filmschauer
filmschauer hat sich 2009/06/06 17:38:09 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 2188 Filme bewertet und legendäre 586 Kommentare geschrieben. ✹ schreibt keinen Blog, dafür aber Tatort-Kritiken ✹ Bevorzugte Genres: Western mit besonderem Blick auf den Italowesternbereich, Science-Fiction-Filme aller Art, skandinavische Komödien ✹ Bisherige Themenwochen zu Filmreihen oder Werkschauen ausgewählter Regisseure: Alien (Nov '10), Miss Marple (Apr '11), Django (Mai '11), X-Men (Jun '11) ✹ Top-10 2011: 1. Senna, 2. Inside Job, 3. True Grit, 4. Rise of the Planet of the Apes, 5. Carnage, 6. Limitless, 7. The Tree of Life, 8. Trolljegeren, 9. Super 8, 10. Black Swan ✹ Most Wanted 2012: 1. Prometheus, 2. Django Unchained, 3. Drive ✓, 4. The Hobbit, 5. The Dark Knight Rises, 6. Amer, 7. The Artist, 8. Hugo, 9. Into the Abyss, 10. Brave ✹ Mehr
| Geschlecht | männlich |
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| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Filmen sie einlaufende Besatzungen, nie auslaufende, dann haben sie Bärte!" - Das Boot |
| Über mich | ✹ schreibt keinen Blog, dafür aber Tatort-Kritiken ✹ Bevorzugte Genres: Western mit besonderem Blick auf den Italowesternbereich, Science-Fiction-Filme aller Art, skandinavische Komödien ✹ Bisherige Themenwochen zu Filmreihen oder Werkschauen ausgewählter Regisseure: Alien (Nov '10), Miss Marple (Apr '11), Django (Mai '11), X-Men (Jun '11) ✹ Top-10 2011: 1. Senna, 2. Inside Job, 3. True Grit, 4. Rise of the Planet of the Apes, 5. Carnage, 6. Limitless, 7. The Tree of Life, 8. Trolljegeren, 9. Super 8, 10. Black Swan ✹ Most Wanted 2012: 1. Prometheus, 2. Django Unchained, 3. Drive ✓, 4. The Hobbit, 5. The Dark Knight Rises, 6. Amer, 7. The Artist, 8. Hugo, 9. Into the Abyss, 10. Brave ✹ |
Blutige Seide
filmschauer 7.5 "Sehenswert" 2012/02/08 18:39:26
1964 war wahrscheinlich eines der wegweisesten Jahre der italienischen Filmgeschichte. Denn genau in dem Zeitraum, als Sergio Leone mit "Für eine Handvoll Dollar" das Italowesterngenre maßgeblich beinflusste, so prägend muss auch Mario Bavas farbiger Fiebertraum namens "Blutige Seide" für die spätere Hochphase des Giallos gewesen sein. Verschiedenste Stilelemente, welche…
1964 war wahrscheinlich eines der wegweisesten Jahre der italienischen Filmgeschichte. Denn genau in dem Zeitraum, als Sergio Leone mit "Für eine Handvoll Dollar" das Italowesterngenre maßgeblich beinflusste, so prägend muss auch Mario Bavas farbiger Fiebertraum namens "Blutige Seide" für die spätere Hochphase des Giallos gewesen sein. Verschiedenste Stilelemente, welche Bava schon zuvor in seinen noch etwas gruseligeren Filmen Anwendung fand (u.a. "Der Dämon und die Jungfrau"), werden hier in Form eines bittersüßen Krimis weiterentwickelt. Besonders fällt natürlich das intensive Farbspiel auf. Eine Blaupause für Dario Argentos "Suspiria" könnte man meinen, der auch so eine ähnliche Anziehungskraft besitzt, indem fast jede Szene ihren eigene Kolorierung bekommt. Natürlich sind die visuellen Ideen die größte Stärke des Films, aber auch die Inhalt muss sich nicht verstecken. Die Geschichte über eine seltsame Mordserie im Umkreis einer Modelagentur ist sehr solide umgesetzt worden, in der sich Ermittlungsphasen und Mordszenen ungefähr die Waage halten. In Whodunit-Manier darf man auch ein bisschen mitraten, wer sich nun hinter der Maskierung samt Hut versteckt. Das erhellende Finale, das den Namen wirklich verdient hat, wurde hier zudem sehr schön gelöst. Schön ist auch das passende Stichwort, denn selbstverständlich ist an einigen Stellen zu merken, dass der Film eben nicht wie viele Gialli in den 70ern gedreht wurde. Die Zurückhaltung in den Handlungen trifft auf eine gewisse Eleganz, welche mustergültig mit einer wunderbaren Titelmusik von Carlo Rustichelli bereichert wurde. Ein sehr ansehnlicher Genrevorreiter von Bava, dessen handwerklichem Charme man sich nur schwer entziehen kann.
