Liebe auf der Flucht
Amour en fuite (1979), FR Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 24.01.1979
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11 Kommentare
Keine
von François Truffaut, mit Jean-Pierre Léaud und Marie-France Pisier
In Liebe auf der Flucht, dem letzten Teil von Truffauts Antoine Doinel-Zyklus, zeigt Antoine (Jean-Pierre Léaud), als geschiedenen Junggesellen, der als Korrektor arbeitet und an einem Roman schreibt. Er hat die dreißig überschritten und jagt nach wie vor der Liebe nach. Dabei begegnet er seiner früheren Freundin Colette (die wir aus dem Kurzfilmsegment Antoine et Colette kennen), un begibt sich mental auf eine Reise in seine Vergangeheit, auf der Suche nach seinen gescheiterten Liebschaften. Denn auch mit seiner neuen Liebe, Sabine, steht die Beziehung vor dem Aus.
Die Filme des Antoine Doinel Zyklus:
Sie küßten und sie schlugen ihn
Antoine et Colette
Geraubte Küsse
Tisch und Bett
Liebe auf der Flucht
Mehr Bilder (11) und Videos (3) zu Liebe auf der Flucht
Cast & Crew
- Genre
- Ehedrama, Komödie, Melodram, Romanze, Drama
- Zeit
- 1970er Jahre
- Ort
- Paris, Zug
- Handlung
- Buchhandlung, Drucker, Druckerei, Ehebruch, Erwachsenwerden, Friedhof, Liebeswirren, Scheidung, Zerrüttete Beziehung
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Kommentare (9) — Film: Liebe auf der Flucht
Dreicine Mon, 07 May 2012 12:25:38 -0000
Kommentar löschenEs schlägt die Uhr und das Ende scheint erkennbar: Abschied nehmen von Antoine Doinel. Antoine und Christine haben sich scheiden lassen, doch der Träumer will nicht aufgeben, versucht immer noch die wahre Liebe in seinem Leben zu finden, trifft auf seine alte Jugendliebe Colette und bald darauf werden alte Erinnerungen wach: Er lässt sein Leben noch einmal Revue passieren. So viel Platz für Schnipsel alter Doinel-Filme, welche Truffaut dabei gekonnt verbindet.
Einen nostalgischen Wert besitzt das Werk zweifelsfrei, in dem man sich an die großen Momente erinnert. Eine Schwäche liegt darin, dass Truffaut dieses Mal Doinel oder gar Christine, welche trotz Scheidung noch freundschaftlich kommunizieren, recht wenig Screentime im Ganzen einräumt, jedenfalls wenn er gerade nicht aufs neue und alte Schnipsel seiner Doinel-Werke zusammensammelt, auch wenn er so doch wiederum clever mit Täuschung und Fiktion spielt und dabei doch recht zitatfreudig herangeht, doch verlegt er denn Hauptpunkt des Films eher auf den Charakter der Colette (recht blass und aufdringlich verkörpert von Marie-France Pisier, welche die Colette bereits in Truffauts Kurzfilm "Antoine und Colette" mimte), was wahrscheinlich der Tatsache geschuldet ist, dass jene direkt am Drehbuch mitschrieb und so ihren Charakter gleichauf in die Mitte des Kreise schob. Somit leider zu wenig Doinel im Abschluss der Doinel-Reihe.
Jean-Pierre Leaud, wieder einmal exzellent als Doinel und dabei noch weitaus arroganter, und Claude Jade als Christine spielen mehr als überzeugend ihre Rollen in alter Manier und mit gewohntem Charme. Und Dorothée ist an sich ein nettes Anhängsel. Aber mal von dem Status des Flickwerks gesehen, ist Truffauts letzter Doinel-Film doch erneut geprägt von einer stilvollen Eleganz, teilweise heiter erzählt, aber doch größtenteils konsequent-wehmütig gehalten, was dem Gedanken des Abschlusses dann doch eine gewisse Würde verleiht.
