zum anderen mit einigen Genremittel versucht, einen möglichst wendungsreichen Plot zu inszenieren. Ersteres ist insoweit gelungen, dass das Sujet wahrscheinlich eh nicht gerade das naheliegendste für einen spannenden Krimi ist, wodurch sich die Motivation für Zweiteres gewissermaßen herleiten lässt. Speziell an der Frage des seltsamen Ablebens unseres Opfers hangelt sich diese Episode entlang, indem es den Zuschauer zwar ebenso wie die gewohnt unterhaltsamen Ermittler mit einem vermeintlich klassischen Whodunit-Fall konfrontiert, darüber hinaus allerdings unscheinbare Hinweise über den wirklichen Ablauf der Geschehnisse einstreut. Dies ist aus Drehbuchsicht ein kleiner Taschenspielertrick, den man, wenn man einigermaßen aufmerksam bei der Sache ist, durchschauen kann. Spätestens aber, als der Warum-auch-immer-Gastauftritt des Herrn Schätzing vorbei ist, bleibt ein kleines Geschmäckle bei dieser Episode dann doch zurück. Immerhin habe ich so auf Umwegen erfahren, wer mit seinem Buch ganz überraschend momentan die Nr. 1 im Bestseller-Ranking ist. Wenn das das Ziel war, dann hat's ja irgendwie doch funktioniert.

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The Hunter
The Hunter und 1 weitere ...

filmschauer 7.0 "Sehenswert"

Bait 3D - Haie im Supermarkt
Bait 3D - Haie im Supermarkt

filmschauer 4.0 "Uninteressant"

Haifilme könnten so langsam auch ein ureigenes Genre bilden, wenn man sich die Menge an solchen Produktionen ansieht. Als wäre die windige Asylum-Schmiede und seine findigen Varianten eines überzogenen Monsterangriffes aus dem Wasser schon nicht genug (wobei Letzteres bekanntermaßen nicht mal unbedingt gewährt sein muss, siehe "Sand Sharks" und Konsorten), gesellen sich hier und da noch weitere Vertreter dieses Sujets hinzu. Bei "Bait" ist es eine australische Ausgabe, die den Zuschauer mit trashig-angsteinflößender Haiaction sogar minimal ernsthafter als womöglich erwartet abspeisen will. So zumindest wirkt es an einigen Stellen, bei denen es mal etwas ruhiger zugeht und immerhin versucht wird, Charaktere eben Charaktere sein zu lassen und sie nicht 'nur' als lebendiges Fischfutter dienen zu lassen. Gleichwohl darf man hier nicht zuviel erwarten. Ein atmosphärischer Schwachpunkt bleibt die simple Prämisse selbst, nachdem sich die Szenerie nach einem Beginn mit grausigstem CGI-Überflutungen sich auf einen unterirdisch gelegenen Supermarkt (was sonst!) sowie angegliederten Parkhaus beschränkt. Für einen Film mit '3D' im Titel wirkt das schon auffallend reduziert. Ein paar memorable Genremomente sind im Verlauf sicherlich dabei, jedoch bleibt das Gefühl eines nicht gerade satisfaktionsfähigen Mischmaschs aus ernstzunehmenden Katastrophenfilm und selbstironischer Monster-Groteske. Das reicht zwar, um Kimble Rendals Hai-Version über vielen seiner meist unsäglichen Filmkollegen zu hieven, aber als alleinstehender Tierhorrorfilm bleibt durch seine zu wenigen Ideen dennoch ein mauer und überflüssiger Eindruck zurück.

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King of California
King of California

filmschauer 6.5 "Ganz gut"

Das Geheimnis der gelben Narzissen
Das Geheimnis der gelben Narzissen

filmschauer 4.0 "Uninteressant"

Die Pilgerin
Die Pilgerin und 1 weitere ...

filmschauer 4.5 "Uninteressant"

Julia Benz: Everything Amazing - Nobody Happy
Julia Benz: Everything Amazing - Nobody Happy

filmschauer 7.5 "Sehenswert"

Zuerst war ich etwas skeptisch, als die ersten Farbkleckser auf der Leinwand erschienen. Was soll das nur werden? Ist wahrscheinlich nicht unähnlich zu einem Autor beim Niederschreiben der ersten Satzfetzen. Doch das Ergebnis kann sich echt sehen lassen: Nicht nur die gemalten Bilder von Julia Benz mit allerlei Farbübergängen und kreativen Formen, sondern auch diese viertelstündige Doku selbst, deren beiden Macher parallel zum Inhalt auch gewissermaßen mit ihren eigenen Mitteln spielen. Zwar ist der musikalische Beginn eine kleine Strapaze für den Subwoofer gewesen, lässt sich ansonsten aber sehr, sehr angenehm anschauen. Ja doch, da steckt Talent drin.