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horro 2012/02/09 20:41:42
Antwort löschenSehr schön ... muss ich mir jetzt auch endlich mal ansehen.
filmschauer 2012/02/10 12:05:32
Antwort löschenSolltest du, nicht nur aufgrund seines Einflusses auf das Subgenre.
Love and Other Drugs - Nebenwirkung inklusive und 1 weitere Filme ...
filmschauer 4.0 "Uninteressant" 2012/02/08 18:32:45
Skyline
filmschauer 2.5 "Ärgerlich" 2012/02/06 19:05:08
'Schuster, bleib bei deinen Leisten' möchte man nach der Sichtung von "Skyline" richtiggehend den Machern zurufen. Nachdem die Strause-Brüder, die ursprünglich aus dem Visual-Effects-Segment kommen, schon mit "Aliens vs. Predator 2" sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben, läuft ihr zweites Regiewerk nun völlig aus dem Ruder. Geboten wird eine seelenlose Schau an überforderten…
'Schuster, bleib bei deinen Leisten' möchte man nach der Sichtung von "Skyline" richtiggehend den Machern zurufen. Nachdem die Strause-Brüder, die ursprünglich aus dem Visual-Effects-Segment kommen, schon mit "Aliens vs. Predator 2" sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert haben, läuft ihr zweites Regiewerk nun völlig aus dem Ruder. Geboten wird eine seelenlose Schau an überforderten Yuppies, welche in abgedroschener Survival-Manier sich einer unbekannten Macht außerirdischen Ursprungs erwehren müssen. In Zusammenhang mit entsprechend dürftigen Schauspielerleistungen könnte man innerhalb der Exposition vielleicht noch meinen, ihr auffallend aufbrausender Lebensstil solle stellvertretend angemahnt bzw. bestraft werden. Dies entpuppt sich allerdings als eine im fortschreitenden Verlauf sehr eintönige Hatz gegen die blaue Übermacht, an der jede intelligente Gedanke einer zu viel ist. Der Einfachheit halber spielt sich gefühlt 80% davon in einem Hochhaus statt, was grundsätzlich nicht die schlechteste Idee sein muss (siehe "Stirb langsam"), hier jedoch auch von der Szenerie sträflich ungenutzt bleibt. Die Effekte rundherum sind wenig überraschend noch das Beste an der ganzen Angelegenheit, bei denen man wiederum auch schnell satt gesehen hat. Der Rest ist überaus ideenarm zusammengeschustert worden. Der Höhepunkt an Dreistigkeit folgt in den letzten Szenen, in denen schließlich die ach so erhellende Intention der Aliens an das vorherige Geschehen quasi rangeklatscht wird. Selten so gelacht.
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Valerie - Eine Woche voller Wunder und 3 weitere Filme ...
filmschauer vorgemerkt 2012/02/05 23:45:10
Tatort: Kein Entkommen
filmschauer 7.0 "Sehenswert" 2012/02/05 22:54:09
Obwohl mich die Marotten sowie die privaten Angelegenheiten des Wiener Tatort-Duos Eisner und Fellner oftmals mehr stören als unterhalten, zeigen sie doch in ihren Ermittlungen immer klare Kante. Auch in "Kein Entkommen", was umso nötiger wird, haben sie es doch diesmal nicht nur ganz nebenbei mit leicht unterkühlten Interpol-Leuten zu tun, sondern vordergründig mit der Verfolgung…
Obwohl mich die Marotten sowie die privaten Angelegenheiten des Wiener Tatort-Duos Eisner und Fellner oftmals mehr stören als unterhalten, zeigen sie doch in ihren Ermittlungen immer klare Kante. Auch in "Kein Entkommen", was umso nötiger wird, haben sie es doch diesmal nicht nur ganz nebenbei mit leicht unterkühlten Interpol-Leuten zu tun, sondern vordergründig mit der Verfolgung von serbischen Kriegsverbrechern. Dass dieses brenzlige Thema, welches hier weniger inhaltlich als eher für eine gute Krimigeschichte effektiv behandelt wird, in Filmen nicht selten mit viel Blut von statten geht, zeigt dieser Tatort fast exemplarisch, indem es pressewirksam einen neuen serieninternen Bodycount-Rekord aufstellt. Man kann sich darüber streiten, wie selbstzweckhaft manche Killerszene wirkt, spannend ist es jedoch auf jeden Fall. Was in den ersten Minuten wie ein geschickter Whodunit-Plot erscheint (falsches Opfer), erweist sich im Verlauf mit der Polizeischutz-Aktion als temporär sehr intensiver Krimi. Dieser Tatort geht angenehmerweise wieder an Grenzen, was nicht zuletzt das interessante, aber ungewöhnliche Ende inklusive Twist (leider zuvor etwas angedeutet) unterstreicht. Trotz nerviger Eisner-Grippe und minimalen Logikschwächen ist "Kein Entkommen" das Beste, was ich bisher aus Österreich in Sachen Tatort gesehen habe.