Letztlich bleibt, dass Truffauts Abschluss "Liebe auf der Flucht" einem einfachen Flickwerk seiner anderen Doinel-Werke gleicht und doch schafft es Meister Truffaut dabei doch Charme und Eleganz in sein Werk zu transferieren, auch wenn man Pisier zu viel Raum schenkte und man Doinel gerade bei seinem im Grunde genommen letzten Auftritt außen vor lässt, so bleibt jener Film immer noch sehenswert zusammengefasst, dabei aber doch mit einem recht undbefriedigen Beigeschmack.
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hollygolightly1 Thu, 12 Apr 2012 22:48:42 -0000
Kommentar löschenMit "L'Amour En Fuite" fährt Truffaut nicht nur mit Antoines Geschichte fort und bringt sie zu Ende, sondern lässt auch sein ganzes Leben, seine Beziehungen eingeschlossen, Revue passieren.
Insgesamt recht gelungener Abschluss der Antoine-Doinel-Reihe. Ich erspare mir mal die Aufzählung der positiven Aspekte (die denke ich mal, mehr als klar sind) und beschränke mich auf die etwas negativen. Abzüge gibt es für die zahlreichen Rückblenden, die zu Beginn ja noch ganz nett sind, irgendwann aber viel zu sehr überwiegen, auch wenn sie geschickt einbezogen wurden und Colette, die häufiger auftaucht, als mir lieb ist. Der Plot ist im direkten Vergleich zu den anderen Teilen recht schwach und unspektakulär, aber zufriedenstellend. Vielleicht habe ich in letzter Zeit auch einfach zu viel Truffaut gesehen. Was eigentlich nicht sein kann... Trotz allem bleibt "L'Amour En Fuite" ein würdiges Ende der Doinel-Reihe.
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La Bardot Thu, 12 Apr 2012 23:35:01 -0000
Antwort löschen"Sie küssten und sie schlugen ihn" wird fortgesetzt? Wusste ich gar nicht! Das sollte ich mir mal ansehen :)
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hollygolightly1 Fri, 13 Apr 2012 00:43:57 -0000
Antwort löschenJa, es gibt noch vier weitere Teile. Ich würde dir raten, mit dem Kurzfilm "Antoine et Colette" weiterzumachen, der ist in der Chronologie der zweite :)
La Bardot Fri, 13 Apr 2012 10:10:44 -0000
Antwort löschenMuss ich mir mal notieren, danke! :)
8martin Wed, 22 Feb 2012 15:57:35 -0000
Kommentar löschenTeil I: Sie küssten und sie schlugen ihn
Teil II: Geraubte Küsse
Teil III: Tisch und Bett
Letzter Teil aus dem Doinel Zyklus. Antoine Doinel wird geschieden, hat eine Freundin.
Dieser Teil ist technisch am besten geraten. Es gibt viele Rückblenden aus früheren Doinel-Filmen oder man sieht, was die Staatsanwältin (Marie-France Pisier), eine alte Jugendliebe von Antoine, liest. Es ist sein inzwischen veröffentlichter Roman ’Liebessalat’ - was das auch immer bedeuten mag?! Manche Szenen aus früheren Teilen z.T. in s/w werden wiederholt, nehmen aber einen anderen Verlauf. Ebenso kann man Dialogstellen wieder-erkennen. Das hat eine verstärkende Wirkung: der Zuschauer ist reifer geworden. Ihm werden quasi diese Stellen ins Gedächtnis zurückgerufen.
Man kann diesen letzten Teil für sich genommen verstehen, kennt man die anderen Filme, kann man ihn genießen. Es wird philoso-phiert: ’Liebe ist das Gegenteil von Gefängnis’ und analysiert ’Antoine läuft wie immer weg. Er hat sich überhaupt nicht geändert.’