Wer noch auf der Suche nach dem Video-Link ist: http://vimeo.com/30933524

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filmschauer

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Da hast du nicht ganz unrecht. :D


Le Samourai

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;) Na umso besser dass du ihn trotzdem "angenehm anzuschauen" fandest!!


Tatort: Der Fall Reinhardt
Tatort: Der Fall Reinhardt

filmschauer 6.5 "Ganz gut"

"Tatort" muss offenbar nicht immer 'nur' Krimi sein - was nicht zuletzt die Tschiller-Episoden actionhaltig belegen. Die Kölner gehen nach Franziskas Abschied nun auch gewissermaßen an die Grenzen, womit nicht lediglich die betont akkurate Besetzung ihres Nachfolgers oder der fehlende Gang zur Würstchenbude gemeint ist. "Der Fall Reinhardt" wird vor allem durch das traurige Schicksal einer zerrütteten Familie in Erinnerung bleiben. Die Gesichter der beiden ausdrucksstarken Darsteller Susanne Wolff als eher aktiver und Ben Becker als eher passiver Part stehen dafür stellvertretend. Der Bereich Drama überflügelt die Krimi-Sparte in dieser Episode, wenn der gesellschaftliche Absturz in mehreren Facetten thematisiert werden. Die Tendenz resultiert aber auch daher, dass die Spannung bzw. Intensität weniger daraus resultiert, wer in klassischer Whodunit-Manier nun den tödlichen Hausbrand gegangen hat, sondern ob und wie sehr man als Zuschauer selbst das vermeintliche Unglaubliche in Erwägung ziehen würde. Sofern man sich darauf einlässt, sieht man den Machern womöglich auch die üblichen Nebelkerzen im Ermittlungsfortgang nach.

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Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 1
Agents of S.H.I.E.L.D. - Staffel 1 und 1 weitere ...

filmschauer 5.0 "Geht so"

Trickster
Trickster und 2 weitere ...

filmschauer 6.0 "Ganz gut"

Gästebuch

Fando_Y_Lis

...Dann werde ich halt einfach selbst was zu dem neuen Lars von Trier-Film schreiben :o) Freue mich schon sehr darauf. Mario Bava ist in diesem Land allerdings bekannter, als ich vermutet hatte, immerhin gibt es zumindest hier auf MP schon einige Fans, wie ich sehe...sehr schön!

Fando_Y_Lis

Schön, dein erster von mir entdeckter Kommentar ist gleich zu einem Mario Bava Film. Dieser (der Kommentar, der Film bis jetzt weniger, ich sitze gerade dabei und hab ihn "halb durch") gefällt mir so gut, dass ich mal ´ne Freundschaftsanfrage losschicke. Schließlich möchte ich ja lesen, was du von dem neuen Lars von Trier-Film hältst :o)

EvertonHirsch

Bei einer doch respektablen Geschmacksübereinstimmung und sehr guten Kommentaren lasse ich einem Freund des Westerns mal eine Anfrage da

ElMagico

Das kommt bestimmt irgendwann wieder. Dürfte nicht lange dauern und der lächelnde Magic geht mir auf die Nerven...dann muss der böse wieder her ;)

The Freewheelin Fonda

Oh Italowestern mag ich auch weiterhin,(Spiel mir das Lied vom Tod steht genau wie bei dir, auch auf meiner Lieblingsfilmliste)
Nach den Arizona Colt Kommis hab ich mir auch so mal dein Profil angesehen und da wir ja recht ähnliche Geschmäcker haben lasse ich dir mal ne Anfrage da :)

jacker

TATORT gibt es zwar für mich (bis jetzt) noch recht unregelmäßig - die letzten drei Wochen mal ausgenommen - aber die Frequenz steigt.
Versuche aber sowieso hier zu jedem Film den ich neu bzw. wieder sehe nen Text zu schreiben, von daher bekommt jeder gesehene TATORT natürlich auch einen spendiert :)
Danke der Anfrage, gerne angenommen!
Auf frohes moviepiloting !

Andy Dufresne

Das freut mich :)
Herzlich Willkommen als neuester Freund!

Andy Dufresne

Starker Kommentar zu Reservoir Dogs, eine verdammt gute "Top 5" als Lieblingsfilme.
Freunde? :)
Ich lass mal ne Anfrage da.
Beste Grüße
Andi

SamRamJam

Frohen Nikolaustag auch an Filmschauer :)

DonChris

Kontroverse lassen sich doch gut diskutieren ;). Immer gern.
Na dann willkommen auf meiner Liste und auf einen guten Austausch.

Beste Grüße vom Don


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