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fabel 2012/02/07 22:30:12
Antwort löschenEndlich auch mal wieder einen Tatort gesehen - und bin leider weniger überzeugt. Teilweise haarsträubende Fehler, teilweise behämmerte, gänzlich unlogische Szenen - und Spannung, die nicht wirklich vorhanden war. Zudem war jedenfalls für mich das alles nicht gerade neu, und gerade diese Grippe-Nebengeschichte fand ich hier noch mit am cleversten eingepackt im ganzen Drehbuch. Na ja, nächste Woche wieder.;)
filmschauer 2012/02/08 18:45:40
Antwort löschenJa, die Grippe-Geschichte sollte so etwas wie das (Meta-)Gerüst sein, das alle Handlungsstränge verbindet. Bei Krassnitzer hat's mich nach einiger Zeit dann aber auch eher gestört als unterhalten.
Schade, dass er dir nicht so zugesagt hat, aber immerhin gut, dass du überhaupt mal wieder einen Tatort gesehen hast. ;)
Das Verrätertor
filmschauer 4.0 "Uninteressant" 2012/02/03 20:10:08
Der einzige von Freddie Francis gedrehte Wallace-Film "Das Verrätertor" gehört im Sammelsurium dieser Krimireihe eher zu den schwächeren Vertretern. Die Geschichte dreht sich fast einzig um den Raub der Kronjuwelen aus dem Londoner Tower und greift damit die Grundelemente des Heist-Movie auf. Die Szenerie ist zwar ganz nett gefilmt, die Idee wie die mit dem Doppelgänger ist aber auch…
Der einzige von Freddie Francis gedrehte Wallace-Film "Das Verrätertor" gehört im Sammelsurium dieser Krimireihe eher zu den schwächeren Vertretern. Die Geschichte dreht sich fast einzig um den Raub der Kronjuwelen aus dem Londoner Tower und greift damit die Grundelemente des Heist-Movie auf. Die Szenerie ist zwar ganz nett gefilmt, die Idee wie die mit dem Doppelgänger ist aber auch nur auf dem ersten Blick aufregend. Das Geschehen bleibt weitesgehend spannungsarm und auch das gewohnte Wallace-Feeling will nicht so recht aufkommen, obwohl solche Größen wie ein notorisch unterbeschäftigter Klaus Kinski oder ein Eddi Arent, diesmal als Tourist, mal wieder mit von der Partie sind. Doch gerade Arent, der ja sonst immer den sympathischen Sidekick abgibt, missfällt ein wenig durch seine Rolle als quasi Alleinermittler. Dass er an manchen Stellen mit seiner Tollpatschigkeit sogar regelrecht nervt, spricht ganz und gar nicht für diesen Edgar-Wallace-Streifen.