Zusammengefasst ergibt sich im Gespräch von zwei Frauen aus dem Leben von Antoine: er braucht nicht nur eine Frau, er braucht eine Mutter, eine Kranken-schwester und eine Freundin. Die Jetzige und die früheren Frauen sagen alle ’Non!’ zu ihm. Und so wird sich Antoine wohl weiter durchs Leben hangeln, unreif, bindungsunfähig und egozentrisch. Auf der Flucht und auf der Suche.
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Benni-THE-KING Tue, 21 Feb 2012 12:31:15 -0000
Kommentar löschenAnfangs erinnert das ganze ein bischen an Serien wo einfach eine ganze Folge über alte Best Of Szenen gezeigt werden. Ich mochte das nie besonders.
Das legt sich zum Glück im Laufe des Films ein wenig. Aber alles im allen in der Tat der schlechteste Doinel Film.
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Prestigeww Sun, 24 Apr 2011 13:10:03 -0000
Kommentar löschenIrgendwie ein flaues Ende des Zyklus: viel Schnipselwerk aus den früheren Filmen, kaum so charmante Einfälle wie etwa in Tisch und Bett, Antoine Doinel noch exzentrischer...irgendwie mutet der ganze Film wie Flickwerk an. Trotzdem, die traurige Grundstimmung ist ganz angenehm. Allerdings, wenn man schon jeden Film mit einem programmatischen Chanson hinterlegen müsste, dann hätte sich Truffaut diesen schmalzigen 80er-Schund L'amour en fuite sparen können, zumal sein Kumpel Charles Aznavour ja eigentlich den Song gehabt hätte, der wie kaum ein anderer auf diesen Film gepasst hätte: Hier encore. Auch hier geht es um den melancholischen Rückblick auf ein Leben, dass aus der Jagd nach Liebe bestand, ohne je zu lernen, sie festhalten zu können. Und da ich genau diesen Gedanken an den Franzosen so liebe, hat der Film für mich letztlich doch irgendwie funktioniert.
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cannibal83 Sun, 14 Nov 2010 11:18:04 -0000
Kommentar löschenTruffaut lässt den Doinel - Zyklus romantisch enden. Davor ist "Liebe auf der Flucht" zu einem gewissen Teil auch Rückschau auf die vorherigen Teile, was gleichermassen Fluch und Segen dieses Films ist. Für den mit Doniel-vertrauten Zuschauer machen die "alten" Szenen durchaus Sinn, trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack von mangelnder Kreativität, wenn man bedenkt wie oft Truffaut zurückblicken lässt.
Schade auch das es hier soviel Colette und so wenig Christine gibt, nicht das Marie-France Pisier schlecht war, aber ihre Figur bekommt stellenweise Ausschmückungen die komplett irrelevant für die Handlung sind. Ich denke Claude Jade hätte mehr Screen-Time in diesem letzten Antonie Doinel - Film verdient.
Dennoch so richtig Schiffbruch erleidet "Liebe auf der Flucht" nicht, insgesamt ist es ein leichter, witziger sowie äusserst kurzweiliger Streifen, der damit auch meinen Erwartungen entsprach.