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Sherlock
Neuer Thread im Serienforum: 2. Staffel ab 25. Mai auch in der ARD
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/02/03 19:39:58
Diesmal wird das deutsche Publikum nicht so lange warten müssen wie in Staffel 1. Zu Pfingsten gibt's ziemlich kompakt die drei neuen Sherlock-Folgen im Ersten zu sehen:
Fr, 25.05., 21:45 Uhr - A Scandal in Belgravia
So, 27.05., 21:45 Uhr - The Hounds of Baskerville
Mo, 28.05., 21:45 Uhr - The Reichenbach Fall
Quelle:
http://www.serienjunkies.de/news/sherlock-staffel2-pfingsten-37623.html
Das Mädchen, das durch die Zeit sprang
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/02/01 19:17:28
Teil 4 des Western/Anime-Deals. Zwei Tage nach der durchaus euphorischen Western-Kritik von horro komme auch ich nicht umhin, in meinem Beitrag Spuren von Begeisterung anklingen zu lassen:
Der deutsche Titel deutet schon klar an, dass dieser Anime etwas mit Science Fiction zu tun haben muss, doch zuallererst ist "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" von Mamoru Hosoda eine ungemein…
Teil 4 des Western/Anime-Deals. Zwei Tage nach der durchaus euphorischen Western-Kritik von horro komme auch ich nicht umhin, in meinem Beitrag Spuren von Begeisterung anklingen zu lassen:
Der deutsche Titel deutet schon klar an, dass dieser Anime etwas mit Science Fiction zu tun haben muss, doch zuallererst ist "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" von Mamoru Hosoda eine ungemein schöne Coming-of-Age-Geschichte, welche klischeefern die Themen Pubertät, wahre Freundschaft und die erste Liebe zusammenbringt. Das Eintauchen in diese gezeichnete Welt wird einem sehr einfach gemacht, da die Hauptperson namens Makoto außerordentlich kess, aber nicht frei von natürlichen Selbstzweifeln ist, die das Alter so mitbringt. Zusammen mit ihren beiden männlichen Mitschülern findet man ein sympathisches Dreiergespann wieder, welches im Verlauf hier und dort auf eine harte Probe gestellt wird. Schlüsselpunkt ist sicherlich die Kollision mit dem heranfahrenden Zug, die das seltsame Rad der Zeit erst zur Bewegung bringt. Zeitsprünge mit ihren unterschiedlichsten Konsequenzen an sich sind ja nichts unbedingt Neues, werden aber mit ihren Konsequenzen hier sehr glaubhaft ausgespielt, sodass der Film immer so weit wie möglich auf dem Boden bleibt. Jedoch sind es gerade die ikonenhaften Szenen am Bahnübergang, welche darlegen, warum dieses Werk in animierter Form und nicht mit realen Darstellern umgesetzt wurde. Zusammen mit einer sehr harmonischen Filmmusik (Kiyoshi Yoshida) fällt es schwer, "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang" nicht zu mögen - spätestens, wenn das träumerische Ende vorüber ist. Nach dem Motto "Time waits for no one" sollte man, sofern noch nicht geschehen, nicht allzu viel von diesem kostbaren Gut für die Sichtung verstreichen lassen. Es lohnt sich!
Western-Beitrag von horro zu "Red River":
http://www.moviepilot.de/movies/red-river/comments/466908
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horro 2012/02/01 20:39:49
Antwort löschenFreut mich sehr, dass er dir gefallen hat, dein überraschend euphorischer Kommentar macht richtig Laune, sich den bald wieder mal anzuschauen ... und die Hemmung bröckelt scheinbar auch bei dir; nicht zuletzt dank SciFi ;)
filmschauer 2012/02/01 23:23:06
Antwort löschenDer ist schon im Visier, fällt wahrscheinlich auch genau in mein Beuteschema in Sachen Anime.
Drive
filmschauer 8.5 "Ausgezeichnet" 2012/01/31 19:00:43
Dass das dänische Kino in den letzten Jahren immer wieder tolle Filme produziert hat, ist hinlänglich bekannt. Doch waren es die Namen wie Lars von Trier, vielleicht noch Susanne Bier, die auf Seiten der Regisseure sich auch international einen Namen gemacht haben. Den etwas unattraktiv klingenden Namen Nicolas Winding Refn sollte man allerdings ebenso auf dem Zettel haben - spätestens seit der…
Dass das dänische Kino in den letzten Jahren immer wieder tolle Filme produziert hat, ist hinlänglich bekannt. Doch waren es die Namen wie Lars von Trier, vielleicht noch Susanne Bier, die auf Seiten der Regisseure sich auch international einen Namen gemacht haben. Den etwas unattraktiv klingenden Namen Nicolas Winding Refn sollte man allerdings ebenso auf dem Zettel haben - spätestens seit der Krimiverfilmung "Drive".
Einfach gesagt zeichnen Teile von Refns bisherigen Werken eine spezielle Mischung aus Genre- und Kunstfilm aus. Das mag hin und wieder zu einem seltsamen Ergebnis führen, fraglos aber sind es spannende Ideen, die man in seinen Werken wiederfindet. Was am prägnantesten ist, sind die außergewöhnlichen Figuren in Refns Filmografie. Zusammen mit einer dichten Atmosphäre sind sie vielleicht sogar wichtiger und relevanter als der schlussendliche Plot. Auch "Drive" fährt diese Schiene ohne Frage. Der Driver ist eine wunderbar geheimnisvolle Person, stark in seiner unnachahmlichen Profession, aber auch reich an Widersprüchen, die beteiligte Charaktere wie auch das Publikum von einer Sekunde zur nächsten schockieren können. Wortarme Antihelden gab es zwar schon öfters in der Filmgeschichte, seien es Eastwood, Bronson oder McQueen, aber durch Ryan Goslings glänzender Performance differenziert sich dieser Typ vom Altbekannten.
Denn den wahren Kern der Geschichte bildet nicht die Action, nicht der Crime-Aspekt, sondern die Liebe zwischen dem Driver und der Nachbarin Irene (toll: Carey Mulligan). Sie ist der Schlüssel, warum der Driver irgendwann vom bekannten Routineweg abweichen muss und schließlich auch sein anderes Gesicht zeigt. Dieser Mix aus einerseits nicht unsympathischer Außenseiterrolle und brutaler Gewalt wirkt wie der größtmögliche Kontrast, den man sich vorstellen kann. Gerade das ist es, was mal beeindruckt, dann wieder abschreckt, und damit die ganze Tragik dieser Beziehung offenbart.
Dies unterstützt auch die Inszenierung, die Refn gewählt hat. Es ist das magische Gefühl des richtigen Moments, die der Däne ausgezeichnet in Bild und Ton vermitteln kann. Mal erinnert man sich an Jim Jarmusch, wenn lakonisch und ruhig die Dinge ihren Lauf nehmen, dann wieder an den großen Sergio Leone beim Erwarten des nächsten Gewaltakts mit passenden Slow-Motions. Hinzu kommt eine wunderschöne Auswahl an Synthi-Pop-Musikstücken, bei denen man meint, sie wären extra für diese oder jene Szene geschrieben worden. Zu guter Letzt die Großstadtkulisse von L.A., die wie so oft die perfekte Umgebung für einen Film abgibt, bei dem mindestens ein fahrendes Auto eine wesentliche Rolle spielt.
Refn hat mit "Drive" erneut sein Handwerk mehr als bewiesen - und das erstmals auch in den USA. Der Film mag an der einen oder anderen Stelle unbequem oder gar fragwürdig sein, was Darstellung und Hintergrund für die Geschichte betrifft, davon abgesehen eines aber ganz sicher schafft: Augenblicke der Faszination zu erleben, die man nicht so schnell vergisst. Genau das eigentlich, was ich mir vom Medium Kino immer erhoffe.
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Tatort: Schmuggler
filmschauer 5.5 "Geht so" 2012/01/29 23:26:39
Geld stinkt, spätestens an der Zollstation. Welche findigen Ideen sich so mancher ausdenkt, um trotzdem seine Scheinchen vor den Behörden geschützt von Land zu Land zu transportieren, trägt beim neuesten Bodensee-Tatort wohl am meisten zur Erhellung bei. Eigentlich naheliegend, dass sich aufgrund der geografischen Nähe zur deutsch-schweizerischen Grenze dieses Thema auch mal seinen Platz in…
Geld stinkt, spätestens an der Zollstation. Welche findigen Ideen sich so mancher ausdenkt, um trotzdem seine Scheinchen vor den Behörden geschützt von Land zu Land zu transportieren, trägt beim neuesten Bodensee-Tatort wohl am meisten zur Erhellung bei. Eigentlich naheliegend, dass sich aufgrund der geografischen Nähe zur deutsch-schweizerischen Grenze dieses Thema auch mal seinen Platz in der Reihe findet. Der Plot über einen Mord an einem Zollbeamten ist aufgrunddessen auch eher durch den gesellschaftlichen Aspekt beim Thema Geld als durch den reinen Krimianteil interessant. Ersteres wird dann auch gerne sowohl beim eigenen Ermittlerteam als auch beim Zoll selbst ausführlich dargelegt: Hier sind es die unerträglichen Sparmaßnahmen, dort das mickrige Gehalt und die ständige Gefahr von Korruption. Dieses Spannungsverhältnis ist somit die größte Stärke an "Schmuggler". Denn der genannte Krimianteil ist durch seine ausgeprägte Vorhersehbarkeit weitaus weniger gelungen. Immerhin ist das Team um Blum und Perlmann motivierter als noch in der vorigen Episode. Besonders Sebastian Bezzel als Perlmann kann ein paar nette Szenen (u.a. mit einem Schweizer Bankier oder der neuen Mitarbeiterin) für sich verbuchen. Diese reiben sich durch ihre Komik vielleicht etwas an der ansonsten ernsteren Thematik (gerade im Zusammenhang mit der verdächtigten Zollbeamtin), erhöhen damit allerdings den Unterhaltungswert dieser Episode doch so sehr, dass sich diese zumindest etwas von der biederen Stangenware absetzen kann, die man vom Bodensee ansonsten oft zu sehen bekommt.