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sknoke Thu, 09 Jul 2009 12:24:32 -0000
Kommentar löschenZwanzig Jahre nach Jean-Pierre Léauds erstem Leinwandauftritt nun also der Abschluss der Antoine-Doinel-Reihe. Und recht schnell entpuppt sich dieser als ein Best Of, das so manches Mal in der Zeit springt und uns die schönsten Stücke aus den letzten Etappen Doinels aufzuzeigen versucht. Viele Werke, die sich dieser Methode bedienen, kranken daran, die Klasse des Gezeigten nie selbst zu erreichen und so nur den Unmut zu erregen, dass man jetzt in diesem Augenblicke eben nicht das Original sieht, sondern nur einen Zusammenschnitt ohne wirklichen Mehrwert. Zum Glück weiß "L’Amour en fuite" diesen Fehler zu vermeiden, denn obwohl hier und da wirklich sehr lange Passagen aus den früheren Filmen zu sehen sind, formt sich doch so etwas wie ein Gesamtwerk, ein letzter Besuch bei einem alten Bekannten, ein letztes kleines Liebesabenteuer und die Erkenntnis, dass Film und insbesondere Filmgeschichte doch mehr als die Summe ihrer Teile ist und erst im Kontext eine Welt entsteht, die sich mit der unseren stets überschneidet und vermischt. Wie herrlich es ist, wenn Léauds Affäre Liliane (Dani) aus "La nuit américaine" nun als Freundin seiner Frau Christine (Claude Jade) zurückkehrt, um hier wieder seine Liebe zu erwecken und das obwohl Léaud im genannten Werk nicht einmal Antoine verkörperte.
Truffaut nutzt Einstellungen aus diesem Werk, verbindet sie mit der Doinel-Reihe und schafft durch solch Kleinigkeiten mit großer Wirkung einen Lebenszyklus, der nicht nur wunderschön leicht, melancholisch und ebenso tragisch anzuschauen ist, sondern auch die Grenze zwischen a-filmischer und filmischer Wirklichkeit spielerisch in Frage stellt.
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Darbon Tue, 08 Jul 2008 11:06:41 -0000
Kommentar löschenAntoine Doinel ist gealtert und rechtfertigt vor Christine seinen Seitensprung mit deren bester Freundin auf die ihm eigene Weise. Liliane hatte sich von ihm ein Buch geborgt und - um es zu schonen - in Zeitungspapier eingeschlagen. Was ihn natürlich so sehr gerührt hat, dass er mit ihr schlafen musste.
Antoine (Jean-Pierre Léaud) und Christine (Claude Jade), die Helden aus "Geraubte Küsse" und "Tisch und Bett", sind in "Liebe auf der Flucht" das erste Paar, dass sich in beiderseitigem Einvernehmen scheiden lässt. Gerade diese Ausgangsidee ist enttäuschend, denn die niedliche TV-Ansagerin Dorothée ist in ihrer ersten und vorletzten Filmrolle als Antoines neue Flamme leider nicht annähernd vom Format einer Claude Jade, was Truffaut mit den vorzüglichen Rückblenden immer wieder untermauert.
Truffaut nutzt den eleganten Reigen von scheinbar zufälligen Begegnungen als Skelett für zahlreiche Flashbacks. Die erscheinen freilich unter neuem ironischen Kontext oder behaupten nur, sie entstammten einem früheren Film (die Freundschaft von Christine und Liliane). Köstliche Dialogperlen wie die zwischen Christine und ihrem Anwalt suchen ihresgleichen. Leider lässt Marie-France Pisier als Colette und ehrgeizige Co-Autorin das Ganze in einem aufdringlichen Spurt ums eigene Ego erkalten. Immer noch fast leicht, raffiniert konstruiert und doch weniger liebenswert als seine Vorgänger, ist der zitatfreudige Film vor allem ein Fest für Truffaut-Kenner (hier werden neben den Doinel-Filmen auch viele andere Werke zitiert). Als Abschluss des zwanzig Jahre umspannenden Doinel-Zyklus ist "Liebe auf der Flucht" für mich allerdings (etwas) frustrierend.
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annaberlin Mon, 23 Jun 2008 13:04:01 -0000
Kommentar löschenTruffaut schließt den Doinel-Zyklus, indem er wieder einmal sein Alter Ego in Beziehung setzt zu allen möglichen Frauentypen. Das Schelmenhafte ist geblieben, jedoch wächst auch die Einsicht aus dem Älterwerden, dass man auch etwas aufgeben können muss. V.a. scheint der Film auch eine Hommage an Christine zu sein bzw. Claude Jade, die Truffaut ja im wahren Leben auch fast geheiratet hätte.
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