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Cowboys & Aliens
filmschauer 4.5 "Uninteressant" 2012/01/26 18:10:13
Als bekennender Anhänger beider Genres war ich natürlich sehr neugierig, als damals die Ankündigung von "Cowboys & Aliens" hereinflatterte. Zwei Welten, die bisher nur selten zusammentrafen und für die sicherlich ein gutes Rezept von Nöten ist, um daraus die richtige Mischung zu kreieren. Dass so etwas trotz großer Budgetgelder und namhaften Stars auch schief gehen kann, ist…
Als bekennender Anhänger beider Genres war ich natürlich sehr neugierig, als damals die Ankündigung von "Cowboys & Aliens" hereinflatterte. Zwei Welten, die bisher nur selten zusammentrafen und für die sicherlich ein gutes Rezept von Nöten ist, um daraus die richtige Mischung zu kreieren. Dass so etwas trotz großer Budgetgelder und namhaften Stars auch schief gehen kann, ist leider an diesem Film fast mustergültig zu beobachten. Es sind zwei Genrewelten, welche hier aufeinanderprallen, die für sich genommen aufgrund des hohen Produktionsniveaus vielleicht ganz nett anzuschauen sind, aber fast nicht einfallsloser und klischeehafter hätten ausfallen können. Zwar werden hier und dort Referenzen an vergangene Genregrößen erkennbar, doch bleibt das Ganze ziemlich oberflächlich und frei von intelligenteren Zwischentönen. Wobei tendenziell eher noch der Cowboybereich so etwas wie ansprechend wirkt, immerhin machen hier die Protagonisten von James Bond und Indiana Jones mit. Die große Schauspielkunst wird man allerdings eher nicht geboten bekommen, was zu einem bestimmten Teil auch am einfältigen Drehbuch liegt. Neben einem zumindest soliden Daniel Craig mit knurriger Miene und einer blassen Olivia Wilde erhält besonders Harrison Ford nur wenig Chancen, sein großes Potential auszuschöpfen. Selbst die oftmals kolportierte Popcorn-Unterhaltung ist eher Mangelware, da sich der Film trotz der gewagten Prämisse überaus ernst nimmt. Gerade dort, wo man die Komik erwarten würde, bleibt diese aus. Vor dem Hintergrund, dass "Iron Man"-Regisseur Jon Favreau sich hinter "Cowboys & Aliens" verbirgt, der anno 2008 noch Action & Humor so kongenial vereinen konnte, ist dieses überaus uninspirierte Resultat eine dicke Enttäuschung.
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Der Gott des Gemetzels
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/24 19:20:21
Aus "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" weiß man ja um das Konfrontationspotential unter Ehepartnern. Roman Polanskis "Der Gott des Gemetzels, wie Mike Nichols' Werk ebenfalls eine Bühnenstückverfilmung, ist so etwas wie das heitere Pendant dazu. Diesmal gibt es allerdings ein Quartett an Eheleuten (von allen großartig gespielt) und überrascht schon in den ersten Minuten durch…
Aus "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" weiß man ja um das Konfrontationspotential unter Ehepartnern. Roman Polanskis "Der Gott des Gemetzels, wie Mike Nichols' Werk ebenfalls eine Bühnenstückverfilmung, ist so etwas wie das heitere Pendant dazu. Diesmal gibt es allerdings ein Quartett an Eheleuten (von allen großartig gespielt) und überrascht schon in den ersten Minuten durch den unerwartet leichtfüßigen Einstieg in eine Geschichte, die sich fast ausschließlich in einem Wohnzimmer abspielen sollte. Denn eines konnte man vielleicht nicht in dieser Form erwarten: Dass Polanski eine der überzeugendsten Komödien der letzten Zeit präsentieren würde und dabei die unterschiedlichen Weltansichten der Beteiligten mit seinem Scharfsinn und treffsicheren Dialogen dermaßen entlarvt, wie man es nur selten gesehen hat. Es ist eine vermeintliche Petitesse über den Vorfall unter den Kindern, die das Fass so langsam zum Überlaufen bringt. Vom eigentlichen Thema ist man schnell abgekommen, nach anfänglichen Frotzeleien geht es nun um's Ganze. Als wenn ein großer, imaginärer Ball im jeweiligen Lebensraum mit aller Boshaftigkeit hin und her geworfen werden würde, bekommt folglich jeder der vier mal so richtig sein Fett ab. Es ist eine geniale Mischung aus ständigem Fremdscham, bedachter Überhöhung der Charakterstrukturen und temperamentvoller Farce, die für eine höchst unterhaltsame Zeit beim Zuschauer sorgt. Doch obwohl viele Hemmungen fallen, die man zu Beginn noch für unmöglich gehalten hätte, bleibt das Geschehen am gesellschaftskritischen Aspekt über die auf dem ersten Blick vielleicht unerkennbare Borniertheit eines jeden Einzelnen gebunden. Ein starkes Stück vom Altmeister.
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Tatort: Verschleppt
filmschauer 5.0 "Geht so" 2012/01/22 23:35:08
Das war er also, der letzte Tatort des Duos Kappl und Deininger. Und obwohl ich diese unfreiwillige Abschiedsfolge dann doch durchwachsen fand, ist es einfach schade, die beiden zukünftig nicht mehr zu sehen. Besonders Gregor Weber als Stefan Deininger, der ja als Saarbrücker Junge diese Stadt wirklich wie kein anderer vertritt, wird mit seinem unverwechselbaren Esprit und seiner Hartnäckigkeit…
Das war er also, der letzte Tatort des Duos Kappl und Deininger. Und obwohl ich diese unfreiwillige Abschiedsfolge dann doch durchwachsen fand, ist es einfach schade, die beiden zukünftig nicht mehr zu sehen. Besonders Gregor Weber als Stefan Deininger, der ja als Saarbrücker Junge diese Stadt wirklich wie kein anderer vertritt, wird mit seinem unverwechselbaren Esprit und seiner Hartnäckigkeit in der Reihe an aktuellen Ermittlern gewiss fehlen. Da klingt es wie Hohn, wenn gemeint wird, die Geschichte der beiden sei schon auserzählt (nach nur sieben gemeinsamen Episoden). Gerade das Ermittlerleben der beiden wirft vielleicht noch die eine oder andere neugierige Frage auf, wird aber wohl unbeantwortet bleiben. Der Fall selbst von "Verschleppt" ist im Grunde nicht uninteressant, wirkt aber in der Erzählweise unangenehm zähflüssig und unabhängig von den vereinzelten Spannungsmomenten im Dunklen seltsam undramatisch. Man ist zwar Wagnisse in der Inszenierung eingegangen, indem man Stilelemente eines üblichen Horrorthriller eingebaut hat, werden aber durch penetrante Redundanz in letzter Konsequenz eher abgeschwächt. Auch über die plötzliche und etwas fragwürdige Auflösung des Fall kann man geteilter Meinung sein. Mitreißender sind da die rauen Methoden von Kappl und Deininger - selten wurde so laut herumgeschrien wie hier, um an sein Ziel zu kommen. Hätten sie zur Drehzeit schon von ihrer Absetzung gewusst, könnte man meinen, sie würden ebenso gegen die Programmverantwortlichen ihre Stimme erheben. Die Zeit wird zeigen, ob die personelle Änderung (speziell Devid Striesow, den ich mir als Kommissar noch nicht so recht vorstellen kann) auch die gewünschte Wirkung bringen wird, die man sich verspricht.
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Quarantäne 2: Terminal
filmschauer 3.0 "Schwach" 2012/01/21 20:13:07
Verrückte Filmwelt. Sobald man mal für einen Moment den Direct-to-Video-Bereich aus dem Blick verliert, sprießen die seltsamsten Werke aus dem Boden. Wie John Pogues "Quarantäne 2: Terminal", der kurioserweise ein Sequel zu einem Remake ist, allerdings (anscheinend, da noch nicht gesehen) keinen Bezug zum entsprechenden Sequel des spanischen Originals "[Rec]" nimmt. Die Eigenständigkeit…
Verrückte Filmwelt. Sobald man mal für einen Moment den Direct-to-Video-Bereich aus dem Blick verliert, sprießen die seltsamsten Werke aus dem Boden. Wie John Pogues "Quarantäne 2: Terminal", der kurioserweise ein Sequel zu einem Remake ist, allerdings (anscheinend, da noch nicht gesehen) keinen Bezug zum entsprechenden Sequel des spanischen Originals "[Rec]" nimmt. Die Eigenständigkeit des Scripts in allen Ehren, aber die Chance, daraus einen einen guten Horrorstreifen zu produzieren, wurde trotzdem vertan. Wobei man sich im ersten Abschnitt sowieso fragt, inwiefern die Geschichte überhaupt etwas mit Teil 1 zu tun hat. Dies wird zwar im Verlauf mal erwähnt, dessen Verknüpfung wirkt aber schon im Ansatz ziemlich konstruiert und bemüht. Die potentielle Quarantäne-Szenerie findet zuerst im beengten Flugzeug statt, was noch am interessantesten erscheint, dem Filmtitel entsprechend verlagert man diese danach jedoch in ein verlassenes Terminal. Proportional zur Erweiterung der Standort für die Quarantäne-Bestimmungen vergrößern sich leider auch die Logikungereimtheiten. Das hinsichtlich des Grusels maue Drehbuch wird dummerweise weder von den grausigen Darstellerleistungen noch von der billig-konventionellen Kameraarbeit kompensiert. Gerade letzteres ist ärgerlich, da man sich eigentlich der größten Stärke beraubt, die die Reihe zu bieten hat: die Found-Footage-Inszenierung, die doch am meisten Spannung wegen partieller Sicht und gelegentlicher Orientierungslosigkeit generiert. In welchem Maße diese den Film in höhere Sphären verholfen hätte, ist natürlich Spekulation. So bleibt die unschöne Erinnerung an "Blair Witch 2", die schon die gleichen Fehler gemacht haben, nicht die an mitreißende 90 Minuten.
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filmschauer 2012/01/21 22:57:30
Antwort löschenSo richtig schmerzte es vielleicht nicht (da gibt's sicherlich größere Genreverbrechen), dafür war's aber spätestens ab Mitte des Films ziemlich öde und langweilig im Terminal. Schade, da der Anfang für solch ein B-Movie eigentlich ganz launig war.
horro 2012/01/21 22:58:17
Antwort löschenHab den noch vor mir ... nehm mir deine Hinweise aber sehr zu Herzen.
Gästebuch
hoffman587 2012/01/14 13:01:30
Ist ja doch schon eine riesige Menge.^^
Und alljene, hab ich selbst noch nicht gesehen, wobei ich viele auch nicht so unbedingt sichten will (Winters Bone), dafür (Wer ist Hanna?) umso mehr, immer dieser Hype. ;-)
Ich bin ihm wohl verfallen.
hoffman587 2012/01/13 22:24:18
Gibt es denn da noch bestimmte Favoriten, die du von 2011 sehen möchtest? Wäre an deiner Meinung interessiert. :)
hoffman587 2012/01/13 19:50:43
Sag mal gibts dann in deinem Profiltext (in skeptischer Hinsicht auf Most Wanted-Reihe) eine 2012-Top 10?:-)
J4KOB 2012/01/06 18:55:26
Deine MostWanted-Texte find ich gut :) Außerdem haben wir auch stolze 82% gemeinsam.
Anfrage kommt :)
SamRamJam 2011/12/24 13:24:24
Wurde im Wilden Westen Weihnachten gefeiert? Aber doch nicht im Italo-Western? *Hihi, Frohe Weihnachten an den Themenwochenschreiber von mp. Lass es dir gutgehen über die Feiertage
horro 2011/12/20 22:06:30
Dann leg ich doch einfach mal vor und warte dann gespannt auf deine Revanche in Sachen Anime ;) ... freu mich auf jeden Fall auf den Western morgen und dann natürlich auf dein Feedback.
horro 2011/12/20 21:15:17
So, morgen ist wieder mal Mittwoch und endlich liegt hier wieder ein Western bereit, den ich mir mit aller Entschlossenheit anschauen werde ... komme was da wolle ;) Ist zwar bereits eine Fortsetzung, sollte sich aber trotzdem lohnen - "Lauf um dein Leben" von Sollima. Hab gesehen, dass du dir den Film auch vorgemerkt hast; wird also spannend, ob sich da unsere Meinungen dazu irgendwann decken oder komplett widersprechen. ... Anime gefällig mein Freund ;)
the gaffer 2011/11/21 17:48:27
Freue mich immer über fleißige Tatort-Gucker. Da wird die Einladung gern angenommen. :)
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